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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Social Web</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereichen Kommunikation und Medien</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 21:39:14 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gabriele Hooffacker: Online-Journalismus</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2602</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2602#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 08:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Klaus Meier</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2602"><img class="alignleft size-full wp-image-5454" title="Hooffacker" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Hooffacker.jpg" alt="" width="160" height="258" /></a>Wer ein Lehrbuch zum Online-Journalismus schreibt, ist nicht zu beneiden. Kaum gedruckt, können Details schon durch aktuelle Entwicklungen überholt sein. Allerdings zeigt sich auch seit mehr als 15 Jahren: Die Grundlagen und Herausforderungen dieses Mediums an den Journalismus bleiben gleich, auch wenn in der Zwischenzeit Phänomene wie Blogs, <a href="http://twitter.com/" target="_blank">Twitter</a> oder <a href="http://de-de.facebook.com/" target="_blank">Facebook</a> hinzugekommen sind. Gabriele Hooffacker hat das Buch <em>Online-Journalismus</em> zum ersten Mal 2001 verfasst und nun zum zweiten Mal aktualisiert. Ein Vergleich der dritten Auflage mit der zweiten belegt, was sich im Internet und im Online-Journalismus verändert hat: Zum einen hat das mehrmediale Arbeiten nicht nur für Online-Journalisten, sondern generell im Journalismus zugenommen. Es ist nachvollziehbar, dass die Autorin das Kapitel "Crossmedia" gestrichen hat und das mehrmediale Arbeiten nun an vielen Stellen im Buch immer wieder thematisiert. Zum anderen ist die Beteiligung von Nutzern in Online-Plattformen in den vergangenen Jahren gestiegen. Entsprechend gewachsen ist das dazugehörige Kapitel. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2602">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Klaus Meier</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2602"><img class="alignleft size-full wp-image-5454" title="Hooffacker" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Hooffacker.jpg" alt="" width="160" height="258" /></a>Wer ein Lehrbuch zum Online-Journalismus schreibt, ist nicht zu beneiden. Kaum gedruckt, können Details schon durch aktuelle Entwicklungen überholt sein. Allerdings zeigt sich auch seit mehr als 15 Jahren: Die Grundlagen und Herausforderungen dieses Mediums an den Journalismus bleiben gleich, auch wenn in der Zwischenzeit Phänomene wie Blogs, <a href="http://twitter.com/" target="_blank">Twitter</a> oder <a href="http://de-de.facebook.com/" target="_blank">Facebook</a> hinzugekommen sind. Gabriele Hooffacker hat das Buch <em>Online-Journalismus</em> zum ersten Mal 2001 verfasst und nun zum zweiten Mal aktualisiert. Ein Vergleich der dritten Auflage mit der zweiten belegt, was sich im Internet und im Online-Journalismus verändert hat: Zum einen hat das mehrmediale Arbeiten nicht nur für Online-Journalisten, sondern generell im Journalismus zugenommen. Es ist nachvollziehbar, dass die Autorin das Kapitel &#8220;Crossmedia&#8221; gestrichen hat und das mehrmediale Arbeiten nun an vielen Stellen im Buch immer wieder thematisiert. Zum anderen ist die Beteiligung von Nutzern in Online-Plattformen in den vergangenen Jahren gestiegen. Entsprechend gewachsen ist das dazugehörige Kapitel.</p>
<p>Vor zehn Jahren war der Internet-Journalismus noch ein exotisches Thema auf dem Lehrbuchmarkt; inzwischen liegt eine Fülle von Werken dazu vor. Das Buch von Gabriele Hooffacker ist nach wie vor für Anfänger und Einsteiger zu empfehlen. Insofern passt es ideal in die <a href="http://www.journalistische-praxis.de/" target="_blank">Gelbe Reihe</a>, die sich der Einführung in die journalistische Praxis verschrieben hat. Eine wissenschaftliche Studie ist da natürlich nicht zu erwarten. Gleichwohl merkt man an etlichen Stellen, dass die Autorin nicht nur aus dem Bauch oder aus eigener Anschauung heraus schreibt, sondern dass sie die einschlägige Wissenschaft kennt und nutzbringend verwertet.</p>
<p>Aus wissenschaftlicher Sicht zu kritisieren wäre nur die manchmal etwas eigentümliche Verwendung von Fachbegriffen. Die multimedialen Formen des Internets werden als &#8220;interaktive Formen&#8221; bezeichnet – gleichsam ignorierend, dass hier der Nutzer ja nur mit Computer oder Material (inter-)agiert und nicht mit Menschen. Es handelt sich eigentlich aus Nutzersicht um Multioptionalität und aus Produzentensicht um multimediales Erzählen. Dort wo es dann um Interaktionen zwischen Menschen geht, ist von &#8220;kommunikativen Formen&#8221; die Rede (Social Web, Blogs, Twitter etc.) – ein Terminus, der zwar schön erklärt ist, so aber nicht gebräuchlich ist.</p>
<p>Fragwürdig sind zudem die etwas eigenwillige Definition von Online-Journalismus und quantitative Schätzung von Online-Journalisten: &#8220;Von etwa 22.000 Online-Journalisten auszugehen, die den größten Teil ihres Einkommens aus diesem Segment beziehen, dürfte somit eher zu niedrig gegriffen sein&#8221;, heißt es auf S. 26.  Nicht nur Puristen bestehen auf einer stärkeren definitorischen Trennung zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Und dann sind es schon erheblich weniger Online-Journalisten in Deutschland.</p>
<p>Wen diese – etwas oberlehrerhafte – Kritik nicht stört, der wird als Berufsanfänger aus der Fülle von stets klar und prägnant formulierten Informationen, Ratschlägen und Tipps rund um das Tätigkeits- und Berufsfeld Online-Journalismus lernen. Vertiefende Informationen für bereits im Berufsfeld erfahrene Leser bietet das Buch jedoch nur ansatzweise. So ist zum Beispiel zum Einsatz von Twitter und anderen sozialen Netzwerken in der Online-Redaktion kaum etwas zu erfahren; das Kapitel beschränkt sich auf (eher technische) Grundlagen dieser Plattformen. An manchen Stellen hört das Buch genau da auf, wo es spannend wird.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/econ/buch.php?id=16059&amp;page=buchaz&amp;sort=autor&amp;auswahl=&amp;pagenum=1" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.journalistenakademie.de/index.php?p=47" target="_blank">Webpräsenz von Gabriele Hooffacker an der Journalistenakademie München</a></li>
