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Elke Amberg: Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden

Rezensiert von Kathrin Friederike Müller

Einzelrezension
Von Außenminister Guido Westerwelle in den Nachrichten bis hin zum Männerpaar Philipp und Veit im Unterhaltungs-format Bauer sucht Frau: offen homosexuelle Männer kommen in unterschiedlichen Kontexten in den Medien vor. Doch wie steht es mit der medialen Repräsen­tation lesbischer Frauen? Schlecht – das zumindest vermutete die Lesbenberatungsstelle LeTRa aus München: Die Medienbericht-erstattung ließ die Öffentlichkeitsarbeit dieser Einrichtung gerade in Kontexten wie dem Christopher Street Day (CSD) wenig sichtbar werden und rückte statt lesbisch-schwuler Themen und Menschen primär homosexuelle Männer ins Zentrum. Um zu überprüfen, ob sich dieser Eindruck verallgemeinern lässt, initiierte sie deshalb eine inhaltsanalytische Untersuchung der vier Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung, Münchener Merkur, Abendzeitung und Tageszeitung. Diese hat die Journalistin Elke Amberg durchgeführt und ein Buch dazu veröffentlicht. Mehr

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Christian Stöcker: Nerd Attack!

Rezensiert von Anna Maria Theis-Berglmair

Einzelrezension
Im April 2012 verstarb der Vater des bis heute am meisten verkauften Computers, des Commodore 64. Jack Tramiel hatte ihn im Jahre 1982 auf den Markt gebracht. Fragt man Studierende der heutigen Generation nach dem C 64, erntet man meist Unverständnis signalisierendes Kopfschütteln. Die Computerwelt von heute ist von anderen Namen und technischen Fähigkeiten geprägt als der wegen seiner Form auch als Brotkasten bezeichnete C 64, der den Massen erstmals Zugang zu einer neuen Technologie verschaffte, was ganz im Sinne seines Erfinders war. Denn bis Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren Computer tatsächlich nur wenigen zugänglich, nicht nur im technischen, sondern auch im finanziellen wie im räumlichen Sinne. Mehr

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Silke Horstkotte: Nachbilder

Rezensiert von Jan Gerstner

Einzelrezension
Spätestens seit der Jahrtausendwende zeichnen sich (nicht nur) in der deutsch-sprachigen Gegenwartsliteratur zwei Trends ab, die mittelbar zusammen-zuhängen scheinen. Zum einen ein neues Interesse an der Erinnerung an das Dritte Reich und den Holocaust, das die eigene Erinnerungsanstrengung zum Teil der Erzählung selbst macht und häufig als Familienroman daherkommt. Zum anderen lässt sich in vielen dieser und anderer Texte ein extensiver Bezug auf das Medium Fotografie feststellen – sei es, dass Fotos im Text abgebildet sind, sei es, dass sie als Erinnerungsanstöße die Gedächtnisinszenierung des jeweiligen Textes wesentlich bestimmten. Mehr

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Michael Doh: Heterogenität der Mediennutzung im Alter

Rezensiert von Claudia Kuttner

Einzelrezension
Angesichts des demografischen Wandels fokussieren Untersuchungen insbesondere im medienwissen-schaftlichen Kontext nicht mehr nur jüngere Menschen und Erwachsene mittleren Alters; zunehmend rücken auch die Älteren auf die Agenden der Medienaneignungsforschung. Eine Analyse der vornehmlich quantitativen Studien, die in diesem Zusammenhang in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind, weist allerdings auf verschiedene Desiderata, darunter die in der Regel noch fehlende Differenzierung der ‘Lebensphase Alter’ nach soziodemografischen und -kulturellen Aspekten. Diese ist besonders vor dem Hintergrund erhöhter Lebenserwartung und zunehmender Pluralisierung der Lebensweisen erforderlich. Das Medienverhalten älterer Menschen wird außerdem nicht selten aus einer defizitorientierten Perspektive beleuchtet. Befürchtungen hinsichtlich einer digitalen Spaltung der Gesellschaft in jene, die dank hinreichender Medienkompetenz in vollem Umfang politisch und gesellschaftlich partizipieren können, und jenen, denen diese Voraussetzungen fehlen, führten dazu, dass ‘die Alten als Problemgruppe’ ins Visier gerieten. Darüber hinaus sind Forschungslücken mit Blick auf medienformatübergreifende Untersuchungen, Längsschnittstudien und Verschränkungen von Empirie und (medien-)theoretischen Konzepten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen zu konstatieren. Mehr

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Bettina Fackelmann: Ambivalenz der Macht

Rezensiert von Pascal Tanner

Einzelrezension
“Hin und wieder bekommt eine Behörde, eine Abteilung oder Gruppe einen neuen Chef. Der Wechsel des Vorgesetzten gehört zu den wenigen aufregenden Ereignissen im Verwaltungsalltag. Man fühlt die Nervosität auf den Fluren der Ministerien, wenn die Wahlresultate bekanntwerden und ein neues Regime in Aussicht steht”. Umbrüche in Verwaltungen sind, wie Luhmann in diesem frühen Text festhielt, von Unsicherheit begleitet. So auch die Verwaltungsreform in Berlin, in Zuge derer die Bezirke Tempelhof und Schöneberg im Jahr 2001 zusammen-gelegt wurden. In der Konsequenz fanden Umschichtungen statt, die Bettina Fackelmann dokumentierend begleitete. Sie zeichnet die Auswirkungen der Fusion auf die interne Kommunikation nach. Mehr

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W. J. T. Mitchell: Cloning Terror

