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	<title>rezensionen:kommunikation:medien</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
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		<title>Laura Heuer: Die Bilder der Killer-Spieler</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 07:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Game Studies]]></category>
		<category><![CDATA[Gaming Culture]]></category>
		<category><![CDATA[Hybrid-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Killerspiele]]></category>
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		<category><![CDATA[McLuhan]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Rolf F. Nohr</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2154"><img class="alignleft size-full wp-image-3750" title="Heuer2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/Heuer2009.jpg" alt="" width="160" height="230" /></a>Machinima gehören sicherlich zu den spannendsten Phänomenen, die die <em>gaming culture</em> in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Was aber ist Machinima? Friedrich Kirschner, ein pronocierter Aktivist der Szene, definiert wie folgt: "Shooting film (Cameras record the action going on) in a realtime 3d (the time needed for the computer to transform the abstract data into a 3-dimensional visible representation is so little that you do not notice it. […]) virtual environment (the actors aren't human, but virtual Avatars or Objects, controlled by user input or scripting and act in a virtual world that is simulated using a computer game). Thus, machinima is a mix of three ways to produce moving images: machine * animation * cinema.". <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2154">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Rolf F. Nohr</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2154"><img class="alignleft size-full wp-image-3750" title="Heuer2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/Heuer2009.jpg" alt="" width="160" height="230" /></a>Machinima gehören sicherlich zu den spannendsten Phänomenen, die die <em>gaming culture</em> in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Was aber ist Machinima? Friedrich Kirschner, ein pronocierter Aktivist der Szene, definiert wie folgt: &#8220;Shooting film (Cameras record the action going on) in a realtime 3d (the time needed for the computer to transform the abstract data into a 3-dimensional visible representation is so little that you do not notice it. […]) virtual environment (the actors aren&#8217;t human, but virtual Avatars or Objects, controlled by user input or scripting and act in a virtual world that is simulated using a computer game). Thus, machinima is a mix of three ways to produce moving images: machine * animation * cinema.&#8221; (<a href="http://www.machinimag.com/" target="_blank">http://www.machinimag.com/</a>).</p>
<p>Im Machinima-Movement laufen also medienwissenschaftlich hochinteressante Stränge zusammen: beispielsweise die Verschmelzung unterschiedlicher Apparatesysteme, eine DIY-Produktionsstrategie oder die Aneignung von Produktionsmitteln. Ob man nun aber den 26.10.1996, das Entstehungsdatum von <em>Diary of a Camper</em>, oder den Januar 2000, in dem Hugh Hancock die Webseite <a href="http://www.machinima.com" target="_blank">machinima.com</a> veröffentlichte, als &#8216;Geburtsmoment&#8217; ansetzt – das Phänomen ist nicht gerade brandneu und zwischenzeitlich liegen auch bereits einige interessante und lesenswerte (vorrangig englische) Veröffentlichungen vor.<sup class='footnote'><a href='#fn-2154-1' id='fnref-2154-1'>1</a></sup> In diesem Zusammenhang also ist das Erscheinen einer deutschsprachigen Publikation zum Thema zwar durchaus interessant – die Erwartungen sind aber auch etwas höher gesteckt. Eine schlichte Einführung ins Thema und eine Definition des Materialkorpus scheint mehr als 10 Jahre nach dem Beginn der Machinima-Bewegung für den wissenschaftlichen Fachdiskurs nicht mehr angezeigt.</p>
<p>Um es vorweg zu nehmen: Das Buch Laura Heuers kann diese Erwartungen nur zum Teil befriedigen. Dies liegt vorrangig an drei Problemen. Zum einen operiert das Buch mehr oder weniger mit der (dann aber nicht sinnig umgesetzten) operativen These, dass mit dem Phänomen Machinima eine Nobilitierung und Legitimation des Computerspielens gegen seine kulturkonservativen Kritiker betrieben werden kann; zum anderen begreift die Verfasserin das Phänomen aus einem zu undifferenzierten Begriff der Fankultur heraus, um einen medienwissenschaftlich produktiven Diskussionsbeitrag zu leisten. Als verständliches, reflektierend-deskriptives Buch für eine interessierte Öffentlichkeit wiederum nimmt der Fachdiskurs einen zu umfangreichen Raum ein. Auch der Materialkorpus der Mikroanalyse ist dafür wiederum zu schmal – gerade einmal eine Machinima-Serie und ein Einzelwerk werden ausführlich bearbeitet.</p>
<p>Dem vorliegenden Buch ist seine Entstehung als Magisterarbeit zu sehr anzumerken. Viele theoretische Ausführungen sind erkennbar unterkomplex und zielen zu stark auf das operative Interesse der Nobilitierungsgeste. So konstatiert die Verfasserin die Praxis des Machinima-Erstellens zu forciert als eine dissidente und widerständige Praxis im Geiste der Fankulturforschung der<em> cultural studies</em> (13ff.) oder des Jenkin&#8217;schen <em>prosuming</em>-Begriffs (16f.). An und für sich ist dies eine hochinteressante Argumentationsfigur, die aber nicht nur auf eine politisch relativ unscharf gefasst Geste der Appropriation der Produktionsmittel zusammengefasst werden kann. Hier hat sich die Diskussion (auch im Bezug auf die <em>gaming culture</em>) weiter bewegt – zu sehr ist hier eben auch die &#8216;Kraft&#8217; des kulturindustriellen Komplexes spürbar, um sich &#8216;nur&#8217; auf eine Figur der Partizipation/Interaktion (19) zu konzentrieren. Gerade die auch in den <em>cultural studies</em> diskutierte Frage nach den Bedingungen kultureller Ökonomien würde sich an den Machinima wie an vielen andern Feldern der <em>gaming culture</em> (<em>hacking</em>, <em>modding</em>, <em>trickjumping</em> usf.) sinnvoll entfalten lassen.</p>
<p>Laura Heuer aber konzentriert sich zu sehr darauf, Phänomenlagen, die jenseits des reinen &#8216;Produkts Spiel&#8217; liegen, zu einer Geste des Widerstandes (siehe etwa 22f., 52) und politischen Aktivismus zu überformen (55f.) und zu Teilen der <em>convergence culture</em> zu deklinieren, sodass sie wesentliche Ambivalenzen des Phänomens übersieht. Dies wird beispielsweise in der Auseinandersetzung mit dem &#8216;medialen Status&#8217; des Machinima deutlich. Heuer bemüht hier die Hybrid-Diskussion (65ff.), um den Status des Machinima als &#8220;Hybrid aus Computerspiel und Film&#8221; (71) zu charakterisieren – ohne jedoch auf den medientheoretischen Mehrwert des gewählten Konzeptes bzw. der verworfenen Konzepte einzugehen. Warum sollte das Machinima als Hybride gefasst werden und nicht als Remediatisierung beispielsweise im Sinne Bolters und Grusins? Warum nicht als intermediales Phänomen? Machinima als Hybride zu begreifen, setzt auf den progressiven Zug, der mit McLuhan in die Hybriddebatte einzieht; diese Vorgehensweise vernachlässigt aber die Frage, warum beispielsweise das ästhetische Repertoire oder die narrativen Konturen vieler Machinimas hier eindeutig als Remedialisierungen begriffen werden müssen, die Formen und Figuren etablierter medialer Strukturen und Narrationen schlicht nachvollziehen. Machinima als &#8216;billige&#8217; und technisch niederschwellige Möglichkeit zu fassen, an (kritikabel veranschlagten) Medienartikulationen teilhaben zu können, unterläuft aber das der Verfasserin vor Augen stehende Widerstandspotenzial der Machinima.</p>
<p>Man muss aber gar nicht weitschweifig argumentieren, um das Problem des hier vorgeschlagenen Widerstandsbegriffs zu benennen: es tritt in einem prominent gesetzten Zitat (77) offen zu Tage. Hier verweisen die Macher der für die Szene signifikanten <em>Red vs. Blue</em>-Reihe darauf, dass ihre Machinimas nur durch wohlwollende Billigung des Microsoft-Konzerns fortbestehen und ihre Öffentlichkeit finden konnte. Denn nicht zuletzt ist <em>Red vs. Blue</em> eine nicht zu unterschätzende Imagekampagne und Werbemaßnahme für den Microsoft-Shooter <em>Halo</em>. Wie widerständig aber sind medial distribuierte Artikulationen, die mit Billigung eines Konzerns und mithilfe der Bereitstellung der Produktionsmittel durch den Konzern entstehen?</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.tectum-verlag.de/9783828899759" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.hbk-bs.de/hochschule/personen/rolf-f-nohr/" target="_blank">Webpräsenz von Rolf F. Nohr an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig</a></li>
<li><a href="http://lauraheuer.wordpress.com/" target="_blank">persönliche Webpräsenz von Laura Heuer</a></li>
</ul>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-2154-1'>Alleine das Portal der <em>Digital Games Research Association</em> (DiGRA) listet knapp 30 Artikel zum Thema auf (<a href="http://www.digra.org">www.digra.org</a>). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-2154-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Susanne Fengler; Bettina Vestring: Politikjournalismus</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3654</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/3654#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 07:26:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Mathias Rentsch</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3654"><img class="alignleft size-full wp-image-3811" title="BoD_B4-FenglerVestring_15403-9-12" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/fenglervestring-20092.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Es ist kein leichtes Vorhaben, in einem Lehrbuch die Sichtweisen von Praktikern und Wissenschaftlern auf einen bestimmten Gegenstand stimmig zusammenzuführen und damit gegenüber den vielen Praktiker- ratschlägen auf der einen und der Fülle wissenschaftlicher Betrachtungen auf der anderen Seite einen Mehrwert zu schaffen. Susanne Fengler und Bettina Vestring haben dies nun für den Politikjournalismus versucht – und es ist ihnen im Großen und Ganzen auch geglückt. Die beiden Autorinnen wissen, wovon sie schreiben, denn sie kennen das Berufsfeld der Politikjournalisten genau: Die Kommunikations- wissenschaftlerin Susanne Fengler hat viele Jahre in der politischen Kommunikation und als reie Journalistin gearbeitet. Bettina Vestring ist Redakteurin bei der <a href="http://www.bz-berlin.de/" target="_blank">Berliner Zeitung</a> und dort als Volontärsausbilderin für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3654">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Mathias Rentsch</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3654"><img class="alignleft size-full wp-image-3811" title="BoD_B4-FenglerVestring_15403-9-12" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/fenglervestring-20092.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Es ist kein leichtes Vorhaben, in einem Lehrbuch die Sichtweisen von Praktikern und Wissenschaftlern auf einen bestimmten Gegenstand stimmig zusammenzuführen und damit gegenüber den vielen Praktiker- ratschlägen auf der einen und der Fülle wissenschaftlicher Betrachtungen auf der anderen Seite einen Mehrwert zu schaffen. Susanne Fengler und Bettina Vestring haben dies nun für den Politikjournalismus versucht – und es ist ihnen im Großen und Ganzen auch geglückt. Die beiden Autorinnen wissen, wovon sie schreiben, denn sie kennen das Berufsfeld der Politikjournalisten genau: Die Kommunikations- wissenschaftlerin Susanne Fengler hat viele Jahre in der politischen Kommunikation und als reie Journalistin gearbeitet. Bettina Vestring ist Redakteurin bei der <a href="http://www.bz-berlin.de/" target="_blank">Berliner Zeitung</a> und dort als Volontärsausbilderin für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich.</p>
