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Christian Pentzold, Peter Gentzel, Wolfgang Reißmann: Was machen Menschen und Medien?

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Als Anfang der 1960er Jahre Elihu Katz, David Foulkes u. a. mit einer eher funktionalistischen Perspektive die vor allem für die demoskopische Mediennutzungsforschung wichtigen Ratings und Publikumswerte in Fokus rückten, relativierten sie nicht nur die bis dato vorrangig geltende Dominanz der kausalistischen Medienwirkungsforschung und attestierten den Rezipienten eine aktive Rolle bei der Mediennutzung und -wahrnehmung, sie generierten auch eine Reihe prominenter Forschungsansätze wie den Uses-and-Gratifications-Approach. Mit dem umgedrehten Motto “Was machen die Menschen mit den Medien?” inspirierten sie einen attraktiven Forschungsimpetus. Wenn nun die Autoren dieser brillianten Skizze zur Begründung einer “praxistheoretischen Perspektive für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung”, dazu einladen, angesichts gänzlich veränderter Verhältnisse über Zusammenhänge zwischen Menschen und Medien neu nachzudenken und damit die paradigmatische Perspektive “ein zweites Mal, vom Kopf auf die Füße zu stellen”, dann wird es sich zeigen müssen, ob die simple Konjunktion “und” dafür ausreicht. Mehr

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Michael Meyen u.a.: Qualitative Forschung in der Kommunikationswissenschaft

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Seit den 1980er Jahren wurde in den Sozialwissenschaften verstärkt über qualitative Methoden diskutiert, nicht zuletzt um die Anstöße der Kritischen Theorie weiterzuführen. Die damals noch recht kleine Publizistik- und Kommunikationswissenschaft begegnete diesem neuerlichen Methodenstreit mit großer Zurückhaltung, wenn nicht mit offener Ablehnung, war sie doch gerade bestrebt, ihre (teils fatale) geisteswissenschaftliche Vergangenheit zu überwinden, die allerdings in München noch lange verteidigt wurde, und sich als strikte Sozialwissenschaft zu erfinden. Mehr

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Ulrike Bartholomäus: Die Kunst, gute Gespräche zu führen

Rezensiert von Helmut Ebert

Einzelrezension
Das vorliegende Buch will die Kunst des guten Gesprächs vermitteln. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in Kapitel 1 die Grundlagen vermittelt: “Was wir für ein gutes Gespräch brauchen“. Wir erfahren, dass wir dafür “Vertrauen“, “Empathie“, “Aufmerksamkeit“ und “Wertschätzung“ benötigen. Eine “Checkliste Gesprächsvorbereitung“ rundet die Einführung ab. Mehr

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Werner Wirth, Katharina Sommer, Martin Wettstein, Jörg Matthes (Hrsg.): Qualitätskriterien in der Inhaltsanalyse

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Qualitätskriterien der InhaltanalyseEinzelrezension
Als “zentrale“ sozialwissenschaftliche Methode gilt die Inhaltsanalyse besonders für die Kommunikationswissenschaft, sie habe sogar “eine legitimatorische wie auch konstituierende Funktion für die Disziplin“ (9), so die Herausgebenden in ihrem Vorwort für diesen Sammelband, der auf die Jahrestagung der Fachgruppe Methoden der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) im Jahr 2012 zurückgeht. Daher müssen die Reflexion wie die (Weiter-)Entwicklung dieser Methode nachdrücklich betrieben werden, zumal sich infolge des digitalen Wandels zum einen ihr Gegenstand, die Medieninhalte, gründlich verändern, diffuser, flüchtiger, aber auch multimedial komplexer werden und sich zum anderen neue Verfahren wie die automatische Inhaltsanalyse anbieten. Mehr

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Ulrike Röttger, Joachim Preusse, Jana Schmitt: Grundlagen der Public Relations

Rezensiert von Ralf Spiller

Grundlagen der Public RelationsEinzelrezension
Sobald der Wissensstand einer Disziplin zunimmt, werden die Lehrbücher immer dicker. Das gilt auch für das Berufsfeld Public Relations. So umfassen die beiden Lehrbücher von Kunczik (2010) und Mast (2012), beide in fünfter Auflage erschienen, bereits über 500 Seiten. Handbücher, die versuchen das aktuelle Wissen des Fachs zusammenzufassen, sind häufig noch voluminöser: Das Werk von Bentele/Fröhlich/Szyska (2012) hat über 600 Seiten, das aktuell neu erschienene Werk von Zerfaß/Piwinger (2014) gar über 1400 Seiten. Mehr

