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Ursula Bredel, Christiane Maaß: Leichte Sprache

Rezensiert von Julia Hüllweg

Einzelrezension
Aus der Behindertenrechtsbewegung heraus entwickelt, findet das Konzept der so genannten Leichten Sprache schon seit einigen Jahren Anwendung. Inzwischen werden beispielsweise amtliche Dokumente, Erklärtafeln in Museen, Nachrichtenportale und die Webseite des Deutschen Bundestages in Leichter Sprache angeboten. Beim Übersetzen von standardsprachlichen Texten in die Leichte Sprache bieten bislang drei aus der Übersetzungspraxis entstandene Regelwerke Orientierung. Was bisher allerdings vollkommen fehlt, ist ein wissenschaftlich fundiertes Handbuch. Diese Lücke scheint der vorliegende Duden-Band der beiden Sprachwissenschaftlerinnen Ursula Bredel und Christiane Maaß nun zu schließen. Mehr

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Martha Kuhnhenn: Glaubwürdigkeit in der politischen Kommunikation

Rezensiert von Saskia Sell

Glaubwürdigkeit in der politischen KommunikationEinzelrezension
Mit ihrer Dissertation macht Kuhnhenn die Relevanz und die Anknüpfungsmöglichkeiten sprachwissenschaftlicher Analysemethoden für das Feld der Medien- und Kommunikationsforschung deutlich. Die Frage nach Glaubwürdigkeit berührt dabei einen Kernbereich der politischen Kommunikationsforschung. Wie diese durch sprachliche Mittel unterstützt und in der Auseinandersetzung mit Medientexten von Rezipienten und Rezipientinnen einzelnen politischen Akteuren zugeschrieben wird, steht im Vordergrund ihrer demokratietheoretisch gerahmten Analyse. Glaubwürdigkeit politischer Kommunikation ist für Kuhnhenn die Voraussetzung für Vertrauen in politische Akteure und damit “von basaler Bedeutung für das Funktionieren einer Demokratie”. Mehr

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Karl Bühler: Schriften zur Sprachtheorie

Rezensiert von Janette Friedrich

Schriften zur SprachtheorieEinzelrezension
Mit dem von Achim Eschbach unter Mitarbeit von Jens Artelt herausgegebenen Band zu Karl Bühlers Schriften zur Sprachtheorie hat der Leser nun endlich einen einfachen Zugriff auf eine Reihe von Artikeln, die Bühler zwischen 1908 und 1936 in verschiedenen Zeitschriften, Festschriften und Schriftenreihen veröffentlicht hat. Damit wird er nicht nur der immer noch mühselig bleibenden Suche nach diesen Texten entbunden, sondern kann sich auch, der Auswahl des Herausgebers folgend, ein Bild von dem schon frühzeitig bei Bühler entstandenem Interesse an Sprache machen. Mehr

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Anett Holzheid: Das Medium Postkarte

Rezensiert von Christine Haug

postkarte_onlineEinzelrezension
Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Industrialisierungs- und Modernisierungsprozesses in Deutschland im 19. Jahrhundert erlebten Kommunikation und Mobilität eine regelrechte Revolution. Mit Erfindung von Telegraphie, mit Expansion von Eisenbahn und Dampfschifffahrt, flankiert von Tourismus und Ausbau der innerstädtischen Verkehrs- und Kommunikationssysteme zeichnete sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Trend hin zur Kurzkommunikation ab, der bereits mit der Telegraphie in den 1830er Jahren angestoßen worden war, mit der Einführung der Postkarte allerdings seine eigentliche Entfaltung auch in der Privatkommunikation erlebte. Mehr

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Karl Bühler: Sprachtheorie

Wiedergelesen von Achim Eschbach

Bühler_SprachtheorieEinzelrezension
Karl Bühler (1879-1963) stammte aus Meckesheim bei Heidelberg. Nach dem Abitur studierte er in Freiburg Medizin und im Anschluss daran Philosophie in Straßburg. Als Assistent von Oswald Külpe arbeitete er im Kreise seiner Würzburger Kollegen an seiner Habilitationsschrift, die unter dem Titel Tatsachen und Probleme zu einer Psychologie der Denkvorgänge (Bühler 1907/08) publiziert worden ist. Bühler folgte Külpe an die Universitäten Bonn und München, wo sie experimentalpsychologische Laboratorien aufbauten. 1918 erhielt Karl Bühler an der TU Dresden seinen ersten eigenen Lehrstuhl und 1922 folgte er dem Ruf an die Universität Wien, wo er im Laufe der folgenden sechzehn Jahre gemeinsam mit seiner Frau Charlotte Bühler und zahlreichen äußerst begabten Mitarbeitern und Schülern, zu denen u. a. Egon Brunswik, Paul Lazarsfeld, Bruno Bettelheim, Marie Jahoda, Rudolf Ekstein, Karl Popper, Konrad Lorenz, Hildegard Hetzer usw. zählten, die Wiener Psychologische Schule aufbaute. 1938 wurde Karl Bühler von der Gestapo verhaftet und kurze Zeit später aus seinem Amt entlassen. Gemeinsam mit seiner Tochter Ingeborg verließ er Wien und verbrachte die folgenden fünfundzwanzig Jahre im amerikanischen Exil. Der außerordentliche Erfolg, den Karl Bühler bis zum Beginn der Naziherrschaft mit seinen zahlreichen Publikationen in den deutschsprachigen Ländern erzielt hatte, flaute jäh ab, wofür nicht nur die Tatsache verantwortlich zu machen ist, dass beispielsweise in Amerika deutschsprachige Literatur nicht zur Kenntnis genommen wird. Es ist allerdings auch nicht zu bestreiten, dass sich Karl Bühler seit seiner Habilitation mehrfach in Opposition zu den herrschenden Paradigmen befand. Und wenn man dem Denkstil eines Denkkollektivs widerspricht, so ist das selten karriereförderlich. Mehr

