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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Sport</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
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		<title>Christoph Bertling: Sportainment</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 09:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Entertainment]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Michael Schaffrath</em></p>
<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2060" title="bertling2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Christoph Bertling widmet sich einem Thema, das in der sportpublizistischen Literatur bisher nur rudimentär berücksichtigt wurde, womit der Arbeit ein gewisses Maß an Originalität zu attestieren ist. Die Relevanz der Fragestellung ist sicher gegeben, die zu ihrer Beantwortung gewählten theoretischen wie empirischen Herangehensweisen sind aber mit einigen Defiziten behaftet. Auffallend ist zunächst das eklatante Missverhältnis zwischen dem theoretischen Teil mit 219 Seiten und dem empirischen Part mit "nur" 43 Seiten. Zu Beginn wird der zentrale Begriff der "nichtfiktiven Unterhaltung" facettenreich und quellenmäßig gut verortet aufgearbeitet, um auf dieser Basis neue Begriffsbestimmungen zu entwickeln. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/644">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Michael Schaffrath</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2060" title="bertling2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Christoph Bertling widmet sich einem Thema, das in der sportpublizistischen Literatur bisher nur rudimentär berücksichtigt wurde, womit der Arbeit ein gewisses Maß an Originalität zu attestieren ist. Die Relevanz der Fragestellung ist sicher gegeben, die zu ihrer Beantwortung gewählten theoretischen wie empirischen Herangehensweisen sind aber mit einigen Defiziten behaftet. Auffallend ist zunächst das eklatante Missverhältnis zwischen dem theoretischen Teil mit 219 Seiten und dem empirischen Part mit &#8220;nur&#8221; 43 Seiten. Zu Beginn wird der zentrale Begriff der &#8220;nichtfiktiven Unterhaltung&#8221; facettenreich und quellenmäßig gut verortet aufgearbeitet, um auf dieser Basis neue Begriffsbestimmungen zu entwickeln.</p>
<p>Das im Kapitel &#8220;Hochleistungssport als Objekt nichtfiktiver Unterhaltungsproduktion in den Massenmedien&#8221; vorgestellte &#8220;Veränderungsmodell des Hochleistungssports&#8221; (76) ist wenig überzeugend. Zum einen fehlt der wichtige Bereich &#8220;Recht&#8221;, der seit Jahren – man denke z.B. an das Bosman-Urteil oder an kartellrechtliche Bestimmungen bezüglich der Vermarktung von Sportevents – einen erheblichen Einfluss auf den Spitzensport besitzt. Zum anderen erschließt sich bei der Vielzahl hier markierter Pfeile nicht, warum es z.B. keine Verbindungslinien zwischen den Systemen &#8220;Wirtschaft&#8221; und &#8220;Sport&#8221; oder zwischen &#8220;Wirtschaft&#8221; und &#8220;Medien&#8221; gibt. Die Ausführungen zur &#8220;Ökonomisierung&#8221; fokussieren zwar detailliert diverse staatliche Fördermittel zur Unterstützung des Spitzensports, unterbelichten aber den relevanteren Bereich privatwirtschaftlicher Finanzierungsvarianten.</p>
