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Olaf Hoffjann, Hans-Jürgen Arlt: Die nächste Öffentlichkeit

Rezensiert von Christian Schwarzenegger

Die nächste ÖffentlichkeitEinzelrezension
Olaf Hoffjann und Hans-Jürgen Arlt setzen sich mit ihrem – mit 141 Seiten kompakt gehaltenen und zügig lesbaren – Buch ein ambitioniertes Ziel. Es gilt nicht weniger als eine Theorie der Öffentlichkeit zu entwerfen, die die Vielfalt und Gegensätzlichkeit unterschiedlicher Ausprägungsformen von Öffentlichkeit von der “Instanz der Aufklärung“ bis zum “Sammelplatz der Schwarmintelligenz“ zu fassen im Stande ist. Dabei bedienen sie sich der Werkzeugkiste systemtheoretischer Argumentationsformen. Die Öffentlichkeit, um die es geht, ist dabei nicht irgendeine, sondern die “nächste“. Die Autoren sehen eine zunehmende Verdrängung von Öffentlichkeit, die durch Print- und Rundfunkmedien getragen wird, und begreifen ihre hier vorliegende theoretische Intervention als einen Kommentar zur Phase der Transformation. Das sprachliche Bild der “nächsten Öffentlichkeit“ unterstützt allerdings die Lesart, Formen der Öffentlichkeit ließen sich in einer scharfen Abfolge voneinander abgrenzen und nachvollziehen. Gedanken an die Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem und letztlich auch die Kontingenz von nicht linearen Wandelprozessen geraten so leicht in den argumentativen Hintergrund.

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Sammelrezension Social Media und Öffentlichkeiten

Rezensiert von Ricarda Drüeke

SocialManiaEinzelrezension
Der Öffentlichkeitsbegriff hat mit dem Internet eine Revitalisierung erfahren. Das zeigen die kontinuierlich und in großer Zahl erscheinenden Veröffentlichungen zum Thema. Immer selbstverständlicher wird dabei auf “Öffentlichkeiten” im Plural verwiesen, da angesichts der digitalen Veränderungen kaum noch von dem Ideal einer einzigen Öffentlichkeit – der liberalen bürgerlichen Öffentlichkeit im Sinne von Habermas – ausgegangen werden kann. Eine Diskussion – und dies wird häufig angesichts der Euphorie um Internetöffentlichkeiten vergessen –, die in der sozialen Bewegungsforschung und der feministischen Theorie schon seit Jahrzehnten geführt wird. Die beiden im Folgenden besprochenen Sammelbände, die bei UVK bzw. im Franz Steiner Verlag erschienen sind, gehen auf Tagungen zum Thema Öffentlichkeit und Internet zurück. Beide Sammelbände widmen sich den Veränderungen von Öffentlichkeiten durch Digitalisierung und Privatisierung und diskutieren die neuen Formen von Kommunikation und Interaktion vor dem Hintergrund politischer und sozialer Rahmenbedingungen. Beide Sammelbände wurden von Medien- bzw. Kommunikationswissenschaftler_innen herausgegeben und versammeln in erster Linie Beiträge aus diesen beiden Disziplinen. Mehr

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Arne H. Krumsvik, Tanja Storsul (Hrsg.): Media Innovations

Rezensiert von Jakob Jünger

Media InnovationsEinzelrezension
Dass Veränderung die einzige Konstante im Universum ist, hat schon der griechische Philosoph Heraklit behauptet. Welche Veränderungen aber als Innovation gelten können, darüber reflektiert die Wissenschaft noch heute. Diese begriffliche Unsicherheit ist einer der Ausgangspunkte des Bandes zum ersten International Symposium on Media Innovations an der Universität Oslo im April 2012. In den 17 Beiträgen wird die Frage nach der Neuheit von Veränderungen immer wieder neu gestellt. Mehr

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Christian Stöcker: Nerd Attack!

Rezensiert von Anna Maria Theis-Berglmair

Einzelrezension
Im April 2012 verstarb der Vater des bis heute am meisten verkauften Computers, des Commodore 64. Jack Tramiel hatte ihn im Jahre 1982 auf den Markt gebracht. Fragt man Studierende der heutigen Generation nach dem C 64, erntet man meist Unverständnis signalisierendes Kopfschütteln. Die Computerwelt von heute ist von anderen Namen und technischen Fähigkeiten geprägt als der wegen seiner Form auch als Brotkasten bezeichnete C 64, der den Massen erstmals Zugang zu einer neuen Technologie verschaffte, was ganz im Sinne seines Erfinders war. Denn bis Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren Computer tatsächlich nur wenigen zugänglich, nicht nur im technischen, sondern auch im finanziellen wie im räumlichen Sinne. Mehr

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Stephan Eisel: Internet und Demokratie

Rezensiert von Martin Emmer

Einzelrezension
Potenzielle Leser dieses Buchs sollten sich von Anfang an im Klaren darüber sein, dass das zu Beginn formulierte Ziel dieses Buchs, einen “nüchterne(n) Blick auf die Chancen und Gefahren” des Internets zu werfen, nicht einmal ansatzweise eingelöst wird. Das Buch sollte eher gelesen werden als ein exemplarisches Panorama der Ratlosigkeit und der Ängste großer Teile der etablierten politischen Klasse im Umgang mit der Digitalisierung unserer Gesell- schaft, insbesondere des konservativen Lagers – und als solches hat es durchaus Informationswert. Der Leser wird Zeuge wie der Autor – langjähriges Mitglied und Mitarbeiter von CDU, Konrad-Adenauer-Stiftung und Deutschem Bundestag – über dreihundert Seiten versucht, seine kognitive Dissonanz im Umgang mit digitalen Medien zu bewältigen. Dabei nimmt er wenig Rücksicht auf die breite Faktenlage, eine widerspruchsfreie Argumentation oder ordentliche Quellenarbeit, wenn er sich und die Leser ständig entweder der Irrelevanz und Wirkungslosigkeit oder der dramatischen Gefährlichkeit ‘des Internets’ für den politischen Prozess versichern muss. Mehr

