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Leonard Reinecke, Sabine Trepte (Hrsg.): Unterhaltung in neuen Medien

Rezensiert von Kathleen Arendt

Einzelrezension
Sammelbänden widmet man sich oft mit gemischten Gefühlen. Die Lektüre lässt einen mitunter mit dem ernüchterten Gefühl zurück, eine Sammlung von Beiträgen mit stark unterschiedlicher Qualität und einer mehr, aber wahrscheinlich eher minder großen Nähe zum eigentlichen Thema rezipiert zu haben. Oder aber es stellt sich, wie in diesem Fall, das zufriedene Gefühl ein, eine in sich stimmige, qualitativ hochwertige Zusammenstellung von Beiträgen gelesen zu haben, die eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema bietet. Bei einem am Reißbrett entworfenen Konzeptband wie diesem ist der richtungsweisende Einfluss der Herausgeber(innen) deutlich prägender als beispielsweise bei einem Tagungsband – damit allerdings auch der Anspruch des Lesers. Mehr

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Medien der Nation

Rezensiert von Christoph Raetzsch

Einzelrezension
Zu Ironie der Geschichte gehört, dass nach ihrem von Francis Fukuyama postulierten Ende die Nation als geschichtlicher Akteur wichtiger denn je geworden ist. Obwohl Fukuyama mehr Schelte als Lob für seine Thesen erntete, bleibt doch festzuhalten, dass nationale Identität in Zeiten globalisierter Güter- und Risikoverteilung der ständigen Mobilisierung bedarf. Die Nation kann sich, mit wenigen Ausnahmen, vielerorts nicht mehr auf jene naturalisierte Selbstverständlichkeit berufen, mit der sie aus den Umwälzungen des 18. und 19. Jahrhunderts als neue soziale und politische Organisationsform hervortrat. Ausgehend von Benedict Andersons Studie Imagined Communities ist sowohl in der Politikwissenschaft als auch in der Journalismusforschung die Rolle der (Massen-) Medien für die Konstitution nationaler Identitäten fester Bestandteil der Forschungsliteratur geworden. Allerdings tritt mit der zunehmenden globalen Präsenz medial vermittelter Nationenbilder nicht nur eine eine Erosion, sondern auch eine Erstarkung jener partikularen Identitäten hervor, die wiederum durch mediale Strategien entweder befördert oder revidiert werden. Mehr

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Wiebke Loosen, Armin Scholl (Hrsg.): Methodenkombinationen in der Kommunikationswissenschaft

Rezensiert von Pascal Tanner

Einzelrezension
Mit dem Sammelband Methoden-kombinationen in der Kommunikations-wissenschaft. Methodologische Herausforderungen und empirische Praxis liegt im wahrsten Sinne des Wortes eine Sammlung vor. Alle zwanzig Beiträge sind der Frage gewidmet: Wie und mit welchem Gewinn lassen sich unterschiedliche Methoden miteinander in einer Untersuchung kombinieren? Im Folgenden soll zunächst gezeigt werden, was diesen Sammelband relevant macht, um anschließend einige Beiträge näher zu besprechen. Die Kommunikations-wissenschaft ist keine eigenständige Forschungsdisziplin, auch lässt sie sich nicht als Teildisziplin verstehen. Sie ist weder Sozialwissen-schaft, noch Psychologie, noch Linguistik oder Germanistik. Dort, wo sie die Wirkung von Medien beforscht, steht sie der Psychologie nahe, dort, wo wie sich für die Öffentlichkeit interessiert, berührt sie die Soziologie und wenn sie sich beispielsweise fürs Schreiben der Journalisten interessiert, geht sie ethnographisch vor. Bei der Kommunikationswissenschaft handelt es sich vielmehr um ein Forschungsprogramm. Zentraler Orientierungspunkt ist der Kommunikationsbegriff, dieser liegt aber gewissermaßen quer zu mehreren Disziplinen. Mehr

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Claudia Fraas, Stefan Meier, Christian Pentzold: Online-Kommunikation

Rezensiert von Stephan Oliver Görland

Einzelrezension
Wer ein Einführungsbuch über Online-Kommunikation verfasst, dem begegnen gleich zwei Hürden. Da sind zum einen die hohen Erwartungen, die Leser an einführende Literatur stellen: den behandelten Themenbereich möglichst verdichtet und verständlich präsentiert zu bekommen. Zum anderen unterliegt das Thema “Online-Kommunikation” einer besonders hohen Dynamik, die eine Publikation innerhalb kürzester Zeit als veraltet dastehen lassen kann. Online-Kommunikation von Claudia Fraas, Stefan Meier und Christian Pentzold bestätigt diese Befürchtungen jedoch nicht. Das Buch liefert einen gelungenen Überblick über die verschiedensten Themenbereiche der Online-Kommunikation und schafft es so, der erklärten Zielgruppe – Einsteigern in die Thematik und Studienanfänger der Medien- und Kommunikationswissenschaft – die ersten Schritte in die Materie zu erleichtern. Mehr

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Marco Dohle: Unterhaltung durch traurige Filme

Rezensiert von Meike Uhrig

Einzelrezension
Marco Dohle behandelt in seiner Dissertation, die er der kommunikationswissenschaftlichen Rezeptionsforschung zuordnet, in insgesamt zehn Kapiteln die Rezeption trauriger Filminhalte. Die Arbeit gliedert sich in einen theoretischen Teil und die Darstellung einer empirischen Untersuchung. Dohles zentrale Forschungsfrage lautet “Welche Bedeutung haben Metaemotionen für die Rezeption trauriger Filme?” Dabei konzentriert er seine Untersuchung in erster Linie auf den prä-kommunikativen Rezeptionsprozess, die “Gründe und Motive” der Rezeption trauriger Inhalte, und bezieht sich besonders auf die Ausführungen von Oliver (1993) zur Rolle von Metaemotionen, die er in einem mehrdimensionalen Ansatz weiterentwickelt. Mehr