<p>Die &#8220;Ausrichtung des Deutschen Hochleistungssports als Unterhaltungsangebot für die Massenmedien&#8221; sowie seine &#8220;Darstellung in den Massenmedien&#8221; stellen eine systematische Aufarbeitung unterhaltungsorientierter Input- und Verwertungsstrategien dar. Im Kontext der &#8220;medialen Aufbereitung des Sports als Unterhaltungsangebot&#8221; wird über das Referieren vorliegender Befragungen die gestiegene Akzeptanz der Unterhaltungsfunktion bei Sportjournalisten nachgewiesen, woraus abgeleitet wird, &#8220;dass Sport im Sportressort in starkem Maßen im Modus der Unterhaltung dargestellt&#8221; werde (202, 205). Der Autor übersieht dabei, dass in der Kommunikationswissenschaft äußerst umstritten ist, welchen Einfluss Rollenselbstzuschreibungen auf die tatsächliche Medienberichterstattung besitzen. Innovativ erscheint das Analysemodell zur Produktion nichtfiktiver Unterhaltungsangebote in den Massenmedien. Dabei werden die Produktionsbereiche &#8220;Reported-Entertainment&#8221; und &#8220;Konzept-Enterainment&#8221; identifiziert, die sich zwar in ihren Produktionsmustern unterscheiden, aber über Push- und Pull-Mechanismen sinnvoll in Verbindung gebracht werden. Warum dieses Modell jedoch durch viele sportferne Beispiele exemplifiziert wird (beispielsweise Dschungelcamp oder Prominenten-Kochen), erschließt sich kaum.</p>
<p>Im zweigeteilten Empirieteil werden diese beiden Produktionsbereiche mit einer Zeitschriften- und einer TV-Analyse untersucht. In einer Längsschnittbetrachtung werden von den beiden Magazinen Bunte und Revue 678 Artikel ausgewertet. Die folgende Querschnittuntersuchung berücksichtigt noch zwei weitere Zeitschriften (Max und GQ), was die Analyse von zusätzlich 275 Artikeln nötig machte.</p>
<p>Ein wesentliches Problem der Zeitschriftenanalyse besteht darin, dass die zentrale Untersuchungseinheit &#8220;Artikel&#8221; nicht klar definiert wird und damit offen bleibt, ob z.B. ein vierseitiges Porträt genauso in diese Kategorie fällt wie eine 5-zeilige Kurzmeldung. Zudem fehlen operationale Definitionen der Begriffe &#8220;Leistungsbezug&#8221;, &#8220;private Bezüge&#8221;oder &#8220;positiver Tenor&#8221;. Ein Abdruck des Codebuches wäre notwendig gewesen.</p>
<p>Dies gilt auch für die TV-Analyse, bei der nicht das tatsächlich ausgestrahlte Programm untersucht wurde, sondern Sendeformate mit Sportbezug über Programmhefte, was als wenig geeignetes Instrumentarium für dieses Sujet angesehen wird. Bei acht TV-Sendern wurden 1.616 Formate mit Sportbezug erfasst. Die Wahl uneinheitlicher Untersuchungszeiträume (Zeitschriftenanalyse von 1983 bis 2003 vs. TV-Analyse 1984 bis 2006), unterschiedlicher Messabstände (Zeitschriftenanalyse im Intervall von 10 Jahren, TV-Analyse alle fünf Jahre) und verschiedener Untersuchungskriterien (Zeitschriftenanalyse von Artikeln aus sportfernen Ressorts vs. TV-Analyse von Sendungen mit Sportbezug) hätte erklärt werden müssen.</p>
<p>Da zudem nicht eindeutig nachvollziehbar ist, wie konkret was gemessen wurde, sind die gewonnenen Ergebnisse mit Zurückhaltung zu interpretieren. Dies gilt auch für einige im abschließenden Fazit formulierte Behauptungen: Dass potenzielle Einnahmequellen &#8220;in Millionenhöhe&#8221; ignoriert würden, dass durch die Kürzung &#8220;starker staatlicher Subventionen&#8221; die &#8220;Implosion des Sportssystems&#8221; drohe oder dass Athleten &#8220;ohne eine strategische kommunikative Ausrichtung eine lange erfolgreiche Karriere nicht mehr möglich&#8221; sei (267-270), wirken überdramatisierend. Ein auf 57 Seiten aufgeblähtes Literaturverzeichnis enthält eine Reihe Publikationen, bei denen der Bezug zum Thema kaum herstellbar ist. Ein stringenteres Lektorat hätte eine Vielzahl an unnötigen Redundanzen deutlich reduzieren können.</p>
