Rezensiert von Phoebe Maares


Journalismus in Deutschland wird hauptsächlich von weißen, gut ausgebildeten Menschen produziert, die wenig bis keine Marginalisierungserfahrungen haben. Der Zugang zum Berufsfeld über schlecht bezahlte Praktika, freiberufliche Arbeit und unbefristete Anstellungen bedeutet, dass man sich diese Berufswahl leisten können muss. Wie kann Journalismus unter solchen Umständen diverse Perspektiven in Redaktionen und Berichterstattung ermöglichen? In ihrer Dissertation untersucht Maike Suhr journalistische Neugründungen als Chance, Diversität in Redaktionen und im journalistischen Feld zu fördern. Damit betrachtet sie ein hochaktuelles Problem und liefert erste Erkenntnisse darüber, welche Rolle journalistische Neugründungen für Diversität und die Überwindung von Ungleichheit im Journalismus spielen. Mit ihrer Arbeit erweitert sie die Forschung zu Entrepreneurial Journalism, prekärer Arbeit und intersektionaler Ungleichheitsforschung. Theoretisch bezieht sich Suhr auf feministische und intersektionale Zugänge sowie die Konzepte des Diversity Management und der Ungleichheit und fasst den Forschungsstand zu Diversität in etablierten Redaktionen, Alternativmedien und journalistischen Neugründungen zusammen. Mehr