Rezensiert von Stefanie Pannier

Einzelrezension
W. J. T. Mitchell ist einer der wenigen Historiker, der die Bedeutung von Bildern bereits früh thematisierte. Als Bildtheoretiker erkannte und diskutierte er nicht nur den “pictorial turn“, sondern hat durch seine Veröffentlichungen und Vorträge den gesellschaftlichen sowie den wissenschaftlichen Diskurs über Bilder und den Bildgebrauch bedeutsam geprägt. Er konzentriert sich im Wesentlichen auf die historische und gesellschaftliche Funktion von Bildern in ihrem jeweiligen Entstehungs- und Verwendungskontext – sei es die Malerei, der Bildjournalismus, die Fotografie oder der Film etc. Mitchell beschreibt und analysiert dabei die jeweiligen Entwicklungen nicht nur, sondern unterwirft sie darüber hinaus einer kritischen Reflektion. Mehr

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Marcus S. Kleiner: Grundlagentexte zur sozialwissenschaftlichen Medienkritik

Rezensiert von Fernando Ramos Arenas

Einzelrezension
Achtunddreißig interdisziplinär und international ausgerichtete Texte (allerdings mit einem klaren deutschsprachigen Schwerpunkt) versammelt und kommentiert Marcus S. Kleiner, Lecturer an der Universität Siegen im Fach Medienwissenschaft, in dem hier besprochenen Band als relevante Beispiele sozialwissenschaftlicher Medienkritik und greift dazu sowohl auf Aufsätze der “Klassiker” dieses Feldes als auch auf diejenigen von weniger bekannten Autoren zurück. Daraus ist eine umfangreiche Publikation mit drei thematischen Schwerpunkten entstanden: “Theorien”, “Institutionalisierung der Filmkritik” und “aktuelle kritische Medienforschung”. Mehr

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Nathalie Huber: Kommunikationswissenschaft als Beruf

Rezensiert von Michael Wild

Einzelrezension
Was ist Kommunikationswissenschaft? Diese Frage ist so alt wie das Fach selbst und spiegelt sich aktuell in der fortdauernden Selbstverständnisdebatte des Faches im Rahmen der DGPuK wider. Nathalie Huber macht sich mit der vorliegenden Untersuchung nun daran, einen Beitrag zu dieser Debatte beizusteuern. Ihr Blick richtet sich auf die zentralen Akteure des Faches und dabei, ausgehend von den eher überschaubaren bisherigen Studien, auch auf die Erklärung des Zusammenhangs zwischen dem bisher getrennt untersuchten Berufs- und Fachverständnis der Akteure in der Kommunikationswissenschaft. Die Selbstverständnisdebatte innerhalb des Faches wird somit zur Frage nach dem Selbstverständnis der Fachvertreter und wie dieses zu erklären ist. Dadurch ergibt sich ein spannender Blick in das Innenleben der Kommunikationswissenschaft, ohne die vielfältigen Aspekte einer Wissenschaft, von theoretischen Fragen bis hin zum universitären Alltag, unnötig einzuengen. Mehr

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Udo Göttlich, Winfried Gebhardt, Clemens Albrecht (Hrsg.): Populäre Kultur als repräsentative Kultur

Rezensiert von Louis Bosshart

Einzelrezension
Wenn kulturelle Artefakte im Geruche stehen, alltagsnahe und mehrheitsfähig, also konsumierbar, sowie in der Lage zu sein, dem Publikum Vergnügen zu bereiten, dann läuten bei Kunstpuristen sämtliche Alarmglocken. Und wenn sich seriöse Wissenschaft dieser Phänomene annimmt, dann wird dies in der Tat zu einer Herausforderung. Dass diese aber angenommen wird, bezeugt der Umstand, dass das hier zu besprechende Buch acht Jahre nach der Erstausgabe in einer zweiten, durchgesehenen, erweiterten und aktualisierten Auflage erscheint. Man müsste eigentlich den Untertitel abändern in Richtung Bereicherung einer durch Sterilität bedrohten Medien- und Kommunikationswissenschaft mit Pop-Art als repräsentativer Kultur. Unterhaltung wird als legitimes Motiv der Mediennutzung anerkannt. Mehr

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Scarlett Schneider: Grenzüberschreitende Organisationskommunikation

Rezensiert von Reinhold Fuhrberg

Einzelrezension
Die vorliegende Dissertationsschrift bildet den Auftakt der Buchreihe Studien zur Organisationskommunikation der Erstgutachterin und Herausgeberin Anna Maria Theis-Berglmair. Sie geht der Frage nach, inwieweit Organisationen in der Lage sind, in ihrer internen Kommunikation “grenzüberschreitende” Kommunikation zu meistern. Damit ist jedoch weniger die internationale Kommunikation zwischen Unternehmenseinheiten im In- und Ausland gemeint. Vielmehr bestehen in ihrer systemtheoretischen Betrachtung Organisationen aus Kommunikation. Sie verwendet dabei einen weniger trivialen Kommunikationsbegriff. Wie gelingt es durch Kommunikation Grenzen zu schaffen und diese durch Kommunikation zu überwinden? Unterscheidungen sind dabei u. a. Abteilungsgrenzen, hierarchische Abgrenzungen, Projektgrenzen, Standortgrenzen nach Zentrum oder Peripherie sowie formale bzw. informale Abläufe. “Kommunikation mit Kollegen aus anderen Kulturkreisen, Funktionsbereichen oder Hierarchiestufen stellen eine echte Herausforderung für die Organisationsmitglieder dar”. Mehr

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