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Anja Johanning: Kompetenzentwicklung im Internet

Einzelrezension | 24. Februar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Anja Johanning: Kompetenzentwicklung im Internet. Fallstudie über eine Community of Practice. Reihe: Internet Research, Band 35. Baden-Baden [Nomos/Edition Reinhard Fischer] 2009, 289 Seiten, 29,– Euro.

Rezensiert von Matthias Berg

Mit Kompetenzentwicklung im Internet präsentiert Anja Johanning die Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes, in dem sie sich mit organisationsübergreifenden Online-Communities of Practice auseinandergesetzt hat. Diese werden definiert als “informelle, berufsbezogene Personengruppen, die ein gemeinsames Anliegen in Form von ähnlichen Problemstellungen oder einer gemeinsamen Leidenschaft für spezifische Themen aus dem Arbeitsalltag teilen” und sich darüber im Internet austauschen (83). Ziel der Studie ist die Klärung der übergeordneten Forschungsfrage nach der Rolle, die eben jene internetbasierten Praxisgemeinschaften bei der Entwicklung individueller Kompetenzen ihrer Mitglieder einnehmen. Dieser Zielsetzung geht Johanning mittels einer im Mehrmethodendesign angelegten Fallstudie zu sekretaria.de, einem Internetforum (überwiegend) für Sekretärinnen, nach. Dabei nimmt sie eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive ein, die sie um Ansätze aus den Bereichen der Tätigkeitspsychologie und (Berufs-)Pädagogik erweitert. [Mehr]

Jan Schmidt: Das neue Netz

Einzelrezension | 11. Januar 2010 | Redaktion | 2 Kommentare »
Jan Schmidt: Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0. Konstanz [UVK] 2009, 214 Seiten, 29,– Euro.

Rezensiert von Wolfgang Schweiger

Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik “UVK – Die Besten” steht im Bereich “Kommunikationswissenschaft” das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker “Massenmedien in Deutschland” auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem ‘Longrunner’ wie die “Massenmedien”, dennoch ist an dem Vergleich etwas dran. [Mehr]

Stephan Ruß-Mohl: Kreative Zerstörung

Einzelrezension | 7. Dezember 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Stephan Ruß-Mohl: Kreative Zerstörung. Niedergang und Neuerfindung des Zeitungsjournalismus in den USA. Konstanz [UVK] 2009, 284 Seiten, 29,90 Euro.

Rezensiert von Stephan Weichert

ruß-mohl2009Der quälende Erosionsprozess der US-amerikanischen Zeitungsindustrie – und mit ihm die Aushöhlung des hergebrachten Qualitätsjournalismus – ist längst ein offenes Geheimnis: Kaum eine Woche vergeht, an dem keine Hiobsbotschaft von Verlagsinsolvenzen, Redaktions- zusammenlegungen oder Massen- entlassungen durch die angefressene Medienbranche wabert. Der Zustand der Presse ist in den USA, anders als in Europa, schon derart verhängnisvoll, dass dort Kampfbegriffe wie “Newspaper Endgame”, “The Vanishing Newspaper” und “The End of Journalism” zu geflügelten Worten wurden. Ein Blog mit dem zynisch klingenden Namen “Newspaper Death Watch” (“Totenwache Zeitung”) listete Anfang Dezember 2009 elf Tageszeitungen in amerikanischen Ballungsgebieten, die binnen zweieinhalb Jahren verschwunden sind. Betreiber des Blogs ist der Ex-Journalist Paul Gillian, der sich – wie viele andere Millionen Amerikaner – darum sorgt, wie sich das Siechtum der Zeitungen langfristig auf das Journalistenhandwerk und somit auf die amerikanische Gesellschaftsordnung auswirkt. [Mehr]

Stephan Weichert; Christian Zabel (Hrsg.): Die Alpha-Journalisten 2.0

Einzelrezension | 16. November 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Stephan Weichert; Christian Zabel (Hrsg.) unter Mitarbeit von Leif Kramp: Die Alpha-Journalisten 2.0. Deutschlands neue Wortführer im Porträt. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2009, 285 Seiten, 19,80 Euro.

Rezensiert von Maja Malik

weichert&zabel2009Hinter manch einer Zeitung steckt bekanntlich ein kluger Kopf. Aber welche Köpfe stecken hinter den prominenten publizistischen Seiten im Internet – hinter Bildblog, Perlentaucher, netzpolitik.org, Zeit Online, sueddeutsche.de und tagesschau.de? Wer sind die Menschen, die die Öffentlichkeit im Netz an zentralen Stellen mitgestalten? Wie verstehen sie ihre Rollen und ihre Verantwortung? Wie entwickeln sie ihre Ideen? Und welche Prognosen geben sie über die Medienlandschaft der Zukunft ab? Der Band Die Alpha-Journalisten 2.0 versammelt die Porträts von 20 ausgewählten Online-Akteuren, die als erfolgreiche Blogger, Web-Kolumnisten, kreative Kleinunternehmer und Online-Chefs die Entwicklung der Netzpublizistik formen und reflektieren. In kurzen, sorgfältig formulierten Texten wird das Leben und Schaffen der Protagonisten vorgestellt. [Mehr]

