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Thomas S. Eberle: Fotografie und Gesellschaft

Rezensiert von Carsten Heinze

Einzelrezension
Der zur Diskussion stehende Sammelband Fotografie und Gesellschaft: Phänomenologische und wissenssoziologische Perspektiven vereint in fünf Teilen theoretische, methodologische, methodische sowie auch empirische Beiträge zum titelgebenden Verhältnis von “Fotografie und Gesellschaft“. Dabei wird die perspektivische Eingrenzung des Bandes auf Phänomenologie und Wissenssoziologie von dem Herausgeber Thomas S. Eberle bereits in der Einleitung vorgenommen und als metatheoretische Konzeptualisierung in seinem einführenden Beitrag “Fotografie und Gesellschaft. Thematische Rahmung“ systematisch ausgearbeitet. Gleichzeitig macht er deutlich, weshalb die soziologischen Auseinandersetzungen mit Fotografien sowie deren feldspezifischem Einsatz als visuelle Methode der Soziologie bislang auf disziplinäre Vorbehalte gestoßen sind. Dagegen führt er überzeugende, vor allem auch disziplingeschichtliche Gründe an, die das Visuelle als soziologischen Gegenstand als dringend geboten erscheinen lassen, nicht zuletzt angesichts der ubiquitären Durchdringung der gegenwärtigen Alltags- und Medienkulturen mit visuellen Formaten. Mehr

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Mediatisierung

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Die Mediatisierung sozialer WelterEinzelrezension
Seit etlichen Jahren vertreten Friedrich Krotz und Andreas Hepp das Konzept der “Mediatisierung“ als einem generellen, grundlegendem Meta-Prozess des gesellschaftlichen und kommunikativen Wandels, primär induziert von den medientechnologischen, vor allem digitalen Innovationen und ihren diversen Applikationen in fast allen gesellschaftlichen Bereichen – wobei bislang weder die historischen Ausmaße, die Zusammenhänge mit anderen Transformationsfaktoren wie auch ihre immanente Struktur und Dynamik (die so genannte “Medienlogik“) hinreichend geklärt sind und sich die Kategorie inzwischen als probates Schlagwort für alle möglichen strukturellen Änderungen anführen lässt. Mehr

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Christian Papsdorf: Internet und Gesellschaft

Rezensiert von Guido Bröckling

Papsdorf_Internet und GesellschaftEinzelrezension
Internet und Gesellschaft, die überarbeitete Dissertation von Christian Papsdorf, ist der spannende Versuch, das wechselseitige Verhältnis zwischen Internet und Gesellschaft in einer (medien- und technik-) soziologischen Perspektive systematisch zu erfassen. Neben einer empirischen Annäherung bilden die theoretischen Kapitel zur ‘Konzeptualisierung des Internets’ und zur ‘Entwicklung des Internets als Mediatisierung gesellschaftlicher Kommunikation’ den Kern der Argumentation. Mehr

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Tilmann Sutter: Medienanalyse und Medienkritik

Rezensiert von Christian Rudeloff

Einzelrezension
Tilmann Sutter legt mit dem Band Medienanalyse und Medienkritik eine Zusammenstellung ausgewählter eigener Aufsätze vor, die in den vergangenen Jahren in ganz unterschiedlichen Kontexten geschrieben – und größtenteils auch schon publiziert wurden. Die überwiegende Mehrheit der Beiträge ist in den vergangenen zehn Jahren entstanden, einige andere bereits in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre. Für die vorliegende Veröffentlichung wurden sie überarbeitet bzw. erweitert. Den kleinsten gemeinsamen Nenner finden die Texte in ihrem Selbstverständnis als genuin mediensoziologische. Sie “verorten sich […] entschieden im vergleichsweise dünn besetzten Gebiet der Mediensoziologie”, so Sutter. Damit grenzt der Autor sie explizit von interdisziplinär angelegten Stoßrichtungen in den Medien- und Kommunikationswissenschaften ab, hinter denen sich “eine Schwächung der beteiligten Einzeldisziplinen eingeschlichen haben” könnte. Um dieser vermeintlichen Schwächung entgegenzuwirken, empfiehlt Sutter den diversen Einzeldisziplinen eine zumindest vorübergehende Konzentration auf ihre jeweils spezifischen programmatischen Stärken. Der vorliegende Band soll hierzu einen Beitrag leisten. Mehr

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Hannelore Bublitz: Im Beichtstuhl der Medien

Rezensiert von Claudia Schirrmeister

Einzelrezension
Im Beichtstuhl der Medien lautet der Titel des von der Paderborner Soziologie-Professorin Hannelore Bublitz vorgelegten Bandes – um sogleich die Erwartungen des Lesers in die Irre zu führen, wäre da nicht der Untertitel Die Produktion des Selbst im öffentlichen Bekenntnis. Der Beichtstuhl steht gemeinhin für aufrichtige und inhaltlich ernste Selbstthematisierungen, eingebettet in einen institutionell vorgegebenen, jahrhundertealten Rahmen – ein sozialer und juristischer Schutzraum, formal vergleichbar mit der Praxis eines Psychologen oder der Kanzlei eines Anwalts. Auch wenn Hannelore Bublitz den Beichtstuhl als “mediale Apparatur” bezeichnet, stellt sich die Frage, ob der Besprechungstisch eine ebensolche darstellt – gilt ihr Augenmerk doch den elektronischen Medien, vor allem dem Fernsehen und, eher am Rande, dem Internet. Diese Medien hingegen scheinen einen Kontrast zur Situation in einem Beichtstuhl zu liefern, wie er krasser kaum ausfallen kann, widerspricht doch die geheimnisgeschützte religiöse Beichte der ostentativen Öffentlichkeit einer Fernsehsendung. Mehr

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