Blog-Archive

Georg Mein, Heinz Sieburg (Hrsg.): Medien des Wissens

Rezensiert von Christoph Gardian

Einzelrezension
Der Sammelband geht zurück auf eine Ringvorlesung Interdisziplinäre Aspekte von Medialität, die im Sommersemester 2007 an der Universität Luxemburg veranstaltet wurde. “Ziel des Bandes ist es,” so die Ankündigung im U4-Text, “mit dem Begriff der Medialität die spezifische Verfasstheit des Wissens in den Mittelpunkt zu rücken – system-theoretisch formuliert: die Form der Kommunikation.” Dabei orientieren sich die Beiträge keineswegs am luhmannschen Wissensbegriff oder an seiner Medium/Form-Unterscheidung, deren Abstraktheit Georg Meins Theorie-Abriss “Anstelle einer Einführung“ bemängelt. Mein kontrastiert – so ließe sich pointieren – ‘lose’ und ‘strikt gekoppelte’ Medienbegriffe, wobei er die “Stärke” der Letzteren in der “Eingrenzung” sieht. Mehr

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Bernhard Pörksen (Hrsg.): Schlüsselwerke des Konstruktivismus

Rezensiert von Meike Adam

Einzelrezension
Bernhard Pörksen gibt mit diesem Band eine umfassende Auseinandersetzung mit zentralen Texten unterschiedlicher konstruktivistischer Strömungen heraus. Die Autor_innen stellen sich damit einem nur unklar konturierten Feld disparater, teils auch einander widersprechender Forschungsansätze. Der Begriff Konstruktivismus wird über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinaus thematisiert und dadurch als eine breite, wenn auch wenig homogene Strömung nachvollzogen. Dem Herausgeber gelingt es in einer klaren und strukturierenden Einleitung, Konstruktivismus zugleich als ein Feld disparater Diskurse darzustellen, die von unterschiedlichen Erkenntnisinteressen und Untersuchungsgegenständen geformt werden, und verbindende axiomatische Theoreme herauszuarbeiten. Pörksen unterscheidet philosophisch orientierte Theoriebestände, psychologische Ansätze, neurologisch bzw. biologisch argumentierende Entwürfe, wissenssoziologisch fundierten Konstruktivismus und eine Kybernetik zweiter Ordnung. Mehr

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Kurt Imhof: Die Krise der Öffentlichkeit

Rezensiert von Christian Schwarzenegger

Einzelrezension
Theoretisieren bedeutet mitunter in der Beobachtung von Phänomenen über diese selbst hinauszudenken und – mit dem Blick auf Veränderungen und Konstanten im Zeitverlauf – Erklärmuster und Verständniswerkzeuge für Wiederkehrendes und Veränderliches zu entwickeln. Erst in diesem Blick auf Konstanz und Veränderung erschließen sich auch Dynamik und Ausmaß von Wandel. Kurt Imhof eröffnet in seiner Auseinandersetzung mit dem “neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit” auf diese Weise einen mehrfaltigen Zusammenhang zwischen Krise und Öffentlichkeit. Imhof blickt auf die Öffentlichkeit in den Krisen der Moderne, die er gleichermaßen als Markierung von Umbrüchen und als Ladestation von Veränderungen sowie Katalysator sozialen Wandels stilisiert. Mehr

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Sandra Siebert: Angeprangert!

Rezensiert von Hanne Detel

Einzelrezension
Der Skandal hätte bereits im November 1999 seinen Anfang nehmen können. Damals veröffentlichte die Frankfurter Rundschau einen Bericht, der den jahrelangen Missbrauch von Schülern an der Odenwaldschule enthüllte – jedoch ohne Reaktion: keine Empörung in der Öffentlichkeit, keine anderen Medien, die sich einschalteten, keine Strafen für den Schuldigen. Der Skandal blieb aus. Es sollte mehr als zehn Jahre dauern, bis erneute Berichterstattung den bitter nötigen Skandal auslöste. Worin liegen die Gründe, dass die Enthüllung eines Missstandes in einem Fall einen Skandal initiiert und im anderen nicht? Warum lässt sich das Ausmaß der Empörung in der Bevölkerung nicht mit der Größe und Art der Missstände erklären? Warum echauffiert sich die Öffentlichkeit in manchen Fällen über kleine und unwichtige Dinge, während die Entrüstung bei einigen großen Missständen – wie zunächst im Fall der Odenwaldschule – ausbleibt? Mehr

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Jürgen Trabant: Die Sprache

Rezensiert von Stefan Schaden

Einzelrezension
Sprachwissenschaftliche Texte können bei linguistisch unvorbelasteten Lesern bisweilen den Eindruck erwecken, es handle sich bei dem von der Sprachwissenschaft beschriebenen Gegenstand um eine gänzlich andere Sprache als diejenige, die uns täglich umgibt. Denn nicht selten stehen grammatische Formalismen im Mittelpunkt des linguistischen Interesses, während die vielfältigen Funktionen, die der Sprache im alltäglichen kommunikativen Miteinander zufallen, nur am Rande erwähnt werden – und dies, obwohl doch gerade hierin die Eigenschaften liegen, die uns aus unserem eigenen Umgang mit Sprache am vertrautesten erscheinen. Mehr

