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Stefan Joller: Skandal und Moral

Rezensiert von Steffen Burkhardt

Einzelrezension
Im Zentrum von Skandalen stehen Zustände, Entwicklungen oder Verhaltensweisen, die öffentlich als moralische Normverstöße etikettiert werden und gesellschaftliche Empörung evozieren. Damit sind Skandale nicht – wie in alltäglichen Zusammenhängen und lange Zeit auch im wissenschaftlichen Kontext angenommen – Normverstöße, sondern Kommunikationsprozesse, in denen Moral gesellschaftlich ausgehandelt und aktualisiert wird. Während dieser Aushandlungsprozesse, in denen der Journalismus nach wie vor diskursprägend operiert und mit Blick auf seine medialen Dynamiken gut erforscht worden ist, hat die Skandalforschung ihren moralischen Nukleus vernachlässigt. An diesem blinden Fleck setzt nun der Soziologe Stefan Joller an, der durch die Analyse moralsoziologischer Ansätze das Zusammenspiel von Skandal und Moral untersucht. Mehr

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Michael Jäckel, Gerrit Fröhlich, Daniel Röder: Medienwirkungen kompakt

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Dass Medien wirken, ist eine kaum mehr bezweifelte Binse, sowohl für das Laien- als auch für das wissenschaftliche Verständnis. Nur wie, wodurch und worauf sie dies tun und wie man dies zumindest annähernd identifizieren und analysieren kann, darüber diskutieren und streiten die wissenschaftlichen Disziplinen, zumal es recht viele sind, die sich bei dem diffusen Gegenstandsfeld aufgerufen sehen. Neben der primär angesprochenen Kommunikationswissenschaft sind es, seit Medien fast omnipräsent sind, alle Sozialwissenschaften, vor allem Psychologie, Sozialpsychologie und Soziologie, aber auch andere Geisteswissenschaften wie Medienwissenschaft, die Literatur- und Sprach- sowie die Geschichtswissenschaft. Und jede von ihnen hat ihre eigenen Erkenntnisinteressen, Zugänge und Methoden, mit einem engen oder einem weiten Begriff von Wirkung, einem ausschließlich empirischen oder auch heuristischen Ansatz, um die weitesten Pole zu markieren. Mehr

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Vincent Fröhlich, Lisa Gotto, Jens Ruchatz (Hrsg.): Fernsehserie und Literatur

Rezensiert von Jonas Nesselhauf

Einzelrezension
Als Richard Kämmerlings einst The Wire (2002–2008) in der FAZ als einen “Balzac für unsere Zeit” bezeichnete und Kolumnist Joe Klein gar den Literaturnobelpreis für die Serie forderte, spielte dies auf ein spannendes Medienverhältnis (und vielleicht auch Medienmissverständnis) an. Denn die neuen und komplexen Serien des “Quality Television” scheinen die Prinzipien des seriellen Erzählens von der Literatur auf die Mattscheibe zu übertragen: Ähnlich wie in den ‘großen’ Romanen des 19. Jahrhunderts werden die ausufernden Handlungsbögen in Formaten wie The Wire quasi ‘portioniert’, und dennoch entsteht hier das gesellschaftliche Panorama von Baltimore in einer enzyklopädischen Breite, ähnlich wie im Falle von Balzacs Frankreich oder Dickens’ London. Mehr

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Giovanna Dell’Orto, Irmgard Wetzstein (Hrsg.): Refugee News, Refugee Politics

Rezensiert von Gabriele Hooffacker

Einzelrezension
Dass das Thema Flucht in den Medien und das Verhältnis der europäischen Gemeinschaft zu den Geflüchteten den politischen Diskurs bis heute prägen würde, war zu Beginn des Jahres 2015 nicht abzusehen. Bis zur Neujahrsnacht veränderten sich die gesellschaftliche Einschätzung und die Medienresonanz jedoch grundlegend. Die Begrifflichkeiten “Flüchtlingskrise” sowie das Framing von Flucht und Migration als Sicherheitsproblem der europäischen Länder legen davon Zeugnis ab. Damit ist das Thema prädestiniert für Forschungen rund um politische Ereignisse und die Dynamik von Medien und Gesellschaft. Mehr

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Klaus Sachs-Hombach, Bernd Zywietz (Hrsg.): Fake News, Hashtags & Social Bots