<p>Die Sichtweisen von Praxis und Forschung werden miteinander verknüpft, indem in den einzelnen Kapiteln zunächst die praktische, dann die kommunikationswissenschaftliche Seite zu Wort kommt. Es geht um das Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern, um die Medien des Politikjournalismus, seine Themen und Quellen, um die Recherche und Darstellungsformen, aber auch um die Beziehung zwischen Politikjournalisten und ihrem Publikum und die Frage der journalistischen Verantwortung. So erfährt der Leser auf der einen Seite zum Beispiel etwas darüber, wie Politikjournalisten ein Kontaktnetzwerk aus Politikern aufbauen und pflegen können, oder darüber, was es heißt, wenn Gespräche &#8216;unter drei&#8217; geführt werden. Auf der anderen Seite liest er von der Diskussion um die normativen Aufgaben des Politikjournalismus in einer demokratischen Gesellschaft, von der &#8220;Mediendemokratie&#8221; und der &#8220;Medialisierung der Politik&#8221;.</p>
<p>In die einzelnen Kapitel steigen die Autorinnen stets mit griffigen Anekdoten aus dem Alltag von Politikjournalisten ein. Lernziele und knackige Zusammenfassungen unterstreichen den Lehrbuchcharakter, jedes Kapitel schließt mit Literatur- empfehlungen. Wenngleich didaktisch sinnvoll, wirken die knappen Zusammenfassungen bei den kürzeren Kapiteln hier und da ein wenig überbemüht. Die Literaturhinweise sind insbesondere in den Buchteilen zur kommunikationswissenschaflichen Forschung sorgfältig ausgewählt. Darunter lassen sich viele Veröffentlichungen finden, die im Fach zum Standard zählen und dem Leser bei Bedarf tiefere Erkenntnis eröffnen. Indem es einschlägige Theorien, Diskurse und Befunde aufgreift, gibt das Buch einen guten Einblick in die Breite der Forschung zum Politikjournalismus. Gerade den kommunikationswissenschaftlich unbefleckten Leser dürfte es zum weiteren Nachdenken über zentrale Fragen des Fachs anregen – Fragen, die Praktiker und Wissenschaftler in Zeiten des Medienwandels gleichermaßen umtreiben: Welche Auswirkungen hat der immer größere Wettbewerbsdruck im Journalismus auf die Qualität der Politikberichterstattung? Tragen Politikjournalisten zur Politikverdrossenheit der Bürger bei? Welche Bedeutung haben Polit-Blogger und ist &#8220;Bürgerjournalismus&#8221; eine Gefahr für den traditionellen Journalismus und die Qualität der öffentlichen Kommunikation?</p>
<p>Dass sich die referierte Forschung dabei überwiegend auf den deutschen Sprachraum beschränkt, kann aus wissenschaftlicher Sicht nicht befriedigen, ist aber verschmerzbar. Denn es handelt sich zuallererst um eine Einführung für Praktiker, Studenten jüngeren Semesters und interessierte Laien – und für dieses Publikum wird das Buch ein Gewinn sein. Erhellend ist es gerade für angehende Politikjournalisten, weil es den Autorinnen gelungen ist, die Relevanz der Kommunikationswissenschaft und ihrer Befunde für die journalistische Praxis in einer verständlichen und plastischen Sprache herauszuarbeiten – und zwar nicht vom &#8216;Elfenbeinturm&#8217; herunter, sondern aus der Praxis heraus. Von einem solchen Wissenstransfer kann es gar nicht genug geben.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-15403-9/Politikjournalismus.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.susanne-fengler.de/" target="_blank">Private Homepage von Susanne Fengler</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/ikw/inst/lehrk/mrentschvita" target="_blank">Webpräsenz von Mathias Rentsch an der TU Dresden</a></li>
</ul>


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		<title>Patrick Brauckmann (Hrsg.): Web-Monitoring</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2668</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 12:35:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<category><![CDATA[Datenerhebung]]></category>
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		<category><![CDATA[Web-Monitoring]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Felix Sattelberger</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2668"><img class="alignleft size-full wp-image-3707" title="brauckmann" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/04/brauckmann.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Patrick Brauckmann, Promovent an der Universität Leipzig und Vertriebsleiter bei der bol Behörden Online Systemhaus GmbH, bietet mit seinem Herausgeber- band <em>Web-Monitoring. Gewinnung und Analyse von Daten über das Kommunikationsverhalten im Internet</em> einen praxisorientierten und umfassenden Einblick in die vielseitigen Facetten der Untersuchung von internetbasierten Kommunikations- prozessen. Zu Beginn des Bandes gelingt Thomas Pleil die theoretisch fundierte und dennoch anschauliche Hinführung zu dem komplexen Themenbereich des Web-Monitorings. Die Herausarbeitung der diffusen Verknüpfungen zwischen klassischen Massenmedien und internetbasierten Mikro-Öffentlichkeiten stellen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung des Kommunikationsverhaltens im Internet deutlich heraus. Nach dieser thematischen Einführung gliedert sich der Band in vier Teile, welche im Folgenden kurz charakterisiert werden. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2668">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Felix Sattelberger</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2668"><img class="alignleft size-full wp-image-3707" title="brauckmann" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/04/brauckmann.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Patrick Brauckmann, Promovent an der Universität Leipzig und Vertriebsleiter bei der bol Behörden Online Systemhaus GmbH, bietet mit seinem Herausgeber- band <em>Web-Monitoring. Gewinnung und Analyse von Daten über das Kommunikationsverhalten im Internet</em> einen praxisorientierten und umfassenden Einblick in die vielseitigen Facetten der Untersuchung von internetbasierten Kommunikations- prozessen. Zu Beginn des Bandes gelingt Thomas Pleil (11ff.) die theoretisch fundierte und dennoch anschauliche Hinführung zu dem komplexen Themenbereich des Web-Monitorings. Die Herausarbeitung der diffusen Verknüpfungen zwischen klassischen Massenmedien und internetbasierten Mikro-Öffentlichkeiten stellen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung des Kommunikationsverhaltens im Internet deutlich heraus. Nach dieser thematischen Einführung gliedert sich der Band in vier Teile, welche im Folgenden kurz charakterisiert werden.</p>
<p>Das erste Kapitel stellt die Aufgaben des Web-Monitorings bezüglich diverser kommunikativer Fragestellungen in Politik und Wirtschaft heraus. Besonders lesenswert ist hierbei der Beitrag von Alexander Plum (21ff.) zu Ansätzen, Methoden und Technologien des Web-Monitorings. Anhand einer kurzen Charakterisierung der Kernprozesse des Web-Monitorings, Datenerhebung, Datenaufbereitung, Datenanalyse und Ergebnispräsentation, bietet der Beitrag einen Überblick zum aktuellen Entwicklungsstand von entsprechenden Anwendungen. Peter Gentsch und Anna-Maria Zahn (97ff.) bieten darüber hinaus einen sehr anschaulichen Überblick der Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten von Web-Monitoring in unterschiedlichen Unternehmensbereichen.</p>
<p>Den inhaltlichen Kern des Herausgeberbandes bilden das zweite und dritte Kapitel. Im zweiten Kapitel erfolgt ein methodischer Einblick in das Web-Monitoring, während im dritten Kapitel Ansätze zur Analyse des erhobenen Datenmaterials vorgestellt werden. Umfassend und plausibel sind die Kategorien, die Oliver Schiffers (267ff.) für die Auswertung von internetbasierten Kommunikationsprozessen vorschlägt. Neben der Reichweite, Tonalität und Verortung der Beiträge werden dabei auch das individuelle Netzwerkverhalten und Engagement der Nutzer als wichtige Metriken des Web-Monitorings erläutert.</p>
<p>Das vierte Kapitel verfolgt das Ziel, die zuvor vorgestellten Methoden und Analysestrategien anhand praktischer Anwendungen zu vertiefen. Aufgrund der starken Praxis- orientierung der vorangegangenen Beiträge erschließt sich hier dem Leser allerdings wenig Neues.</p>
<p>Alles in allem macht der Herausgeberband von Patrick Brauckmann deutlich, dass keine einzelne Web-Monitoring-Anwendung für alle Fragestellungen gleichermaßen geeignet ist. Trotz der Vielfalt an visuell aufbereiteten und automatisierten Anwendungen bildet eine methodisch saubere Inhaltsanalyse die Grundlage aussagekräftigen Web-Monitorings. In verschiedenen Beiträgen zeigen sich hier Unschärfen, wobei vor allem kritische Aspekte des Web-Monitorings wenig tangiert werden. Dies betrifft vor allem Bereiche wie die Aussagekraft der Daten, die Leistungsfähigkeit zu Grunde liegender Spider- und Crawlertechnologien sowie<br />
die Problematiken im Umgang mit automatisierten Inhaltsanalysen generell.</p>
<p>Kritisch anzumerken ist zudem das zum Teil mangelhafte Lektorat. Neben starken Schwankungen bei Umfang und Qualität der einzelnen Beiträge zeigen sich zahlreiche Rechtschreibfehler, welche dem Lesefluss und Qualitätseindruck des Buches schaden.</p>
<p>Der Herausgeberband ist vor allem für Leser empfehlenswert, die sich bisher wenig mit Web-Monitoring auseinandergesetzt haben und sich einen umfassenden Überblick über dessen zahlreiche Anwendungen verschaffen wollen.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867642156&amp;WKorbUID=9160650&amp;TITZIF=2364&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www2.uni-jena.de/oeko/mitarb_seufert3.html" target="_blank">Webpräsenz von Felix Sattelberger an der Universität Jena</a><em><br />
</em></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Eva Züchner: Der verschwundene Journalist</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3636</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 11:19:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Horst Pöttker</em>

