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Richard David Precht, Harald Welzer: Die vierte Gewalt

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Medienkritiken oder gar -schelten gibt es mittlerweile en masse (wie die beiden prominenten Autoren gleich eingangs einräumen und aus denen sie ausgiebig zitieren), einige eher ambitioniert, vielfach mit dem Anspruch wissenschaftlicher Reputation und innovativer Theoriebildung, andere eher populärwissenschaftlich, an ein breites Publikum gerichtet, sachlich oder auch tendenziös. Aber keine hat bislang solch einen medialen Hype ausgelöst wie die von Precht und Welzer, der eine mit der Aura des frei räsonierenden Philosophen, der andere als allthematisch dozierender Sozialwissenschaftler. Mehr

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Anna Sophie Kümpel, Christina Peter, Anna Schnauber-Stockmann, Frank Mangold (Hrsg.): Nachhaltigkeit als Gegenstand und Zielgröße der Rezeptions- und Wirkungsforschung

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Seit mehr als 20 Jahren gilt Nachhaltigkeit als zentrale Maxime für die notwendige ökologische Transformation, ob als wohlfeile Werbedivise oder – konträr – als ernst gemeinter, Engagement fordernder Impetus. Auch die Sozialwissenschaften thematisieren den Begriff seither, die Kommunikationswissenschaften erst etwa seit zehn Jahren. Trotz seines mitunter als inflationär getadelten Gebrauchs, seiner Alibifunktion als Greenwashing – oder gerade deshalb – ist seine Semantik unklar, mindestens diffus und dehnbar bis hin zum 'guten Leben', wie auch vielfältig kritisiert wird. Andere berufen sich auf offizielle Dokumente wie die Leitbildbeschreibung des sogenannten Brundtland-Berichts von 1987, die ihrerseits auf die 1983 von den Vereinten Nationen gegründete World Commission on Environment and Development zurückgeht. Gemeinhin lässt man Nachhaltigkeit mäandern im sogenannten Nachhaltigkeitsdreieck zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem. Mehr

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D. Georg Adlmaier-Herbst, Annette Mayer: Selbstmarketing für Wissenschaftler*innen

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension
Wissenschaft im Elfenbeinturm passt kaum noch in die heutige Zeit. Vielmehr wird von den meisten Wissenschaftler*innen verlangt, mit ihren Forschungsergebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen. Dabei müssen bzw. können verschiedene Gruppen bedient werden: zum einen die "scientific community", zum anderen aber auch Vertreter von Industrie und Zivilgesellschaft sowie weitere Stakeholder (Hochschulleitungen, Drittmittelgeber etc.). Doch wie geht man dabei am besten vor? Wie kann man den Aufwand geringhalten und dennoch sein Profil schärfen? Welche Vorteile bringt ein solches "Selbstmarketing"? Georg Adlmaier-Herbst und Annette Mayer haben nun ein Buch vorgelegt, welches das Selbstmarketing von Wissenschaftler*innen in den Fokus nimmt. Mehr

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Christian Schicha, Ingrid Stapf, Saskia Sell: Medien und Wahrheit

Rezensiert von Marlis Prinzing

Einzelrezension
Wenn verschwimmt, was wahr ist, wird nicht die Lüge selbst zum größten Problem, sondern der Verlust an Orientierung. Der Band Medien und Wahrheit liefert eine Auslegordnung, Einsichten sowie konkrete Denk- und Handlungsanstöße aus ethischer Sicht und leistet damit auch Grundlagenarbeit. Das macht ihn über den Tag hinaus wichtig. Wahrheitsgebot und die Selbstverpflichtung auf Wahrhaftigkeit stehen im Pressekodex an erster Stelle (Deutscher Presserat 2017, Ziffer 1). Doch Wahrheit als mediales Berufsprinzip scheint mehr denn je in Frage zu stehen. Mehr

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Markus Tausendpfund (Hrsg.): Empirische Studien lesen

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension
Empirische Studien gehören für die meisten Sozialwissenschaftler*innen zum täglich Brot. Derlei Studien zu verstehen, richtig einzuordnen und bewerten zu können, ist wichtig und sollte Teil jeder sozialwissenschaftlichen Ausbildung sein. In der Praxis wird ein solches Verständnis an Hochschulen jedoch eher implizit als explizit vermittelt. So kommt es, dass Studierende in Abschussarbeiten häufig auf fragwürdige Studien Bezug nehmen oder sogar ihre eigene Analyse auf solchen aufbauen. Es ist daher sehr gut, dass es nun eine Publikation gibt, die dabei helfen soll, empirische Studien richtig zu lesen. Mehr