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Andreas Dörpinghaus, Karl Helmer (Hrsg.): Bild – Bildung – Argumentation

Rezensiert von Nicolas Romanacci

Einzelrezension
Die vorliegende Publikation ist als fünfter Begleitband zur Tagungsreihe “Beiträge zur Theorie der Argumentation in der Pädagogik” erschienen. Forschungs-hintergrund ist hier also primär kein genuin bildwissenschaftlicher – wie es der Buchtitel nahelegen könnte – sondern die Argumentationsforschung. Hierbei wird zu zeigen sein, ob und in welcher Weise die Texte teils “über den Zusammenhang der Argumentations-forschung weit hinaus” greifen. Ausgehend von der Argumentations-forschung als Hintergrund einerseits und dem darüber “weit hinaus” Greifen einiger Beiträge andererseits, möchte ich durch eine entsprechende Einordnung der Texte einen Überblick geben und auf ausgewählte Texte etwas näher eingehen. Mehr

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Michael Mosel: Deranged Minds

Rezensiert von Florian Kiefer

Einzelrezension
Die Game Studies sind eine vergleichsweise junge Disziplin, die sich unter Rückgriff auf wissenschaftliche Methoden und Ansätze aus unterschiedlichen Fächern und Bereichen dem hybriden Phänomen des Computerspiels widmet. Vermutlich wird man den Game Studies besser gerecht, wenn man sie nicht als neue Fachdisziplin, sondern als interdisziplinäres Projekt bezeichnet, ähnlich wie es für die Cultural Studies reklamiert wird. Die Game Studies haben sich mittlerweile ein Stück weit etabliert, organisiert und auch ausdifferenziert. Der vorliegende Band fügt sich ein in eine Reihe neuerer Arbeiten, in denen spezifische Dimensionen dieses neuen Mediums im intermedialen Vergleich einer detaillierten Betrachtung unterzogen werden. Mehr

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Carsten Könneker: Wissenschaft kommunizieren

Rezensiert von Christian Gruber

Einzelrezension
Wissenschaft kommunizieren ist ein Handbuch für Wissenschaftler und solche, die es werden wollen. Und da vor allem Professoren dazu tendieren, sich für große Rhetoriker zu halten, zeigt der Autor Carsten Könneker den Herren der Forschung sehr detailliert ihre Grenzen auf. Könneker listet so ziemlich alle Todsünden des Hochschulpressebetriebs auf: schlechter, unverständlicher akademischer Stil, einfallslose bis sinnentleerte Überschriften, interpretationsbedürftige, den Leser überfordernde Bilder und Grafiken. So weit, so gut. Mehr

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Josefine Sporer: Der SMS-Messaging-Crawl

Rezensiert von Sonja Ruda

Einzelrezension
Josefine Sporer behandelt in fünf Kapiteln ihrer wissenschaftlichen Arbeit die Schriftkommunikation über den SMS-Messaging-Crawl: die Kommunikation mittels Kurznachrichten in einem Textfeld, welches während der VIVA-Sendung Get the Clip auf dem Bildschirm unten eingeblendet wird. Zuschauer haben dabei die Möglichkeit, per Mobiltelefon über Musikvideos abzustimmen und mit anderen Zuschauern über ihre eingesendeten, von der Redaktion gefilterten SMS zu kommunizieren. Die Analyse der Gestaltung von Kommunikation mittels SMS-Messaging-Crawl und die Bestimmung der Kommunikation über den SMS-Messaging-Crawl als eigenständige Kommunikationsform führt Josefine Sporer wie folgt durch: Im Grundlagenteil stellt sie zunächst das Fernsehsendungskonzept von “Get the Clip” vor und geht dabei zudem auf technische Voraussetzungen sowie die Zielgruppe ein. Mehr

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Elke Amberg: Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden

Rezensiert von Kathrin Friederike Müller

Einzelrezension
Von Außenminister Guido Westerwelle in den Nachrichten bis hin zum Männerpaar Philipp und Veit im Unterhaltungs-format Bauer sucht Frau: offen homosexuelle Männer kommen in unterschiedlichen Kontexten in den Medien vor. Doch wie steht es mit der medialen Repräsen­tation lesbischer Frauen? Schlecht – das zumindest vermutete die Lesbenberatungsstelle LeTRa aus München: Die Medienbericht-erstattung ließ die Öffentlichkeitsarbeit dieser Einrichtung gerade in Kontexten wie dem Christopher Street Day (CSD) wenig sichtbar werden und rückte statt lesbisch-schwuler Themen und Menschen primär homosexuelle Männer ins Zentrum. Um zu überprüfen, ob sich dieser Eindruck verallgemeinern lässt, initiierte sie deshalb eine inhaltsanalytische Untersuchung der vier Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung, Münchener Merkur, Abendzeitung und Tageszeitung. Diese hat die Journalistin Elke Amberg durchgeführt und ein Buch dazu veröffentlicht. Mehr

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