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Stefan Weinacht: Medienmarketing im Redaktionellen

Einzelrezension | 7. Juni 2010 | Redaktion | 2 Kommentare »
Stefan Weinacht: Medienmarketing im Redaktionellen. Medienthemati-sierungen als Instrument der Unternehmenskommunikation von Medien-organisationen. Baden-Baden [Nomos] 2009, 376 Seiten, 44,- Euro.

Rezensiert von Stephan Ruß-Mohl

Wer den Titel von Stefan Weinacht nur flüchtig liest, dem wird es vielleicht ähnlich ergehen wie dem Rezensenten: Als er das Buch orderte, tat er das in der Erwartung, sich endlich einmal wieder mit “redaktio-nellem Marketing” auseinandersetzen zu können – ein Thema, das im Überlebenskampf der “Dinosauriermedien” Print und Fernsehen an Bedeutung gewonnen hat, während es merkwürdigerweise von der Kommunikationswissenschaft eher vernachlässigt wird. Mit dem Medienjournalismus, um den es bei gründlicher Lektüre von Titel und Untertitel tatsächlich geht, verhält es sich dagegen genau anders herum: Ihm zollen seit ein paar Jahren Medien- und Kommunikationsforscher sehr viel Aufmerksamkeit, während die großen Verlage und noch mehr die TV-Sender im deutschen Sprachraum ihn nahezu stranguliert, jedenfalls auf das unvermeidliche Minimum reduziert haben. [Mehr]

Norbert Schulz-Bruhdoel; Michael Bechtel: Medienarbeit 2.0

Einzelrezension | 30. April 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Norbert Schulz-Bruhdoel; Michael Bechtel: Medienarbeit 2.0. Cross-Media-Lösungen. Das Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen. Frankfurt am Main [Frankfurter Allgemeine Buch] 2009, 242 Seiten, 24,90 Euro.

Rezensiert von Vanessa Giese

Mit Medienarbeit 2.0 möchten Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel “Crossmedia-Lösungen” bieten und ein “Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen sein”. Was die zwei Autoren jedoch auf redundanten 240 Seiten offerieren, sind Halbwissen und Konzeptlosigkeit. Schon vor der Lektüre lässt der Untertitel des Werks aufhorchen: “Praxisbuch für PR und Journalismus” – diese Verquickung geht nicht zusammen, möchte man vermuten. Beim Lesen bewahrheitet sich die Annahme schnell: Die Zielgruppe des Buchs ist unklar. In weiten Strecken sind die Texte auf PR-Manager zugeschnitten, einzelne Abschnitte beschäftigen sich allerdings aus journalistischem Blickwinkel mit Fragestellungen zu aktuellen Medienentwicklungen. [Mehr]

Ralf Hering; Bernd Schuppener; Nina Schuppener: Kommunikation in der Krise

Einzelrezension | 7. Januar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Ralf Hering; Bernd Schuppener; Nina Schuppener: Kommunikation in der Krise. Einsichten und Erfahrungen. Bern, Stuttgart, Wien [Haupt Verlag] 2009, 188 Seiten, 29,90 Euro.

Rezensiert von Martin Löffelholz

Hering&SchuppenerSollte ein Buch den Titel “Kommunikation in der Krise” tragen, wenn mehr als zwei Drittel des Bandes sich nicht mit diesem Thema beschäftigen? Natürlich nicht. Sollten Autoren eine “dezidierte Auseinandersetzung mit dem Thema Krisenkommunikation” versprechen, wenn im besagten Werk wesentliche Erkenntnisse der internationalen Krisenkommunikationsforschung ausgeblendet werden? Natürlich nicht. Ist ein Buch, das weder seinem verheißungsvollen Titel noch seinem inhaltlichen Anspruch gerecht wird, für die von den Autoren in den Blick genommene Zielgruppe irrelevant? Nicht gänzlich. [Mehr]

Gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen aus mehr oder weniger moralischer Sicht

Essay | 15. September 2009 | Redaktion | 1 Kommentar »
Siegfried J. Schmidt; Jörg Tropp (Hrgs.): Die Moral der Unternehmenskommunikation. Lohnt es sich, gut zu sein? Köln [Herbert von Halem Verlag] 2009, 408 Seiten, 28,– Euro.