<em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3638"><img class="alignleft size-full wp-image-3638" title="Züchner2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/Züchner2010.jpg" alt="" width="160" height="255" /></a>Wie es im NS-Regime war, ist nach der für den Wiederaufbau nützlichen Verdrängung der Verbrechen in den 1950er Jahren mittlerweile gut erforscht und einigermaßen bekannt. Die peinliche Frage, wie es überhaupt möglich war, dass die Kulturnation der Deutschen den Barbaren Hitler, Goebbels und Himmler ins eigene Verderben gefolgt ist, gerät erst heute, ein Menschenleben danach, mehr und mehr in den öffentlichen Diskurs. Philipp Jenninger musste noch 1988 als Bundestagspräsident zurücktreten, weil er es gewagt hatte, bei einer hochoffiziellen Gedenkveranstaltung zur Reichskristallnacht 1938 den Motiven für das Schweigen der großen Mehrheit zum Judenpogrom nachzuspüren. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3636">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Horst Pöttker</em></p>
<p><em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3638"><img class="alignleft size-full wp-image-3638" title="Züchner2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/Züchner2010.jpg" alt="" width="160" height="255" /></a>Wie es im NS-Regime war, ist nach der für den Wiederaufbau nützlichen Verdrängung der Verbrechen in den 1950er Jahren mittlerweile gut erforscht und einigermaßen bekannt. Die peinliche Frage, wie es überhaupt möglich war, dass die Kulturnation der Deutschen den Barbaren Hitler, Goebbels und Himmler ins eigene Verderben gefolgt ist, gerät erst heute, ein Menschenleben danach, mehr und mehr in den öffentlichen Diskurs. Philipp Jenninger musste noch 1988 als Bundestagspräsident zurücktreten, weil er es gewagt hatte, bei einer hochoffiziellen Gedenkveranstaltung zur Reichskristallnacht 1938 den Motiven für das Schweigen der großen Mehrheit zum Judenpogrom nachzuspüren.</p>
<p>Eva Züchners Buch ist ein Beispiel für den gewandelten Diskurs zum Nationalsozialismus, denn sie bemüht sich, am Beispiel ihres Vaters Gerhart Weise, eines empfindsamen Intellektuellen, der sein journalistisches Können bereitwillig in den Dienst der Goebbels&#8217;schen Propaganda gestellt und dem NS-Regime sogar einen befreundeten Kollegen ans Messer geliefert hat, den &#8220;subjektiven Sinn&#8221; (Max Weber) dieser Handlungsweise zu verstehen. Dass das Bemühen scheitert und der 1913 geborene Vater immer rätselhafter und fremder wird, je mehr Fakten die 1942 geborene Autorin über ihn herausbekommt, mag auch an der Unmöglichkeit liegen, mit ihm zu sprechen. Er wurde im September 1945 von der sowjetischen Geheimpolizei GPU aus seinem Wohnhaus in Klein-Machnow bei Berlin verschleppt und ist nie wieder aufgetaucht.</p>
<p>Die Autorin, von Beruf Kunsthistorikerin, hat einen Verlag gefunden, der nicht nur von Druckkostenzuschüssen lebt, sondern sich intensiv darum kümmert, seine Bücher unter die Leute zu bringen. Das Rezensionsexemplar kam unaufgefordert mit einem langen Anschreiben aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an den Rezensenten, dessen Interesse an der Thematik man offenbar wahrgenommen hatte. Vermutlich steckt System dahinter und man macht sich die Mühe, Listen interessierter Multiplikatoren zu führen. Von professioneller, auf Nachhaltigkeit und sachliche Präzision setzender Öffentlichkeitsarbeit für das Buch zeugt auch die Umschlaggestaltung. Auch wenn sie etwas übertrieben ist, hebt die Behauptung des Klappentextes, es handele sich um &#8220;eine bisher unbekannte Innenansicht der Mediengeschichte des Nationalsozialismus&#8221; durchaus das Besondere an Eva Züchners familiärer Biografie hervor. Und auch das auf dem Rückumschlag zitierte Lob von Norbert Frei trifft zu: &#8220;Diese Geschichte ist außerordentlich genug, um einen besonderen Akzent zu setzen. Zumal die Autorin eine eigene Sprache gefunden hat.&#8221;</p>
<p>Außergewöhnlich an diesem Buch sind tatsächlich Herangehensweise und Stil der Autorin, nicht der Gegenstand. Denn Vaterlosigkeit ist für die Kohorte der im Zweiten Weltkrieg Geborenen ja Normalität, auch in den glücklichen Fällen, in denen Väter Krieg und Nachkriegszeit physisch überlebt haben. Manche kamen erst spät aus der Gefangenschaft zurück, viele waren in der arbeitsintensiven Aufbauphase für ihre Kinder kaum präsent und zumal bei Fragen nach der Zeit vor dem 8. Mai 1945 extrem verschlossen. Die Suche nach den unbekannten, sich entziehenden Vätern ist für diese Jahrgänge, zu denen auch der Rezensent gehört, eine durchgängige Erfahrung von kultureller Tragweite. Die Vergeblichkeit dieser Suche mündete bei vielen in – zunächst mehr oder weniger unbewusste – Auflehnung. Schließlich handelt es sich um die 68er Kohorte.</p>
<p>Wo Väter nicht überlebt hatten und deshalb schwerer mit Vorwürfen zu konfrontieren waren, konnte wohl auch Verklärung die Folge sein, wobei Auflehnung und Verklärung zwei Seiten derselben Medaille sein mögen. Eva Züchner jedenfalls hat ihren Vater zunächst als sensiblen und kultivierten Journalisten mit literarischen Ambitionen verklärt. Dass Gerhart Weise sein Leben nicht als Soldat, sondern als Opfer eines politischen Verbrechens der sowjetischen Besatzungsmacht verloren hat, mag diese Verklärung erleichtert haben. Erst in einem Alter, in dem jugendliche Auflehnung nicht mehr infrage kommt, hat sich die Tochter bewusst und präzise auf die Suche nach dem Vater gemacht. Sie endet in Ratlosigkeit, denn in ihrem Verlauf verblasst (&#8220;verschwindet&#8221;) der sensible und kultivierte Journalist, an den die Tochter lange geglaubt hat, ohne dass ein anderes Bild deutlich wird. Am Ende wissen Autorin und Leser nicht einmal, ob es sich bei dem von Goebbels belobigten Propagandisten Gerhart Weise um einen überzeugten Nationalsozialisten (Typus &#8220;Totale Konformität&#8221;) oder um einen der vielen Opportunisten (Typus &#8220;Pragmatische Konformität&#8221;) gehandelt hat.</p>
<p>Auch wenn die kommunikationshistorische Forschung, was Fakten zu den Medien im Nationalsozialismus betrifft, einen beachtlichen Stand erreicht hat, lässt sich von dieser intensiv recherchierten Selbstverständigung einer akademischen Außenseiterin über ihren Vater sogar in dieser Hinsicht noch einiges lernen. Besonders über die sozialen Netzwerke literarisch ambitionierter NS-&#8221;Journalisten&#8221;, die sich bei der Reichspresseschule, bei den Propaganda-Kompanien und bei der von Goebbels&#8217; Propagandaministerium dirigierten Spielfilmproduktion bildeten, erfährt man Details, die man in dieser Dichte woanders oft vergeblich sucht – einschließlich mancher Informationen über die Dauerhaftigkeit dieser Netzwerke nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes, die einen immer noch erstaunen lassen. Über Gerhart Weises Freund Hans H. Henne, den er 1935 beim zweiten Lehrgang der Reichspresseschule unter Hans Schwarz van Berk kennengelernt hatte, liest man auf Seite 254f.:</p>
<p><small>&#8220;Im August 1954 veröffentlicht <em>Die Wildente</em> in ihrer siebten Folge einen Nachruf auf den &#8216;Kameraden&#8217; Henne, der &#8216;sich durch hervorragende Darstellungen des Kampfgeschehens einen geachteten Namen als Journalist gemacht&#8217; habe (&#8230;). Das Mitteilungsblatt der ehemaligen Angehörigen der Propaganda-Kompanien erscheint in unregelmäßiger Folge von 1952 bis 1966 in Hamburg und wird von Ex-Kriegsberichter Günther Heysing herausgegeben. <em>Die Wildente</em>, durch Spenden und Anzeigen der Ehemaligen finanziert, ist denn auch ein nostalgischer Veteranentreff im DIN-A5-Format, deren Name signalisieren soll, dass dieses revanchistische Blatt nicht gewillt ist, sich die bundesrepublikanischen &#8216;Zeitungsenten&#8217; über den Nationalsozialismus zu eigen zu machen. (&#8230;) Ab 1952 verbreitet er in seinem Blatt die dann über Jahrzehnte hartnäckig verteidigte Legende, dass die Wehrmacht und deren Propagandatruppen mit den Kriegsverbrechen &#8216;der Nazis&#8217; nichts zu tun gehabt hätten. (&#8230;) In der <em>Wildente</em>, die hauptsächlich launige bis wehmütige Reminiszenzen und Anekdoten der Ehemaligen über die gute alte Zeit abdruckt, finde ich die Namen einiger PK-Angehöriger wieder, die Kollegen und Freunde meines Vaters gewesen sind.“</small></p>
<p>Es folgen dann unter anderen die Namen von Verleger Ernst Rowohlt, von Karl-Georg von Stackelberg, dem Gründer der Emnid-Institute, von Wolf Schirrmacher, bis in die 1970er Jahre Autor von <a href="http://www.zeit.de/index" target="_blank">Die Zeit</a>, <a href="http://www.fnp.de/fnp/index.htm" target="_blank">Frankfurter Neue Presse</a> oder <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank">Der Tagesspiegel</a>, und schließlich wieder von Hans Schwarz van Berk, Gründer einer erfolgreichen Werbeagentur und Erfinder des unverwüstlichen Knoblauch-Bauern &#8220;Ilja Rogoff&#8221;, der bis heute durch die deutsche Presse geistert.</p>
<p>Immer noch erstaunen, trotz aller Forschung, die das längst herausgefunden hat, machen auch Züchners Schlaglichter auf die fast selbstmörderische Beharrlichkeit, mit der die Verantwortlichen des NS-Regimes noch mitten im militärischen Untergang nicht nur die aufwändige Vernichtung von Juden, sondern auch die aufwändige Produktion von Propagandamaterial betrieben haben. Gerhart Weise hat als Co-Autor am letzten, bis heute verschwundenen nationalsozialistischen Durchhaltefilm &#8220;Das Leben geht weiter&#8221; mitgewirkt. Züchner beschreibt in beeindruckender Anschaulichkeit die Handlung des an die Zivilbevölkerung unter dem Bombenkrieg adressierten, von Wolfgang Liebeneiner gedrehten Streifens, der noch einmal das Modell der solidarischen Volksgemeinschaft vorführte. Der Seite 207 kann man entnehmen, dass der Regisseur die Dreharbeiten mit Uk-gestellten Schauspielern und Statisten erst am 16. April 1945 abbrechen musste. Und auf Seite 210 erfährt man über die Produktion eines anderen Durchhaltefilms, bei dem sich der Propagandaminister bekanntlich eines historischen Stoffs bediente:</p>
<p><small>&#8220;Die Dreharbeiten für &#8216;Kolberg&#8217; haben, unter der Regie von Veit Harlan, von Oktober 1943 bis Anfang 1944 gedauert. (&#8230;) Für dieses Mammutunternehmen der vorletzten Stunde, das mit knapp acht Millionen Reichsmark das Budget für mindestens drei Spielfilme verschlungen hat, sollen über hundertfünfundachtzigtausend Statisten und zusätzlich, gegen den Protest des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Dönitz, viertausend Marinesoldaten rekrutiert worden sein.&#8221;</small></p>
<p>An einigen Stellen könnte der Text sorgfältiger sein. Die 1926 gegründete Dortmunder Einrichtung heißt Institut für Zeitungs<em>forschung</em> und nicht Zeitungs&#8221;kunde&#8221; (242), und auf Seite 178 dauern die alliierten Luftangriffe auf Hamburg Ende Juli/Anfang August 1943 zehn Tage an, dagegen währen sie auf Seite 199 nur fünf Tage. Solche Nachlässigkeiten sollen allerdings auch in wissenschaftlichen Hochschulschriften vorkommen.</p>
