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Stefanie Averbeck-Lietz (Hrsg.): Kommunikationswissenschaft im internationalen Vergleich

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
"Transnationalität“ – ohnehin eine vage, jeweils erklärungsbedürftige Kategorie zumal in der Wissenschaft – dürfte nicht gerade zu den hervorstechenden Kennzeichen der deutschen Kommunikationswissenschaft (wie vieler anderer Disziplinen auch) gehören. Eher schon musste man, zumal nach ihrer empirischen Wende in den 1970er Jahren, eine weitgehende Abhängigkeit von der US-amerikanischen Forschung registrieren oder auch beklagen, die besonders von manchen Instituten – etwa dem Mainzer mit der demoskopischen Dependence in Allensbach und mit den weiteren Ausgründungen ihrer Adepten seit der enormen Expansion dieser Disziplin – recht rigoros verfolgt wurde; allein das Münchener Institut hat sich freilich in etwas ignoranter Verteidigung der geisteswissenschaftlichen Wurzeln lange Zeit dagegen gestemmt. Das alles hat sich in der Zwischenzeit weitgehend gelegt und relativiert, zumal der wachsende Qualifizierungsdruck den akademischen Nachwuchs zur weiteren und noch bedingungsloseren Anpassung an internationale Gepflogenheiten zwingt. Mehr

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Gerold Ungeheuer: Kommunikationstheoretische Schriften I

Rezensiert von Henrik Dindas

Einzelrezension
Auf 292 Seiten werden elf Beiträge unterschiedlichen Charakters des Bonner Kommunikations- und Sprachwissenschaftlers Gerold Ungeheuer (1930-1982) zusammengetragen, die nur eine kleine Auswahl seiner über 120 Veröffentlichungen darstellen. So finden sich in der Auswahl der Herausgeber Kolb-Albers und Schmitz neben einigen zuvor als Vorträgen konzipierten Niederschriften auch ausgefeilte und konkret anwendungsorientierte Beiträge. Mehr

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Erwin Feyersinger: Metalepsis in Animation

Rezensiert von Felix Hasebrink

Einzelrezension
Publikationen, die sich selbst dem Feld der Animation Studies zurechnen, begannen noch vor einigen Jahren häufig mit der Klage, dass die traditionelle Filmwissenschaft den Animationsfilm bislang systematisch ignoriert habe. Glücklicherweise ist die Situation heute eine andere. Längst boomt die Animationsfilmforschung in der angelsächsischen wie französischen Film- und Medienwissenschaft; auch in der deutschsprachigen Forschungslandschaft führt sie kein exotisches Nischendasein mehr. Erwin Feyersingers neu erschienene Dissertation Metalepsis in Animation. Paradoxical Transgressions of Ontological Levels ist dafür ein gelungenes Beispiel. Mehr

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Andreas Sudmann: Serielle Überbietung

Rezensiert von Jonas Nesselhauf

Einzelrezension
Der Fernsehmarkt ist gerade in den vergangenen Jahren so stark wie wohl niemals zuvor zu einem Schauplatz des kapitalistischen Wettbewerbs geworden. Zwar existierte mit dem sogenannten Nielsen-Rating schon quasi mit dem Aufstieg des Fernsehens zum Massenmedium in den USA der Nachkriegsjahre ein ebenso gefürchtetes wie täglich befragtes Instrument zur Messung der Einschaltquote und damit zur Bewertung der Werbeplätze. Doch dieser Wettbewerb um die Gunst der Zuschauer hat sich gerade im letzten Jahrzehnt nochmals verschärft - sei es beispielsweise, weil die etablierten Sender mit Streaming-Portalen wie Netflix oder Amazon Prime einen neuen und mächtigen Konkurrenten bekommen haben, erfolgreiche Formate nun verstärkt auch international in andere Fernsehmärkte verkauft werden sollen oder schließlich weil TV-Serien unter dem Schlagwort des 'Quality-TV’ eine insgesamt stärkere Beachtung erfahren haben. Mehr

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Barbara Brandstetter, Steffen Range: Wirtschaft. Basiswissen für die Medienpraxis

Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension
Die Bedeutung der Wirtschaft für Staat und Gesellschaft ist weitgehend unstrittig. Auch für jeden einzelnen spielen ökonomische Entwicklungen eine wichtige Rolle: Denn dabei geht es um Themen wie die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes, steuerliche Belastungen oder die Kaufkraft des Geldes. Umso bemerkenswerter ist, dass die Wirtschaftsberichterstattung von breiten Teilen der Bevölkerung nur wenig geschätzt wird. Nach einer Studie des Allensbacher Instituts für Demoskopie von 2015 belegt das Zeitungsressort Wirtschaft in der Abfrage der Präferenzen einen unrühmlichen 10. Platz, weit hinter Lokales, Politik, Sport und Kultur. Viele andere Studien stützen diesen Befund. Mehr

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Horst Pöttker, Aleksandr I. Stan’ko (Hrsg.): Mühen der Moderne

