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Barbara Thomaß (Hrsg.): Migration und Vielfalt im öffentlichen Rundfunk

Rezensiert von Petra Herczeg

migration_und_vielfalt_thomassEinzelrezension
Die Anthologie von Barbara Thomaß hat ihre Grundlage in einem Studierendenprojekt an der Ruhr-Universität Bochum. Wie die Professorin für Mediensysteme im Vorwort beschreibt, ging es dabei um ‘Diversity in den Medien’ und ‘Diversity Management’. Die Studierenden haben also für das Thema „Feuer gefangen“ und ihre Abschlussarbeiten zum Thema ‘Diversity’ verfasst. Die Artikel des daraus entstandenen Sammelbandes befassen sich mit der übergeordneten Fragestellung, welchen Beitrag Medien in sechs europäischen öffentlichen Rundfunkanstalten leisten können, um kulturelle Vielfalt zu fördern. Die Palette der analysierten Sender reicht dabei vom Westdeutschen Rundfunk über den ORF und die BBC bis zum spanischen Fernsehen. Auch die inhaltlichen Grundlagen divergieren – zwischen Seifenoper, Tatort und Wetten, dass..?. Mehr

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Lars Bauernschmitt, Michael Ebert: Handbuch des Fotojournalismus

Rezensiert von Evelyn Runge

Lars Bauernschmitt, Michael Ebert: Handbuch des Fotojournalismus. Geschichte, Ausdrucksformen, Einsatzgebiete und PraxisEinzelrezension
Einige Ikonen des Fotojournalismus aus dem 20. Jahrhundert hat man vor dem inneren Auge, auch ohne die Bilder vor sich zu sehen: etwa das Aufstellen der amerikanischen Flagge durch Soldaten in Iwo Jima von Joe Rosenthal (1945), die Selbstverbrennung des Mönchs Thich Quang Duc in Saigon von Malcolm Browne (1963) oder die fliehenden Kinder in Vietnam, im Bild festgehalten von Nick Ut (1972). Zu fotografischen Ikonen gehören jedoch nicht nur Aufnahmen aus Krisen- und Kriegssituationen, sondern auch solche aus Wissenschaft und dem Paparazzitum. Lennart Nilssons Fotogeschichte über das Werden des menschlichen Lebens im Mutterleib wurde 1965 im Magazin LIFE veröffentlicht. Der „King of the Paparazzi“ Ron Galella hingegen verlor bei der Ausübung seines Berufs die unteren Schneidezähne: Schauspieler Marlon Brando brach ihm den Kiefer – und Galella wurde selbst zum Fotoobjekt. Geschützt mit einem Football-Helm näherte er sich Brando wieder. All diese Fotografien und viele mehr bilden den Grundstock des Handbuchs des Fotojournalismus, das einen breiten Überblick über dessen Geschichte, Ausdrucksformen, Einsatzgebiete und Praxis gibt, wie der Untertitel verspricht. Mehr

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Alexa Robertson: Global News

Rezensiert von Nina Springer

Alexa Robertson: Global News. Reporting Conflicts and CosmopolitanismEinzelrezension
Mit ihrer Veröffentlichung Global News legt Alexa Robertson eine komparative Analyse der Darstellungen und Arbeitsweisen globaler Nachrichten-Redaktionen vor. Die Studie verortet sich im Kontext film-, kultur- und medienwissenschaftlicher bzw. kritischer Theorie und verfolgt mehrere Fragestellungen: Unter anderem geht es darum, wie Mitarbeiter globaler Nachrichten-Redaktionen über die Welt berichten, wie sie ihre Arbeit verstehen und wie angemessen Generalisierungen über ,globale Medien’ sind. Zur Beantwortung dieser Fragen wurden Beiträge zweier etablierter TV-Sender des Mainstreams (BBC World und CNN International) sowie zweier gegen-hegemonialer Konkurrenten (Al Jazeera English und Russia Today) untersucht und ergänzende Interviews geführt. Mehr

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Paul Henkel: Nicht ohne Facebook

Rezensiert von Stephan Mündges

Paul Henkel: Nicht ohne FacebookEinzelrezension
Für einen Wissenschaftler gibt es wenig Undankbareres als einen Untersuchungsgegenstand, der sich rasant und auf nahezu unvorhersehbare Weise verändert. Paul Henkel hat mit seiner Studie zu den Aktivitäten deutscher Regionalzeitungen auf Facebook daher Mut und Weitsicht bewiesen. Denn in seinem Untersuchungszeitraum von September 2011 bis Juli 2012 war bei weitem nicht abzusehen, dass Facebook im Diskurs über Digitalen Journalismus einmal eine derart beherrschende Rolle spielen würde, wie es heute der Fall ist. In seiner Dissertation erforscht Henkel anhand einer quantitativen Online-Befragung, welche Wünsche Nutzer an Facebook-Auftritte regionaler Tageszeitungen stellen. Mehr

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Deborah Zani: Dekodiert

Rezensiert von Marion Müller

Deborah Zani: DekodiertEinzelrezension
Wie gelingt eine erfolgreiche Gesprächsführung in Verkaufsgesprächen? Welche ‘verborgenen Stellhebel’ gilt es zu berücksichtigen? Wie kann man die zuständigen Entscheidungsträger im unmittelbaren Gespräch überzeugen? Das sind die Fragen, die Deborah Zani in Dekodiert. Die Methode für den ultimativen Verhandlungserfolg zu beantworten verspricht. So beschreibt die Kommunikationswissenschaftlerin in 13 Kapiteln, was sie als Unternehmensberaterin bei Verhandlungen auf der höchsten Unternehmensebene beobachtet zu haben glaubt. Und das sind vor allem neun Schlüsselmomente (Defining Moments genannt) bzw. Wendepunkte, die angeblich erklären können, warum Verhandlungen scheitern und deren Kenntnis dabei helfen soll, die Erfolgswahrscheinlichkeit zu maximieren. Mehr