<p>Man könnte es bei Hans Erich Nossack nachlesen, der die Bombardierung Hamburgs bereits im Herbst 1943, noch unter dem deprimierenden Eindruck des Ereignisses, auf höchst authentische Weise geschildert hat. Der Text ist verständlicherweise erst nach 1945 – genau: 1948 im Hamburger <a href="http://www.fischerverlage.de/page/krueger" target="_blank">Wolfgang Krüger-Verlag</a> unter dem Titel <em>Der Untergang</em> – erschienen und kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden. W. G. Sebald hat in <em>Luftkrieg und Literatur</em> (1999) die Scham der Deutschen, die natürlich – Stichwort: &#8220;Coventry&#8221; – wussten, dass sie mit dem Terror gegen die wehrlose Zivilbevölkerung begonnen hatten, für das jahrzehntelange Schweigen über ihre fürchterliche Bestrafung verantwortlich gemacht.</p>
<p>Hauptsächlich lohnt die Lektüre von Eva Züchners Buch, weil die Autorin mit ihm etwas realisiert, das die einerseits auf herausragende Schlüsselpersonen, andererseits auf sozio-kulturelle Strukturen fokussierte akademische Forschung zur Kommunikationsgeschichte des Dritten Reichs bisher vernachlässigt hat und das auch die sich gegen die Verdrängung auflehnende Jugend 1968ff. nicht leisten konnte. Mit einer gründlich auf private und öffentliche Originalquellen gestützten Fallstudie geht sie den Denk- und Empfindungsweisen eines normalen, möglicherweise exemplarischen Individuums nach, das sich bei seiner Berufskarriere im Bereich der öffentlichen Kommunikation zutiefst mit dem Nationalsozialismus eingelassen hat. Die Suche bleibt letztlich ohne Ergebnis, aber das ändert nichts an der Leistung, gegen äußere und innere Widerstände intellektuelle Anstrengungen auf eine Frage zu richten, die alle Menschen und besonders wir Deutsche uns stellen müssen, wenn Ähnliches nicht wieder geschehen soll: Was haben wir, jede(r) einzelne von uns, mit dem Nationalsozialismus zu tun? Was steckt auch in uns, das die NS-Verbrechen möglich gemacht hat, deren Einzigartigkeit ja nicht für alle Zeiten gewiss ist?</p>
<p>Solchen peinlichen Fragen hat sich Eva Züchner bewusst gestellt. Auf Seite 229 schildert sie ihre Reaktion auf den Fund unbezweifelbarer Belege dafür, dass ihr Vater seinen Freund Erich Ohser, der kurz darauf verhaftet wird und sich in der Zelle erhängt, wegen &#8220;defätistischer Äußerungen&#8221; denunziert hat. Möglicherweise, so fragt sich die Tochter, um die eigene Haut zu retten oder auch nur selbst nicht in Schwierigkeiten zu geraten?</p>
<p><small>&#8220;Der Fund dieser Aktennotiz hat nicht nur die allerletzten Überbleibsel meines ursprünglichen Vaterbildes zerstört, sondern mich gleichzeitig mit der Unmöglichkeit konfrontiert, die Beweggründe für die Unterlassungen und Handlungen eines Menschen, der den Bedingungen einer mörderischen Diktatur ausgesetzt ist, überhaupt zu beurteilen. Ein Abwehrmechanismus, der die tiefsitzende Furcht verdecken soll, dass auch ich in einer anderen Zeit fähig wäre, einen Freund zu verraten? &#8216;Ihr Menschenbrüder&#8217;, lässt Jonathan Littell in seinem Roman <em>Die Wohlgesinnten </em>den SS-Offizier Max Aue sagen, &#8216;lasst mich euch erzählen, wie es gewesen ist. Wir sind nicht deine Brüder, werdet ihr antworten, und wir wollen es gar nicht wissen.&#8217;&#8221;</small></p>
<p>Wollen auch wir es nicht wissen? Das wäre nur zu verständlich – und verhängnisvoll.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.berlinverlage.de/bucher/bucherDetails.asp?isbn=9783827008961" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/prof.-dr.-phil.-horst-pottker.html" target="_blank">Webpräsenz von Horst Pöttker an der Technischen Universität Dortmund</a></li>
</ul>


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		<title>Winfried Nöth; Peter Seibert: Bilder beSchreiben</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 04:47:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Martin Siefkes</em>

<em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3628"><img class="alignleft size-full wp-image-3628" title="Nöth" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/Nöth.jpg" alt="" width="160" height="228" /></a>In der Kunstwissenschaft und anderen Bereichen der Ästhetik hat in den letzten Jahren eine dezidiert antisemiotische Bewegung an Einfluss gewonnen, die sich mit Namen wie Gernot Böhme, Horst Bredekamp, Hans Belting oder Dieter Mersch schmücken kann und die Ansicht vertritt, Kunstwerken könne man mit zeichentheoretischen Mitteln nicht beikommen. Dabei wird allerdings, wie Mark Halawa gezeigt hat, mit einer verkürzten Auffassung von Semiotik gearbeitet, die man – in der Art eines "Strohmann-Arguments" – dann bequem zurückweisen kann. Während die geäußerte Kritik auf manche Semiotiker der Saussure'schen Tradition, die sich auf Codes konzentrierten und solche konventionellen Zeichensysteme überall am Werk sahen, zutrifft, gilt sie nicht für die Peirce'sche Semiotik, durch die sich auch unmittelbare Erfahrungen, direkte Eindrücke aller Sinnesmodalitäten, von Materialien ausgehende Wirkungen usw. beschreiben lassen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3625">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Martin Siefkes</em></p>
<p><em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3628"><img class="alignleft size-full wp-image-3628" title="Nöth" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/Nöth.jpg" alt="" width="160" height="228" /></a>In der Kunstwissenschaft und anderen Bereichen der Ästhetik hat in den letzten Jahren eine dezidiert antisemiotische Bewegung an Einfluss gewonnen, die sich mit Namen wie Gernot Böhme, Horst Bredekamp, Hans Belting oder Dieter Mersch schmücken kann und die Ansicht vertritt, Kunstwerken könne man mit zeichentheoretischen Mitteln nicht beikommen. Dabei wird allerdings, wie Mark Halawa gezeigt hat, mit einer verkürzten Auffassung von Semiotik gearbeitet, die man – in der Art eines &#8220;Strohmann-Arguments&#8221; – dann bequem zurückweisen kann (vgl. Halawa 2009). Während die geäußerte Kritik auf manche Semiotiker der Saussure&#8217;schen Tradition, die sich auf Codes konzentrierten und solche konventionellen Zeichensysteme überall am Werk sahen, zutrifft, gilt sie nicht für die Peirce&#8217;sche Semiotik, durch die sich auch unmittelbare Erfahrungen, direkte Eindrücke aller Sinnesmodalitäten, von Materialien ausgehende Wirkungen usw. beschreiben lassen (ebd.: 17ff.).</p>
<p>Die Bezugnahme auf Topoi wie &#8220;Materialität&#8221;, &#8220;Anschauung&#8221;, &#8220;Präsenz&#8221; und &#8220;Ereignishaftigkeit&#8221; des Kunstwerks und des Bildes, mit deren Hilfe die Semiotik heute &#8211; aber auch während des gesamten 20. Jahrhunderts die analytisch orientierten Schulen der Ästhetik (wie etwa Strukturalismus und Formalismus) &#8211; kritisiert werden, bleibt zumindest im Fall von semiotisch versierten Philosophen wie Dieter Mersch unverständlich. Dies umso mehr, als die semiotischen &#8216;Allmachtsphantasien&#8217; früherer Zeiten längst durch eine genaue Prüfung der Relation der Semiotik zu den Einzelwissenschaften ersetzt wurden, in denen diese eine Rolle spielt (vgl. Posner 2003). Es entsteht daher der Eindruck, dass die faktisch stattfindende Verdrängung der Semiotik aus den Universitäten (als Beispiel sei die Abschaffung des Semiotik-Studiengangs an der <a href="http://www.tu-berlin.de/" target="_blank">Technischen Universität Berlin</a> und der dortige Wegfall der Lehrstuhls von Roland Posner genannt) durch eine ideelle Verdrängung aus den Disziplinen, in die sie in den letzten vier Jahrzehnten – nicht immer zur Begeisterung der Fachwissenschaftler – eingegriffen hat, ergänzt werden soll.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass die wenigen Semiotiker, die hierzulande noch an Universitäten arbeiten können, sich weiter der Bildwissenschaft widmen. Ein Beispiel dafür ist der vorliegende Sammelband <em>Bilder beSchreiben. Intersemiotische Transformationen</em> von Winfried Nöth – als Verfasser des <em>Handbuch der Semiotik</em> (Nöth 2000) sicher einer der bekanntesten deutschen Semiotiker – und Peter Seibert. Er geht auf ein Kolloquium zurück, das im Juli 2007 an der <a href="http://cms.uni-kassel.de/unicms/" target="_blank">Universität Kassel</a> stattfand, also im Kontext der <em><a href="http://www.documenta.de/" target="_blank">documenta</a> 12</em>, und widmet sich dem Thema, wie Bilder, aber auch Filme, Internetpräsenzen, Musikstücke usw. mit (vor allem sprachlichen) Beschreibungen interagieren.</p>
<p>Einer kurzen Einführung der Herausgeber folgt eine Reihe von Einzelanalysen, von denen hier nur eine Auswahl vorgestellt werden kann: Winfried Nöth widmet sich der Selbstreferenzialität in Bildern, einem Lieblingsthema der Postmoderne, das in letzter Zeit eine Renaissance erfuhr (erwähnt sei die Großausstellung &#8220;Une image peut en cacher une autre&#8221; im Pariser <a href="http://www.grandpalais.fr/fr/Accueil/p-93-Accueil.htm" target="_blank">Grand Palais</a>, 2009). Peter Seibert untersucht anhand von Bertolt Brechts <em>Kriegsfibel</em> die spannungsreichen Bezüge zwischen Bildern und Bildbeschreibungen in der Literatur, die später in Rolf Dieter Brinkmanns <em>Rom, Blicke</em> und bei W. G. Sebald neu verhandelt wurden. Sharon Morris wendet die Peirce&#8217;sche Kategorienlehre in einem Husarenritt von Freud über Marinetti und den unvermeidlichen Benjamin bis zur &#8220;e-art&#8221; auf die Möglichkeiten der Text-Bild-Beziehung an, wobei vor allem die Analysen zeitgenössischer Kunstwerke hervorzuheben sind.</p>
<p>Elise Bisanz erklärt die Besonderheiten filmischer Narrationsstrukturen und leitet daraus Eigenschaften der Beschreibung von Filmbildern ab, während Kai-Uwe Hemken Andy Warhols Kunst gerade darin charakterisiert sieht, dass sie keine Beschreibung erfordert und dadurch die auf Interpretationsbedürftigkeit gerichtete &#8216;hohe Kunst&#8217; unterwandert (nebenbei bemerkt fand gleichzeitig mit der oben genannten Ausstellung im Grand Palais auch eine große Andy Warhol-Schau statt; der Band widmet sich also einigen Themen, die in seinem Erscheinungsjahr gewissermaßen in der Luft lagen). Lucia Leão zeigt, wie Schrift und Bild in der zeitgenössischen Kunst füreinander eintreten können. Claudia Brinker-von der Heyde schließlich nimmt eine kultursemiotische Perspektive ein, wenn sie die Darstellungen der bildverzierten Haube des Bauernsohns Helmbrecht im gleichnamigen Werk Wernher der Gartenæres im kulturellen Gedächtnis des Adels verortet: Die Beschreibung des unerhörten Kopfschmucks in mehr als 120 Versen durchbricht den Erzählfluss ebenso wie die Missachtung der Ständegrenze (der Bauer möchte Ritter sein) die mittelalterliche Ständeordnung – ein Fall von Ikonismus zwischen Ausdrucks- und Inhaltsebene.</p>
