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Stefan Stumpp, Daniel Michelis, Thomas Schildhauer: Social Media

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Mittlerweile schon in der 5. Auflage erscheint das vorliegende Handbuch Social Media, das vorwiegend von Lehrenden und Mitarbeiter*innen der Hochschule Anhalt bestritten wird. Die Herausgeber annoncieren eine vollständig aktualisierte und erweiterte Auflage, die in einem neuen Teil IV um die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimabewusstsein ergänzt wird. Auch aktuelle Themen wie digitale Verantwortung von Unternehmen, Generative Künstliche Intelligenz, Cancel Culture, Zukunftsforschung, Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche, Authentizität, New Work und Influencer Marketing werden berücksichtigt. Sie hoffen damit “den Zeitgeist zu treffen und einen bewussten Umgang mit Sozialen Medien zu fördern”. Doch den anerkannten Kriterien eines Handbuchs, nämlich möglichst sachlich, aktuell und systematisch zu informieren, genügt auch diese Ausgabe allenfalls partiell. Denn es überwiegt ein betriebswirtschaftlich-kommerzieller Bias mit praxeologischen Intentionen. Bevorzugte Adressaten sind Unternehmen, die soziale Medien für ihre Marketingstrategien optimieren (sollen), statt der Milliarden privater User*innen weltweit, deren ausufernde Nutzung inzwischen zahlreiche gesellschaftliche Probleme verursacht und allenthalben auf politische Restriktionen drängt. Mehr

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Alfred Ludovic Fellner: Lösungsorientierter Fotojournalismus

Rezensiert von Beatrice Dernbach

Einzelrezension

In vielen aktuellen medienwissenschaftlichen Publikationen wird die Welt auffällig ähnlich dargestellt: Sie ist düster, von Krisen bestimmt, der Klimawandel liegt über allem und Lösungen sind nicht in Sicht. Medien und Journalismus verstärken die Stimmung eher noch. Auch die veröffentlichte Dissertationsschrift von Alfred Ludovic Fellner setzt mit diesem Szenario ein. Es dient ihm als Folie, um die Potenziale eines lösungsorientierten Fotojournalismus empirisch zu untersuchen. Bevor der Blick in das etwa 170 Seiten umfassende Buch geworfen wird, sind ein paar Anmerkungen zum Autor wichtig. Mehr

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Susanne Vollstädt: Online-Schülerzeitungen

Rezensiert von Gabriele Hooffacker

Einzelrezension

Welche journalistische Qualität haben Schülerzeitungen? Gibt es überhaupt ein Qualitätsbewusstsein in den Redaktionen? Als ich etwa 1976 begann, Seminare für die “Junge Presse Bayern e. V.”, den Verband der bayerischen Schüler- und Jugendpresse, zu halten, stand ich genau vor diesem Dilemma. Sollten, müssten sich die Schülerinnen und Schüler an den Regeln für den Zeitungsjournalismus orientieren, oder war das zu viel verlangt? Und wie zum Teufel sollte man herausfinden, welche Regeln das überhaupt waren? Schließlich stieß ich auf ein Buch, das nicht nur zur Grundlage für unsere Schülerpresse-Seminare wurde, sondern später auch für meine eigenen Lehrbücher. Es stammte von Walther von La Roche, vormals Leiter des Jugendfunks beim Bayerischen Rundfunk, und hieß Einführung in den praktischen Journalismus. Bis in die Nullerjahre hinein war es in seinen weiteren Auflagen Grundlage bei meinen Seminaren auch für die Jugendpresse Sachsen zur “Schülerzeitung im Internet”. 2026 ist nun bei Springer VS eine Dissertation erschienen, die Antworten auf meine damaligen Fragen gibt. Und diese Dissertation macht das nicht nur methodisch ganz ausgezeichnet, sondern lenkt den Blick auch auf ein lange vernachlässigtes Forschungsfeld der Geschichte von Journalismus und Journalistik. Mehr

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Fabian Goldmann: Staatsräsonfunk