Wissenschaftliches Publizieren im Online-Zeitalter

Aus der Redaktion | 21. Oktober 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »

bücherDas Internet übt auf unsere Gesellschaft einen Einfluss aus, der weit über das bequeme Bestellen eines Buches oder das schnelle Sichten der Nachrichtenlage hinausgeht. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Feld bestimmen Computer und Internet in einem immer stärkeren Maße, wie wir unseren Alltag organisieren, mit anderen kommunizieren und zusammenarbeiten. [Mehr]

Dörte Hein: Erinnerungskulturen online

Einzelrezension | 15. Oktober 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Dörte Hein: Erinnerungskulturen online. Angebote, Kommunikatoren und Nutzer von Websites zu Nationalsozialismus und Holocaust. Konstanz [UVK] 2009, 294 Seiten, 29,– Euro.

Rezensiert von Erik Meyer

hein2009Im deutschsprachigen Raum stellt “Erinnerungskultur” einen nach wie vor expandierenden Fokus der historiografisch-kulturwissenschaftlichen Forschung dar. Insbesondere im Zusammenhang mit der medialen Repräsentation von Vergangenheit werden fortlaufend Studien vorgelegt, und nach den audio-visuellen Massenmedien richtet sich das empirische Interesse nun auf Formate der Online-Kommunikation, wie sie sich im World Wide Web vollzieht. Im gedächtnistheoretischen Diskurs wurde die Digitalisierung bislang primär unter dem Gesichtspunkt ihrer Konsequenzen für Archivierung und Speicherung behandelt, die eine Krise des Gedächtnisses evozieren würden. Die Folgen für die Verbreitung erinnerungskulturell einschlägiger Inhalte wurden zunächst vor allem praxisbezogen etwa am Beispiel von als Lehrmittel konzipierten CD-ROMs reflektiert. [Mehr]

Vanessa Diemand; Uwe Hochmuth; Christina Lindner; Peter Weibel (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen

Einzelrezension | 2. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Vanessa Diemand; Uwe Hochmuth; Christina Lindner; Peter Weibel (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potenzialen II. Reihe: Telepolis. Hannover [Heise Zeitschriften Verlag] 2009, 203 Seiten, 18,– Euro.

Rezensiert von Christian Katzenbach

diemandetal2009Bücher zum so genannten Web 2.0 oder auch Social Web muss man derzeit nicht lange suchen, sie häufen sich auf Verlagslisten, Tischen und Bildschirmen. Dieser Sammelband, der auf einer vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und der Hochschule für Gestaltung (HFG) in Karlsruhe organisierten Tagung im November 2007 basiert, fällt – oder sticht – aus dieser Masse an Literatur insofern heraus, als er das Thema nicht aus der Perspektive der üblichen kommunikations-wissenschaftlichen Verdächtigen heraus betrachtet (Journalismus, Öffentlichkeit, PR, Marketing), sondern aus einer breiteren, eher kulturwissenschaftlichen Blickrichtung. In der Gliederung des Bandes, die sich an der “Sozialität der Beteiligungsformen” orientieren will, werden die genannten kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen vor allem im Abschnitt “Die Anderen” verhandelt. Davor liegen Beiträge zur Beteiligung des Einzelnen (“Ich”) und zu Vergemeinschaftungsprozessen (“Wir”). [Mehr]

Andres Hutter: Watchblogs: Medienkritik 2.0?

Einzelrezension | 16. Mai 2009 | Redaktion | 1 Kommentar »
Andres Hutter: Watchblogs: Medienkritik 2.0? Eine inhaltsanalytische Untersuchung journalistischer Qualität in medienkritischen Weblogs. Reihe: Web 2.0. Boizenburg [Verlag Werner Hülsbusch] 2009, 150 Seiten, 27,90 Euro.

Rezensiert von Tobias Eberwein

hutter2009Der Medienjournalismus steckt in einer Dauerkrise. Auch unabhängig von der aktuellen Wirtschaftslage hat die journalistische Berichterstattung über Journalismus und Medien mit Problemen zu kämpfen, die eine Erfüllung ihrer Informations-, Orientierungs-, Kritik- und Kontrollfunktion scheinbar zu einem Ding der Unmöglichkeit machen. Besonders heikel sind dabei die Fallstricke, die sich aus der unumgehbaren Selbstbezüglichkeit medienjournalistischer Thematisierungsstrategien ergeben: Wird über Vorgänge im eigenen Medienbetrieb berichtet, besteht die Gefahr einer PR-gerechten Beschönigung; steht ein Konkurrent im Fokus der Berichterstattung, ist es besonders verlockend, positive Inhalte herunterzuspielen, Negatives hingegen aufzubauschen. Angesichts dieses Dilemmas verwundert es kaum, dass viele Tageszeitungen sich auf ihren Medienseiten (sofern es diese überhaupt gibt) auf unverfängliche Fernseh-Vorschauen zurückziehen. Unbefangene Medienkritik sieht anders aus. [Mehr]