<p>Insgesamt kann der Band nicht vollständig überzeugen. Die gebotenen Einzelanalysen sind aufschlussreich, und der Kontext des Kolloquiums (die <em><a href="http://www.documenta.de/" target="_blank">documenta</a></em>) spiegelt sich in einigen Beiträgen wider, die aktuelle Künstler und Entwicklungen reflektieren. Doch werden die gewonnenen Erkenntnisse nicht in eine Gesamtschau eingebettet, die die Interaktionsmöglichkeiten von Bildern mit Schrift und anderen Medien systematisiert. Dies wäre umso wünschenswerter, als in der Semiotik inzwischen Begrifflichkeiten zur Verfügung stehen, mit deren Hilfe sich solche Interaktionen beschreiben lassen (vgl. Hess-Lüttich/Schmauks 2004). Mit ihrer Hilfe könnte versucht werden, die Bedingungen der Intermedialität in der Produktion, Präsentation und Rezeption von Bildern zu klären.</p>
<p>Zum Abschluss sei daher auf einige Forschungsrichtungen verwiesen, die sich auf den Weg einer Klärung der Zeichenprozesse im Zusammenhang mit Bildern gemacht haben. Dazu gehört zunächst die Schule von Klaus Sachs-Hombach (vgl. Sachs-Hombach 2003, Sachs-Hombach/Rehkämper 2001). Eine Richtung, die sich vorwiegend auf Peirce und Goodman beruft, sieht Bilder als semiotisch fundiert an, betont aber gleichzeitig die phänomenlogischen Aspekte der Bildwahrnehmung (vgl. hier besonders Halawa 2008 sowie für eine an Goodman orientierte Bildtheorie Scholz 2004). Zu erwähnen ist ferner die strukturalistisch geprägte Schule (vgl. Groupe μ 1992, Sonesson 1989), die Bilder in der Tradition Saussures als Zeichensysteme analysiert; diese Tradition ist auch mit der analytischen Philosophie verbunden worden (vgl. Blanke 2003, Posner 2010). Dem Thema „Intermedialität“ in semiotischer Perspektive widmet sich ein Sonderheft der Zeitschrift <em>Kodikas/Code</em> (vgl. Hess-Lüttich/Wenz 2006). Die Erwähnung dieser Forschungsrichtungen soll nicht als Einladung zur einseitig semiotisch orientierten Bildwissenschaft verstanden werden, sondern vielmehr als Aufforderung zu einer Diskussion, die die Möglichkeiten der Semiotik ernst nimmt, ohne Bilder auf ihren Zeichenaspekt zu reduzieren.</p>
<p><em>Literatur</em><strong>:</strong></p>
<ul>
<li>Blanke, B.: <em>Vom Bild zum Sinn. Das ikonische Zeichen zwischen Semiotik und analytischer Philosophie.</em> Wiesbaden [Deutscher Universitäts-Verlag] 2003.</li>
<li>Groupe μ:<em> Traité du signe visuel. Pour une rhétorique de l&#8217;image.</em> Paris [Éditions Le Seuil] 1992.</li>
<li>Halawa, M.A.: <em>Wie sind Bilder möglich? Argumente für eine semiotische Fundierung des Bildbegriffs.</em> Köln [Herbert von Halem Verlag] 2008.</li>
<li>Halawa, M. A.: &#8220;Widerständigkeit als Quellpunkt der Semiose. Materialität, Präsenz und Ereignis in der Semiotik von C.S. Peirce&#8221;. In: <em>Kodikas/Code. Ars Semeiotica. An International Journal of Semiotics </em>32 (2009), Nr. 1-2, S. 11-24.</li>
<li>Hess-Lüttich, E.W.B.; Schmauks, D.: &#8220;Multimediale Kommunikation&#8221;. In: Posner, R.; Robering, K.; Sebeok, T. A. (Hrsg.): <em>Semiotik: Ein Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur. </em>Band 4. Berlin u. a. [de Gruyter] 2004, S. 3487-3503.</li>
<li>Hess-Lüttich, E.W.B.; Wenz, K. (Hrsg.): <em>Stile des Intermedialen. Zur Semiotik des Übergangs.</em> (= <em>Kodikas/Code. Ars Semeiotica</em> 29, 1-3). Tübingen [Gunter Narr] 2006.</li>
<li>Nöth, W.: <em>Handbuch der Semiotik. </em>Vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart, Weimar [Verlag J. B. Metzler] 2000.</li>
<li>Posner, R.: &#8220;Semiotik und Einzelwissenschaften&#8221;. In: Posner, R.; Robering, K.; Sebeok, T. A. (Hrsg.): <em>Semiotik: Ein Handbuch zu den zeichentheoretischen Grundlagen von Natur und Kultur. </em>Band 3. Berlin u. a. [de Gruyter] 2003, S. 2562-2569.</li>
<li>Posner, R.: &#8220;Die Wahrnehmung von Bildern als Zeichenprozess&#8221;. In: Maurer, D.; Riboni, C. (Hrsg.): <em>Bild und Bildgenese</em>. Bern u. a. [Peter Lang] 2010, S. 139-184.</li>
<li>Sachs-Hombach, K.: <em>Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft.</em> Köln [Herbert von Halem Verlag] 2003.</li>
<li>Sachs-Hombach, K.; Rehkämper, K. (Hrsg.): <em>Bildhandeln. Interdisziplinäre Forschungen zur Pragmatik bildhafter Darstellungsformen.</em> Magdeburg [Scriptum] 2001.</li>
<li>Scholz, O.R.: &#8220;Bild&#8221;. In: Barck, K. et al.  (Hrsg.): <em>Ästhetische Grundbegriffe</em>. Band 1. Stuttgart, Weimar [Verlag J. B. Metzler] 2000, S. 618-668.</li>
<li>Scholz, O.R.: <em>Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildlicher Darstellung.</em> 2., vollst. überarb. Aufl. Frankfurt am Main [Klostermann] 2004.</li>
<li>Sonesson, G.: <em>Pictorial Concepts. Inquiries into the Semiotic Heritage and its Relevance to the Interpretation of the Visual World.</em> Lund [Lund University Press] 1989.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.upress.uni-kassel.de/publi/abstract.php?978-3-89958-710-4" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.uni-kassel.de/~noeth/" target="_blank">Webpräsenz von Winfried Nöth an der Universität Kassel</a></li>
<li><a href="http://cms.uni-kassel.de/unicms/index.php?id=6529" target="_blank">Webpräsenz von Peter Seibert an der Universität Kassel</a></li>
<li><a href="http://www.semiotik.tu-berlin.de/menue/mitarbeiter/martin_siefkes_ma/" target="_blank">Webpräsenz von Martin Siefkes an der Technischen Universität Berlin</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1401' rel='bookmark' title='Permanent Link: Peter Geimer: Theorien der Fotografie zur Einführung'>Peter Geimer: Theorien der Fotografie zur Einführung</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Christoph Meißelbach: Web 2.0 &#8211; Demokratie 3.0?</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 10:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[ <em>Rezensiert von Christoph Bieber</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395"><img class="alignleft size-full wp-image-3494" title="Meißelbach2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Meißelbach20091.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a>

Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel <em>Web 2.0 – Demokratie 3.0?</em> versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der "GKI" (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor, strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher  und soziologischer Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift "Politische Software – Es sind Updates verfügbar!" auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/646' rel='bookmark' title='Permanent Link: Cass R. Sunstein: Infotopia'>Cass R. Sunstein: Infotopia</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christoph Bieber</em></p>
<p><em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395"><img class="alignleft size-full wp-image-3494" title="Meißelbach2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Meißelbach20091.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a></em></p>
<p>Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel <em>Web 2.0 – Demokratie 3.0?</em> versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der &#8220;GKI&#8221; (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor (Kap. 3), strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher (7. Kap.) und soziologischer (8. Kap.) Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift &#8220;Politische Software – Es sind Updates verfügbar!&#8221; auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung.</p>
<p>Angesichts dieses Tableaus scheint ein <em>agenda overload</em> unvermeidlich, und tatsächlich dürften sich die informierteren Leser fragen, ob die ausführliche Darstellung von &#8220;Diensten und Anwendungen&#8221; oder &#8220;basale Merkmale netzbasierter Kommunikation&#8221; notwendig waren, beziehungsweise wann denn nun neue Ideen, Quellen oder Einschätzungen und Modellierungen folgen mögen. Die Gliederung deutet auf die umständlichen Gene einer Qualifikationsarbeit hin und daher sollte man gar nicht so sehr den Autor als vielmehr den (oder die) Betreuer dafür kritisieren, dass die technologisch und kommunikations- wissenschaftlichen Deskriptionen (Kap. 3 bis 5) den durchaus spannenden Versuchen einer (demokratie)theoretischen Modellierung den Platz wegnehmen.</p>
<p>Dabei ist der Autor sehr wohl in der Lage, angesichts dieser Herkulesaufgabe in einem in den vergangenen Jahren zwar randständig, aber eben doch auch produktiv bearbeiteten Arbeitsbereich den Überblick zu behalten. Er pendelt zwischen der sich ständig selbst überholenden technologischen Empirie und dem ungleich haltbareren Katalog demokratie- und gesellschaftstheoretischer Entwürfe, insbesondere die zahlreichen Schaubilder sorgen für Klärung, da sie an verschiedenen Stellen synoptische Funktionen übernehmen.</p>
<p>Einen wichtigen Schlüssel für die Auseinandersetzung mit den Implikationen kompetitiver, pluralistischer und partizipatorischer Demokratietheorien liefert Meißelbach mit Hilfe der vier &#8220;Informationsfluss-Muster&#8221; Allokution, Konsultation, Registration und Konversation (45ff.). Dabei greift er auf zahlreiche Vorarbeiter zurück, die bereits vor fünf bis zehn Jahren festgestellt haben, dass die Neukonfiguration gesellschaftlicher Kommunikations- ströme auch die Verfassung demokratischer Systeme beeinflussen könnte. Insofern geht die Betrachtung zwar über &#8220;bislang verfügbare ad hoc-Argumentationen hinaus&#8221; (Klappentext), doch fügt sie der Debatte nur bedingt neue Impulse hinzu.</p>
<p>Dabei ließe sich die Diskussion um theoretische und empirische Implikationen der Digitalisierung durchaus anreichern, auch ohne eigenes empirisches Material zu erheben. So hätte es genügt, der eher theorie- und potenzialorientierten &#8220;europäischen&#8221; Linie den eher praxisorientierten US-amerikanischen Spiegel vorzuhalten – etwa so, wie es Howard Rheingold während seines in der deutschsprachigen Fachdebatte leider nicht angekommenen &#8220;Stanforder Disputs&#8221; mit Jürgen Habermas versucht hatte. So resultiert schließlich eine zwar anerkennenswerte Zusammenschau diverser demokratietheoretischer Zugriffe auf das Feld der digitalen Demokratie, deren Praxisferne sich jedoch schon im Schlusskapitel offenbart.</p>
<p>Der ausblickende Abschnitt zur &#8220;Politischen Software&#8221; und besonders das darin skizzierte &#8220;Bürgerportal&#8221; als (verwaltungsgebundenes) Rückgrat erscheint leider wenig realistisch – hier macht sich bemerkbar, dass aufgrund der Fokussierung auf die Kopplung des &#8220;GKI&#8221; mit den sozialwissenschaftlichen Groß-Theorien eine aktuelle Bestandsaufnahme mit der empirischen Dimension der digitalen Demokratie nicht hat stattfinden können. Denn längst sind die von Meißelbach modellierten Flussmuster in zahlreichen Prozessen, Strukturen und mit der Entstehung des neuen Politikfeldes &#8220;Digitale Bürgerrechte&#8221; auch auf der Inhaltsebene manifest geworden – ein solcher &#8216;reality check&#8217; wäre ein natürlicher Anschluss für die hier vorgelegte Basisarbeit, der von den Zwängen des Formats erheblicher Gestaltungsraum genommen wurde.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=11965" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/Members/christoph.meisselbach" target="_blank">Webpräsenz von Christoph Meißelbach an der TU Dresden</a></li>