<li><a href="http://www.klaus-meier.net/" target="_blank">Private Homepage von Klaus Meier</a></li>
</ul>
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		<title>Birgit Richard; Jan Grünwald; Marcus Recht; Nina Metz: Flickernde Jugend – Rauschende Bilder</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/5435</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/5435#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 08:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Sascha Trültzsch</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5435"><img class="alignleft size-medium wp-image-5438" title="Richard" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/05/Richard-168x300.jpg" alt="" width="168" height="300" /></a>Man muss heute kaum noch argumentieren, dass das Internet in seinen verschiedenen Erscheinungs- formen einen kulturellen und sozialen Wandel mit sich gebracht oder diesen zumindest forciert hat. Gerade in den letzten zwei Jahren wurden verschiedene empirische Untersuchungen zum Themenfeld Social Web bzw. Web 2.0 veröffentlicht, die nicht nur die Angebote selbst, sondern auch den Umgang mit ihnen detailliert untersucht haben. Auch aktuell wird in der Medien- und Kommunikations- wissenschaft dazu geforscht und publiziert. Der vorliegende Band nun wendet sich den Angeboten in einer primär kulturwissenschaftlichen, man möchte sagen kunstwissenschaftlichen Perspektive zu, die hier als Jugendbildforschung bezeichnet wird. Dabei werden quantifizierende Analyseverfahren und bildwissenschaftlich-hermeneutische kombiniert, wodurch sich ein aufschlussreicher Blick auf die Materie ergibt, der allerdings widerholt durch zum Teil mutige Begriffskonstruktionen (wie "Kommunikationsschmierstoff") irritierend wirkt. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5435">[Mehr]</a>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Sascha Trültzsch</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5435"><img class="alignleft size-medium wp-image-5438" title="Richard" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/05/Richard-168x300.jpg" alt="" width="168" height="300" /></a>Man muss heute kaum noch argumentieren, dass das Internet in seinen verschiedenen Erscheinungs- formen einen kulturellen und sozialen Wandel mit sich gebracht oder diesen zumindest forciert hat. Gerade in den letzten zwei Jahren wurden verschiedene empirische Untersuchungen zum Themenfeld Social Web bzw. Web 2.0 veröffentlicht, die nicht nur die Angebote selbst, sondern auch den Umgang mit ihnen detailliert untersucht haben. Auch aktuell wird in der Medien- und Kommunikations- wissenschaft dazu geforscht und publiziert. Der vorliegende Band nun wendet sich den Angeboten in einer primär kulturwissenschaftlichen, man möchte sagen kunstwissenschaftlichen Perspektive zu, die hier als Jugendbildforschung bezeichnet wird. Dabei werden quantifizierende Analyseverfahren und bildwissenschaftlich-hermeneutische kombiniert, wodurch sich ein aufschlussreicher Blick auf die Materie ergibt, der allerdings widerholt durch zum Teil mutige Begriffskonstruktionen (wie &#8220;Kommunikationsschmierstoff&#8221;) irritierend wirkt.</p>
<p>Gegenstand der Untersuchung sind die Photographien und Bewegtbilder, die jugendliche NutzerInnen als &#8220;digital natives&#8221; in den Plattformen des Social Web einstellen. Konzentriert wurde sich auf <a href="http://www.youtube.com/" target="_blank">YouTube</a>, <a href="http://www.flickr.com/" target="_blank">FlickR</a>, <a href="http://de.myspace.com/" target="_blank">Myspace</a> und <a href="http://www.facebook.com/" target="_blank">Facebook</a>, ohne dabei zu versäumen auf die verschiedenen anderen Plattformen einzugehen und die Auswahl genau zu begründen. Die kunst- und kulturwissenschaftliche theoretische Fundierung ist dabei überzeugend und arbeitet den wesentlichen Forschungsstand auf, wenn auch zu kritisieren ist, dass gelegentlich auch dort Online-Quellen genutzt wurden, wo Publikationen vorliegen (beispielsweise Folien auf <a href="http://www.slideshare.net/JanSchmidt/heranwachsen-mit-dem-social-web" target="_blank">Slideshare</a> anstatt den entsprechenden Band Schmidt/Hasebrink/Paus-Hasebrink 2010).</p>
<p>Darauf aufbauend legen die AutorInnen ein detailliertes induktiv entwickeltes &#8220;Analysetableau für Schlüsselbilder&#8221; (43-46) vor, das Grundlage für die Analyse der (zu erzeugenden bzw. auszuwählenden) Schlüsselbilder ist. Diese Schlüsselbilder wurden entweder als Stills aus Videos gewonnen – ohne den Kontext des audiovisuellen Inhalts auszublenden – beziehungsweise sind sie eine Auswahl aus den eingestellten Photographien. Mittels einer Methode, die die AutorInnen &#8220;Netzscan&#8221; nennen (38 f.) wurde aus der Vielzahl der Bilder im Social Web eine möglichst typische und vielfältige Auswahl zu gewinnen versucht. Schwerpunkte der Analyse und Interpretation sind dabei Selbstdarstellung (Kap. 4.1), jugendliche Mode-Bilder (Kap. 4.2), Das Böse, Gewalt und Tod (Kap.4.3), Musikkulturen (Kap 4.4) sowie weibliche Geschlechterbilder bei der Selbstinszenierung (Kap. 5), Jugend und Kunst (Kap 6.) und schließlich Künstlichkeit und Identität (Kap. 7).</p>
