Anna Hanus: Dialogische Kommunikation in Frage gestellt?
Anna Hanus: Dialogische Kommunikation in Frage gestellt? Zur Gestaltung der Dialogizität in Prosawerken - exemplifiziert an ausgewählten Erzählungen von Arthur Schnitzler und Thomas Bernhard. Marburg [Tectum Verlag] 2009, 205 Seiten, 24,90 Euro.
Rezensiert von Simon Meier
Jede Wissenschaft operiert mit Sprache. Für die Linguistik und die Literaturwissenschaft ist Sprache jedoch nicht nur Mittel, sondern auch Gegenstand der Forschung. Trotz dieser grundlegenden Gemeinsamkeit ist das Verhältnis zwischen beiden Disziplinen längst nicht so eng, wie man erwarten könnte. Wolfgang Klein hat es kürzlich treffend beschrieben als “Ehe, in der beide sich auseinandergelebt haben, die – von wenigen Ausnahmen abgesehen – durch bisweilen wohlwollendes, zumeist aber gleichgültiges Nebeneinanderherleben gekennzeichnet ist”. Eine dieser Ausnahmen ist die linguistische Auseinandersetzung mit literarischen Dialogen, die zumindest der Zielsetzung nach beide Disziplinen bereichern soll. In diese seit über drei Jahrzehnten lebendige Traditionslinie reiht sich auch die vorliegende Untersuchung ein. [Mehr]
Metasprache oder Metabilder? W. J. T. Mitchell zu den Medien der Bildtheorie
W. J. T. Mitchell: Bildtheorie. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gustav Frank, aus dem Englischen übersetzt von Heinz Jatho. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2008, 497 Seiten, 32,80 Euro.
W. J. T. Mitchell: Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. Aus dem Englischen von Achim Eschbach, Anna-Victoria Eschbach und Mark Halawa. beck'sche Reihe, Band 1860. München [C.H. Beck] 2008, 263 Seiten, 16,95 Euro.
Rezensiert von Arno Schubbach

Die Frage nach dem Bild hat seit der Proklamation des “pictorial” oder “iconic turn” durch W. J. T. Mitchell und Gottfried Boehm einiges Aufsehen erregt. Trotz der Prominenz von Mitchells Formulierung waren im Deutschen bislang nur einige wenige Aufsätze und keines der einflussreichen Bücher des in Chicago lehrenden Literatur- und Kunstwissenschaftlers verfügbar. Zwei Bände aus dem Jahre 2008 schaffen nun Abhilfe: die von Gustav Frank bei Suhrkamp herausgegebene Bildtheorie sowie der von C. H. Beck verlegte Band Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. [Mehr]
Oliver Hahn; Roland Schröder (Hrsg.): Journalistische Kulturen
Oliver Hahn; Roland Schröder (Hrsg.): Journalistische Kulturen. Internationale und interdisziplinäre Theoriebausteine. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2008, 269 Seiten, 24,– Euro.
Rezensiert von Josef Seethaler
Weltweit erlebt die Journalismusforschung derzeit enormen Auftrieb. So wurden etwa in den letzten Jahren mit “Journalism” and “Journalism Studies” gleich zwei einschlägige internationale Fachzeitschriften gegründet. Mit diesem Boom geht eine schon nahezu inflationäre Verwendung des Begriffs “journalistische Kultur” einher, der dadurch Gefahr läuft, vieldeutig und beliebig zu werden. Der von Oliver Hahn und Roland Schröder herausgegebene Sammelband kommt daher nicht nur zur rechten Zeit, sondern leistet mit seinem Ziel einer theoretischen Fundierung und Verortung dieses Konzepts Pionierarbeit. Dies ist auch deshalb verdienstvoll, weil gerade das Konzept der “journalistischen Kultur” sowohl aus der sozial- als auch der kulturwissenschaftlichen Tradition der Kommunikations- und Medienwissenschaften schöpft (um diesen jüngst von Rudolf Stöber als Buchtitel verwendeten Begriff zu verwenden) und damit ganz besonders geeignet scheint, den Mehrwert aus einer fruchtbaren Verbindung beider Traditionen deutlich zu machen. [Mehr]
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