Rezensiert von Guido Keel

Einzelrezension
Im Sammelband Fake News, Hashtags & Social Bots nehmen sich neun Autoren dem Phänomen von strategischen Falschmeldungen, oder eben Fake News, zur politischen Propaganda auf Social Media vor. Das Buch ist das Ergebnis einer Tagung mit dem gleichen Titel am Institut für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Die Autorenschaft ist aber vielfältiger, als man es bei einer Fachkonferenz erwarten würde: Neben Medien- und Kommunikationswissenschaftlern trugen auch Mitarbeitende eines Instituts für Ethnologie und Afrikastudien, eines Lehrstuhls für praktische Philosophie zum Buch bei, zudem eine Marketing Managerin, ein Motion Designer und ein Digital Transformation Strategist aus der Privatwirtschaft. Entsprechend vielfältig sind die Zugänge zum Thema. Mehr

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Edson C. Tandoc Jr.: Analyzing Analytics

Rezensiert von Stephan Mündges

Einzelrezension
Worauf klicken Nutzer? Wie viel Zeit verbringen sie mit einem Artikel? Schauen sie ein Video bis zum Ende? Im Digitalen lässt sich die Nutzung von Inhalten genaustens messen. Als Schlagwort dafür hat sich der Begriff ‘Analytics’ etabliert. Auch Journalisten greifen auf Daten zurück, die ihnen mehr darüber erzählen, wie viele User ihre Seite ansteuern, wie häufig welcher Artikel gelesen wird oder wie intensiv Nutzer mit einem Post auf Facebook interagieren. Seit gut einem Jahrzehnt befasst sich auch die Journalismusforschung intensiv damit, wie Journalisten diese neuen Möglichkeiten nutzen und wie sie den Journalismus verändern. Mehr

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Yoel Cohen (Hrsg.): Spiritual News

Rezensiert von Nigjar Marduchaeva

Einzelrezension
“Coruption, political intrigue, sex, violence, and fiscal irregularities make good religion news” (21). Zugespitzt, aber durchaus treffend beschreibt Yoel Cohen – in Anlehnung an “only bad news are good news” – die gängige Vorstellung von Religionsjournalismus. Dass das Thema deutlich facettenreicher ist als dieser Satz suggeriert, demonstriert der vorliegende Sammelband in insgesamt 19 Beiträgen. Worauf fokussiert sich die Berichterstattung, wodurch wird sie inhaltlich gelenkt und welche Einflussfaktoren bestimmen ihren Tenor? Diesen und anderen Fragen geht Spiritual News nach. Mehr

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Ingrid Stapf, Marlis Prinzing, Nina Köberer (Hrsg.): Aufwachsen mit Medien

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Reflektiert und diskutiert man heutzutage, in der womöglich noch anfänglichen Phase der digitalen Entwicklung, wie Kinder und Jugendliche mit ihr, in ihr und auch sie selbst realisierend aufwachsen, dürften viele Dimensionen und Aspekte präsent werden – mutmaßlich auch solche, die dem vielfach beschworenem, radikalem Wandel gerecht werden. Und sicherlich sind dabei auch normative Entscheidungen zu fällen und Erziehungsfragen zu lösen, allerdings auf der Höhe der Zeit – was bei vorliegendem Reader nur selten der Fall ist. Mehr

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Franzisca Schmidt: Populistische Kommunikation und die Rolle der Medien

Rezensiert von Philipp Müller

Einzelrezension
Die Themenwahl für monographische Promotionsprojekte ist ein Thema für sich. Da sich ein Buchprojekt im Laufe mehrerer Jahre entwickeln muss, sollte es nicht auf kurzfristige Trends und “Modethemen” bauen. Gleichzeitig ist die Entwicklung gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Aufmerksamkeitszyklen nur bis zu einem gewissen Grad prognostizierbar. So kann es sein, dass eine Fragestellung in der Planungsphase eines mehrjährigen Projekts als hoch relevant gilt, bei Veröffentlichung des Werkes jedoch bereits aus dem Fokus gerückt ist. Umgekehrt kann ein Themenfeld im Laufe der Arbeit an einer Dissertation richtig Fahrt aufnehmen, ohne dass dies zu Beginn der Arbeiten klar absehbar gewesen wäre. Mehr

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Astrid Zipfel: Wirkungstheorien der Medien- und-Gewalt-Forschung

Rezensiert von Jörn Ahrens

Einzelrezension
Medien wirken. Über diesen Umstand sind sich alle einig. Aber was das bedeutet, was für Konsequenzen Medienwirkung zeitigt, wie sie zu beurteilen ist und ob sie überhaupt gemessen werden kann, daran scheiden sich die Geister. Das Verhältnis von Medien und Gewalt ist schon lange Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und regelmäßig auch Thema öffentlicher, teilweise sehr breitenwirksamer Debatten. Einen wichtigen Strang nimmt hier ganz gewiss die sogenannte Medienwirkungsforschung ein, die sich mit der Wirkung von Medieninhalten auf deren Rezipienten befasst, wobei die Auseinandersetzung mit Inszenierungen von Gewalt in den verschiedenen Medienformaten sicher einen prominenten Platz einnimmt. Mehr

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