<p>Der Nutzwert des Buches für die Wissenschaft ist aufgrund der vielen offenen Fragen im Empirieteil eingeschränkt. Der Nutzwert der Studie für die sportjournalistische Praxis dürfte gering sein, weil sich Journalisten mit verklausulierter Wissenschaftssprache wie zum Beispiel &#8220;Polysemie&#8221; (27), &#8220;molar&#8221; (30), &#8220;extradiegetischer Sound&#8221; (48), &#8220;Negentropie&#8221; (62), &#8220;laterale Integration&#8221; (72) oder &#8220;Hyperinklusion&#8221; (92) schwer tun.</p>
<p>Das Buch von Christoph Bertling fällt hinter die Qualität der sonst in der Reihe Sportkommunikation vom Herbert Halem Verlag veröffentlichten Publikationen um Einiges zurück.</p>
<p><em>Links</em></p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/189?XTCsid=c473b8a403ddeb5c7686dd45e054f86b">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.sp.tum.de/cms/files/spomekom/Mitarbeiter_Schaffrath.pdf" target="_blank">Webpräsenz von Michael Schaffrath an der Universität München</a><em><br />
</em></li>
</ul>


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		<item>
		<title>Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/620</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 22:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<description><![CDATA[<i>Rezensiert von Jan Lucas</i>

<img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/steinbrecher20091.jpg" alt="steinbrecher2009" title="steinbrecher2009" width="160" height="243" class="alignleft size-full wp-image-1719" />Michael Steinbrecher ist vor allem durch seine Bildschirmpräsenz als Sportreporter bekannt. Mit dem vorliegenden Werk, welches auf seiner im Jahr 2008 abgeschlossenen Dissertation beruht, begegnet er uns als Wissenschaftler, der sich intensiv mit dem Verhältnis der (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsender zu den medialen Megaereignissen der olympischen Spiele befasst. Den Kern der Arbeit stellt eine empirische Analyse der Olympiaberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender über sechs olympische Spiele (drei Sommer- sowie drei Winterspiele) im Zeitraum von 1996 bis 2006 dar. Erstmals wird hier das olympische Sportprogramm von ARD und ZDF in unterschiedliche, objektivierbare Kategorien der Berichterstattung unterteilt und der jeweilige zeitliche Anteil dieser Elemente an der gesamten Olympiaberichterstattung sekundengenau gemessen. Hiermit stellt Steinbrecher eine empirische Grundlage für eine tiefergehende Diskussion und Analyse der sportjournalistischen Begleitung der olympischen Spiele durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bereit. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/620">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Jan Lucas</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-1719" title="steinbrecher2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/steinbrecher20091.jpg" alt="steinbrecher2009" width="160" height="243" /></em>Michael Steinbrecher ist vor allem durch seine Bildschirmpräsenz als Sportreporter bekannt. Mit dem vorliegenden Werk, welches auf seiner im Jahr 2008 abgeschlossenen Dissertation beruht, begegnet er uns als Wissenschaftler, der sich intensiv mit dem Verhältnis der (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsender zu den medialen Megaereignissen der olympischen Spiele befasst.</p>
