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Yvonne Malak: Das Moderationshandbuch

Rezensiert von Thomas Liesen

Einzelrezension

Yvonne Malak ist in der Radioszene als versierte Expertin bekannt. Sie hat jahrelang als Moderatorin gearbeitet und coacht seit über 15 Jahren Sender im deutschsprachigen Raum. Das vorliegende Werk ist ihr drittes Fachbuch über das Radiomachen und hat das Ziel, Tipps zu geben und handwerkliches Rüstzeug zu geben, um “jedes Mal die bestmögliche Show abzuliefern.” Und dies in einem Radio, das für “emotionale Entlastung, Entspannung und gute Laune” steht. Diese Selbstbeschreibung deutet schon an, wer die Zielgruppe des Buches ist: Moderatorinnen und Moderatoren von Mainstream-Sendern, im engeren Sinne vor allem von kommerziellen Mainstream-Radios der einschlägigen Kategorien AC (Adult Contemporary) oder CHR (Contempory Hit Radio). Mehr

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Miriam Grabenheinrich: Journalismus und Diversity

Rezensiert von Bärbel Röben

Einzelrezension

Schon lange ist Deutschland ein Einwanderungsland, doch in der journalistischen Ausbildung wird der Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt und Differenzsetzung, den ich bereits auf der DGPuK-Tagung 2003 als notwendige, neue Schlüsselqualifikation vorgestellt habe, nur selten vermittelt. Dank Miriam Grabenheinrichs umfangreicher Forschungsarbeit liegt nun endlich ein theoretisch fundiertes, in der Praxis erprobtes Konzept für die interkulturelle Sensibilisierung von Journalist*innen vor! Der Band ist in der Reihe “Ethnologie als Praxis” der Universität Tübingen erschienen. Mehr

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Markus Wolsiffer: Das Nachrichtenverständnis junger Menschen

Rezensiert von Nadine Klopfenstein Frei

Einzelrezension

Wenn ein promovierter Journalist ein Buch über das Nachrichtenverständnis junger Menschen schreibt, so mag man das ein oder andere zugespitzte Argument oder zumindest eine spitze Feder erwarten. Doch Markus Wolsiffer hat sich beim Verfassen seines Buches Das Nachrichtenverständnis junger Menschen in wissenschaftlicher Zurückhaltung geübt. So hat der Autor seine Dissertation zu einem schönen Gesamtwerk über das Nachrichtenverständnis von Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren zusammengefasst, das zudem eine Übersicht über die Nachrichtenforschung und deren zugrundeliegenden Theorien gibt. Mehr noch, er hat in seinem fast schon monumental anmutenden Buch (über 560 Seiten) einen umfassenden Abriss der wichtigsten Theorien der Nachrichten- und Kommunikationsforschung verfasst – was in Zukunft bestimmt dem ein oder anderen Studierenden zuträglich sein dürfte. Mehr

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Andreas Elter: TV und AV Journalismus

Rezensiert von Sebastian Köhler

Einzelrezension
Andreas Elter gilt als einer der theoretisch und praktisch versiertesten Bewegtbild-Journalismus-Experten hierzulande. Er arbeitet als Fachgebietsleiter “Bewegtbild” bei der ARD-ZDF-Medienakademie. Zuvor war er bundesweiter Studiengangsleiter für Journalistik einer privaten Hochschule. Bis dahin war er viele Jahre als Redakteur und Reporter beim WDR, beim ZDF und bei RTL tätig. Das vorliegende Buch ist laut Elter zwischen Dezember 2019 und Mai 2021 entstanden – also in einer Zeit, die in Deutschland und weiten Teilen der Erde stark von der COVID-19-Pandemie bestimmt war. In dieser Krisenzeit war, ähnlich wie bspw. im Zusammenhang der Anschläge vom 11.9.2001, ein beträchtlicher Aufschwung der Nutzung auch tradierter Medien zu beobachten. Mehr

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Alla G. Bespalova, Horst Pöttker (Hrsg.): Mediensysteme in Deutschland und Russland

Rezensiert von Jürg Häusermann

Einzelrezension

Alla Grigor’evna Bespalova ist 1956 geboren. Sie wuchs, so stelle ich es mir vor, mit der Komsomol’skaja Pravda, den Liedern von Radio Majak und den Serien des sowjetischen Fernsehens auf. Horst Pöttker, Jahrgang 1944, lernte lesen, als die ersten Ausgaben der Bild-Zeitung erschienen, und lebte als junger Mensch in einem Land, zu dem der Internationale Frühschoppen ebenso wie Radio Luxemburg gehörte. 2003 haben sie ein gemeinsames Projekt gestartet, dessen Ziel u.a. ein „deutsch-russisches Journalistik-Wörterbuch“ war. Als Resultat liegt jetzt, nach dem Handbuch der journalistischen Genres, eine Aufsatz- und Materialsammlung mit dem Titel Mediensysteme in Deutschland und Russland vor. Es ist aufgegliedert in die Teile Mediensysteme, Printmedien, Hörfunk, Fernsehen, Online-Medien und Agenturen. Fast ein Drittel des Umfangs nimmt eine Gegenüberstellung statistischer Daten zu Markt und Nutzung journalistischer Medien in beiden Ländern ein. Die Artikel des Buchs beginnen mit Definitionen, leisten bei den einzelnen Medienformen einen Überblick über die Geschichte des jeweiligen Objekts und verweisen meist auch auf dessen Erforschung. Damit lassen sich viele Beiträge als Einführung in die Thematik lesen, und das Buch erlaubt russischen und deutschen Leser*innen einen Einblick in das jeweils andere Mediensystem und seine Formen. Mehr