<li><a href="http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/institut-fur-politikwissenschaft/Personen/bieber" target="_blank">Webpräsenz von Christoph Bieber an der Universität Gießen</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Verena Grünefeld: Dokumentarfilm populär</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2549</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 09:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Direct Cinema]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentarfilm]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Filmwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Moore]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Tereza Smid</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2549"><img class="alignleft size-full wp-image-3547" title="Grünefeld" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Grünefeld2.jpg" alt="" width="160" height="244" /></a>Wie hat es Michael Moore zum bisher erfolgreichsten Dokumentarfilmer geschafft? Warum locken seine Filme ein Millionenpublikum ins Kino und bieten gleichzeitig Kritikern unzählige Angriffsflächen? Diesen Fragen geht die Amerikanistin Verena Grünefeld in ihrer Dissertation mit spürbarer Begeisterung nach. Im Zentrum steht die detaillierte Analyse von Moores vier erfolgreichsten Filmen Roger and Me, Bowling for Columbine, Fahrenheit 9/11 und Sicko, die für die Autorin am aktuellen Ende der Entwicklung des Dokumentarfilm-Genres stehen. Im ersten historisch-theoretischen Teil versucht Grünefeld ebendiese Entwicklung aufzuzeigen, indem sie sich die auf die Höhepunkte der Dokumentarfilmgeschichte stützt, um diese später als Vergleichsfolie für Moores Filme zu verwenden. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2549">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Tereza Smid</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2549"><img class="alignleft size-full wp-image-3547" title="Grünefeld" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Grünefeld2.jpg" alt="" width="160" height="244" /></a>Wie hat es Michael Moore zum bisher erfolgreichsten Dokumentarfilmer geschafft? Warum locken seine Filme ein Millionenpublikum ins Kino und bieten gleichzeitig Kritikern unzählige Angriffsflächen? Diesen Fragen geht die Amerikanistin Verena Grünefeld in ihrer Dissertation mit spürbarer Begeisterung nach. Im Zentrum steht die detaillierte Analyse von Moores vier erfolgreichsten Filmen <em>Roger and Me</em>, <em>Bowling for Columbine</em>, <em>Fahrenheit 9/11 </em>und <em>Sicko</em>, die für die Autorin am aktuellen Ende der Entwicklung des Dokumentarfilm-Genres stehen. Im ersten historisch-theoretischen Teil versucht Grünefeld ebendiese Entwicklung aufzuzeigen, indem sie sich die auf die Höhepunkte der Dokumentarfilmgeschichte stützt, um diese später als Vergleichsfolie für Moores Filme zu verwenden.</p>
<p>Allerdings überzeugen die Gegenüberstellungen mit Dokumentarfilmformen der 1940er bis 1960er Jahre nicht. Zudem geht die Autorin von einem historisch gewachsenen und homogenen &#8220;Genre&#8221; aus, das sich kontinuierlich auf das Ziel hin entwickelt, die &#8220;Mittel zur Darstellung der Wirklichkeit&#8221; auf ästhetischer und argumentativer Ebene zu perfektionieren (309). Eine Annahme, die sich in den inkonsistenten theoretischen Überlegungen spiegelt und der Komplexität des Realitätsbezugs nicht gerecht wird. Sowohl die Multiplikation der Subgenres seit den 1970er-Jahren und die Vermischung des Fiktionalen und Nichtfiktionalen lässt die Autorin weitgehend aus. Auch formuliert beispielsweise Heinz-B. Heller (2001) berechtigte Zweifel daran, ob man vom Dokumentarfilm als einem Genre sprechen kann.</p>
<p>In diesem ersten Teil vermisst man aus filmwissenschaftlicher Sicht auch die Definition des Dokumentarfilms im Allgemeinen und des untersuchten Subgenres. Damit weicht die Autorin einer schwierigen theoretischen Diskussion aus. In diesem Zusammenhang wäre eine klare Trennung der Ebenen wünschenswert gewesen, denn der Dokumentarfilm lässt sich unter dem institutionellen, sozialen, pragmatischen Gesichtspunkt und der Frage nach der Fiktionalität betrachten und definieren (vgl. Hohenberger 2000: 20f.). Die vorgenommene Abgrenzung gegenüber dem Spielfilm erfolgt außerdem immer wieder über Klischees, die das Fiktionale in erster Linie eskapistisch und als ungeeignet, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen, charakterisieren. Nicht nur hier wäre der Einbezug von semiopragmatischen Theorien, z.B. von Roger Odin (1990), lohnenswert gewesen.</p>
<p>Im Hauptteil ihrer Untersuchung ist Grünefeld trotz gegenteiliger Ankündigung (9f.) vor allem bestrebt, den Vorwurf zu widerlegen, der &#8220;liebenswerte&#8221; (90) Star seiner eigenen Filme könne mit Unterhaltung nicht Wahrheit vermitteln. Sie tut dies mittels einer ausführlichen, aber wertenden Analyse der rhetorischen Strategien und einer ebenso umfassenden Darstellung aller vorgebrachten Kritikpunkte. Leider lässt die Autorin selbst kritische Distanz vermissen und verwendet die Analyse der Filme, um Moores Strategien zu rechtfertigen – immer wieder mit dem Hinweis auf seinen Erfolg und seine Glaubwürdigkeit. Die kritischen Stimmen als Ausdruck eines von Moore in Gang gesetzten Diskurses wären es wert gewesen, ernst genommen und kontextualisiert zu werden.</p>
<p>In der Einschätzung der Filme schwankt die Autorin oft zwischen Widersprüchen, wenn sie etwa auf der einen Seite behauptet, der Filmemacher setze die Ansprüche des Direct Cinema auf Objektivität noch konsequenter um (123), und seinen Filmen gleichzeitig Subjektivität, eine eindeutige politische Position und gar einseitige Wahrheitskonstruktion attestiert (307). Mit dieser latenten Widersprüchlichkeit schwächt Grünefeld insgesamt ihre Arbeit. Dies scheint an einer zu häufigen Übernahme von Kritikeraussagen und -meinungen zu liegen, denen keine klare eigene Position gegenüber steht. Filmkritiken sind hier allzu oft nicht nur Primär-, sondern Sekundärquelle.</p>
<p>Im dritten und letzten Teil versucht die Autorin anhand von drei erfolgreichen Filmen nachzuweisen, dass Moores Werke das Dokumentarfilmschaffen nachhaltig verändert haben. Dass dies anhand der wenigen und sehr unterschiedlichen Filme nicht überzeugend gelingen kann, überrascht nicht. Hier fehlt der Einbezug eines breiteren Kontextes, anderer, ähnlicher Subgenres, der Digitalisierung oder des Fernsehens. Stattdessen begnügt sich Grünefeld mit dem Vergleichskriterium &#8220;populärer, kritischer und finanzieller Erfolg&#8221; (238), und das Maß aller Dinge ist Michael Moore.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.campus.de/wissenschaft/kulturwissenschaften/Literatur%2FTheater%2FFilm%2FMusik.40452.html/Dokumentarfilm+popul%C3%A4r.93900.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.film.uzh.ch/mitarbeitende/tereza_smid.html" target="_blank">Webpräsenz von Tereza Smid an der Universität Zürich</a></li>
</ul>
<p><em>Literatur:</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<ul>
<li>Heller, Heinz-B.: Dokumentarfilm als transitorisches Genre. In: von Keitz, Ursula; Kay Hoffmann (Hrsg.): <em>Die Einübung des dokumentarischen Blicks</em>. Fiction Film <em>und</em> Non Fiction Film <em>zwischen Wahrheitsanspruch und expressiver Sachlichkeit 1985-1945</em>. Marburg [Schüren] 2001, S.15-26</li>
<li>Hohenberger, Eva (Hrsg.): <em>Bilder des Wirklichen. Texte zur Theorie des Dokumentarfilms</em>. Berlin [Vorwerk 8] 2000 (1998, 2. Aufl.)</li>
<li>Odin, Roger: Dokumentarischer Film – dokumentarisierende Lektüre. In: Blümlinger, Christa (Hrsg.): <em>Sprung im Spiegel. Filmisches Wahrnehmen zwischen Fiktion und Wirklichkeit</em>. Wien [Sonderzahl] 1990, S. 125-146</li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Jule Philippi; Michael Tewes: Basiswissen Generative Grammatik</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3570</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/3570#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 08:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Chomsky]]></category>
		<category><![CDATA[Einführung]]></category>
		<category><![CDATA[Generative Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Syntax]]></category>

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		<description><![CDATA[<i>Rezensiert von Kevin Ch. Masalon</i>

<em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3571"><img class="alignleft size-full wp-image-3571" title="Philippi&#38;Tewes2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/PhilippiTewes2010.jpg" alt="" width="160" height="229" /></a><em> </em>Das Lehrbuch <em>Basiswissen Generative Grammatik</em> scheint auf den ersten Blick mit seinen mehr als 300 Seiten über ein Grundlagenwissen mit prägnantem Einführungscharakter hinauszugehen. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn um das abstrakte Modelldenken Noam Chomskys nachvollziehen zu können, bedarf es neben einer Darstellung seiner Spracherwerbstheorie eben jener logisch aufeinander aufbauenden kleinen Schritte, nach denen das Buch strukturiert ist. Dieser entscheidende Vorteil unterscheidet es von kürzeren Einführungen, wie beispielsweise der <em>Einführung in die Syntax</em> von Karl-Heinz Ramers, in deren Mittelpunkt ebenfalls die Ansätze der Generativen Grammatik stehen, dort jedoch wegen zu knapper Erläuterungen und des bescheidenen Beispielmaterials schwierig nachzuvollziehen sind. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3570">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Kevin Ch. Masalon</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3570"><img class="alignleft size-full wp-image-3632" title="Philippi&amp;Tewes2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/PhilippiTewes2010.jpg" alt="" width="160" height="229" /></a>Das Lehrbuch <em>Basiswissen Generative Grammatik</em> scheint auf den ersten Blick mit seinen mehr als 300 Seiten über ein Grundlagenwissen mit prägnantem Einführungscharakter hinauszugehen. Dieser Eindruck täuscht jedoch, denn um das abstrakte Modelldenken Noam Chomskys nachvollziehen zu können, bedarf es neben einer Darstellung seiner Spracherwerbstheorie eben jener logisch aufeinander aufbauenden kleinen Schritte, nach denen das Buch strukturiert ist. Dieser entscheidende Vorteil unterscheidet es von kürzeren Einführungen, wie beispielsweise der <em>Einführung in die Syntax</em> von Karl-Heinz Ramers, in deren Mittelpunkt ebenfalls die Ansätze der Generativen Grammatik stehen, dort jedoch wegen zu knapper Erläuterungen und des bescheidenen Beispielmaterials schwierig nachzuvollziehen sind (vgl. Ramers 2007).</p>