<p>Den Kern der Arbeit stellt eine empirische Analyse der Olympiaberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender über sechs olympische Spiele (drei Sommer- sowie drei Winterspiele) im Zeitraum von 1996 bis 2006 dar. Erstmals wird hier das olympische Sportprogramm von <a href="http://www.ard.de/" target="_blank">ARD</a> und <a href="http://www.zdf.de/" target="_blank">ZDF</a> in unterschiedliche, objektivierbare Kategorien der Berichterstattung unterteilt und der jeweilige zeitliche Anteil dieser Elemente an der gesamten Olympiaberichterstattung sekundengenau gemessen. Hiermit stellt Steinbrecher eine empirische Grundlage für eine tiefergehende Diskussion und Analyse der sportjournalistischen Begleitung der olympischen Spiele durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bereit.</p>
<p>Den empirischen Ergebnissen geht zunächst ein breiter Überblick über Geschichte, Strukturen und Entwicklungen der olympischen Spiele der Neuzeit voraus. In Kapitel 2 wird die olympische Idee nach ihrem Gründer Pierre de Coubertin beschrieben. Steinbrecher macht deutlich, dass diese als Legitimations- und Argumentationsgrundlage insbesondere für olympische Funktionäre nach wie vor relevant ist. Zugleich zeigt er auf, dass bestehende Konflikte und Spannungsfelder schon in der Gründungsphase der Spiele bestanden. Kapitel 3 beschreibt den Status quo der olympischen Spiele und stellt diese ihrer ursprünglichen Konzeption gegenüber. Wesentliche Kritik- und Diskussionsfelder werden hierbei herausgestellt. Kapitel 4 behandelt die (Legitimations-)Krisen der olympischen Spiele – angefangen mit den Spielen von Berlin 1936 bis hin zu den (zum Zeitpunkt der Niederschrift noch bevorstehenden) Spielen von Peking 2008. Kapitel 5 schließt den theoretischen Teil mit einer historischen Betrachtung des Verhältnisses zwischen Fernsehveranstaltern und Olympia ab und führt so auf die konkrete empirische Auseinandersetzung mit der olympischen TV-Berichterstattung hin.</p>
<p>Der theoretische Teil der Arbeit in den Kapiteln 2 bis 5 ermöglicht dem Leser einen Einblick in die kritische Diskussion der olympischen Spiele, ihre Ziele und Ideale sowie ihres öffentlichen Stellenwertes. Die Breite dieses Überblicks geht gelegentlich zulasten seiner Tiefe, was insofern legitim ist, als Steinbrecher nicht versucht, Antworten zu finden, sondern vielmehr dem Leser verschiedene Positionen und Kritikpunkte aufzeigen und somit eine Grundlage für eine weitere Diskussion des Themas bereitstellen möchte. Steinbrechers Ziel ist es, wie uns der Titel bereits verrät, ein &#8220;Netz olympischer Abhängigkeiten&#8221; zu beschreiben. Es gelingt ihm, die verschiedenen Abhängigkeiten zu identifizieren, ihre jeweilige Stärke und ihr besonderes Ausmaß werden jedoch nicht immer deutlich und stellen möglicherweise zukünftige Forschungsaufträge dar.</p>
<p>In Kapitel 6, dem empirischen Teil der Arbeit, werden zunächst 21 verschiedene Programmkategorien vorgestellt, in die sich das olympische Programmschema einteilen lässt, sowie deren Anteil an der Olympiaberichterstattung ermittelt. Steinbrecher liefert hier eine bisher nicht vorhandene Datenbasis, welche eine objektive Beurteilung subjektiv empfundener und geäußerter Entwicklungen der Olympiaberichterstattung erlaubt. Der deskriptive Wert der gesammelten Daten ist hoch, ihr explorativer Wert ist aufgrund der geringen Zahl von sechs untersuchten olympischen Spielen indes begrenzt.</p>
<p>In Kapitel 7 führt Steinbrecher den Leser in die Strukturen und Entscheidungsprozesse der (olympischen) Sportberichterstattung des ZDF ein. Steinbrecher stellt die olympische Programmphilosophie des ZDF basierend auf von ihm selbst durchgeführten Leitfaden- bzw. Tiefeninterviews mit den Programmverantwortlichen des ZDF dar. Hier liegt der Wert der Arbeit in dem besonderen Blickwinkel Steinbrechers als Insider und Sportjournalist. Im Fokus stehen die in den Kapiteln 2 bis 5 identifizierten Spannungsfelder der olympischen Idee. Auch hier wird weder seitens des Autors noch seitens der befragten Programmverantwortlichen eindeutig bzw. einheitlich Position bezogen. Vielmehr wird deutlich, dass auch die verantwortlichen Journalisten parallel zur gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit olympischen Problemfeldern durchaus kontrovers nach Antworten und Strategien suchen.</p>