<p>Eingedenk bereits existierender Forschungen sind die Ergebnisse der Untersuchung nur partiell überraschend. Dass Jugendliche bei ihrer Selbstinszenierung in erster Linie Posen verwenden, die aus den Massenmedien bekannt und von (Musik-)Stars, die als Vorbilder fungieren, reproduziert werden, zeigen bereits die Ergebnisse der Untersuchungen von Neumann-Braun, Autenrieth und Astheimer (zuletzt zwei Publikationen 2010). Dennoch gehen diese Ergebnisse über die Arbeiten der Basler hinaus, indem dezidiert Bildtraditionen diskutiert und für die Interpretation herangezogen werden. Gerade bei der Analyse der widerständigen Inszenierung von Weiblichkeit (bärtige Frauen) wird diese Perspektive fruchtbar. Nach Ansicht der Autorinnen unterminieren zwei typische Darstellungsweisen die gewohnten genderspezifischen Rollenbilder: Einerseits die ironisierte Abbildung als &#8220;braves Mädchen&#8221; und andererseits eben die als bärtige oder aggressive Frau. Eine Option die für die männlichen Jugendlichen so nicht zur Verfügung stehe. Die Stärke der kulturwissenschaftlichen Perspektive entwickelt sich vollends in der Untersuchung der verschiedenen &#8220;kreativ-okkupativen Musikkulturen&#8221; (Kap. 4.4), die neben verschiedenen Formen der Rekontextualisierung durch selbsterstellte Musikvideos eine überzeugende Konzeption von audiovisuellen Inhalten als digitalen Rohstoffen liefert.</p>
<p>Mit Gewinn sind aber auch die Ausführungen über den asozialen Charakter der Inszenierung in Social Network Sites zu lesen. Die Darstellung auf den Bildern beschränkt sich auf solche, die zur Pose erstarrt sind und die Fiktion von Authentizität nur noch als solche Fiktion aufrecht erhalten wollen. Dass Sinn oder Wahrheit dabei keine Rolle mehr spielen, ist eine plausible Interpretation, die jedoch allein auf der Angebotsebene schwer zu verifizieren ist – hier wäre eine Befragung der jugendlichen NutzerInnen nötig. Das ist den Analysen im Band jedoch deshalb nicht vorzuwerfen, da er sich explizit auf die Analyse und Interpretation der Bilder und damit der Angebotsseite konzentriert.</p>
<p>Die knappe Zusammenfassung in Kapitel 7 führt zu einigen Irritationen, da sie neben tatsächlichen Ergebnissen auch affirmativ Vermutungen als Ergebnisse vorstellt. Dass beispielsweise &#8220;kaum einer der Jugendlichen […] sich selbst als Künstler bezeichnen [würde]&#8221; (263), wurde eben nicht untersucht. Untersucht wurden hier die Bilder und Videos auf Plattformen, wodurch auch ein Satz wie &#8220;Hier standen zum ersten Mal in der Forschung zum Web 2.0 fast ausschließlich die verdienten ästhetischen jugendlichen Innovateure im Mittelpunkt&#8221; (264) irritierend auf den Rezensenten gewirkt hat. Ebenso ist es verwirrend, dass in diesem Kapitel plötzlich von Repräsentativität die Rede ist, die einerseits für eine derartige Untersuchung gar nicht relevant ist und andererseits hier auch nicht erreicht wurde. Freilich wurden mittels der &#8220;Netzscans&#8221; Daten für die Häufigkeit bestimmter Tags etc. erhoben, aber eben nur für die, nach denen gesucht wurde. Probleme mit der Polyvalenz bestimmter Suchbegriffe, die in den Kapiteln thematisiert wurden, kommen hinzu. Die Fallbeispiele haben einen eigenen Wert, der nicht an Kriterien wie Repräsentativität ihrer Auswahl hängt. Vielmehr wurden doch besonders interessante und virulente Beispiele gewählt.</p>
<p>Der vorliegende Band liefert eine überzeugende und für die Medien- und Kommunikationswissenschaft auch überraschend neue Perspektive auf die jugendlichen Bilder im Social Web. Lässt man die Irritationen im ersten Teil des letzten Kapitels einmal beiseite, dann ergibt sich ein runder Band, der verschiedene Fallstudien und zugleich einige quantifizierende Ergebnisse versammelt. Wie bereits erwähnt ist die Sprache mit ihren Wortschöpfungen für die/den Lesenden, der/die nicht im Feld der Kunstwissenschaft zu Hause ist, teilweise ungewöhnlich – aber zugleich auch erfrischend, ob der häufig treffenden Bezeichnungen.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.campus.de/wissenschaft/kulturwissenschaften/Flickernde+Jugend+-+rauschende+Bilder.95931.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.birgitrichard.de/" target="_blank">Private Homepage von Birgit Richard</a></li>
<li><a href="http://www.uni-salzburg.at/portal/page?_pageid=1867,1363357&amp;_dad=portal&amp;_schema=PORTAL" target="_blank">Webpräsenz von Sascha Trültzsch an der Universität Salzburg</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Zum Technikdeterminismus des Social Media Marketing</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2461</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2461#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 09:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essay]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Axel Maireder</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2461"><img class="alignleft size-full wp-image-4974" title="Social-Web-Essay-Weinberg" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Social-Web-Essay-Weinberg.jpg" alt="" width="160" height="210" /></a>"Markets are conversation" - Die zentrale Botschaft des <a href="http://www.cluetrain.com/" target="_blank">cluetrain manifesto</a>, formuliert in den späten 90er Jahren, erscheint aktuell wie nie zuvor. Spätestens seit auch Unternehmen erkannt haben, dass Facebook oder Twitter nicht nur von technikaffinen Teenagern genutzt werden, sondern sich Menschen aller Altersgruppen online  - auch -  über Freud und Leid mit Produkten und Dienstleistungen ihres Alltags austauschen, wollen sie diese Plattformen für sich nutzen. Sie wollen an den Konversationen teilnehmen, für sie positive anstoßen und für sie negative ausbremsen. Social Media Marketing erscheint so aktuell als das Non-Plus-Ultra der Marktkommunikation, und damit selbst als Markt, um den unzählige Social Media BeraterInnen, Agenturen, Magazine, Weblogs und Bücher wetteifern. Allein in den letzten Monaten sind dutzende einschlägige Werke erschienen, die auch den Marketingdamen und –herren jener kleinen und mittleren Unternehmen, die das Web 2.0 bisher geflissentlich ignoriert hatten, den Einstieg in die Welt der Social Media erklären und ermöglichen sollen. Dabei bleibt, zumindest in den beiden Werken aus dem O'Reilly Verlag, die für diese Rezension herangezogen wurden, die Auseindersetzung mit Social Media in einer aus sozialwissenschaftlicher Sicht problematischen Weise oberflächlich, wie auch hinter den eigenen Ansprüchen zurück. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2461">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Axel Maireder</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2461"><img class="alignleft size-full wp-image-4974" title="Social-Web-Essay-Weinberg" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Social-Web-Essay-Weinberg.jpg" alt="" width="160" height="210" /></a>&#8220;Markets are conversation&#8221; &#8211; Die zentrale Botschaft des <a href="http://www.cluetrain.com/" target="_blank">cluetrain manifesto</a>, formuliert in den späten 90er Jahren, erscheint aktuell wie nie zuvor. Spätestens seit auch Unternehmen erkannt haben, dass Facebook oder Twitter nicht nur von technikaffinen Teenagern genutzt werden, sondern sich Menschen aller Altersgruppen online  &#8211; auch -  über Freud und Leid mit Produkten und Dienstleistungen ihres Alltags austauschen, wollen sie diese Plattformen für sich nutzen. Sie wollen an den Konversationen teilnehmen, für sie positive anstoßen und für sie negative ausbremsen. Social Media Marketing erscheint so aktuell als das Non-Plus-Ultra der Marktkommunikation, und damit selbst als Markt, um den unzählige Social Media BeraterInnen, Agenturen, Magazine, Weblogs und Bücher wetteifern. Allein in den letzten Monaten sind dutzende einschlägige Werke erschienen, die auch den Marketingdamen und –herren jener kleinen und mittleren Unternehmen, die das Web 2.0 bisher geflissentlich ignoriert hatten, den Einstieg in die Welt der Social Media erklären und ermöglichen sollen. Dabei bleibt, zumindest in den beiden Werken aus dem O&#8217;Reilly Verlag, die für diese Rezension herangezogen wurden, die Auseindersetzung mit Social Media in einer aus sozialwissenschaftlicher Sicht problematischen Weise oberflächlich, wie auch hinter den eigenen Ansprüchen zurück.</p>
<p>So ist Social Media Marketing für Tamara Weinberg zwar nicht nur ein &#8220;Schlagwort&#8221;, sondern eine neue &#8220;Lebensweise und Überlebensstrategie&#8221; (15), die vor allem auf gegenseitiger Kommunikation – Konversation &#8211; mit den KundInnen besteht. Durch den impliziten Technikdeterminismus, der sich durch beide Bücher zieht, werden sie dieser Sichtweise jedoch kaum gerecht. Denn es sind zu allererst die Beschreibungen der technischen Werkzeuge, deren Funktionsweisen und kommunikativen Potentiale, die die Textstruktur prägen und auf denen die Argumentation aufbaut. Die Diskussion der neuen &#8220;Lebensweise&#8221;, nennen wir es besser &#8220;unternehmerische Kommunikationskultur&#8221;, bleibt zurück. Sie wird bei Weinberg nur dann – und zumeist sehr knapp &#8211; aufgegriffen, wenn es die auf konkrete Werkzeuge bezogenen Handlungsanweisungen gerade verlangen. Zarella verzichtet auf eine solche Diskussion vollends.</p>
<p>Die beiden AutorInnen sind mit ihrer Konzentration auf Technik und technikbezogener Praxis nicht alleine. Auch ein Gutteil der einschlägigen Blogs zum Thema widmet sich zwar eingehend jeder noch so kleinen technischen Neuerung der Social Web Applikationen und publiziert stets neue Listen mit konkreten Handungsanweisungen zur Optimierung bestimmter Kennzahlen, z. B. der Zahl der Follower bei Twitter, setzt sich mit den grundsätzlichen Fragen nach der Beschaffenheit des Kommunikationsraumes jedoch kaum auseinander. Durch die Strukturierung der beiden Bücher und vieler Blogs nach einzelnen Social Media Anwendungen ergeben sich zwei weitere Probleme: Zum einen wird der Umstand ignoriert, dass Konversationen im Netz häufig kanalübergreifend stattfinden, also beispielsweise Facebook, Youtube und eine Unternehmenswebsite durch die Relationen zwischen Kommunikationselementen in ein und denselben Konversationsstrang miteinbezogen werden. Zum anderen wird die Chance vergeben, sich mit Aspekten der Kommunikationskultur im Social Web in einer Perspektive auseinanderzusetzen, die über die einzelnen Plattformen hinausgeht.</p>
<p><strong>Bedürfnisse erkennen?</strong></p>
<p>So mangelt es an einer Auseinandersetzung mit der Praxis der Kommunikation in Social Media und deren Hintergründen, sowohl auf KundInnen- als auch Unternehmensseite. Die Motive der NutzerInnen für die Nutzung von Social Media, die Bedürfnisse die sie durch die Nutzung von Social Media – um mit &#8220;Uses and Gratifications&#8221; zu argumentieren – zu befriedigen suchen, werden kaum erörtert. Dies erscheint verwunderlich, zielt doch Marketing klassischerweise darauf ab, Bedürfnisse zu schaffen und auf Angebote für die Befriedigung dieser Bedürfnisse hinzuweisen. Wollen Unternehmen mit ihren Botschaften von den potentiellen KundInnen über Social Media wahrgenommen werden, erscheint eine Auseinandersetzung mit diesen Hintergründen für die Nutzung der Kommunikationsräume und den kommunikativen Dynamiken die daraus resultieren, notwendig.</p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2461 "><img class="alignleft size-full wp-image-4977" title="Social-Web-Essay-Zarella" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/Social-Web-Essay-Zarella.jpg" alt="" width="160" height="119" /></a>So wäre es für die Planung der Kommunikationsstrategie eines Unternehmens in Social Network Services (SNS) beispielsweise lohnend, auf einem Verständnis für die Handlungen der NutzerInnen im Kontext ihrer Selbstrepräsentationsarbeit aufzubauen. Denn Menschen müssen sich mit Unternehmen und deren Nachrichten in der einen oder anderen Form identifizieren können, um mit diesem in einer konstruktiven Art und Weise zu kommunizieren. Eine solche Auseinandersetzung zöge freilich tiefgreifendere, aber unter Umständen gewinnbringendere Fragen über die Rolle eines Unternehmens in diesen Kommunikationsräumen nach sich als die klassischen nach der möglichst breiten Diffusion von Markenimage und Produktinformation. Zum Beispiel jene nach einer Strategie, durch die Unternehmen Bedeutung für diese Selbstrepräsentation von Individuen erlangen können. Schaffen Unternehmen dies, dann – und wohl nur dann – könnten sich jene &#8220;echten Beziehungen&#8221; zwischen KundInnen und Unternehmen entwickeln, von denen unter anderem Weinberg gerne spricht.</p>