<p>Im Jahr 2008 erschien bereits die <em>Einführung in die generative Grammatik</em> der Koautorin Jule Philippi, an deren Aufbau sich auch das neue Handbuch orientiert. Allerdings zeigt sich das <em>Basiswissen</em> in sinnvoller Weise didaktisch reduzierter, indem zum Beispiel das so genannte <em>Minimalistische Programm </em>als Weiterentwicklung der Generativen Grammatik nicht behandelt wird. Außerdem ist die Anzahl von Fehlern weitaus geringer als in der Einführung von 2008.</p>
<p>Die thematische Gliederung folgt dem Top-Down-Prinzip: Die allgemeinen Grundlagen bilden dabei die einleitenden Erklärungen zu den Charakteristika der Generativen Grammatik sowie psycholinguistische Erläuterungen bezüglich der Universalgrammatik. Hierauf folgt das Kapitel zu den syntaktischen Kategorien in der generativen Theorie. Kernwörter wie Konstituenten, Phrasen, Lexikon sowie das schon anspruchsvollere X-Bar-Schema ergeben schließlich das strukturelle Rüstzeug, auf welches das <em>Basiswissen</em> weiter aufbaut (wie beispielsweise Kasustheorie, Bindungstheorie etc.). Um einer sinnvollen Reihenfolge Rechnung zu tragen, werden manche Definitionen als vorläufig präsentiert (126) und an späterer Stelle wieder aufgegriffen und vervollständigt (130). Wichtige Schlüsselwörter werden eigens in einem Glossar nochmals definiert. Gewiss verfahren andere Einführungen ähnlich im Aufbau; allerdings ist es die Gesamtdarstellung mit der leicht verständlichen Sprache, durch die sich das Buch positiv abhebt. Des Weiteren ist es begrüßenswert, dass zu den Übungsaufgaben die passenden Lösungsvorschläge geliefert werden, wodurch ihr Nutzen als Vorbereitung auf Prüfungen, wie es der Klappentext suggeriert, erhöht wird. Diese sind über den Link <a href="http://mediensprache.net/gg" target="_blank">http://mediensprache.net/gg</a> abrufbar, worauf in der Einleitung hingewiesen wird.</p>
<p>Zu monieren sind trotzdem einige kleinere Unzulänglichkeiten, wie zum Beispiel die etwas missverständliche Erklärung, dass Phrasen (womöglich immer?) aus zusammengesetzten Konstituenten bestehen (40, 303). Im Umkehrschluss hieße dies, dass es keine Einwortphrasen gebe, wie sie an späterer Stelle dennoch aufgezeigt werden (40). Zudem stellt das Zeichen &lt;’&gt; kein Semikolon dar (so wird es in manchen Erklärungen betitelt), sondern einen Apostroph (92). Die gelieferten Beispielsätze aus Fremdsprachen enthalten ebenfalls Fehler: <em>Lieben </em>auf Ungarisch schreibt sich <em>szeretlek</em>, nicht <em>seretlek</em> (78). Störend könnten unter Umständen die ausschließlich mittels fiktionaler Kinderbuch-Charaktere (vorrangig aus Harry Potter; Pu, der Bär usw.) konstruierten Beispiele sein. Zwar wird einleitend postuliert, es käme (richtigerweise) eher auf die Form als auf den Inhalt an, jedoch kann der Inhalt gerade in einer Einführung helfen, Formen anhand alltagssprachlicher bzw. der außersprachlichen Wirklichkeit zugehöriger Größen besser nachzuvollziehen.</p>
<p>Der Klappentext des Buches beschreibt es als für Studienanfänger geeignet, was mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten ist. Wie seit längerer Zeit immer wieder beobachtet wird, verfügen Studienanfänger nahezu aller philologischen Fächer nicht über das <em>traditionelle</em> schulgrammatische Grundlagenwissen inklusive der Fachterminologie, welches sie nach den schulischen Lehrplänen eigentlich haben sollten. Ob man diese Kenntnisse für eine Auseinandersetzung mit Generativer Grammatik voraussetzen sollte, mögen die sich seit Jahren im Umbruch befindenden universitären Curricula entscheiden. Begrüßenswert wäre ein derartiges Wissen dennoch, zumal das Buch an einigen wenigen Stellen vergleichende Verweise zur traditionellen Grammatik liefert (112). Auch hierbei kommt es auf die Sichtweise des Betrachters an, ob es tatsächlich lobenswert ist – immerhin verzichten andere Einführungen gänzlich auf solche Bezüge – oder ob gerade die sehr geringe Anzahl solcher Verweise Grund zur Kritik ist und etwas üppiger hätte ausfallen können, um Studierende an die mitunter abstrakte Materie der generativen Syntax besser heranzuführen. Inwieweit es sich daher als ein mögliches Standardwerk etablieren wird, hängt wiederum von den universitären Lehrplänen samt Studienstruktur ab. Für Bachelorstudierende beispielsweise, denen eine Schwerpunktsetzung im Studium oft nicht möglich ist, mag es gegebenenfalls zu überladen sein; Masterkandidaten sowie Studierenden im Hauptstudium der <em>klassischen</em> Studiengänge dürfte der Zugang daher insgesamt leichter fallen.</p>
<p>Alles in allem ist mit dem <em>Basiswissen Generative Grammatik</em> ein Lehrbuch erschienen, das Studierenden mit Abstraktionsvermögen, welches grundsätzlich eine Voraussetzung zur Auseinandersetzung mit der Theorie Chomskys sein sollte, die Möglichkeit bietet, sich in die Thematik – gegebenenfalls unter Anleitung – hineinzuarbeiten. Dadurch eignet es sich ebenso, wenn nicht gar vor allem, als Grundlagenlektüre in Lehrveranstaltungen.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Philippi, J.: <em>Einführung in die generative Grammatik</em>. Reihe: Studienbücher zur Linguistik, Band 12. Göttingen [Vandenhoeck &amp; Ruprecht] 2008.</li>
<li>Ramers, K.: <em>Einführung in die Syntax</em>. Reihe: UTB, Band 2174. 2. Auflage. München [Wilhelm Fink Verlag] 2007.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.v-r.de/de/titel/1001004820/" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://michael.tewes.phil.uni-hannover.de/" target="_blank">Webpräsenz von Michael Tewes an der Leibniz-Universität Hannover</a></li>
<li><a href="http://www.lsf.uni-due.de/lsf/rds?state=wsearchv&amp;search=4&amp;personal.pid=50674" target="_blank">Online-Visitenkarte von Kevin Ch. Masalon an der Universität Duisburg-Essen</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/2521' rel='bookmark' title='Permanent Link: Marcel Danesi; Andrea Rocci: Global Linguistics'>Marcel Danesi; Andrea Rocci: Global Linguistics</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Stefan Rieger; Jens Schröter (Hrsg.): Das holographische Wissen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2483</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2483#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 11:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Bildgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hologramm]]></category>
		<category><![CDATA[Holographie]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[optische Medien]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/?p=2483</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Yvonne Schweizer
</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2483"><img class="alignleft size-full wp-image-3562" title="Rieger&#38;Schröter2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/RiegerSchröter2009.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Jonathan Crarys Buch <i>Techniques of the Observer</i> lieferte 1990 den programmatischen Auftakt: Der Methode Foucault'scher Diskursanalyse verpflichtet, entstand ein dichter Abriss über vereinzelte optische Apparate des 19. Jahrhunderts, gespickt mit wissenschaftshistorischen Exkursen zur Genese des modernen Subjekts. Seit Crarys Buch sind weitere optische Geschichten geschrieben worden. Die meisten gehen allerdings in Hinblick auf bestimmte Bilder exkludierend vor: Selten werden Bilder in den Blick genommen, die nicht der geometrischen Optik und deren Darstellungskonvention und Bildherstellung folgen. Bei diesen Bildern, die ein "erhebliches Irritationspotential für die Bildgeschichte bzw. -theorie" bieten, setzt der Sammelband <em>Das holographische Wissen</em> von Stefan Rieger und Jens Schröter an. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2483">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Yvonne Schweizer<br />
</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2483"><img class="alignleft size-full wp-image-3562" title="Rieger&amp;Schröter2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/RiegerSchröter2009.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Jonathan Crarys Buch <em>Techniques of the Observer</em> lieferte 1990 den programmatischen Auftakt: Der Methode Foucault&#8217;scher Diskursanalyse verpflichtet, entstand ein dichter Abriss über vereinzelte optische Apparate des 19. Jahrhunderts, gespickt mit wissenschaftshistorischen Exkursen zur Genese des modernen Subjekts. Seit Crarys Buch sind weitere optische Geschichten geschrieben worden. Die meisten gehen allerdings in Hinblick auf bestimmte Bilder exkludierend vor: Selten werden Bilder in den Blick genommen, die nicht der geometrischen Optik und deren Darstellungskonvention und Bildherstellung folgen. Bei diesen Bildern, die ein &#8220;erhebliches Irritationspotential für die Bildgeschichte bzw. -theorie&#8221; (9) bieten, setzt der Sammelband <em>Das holographische Wissen</em> von Stefan Rieger und Jens Schröter an.</p>
<p>Die beiden Herausgeber kompilieren insgesamt elf Aufsätze zu einer optischen Geschichte der Holographie. Dabei soll das Wissen um das holographische Medium abgebildet werden: Ziel sei es, dieses &#8220;hinsichtlich seiner Wissenschaftsgeschichte, seiner Theorie, seiner Funktionen und seiner Ästhetik zu betrachten&#8221; (11). Unerlässlich scheint dafür die Untersuchung des Bildverfahrens im Lichte einer &#8220;Epistemologie der Medien- und Bildwissenschaft&#8221; (11), denn: holographische Medien seien zwar durch Masseneinsatz auf Kreditkarten und Ausweisen omnipräsent, blieben aber von der Medien- und Bildwissenschaft bisher unbeachtet (hierzu: Jens Schröter).</p>
<p>Mit diesem Programm verfolgen die beiden Editoren ein ambitioniertes Projekt; die Erfüllung dessen gelingt ihnen auf äußerst vielschichtige und anregende Weise. Mit den elf Beiträgen treten heterogene, sich im Gesamtbild aber sinnvoll ergänzende Perspektiven in den Blick, die die vielseitige Annäherung an ein Bildphänomen beleuchten. Der Band kann nicht nur mit einem optimalen Lektorat, einem gelungen Layout und einer hochwertigen Ausstattung aufwarten (z. B. Farbtafeln, die allerdings implizit ein Problem des holographischen Verfahrens – das der Nicht-Reproduzierbarkeit durch Fotografie – vor Augen stellen). Das Buch bietet auch die deutsche Erstveröffentlichung des 1948 in <a href="http://www.nature.com/" target="_blank">Nature</a> erschienenen Aufsatzes von Dennis Gabor, dem Erfinder der Holographie. Eindeutige Benennung, wissenschaftliche Ausrichtung und Nutzen des neuen technischen Verfahrens – das verdeutlicht der Aufsatz – waren zu dieser frühen Zeit noch nicht endgültig festgelegt. So beginnt die Geschichte der Holographie mit der Suche nach einem geeigneten Anwendungsgebiet.</p>