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Eckart Conrad Lutz, Martina Backes, Stefan Matter (Hrsg.): Lesevorgänge

Rezensiert von Eckhard Meineke

Einzelrezension
2007 fand in Freiburg/Schweiz ein mediävistisches Kolloquium zum dortigen Teilprojekt “Texte und Bilder – Bildung und Gespräch. Mediale Bedingungen und funktionale Interferenzen” des Nationalen Forschungsschwerpunktes Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen. Historische Perspektiven der Universität Zürich statt. E. C. Lutz führt mit “Lesevorgänge. Vom punctus flexus zur Medialität. Zur Einleitung” in den Gegenstand ein. M. Curschmann behandelt in “Herrscher-Portraits in Bild und Schrift. Frühe Kulturen – abendländisches Mittelalter” Handschriften des Mittelalters als Zeugnis des Anspruchs auf Macht, Kult und Gedächtnis; ausgehend von altägyptischen und sumerischen Herrscherbildern werden Stifterbilder von Evangeliaren analysiert. Mehr

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Jürgen Trabant: Die Sprache

Rezensiert von Stefan Schaden

Einzelrezension
Sprachwissenschaftliche Texte können bei linguistisch unvorbelasteten Lesern bisweilen den Eindruck erwecken, es handle sich bei dem von der Sprachwissenschaft beschriebenen Gegenstand um eine gänzlich andere Sprache als diejenige, die uns täglich umgibt. Denn nicht selten stehen grammatische Formalismen im Mittelpunkt des linguistischen Interesses, während die vielfältigen Funktionen, die der Sprache im alltäglichen kommunikativen Miteinander zufallen, nur am Rande erwähnt werden – und dies, obwohl doch gerade hierin die Eigenschaften liegen, die uns aus unserem eigenen Umgang mit Sprache am vertrautesten erscheinen. Mehr

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Lale Behzadi: Sprache und Verstehen

Rezensiert von Ahmad Milad Karimi

Einzelrezension
Lale Behzadi wendet sich in ihrer Studie Sprache und Verstehen einem Thema zu, das weit über die Grenzen der Arabistik und Islamwissenschaft, von sprachphilosophischer und sprachhistorischer Bedeutung reicht. Gegenstand der Untersuchung ist die arabische Sprache. Um zeigen zu können, dass sich die Debatten um die arabische Sprache im Spannungsfeld der theologischen Überlegungen und zugleich unkonventionell geführten sprachkritischen und erkenntnis­theoretischen Diskurse bewegt haben, widmet sich die Autorin dem Literatur­theoretiker und Sprachwissenschaftler, ja dem Universalgelehrten al-Ǧāḥiẓ (ca. 776-868), über den der Historiker Ibn Haldūn in seinem berühmten muqaddima schreibt, dass er einer der ersten Gelehrten gewesen sei, der die Fundamente für eine umgreifende Sprach­wissenschaft gelegt habe und mithin die Bedingung der Möglichkeit ihrer Eigenständigkeit geschaffen habe. Mehr

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Stephan Braese: Eine europäische Sprache

Rezensiert von Ulrike Haß

Einzelrezension
Spätestens am Ende des 18. Jahrhunderts begannen die in den deutschen Kleinstaaten lebenden Juden sich außer einer regionalen Spielart des Jiddischen, neben dem Hebräischen und weiteren Sprachen wie Polnisch, Französisch usw. der sich soeben entwickelnden überregionalen deutschen Standardsprache zu bedienen und sie auf diese Weise allererst mit zu konstituieren. Thema des zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft angesiedelten Buches ist die Art und Weise sowie die Reflexion und Haltung, mit der einige bedeutende Repräsentanten der ‘deutschen’ Juden diesen Sprachwechsel bzw. diese Mehrsprachigkeit kulturell umsetzten. Umsetzung und Performanz nennt der Autor zu Recht “deutsche Sprachkultur von Juden”. Deutsche Sprachkultur, weil es um die deutsche Sprache geht, die erst im langen 19. Jahrhundert ihre Entwicklung aus einer Vielzahl lokaler und regionaler Dialekte zu einer letztere überdachenden, überregionalen und (ansatzweise) normierten Sprache vollzog. An dieser Entwicklung mit ihrem spezifischen Resultat, der deutschen National-, Literatur- oder Kultursprache (die Bezeichnungen sind keineswegs fest und drücken komplexe Ideologien aus), haben viele Faktoren Anteil. Mehr

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Jule Philippi; Michael Tewes: Basiswissen Generative Grammatik

Rezensiert von Kevin Ch. Masalon

Einzelrezension
Das Lehrbuch Basiswissen Generative Grammatik scheint auf den ersten Blick mit seinen mehr als 300 Seiten über ein Grundlagenwissen mit prägnantem Einführungscharakter hinauszugehen. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn um das abstrakte Modelldenken Noam Chomskys nachvollziehen zu können, bedarf es neben einer Darstellung seiner Spracherwerbstheorie eben jener logisch aufeinander aufbauenden kleinen Schritte, nach denen das Buch strukturiert ist. Dieser entscheidende Vorteil unterscheidet es von kürzeren Einführungen, wie beispielsweise der Einführung in die Syntax von Karl-Heinz Ramers, in deren Mittelpunkt ebenfalls die Ansätze der Generativen Grammatik stehen, dort jedoch wegen zu knapper Erläuterungen und des bescheidenen Beispielmaterials schwierig nachzuvollziehen sind. Mehr

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