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Manuel Thomä: Der Zerfall des Publikums

Rezensiert von Katja Mehlis

Der Zerfall des PublikumsEinzelrezension
Manuel Thomä legt mit dem Buch Der Zerfall des Publikums – Nachrichtennutzung zwischen Zeitung und Internet ein Werk vor, das sich im Schnittfeld zwischen Rezeptions- und Journalismusforschung bewegt. Der Fokus der 275 Seiten starken Arbeit liegt entsprechend ihres Titels freilich auf dem Publikum und der Fragmentierungsthese. Mehr

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Katrin Weller, Axel Bruns, Jean Burgess, Merja Mahrt, Cornelius Puschmann: Twitter and Society

Rezensiert von Sonja Utz

Twitter and SocietyEinzelrezension
Auch wenn Twitter nicht so beliebt ist wie Facebook, hat es in den acht Jahren seit seiner Gründung doch erheblich an Popularität gewonnen: 241 monatlich aktive Nutzer posten täglich 500 Millionen Tweets. Die Faszination von Twitter liegt auch darin, dass es auf so viele verschiedene Weisen genutzt werden kann – um in Kontakt mit Freunden und Bekannten zu bleiben, um Events (z. B. Tagungen) zu folgen, als Nachrichtenmedium oder als zweiter Bildschirm beim Fernsehen. Stars und Politiker können das Medium nutzen, um sich selbst zu profilieren oder den Dialog mit Fans oder Bürgern anzugehen. Auch in der Unternehmenskommunikation spielt Twitter eine zunehmend bedeutendere Rolle. Der Sammelband twitter and society, herausgegeben von Katrin Weller, Axel Bruns, Jean Burgess, Merja Mahrt und Cornelius Puschmann, widmet sich all diesen Aspekten und deckt den Themenbereich dadurch in seiner gesamten Breite ab. Mehr

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Thomas Wiedemann, Michael Meyen: Pierre Bourdieu und die Kommunikationswissenschaft

Rezensiert von Martin R. Herbers

Wiedemann_Pierre Bourdieu und die KommunikationswissenschaftEinzelrezension
In Zeiten, in denen sich die deutsche Kommunikationswissenschaft um Fragen der Methodenausbildung ihrer Studierenden kümmert, methodologische Aspekte in den Blick nimmt und – wie von Lance W. Bennett in der Keynote zur Jahrestagung der DGPuK 2013 in Mainz gefordert wurde – sich nun der Analyse von Big Data annimmt, scheint eine Beschäftigung mit theoretischen Aspekten eher nachrangig. Der Band von Thomas Wiedemann und Michael Meyen ist zu dieser Mode eine wohltuende Ausnahme. Mehr

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Margreth Lünenborg, Tanja Maier: Gender Media Studies

Rezensiert von Katrin Horn

Gender Media StudiesEinzelrezension
Wie der Untertitel nahelegt, versteht sich Gender Media Studies als ein einführendes Werk, das sich zunächst an Studierende richtet, die sich erstmals dem Bereich der genderorientierten Medienwissenschaft annähern. Dabei machen die Autorinnen gleich zu Beginn klar, dass auch der englische Titel insofern Programm ist, als das Buch die im deutschsprachigen Raum übliche Trennung zwischen der eher empirisch ausgerichteten Kommunikationswissenschaft und der in den Geisteswissenschaften angesiedelten Medienwissenschaft zu Gunsten einer interdisziplinären anglo-amerikanischen Herangehensweise aufgibt. So soll das Buch einen Einblick in eine “transdisziplinär ausgerichtete Geschlechterforschung” gewähren, die sich gleichermaßen mit “Medien, Kommunikation und Öffentlichkeit” (8) befasst. Mehr

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Thomas Wiedemann: Walter Hagemann

Rezensiert von Erik Koenen

Hagemann_onlineEinzelrezension
Unter den tragenden, ja treibenden Wissenschaftlerpersönlichkeiten, die nach 1945 die im NS-Staat in jedweder Weise diskreditierte, ramponierte und vernutzte Vorläuferdisziplin der heutigen Kommunikationswissenschaft, die Zeitungswissenschaft, entideologisierten und als Wissenschaft von der Publizistik in die Nachkriegsgesellschaft hinüberretteten, spielte Walter Hagemann (1900-1964) eine herausragende Rolle. Mehr

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