<p>Während Steinbrecher die zentrale Stellung der olympischen Ideale und ihrer Charta im Netz der olympischen Abhängigkeiten ausführlich beschreibt, vermisst man – auch in den Aussagen der ZDF-Programmverantwortlichen – den direkten Bezug auf die Grundlage öffentlich-rechtlicher Programmgestaltung in Form des im Rundfunkstaatsvertrag festgelegten Programm- und Sozialisationsauftrags. In diesem Zusammenhang muss die Frage aufgeworfen werden, ob die enge Abgrenzung des Forschungsgegenstandes auf die reinen Sportübertragungen unter Ausschluss der zwischendurch ausgestrahlten Nachrichtensendungen sowie der nachgelagerten Informations- und Unterhaltungssendungen mit Olympiabezug operabel ist. Letztlich macht sich hier die sportjournalistische Perspektive Steinbrechers bemerkbar, die in diesem Kontext einer etwas distanzierteren medienpolitischen Sicht gegenübergestellt werden könnte.</p>
<p>Das vorliegende Buch ist sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler lesenswert. Für Sportjournalisten bietet es eine Grundlage für die persönliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie mit kritischen Aspekten olympischer Spiele umzugehen ist. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Buch vor allem ein Fundus von offenen Fragen und Kontroversen, die nach Lösungen und Antworten verlangen und so eine Reihe interessanter Forschungsfragen anstoßen bzw. fortführen können.</p>
<p><em><em>Links</em>:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641364&amp;WKorbUID=75966681&amp;TITZIF=2253&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=420&amp;Itemid=160" target="_blank">Webpräsenz von Michael Steinbrecher am Institut für Journalistik der TU Dortmund</a></li>
<li><a href="http://www.michael-steinbrecher.de/" target="_blank">persönliche Homepage von Michael Steinbrecher</a></li>
</ul>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/eb3665d1c9bf4cf99ef3171bc40c1c25" width="1" height="1" alt=""></p>


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		<item>
		<title>Holger Schramm; Mirko Marr (Hrsg.): Die Sozialpsychologie des Sports in den Medien</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/720</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 15:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezeption]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Wirkung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Antje Dresen</em>

<img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/07/schramm_marr2009.jpg" alt="schramm_marr2009" title="schramm_marr2009" width="160" height="240" class="alignleft size-full wp-image-721" />Aus gesellschaftsanalytischer Sicht verfügt der Sport über besondere strukturelle Merkmale, die ihn von anderen sozialen Bereichen wie den Medien, der Wirtschaft oder der Politik unterscheiden. So geht es im Sport neben Spannungselementen, Regeln und einer regelüberhöhenden Sportmoral vor allem um die Kommunikation körperlicher Leistungen, die im Spitzensport besonders siegesorientiert ausgerichtet ist. Mit diesem strukturellen Kern steht der Sport gleichsam in einem Netz teilsystemischer Austausch-beziehungen zu seinen Umwelten. Dabei zeigen sich neben Politik, Wirtschaft und Wissenschaft insbesondere die Medien am Sport interessiert. Auf der Gegenseite erbringt der Sport hauptsächlich über spektakuläre Erfolge kontinuierlich Leistungen, die die Medien nach systemimmanenten Logiken verwerten. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/720">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/813' rel='bookmark' title='Permanent Link: Axel Kuhn: Vernetzte Medien'>Axel Kuhn: Vernetzte Medien</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Antje Dresen</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-721" title="schramm_marr2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/07/schramm_marr2009.jpg" alt="schramm_marr2009" width="160" height="240" />Aus gesellschaftsanalytischer Sicht verfügt der Sport über besondere strukturelle Merkmale, die ihn von anderen sozialen Bereichen wie den Medien, der Wirtschaft oder der Politik unterscheiden. So geht es im Sport neben Spannungselementen, Regeln und einer regelüberhöhenden Sportmoral vor allem um die Kommunikation körperlicher Leistungen, die im Spitzensport besonders siegesorientiert ausgerichtet ist. Mit diesem strukturellen Kern steht der Sport gleichsam in einem Netz teilsystemischer Austausch-beziehungen zu seinen Umwelten. Dabei zeigen sich neben Politik, Wirtschaft und Wissenschaft insbesondere die Medien am Sport interessiert. Auf der Gegenseite erbringt der Sport hauptsächlich über spektakuläre Erfolge kontinuierlich Leistungen, die die Medien nach systemimmanenten Logiken verwerten.</p>
<p>Mit dem vorliegenden Sammelband <em>Die Sozialpsychologie des Sports in den Medien</em> knüpfen die Herausgeber Holger Schramm und Mirko Marr an die Beobachtung an, dass die Medien mit ihrem Interesse am Sport eine eigene Sportrealität erschaffen, die Auswirkungen auf das Rezeptionserleben der Zuschauer hat. Mit Verweis auf eine 25-jährige medienpsychologische und kommunikationswissenschaftliche Debatte über die medialen Durchdringungen des Sports und ihre Effekte konzentrieren sich Schramm und Marr auf die sozialpsychologischen Prozesse des Mediensports. Dazu untergliedern sie das Werk in zwei Teilbereiche. Im ersten Kapitel geht es um die Besonderheiten medialer Transformationen wie Produktion, Aufbereitung und Präsentation von Wettkampferfahrungen. Im zweiten Teilbereich werden die Spezifik der medialen Rezeptionssituation und die mediale Wirkung des Sports thematisiert.</p>
<p>Zu Beginn der jeweiligen Kapitel leisten die Herausgeber einen überblicksartigen theoretischen Input. So verweist Marr angesichts des medial gezeichneten Bildes vom Sport auf die medientypischen Logiken der Beobachtung und Inszenierung. Dazu betont er die Anpassung des Sports an die medialen Verwertungsmechanismen. Im Anschluss an diesen Aufsatz konzentrieren sich Autoren aus den Sport- und Sozialwissenschaften in ihren Beiträgen auf das Phänomen von gestressten Sportjournalisten (Christoph Bertling/Thomas Bruns), auf die wechselseitigen Abhängigkeiten von Sportjournalisten und Sportlern (Jürgen Schwier/Thorsten Schauerte) und auf die Diskurse über Ursachen von Siegen und Niederlagen als Attributionsverzerrungen in Sportkommentaren (Bernd Strauss/Sarah Senske/Maike Tietjens). Nach Thomas Horkys Aufarbeitung visueller Inszenierungen des Sports und den entsprechenden sozialpsychologischen Effekten als Rezeptionsverhalten des Medienpublikums widmet sich Holger Schramm eingangs des zweiten Kapitels dem emotionalen Erleben von Mediensport. Der Analyse von Emotionsgenesen und -regulationen folgen kommunikationspsychologische Ausführungen