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Frank Bösch: Mediengeschichte

Einzelrezension | 5. Januar 2012 | Redaktion | Keine Kommentare »
Frank Bösch: Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen. Reihe: Historische Einführungen, Band 10. Frankfurt/New York [Campus Verlag] 2011. 268 Seiten. 18,90 Euro.

Rezensiert von Philomen Schönhagen

Dem Historiker Frank Bösch ist mit dem vorliegenden Band ein kompakter und gut lesbarer Überblick über die Medien- geschichte von der Erfindung des Buchdrucks in Asien bis zum Fernsehen der Nachkriegszeit gelungen. Dabei stützt er sich kenntnisreich auf Literatur nicht nur aus den Geschichts- wissenschaften, sondern bezieht ebenso kommunikations- und medien- wissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Das Buch ist gut geschrieben, Marginalien und ein Stichwortverzeichnis erleichtern zudem die Orientierung. Offenbar wurde dem Band auch ein sorgfältiges Lektorat zuteil – es finden sich fast keine Tippfehler und sprachlichen Mängel, was ja mittlerweile (leider) eine bemerkenswerte Seltenheit ist. [Mehr]

Jörg Requate (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert als Mediengesellschaft

Einzelrezension | 20. Dezember 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Jörg Requate (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert als Mediengesellschaft. Les médias au XIXe siècle. Reihe: Ateliers des Deutschen Historischen Instituts Paris, Band 4. München [Oldenbourg Verlag] 2009. 196 Seiten, 24,80 Euro.

Rezensiert von Gunter Reus

Der Titel ist sprachlich verunglückt – der Sammelband selbst aber durchaus ein Glücksfall für die Kommunikations- wie für die Medienwissenschaft. Für die Kommunikationswissenschaft, weil sie kulturelle Entwicklungslinien in ihrer Datenfixiertheit von sich aus nur selten nachzeichnen mag. In diesem Buch können Mediennutzungsforscher deshalb etwas lernen, zum Beispiel über die einst massenhaft verbreiteten Lichtbilder-Projektionen zur “sozialen Frage” (Ludwig Vogl-Bienek, Trier) oder das “Panorama als nationalen Erlebnisraum” nach 1870/71 (der Münsteraner Historiker Frank Becker). Für eher textanalytisch arbeitende Medienwissenschaftler wiederum ist dieses Buch ein Gewinn, weil es ihre Hermeneutik konsequent historisch (und damit empirisch) erdet. [Mehr]

Sabine Horn: Erinnerungsbilder

Einzelrezension | 4. Dezember 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Sabine Horn: Erinnerungsbilder. Auschwitz-Prozess und Majdanek-Prozess im westdeutschen Fernsehen. Essen [Klartext Verlag] 2010, 300 Seiten, 39,95 Euro.

Rezensiert von Elke Grittmann

Am 12. Mai 2011 wurde der ehemalige KZ-Wachmann John Demjanjuk vom Münchner Landgericht II zu fünf Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord an 28.060 Juden im Vernichtungslager Sobibor verurteilt. Rund 70 Jahre nach dem Holocaust hat auch dieser NS-Prozess noch einmal eine breite mediale Aufmerksamkeit gefunden. Die Aufarbeitung der NS-Verbrechen durch die Justiz stellt nicht nur eine wichtige Quelle für die Geschichtswissenschaft dar, gerade durch die Thematisierung der Prozesse in Beiträgen und Sendungen haben die Medien immer wieder Öffentlichkeit hergestellt und damit das Bild über die NS-Vergangenheit mit geprägt (vgl. Osterloh/Vollnhals 2011). Mit der vergleichenden Untersuchung der Berichterstattung über den Auschwitz-Prozess 1963-1965 (Frankfurt a. M.) und den Majdanek-Prozess 1975-81 (Düsseldorf) im westdeutschen Fernsehen bietet die Historikerin Sabine Horn einen weiteren Einblick in die Wahrmehmung und Ausdeutung der großen Komplexverfahren in den Medien. Horn geht der Frage nach, welche dominante Lesart das Fernsehen von den Prozessen angeboten und wie sich diese Darstellung gewandelt hat. Ihr Interesse gilt dabei insbesondere der visuellen Ebene, den Erinnerungsbildern. [Mehr]

Paddy Scannell: Medien und Kommunikation

Einzelrezension | 3. Dezember 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Paddy Scannell: Medien und Kommunikation. Herausgegeben und eingeleitet von Matthias Berg und Maren Hartmann. Reihe: Wiesbaden [VS Verlag] 2011, 361 Seiten, 29,95 Euro.

