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Steffen Burkhardt: Medienskandale

Rezensiert von Stefan Joller

MedienskandaleEinzelrezension
In bildgewaltiger Sprache beschreibt Steffen Burkhardt in seiner Dissertation, wie die “Sprengkraft des Skandals“ als “publizistischer Brandsatz“ den “Schlachtplatz öffentlicher Moral“ dominiert und Medienskandale in der “Funktion symbolischer Bürgerkriege“ oder als “Märchen für Erwachsene“ gesellschaftliche Relevanz erlangen. Mehr

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Bernhard Pörksen, Hanne Detel: Der entfesselte Skandal

Rezensiert von Hans Mathias Kepplinger

Der entfesselte SkandalEinzelrezension
Die Kernthese von Pörksen und Detel lautet: Das Internet hat einen völlig neuen Skandaltyp geschaffen. Charakteristisch hierfür seien vor allem drei Aspekte – die Bedeutung des Internet als Plattform der Kommunikation; der Verlust der Kontrolle der Skandalisierten über die Kommunikation; die räumliche, zeitliche und soziale Entgrenzung der skandalfähigen Geschehnisse: Alles kann jederzeit weltweit zum Skandal werden – das Vergangene und Aktuelle, das Triviale und Private usw. Die Verfasser entwickeln ihre Überlegungen nach einer beispielgesättigten Einleitung, die sie in ihrem Schlusskapitel fortführen, in drei thematisch gegliederten Kapiteln anhand gut dokumentierter und anschaulich beschriebener Fälle. Zunächst behandeln sie das Verhältnis der “neuen Enthüller” und der “alten Medien” u. a. ausführlich anhand der Anprangerung von Bill Clinton durch den Internet-Aktivisten Matt Drudge sowie der Affäre um die Senatsmitarbeiterin Jessica Cutler nach einer irregeleiteten E-Mail mit exakten Daten über ihre Liebhaber. Mehr

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Sigurd Allern, Ester Pollack (Hrsg.): Scandalous!

Rezensiert von Silje Kristiansen

Einzelrezension
Handlungen, die gegen Normen verstoßen, wachsen versteckt wie Pilze im Wald, bis ein Journalist sie entdeckt, pflückt und im Spotlicht der Medien zum Skandal würzt und den hungrigen Rezipienten rauchend heiß serviert. In diesem Sammelband geht es um den Prozess der Skandalisierung. Es wird aufgezeigt, wie Skandale sich im Zusammenspiel von Journalisten, Politikern und anderen Akteuren in der Medienarena entwickeln. Im Fokus stehen personenzentrierte politische Skandale in vier nordischen Ländern: Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland. Die Beiträge greifen ein breites Spektrum von Perspektiven auf Skandale auf: es werden die Perspektiven der Skandalisierer, der Skandalisierten und der Skandale an sich aufgezeigt sowie die Wirkung von Skandalen thematisiert. Mehr

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Frank Bösch: Öffentliche Geheimnisse

Rezensiert von Thomas Birkner

bösch2009Einzelrezension
Sex sells! Schon vor 1900 druckten die Zeitungen und Illustrierten in Großbritannien und Deutschland gerne Bilder von nackten afrikanischen Brüsten. Als jedoch die sexuelle Ausbeutung von Afrikanerinnen durch Kolonialbeamte über die Medien in der Öffentlichkeit bekannt wurde, kam es zu handfesten Skandalen. Definiert als durch Veröffentlichung entstandene Empörung über einen Normbruch, hat der Historiker Frank Bösch Skandale in den Mittelpunkt seines Buches zum Zusammenhang von Politik und Medien in den Jahren 1880 bis 1914 gestellt. Darin bündelt er auch seine aufwändigen Recherchen zur Medialisierung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Insgesamt untersucht Bösch sechs Skandalfelder: Homosexualität, Ehebruch, Kolonialismus, Journalismus, Königshäuser und Korruption. Mehr

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Jens Bergmann, Bernhard Pörksen (Hrsg.): Skandal!

Rezensiert von Claudia Gerhards

bergmannpoerksenEinzelrezension
Skandale haben Hochkonjunktur. Auch Bücher über das Entstehen ebensolcher. Skandale sind keineswegs – wie oft angenommen – ein überflüssiges Übel der heutigen (Medien-)Gesellschaft. Sie haben vielmehr wichtige Funktionen: Sie geben Aufschluss über den moralischen Haushalt einer Gesellschaft, spiegeln Normen, Tabus und Zeitgeist wider und können zugleich Trendsetter und Multiplikator gesellschaftlichen Wandels sein. Skandale bieten der Gesellschaft die Möglichkeit, sich ihrer eigenen Normen zu vergewissern und diese gegebenenfalls neu zu verhandeln. Eine Schlüsselrolle nehmen dabei Medien ein, ohne die Skandale nicht öffentlich werden würden. Charakteristisch für einen Skandal ist schließlich, dass eine moralische Verfehlung vorliegt, diese enthüllt wird und eine weithin geteilte Empörung folgt. Mehr

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