Claus Braunecker: How to do Empirie, how to do SPSS

Einzelrezension, Rezensionen
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Rezensiert von Ralf Spiller

Einzelrezension

Nicht wenigen Studierenden wird flau in der Magengegend, wenn Sie an eine Klausur oder Projektarbeit mit Statistik und der Software SPSS denken. Doch das muss nicht sein. Denn Claus Braunecker hat ein Werk vorgelegt, das so verständlich und angenehm zu lesen ist, dass nach der Lektüre wirklich jeder und jede eine fundierte empirische Studie erstellen und mit SPSS auswerten kann.

Die Besonderheit des Buches: Fast alle Erklärungen finden anhand eines empirischen Forschungsprojekts statt, das am Anfang einmal vorgestellt und dann immer wieder aufgegriffen wird. Zahlreiche Screenshots der SPSS-Ein- und Ausgabefenster erleichtern das Verständnis. Das Buch ist im besten Sinne eine Gebrauchsanleitung, die wirklich hilft und gleichzeitig die Frage nach dem “Warum” nicht ausklammert. Fallstricke und Probleme verschiedener Methoden und Studiendesigns werden angesprochen und Lösungen aufgezeigt.

Der Autor nimmt den Leser an die Hand und führt ihn mit leichtem Schritt an die Materie heran. Die Lektüre ist einfach und gleichzeitig tiefgehend. Während zahlreiche andere Statistik-Einführungen entweder bereits einiges an mathematischem Wissen voraussetzen oder versuchen, die Materie eher abstrakt zu vermitteln, bleibt Braunecker immer eng an typischen Studiendesigns der Sozialwissenschaften, insbesondere der Kommunikationswissenschaften.

Das Werk ist im Sprachstil kurz und knapp. Und es enthält nicht nur viele gute Beispiele, sondern es werden auch wichtige Detailaspekte behandelt, wie z. B. Faktorengewichtung (vgl. 54). Besonders hilfreich sind die Formulierungsvorschläge für die Ergebnisse von statistischen Analysen, die genau erläutert werden.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind einige österreichische Ausdrücke, die der Autor verwendet, wie etwa das Wort “Auslangen” (71). Das Buch enthält ein paar Rechtschreibfehler, die aber vernachlässigbar sind. Einige Aspekte werden zu kurz behandelt, z. B. Cronbachs Alpha (vgl. 74). Auch multivariate Analyseverfahren, wie Faktorenanalyse, Clusteranalyse, Regressionsanalyse und Diskriminanzanalyse (vgl. 310) werden leider nur angeschnitten.

In der Summe ist dem Autor ein großartiges Buch gelungen. Magenschmerzen wegen Statistik und SPSS können mit dieser Lektüre überaus wirksam bekämpft werden. Die Lektüre macht regelrecht Spaß. Zu wünschen wäre, der Autor würde auf ähnliche Weise in einem weiteren Buch die bisher nur skizzierten gebräuchlichen multivariaten Analyseverfahren darstellen. Eine dankbare Leserschaft wäre ihm garantiert.

Links:

Über das BuchClaus Braunecker: How to do Empirie, how to do SPSS. Eine Gebrauchsanleitung. facultas [Wien] 2016, 320 Seiten, 22,70 Euro.Empfohlene ZitierweiseClaus Braunecker: How to do Empirie, how to do SPSS. von Spiller, Ralf in rezensionen:kommunikation:medien, 30. Januar 2021, abrufbar unter https://www.rkm-journal.de/archives/22532
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Rezensent/in
Ralf Spiller ist Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Macromedia Hochschule, Köln.