Rezensiert von Sabine Schiffer

Einzelrezension

Fabian Goldmann legt mit seinem Buch Staatsräsonfunk eine hervorragende Auswertung der deutschen Nahostberichterstattung vor. Seine Datensammlung und quantitativ-empirische Analyse decken schonungslos Einseitigkeiten, Auslassungen und Verfälschungen im deutschen Nachrichtenjournalismus zu Israel-Palästina auf. Dabei stellt Goldmann diese Befunde jenen Ansprüchen gegenüber, die eine demokratische Gesellschaft gegenüber ihren Informationsmedien erhebt: dem Pressekodex, den Medienstaatsverträgen sowie den selbst formulierten Maßstäben einiger Medienhäuser. Goldmann untersucht akribisch Fragen des Wordings, das Ausblenden wichtiger Fakten und Kontexte sowie die unhinterfragte Übernahme israelischer Pressestatements an prominent-aufmerksamkeitsrelevanten Stellen wie in Titeln. In den Mittelpunkt stellt er dabei die dpa sowie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk – respektive die tagesschau. Mehr

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Georg Fülberth : »…dem liberalen Schwindel ein Ende zu machen«

Rezensiert von Horst Pöttker

Einzelrezension

Georg Fülberth, einer der ewigen Linken in der deutschen Sozial- und Politikwissenschaft, Schüler und Nachfolger von Wolfgang Abendroth in Marburg, anfangs SPD- und danach DKP-Mitglied, publiziert ungeachtet seiner 86 Jahre immer noch beachtliche Schriften zur »Kapitalistik«, wie er sein interdisziplinäres Forschungsgebiet nennt. Sein jüngstes Buch widmet sich der ein Jahr währenden publizistischen Zusammenarbeit zwischen Wilhelm Liebknecht, dem im August 1900 im Alter von 74 Jahren unerwartet gestorbenen Chefredakteur des SPD-Zentralorgans Vorwärts in seinem letzten Lebensjahr, und dem zu der Zeit 25-jährigen Wiener Journalisten Karl Kraus, der gerade seine Zeitschrift Die Fackel gegründet hatte, in der er dann weitere 36 Jahre fast als Alleinautor die liberale Presse sprachkritisch und politisch aufs Korn nehmen sollte. Mehr

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Jana Rick: Ausstieg aus dem Journalismus

Rezensiert von Beatrice Dernbach

Einzelrezension

Dieses Buch von Jana Rick stand ganz oben auf der persönlichen Leseliste. Nicht, weil es mit dem Promotions-Förderpreis des Verlags ausgezeichnet worden ist. Sondern weil es spannende Einsichten von Menschen versprach, die – wie die Rezensentin vor vielen Jahren – den Journalismus beziehungsweise eine Medienredaktion verlassen haben. Eine Erkenntnis vorab: Der Großteil der Befragten wechselte nicht in völlig andere Berufsfelder, sondern blieben in der Kommunikationsbranche, wo sie ihre Kompetenzen weiterhin einsetzen können. Die Studie von Jana Rick ist rundum gelungen und von großem Wert, sowohl für die Journalismusforschung als auch die Medienorganisations- und Personalentwicklungspolitik – sofern diese überhaupt strategisch existiert. Mehr

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Klaus Dörre, Steffen Liebig, Kim Lucht, Johanna Sittel, Lennart Michaelis (Hrsg.): Umkämpfte Transformation

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Obwohl Transformation als Vokabel ständig in aller Munde ist, besonders bei Politikern und Wirtschaftslenkern, gibt es zu ihren konkreten Umsetzungen erst wenige Forschungsarbeiten. Die Jenaer Studien, die sich auf den sozial-ökologischen und digitalen Umbau der Arbeitswelt konzentrierten, haben in verschiedenen Teams und Projektzusammenhängen in zehnjähriger Arbeit diverse Konflikte dieses Umbruchs herausgearbeitet. Der vorliegenden Band zieht eine Bilanz dieser Forschungen und bildet mit dem Ausscheiden des Initiators, Klaus Dörre, einen vorläufigen Abschluss dieser erfolgreichen interdisziplinären Kooperation. Allerdings steht er auch unter dem Menetekel eines drohenden Rollbacks, den das Team einleitend thematisiert. Mehr