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Georg Mein, Heinz Sieburg (Hrsg.): Medien des Wissens

Rezensiert von Christoph Gardian

Einzelrezension
Der Sammelband geht zurück auf eine Ringvorlesung Interdisziplinäre Aspekte von Medialität, die im Sommersemester 2007 an der Universität Luxemburg veranstaltet wurde. “Ziel des Bandes ist es,” so die Ankündigung im U4-Text, “mit dem Begriff der Medialität die spezifische Verfasstheit des Wissens in den Mittelpunkt zu rücken – system-theoretisch formuliert: die Form der Kommunikation.” Dabei orientieren sich die Beiträge keineswegs am luhmannschen Wissensbegriff oder an seiner Medium/Form-Unterscheidung, deren Abstraktheit Georg Meins Theorie-Abriss “Anstelle einer Einführung“ bemängelt. Mein kontrastiert – so ließe sich pointieren – ‘lose’ und ‘strikt gekoppelte’ Medienbegriffe, wobei er die “Stärke” der Letzteren in der “Eingrenzung” sieht. Mehr

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Sandra Siebert: Angeprangert!

Rezensiert von Hanne Detel

Einzelrezension
Der Skandal hätte bereits im November 1999 seinen Anfang nehmen können. Damals veröffentlichte die Frankfurter Rundschau einen Bericht, der den jahrelangen Missbrauch von Schülern an der Odenwaldschule enthüllte – jedoch ohne Reaktion: keine Empörung in der Öffentlichkeit, keine anderen Medien, die sich einschalteten, keine Strafen für den Schuldigen. Der Skandal blieb aus. Es sollte mehr als zehn Jahre dauern, bis erneute Berichterstattung den bitter nötigen Skandal auslöste. Worin liegen die Gründe, dass die Enthüllung eines Missstandes in einem Fall einen Skandal initiiert und im anderen nicht? Warum lässt sich das Ausmaß der Empörung in der Bevölkerung nicht mit der Größe und Art der Missstände erklären? Warum echauffiert sich die Öffentlichkeit in manchen Fällen über kleine und unwichtige Dinge, während die Entrüstung bei einigen großen Missständen – wie zunächst im Fall der Odenwaldschule – ausbleibt? Mehr

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Nathalie Huber: Kommunikationswissenschaft als Beruf

Rezensiert von Michael Wild

Einzelrezension
Was ist Kommunikationswissenschaft? Diese Frage ist so alt wie das Fach selbst und spiegelt sich aktuell in der fortdauernden Selbstverständnisdebatte des Faches im Rahmen der DGPuK wider. Nathalie Huber macht sich mit der vorliegenden Untersuchung nun daran, einen Beitrag zu dieser Debatte beizusteuern. Ihr Blick richtet sich auf die zentralen Akteure des Faches und dabei, ausgehend von den eher überschaubaren bisherigen Studien, auch auf die Erklärung des Zusammenhangs zwischen dem bisher getrennt untersuchten Berufs- und Fachverständnis der Akteure in der Kommunikationswissenschaft. Die Selbstverständnisdebatte innerhalb des Faches wird somit zur Frage nach dem Selbstverständnis der Fachvertreter und wie dieses zu erklären ist. Dadurch ergibt sich ein spannender Blick in das Innenleben der Kommunikationswissenschaft, ohne die vielfältigen Aspekte einer Wissenschaft, von theoretischen Fragen bis hin zum universitären Alltag, unnötig einzuengen. Mehr

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Achim Eschbach, Nora-Sophia Eschbach (Hrsg.): Bausteine der Kommunikationswissenschaft

Rezensiert von Rubén Leites García

Einzelrezension
Das 300-seitige kommunikationswissenschaftliche Grundlagenbuch gibt einen ausführlichen Überblick über die Bausteine der Kommunikationswissenschaft, d. h. über Disziplinen und deren Vertreter, die zumindest als Ausgangspunkt für die Erschließung der facettenreichen Gestalt der Kommunikationswissenschaft dienen. Nach einem kurzen Vorwort und einer “Kleinen Geschichte der Kommunikationswissenschaft”, wie die Herausgeber sie nennen, folgt das Sammelwerk den Quellströmen der Kommunikationswissenschaft, indem zunächst der Autor samt Kurzbiographie vorgestellt wird. Dabei gehen die Herausgeber auf die markantesten Lebensabschnitte des Autors ein und markieren schon hier die Beziehung zur heutigen Kommunikationswissenschaft, um anschließend einen ausgewählten Text des jeweiligen Autors zu präsentieren. Dies wird ohne Kommentar oder fachspezifische Einordnung getan, da eine kritische und vor allem selbstständige Auseinandersetzung des Lesers mit der Textauswahl gewünscht wird. Mehr

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Paddy Scannell: Medien und Kommunikation

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
An deutschsprachigen Einführungen in die Kommunikations- und Medienwissenschaft (wie immer man diese Disziplinen unterscheidet) besteht hier zu Lande kein Mangel, auch die Titelelemente “Medien” und “Kommunikation” sind entgegen der Behauptung von Scannell schon vielfach verwendet, etwa besonders publik vom Funkkolleg Medien und Kommunikation. Da bestätigt sich erneut die oft schon beklagte ungenügende Vernetzung der europäischen Sozialwissenschaften. Meist behandeln diese Einführung systematisch Themen, Untersuchungsfelder und Forschungsbefunde von Kommunikation und Medien oder sie verfolgen chronologisch die einschlägige Fachgeschichte(n) nationaler, weniger internationaler Bandbreite. Mehr

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