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Martin Seeliger, Sebastian Sevignani (Hrsg.): Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Vor etwa 60 Jahren veröffentlichte Jürgen Habermas seine inzwischen breit angesehene und diskutierte Habilitationsschrift Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Öffentlichkeit (1962). Als ein “Idealtypus”, mindestens als ein “Modell” war die Untersuchung angelegt. Habermas untersuchte mit juristisch-staatspolitischen und sozialwissenschaftlichen Begriffen zunächst die Entstehung der “bürgerlichen Öffentlichkeit” im 17./18. Jahrhundert aus Assoziationen literarischer, kultureller Zirkel, von Vereinen, politischen Gruppierungen, Stammtischen, Clubs und Salons, aber auch von Logen und Geheimbünden. Diese formierten sich zum “Publikum versammelter Privatleute”, gewissermaßen als informelle, diskursive Vermittlungsinstanzen zwischen Staat und (Zivil)Gesellschaft. Mehr

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Rita Kohlmaier: Kriegsreporterinnen

Rezensiert von Martina Thiele

Einzelrezension

Über welche besonderen Eigenschaften verfügen Menschen, die über Kriege und Krisen berichten? Was unterscheidet sie von anderen Journalist:innen, die nicht an vorderster Front dabei sind? Und was unterscheidet Kriegsreporterinnen von Kriegsreportern? Dass erstere bis heute in der Minderheit sind? Dass sie dennoch, und gerade weil sie Frauen sind, auffallen? Was also spricht dafür, sich 2022 “Kriegsreporterinnen” und ihrem “Einsatz für Wahrheit und Frieden” zu widmen? Ein Grund ist sicher: die bedrückende Realität der zahlreichen Kriege und Krisen in der Welt. Über den Zusammenhang von Medien, Krieg, Geschlecht, über Affirmationen und Irritationen sozialer Ordnungen durch Krieg ist bereits einiges geschrieben worden. Die Theoretisierungen von Geschlecht, Heteronormativität und (un)doing gender zielen darauf ab, falschen Zuschreibungen von Friedfertigkeit und Gewalttätigkeit, Verantwortungsgefühl und Mut entlang von Zweigeschlechtlichkeit oder Nationalität etwas entgegenzusetzen. Als populärer und anschlussfähiger erweisen sich jedoch differenztheoretisch argumentierende Studien, wonach Frauen anders sind und anders agieren (müssen) als Männer. Mehr

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Ralf Spiller, Christian Rudeloff, Thomas Döbler (Hrsg.): Schlüsselwerke. Theorien (in) der Kommunikationswissenschaft

Rezensiert von Jan Niklas Kocks

Einzelrezension

Am Anfang stand das Skript. Wer in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren ein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft aufnahm, der wurde beinahe zwangsläufig mit dem einführenden Vorlesungsskript eines Empirikers konfrontiert, das sich zum Ziel gesetzt hatte, die vielfältigen und manchmal naiven erstsemestrigen Erwartungen an ein “Was mit Medien”-Studium in wissenschaftliche und vor allem auch systematisierte Bahnen zu lenken. Direkt auf den ersten Seiten stand dort sinngemäß zu lesen: “Die Kommunikationswissenschaft ist eine empirische Sozialwissenschaft und zugleich auch eine Integrationsdisziplin, die sich durch einen Theorie- und Methodenpluralismus auszeichnet.” Dies war zu lernen und sodann im Verlaufe des Studiums auch mit Inhalt zu füllen, was, je nach Ehrgeiz und fachlicher Neigung, mal mehr und mal weniger gut gelang. Viele Jahre später ist dieser Theorie- und Methodenpluralismus zumindest jenen, die der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft fachlich treu geblieben sind, in Fleisch und Blut übergegangen. Woran es aber oftmals noch immer mangelt – dies wird gerade auch dann bewusst, wenn es etwa in der Lehre darum geht, einführende Übersichtsveranstaltungen zu konzeptionalisieren – sind Werke, die den Versuch wagen, diesen Theoriepluralismus in seiner Gesamtheit abzubilden, also gerade nicht nach Teildisziplinen und fachlichen Perspektiven zu beschneiden, sondern eine Art Werkschau der Kommunikationswissenschaft insgesamt zu bieten. Mehr

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Jürgen Wilke: Erlebtes und Erforschtes

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension

Erinnerungen von Kommunikationswissenschaftlern in Buchform sind eher selten. Elisabeth Noelle-Neumann legte ihre 2006 vor. Nun hat Jürgen Wilke, einer ihrer ersten Schüler, ebenfalls ein Buch herausgebracht, in dem er Erlebtes und Erforschtes nachzeichnet. Bereits in den Vorbemerkungen betont Wilke, dass das Werk keinen wissenschaftlichen Anspruch habe, dennoch verweist er in über 200 Fußnoten auf zahlreiche Quellen, die es möglich machen, das auf knapp 300 Seiten Geschilderte zu vertiefen. Mehr

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Richard David Precht, Harald Welzer: Die vierte Gewalt

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension

Medienkritiken oder gar -schelten gibt es mittlerweile en masse (wie die beiden prominenten Autoren gleich eingangs einräumen und aus denen sie ausgiebig zitieren), einige eher ambitioniert, vielfach mit dem Anspruch wissenschaftlicher Reputation und innovativer Theoriebildung, andere eher populärwissenschaftlich, an ein breites Publikum gerichtet, sachlich oder auch tendenziös. Aber keine hat bislang solch einen medialen Hype ausgelöst wie die von Precht und Welzer, der eine mit der Aura des frei räsonierenden Philosophen, der andere als allthematisch dozierender Sozialwissenschaftler. Mehr

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