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

An deutschsprachigen Einführungen in die Kommunikations- und Medienwissenschaft (wie immer man diese Disziplinen unterscheidet) besteht hier zu Lande kein Mangel, auch die Titelelemente “Medien” und “Kommunikation” sind entgegen der Behauptung von Scannell schon vielfach verwendet, etwa besonders publik vom Funkkolleg Medien und Kommunikation. Da bestätigt sich erneut die oft schon beklagte ungenügende Vernetzung der europäischen Sozialwissenschaften. Meist behandeln diese Einführung systematisch Themen, Untersuchungsfelder und Forschungsbefunde von Kommunikation und Medien oder sie verfolgen chronologisch die einschlägige Fachgeschichte(n) nationaler, weniger internationaler Bandbreite. [Mehr]

Klaus Arnold; Christoph Classen; Susanne Kinnebrock; Edgar Lersch; Hans-Ulrich Wagner (Hrsg.): Von der Politisierung der Medien zur Medialisierung des Politischen?

Einzelrezension | 7. Oktober 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Klaus Arnold; Christoph Classen; Susanne Kinnebrock; Edgar Lersch; Hans-Ulrich Wagner (Hrsg.): Von der Politisierung der Medien zur Medialisierung des Politischen? Zum Verhältnis von Medien, Öffentlichkeiten und Politik im 20. Jahrhundert. Leipzig [Leipziger Universitätsverlag] 2010, 471 Seiten, 32 Euro.

Rezensiert von Philip Baugut

Der vorliegende Sammelband erscheint in mehrerer Hinsicht breit angelegt: Auf fast 500 Seiten wird das vielschichtige und im 20. Jahrhundert überaus wechselvolle “Verhältnis von Medien, Öffentlichkeiten und Politik” untersucht. Am Beginn steht eine theoretische und begriffliche Auseinandersetzung mit der “Medialisierung der Politik” (Teil 1). Es folgen Fallstudien zum Verhältnis von Medien und Politik, wobei beide Hälften des 20. Jahrhunderts beleuchtet werden (Teile 2 und 3). Am Ende findet sich eine Analyse historischer Diskurse zur Medialisierung der Politik (Teil 4). Das ambitionierte Werk ist das Ergebnis einer 2007 veranstalteten Tagung, die (mit der ARD und dem konservativen Seeheimer Kreis der SPD) auch Vertreter jener beiden Seiten unterstützten, deren Verhältnis betrachtet wird. [Mehr]

Francisco Javier Montiel Alafont: Werbegeschichte als Kulturgeschichte

Einzelrezension | 1. Oktober 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Francisco Javier Montiel Alafont: Werbegeschichte als Kulturgeschichte. Spanien 1940–1989. Leipzig [Leipziger Universitätsverlag] 2010, 437 Seiten, 49,- €.

Rezensiert von Friedrich Edelmayer

Francisco Javier Montiel Alafont hat das hier zu besprechende Buch 2007 im Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena als Dissertation eingereicht. Es stellt die erste umfassende Untersuchung zum bezeichneten Thema in deutscher Sprache dar, weshalb das Buch zweifellos Beachtung verdient. In seinem ersten Hauptkapitel gibt der Autor einen allgemeinen Überblick über die spanische Forschung zu den Themenkreisen “Werbung” und “Kultur”, um sich dann in seinem zweiten Hauptkapitel den theoretischen Grundlagen und Analysemodellen einer Werbegeschichte als Kulturgeschichte zu widmen. In seinem dritten Hauptkapitel, das den weitaus umfangreichsten Teil der Arbeit ausmacht, dem empirischen Teil der Untersuchung, geht er dann ausführlich auf konkrete Beispiele ein. [Mehr]

Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze

Einzelrezension | 2. September 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker. Reihe: Erlebnis Wissenschaft. Weinheim [WILEY-VCH Verlag] 2010, 337 Seiten, 24,90 Euro

Rezensiert von Wolfgang R. Langenbucher

Vor über vierzig Jahren tauchte der Name dieses Autors – damals noch Eckart Klaus Roloff – erstmals in der kommunikations- wissenschaftlichen Fachliteratur auf: mit einer umfänglichen Dissertation sowie als Koautor verschiedener wissenschaftlicher Studien aus dem Umkreis des so früh verstorbenen, ersten Ordinarius Günter Kieslich (1924-1971) des damals neu gegründeten Salzburger Publizistikinstitutes. Danach führte ihn seine Karriere noch für ein paar Jahre zu der Studiengruppe “Wissenschaft und Journalismus” am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld, dann für mehr als zehn Jahre in die Praxis des Bundespressamtes (ganz in die Nähe von Walter J. Schütz) und schließlich in den Journalismus – genauer von 1988 bis 2007 in die Leitung des Ressorts Wissenschaft beim (inzwischen als selbständiges Wochenblatt eingegangenen) Rheinischen Merkur. Diese biographischen und fachhistorischen Vorbemerkungen sind geboten, um das hier anzuzeigende Buch einzuordnen: es ist das monographische Werk eines Wissenschaftsjournalisten, der in einer für Aspekte der Geschichte sensiblen Epoche Publizistikwissenschaft studiert hat und diesem Fach bis heute – ausgewiesen durch eine zahlreiche Veröffentlichungen – eng verbunden blieb. [Mehr]

Jürgen Wilke: Personen, Institutionen, Prozesse

Einzelrezension | 25. August 2011 | Redaktion | 2 Kommentare »
Jürgen Wilke: Personen, Institutionen, Prozesse. Fachgeschichtliche Beiträge zur Kommunikationswissenschaft und Medienforschung. Reihe: Theorie und Geschichte der Kommunikationswissenschaft, Band 6. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2010, 256 Seiten, 27,50 Euro.

