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Schwerpunkt Juli 2017: „Wo sind denn bitte Ihre Manieren geblieben?“

Einzelrezension
Rücksichtslosigkeit und mangelnder Respekt gehören zu den gesellschaftlichen Trends unserer Zeit. Das beginnt bei niveauloser Kommunikation im Internet, aus denen Shitstorms werden, erstreckt sich über verbale und körperliche Gewalt unter Sportfans und in politischen Auseinandersetzungen bis zu Gaffern im Straßenverkehr, die Rettungskräfte blockieren, um mit ihrem Smartphone Opfer zu filmen. Die Massenmedien sind rund um die Uhr dabei und generieren ihre Aufmerksamkeit ebenfalls gern, indem sie Tabus und ethische Grenzen durchbrechen. Da ist der Mittelfinger als Beleidigung schon harmlos geworden. „Wo sind denn bitte Ihre Manieren geblieben?“ fragt daher das rkm-Journal im Themenschwerpunkt des Monats Juli. Mehr

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Brooke Gladstone, Josh Neufeld:
Der Beeinflussungsapparat

Rezensiert von Silke Fürst

Einzelrezension
Fake News, Lügenpresse und die Macht der Mainstream-Medien – die derzeitige öffentliche Debatte scheint kaum noch ohne diese Schlagworte auszukommen. Zuerst provokativ durch rechtspopulistische Bewegungen in Europa und den USA lanciert, gehören sie inzwischen zum fast alltäglichen Vokabular verschiedenster Akteure. Wer hier Orientierung sucht, findet auf dem Buchmarkt eine wachsende Anzahl an Publikationen. Auch wenn sein Titel dies kaum erwarten lässt, hebt sich das kürzlich erschienene Buch Der Beeinflussungsapparat. Wie Massenmedien funktionieren, wie sie unsere Gesellschaft manipulieren und wie wir dazu beitragen (Correctiv) wesentlich von der Masse ab: In Form eines Comics will es breite und skeptische Leserkreise ansprechen und diesen zeigen, dass es „keine Verschwörung“ gibt. Um das Thema aufzubereiten, behandelt das Manifest allerdings kaum die gegenwärtige Medienlandschaft, sondern unternimmt einen Streifzug durch die amerikanische Presse- und Mediengeschichte. Mehr

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Alexander Filipović, Michael Jäckel, Christian Schicha (Hrsg.): Medien- und Zivilgesellschaft

Rezensiert von Johanna Haberer

Medien- und Zivilgesellschaft_onlineEinzelrezension
Der Sammelband Medien- und Zivilgesellschaft ist das erste Projekt in der Schriftreihe Kommunikations- und Medienethik, die, nach Angaben der Reihenherausgeber Alexander Filipović, Christian Schicha und Ingrid Stapf, “dem erstarkenden medienethischen Diskurs einen adäquaten Publikationsort zur Verfügung stellen” wollen. Nachdem die Tagungen des Netzwerks Medienethik zuvor hauptsächlich in der Zeitschrift für Kommunikationsökologie und Medienethik (ZfkM) herausgegeben wurden, dokumentiert der Band nun erstmals als Tagungsband die Tagung des Netzwerks Medienethik 2011 zum Thema Medien- und Zivilgesellschaft, die zusammen mit der Fachgruppe Kommunikations- und Medienethik der DGPuK, sowie der Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie der deutschen Gesellschaft für Soziologie veranstaltet wurde. Mehr

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Jörg Requate (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert als Mediengesellschaft

Rezensiert von Gunter Reus

Einzelrezension
Der Titel ist sprachlich verunglückt – der Sammelband selbst aber durchaus ein Glücksfall für die Kommunikations- wie für die Medienwissenschaft. Für die Kommunikationswissenschaft, weil sie kulturelle Entwicklungslinien in ihrer Datenfixiertheit von sich aus nur selten nachzeichnen mag. In diesem Buch können Mediennutzungsforscher deshalb etwas lernen, zum Beispiel über die einst massenhaft verbreiteten Lichtbilder-Projektionen zur “sozialen Frage” (Ludwig Vogl-Bienek, Trier) oder das “Panorama als nationalen Erlebnisraum” nach 1870/71 (der Münsteraner Historiker Frank Becker). Für eher textanalytisch arbeitende Medienwissenschaftler wiederum ist dieses Buch ein Gewinn, weil es ihre Hermeneutik konsequent historisch (und damit empirisch) erdet. Mehr

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