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Elke Grittmann, Felix Koltermann (Hrsg.): Fotojournalismus im Umbruch

Rezensiert von Julian J. Rossig

Einzelrezension
Nach dem 2008 veröffentlichten Werk Global, lokal, digital: Fotojournalismus heute, das ohne Übertreibung als Meilenstein der Journalismusforschung gelten darf, legt Elke Grittmann nun gemeinsam mit Felix Koltermann einen Folgeband vor: Fotojournalismus im Umbruch – hybrid, multimedial, prekär vereint 18 Beiträge aus Wissenschaft und Praxis zu einem facettenreichen und aktuellen Blick auf den Berufsstand der FotojournalistInnen. In vier Kapiteln beleuchten die 14 AutorInnen den digitalen Bildermarkt, Fotojournalismus als Profession, aktuelle bildredaktionelle Praktiken sowie den Wandel fotojournalistischer Darstellungsformen. In dieser außergewöhnlichen thematischen Breite wird der Anspruch erkennbar, das nächste Standardwerk zu schaffen. Mehr

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Jan-Felix Schrape: Digitale Transformation

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Entgegen schon vielfach behaupteter Gewissheiten und vorgeblich stringenter Zeitdiagnosen über die digitale Gesellschaft (oder ihren diversen Epitheta) geht dieses techniksoziologische "Studienbuch" des Stuttgarter Sozialwissenschaftlers von offenen Prozessen der digitalen Transformation, von vielfältigen Veränderungen mit nur vorläufig "erkennbaren Dynamiken und Ambivalenzen" eines "langfristigen Verknüpfungszusammenhang von Technik und Gesellschaft" aus. Dessen Ausgang, Tragweite, Struktur und Konfiguration sind noch nicht, wohl niemals abgeschlossen und eindeutig, geschweige denn, dass sie in eine "abgeschlossene Theorie der Digitalisierung" gefasst werden können. Vielmehr dürfte es immer wieder auch unerwartete Rekonfigurationen, Umwege, Sackgassen und plötzliche Innovationen geben wie seither in der Technikentwicklung. Mehr

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Andrea Belliger, David J. Krieger: Essays zur digitalen Transformation

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Über 40 Kurzreflexionen, Gedankenexperimente und Anmerkungen sind in diesem Reader versammelt, verfasst von der Co-Direktorin des "Instituts für Kommunikation & Führung" in Luzern und Prorektorin der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz gemeinsam mit ihrem Kollegen und Mitgründer des nämlichen Instituts. All diese Kurztexte, die schon einmal an anderer Stelle publiziert wurden, kreisen um das große, aktuelle Schlagwort der digitalen Transformation(en), wie die beiden einleitend schreiben. Tatsächlich greifen sie viel weiter aus und fokussieren sich auf die angesprochene dritte Disruption, nämlich auf den grundlegenden Wandel des Wissens, des Handelns, ja des menschlichen Seins. Ob er von digitalen Transformationen verursacht ist (wie hier unterstellt wird) oder ob er selbst treibender Faktor des Wandels ist, sei dahingestellt. Mehr

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Wilhelm Kempf: Friedensjournalismus

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension
Der Begriff des Friedensjournalismus taucht bereits um 1900 zum ersten Mal auf, die sozialwissenschaftliche Forschung beschäftigt sich seit etwa 25 Jahren mit dem Konzept. Doch was genau ist Friedensjournalismus? Ein Journalismus über den Frieden? Ein normatives Konzept, wie Berichterstattung erfolgen sollte? Oder vielleicht noch etwas anderes? Kempfs kurzes Buch bringt Licht ins Dunkel. Der Band beginnt mit einem Kapitel von Sonja Kretzschmar und Annika Sehl, in dem die beiden Autorinnen verschiedene Ansätze des Friedensjournalismus aufzeigen und in die bisherige Journalismusforschung einordnen. Mehr

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Sammelrezension Vertrauen und Journalismus

Rezensiert von Beatrice Dernbach

Sammelrezension
Vertrauen ist eines der Buzzwords in der öffentlichen Kommunikation der vergangenen Jahre. Vertrauen Menschen in Krisenzeiten der Wissenschaft wie es der Wissenschaftsbarometer von Wissenschaft im Dialog belegt, so genießen Politiker und Journalisten nicht viel davon (wie es der Trust Barometer des Unternehmens Edelman jährlich zeigt). Letzteres messen unter anderem die Wissenschaftler der Universität Mainz, mit insgesamt doch eher beruhigenden Erkenntnissen für die Branche. Das Vertrauen in (!) Journalismus wird in der empirischen Forschung häufig und noch immer mit Medienvertrauen gleichgesetzt, obwohl es nicht das Gleiche ist. Mehr

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