Rezensiert von Maria Löblich

Jürgen Wilke hat in diesem Band zehn Arbeiten zur Fachgeschichte versammelt, die er in den 1990er und 2000er Jahren geschrieben hat und die an teilweise entlegenen Stellen erschienen sind oder noch gar nicht veröffentlicht wurden. Auch wenn er im Vorwort schreibt, dass er Fachgeschichte nie schwerpunktmäßig betrieben hat, kristallisiert sich durch die Bündelung der Beiträge doch deutlich sein Blick auf die Geschichte der Kommunikationswissenschaft heraus. Das Buch startet mit der Frage, wie dieser “Spätkömmling” unter den akademischen Disziplinen entstanden ist und wie er sich entwickelt hat. In der Zusammenschau geben die Beiträge zwei Antworten: durch Institutionalisierungsprozesse und (auf der ideengeschichtlichen Ebene) durch die US-amerikanische Mass Communication Research. [Mehr]

“Neue Sachen sind und bleiben angenehm.” Aus der Geschichte der Nachrichten

Sammelrezension | 15. Juli 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Andreas Würgler: Medien in der frühen Neuzeit. München [Oldenbourg Verlag] 2009, 174 Seiten, 19,90 Euro.

William Layher; Gerhild Scholz (Hrsg.): Consuming News: Newspapers and Print Culture (1500-1800). Sonderheft der Zeitschrift "Daphnis" (August 2009, Rodopi), 384 Seiten, ca. 90,- Euro.

Christian Meierhofer: Alles neu unter der Sonne. Das Sammelschrifttum der Frühen Neuzeit und die Entstehung der Nachricht. Würzburg [Königshausen & Neumann] 2010, 420 Seiten, 49,80 Euro.

Natascha Adamowsky: Das Wunder in der Moderne. Eine andere Kulturgeschichte des Fliegens. München [Wilhelm Fink Verlag] 2010, 264 Seiten, 49,90 Euro.

Rezensiert von Heiko Christians

Auch die Geschichte und Ordnung der Nachrichten ist Veränderungen unterworfen. Die klassischen 20-Uhr-Nachrichten als Familienzusammenkunft sind vermutlich lange passé. Heute ist es eher der minütlich aktualisierte Liveticker im Internet, der uns an ganz verschiedenen Orten auf dem Laufenden hält. Der Schriftsteller Peter Glaser betonte vor kurzem, dass der digitale Medienfluss dabei sei, “sich in eine Umweltbedingung zu verwandeln”. Wenn man die Nachrichtenlage der Gegenwart wenigstens in eine grobe Ordnung bringen wollte, könnte man sie in einer Linie abfallender Dringlichkeit so anordnen: 1. Sensationen, 2. Katastrophen, 3. Ereignisse, 4. Nachrichten und 5. Informationen. [mehr]

Klaus Arnold; Walter Hömberg; Susanne Kinnebrock (Hrsg.): Geschichtsjournalismus

Einzelrezension | 23. Juni 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Klaus Arnold; Walter Hömberg; Susanne Kinnebrock (Hrsg.): Geschichtsjournalismus. Zwischen Information und Inszenierung. Reihe: Kommunikationsgeschichte, Band 21. Berlin [LIT Verlag] 2010, 320 Seiten, 29,90 Euro.

Rezensiert von Saskia Handro

Angesichts der wiederholt beschworenen Medialisierung oder gar Mediatisierung der Geschichtskultur drängt sich die Frage nach der Eigenlogik geschichtsjournalistischer Wissensproduktion auf. Wenngleich die Herausgeber auf eine theoretische Konzeptionalisierung verzichten, sondern sich eher induktiv dem Phänomenfeld nähern, fokussiert der Band eben nicht allein Medien als Speicher und Zulieferer des kollektiven Gedächtnisses, sondern modelliert in einem weiteren Sinne Geschichtsjournalismus als geschichtskulturelles Teilsystem, das eigenen Regeln folgt. Dabei betreten die Beiträge nicht in jedem Fall Neuland, aber sie führen zentrale, bislang eher getrennt betrachtete Aspekte massenmedialer Geschichtsproduktion zusammen. Schon vorab: Die Vernetzung von Produzenten- und Rezipientenperspektive mit inhaltlichen und formalen Aspekten geschichtsjournalistischen Erzählens gehört zu den Stärken des Bandes. Gerade in Zusammenschau der Beiträge erweisen sich diese systemspezifischen Zusammenhänge als konstitutiv für die Eigenart, Heterogenität und Dynamik geschichtsjournalistischen Erzählens. In forschungsmethodischer Hinsicht stellt jedoch die Vernetzung dieser Perspektiven eine große und bislang selten eingelöste Herausforderung dar. Folglich wenden sich auch die Beiträge dieses Sammelbandes zumeist einzelnen Dimensionen zu. [Mehr]

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