<p><strong>Konversationen führen?</strong></p>
<p>Genau diese Beziehungen, und die vielbeschworenen Konversationen auf denen sie beruhen, werden trotz ihrer laufenden Betonung nur sehr spärlich thematisiert. Dies wäre jedoch notwendig, denn tatsächlich kommen Konversationen als &#8216;gepflegte Unterhaltungen auf Augenhöhe&#8217; zwischen einer zumeist als Kollektiv auftretenden Firma und den Individuen, die für diese in erster Linie einen Absatzmarkt darstellen,  nur sehr schwierig zustande. Hier besteht ein für Konversationen ungeeignetes kommunikatives Ungleichgewicht, dessen Auflösung in der Logik der Social Media zwar wünschenwert, aber kaum möglich erscheint. Der Vorschlag Weinbergs (und anderer), als &#8220;Community Manager&#8221; einer Firma ein persönliches Profil zu entwickeln, um zumindest ein unpersönliches Auftreten zu vermeiden, ist sicherlich hilfreich.</p>
<p>Damit KundInnen jedoch tatsächlich eine konstruktive Beziehung zu einer Firma, beziehungweise der Person die diese repräsentiert, aufbauen, ist es notwendig für die KundInnen von Bedeutung zu sein: von Bedeutung für das tägliche, persönliche Leben und Erleben in der Konsumgesellschaft und dadurch von Bedeutung für die Kommunikation über dieses Leben. So – und nur so -  können Unternehmen nachhaltig Teil jener Konversationen werden, die tagtäglich über Facebook, Twitter und andere Plattformen geführt werden.</p>
<p>An Beispielen von Unternehmen, die dies geschafft haben, mangelt es in den beiden Werken jedenfalls nicht. Woran es aber leider mangelt sind einerseits Details in den Beschreibungen dieser Beispiele, die es anderen Unternehmen ermöglichen würden aus den Erfahrungen der Vorreiter zu lernen. Andererseits &#8211; und vor allem &#8211; fehlt es an einer fallübergreifenden Analyse bzw. einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit der Form der Kommunikation, die es einem Unternehmen eben ermöglicht an den relevanten Konversationen teilzuhaben. Wiederum ist es der Fokus auf die einzelnen Werkzeuge, mit dem sich die AutorInnen die Möglichkeit nehmen, Zusammenhänge und Strategien zu beschreiben, die über die praktische Anwendung spezifischer Technik hinausgehen.</p>
<p><strong>Eine neue Kommunikationskultur?</strong></p>
<p>&#8220;Zu viele Marketingexperten sehen Social Media&#8221;, wie Weinberg schreibt, &#8220;nur als Mittel zum Zweck&#8221; (63) &#8211; die beiden Werke sind dabei jedoch kaum eine Ausnahme. Denn obwohl sowohl Zarella wie &#8211; deutlich umfassender &#8211; Weinberg auch auf Gesamtstrategien eingehen, bleibt der Blick auf die Zusammenführung von Einzelaktivitäten vor dem Hintergrund konkreter Erfolgsmessungen im Sinne eines &#8220;Return on Investment&#8221; beschränkt. Genau diese auf kurzfristige, messbare Ziele verengte Perspektive ist es jedoch, die der durch Social Media notwendig gewordenen aber nur langsam voranschreitenden Veränderung unternehmerischer Kommunikationskultur entgegensteht. Denn mit KundInnen auf Basis von Konversationen in eine neue Form von Beziehung zu treten die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruht, fordert Kernelemente der Unternehmensorganisation wie Hierarchien, Bürokratien und die damit verknüpften klassischen Einweg-Kommunikationsstrategien in einem hohen Maße heraus. Zwar weist Weinberg in ihrem Buch gleich zu Beginn darauf hin, dass Unternehmen lernen müssen mit dem Kontrollverlust über ihre Botschaften umzugehen. Die Frage, wie Unternehmen mit dieser voranschreitenden Verschiebung kommunikativer Macht hin zu den KonsumentInnen und der damit einhergehenden Veränderung ihrer Rolle im Rahmen des Gesamtzusammenhangs der Marktkommunikation umgehen lernen können, bleibt jedoch unbearbeitet.</p>
<p>Weinbergs und Zarellas Bücher zu Social Media Marketing erscheinen als passende Einführungen in die Werkzeuge als auch Best-Worst-Practice Sammlungen, wobei Weinberg im Gegensatz zu Zarella zumindest im konkreten Anwendungsbereich Analysen und weiterführende Gedanken anbietet. Die Chancen, Risiken und Herausforderungen, die auf Unternehmen durch die notwendig erscheinende Entwicklung einer neuen integrierten und diversifizierten Kultur der Unternehmenskommunikation zukommen, lassen sie aber bestenfalls erahnen.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.oreilly.de/catalog/newcommrulesger/#" target="_blank">Verlagsinformationen zu &#8220;Social Media Marketing&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.oreilly.de/catalog/socmedmarkger/#" target="_blank">Verlagsinformationen zu &#8220;Das Social Media Marketing Buch&#8221; </a></li>
<li><a href="http://www.tamarweinberg.com/" target="_blank">Private Homepage von Tamar Weinberg</a></li>
<li><a href="http://danzarrella.com/" target="_blank">Private Homepage von Dan Zarella</a></li>
<li><a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/" target="_blank">Webpräsenz von Axel Maireder an der Universität Wien</a></li>
</ul>