<p>Dies beleuchten zu Beginn zwei wissenschaftshistorische Abrisse. Ana Ofak und Sean F. Johnston zeigen, wie für das holographische Medium zuerst ein Feld gefunden werden musste, in dem sich das technische Verfahren im Wissenschaftsbetrieb etablieren konnte. Ofak zeichnet dabei scharfsinnig die Positionierungsversuche Dennis Gabors nach. Des Weiteren führt sie den Begriff der &#8220;Mikromedien&#8221; (23) ein, verstanden als Sinnbilder für den wechselhaften und langwierigen Prozess der wissenschaftlichen Entwicklung der Holographie wie für die Struktur des Hologramms selbst. Sean F. Johnston rekonstruiert in seinem Beitrag die spannende wissenschaftliche Entstehungsgeschichte der Holographie. Er macht den Leser nicht nur  – wie der Titel seines Aufsatzes verrät – mit dem militärischen Kontext der Bildtechnik vertraut, sondern beleuchtet die Geschichte amerikanischer Protestkultur als einen Gegenpart, der das noch junge holographische Verfahren als Argumentationsbasis begreift. Die wechselhafte Geschichte des Mediums verdeutlicht Johnston so anhand des Zwecks für die jeweilige Nutzerschaft.</p>
<p>Jens Schröter bietet in seinem Aufsatz eine mit der Fachgeschichte der Medien- und Bildwissenschaft zusammenhängende Antwort auf die bisherige Exklusion bestimmter Medien. Die Holographie sei in erster Linie ein optisches Medium, kein visuelles, was sie insbesondere für die kultur- und ästhetikorientierte Medienwissenschaft zu einem randständigen Untersuchungsgegenstand mache (78). In ihrer massenmedialen Verwendung komme ihr vor allem die Funktion der reproduktionssicheren Abbildung zu. Schröters Beitrag liefert damit ein überzeugendes Plädoyer für eine &#8220;Geschichte der Medien im Hintergrund&#8221; (86). Auch Stefan Riegers Beitrag geht von der Holographie als einer Alternative zu bestehenden optischen Geschichten aus: In einem Abriss zur Metapherngeschichte, die den Entstehungsprozess der Holographie begleitet, stellt er dar, dass diese als ein Medium gedeutet wurde, das von anthropozentrischen Bestimmungen abstrahiere (103). Als Metapher für ein vollständig speicherndes Gedächtnis bemüht, steht das holographische Verfahren für eine Gegenposition zur zentralperspektivischen Positionierung des Subjekts.</p>
<p>Oliver Fahles Beitrag ordnet die bildtheoretischen Grundlagen der Holographie zwischen Schein und Sichtbarem. Er klassifiziert das holographische Bild als ein solches, das seinen Gegenstand nur als Lichtschein zeige (130). Das Licht sei im holographischen Verfahren gleichsam Bildträger, wie es den Bildgegenstand konstituiere (131). Abgesehen davon sei es geeignet, Prozesse des Sehens zu verdeutlichen: Prozesse, die den sichtbaren holographischen Gegenstand allererst hervorbringen. Diese um den Betrachter zentrierten Überlegungen greifen auch zwei Beiträge auf, die sich mit künstlerischen Versuchen auseinandersetzen. Gabriele Schmid deutet die Holographie als ein Medium, dem das Performative eigne (161). Schmid knüpft an einer Verschiebung des autonomen Werkbegriffs hin zu einem der kommunikativen Rezeption an, was sie anhand der Installation <em>In-Between</em> des kanadischen Künstlers Philippe Boissonnet verdeutlicht. Norman Bryson folgert anhand einer Installation mit dem Titel <em>Bibliomancy</em> die zeitliche Verortung der Holographie. Hologramme, so Bryson, bildeten wie Bücher den Horizont ihrer Rezeption ab und existierten daher nur in der Zeit ihrer Betrachtung (159).</p>
<p>Herausgeber und Autoren greifen aktuelle Diskurse der Bild- und Medienwissenschaft auf und führen diese in einer runden Wissensgeschichte um ein zu kurz gekommenes Medium zusammen. Der Band beweist: Sich um die Stiefkinder der Mediengeschichte zu kümmern, schafft interdisziplinäre Anschlussfähigkeit und reflektiert allzu eingefahrene Muster der Disziplinen.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Crary, J.: <em>Techniques of the Observer. On Vision and Modernity in the 19th Century</em>. Cambridge/Mass. u.a. [MIT Press] 1990.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=175" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.ruhr-uni-bochum.de/ifm/institut/mitarbeiterinnen/prof_rieger.html" target="_blank">Webpräsenz von Stefan Rieger an der Ruhr-Universität Bochum</a></li>
<li><a href="http://www.uni-siegen.de/fb3/personen/schroeter_jens/?lang=de" target="_blank">Webpräsenz von Jens Schröter an der Universität Siegen</a></li>
<li><a href="http://www.uni-tuebingen.de/uni/aki/html/mitarbeiter/schweizer.html" target="_blank">Webpräsenz von Yvonne Schweizer an der Eberhard Karls Universität Tübingen</a></li>
</ul>


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		<item>
		<title>Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/526</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/526#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 09:25:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Empirie]]></category>
		<category><![CDATA[empirische Sozialforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Felix Lazarsfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[<em> Rezensiert von Thymian Bussemer</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/526"><img class="alignleft size-full wp-image-3479" title="Langenbucher2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/Langenbucher2008.jpg" alt="" width="160" height="234" /></a>Paul Felix Lazarsfeld (1901-1976) war ohne Zweifel eine der prägenden Gestalten der US-amerikanischen Soziologie und Kommunikations- forschung. Viele sehen in ihm den eigentlichen Erfinder der sozial- wissenschaftlich orientierten Kommunikationswissenschaft, der Markt- und Meinungsforschung sowie der empirischen Handlungsanalyse. Die Kommunikationsforschung verdankt ihm nach wie vor benutzte Konzepte wie das der "opinion leader" oder den "two-step flow of communication". Trotzdem ist Lazarsfeld bis heute nur einem recht schmalen Zirkel der sozialwissenschaftlichen Community bekannt. Wirklich kanonischen Rang erreichte er trotz klassischer Studien wie die "Arbeitslosen von Marienthal" (1933) oder "The People’s Choice" (1944) nie. Auch eine Breiten-Popularität, wie sie sein zwischenzeitlicher Halbtags-Mitarbeiter Theodor W. Adorno erlangte, wurde Lazarsfeld nicht zuteil. Selbst die fachwissenschaftliche Rezeption Lazarsfelds in der engeren Kommunikationswissenschaft blieb überschaubar. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/526">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> Rezensiert von Thymian Bussemer</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/526"><img class="alignleft size-full wp-image-3479" title="Langenbucher2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/Langenbucher2008.jpg" alt="" width="160" height="234" /></a>Paul Felix Lazarsfeld (1901-1976) war ohne Zweifel eine der prägenden Gestalten der US-amerikanischen Soziologie und Kommunikations- forschung. Viele sehen in ihm den eigentlichen Erfinder der sozial- wissenschaftlich orientierten Kommunikationswissenschaft, der Markt- und Meinungsforschung sowie der empirischen Handlungsanalyse. Die Kommunikationsforschung verdankt ihm nach wie vor benutzte Konzepte wie das der &#8220;opinion leader&#8221; oder den &#8220;two-step flow of communication&#8221;. Trotzdem ist Lazarsfeld bis heute nur einem recht schmalen Zirkel der sozialwissenschaftlichen Community bekannt. Wirklich kanonischen Rang erreichte er trotz klassischer Studien wie die &#8220;Arbeitslosen von Marienthal&#8221; (1933) oder &#8220;The People’s Choice&#8221; (1944) nie. Auch eine Breiten-Popularität, wie sie sein zwischenzeitlicher Halbtags-Mitarbeiter Theodor W. Adorno erlangte, wurde Lazarsfeld nicht zuteil. Selbst die fachwissenschaftliche Rezeption Lazarsfelds in der engeren Kommunikationswissenschaft blieb überschaubar.</p>
<p>Liegt dies daran, dass der gebürtige Wiener und überzeugte Austromarxist, der 1933 mit einem Rockefeller-Stipendium in die USA emigrierte, dort einer der führenden Marktforscher wurde und gleichzeitig &#8220;marxist on leave&#8221; blieb, während seiner ungeheuer produktiven Karriere zu viele Felder beackerte? Dass Lazarsfeld mit den Kategorien einer Disziplin gar nicht zu fassen ist, weil er ein Wissensgebiet nach dem anderen der sozialwissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich machte, um sein rastloses Interesse dann sofort auf einen anderen Gegenstand zu richten?</p>
<p>Diesen Fragen geht der von Wolfgang R. Langenbucher herausgegebene Band <em>Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk. Anstatt einer Biographie</em> nach. Fast scheint es, als ob auch Langenbucher, einer der intimsten Kenner und engagiertesten Promotoren Lazarsfelds, vor der Aufgabe einer umfassenden Kontextualisierung des jüdischen Tausendsassas Lazarsfeld kapituliert. Denn an einer neueren Einordnung Lazarsfelds versuchen sich nur Langenbuchers Vorwort (&#8220;Der unerkannte Klassiker&#8221;) sowie ein Essay des Soziologen Anton Amann &#8220;zur Aktualität Paul F. Lazarsfelds&#8221;. Danach wird das Buch zum Reader, denn es folgen neun bereits an verstreuten Stellen publizierte Beiträge von und über Lazarsfeld. So dokumentiert Langenbucher Lazarfelds autobiografische Selbstauskunft von 1968 (&#8220;Eine Episode in der Geschichte der empirischen Sozialforschung&#8221;) ebenso wie Beiträge von Michael Pollack, Paul Neurath, Christian Fleck, René König, Nico Stehr und Anthony Oberschall über den Wissenschaftsmanager, Mathematiker, Kommunikationsforscher und Emigranten Lazarsfeld.</p>
<p>Genau an dieser Vorgehensweise beweist sich, dass Lazarsfeld wirklich nicht der Rang eines Klassikers zuzusprechen ist, denn dann wäre ein derartiges Unterfangen schon vor Jahrzehnten versucht worden. Tatsächlich blieb der von Langenbucher herausgegebene Lazarsfeld-Tagungsband von 1990 (<em>Paul F. Lazarsfeld. Die Wiener Tradition der empirischen Sozial- und Kommunikationsforschung</em>) für lange Zeit ein Solitär in der deutschen Lazarsfeld-Forschung. Viele der von Langenbucher in dem hier besprochenen Buch dokumentierten Texte erschienen in den 1970er und 1980er Jahren und sind heute nur noch auf Umwegen zugänglich. Vor diesem Hintergrund scheint es gerechtfertigt, sogar Aufsätze noch einmal abzudrucken, für die der Herausgeber vor zwanzig Jahren schon einmal als Herausgeber gezeichnet hat.</p>
<p>Vor allem aber überzeugt das Buch durch kluge Komposition: Am Anfang steht Lazarsfelds wunderbare Selbstauskunft, den Schluss macht ein von Lazarsfelds Freund und Nachlassverwalteter Paul Neurath eigens zusammengestelltes Verzeichnis der bislang unveröffentlichten Schriften Paul Felix Lazarsfelds. Zusammen mit der sorgfältig gestalteten Zeittafel zu Leben und Werk entsteht so ein echter &#8216;Lazarsfeld-Reader&#8217;, der für Studierende überaus nützlich ist und diesem großen Forscher für den deutschsprachigen Raum endlich das attestiert, was ihm bislang versagt war: kanonischen Rang.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.braumueller.at/shop/catalog/product_info.php?products_id=2003&amp;osCsid=30688650f7b8b4dbd360df86bccc7831&amp;navsection=1" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.univie.ac.at/publizistik/Langenbucher.htm" target="_blank">Webpräsenz von Wolfgang R. Langenbucher an der Universität Wien</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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