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Christian Jakubetz: Universalcode 2020

Rezensiert von Lars Rinsdorf

Christian Jakubetz: Universalcode 2020Einzelrezension
Schön sieht sie aus, Christian Jakubetz‘ Fibel Universalcode 2020 in Mattschwarz plus Signalfarbe und moderner Typographie. Das Buch sollte selbst ein digital native gerne auf dem Schreibtisch liegen haben – wenn er oder sie noch einen besitzt. Wer gerne Hoodie trägt, bei dem passt der kompakte Ratgeber vielleicht sogar in die Hosentasche. Und wem gedruckte Texte gänzlich fremd geworden sind, bookmarkt sich einfach die Website zum Buch auf seinem Smartphone. Das ist ein zeitgemäßes Gesamtpaket. Alles andere hätte auch nicht gut ausgesehen, denn schließlich verhandelt der Autor nicht weniger als den state of the art des digitalen Journalismus. Mehr

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Tim Kukral: Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten

Rezensiert von Julia Lönnendonker

TimKukral_Auslandskorrespondenten_coverEinzelrezension
Auslandskorrespondent – das klingt für viele angehende Journalisten nach prestigeträchtigem Traumberuf. Wie sehen aber – abseits festangestellter Korrespondentenstellen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – die Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten aus? Und wie hat sich ihre Situation im Zuge der Medienkrise und den dadurch bedingten ökonomischen Zwängen entwickelt? Profitieren sie gar vom Abbau fester Korrespondentenstellen, indem sie Lücken füllen, die zuvor von festangestellten Kollegen bedient wurden oder bekommen ,Freie’ ebenso zu spüren, dass die Ausgaben für die Auslandsberichterstattung generell zurückgefahren werden? Diese Forschungslücke will Tim Kukral mit seiner Master-Arbeit zu den Arbeitsbedingungen freier Auslandskorrespondenten schließen. Mehr

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Matthias Brändli: Die Online-Kommunikation von politischen Interessengruppen in der Schweiz

Rezensiert von Colette Schneider Stingelin

MatthiasBraendli_OnlineKommunikation-coverEinzelrezension
Interessengruppen sind in modernen Demokratien wichtige Vermittler zwischen dem Staat und der Gesellschaft. Sie artikulieren, bündeln ihre Interessen und vermitteln diese mit dem Ziel, politisch Einfluss zu nehmen. Hat die wachsende Bedeutung der Medien in der Politik in den vergangenen Jahren das Kommunikationsverhalten und die Organisationsstrukturen von Interessengruppen verändert? Die wissenschaftliche Beschäftigung mit derartigen Verbänden und ihren kommunikativen Aktivitäten ist bis jetzt rar. Umso beachtlicher ist die großangelegte Studie von Matthias Brändli, die sich mit der Online-Kommunikation von politischen Interessengruppen in der Schweiz befasst. Mehr

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Ioana Crăciun: Die Dekonstruktion des Bürgerlichen im Stummfilm der Weimarer Republik

Rezensiert von Michael Wedel

IoanaCraciun_DekonstruktiondesBuegerlichenEinzelrezension
Seit Siegfried Kracauer in seiner 1947 erschienenen „psychologischen Geschichte des deutschen Films“ das Kino der Weimarer Republik als Ausdruck einer tiefgreifenden Identitätskrise des Bürgertums interpretiert hat, sind an dessen Beispielen immer wieder die Zeichen einer nachhaltigen sozialen und kulturellen Verunsicherung entziffert worden. Ioana Crăciuns Arbeit reiht sich in diese Tradition ein. Im Anschluss an Kracauer lautet ihre Ausgangsthese, „dass in vielen Filmwerken der Zwanziger Jahre das Bürgerliche einer systematischen Dekonstruktion unterzogen wurde mit dem Zweck, die bürgerliche Gesellschaft mit ihrem traditionellen Kulturbegriff zu hinterfragen“. Vorausgeschickt wird den Fallstudien, die unterschiedliche Dimensionen dieser Dekonstruktion anvisieren, das Eingeständnis eines exemplarischen Vorgehens, das sich auf Filmbeispiele bezieht, die schon von Kracauer kanonisiert wurden. Die Kapitel folgen dabei keiner Chronologie, sondern sind thematisch organisiert und zielen in der Zusammenschau der Perspektiven auf den Effekt einer Komplementarität, die „eine differenzierte kulturgeschichtliche Diagnose“ ermöglichen soll. Mehr

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Martina Thiele: Medien und Stereotype

Rezensiert von Wolfgang R. Langenbucher

Einzelrezension
Zu Stereotypen allgemein und ihren Funktionen in den Medien liegen Forschungsergebnisse aus einer langen wissenschaftlichen Kontinuität vor, die nach Synthesen, Metaanalysen und systematischer Identifikation verbleibender Forschungslücken rufen. Diesen Anspruch realisiert Martina Thiele in ihrer umfangreichen Monographie Medien und Stereotype. Sie klärt Begriffe und Theorien, arbeitet die Geschichte des Forschungsfeldes auf und liefert Analysen zu Stereotypen aus den Bereichen Nationen und Ethnien, Religionen, Geschlechter, Alter und Berufe. Dabei widmet sich die Autorin, die im Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg tätig ist, auch der Frage, ob Stereotype nicht doch ein ,Körnchen Wahrheit’ enthalten und was dies für eine journalistische Berichterstattung bedeutet, die ohne Stereotype kaum auskommt. Mehr

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