Rezensiert von Lars Rinsdorf

Rezensiert von Lars Rinsdorf

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Rezensiert von Johanne Mohs

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Wenn derzeit von Künstlicher Intelligenz (KI bzw. AI) die Rede ist, dann werden vor allem ihre phantastischen Optionen in der algorithmischen Prozessoptimierung, im Personalmanagement und in der substitutiven Erweiterung bildlicher Verfahren etwa in der Medizin und anderen Sektoren gefeiert. All diese Verwendungschancen repräsentieren lediglich eine technokratisch, instrumentell und szientifisch verkürzte Sichtweise, kritisiert Kate Crawford. Ihr Buch Atlas der KI, erschienen zuerst 2021, weltweit publiziert und rezipiert und in zehn Sprachen übersetzt, liegt nunmehr in der 3. deutschen Auflage vor. KI, so Crawford, sei von sich aus weder künstlich noch intelligent. Mehr
Rezensiert von Kathrin Kirschner

Wer kennt sie nicht: Kommentare im Internet, sei es in Sozialen Medien oder in Foren, die einen frauenfeindlichen und anmaßenden Klang haben. Viele von ihnen stammen aus der “Mannosphäre”. Die Mannosphäre ist eine “lose Ansammlung von Blogs, Reddit-Themen, traditionellen Webforen und Accounts auf sozialen Medien”, also keine greifbare, abgrenzbare Gruppe mit festen Regeln. Ihren Mitgliedern ist Frauenhass, Gewaltverherrlichung und eine queerfeindliche Haltung gemein. All das sind Themen, die dieses Buch für mein Forschungsgebiet, die Gender Studies, interessant machen. Incels, Rote Pille, Fight Club – Begrifflichkeiten, die in der Mannosphäre immer wieder vorkommen. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Jacob Johanssen widmet sich in Die Mannosphäre. Frauenfeindliche Communitys im Internet der Forschungsfrage, wie sich Frauenhass in den mannigfaltigen Communitys der Mannosphäre äußert. Mehr
Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Das Buch ist eine Art Manifest, mit so viel Verve und Unbeirrbarkeit, dass man sich ihm nur entziehen kann oder – umgekehrt – ganz gefesselt wird. Natürlich gibt es zwischendurch auch sachliche Passagen über die Strategien, Märkte und Machtkonstellationen der amerikanischen Digitalkonzerne, die von eindrücklichen, plakativen Illustrationen einer professionellen Grafikerin unterstützt werden. Aber beherrscht wird der Duktus von harscher, mitunter suggestiver Kritik und von forschen Aufrufen zu Widerstand und Gegenwehr (wobei allerdings unklar bleibt, wer oder was sie wie bei international agierenden Großkonzernen realisieren soll. Aber dann gehört man wohl schon zum Lager der Abwiegler und Schwächlinge, aus Sicht des Autors). Motiviert wurde der Band offenbar von einer traumatischen Erfahrung des Autors im Oktober 2020. Mehr
Eine Literaturrecherche von Hans-Dieter Kübler
Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Vor etwa 60 Jahren veröffentlichte Jürgen Habermas seine inzwischen breit angesehene und diskutierte Habilitationsschrift Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Öffentlichkeit (1962). Als ein “Idealtypus”, mindestens als ein “Modell” war die Untersuchung angelegt. Habermas untersuchte mit juristisch-staatspolitischen und sozialwissenschaftlichen Begriffen zunächst die Entstehung der “bürgerlichen Öffentlichkeit” im 17./18. Jahrhundert aus Assoziationen literarischer, kultureller Zirkel, von Vereinen, politischen Gruppierungen, Stammtischen, Clubs und Salons, aber auch von Logen und Geheimbünden. Diese formierten sich zum “Publikum versammelter Privatleute”, gewissermaßen als informelle, diskursive Vermittlungsinstanzen zwischen Staat und (Zivil)Gesellschaft. Mehr
Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Am Anfang, 1999/2000, war Napster, der Filesharing-Dienst, der frei verfügbare Songs im Internet einsammelte und für User*innen bis zu seinem per Gericht entschiedenen Ende 2001 verfügbar stellte. Zu ihm kehrt der medien- und kulturwissenschaftliche Autor Michael Seemann in dieser ursprünglich als Dissertation an der Universität Tübingen eingereichten, umfangreichen Arbeit immer wieder zurück, weil Napster auf dem heute gängigen P2P-Prinzip beruhte und damit als exemplarischer Pionier schon wie “eine Plattform” fungierte, “bevor man den Begriff dafür gebrauchte”. Gewissermaßen ist Napster die “Linse”, in der sich die Geschichte und die hier vorgelegte(n) Theorie(n) der Plattformen fokussiert, eine Darstellung, die mit vielen kulturgeschichtlichen Anleihen und Analogien operiert, eine Fälle von Details, Anekdoten, aber auch von theoretischen Paradigmen aufbietet, manche Um- und Abwege durch die Innovations- und Technologiegeschichte nicht scheut, aber dadurch insgesamt ein faszinierendes, enorm detailreiches und zugleich anschauliches Tableau der heute so mächtigen Plattformen entwickelt, wie es seinesgleichen sucht aber auch den Leser*innen einiges abverlangt. Mehr
Rezensiert von Ralf Spiller

Die Begriffe Storytelling und Narrative sind Modebegriffe (Buzzwords) geworden, konstatiert Michael Müller gleich auf der ersten Seite seines Buches. Sie würden sehr unterschiedlich, zum Teil auch negativ bewertet werden. Als “Storytelling Animals” würden wir Menschen in weiten Bereichen aber nun mal in narrativen Strukturen denken. Unsere gesellschaftlichen Diskurse seien stark von Geschichten, Erzählungen und Narrativen geprägt – egal, ob uns das passe oder überhaupt bewusst sei. Der Autor schreibt Narrativen, also Mustern, mit denen wir unsere tatsächlichen oder vermeintlichen Erfahrungen erklären, eine große Bedeutung zu. “Geschichten bauen die Welt aus Sprache”, schreibt Müller in Anlehnung an den russischen Literaturwissenschaftler Jurj Lotman und argumentiert, dass uns diese Modelle der Welt maßgeblich beeinflussen. Die gesamte Welt sei eine “Narratosphäre”, ein Raum aus Geschichten, Erzählungen und Narrativen, der einen wichtigen Teil unseres Weltverständnisses und Weltverstehens ausmache. Mehr