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		<title>Anja Johanning: Kompetenzentwicklung im Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 09:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Matthias Berg</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1612/"><img class="alignleft size-full wp-image-2531" title="Johanning2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Johanning20091.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Mit <em>Kompetenzentwicklung im Internet</em> präsentiert Anja Johanning die Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes, in dem sie sich mit organisationsübergreifenden<em> Online-Communities of Practice</em> auseinandergesetzt hat. Diese werden definiert als "informelle, berufsbezogene Personengruppen, die ein gemeinsames Anliegen in Form von ähnlichen Problemstellungen oder einer gemeinsamen Leidenschaft für spezifische Themen aus dem Arbeitsalltag teilen" und sich darüber im Internet austauschen (83). Ziel der Studie ist die Klärung der übergeordneten Forschungsfrage nach der Rolle, die eben jene internetbasierten Praxisgemeinschaften bei der Entwicklung individueller Kompetenzen ihrer Mitglieder einnehmen. Dieser Zielsetzung geht Johanning mittels einer im Mehrmethodendesign angelegten Fallstudie zu <a href="http://www.sekretaria.de/" target="_blank"><em>sekretaria.de</em></a>, einem Internetforum (überwiegend) für Sekretärinnen, nach. Dabei nimmt sie eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive ein, die sie um Ansätze aus den Bereichen der Tätigkeitspsychologie und (Berufs-)Pädagogik erweitert. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1612">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Matthias Berg</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1612/"><img class="alignleft size-full wp-image-2531" title="Johanning2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Johanning20091.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Mit <em>Kompetenzentwicklung im Internet</em> präsentiert Anja Johanning die Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes, in dem sie sich mit organisationsübergreifenden<em> Online-Communities of Practice</em> auseinandergesetzt hat. Diese werden definiert als &#8220;informelle, berufsbezogene Personengruppen, die ein gemeinsames Anliegen in Form von ähnlichen Problemstellungen oder einer gemeinsamen Leidenschaft für spezifische Themen aus dem Arbeitsalltag teilen&#8221; und sich darüber im Internet austauschen (83). Ziel der Studie ist die Klärung der übergeordneten Forschungsfrage nach der Rolle, die eben jene internetbasierten Praxisgemeinschaften bei der Entwicklung individueller Kompetenzen ihrer Mitglieder einnehmen. Dieser Zielsetzung geht Johanning mittels einer im Mehrmethodendesign angelegten Fallstudie zu <a href="http://www.sekretaria.de/" target="_blank"><em>sekretaria.de</em></a>, einem Internetforum (überwiegend) für Sekretärinnen, nach. Dabei nimmt sie eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive ein, die sie um Ansätze aus den Bereichen der Tätigkeitspsychologie und (Berufs-)Pädagogik erweitert.</p>
<p>Nach einer einleitenden Hinführung zum Thema vertieft die Autorin im zweiten Teil der Arbeit die grundlegenden Konzepte <em>Kompetenz,</em> bzw. der Entwicklung selbiger in Lernprozessen, und <em>Community of Practice</em> sowie deren (kommunikative) Eigenschaften in ihrer Erscheinungsform als Online-Vergemeinschaftung. So sind unter Kompetenzen &#8220;Selbstorganisationsdispositionen&#8221; zu fassen (26), deren personale, methodisch-fachliche und sozial-kommunikative Ausprägungen bezogen auf individuelle Handlungskontexte betrachtet werden sollen (vgl. 44f.).</p>
<p>Den Kern der Publikation bildet die Darstellung der empirischen Arbeit. Ausgiebig legt Johanning dabei ihr Untersuchungsdesign und das methodische Vorgehen dar, angefangen bei einer strukturierten Erhebung von 59 organisationsübergreifenden Online-Communities of Practice (vgl. Kapitel 12), aus denen sich <em>sekretaria.de</em> auf nachvollziehbare Art und Weise als &#8220;idealtypisches&#8221; Fallbeispiel (164) herauskristallisiert – unter anderem wegen der Berufsgruppenspezifik und des dort aktiv stattfindenden Austauschs mittels asynchroner Forums-Kommunikation. Im nächsten Schritt erschließt Johanning den groben Rahmen der Angebotsstruktur von <em>sekretaria.de</em>, bevor sie sich einer Auswahl von Forums-Threads quantitativ inhaltsanalytisch widmet. Das zentrale Moment bilden aber 13 problemzentrierte und leitfadengestützte Telefoninterviews mit Nutzerinnen der Plattform, die vor allem Gründe für die Zuwendung sowie Aspekte längerfristiger Effekte auf die individuelle Kompetenzentwicklung der Befragten thematisieren.</p>
<p>Als Gründe für die Zuwendung zu <em>sekretaria.de</em> werden unter anderem die Suche nach Unterstützung bei nicht selbstständig lösbaren Problemen im Arbeitsalltag, aber auch private Anliegen herausgearbeitet (vgl. 212ff.), solange die Thematiken als nicht zu vertraulich empfunden werden (vgl. 216ff.). Abschließend stellt Johanning heraus, dass <em>sekretaria.de</em> als Online-Community of Practice von den Nutzerinnen vor allem für die Entwicklung von personalen (z. B. mit Unsicherheiten umgehen, berufliche Reflexion, Selbstbestätigung) und fachlich-methodischen (z. B. optimiertes Fachwissen, Situationsbeurteilung, Aktualität) Kompetenzen und wegen der  Möglichkeit individuellen Kompetenzmanagements geschätzt wird (vgl. 255ff.). Leider vergisst die Autorin über die sehr detaillierte, aber auch recht fragmentarisch anmutende Darstellung ihrer Ergebnisse, die in ein uses &amp; gratification-orientiertes Kommunikationsprozessmodell münden (vgl. 270), die Gewichtung selbiger. Eine reflektierende Abschlussdiskussion mit Rückbezug auf den sorgfältig konstruierten Theorieteil bleibt sie dem Leser schuldig.</p>
<p>Insgesamt besteht der Hauptverdienst der vorliegenden Publikation einerseits in der Aufbereitung eines pädagogisch fundierten Kompetenzkonzeptes – das nicht einfach bei einer verkürzten Medienkompetenz-Diskussion stehen bleibt – und andererseits in dessen kommunikationswissenschaftlicher Operationalisierung im Rahmen einer soliden Empiriearbeit, auch wenn sich hierbei einige Unsauberkeiten ergeben. So stellt sich die Frage nach der Tragfähigkeit einer strikten Unterteilung von Nutzungssituationen in &#8220;Instrumentelle&#8221; und &#8220;Ritualisierte Zuwendung&#8221; (212f. und passim; vgl. hierzu Schweiger 2007: 108) oder des Bezugs auf die Zahl von über 20.000 Mitgliedern (i. e. registrierte User), für die die Community etwas pauschal &#8220;ein integraler Bestandteil des privaten und beruflichen Alltags&#8221; sei (192). Abschließend bilanziert Johanning aber korrekt den kommunikativen Wandel im Rahmen der Web 2.0-Diskussion, wobei sie mit ihrer Untersuchung durchaus zeigen kann, dass das Web auch vor O’Reilly schon &#8216;social&#8217; war (vgl. hierzu auch Schmidt 2009).</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li>Schmidt, J.: <em>Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0</em>. Konstanz [UVK] 2009.</li>
