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Petra Grimm; Rafael Capurro (Hrsg.): Informations- und Kommunikationsutopien

Einzelrezension | 1. März 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Petra Grimm; Rafael Capurro (Hrsg.): Informations- und Kommunikationsutopien. Reihe: Medienethik, Band 7. Stuttgart [Franz Steiner Verlag] 2008, 161 Seiten, 23,– Euro.

Rezensiert von Barbara Thomaß

Utopien können eine träumerisch-eskapistische Tendenz haben – dann stellen sie entrückte Gegenentwürfe zu zeitgenössischen Lebenserfahrungen dar; oder eine vorwärtsstrebende – dann suchen sie nach Möglichkeiten, Unbilden des Gegenwärtigen durch Alternativen zu überwinden, die erst unter zu erwartenden oder zu erhoffenden zukünftigen Bedingungen zu verwirklichen sind. Ebenso verhält es sich mit Kommunikationsutopien, die an den jeweils gegenwärtigen kommunikativen Bedingungen und Erfahrungen anknüpfen und dann über sie hinaus reichen. Insofern sind Kommunikationsutopien zeitabhängig. Sie verweisen auf Defizite, die Menschen in ihrer aktuellen kommunikativen Vernetzung erfahren. So können Kommunikationsutopien ein Schlüssel zum Verständnis von empfundenen Mängeln aktueller Verständigungsprozesse sein. [Mehr]

Felix Heimann: Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik

Einzelrezension | 5. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Felix Heimann: Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik. Reihe: Studien zum deutschen und europäischen Medienrecht, Band 37. Frankfurt am Main etc. [Peter Lang] 2009, 364 Seiten, 56,50 Euro.

Rezensiert von Stephan Dreyer

heimann2009Felix Heimann hat sich im Rahmen seiner Dissertation an der Fernuniversität in Hagen keinem geringeren Thema angenommen als der detaillierten Analyse der inhaltlichen Standards des derzeitigen Pressekodex – und der Untersuchung der Wirksamkeit ihrer Durchsetzung. Unter dem Eindruck dieser Untersuchung entwickelt er detailliert ein mögliches Reformmodell zur Stärkung einer presserechtlichen Selbstkontrolle nach dem Vorbild von Anwalts- oder Ärztekammern und liefert den Entwurf eines entsprechenden Pressestaatsvertrags gleich mit. Eine diffizile Aufgabe, die sich in über 350 Buchseiten niederschlägt. Was einem kurzen historischen und verfassungsrechtlichen Überblick folgt, ist eine selten ausführliche Analyse der einzelnen Vorgaben des Pressekodex sowie der Richtlinien für die redaktionelle Arbeit nach den Empfehlungen des Deutschen Presserates. [Mehr]

Jens Bergmann; Bernhard Pörksen (Hrsg.): Skandal!

Einzelrezension | 7. Juli 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Jens Bergmann; Bernhard Pörksen (Hrsg.): Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung. edition medienpraxis, Band 6. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2009, 352 Seiten, 18,– Euro.

Rezensiert von Claudia Gerhards

bergmannpoerksenSkandale haben Hochkonjunktur. Auch Bücher über das Entstehen ebensolcher. Skandale sind keineswegs – wie oft angenommen – ein überflüssiges Übel der heutigen (Medien-)Gesellschaft. Sie haben vielmehr wichtige Funktionen: Sie geben Aufschluss über den moralischen Haushalt einer Gesellschaft, spiegeln Normen, Tabus und Zeitgeist wider und können zugleich Trendsetter und Multiplikator gesellschaftlichen Wandels sein. Skandale bieten der Gesellschaft die Möglichkeit, sich ihrer eigenen Normen zu vergewissern und diese gegebenenfalls neu zu verhandeln. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei Medien ein, ohne die Skandale nicht öffentlich werden würden. Charakteristisch für einen Skandal ist schließlich, dass eine moralische Verfehlung vorliegt, diese enthüllt wird und eine weithin geteilte Empörung folgt. [Mehr]

Bernard Stiegler: Die Logik der Sorge

Einzelrezension | 12. Juni 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Bernard Stiegler: Die Logik der Sorge. Verlust der Aufklärung durch Technik und Medien. Edition Unseld, Band 6. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2008, 163 Seiten, 10,– Euro.

Rezensiert von Matthias Karmasin

stiegler2008Der Text ist ein – in französischer Tradition – provokant formulierter Essay. Susanne Baghestani, die die Kapitel eins bis sechs der französischen Originalsausgabe, die den vorliegenden Band bilden, übersetzt hat, hat gute Arbeit geleistet. Das Buch ist gut lesbar und spiegelt doch den speziellen Zugang des Autors wider. Allein sein deutscher Titel wird dem eigentlichen Anliegen Stieglers nicht ganz gerecht. (Schade, dass der Suhrkamp Verlag im Falle der jüngst erschienenen Zweitauflage keinen angemesseneren Untertitel gewählt hat.) Im Original heißt das Buch Prendre Soin. De la jeunesse et des génerations. Und genau darum geht es Stiegler auch: um das Verschwinden der Kindheit, um das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen, um den Generationenvertrag, der auch die Erziehung und die Fürsorge beinhaltet, um die Möglichkeiten der Übernahme von Verantwortung und um die Frage, inwieweit die Medialisierung und Technisierung der Lebenswelt all diese Verhältnisse verändert hat. [Mehr]

Philip Gourevitch; Errol Morris: Die Geschichte von Abu Ghraib

Rezensionen in Vorbereitung | 6. Juni 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Philip Gourevitch; Errol Morris: Die Geschichte von Abu Ghraib. Aus dem Amerikanischen von Hans Günter Holl. München [Carl Hanser Verlag] 2009, 301 Seiten, 19,90 Euro.