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Thomas Schulz: Was Google wirklich will

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Thomas Schulz: Was Google wirklich willEssay
Ist Google die lukrative Profitmaschine des teuersten Internetkonzerns und eine unersättliche Datenkrake, die die Privatsphäre kassiert und Persönlichkeitsrechte unterläuft? Oder maßgebliche Basis innovativer Projekte, die alle einem größeren Zweck dienen – das Leben zu optimieren und die Welt zu verbessern? Thomas Schulz, Wirtschaftskorrespondent des Nachrichtenmagazins Spiegel im Silicon Valley, möchte mit seinem als exklusiv beworbenen Insiderbuch beweisen: Google ist nicht arrogant, kapitalistisch und machtbesessen, sondern will Utopien in Realitäten verwandeln. Ob der Autor den geschickten PR-Strategien verfiel – er durfte Dutzende von Google-Protagonisten interviewen, was sonst selten erlaubt werde – oder selbst von der Mission und der Betriebskultur überzeugt ist, hat Hans-Dieter Kübler analysiert. Mehr

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Matthias Becker: Datenschatten. Auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft?

Rezensiert von Saskia Sell

Essay
Die kritische Reflexion über den gesellschaftlichen Umgang mit Kommunikationstechnologien im Allgemeinen und die damit einhergehenden dynamischen Strukturen von Macht und Kontrolle im Besonderen, ist seit der nahezu flächendeckenden Verbreitung des Internets Kernbestandteil der wissenschaftlichen wie journalistischen Auseinandersetzung im deutschsprachigen Raum. Der bipolare Diskurs zwischen ungetrübter Euphorie auf der einen und kulturpessimistischen Schreckensszenarien auf der anderen Seite ist einer immer nüchterner werdenden Auseinandersetzung mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen Kommunikationstechnologie und Gesellschaft gewichen. Das Onlinemagazin Telepolis, in dessen Buchreihe Matthias Beckers Datenschatten. Auf dem Weg in die Überwachungsgesellschaft? erschienen ist, bleibt dabei fester Bestandteil des öffentlichen Diskurses um die Facetten der Netzkultur. Mehr

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Projekt Wikileaks

Rezensiert von Martin Welker

Essay
Zwei Bücher – ein Thema. Beide Werke sind etwa zur gleichen Zeit erschienen, etwa gleich umfangreich (ca. 300 Seiten) und liegen im Preis in einer ähnlichen Kategorie (15 bis 20 Euro). Beide Bände konzentrieren sich v. a. auf die Ereignisse ab dem Jahr 2007. Und doch sind die Bücher diametral verschieden. Denn während die Spiegel-Journalisten Rosenbach und Stark intensiv recherchiert haben und damit aus einer geordneten und unabhängigen Warte über Wikileaks berichten können, erzählt Domscheit-Berg aus einer Art emotionalen Insider-Perspektive über seine Arbeit beim Wikileaks-Projekt. Rosenbach und Stark objektivieren, Domscheit-Berg subjektiviert. Erstere weisen ihre Quellen in zahlreichen Fußnoten aus, letzterer schildert seine Erfahrung auf seine Erinnerungen gestützt aus der Ich-Perspektive. Erstere haben das Buch selbst geschrieben, Domscheit-Berg hatte mit Tina Klopp eine versierte Journalistin und Ghostwriterin an seiner Seite. Dennoch präsentiert sich der Text von Domscheit-Berg umgangssprachlicher als das Spiegel-Buch. Erst die Lektüre beider Texte ergibt ein facettenreiches Gesamtbild im Hinblick auf Wikileaks, insbesondere zu Julian Assange. In Bezug auf die Diskussion relevanter gesellschaftlich-politischer Fragen ist das Spiegel-Buch das gelungenere. Mehr

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