Rezensiert von Horst Avenarius

schmidt&tropp2009Was ist Moral in einem Unternehmen? Was bezeichnet man mit dem Begriff Ethik? Man muss bis zu den letzten 20 des über 400 Seiten starken Buches vordringen, um gesprächsweise darüber informiert zu werden. Dieses Gespräch führten fünf kluge Experten in Wien. Es waren keine Wissenschaftler, aber sie stellten zuletzt fünf einleuchtende Thesen zur Moral als innerbetriebliches Steuerungssystem, als Mittel zur Personalführung, zur Komplexreduktion und gegen dysfunktionalen Egoismus auf. So hätte ein Buch durchaus beginnen können, das sich mit Moral in der Wirtschaft befasst. Ein Buch über die Moral der Unternehmenskommunikation hätte auch mit Erörterungen über primäre moralische Verfehlungen wie Täuschungen jeglicher Art oder Bestechungen in beträchtlichem Umfang oder auf vermeintlicher Macht beruhende Drohungen gegenüber den Medien beginnen können. [Mehr]

Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland

Einzelrezension | 12. September 2009 | Redaktion | 2 Kommentare »
Michael Meyen; Nina Springer in Kooperation mit dem Deutschen Fachjournalisten-Verband: Freie Journalisten in Deutschland. Ein Report. Konstanz [UVK] 2009, 185 Seiten, 29,– Euro.

Rezensiert von Siegfried Weischenberg

meyen&springer2009Wie kann man in der Wissenschaft Aufmerksamkeit erregen, wenn man sich mit einem Thema beschäftigt, das eigentlich solide erforscht ist? Man baut einen Popanz auf und versucht, dessen Existenz wortreich abzusichern – auch wenn die eigene Studie dazu nicht so schrecklich viel hergibt. Im vorliegenden Fall wird der Entdeckungszusammenhang zur “Blackbox Freie” hochjazzt, wobei der Dortmunder Journalistik-Professor Horst Pöttker gleich im ersten Satz des Buches als Kronzeuge (“sträfliche Lücken”) herhalten muss. Nachdem man den Forschungsstand – freilich auf recht schmaler (deutscher) Quellenbasis – geprüft hat, heißt es zwar etwas später, “ganz so schwarz” sei der “‘Kasten’ mit freien Journalisten dann doch nicht”. Gleichwohl gibt die Metapher den Argumentations-Ton des ganzen, mitunter locker vom Hocker formulierten Buches vor – und das bekommt seiner Qualität, alles in allem genommen, nicht gut. [Mehr]

Jan Lies (Hrsg.): Public Relations

Einzelrezension | 8. Juni 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Jan Lies (Hrsg.): Public Relations. Ein Handbuch. Reihe: UTB, Band 8408. Konstanz [UVK] 2008, 634 Seiten, 39,90 Euro.

Rezensiert von Peter Szyszka

lies2008Das Lehr- und Forschungsfeld der Public Relations ist breit und vielschichtig, die Zahl von Überblickspublikationen bislang noch klein. Hier den Versuch zu unternehmen, eine ‘Schneise’ in das ‘Dickicht’ von Begriffen, Modellen und Theorieansätzen ‘zu schlagen’, um Praktikern und Studierenden Public Relations und Kommunikationsmanagement näher zu bringen, so der Anspruch des Bandes, ist deshalb schon vom Grundsatz her verdienstvoll. Der Ende 2008 von Jan Lies vorgelegte Herausgeberband, der sich in weiten Teilen als Monographie des Herausgebers erweist, unternimmt diesen Versuch. Ob dabei allerdings von einem “Handbuch” gesprochen werden kann, ist schon deshalb kritisch zu hinterfragen, weil der Band alphabetisch angelegt ist wie ein Wörterbuch, das in 110 Begriffen – tatsächlich sind es 47, weil die Mehrzahl der Begriffe in abgeleiteten Begriffen variiert wird – ausgewählte Themen und Probleme der Public Relations aufgreift. [Mehr]

Ulrich Sarcinelli; Jens Tenscher (Hrsg.): Politikherstellung und Politikdarstellung

Einzelrezension | 19. Mai 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Ulrich Sarcinelli; Jens Tenscher (Hrsg.): Politikherstellung und Politikdarstellung. Beiträge zur politischen Kommunikation. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2008, 214 Seiten, 27,50 Euro.

Rezensiert von Peter Filzmaier

sarcinellitenscher2008Zugegeben: Der erste und oberflächliche Blick auf den Buchtitel löst keine wissenschaftlichen Spannungsgefühle aus. Als Beitrag zur politischen Kommunikation führen die Titelworte „Politikherstellung“ und „Politikdarstellung“ zur falschen (!) Erwartungshaltung, dem Leser würden letztlich altbekannte Theorien und/oder lediglich aktualisierte Befunde zur Empirie serviert. Noch dazu, wenn die Herausgeber Ulrich Sarcinelli und Jens Tenscher – gegenwärtig an der Universität Koblenz-Landau tätig – sowie fast alle Autorinnen und Autoren als führende Politik- und Kommunikationswissenschaftler zu diesem Themenbereich ohnehin eine lange Referenzliste von Publikationen vorzuweisen haben. [Mehr]