Rezensiert von Jürg Häusermann

Einzelrezension
Russland und Deutschland waren nicht gerade die Wegbereiter der Moderne, und journalistische Medien entwickelten sich in beiden Ländern eher mühsam. Dennoch regte sich im 19. Jahrhundert journalistisches Bewusstsein. Diese These war Anlass zum Sammelband Mühen der Moderne. Verfasst von deutschsprachigen und russischen Publizistik-, Geschichts- und Literaturwissenschaftlern, widmen sich vierzehn Artikel dem publizistischen Schaffen von Schriftstellern aus Russland und Deutschland, die sonst vor allem für ihre literarischen Werke bekannt sind. Alle Beiträge sind sowohl auf Deutsch als auch auf Russisch enthalten. Mehr

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Sarah Geber: Wie Meinungsführer Meinung kommunizieren

Rezensiert von André Haller

Einzelrezension
Meinungsführertheorien gehören fest zum Lehrkanon der Kommunikationswissenschaft. Studien zu diesem Forschungsgebiet werden seit den Anfängen der Disziplin (exemplarisch sei an die "People’s Choice“-Studie von Lazarsfeld, Berelson & Gaudet 1944 erinnert) bis heute durchgeführt. Sarah Geber beschäftigt sich in ihrer Veröffentlichung mit den politischen Meinungsführern, genauer mit der Frage, wie der interpersonale Kommunikationsprozess zwischen Meinungsführern und -folgern in alltäglichen Gesprächssituationen genau verläuft. Mehr

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Lars Rinsdorf: Redaktionelle Strategien entwickeln

Rezensiert von Kristina Wied

Einzelrezension
Die Medienlandschaft verändert sich tagtäglich. Digitalisierung und technologische Innovationen treiben diese Veränderungen wesentlich an. Damit wandeln sich auch die Rahmenbedingungen, unter denen Journalismus in Redaktionen entsteht. Die Medienhäuser ebenso wie die journalistischen Redaktionen müssen mit diesem steten Wandel und dem Risiko, der Unsicherheit und der Ungewissheit, die mit Zukunfts-Entscheidungen verbunden sind, umgehen. Aber wie? Durch planvolles Handeln und mit Hilfe redaktioneller Strategien, wie Lars Rinsdorf in seinem Buch Redaktionelle Strategien entwickeln vielschichtig ausführt. Zeitgemäße Strategiearbeit sei, so hebt er mehrfach hervor, in Hyperwettbewerben "unter hoher Ungewissheit wichtiger denn je“. Zugleich stuft er "ein traditionelles Strategieverständnis“ als "anachronistisch“ ein. Mehr

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Katja Müller-Helle: Zeitspeicher der Fotografie

Rezensiert von Ulrich Hägele

Einzelrezension
Die Fotografie sucht seit ihren Anfängen nach dem realen Bild. Berühmt sind William Henry Fox Talbots Fotogramme von Farnen, Gräsern oder textilen Dingen – die fragilen Kompositionen verzücken auch 180 Jahre nach ihrer Entstehung. Detailtreue setzte ein großes Negativformat voraus. Ein Pionier auf diesem Gebiet war Johann August Lorent. Auf seinen Reisen in den Orient benutzte er in den 1850er Jahren Kameras mit 60 mal 80 Zentimeter großen Glasplatten – allein der Transport dieser Apparaturen muss ein immenser Kraftakt gewesen sein. Die Kameras besaßen keinen Verschluss und die Kollodiumplatten waren lichttechnisch träge, aber die feingezeichneten Architekturaufnahmen sind in ihrer Ästhetik bis heute unübertroffen. Einen mächtigen Sprung in Sachen Momentfotografie gelang Ottomar Anschütz 1888 mit seinem Schlitzverschluss. Fortan waren serielle Bilder Standard und Bilderfolgen im Sekundentakt kein Problem mehr – die fotografische Zukunft nahm ihren Lauf. Mehr

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Thomas S. Eberle: Fotografie und Gesellschaft

Rezensiert von Carsten Heinze

Einzelrezension
Der zur Diskussion stehende Sammelband Fotografie und Gesellschaft: Phänomenologische und wissenssoziologische Perspektiven vereint in fünf Teilen theoretische, methodologische, methodische sowie auch empirische Beiträge zum titelgebenden Verhältnis von "Fotografie und Gesellschaft“. Dabei wird die perspektivische Eingrenzung des Bandes auf Phänomenologie und Wissenssoziologie von dem Herausgeber Thomas S. Eberle bereits in der Einleitung vorgenommen und als metatheoretische Konzeptualisierung in seinem einführenden Beitrag "Fotografie und Gesellschaft. Thematische Rahmung“ systematisch ausgearbeitet. Gleichzeitig macht er deutlich, weshalb die soziologischen Auseinandersetzungen mit Fotografien sowie deren feldspezifischem Einsatz als visuelle Methode der Soziologie bislang auf disziplinäre Vorbehalte gestoßen sind. Dagegen führt er überzeugende, vor allem auch disziplingeschichtliche Gründe an, die das Visuelle als soziologischen Gegenstand als dringend geboten erscheinen lassen, nicht zuletzt angesichts der ubiquitären Durchdringung der gegenwärtigen Alltags- und Medienkulturen mit visuellen Formaten. Mehr

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