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Ralf Hohlfeld; Philipp Müller; Annekathrin Richter; Franziska Zacher (Hrsg.): Crossmedia

Rezensiert von Ilona Wuschig

Einzelrezension
Ausgerechnet in Passau, einem Städtchen in geografischer Randlage, Medientage abzuhalten, klänge nach einem Widerspruch in sich – schreibt im Vorfeld Ralf Hohlfeld, Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikations- wissenschaften an der dortigen Universität, und Mitherausgeber des vorliegenden Sammelbands. Ein etwas schräger Einstieg in ein Buch, das den Titel Crossmedia trägt. Denn Crossmedia – das hat etwas mit Digitalisierung und Web, mit Computern und Netbooks, mit Smartphones und Tablets zu tun; mit all den netten Dingen, Gadgets und Devices (um im Slang der Kenner zu bleiben), die eines gemeinsam haben: Sie machen uns immer unabhängiger von dem Ort, an dem wir leben. Sie vernetzen New York und Berlin, genauso wie Potsdam, Peseckendorf, Pirmasens – und Passau. Mehr

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Mathias J. Ringler: Die Digitalisierung Hollywoods

Rezensiert von Oliver Fahle

Einzelrezension
Film ist längst nicht mehr nur analog, sondern auch digital. Diese Behauptung wird in den letzten Jahren mit ihren Auswirkungen auf Herstellung, Verbreitung und Ästhetik des Films zunehmend diskutiert. Im Zentrum stehen dabei vor allem die Produktionen Hollywoods, die diesen Prozess spektakulär, oft mit Verweis auf die neuesten technischen Möglichkeiten, ausstellen und vermarkten. Die Konzentration der Arbeit Mathias J. Ringlers gilt der Digitalisierung Hollywoods und hier besonders der Rolle von Industrial Light & Magic (ILM), des Post Houses (Firmen, die sich auf digitale Effekte spezialisiert haben) von Georg Lucas, das als Wegbereiter der Digitalisierung untersucht wird. Ziel des Autors ist es dabei “zu klären, unter welchen historisch-ökonomischen Bedingungen die Digitalisierung entstehen konnte und ihre Auswirkungen auf die Filmindustrie Hollywoods zu analysieren”. Mehr

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Christoph Meißelbach: Web 2.0 – Demokratie 3.0?

Rezensiert von Christoph Bieber

Einzelrezension
Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel Web 2.0 – Demokratie 3.0? versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der “GKI” (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor, strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher und soziologischer Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift “Politische Software – Es sind Updates verfügbar!” auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung. Mehr

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Peter Geimer: Theorien der Fotografie zur Einführung

Rezensiert von Jens Schröter

Einzelrezension
Peter Geimer ist ein schönes Buch gelungen. Es soll eine Einführung in die vielfältigen Theorien der Fotografie geben. Schon im 19. Jahrhundert stimulierte das damals neue Phänomen eines technischen Bildes, in dem sich “die Natur selbst zu zeichnen scheint” – so ein früher Gedanke zur Fotografie – eine lebhafte Diskussion, die (zum Teil durch technische und kulturelle Verschiebungen angefacht) bis in die Gegenwart andauert. Daher gibt es einen umfangreichen Bestand an Literatur zur Geschichte, Theorie und Ästhetik der Fotografie. Gerade in den letzten Jahren sind im deutschen Sprachraum eine Reihe wichtiger und vielbeachteter Anthologien erschienen: So etwa die beiden von Herta Wolf herausgegebenen Bände Fotokritik am Ende des fotografischen Zeitalters, der vierte Band der ursprünglich von Wolfgang Kemp edierten Reihe Theorie der Fotografie und nicht zuletzt Geimers eigener Sammelband Ordnungen der Sichtbarkeit. Auch im anglo-amerikanischen Sprachraum sind in den letzten Jahren neue Sammelbände zur Theorie der Fotografie erschienen, so zum Beispiel der von James Elkins herausgegebene Band Photography Theory. Mehr

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Birgit Stark, Melanie Magin (Hrsg.): Die österreichische Medienlandschaft im Umbruch

Rezensiert von Matthias Künzler

Einzelrezension
Gratiszeitungen, Internet oder die Entstehung von “Newsrooms” sind internationale Trends, die für alle europäischen Mediensysteme eine Herausforderung darstellen. Nur zu oft mangelt es jedoch an Länderstudien, die solche Entwicklungen und ihre Folgen für ein bestimmtes Mediensystem empirisch analysieren. Aus diesem Grunde ist es begrüßenswert, dass sich der dritte Band der neuen Reihe von “Relation” der Veränderung der österreichischen Medienlandschaft widmet. Die beiden Herausgeberinnen Birgit Stark und Melanie Magin – beide an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien tätig – wollen damit einerseits die Forschungslücke einer “aktuelle[n] und übergreifende[n] Zusammenschau von Forschungsergebnissen für Österreich” schließen und andererseits “das Spannungsverhältnis zwischen historisch gewachsenen Strukturen des Landes und globalen Veränderungen der Medienlandschaft […] beschreiben”. Um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen: Dieses wichtige und zugleich ambitionierte Unterfangen ist gelungen! Mehr

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