von Uli Gleich über parasoziale Interaktionen und Beziehungen zwischen Sportlern und Sportpublikum. Horky betrachtet sodann die gruppendynamischen Prozesse bei der kollektiven Nutzung von Mediensport. Nach seinem Aufsatz betrachtet Thomas N. Friemel die Medien als Gesprächsthema. Den Ausklang der Sammelbeiträge leiten Frank Marcinkowski und Volker Gehrau ein, indem sie die Realitätswahrnehmungen des medial vermittelten Sports als Kultivierungseffekt thematisieren. Abschließend setzt sich Thomas Schierl mit der Starkultivierung im Sport unter sozialpsychologischen und ökonomischen Aspekten auseinander.</p>
<p>Schramm und Marr können als Herausgeber über die durchgängig hohe Qualität der Beiträge ihrem Anspruch Folge leisten, Ergänzungen und Differenzierungen zur Analyse der gegenwärtigen medial inszenierten Sportlandschaft zu liefern. Wenngleich sie dies leider nicht explizit herausarbeiten, so knüpfen vor allem Marr, Schwier und Schauerte, Marcinkowski und Gerau sowie Schierl an eine knapp 30-jährige sport- und mediensoziologische Tradition an. Indem sie die Realitätsvorstellungen vom Sport als Produkte medialer Konstruktionsprozesse betrachten und die entsprechenden Wirkungen auf der Akteursebene aufarbeiten, tun sich die Autoren als Beobachter der Beobachtung hervor (vgl. Bauer 2002; Bette 2000; Cashmore 1996; de Moragas Spà 2001; Imhof 2005; Jäckel 2005; Luhmann 2004; Mai 2005). So gelingt ein verständlicher Überblick über den inszenierten und strukturell verfestigten kommerziellen &#8220;Sport-Medien-Komplex&#8221; (23). Die mikrotheoretischen Hinweise auf die sozialpsychologischen Besonderheiten im Zusammenwirken und Erleben der am Sport partizipierenden Akteure fügen sich schließlich nahtlos und überaus eingängig in die makrotheoretischen Überlegungen ein.</p>
<p>Eine kleine Unstimmigkeit betrifft jedoch die Anordnung der Beiträge im ersten Teil. So kann die Argumentation von der Systemebene der Medien über die Akteursebene der Sportjournalisten und Sportler und wieder zurück zur Systemebene mit Analysen medialer Sportkommentare und Bildinszenierungen einen inkonsequenten Eindruck vermitteln. Weiterhin erscheinen vereinzelte Überschriften etwas umständlich. Der Hinweis im Fließtext auf die &#8220;sozialpsychologischen Besonderheiten der medialen Sportrezeption&#8221; (115) wirkt verständlicher als der Titel: &#8220;Sozialpsychologische Implikationen aufgrund der Spezifik der medialen Rezeption und Wirkung von Sport&#8221; (5). Diese minimalen Mängel in der Darstellung wirken sich jedoch nicht auf den inhaltlichen Nutzen des Werkes aus.</p>
<p>Schramm und Marr liefern mit dem vorliegenden Sammelband einen wertvollen Beitrag zu der soziologischen Erkenntnis, dass das heutige Erscheinungsbild des Sports nicht ohne Rekurs auf seine Medien-Umwelt zu verstehen ist. Mit der Zusammenschau differenzierter Darlegungen zu den sozialpsychologischen Effekten der medialen Sportrealität haben sie darüber hinaus erkenntnisreiche neue Einstiege in vorhandene Problemfelder ausgewählt. So reihen sich zum Beispiel die Beiträge von Horky, Friemel oder Schierl über die Gruppendynamiken beim &#8220;Public Viewing&#8221;, die Funktion von Sportkommunikation und die Heldenverehrung zum einen in Themen der sportsoziologischen Literatur ein (vgl. Bette/Schimank 2006: 67ff.; Cachay/Thiel 2000: 146ff.; Gebauer 1987, 1997; Plessner 1997; Lenk 1997: 146ff.; Weiß 1999: 181ff.). Zum anderen werden jene sportspezifischen Phänomene psychologisch erhellend untersucht. Mit diesen analytischen Erweiterungen trägt der Sammelband nicht nur innovativ zur kommunikationswissenschaftlichen und soziologischen Forschung im Sport bei. Er zeigt auch einmal mehr, welchen Nutzen ein interdisziplinäres Zusammenwirken für das deutende Verstehen gesellschaftlicher Konstruktion von Wirklichkeit haben kann.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Bauer, T.: &#8220;Die Kompetenz ethischen und ästhetischen Handelns: Medienethik aus medienpädagogischer Perspektive.&#8221; In: Karmasin, M. (Hrsg.): <em>Medien und Ethik</em>. Stuttgart [Philip Reclam jun.] 2002, S. 194-219.</li>