<li>Schweiger, W.: <em>Theorien der Mediennutzung. Eine Einführung.</em> Wiesbaden [VS] 2007.</li>
</ul>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/trefferListe.aspx?action=author&amp;author=10334" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://ifbm.fernuni-hagen.de/lehrgebiete/embifo/team/dr-anja-johanning" target="_blank">Webpräsenz von Anja Johanning an der Fernuniversität Hagen</a></li>
<li><a href="http://www.imki.uni-bremen.de/deutsch/mitglieder/alphabetische-liste.html?tx_jshuniversity_pi2[showUid]=493&amp;cHash=d3625213dc" target="_blank">Webpräsenz von Matthias Berg an der Universität Bremen</a></li>
</ul>
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		<title>Jan Schmidt: Das neue Netz</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1424</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 22:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Wolfgang Schweiger</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1957" title="schmidt2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg" alt="" width="160" height="239" /></a>Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik "UVK – Die Besten" steht im Bereich "Kommunikationswissenschaft" das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker "Massenmedien in Deutschland" auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem 'Longrunner' wie die "Massenmedien", dennoch ist an dem Vergleich etwas dran. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1424">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Wolfgang Schweiger</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1957" title="schmidt2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg" alt="" width="160" height="239" /></a>Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik &#8220;UVK – Die Besten&#8221; steht im Bereich &#8220;Kommunikationswissenschaft&#8221; das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker &#8220;<a href="http://uvk.de/buch.asp?ISBN=9783896694201&amp;WKorbUID=12984503&amp;TITZIF=1505&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Massenmedien in Deutschland</a>&#8221; auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem &#8216;Longrunner&#8217; wie die &#8220;Massenmedien&#8221;, dennoch ist an dem Vergleich etwas dran.</p>
<p>Denn Schmidt bringt – dem Journalisten und früheren DJV-Vorsitzenden Meyn ähnlich – eine wesentliche Voraussetzung für einen solchen Band mit: Er ist nicht nur Kommunikationswissenschaftler und gelernter Soziologe, sondern selbst aktiv im Social Web. Seit Jahren führt er den Blog &#8220;<a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">schmidtmitdete.de</a>&#8220;, wo er sich selbst ironisch als &#8220;hard bloggin&#8217; scientist&#8221; bezeichnet. Entsprechend beginnt das Fazit des Buches zunächst im Twitter-Stil (maximal 140 Zeichen pro Spiegelstrich). Und natürlich gibt es auch einen Blog zum Buch: <a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank">www.dasneuenetz.de</a>. Dort findet man neben persönlichen Bemerkungen und einer so genannten <a href="http://www.dasneuenetz.de/bibliographie" target="_blank">Urlographie</a> mit allen Links auch <a href="http://www.dasneuenetz.de/rezensionen" target="_blank">Rezensionen</a> und Leserreaktionen. Und wie es in der wissenschaftlichen Community so ist, halten sich die Leser weitgehend mit Reaktionen zurück. An dieser Kultur des &#8220;Lieber-Nicht-Diskurses&#8221; jenseits lebenslaufrelevanter Publikationen und jenseits der Biertische an langen Tagungsabenden ändert auch ein Blog als neuer Medienkanal nur wenig.</p>
<p>Damit bin ich beim Inhalt des Buches angelangt, denn genau dies ist eine der zentralen Aussagen: Nicht technische Eigenschaften allein entscheiden darüber, welche Praktiken sich im Umgang mit neuen Medien herausbilden, sondern auch soziale und wirtschaftliche Beziehungen und Verwendungsregeln (47ff.). Nun ist diese Erkenntnis nicht neu – seit vielen Jahren schütteln Sozialwissenschaftler den Kopf über den so genannten Technikdeterminismus, d.h. die naive Annahme mancher Technikentwickler und Ökonomen, neue Techniken würden automatisch neue Nutzerbedürfnisse erzeugen und eine erhöhte Nachfrage hervorrufen. Dennoch ist es immer wieder wichtig, auf die Verschränkungen zwischen technischen und soziokulturellen Rahmenbedingungen und individuellen Gewohnheiten hinzuweisen und diese anhand konkreter Medienbeispiele zu illustrieren. Dies tut das Buch auf vorbildliche Weise.</p>
<p>Ein weiteres Plus: Als halbwegs Internet-sattelfester Leser – als Einstieg in die Materie setzt der Band zu viel voraus – bekommt man einen lesbaren und kurzweiligen Überblick über Techniken, Angebote, Nutzungsroutinen, soziale Zusammenhänge und aktuelle Debatten im und über das Social Web. Apropos Social Web: Während im Untertitel des Bandes vom &#8220;Web 2.0&#8243; die Rede ist (eine Verlagsentscheidung?), entledigt sich Schmidt nach einem kurzen geschichtlichen Abriss recht früh (21) dieses Marketing-Terminus, der obendrein eine Revolution suggeriert – von Version 1.0 zu 2.0 –, die es so nicht gibt. Stattdessen spricht er nur noch vom Social Web.</p>
