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Markus Tausendpfund (Hrsg.): Empirische Studien lesen

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension

Empirische Studien gehören für die meisten Sozialwissenschaftler*innen zum täglich Brot. Derlei Studien zu verstehen, richtig einzuordnen und bewerten zu können, ist wichtig und sollte Teil jeder sozialwissenschaftlichen Ausbildung sein. In der Praxis wird ein solches Verständnis an Hochschulen jedoch eher implizit als explizit vermittelt. So kommt es, dass Studierende in Abschussarbeiten häufig auf fragwürdige Studien Bezug nehmen oder sogar ihre eigene Analyse auf solchen aufbauen.
Es ist daher sehr gut, dass es nun eine Publikation gibt, die dabei helfen soll, empirische Studien richtig zu lesen. Mehr

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Elke Grittmann, Felix Koltermann (Hrsg.): Fotojournalismus im Umbruch

Rezensiert von Julian J. Rossig

Einzelrezension

Nach dem 2008 veröffentlichten Werk Global, lokal, digital: Fotojournalismus heute, das ohne Übertreibung als Meilenstein der Journalismusforschung gelten darf, legt Elke Grittmann nun gemeinsam mit Felix Koltermann einen Folgeband vor: Fotojournalismus im Umbruch – hybrid, multimedial, prekär vereint 18 Beiträge aus Wissenschaft und Praxis zu einem facettenreichen und aktuellen Blick auf den Berufsstand der FotojournalistInnen. In vier Kapiteln beleuchten die 14 AutorInnen den digitalen Bildermarkt, Fotojournalismus als Profession, aktuelle bildredaktionelle Praktiken sowie den Wandel fotojournalistischer Darstellungsformen. In dieser außergewöhnlichen thematischen Breite wird der Anspruch erkennbar, das nächste Standardwerk zu schaffen. Mehr

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Jan-Felix Schrape: Digitale Transformation

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Entgegen schon vielfach behaupteter Gewissheiten und vorgeblich stringenter Zeitdiagnosen über die digitale Gesellschaft (oder ihren diversen Epitheta) geht dieses techniksoziologische “Studienbuch” des Stuttgarter Sozialwissenschaftlers von offenen Prozessen der digitalen Transformation, von vielfältigen Veränderungen mit nur vorläufig “erkennbaren Dynamiken und Ambivalenzen” eines “langfristigen Verknüpfungszusammenhang von Technik und Gesellschaft” aus. Dessen Ausgang, Tragweite, Struktur und Konfiguration sind noch nicht, wohl niemals abgeschlossen und eindeutig, geschweige denn, dass sie in eine “abgeschlossene Theorie der Digitalisierung” gefasst werden können. Vielmehr dürfte es immer wieder auch unerwartete Rekonfigurationen, Umwege, Sackgassen und plötzliche Innovationen geben wie seither in der Technikentwicklung. Mehr

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Wilhelm Kempf: Friedensjournalismus

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension

Der Begriff des Friedensjournalismus taucht bereits um 1900 zum ersten Mal auf, die sozialwissenschaftliche Forschung beschäftigt sich seit etwa 25 Jahren mit dem Konzept. Doch was genau ist Friedensjournalismus? Ein Journalismus über den Frieden? Ein normatives Konzept, wie Berichterstattung erfolgen sollte? Oder vielleicht noch etwas anderes? Kempfs kurzes Buch bringt Licht ins Dunkel. Der Band beginnt mit einem Kapitel von Sonja Kretzschmar und Annika Sehl, in dem die beiden Autorinnen verschiedene Ansätze des Friedensjournalismus aufzeigen und in die bisherige Journalismusforschung einordnen. Mehr

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Astrid Blome, Tobias Eberwein, Stefanie Averbeck-Lietz (Hrsg.): Medienvertrauen

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
In den Jahren 2014/15, mit der (ersten) Ukraine-Krise und den mächtigen Fluchtbewegungen – so ist vielfach zu lesen – kam in Deutschland der Vorwurf der “Lügenpresse” auf. Die liberalen Mainstream-Medien wurden wegen ihrer angeblichen Desinformation und Manipulation vor allem von rechten Protagonisten wie Pegida u. a. angegriffen, es grassierten unhaltbare Vorwürfe über Fake News und Verschwörungsmythen besonders im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf und es häuften sich Anfeindungen, Diffamierungen und Verrohungen (Hate Speech) im Netz. Letztlich gerieten die anerkannten Medien unter enormen Legitimationsdruck. Das bislang für fast selbstverständlich gehaltene Vertrauen in die Qualitätsmedien und in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sank; Medienkritik wurde vielfach Systemkritik. Mehr

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Michael Seemann: Die Macht der Plattformen