</ul>
<ul>
<li>Bette, K.-H.: &#8220;Kollektive Personalisierung: strukturelle Defizite im Dopingdiskurs.&#8221; In: Digel, H. (Hrsg.): <em>Spitzensport. Chancen und Probleme</em>. Jahrestagung der DGS-Sektion &#8216;Sportsoziologie&#8217; vom 29.6.-1.7.2000 in Tübingen. Schorndorf [Hofmann] 2000, S. 26-41.</li>
</ul>
<ul>
<li>Bette, K.-H.; Schimank, U.: <em>Doping im Hochleistungssport. Anpassung durch Abweichung</em>. 2. Auflage. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2006.</li>
</ul>
<ul>
<li>Cachay, K.; Thiel, A.: <em>Soziologie des Sports. Zur Ausdifferenzierung und Entwicklungsdynamik des Sports der modernen Gesellschaft</em>. Weinheim, München [Juventa] 2000.</li>
</ul>
<ul>
<li>Cashmore, E.: &#8220;A match made in heaven. Why sports and television are inseparable.&#8221; In: Cashmore, E.: <em>Making sense of sports</em>. London, New York [Routledge] 1996, S. 193-211.</li>
</ul>
<ul>
<li>De Moragas Spà, M.: &#8220;Information oder Produktion? Die neuen Synergieeffekte zwischen Massenmedien und Sport.&#8221; In: Heinemann, K.; Schubert, M. (Hrsg.): <em>Sport und Gesellschaften</em>. Schorndorf [Hofmann] 2001, S. 209-226.</li>
</ul>
<ul>
<li>Gebauer, G.: &#8220;Die Masken und das Glück. Über die Idole des Sports.&#8221; In: Becker, P. (Hrsg.): <em>Sport und Höchstleistung</em>. Reinbek bei Hamburg [Rowohlt] 1987, S. 105-122.</li>
</ul>
<ul>
<li>Gebauer, G.: &#8220;Die Mythen-Maschine.&#8221; In: Caysa, V. (Hrsg.): <em>Sportphilosophie</em>. Leipzig [Reclam] 1997, S. 290-317.</li>
</ul>
<ul>
<li>Imhof, K.: &#8220;Medien und Öffentlichkeit.&#8221; In: Jäckel, M. (Hrsg.): <em>Mediensoziologie. Grundlagen und Forschungsfelder</em>. Wiesbaden [VS Verlag] 2005, S. 273-293.</li>
</ul>
<ul>
<li>Jäckel, M.: &#8220;Medien und Macht.&#8221; In: Jäckel, M. (Hrsg.): <em>Mediensoziologie. Grundlagen und Forschungsfelder</em>. Wiesbaden [VS Verlag] 2005, S. 295-317.</li>
</ul>
<ul>
<li>Lenk, H.: &#8220;Eigenleistung sportlich – athletisch.&#8221; In: Caysa, V. (Hrsg.): <em>Sportphilosophie</em>. Leipzig [Reclam] 1997, S. 142-171.</li>
</ul>
<ul>
<li>Luhmann, N.: <em>Die Realität der Massenmedien</em>. 3. Auflage. Wiesbaden [VS Verlag] 2004.</li>
</ul>
<ul>
<li>Mai, M.: &#8220;Medien als soziales System.&#8221; In: Jäckel, M. (Hrsg.): <em>Mediensoziologie. Grundlagen und Forschungsfelder</em>. Wiesbaden [VS Verlag] 2005, S. 255-271.</li>
</ul>
<ul>
<li>Plessner, H.: &#8220;Die Funktion des Sports in der industriellen Gesellschaft.&#8221; In: Caysa, V. (Hrsg.): <em>Sportphilosophie</em>. Leipzig [Reclam] 1997, S. 46-67.</li>
</ul>
<ul>
<li>Weiß, O.: <em>Einführung in die Sportsoziologie</em>. Wien [WUV] 1999.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/162" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.medienrezeption.ch/schramm" target="_blank">Webpräsenz von Holger Schramm am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/813' rel='bookmark' title='Permanent Link: Axel Kuhn: Vernetzte Medien'>Axel Kuhn: Vernetzte Medien</a></li>
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