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Matthias Völcker: Fan-Sein. Die Identität des Star Wars Fans

Rezensiert von Julia Elena Goldmann

Einzelrezension
„Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen.“ – „Deine Wahrnehmung bestimmt deine Realität.“ – „Als ich euch verließ, war ich der Schüler, doch jetzt bin ich der Meister.“ Jeder, der sich als Fan der legendären ,Space Opera‘ bezeichnet, weiß diese Zitate zu verorten: Star Wars hat Kulturgeschichte geschrieben und tut es noch immer – auch dank einer unermesslichen Fangemeinde. Die aktuelle Monographie von Matthias Völcker (2016) zentriert die Bedeutung von George Lucas‘ Filmepos für die Identitätskonstruktion seiner Anhänger. Auf Basis von 25 Interviews mit Fans von sieben bis 46 Jahren ist der Göttinger Erziehungs- und Sozialwissenschaftler der Frage nachgegangen, wie die Inhalte der Filmreihe, Spin-offs und zugehörige Merchandising-Artikel in die jeweilige Lebenswelt integriert werden. Julia Elena Goldmann hat sich ins Universum der Studie begeben und ist ohne Schaltkreiskollaps zurückgekehrt, um im rkm-Journal darüber zu berichten. Mehr

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Ioana Crăciun: Die Dekonstruktion des Bürgerlichen im Stummfilm der Weimarer Republik

Rezensiert von Michael Wedel

IoanaCraciun_DekonstruktiondesBuegerlichenEinzelrezension
Seit Siegfried Kracauer in seiner 1947 erschienenen „psychologischen Geschichte des deutschen Films“ das Kino der Weimarer Republik als Ausdruck einer tiefgreifenden Identitätskrise des Bürgertums interpretiert hat, sind an dessen Beispielen immer wieder die Zeichen einer nachhaltigen sozialen und kulturellen Verunsicherung entziffert worden. Ioana Crăciuns Arbeit reiht sich in diese Tradition ein. Im Anschluss an Kracauer lautet ihre Ausgangsthese, „dass in vielen Filmwerken der Zwanziger Jahre das Bürgerliche einer systematischen Dekonstruktion unterzogen wurde mit dem Zweck, die bürgerliche Gesellschaft mit ihrem traditionellen Kulturbegriff zu hinterfragen“. Vorausgeschickt wird den Fallstudien, die unterschiedliche Dimensionen dieser Dekonstruktion anvisieren, das Eingeständnis eines exemplarischen Vorgehens, das sich auf Filmbeispiele bezieht, die schon von Kracauer kanonisiert wurden. Die Kapitel folgen dabei keiner Chronologie, sondern sind thematisch organisiert und zielen in der Zusammenschau der Perspektiven auf den Effekt einer Komplementarität, die „eine differenzierte kulturgeschichtliche Diagnose“ ermöglichen soll. Mehr

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Vanessa Diemand, Uwe Hochmuth, Christina Lindner, Peter Weibel (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen

Rezensiert von Christian Katzenbach

diemandetal2009Einzelrezension
Bücher zum so genannten Web 2.0 oder auch Social Web muss man derzeit nicht lange suchen, sie häufen sich auf Verlagslisten, Tischen und Bildschirmen. Dieser Sammelband, der auf einer vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und der Hochschule für Gestaltung (HFG) in Karlsruhe organisierten Tagung im November 2007 basiert, fällt – oder sticht – aus dieser Masse an Literatur insofern heraus, als er das Thema nicht aus der Perspektive der üblichen kommunikationswissenschaftlichen Verdächtigen heraus betrachtet (Journalismus, Öffentlichkeit, PR, Marketing), sondern aus einer breiteren, eher kulturwissenschaftlichen Blickrichtung. In der Gliederung des Bandes, die sich an der “Sozialität der Beteiligungsformen” orientieren will, werden die genannten kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen vor allem im Abschnitt “Die Anderen” verhandelt. Davor liegen Beiträge zur Beteiligung des Einzelnen (“Ich”) und zu Vergemeinschaftungsprozessen (“Wir”). Mehr

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Ann Spangenberg: Kommunikative Identität im Roman der Angelsächsischen Postmoderne

Rezensiert von Simon Meier

spangenberg2009Einzelrezension
Wie geht die Angelsächsische Postmoderne mit poststrukturalistischen Thesen von der Auflösung des Bildes des kernhaften, autonomen Subjektes wie auch des genialen Künstlers um? Diese Frage steht im Zentrum der vorliegenden Studie. Drei exemplarische Romane, Fowles’ The French Lieutenant’s Woman, Ackroyds Chatterton und Byatts Possession, werden daraufhin untersucht, “welche Konsequenzen sie aus der Annahme ziehen, es gebe kein autonomes Subjekt, dessen individueller Kern jenseits sozialer Zusammenhänge verortet ist”. Zwei für gewöhnlich vertretene Deutungen, “dass es ohne autonomes Subjekt keine Handlungsmacht gibt, sondern eine totale Fremdbestimmung besteht, oder, dass die Auflösung eines statischen Selbst die Freiheit eines Spiels mit Identitätsfragmenten bedeute”, erweisen sich hier gleichermaßen als unzutreffend. Dem hält Ann Spangenberg ein Konzept kommunikativer Identität entgegen, das aus ihrer Sicht in allen drei Romanen aufscheint und beide Extreme vermittelt. Mehr

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