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Am Anfang, 1999/2000, war Napster, der Filesharing-Dienst, der frei verfügbare Songs im Internet einsammelte und für User*innen bis zu seinem per Gericht entschiedenen Ende 2001 verfügbar stellte. Zu ihm kehrt der medien- und kulturwissenschaftliche Autor Michael Seemann in dieser ursprünglich als Dissertation an der Universität Tübingen eingereichten, umfangreichen Arbeit immer wieder zurück, weil Napster auf dem heute gängigen P2P-Prinzip beruhte und damit als exemplarischer Pionier schon wie “eine Plattform” fungierte, “bevor man den Begriff dafür gebrauchte”. Gewissermaßen ist Napster die “Linse”, in der sich die Geschichte und die hier vorgelegte(n) Theorie(n) der Plattformen fokussiert, eine Darstellung, die mit vielen kulturgeschichtlichen Anleihen und Analogien operiert, eine Fälle von Details, Anekdoten, aber auch von theoretischen Paradigmen aufbietet, manche Um- und Abwege durch die Innovations- und Technologiegeschichte nicht scheut, aber dadurch insgesamt ein faszinierendes, enorm detailreiches und zugleich anschauliches Tableau der heute so mächtigen Plattformen entwickelt, wie es seinesgleichen sucht aber auch den Leser*innen einiges abverlangt. Mehr

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Malte G. Schmidt: Systemvertrauen und Journalismus im Neoliberalismus

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Misstrauen, ja Feindseligkeit und Aggressivität gegenüber staatlichen Institutionen, Skepsis, wenn nicht gar Ignoranz und Verachtung gegenüber den etablierten Medien und blindes Vertrauen in ideologische, verfälschende Plattformen haben sich bei bestimmten Bevölkerungsgruppen in den westlichen Demokratien tief eingegraben und verfestigen sich, auch wenn sie sich womöglich nicht weiter verbreiten. Da greift man gespannt zu einer überarbeiteten Dissertation aus Münster, die im Titel mit markanten, vielversprechenden Kategorien auffällt und wenigstens in der Einleitung auf deren Aktualität und Omnipräsenz hinweist: “Vertrauenskrisen haben Konjunktur” (11), und zwar in allen Bereichen, in persönlichen, wirtschaftlichen, politischen, bei Klima und Gesundheit etc. Mehr

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Marlis Prinzing, Roger Blum (Hrsg.): Handbuch Politischer Journalismus

Rezensiert von Sascha Thürmann

Einzelrezension

Mit dem Handbuch Politischer Journalismus wagen Marlis Prinzing und Roger Blum nach eigener Aussage das “Experiment”, den Politischen Journalismus in modernen, europäischen Demokratien gesamthaft darzustellen. Dass das angesichts der Vielfalt und der zentralen Bedeutung des Politischen Journalismus eine große Herausforderung darstellt, steht außer Frage. Denn bislang fehlt es im deutschsprachigen Raum an vergleichbaren Publikationen, wie die Herausgeber:innen auch selbst ausführen (vgl. 20). Mit 124 Autorinnen und Autoren und fast 900 Seiten bietet das Buch nun eine bemerkenswerte Anzahl an aktuellen Beiträgen zu Theorien, Geschichte, Aufgabenfeldern und Merkmalen des Politischen Journalismus. Mehr

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Jennifer Wladarsch: Metakommunikation und die Qualität des Journalismus

Rezensiert von Fabian Prochazka

Einzelrezension
In digitalen Öffentlichkeiten steht das journalistische Angebot nicht mehr für sich allein. Wie Muscheln an einen Schiffsrumpf kleben sich nutzergenerierte Inhalte an Nachrichten: Kaum ein Artikel findet seine Leser:innen ohne Kommentare, Like-Zahlen oder eine freundliche Empfehlung aus der Familien-WhatsApp-Gruppe. Wie prägt diese ‘Metakommunikation’ die Qualitätsurteile von der Rezipient:innen? Was macht es mit unserer Wahrnehmung vom Journalismus, wenn er uns ständig gemeinsam mit Meinungen anderer Menschen präsentiert wird? Mehr

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Martina Bachor, Theo Hug, Günther Pallaver (Hrsg.): DataPolitics

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

DataPolitics ist gewiss ein smarter, eindrücklicher Terminus. Gleichwohl bleibt er unscharf, wenn nicht beliebig, nach der Lektüre dieses Sammelbands: Meint er etwa das intransparente, gefährliche Datenmanagement besonders der internationalen IT-Konzerne (wozu gern auch die Studie S. Zuboffs vom Überwachungskapitalismus angeführt wird)? Oder meint er die mehr oder weniger wirksamen Regelungsversuche von EU und Nationalstaaten, um die unkontrollierten Datenströme und -aneignungen einigermaßen gesetzlich zu regeln und unter Kontrolle zu bringen? Oder meint er die verzweifelten Bestrebungen vieler zivilgesellschaftlicher Initiativen, Alternativen zur kommerziellen Datenherrschaft der Konzerne zu entwickeln, die meist allenfalls in Nischen vorankommen? Oder meint er alles (und noch einiges mehr) zugleich? Mehr

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