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Horst Pöttker: Beruf zur Öffentlichkeit

Rezensiert von Beatrice Dernbach

Einzelrezension

Carsten Brosda und Daniel Müller haben ihrem Mentor Horst Pöttker ein außergewöhnliches Geschenk gemacht: Ihr Band vereint nicht Reminiszenzen von zwei Dutzend Weggefährten, sondern 18 Beiträge, die der Wissenschaftler selbst verfasst hat. Ein Format, das seiner beruflichen Ernsthaftigkeit und seinem Ethos bemerkenswert gerecht wird; es ermöglicht den tieferen Blick in die Jahrzehnte seines wissenschaftlichen Denkens. Die Auswahl ist den beiden Herausgebern sicher nicht leicht gefallen. Sie haben die 18 Publikationen in vier Kapitel unterteilt: 1. Theorie des Journalismus, 2. Journalistische Berufsethik, 3. Geschichte des Journalistenberufs und 4. Zukunft des Journalistenberufs. Eine kleine kritische Anmerkung vorab, um einmal erwähnt und damit abgehakt zu sein: Dass die bibliografischen Erstverweise gesammelt am Ende stehen statt direkt bei den Beiträgen, erschwert die Orientierung. Auch verzichten Brosda und Müller darauf, die Texte in ihren historischen oder wissenschaftstheoretischen Kontext einzuordnen. Ihre Einleitung dient daher als zentrale Orientierungshilfe – und erfüllt diese Aufgabe solide. Mehr

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Christian Pentzold, Peter Gentzel, Wolfgang Reißmann: Was machen Menschen und Medien?

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Als Anfang der 1960er Jahre Elihu Katz, David Foulkes u. a. mit einer eher funktionalistischen Perspektive die vor allem für die demoskopische Mediennutzungsforschung wichtigen Ratings und Publikumswerte in Fokus rückten, relativierten sie nicht nur die bis dato vorrangig geltende Dominanz der kausalistischen Medienwirkungsforschung und attestierten den Rezipienten eine aktive Rolle bei der Mediennutzung und -wahrnehmung, sie generierten auch eine Reihe prominenter Forschungsansätze wie den Uses-and-Gratifications-Approach. Mit dem umgedrehten Motto “Was machen die Menschen mit den Medien?” inspirierten sie einen attraktiven Forschungsimpetus. Wenn nun die Autoren dieser brillianten Skizze zur Begründung einer “praxistheoretischen Perspektive für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung”, dazu einladen, angesichts gänzlich veränderter Verhältnisse über Zusammenhänge zwischen Menschen und Medien neu nachzudenken und damit die paradigmatische Perspektive “ein zweites Mal, vom Kopf auf die Füße zu stellen”, dann wird es sich zeigen müssen, ob die simple Konjunktion “und” dafür ausreicht. Mehr

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Lutz Hachmeister: Hitlers Interviews

Rezensiert von Martina Thiele

Einzelrezension

Der plötzliche und viel zu frühe Tod des Kommunikationsforschers, Publizisten, Dokumentarfilmers und Medienkritikers Lutz Hachmeister hat 2024 nicht nur diejenigen erschüttert, die ihn persönlich kannten. In vielen Nachrufen hieß es, dass “wir”, die bundesdeutsche Gesellschaft, kritische Wissenschaftler wie ihn “gerade in diesen Zeiten” dringend bräuchten. Zumal, so möchte ich ergänzen, seine Gegenwarts-Analysen immer von profundem Geschichtswissen getragen waren. Davon zeugt auch das letzte Buch, das kurz nach seinem Tod im Herbst 2024 erschienen ist. Hitlers Interviews: Der Diktator und die Journalisten bietet eine umfassende Analyse der über 100 Interviews, die Adolf Hitler zwischen 1922 und 1944 ausländischen Journalisten und einigen wenigen Journalistinnen gewährte. Lutz Hachmeister untersucht, wie Hitler und seine Helfer im Außen- und im Propagandaministerium diese Gespräche strategisch nutzten für die Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie, aber auch zu tagespolitischen Zwecken. Mehr

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