<p>So informativ, kurzweilig und kompetent das Buch insgesamt ist, aus wissenschaftlich-akademischer Sicht überzeugt es nur teilweise: Schmidt entwickelt in Kapitel drei einen durchaus überzeugenden theoretischen Rahmen zur allgemeinen &#8220;Analyse von Nutzungspraktiken&#8221;. Dieser besagt im Kern, dass sich längerfristige Nutzungspraktiken aus sich wiederholenden Episoden herausbilden, die sich wiederum vom spezifischen Code einer Medienanwendung, den technischen und sozialen Relationen und dauerhaften Verwendungsregeln dieses Mediums ergeben. Der Autor spricht in Anlehnung an Goffman und – diesem folgend – Höflich von einer Rahmung. Ähnliche Ansätze haben auch Hasebrink und der Rezensent vorgelegt. Das Modell wird in diesem Kapitel überzeugend erläutert und durchdekliniert und findet damit sicherlich Beachtung im Fach. Gut gefällt mir auch die Systematik des nachfolgenden Kapitels vier, wo sämtliche Social-Web-Praktiken auf drei zentrale Handlungskomponenten bzw. Funktionen zurückgeführt werden: Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement. Allerdings sollte man diese Liste um ein Unterhaltungsmanagement ergänzen – und ist damit wieder in der klassischen Motiveinteilung des Uses-and-Gratifications-Ansatzes.</p>
<p>Leider werden die beiden genannten Systematiken kaum miteinander verknüpft; man könnte zum Beispiel die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den drei Handlungskomponenten hinsichtlich der Entstehung von Nutzungspraktiken diskutieren. Vor allem aber – und das ist meine einzige gravierende Kritik an dem Band – greift Schmidt die Ideen des &#8216;Theorieteils&#8217; in den nachfolgenden Kapiteln nur noch sporadisch und ein wenig lustlos in den jeweiligen Fazits auf. Zur Gliederung – oder besser: Rahmung – der weiteren Darstellung dienen sie nicht. So wirken die drei letzten Kapitel, in denen es um Phänomene persönlicher Öffentlichkeiten und der Privatsphäre im Social Web geht (Kapitel fünf), um die &#8220;Erweiterung professionell hergestellter Öffentlichkeiten&#8221; (fokussiert auf Journalismus und politische Kommunikation; Kapitel sechs) und um den &#8220;Umgang mit Informationen und Wissen&#8221; (am Beispiel von Social Tagging und Wikipedia; Kapitel sieben), etwas beliebig zusammengestellt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch hier trägt Schmidt eine Fülle eigener und fremder empirischer Befunde zusammen, diskutiert sie kompetent und zeichnet so ein durchgehend plastisches Bild des jeweiligen Themengebiets.</p>
<p>Fazit: Schmidt ist einer der wenigen Soziologen bzw. Kommunikationswissenschaftler, die das Social Web nicht nur vollständig kennen, verstehen und mit Begeisterung nutzen, er analysiert es auch nüchtern und weitgehend objektiv. &#8220;Das neue Netz&#8221; ist gegenwärtig sicherlich die beste Publikation zum derzeitigen Modethema, auch wenn das Buch eher deskriptiv und erklärend geraten ist. Aus wissenschaftlicher Sicht steht zu hoffen, dass Schmidt sein Potenzial nutzt und bald einen in sich schlüssigeren theoretisch-empirischen Buchbeitrag vorlegt – zuzutrauen ist es ihm.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641463&amp;WKorbUID=267828&amp;TITZIF=2268&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank">Weblog zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/mitarbeiter/dr-jan-hinrik-schmidt" target="_blank">Webpräsenz von Jan Schmidt am Hans-Bredow-Institut</a></li>
<li><a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">Persönliches Weblog von Jan Schmidt</a></li>
<li><a href="http://www.tu-ilmenau.de/fakmn/Wolfgang-Schweiger.9966.0.html?&amp;L=0" target="_blank">Webpräsenz von Wolfgang Schweiger an der TU Ilmenau</a></li>
<li><a href="http://www.wolfgang-schweiger.de/" target="_blank">Persönliche Homepage von Wolfgang Schweiger</a></li>
</ul>
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		<title>Stephan Ruß-Mohl: Kreative Zerstörung</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1416</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 22:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Stephan Weichert</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1770" title="ruß-mohl2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/ruß-mohl2009.jpg" alt="ruß-mohl2009" width="160" height="258" />Der quälende Erosionsprozess der US-amerikanischen Zeitungsindustrie – und mit ihm die Aushöhlung des hergebrachten Qualitätsjournalismus – ist längst ein offenes Geheimnis: Kaum eine Woche vergeht, an dem keine Hiobsbotschaft von Verlagsinsolvenzen, Redaktions- zusammenlegungen oder Massen- entlassungen durch die angefressene Medienbranche wabert. Der Zustand der Presse ist in den USA, anders als in Europa, schon derart verhängnisvoll, dass dort Kampfbegriffe wie "Newspaper Endgame", "The Vanishing Newspaper" und "The End of Journalism" zu geflügelten Worten wurden. Ein Blog mit dem zynisch klingenden Namen "Newspaper Death Watch" ("Totenwache Zeitung") listete Anfang Dezember 2009 elf Tageszeitungen in amerikanischen Ballungsgebieten, die binnen zweieinhalb Jahren verschwunden sind. Betreiber des Blogs ist der Ex-Journalist Paul Gillian, der sich – wie viele andere Millionen Amerikaner – darum sorgt, wie sich das Siechtum der Zeitungen langfristig auf das Journalistenhandwerk und somit auf die amerikanische Gesellschaftsordnung auswirkt. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1416">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Stephan Weichert</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1770" title="ruß-mohl2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/ruß-mohl2009.jpg" alt="ruß-mohl2009" width="160" height="258" />Der quälende Erosionsprozess der US-amerikanischen Zeitungsindustrie – und mit ihm die Aushöhlung des hergebrachten Qualitätsjournalismus – ist längst ein offenes Geheimnis: Kaum eine Woche vergeht, an dem keine Hiobsbotschaft von Verlagsinsolvenzen, Redaktions- zusammenlegungen oder Massen- entlassungen durch die angefressene Medienbranche wabert. Der Zustand der Presse ist in den USA, anders als in Europa, schon derart verhängnisvoll, dass dort Kampfbegriffe wie &#8220;Newspaper Endgame&#8221;, &#8220;The Vanishing Newspaper&#8221; und &#8220;The End of Journalism&#8221; zu geflügelten Worten wurden. Ein Blog mit dem zynisch klingenden Namen &#8220;<a href="http://www.newspaperdeathwatch.com/" target="_blank">Newspaper Death Watch</a>&#8221; (&#8220;Totenwache Zeitung&#8221;) listete Anfang Dezember 2009 elf Tageszeitungen in amerikanischen Ballungsgebieten, die binnen zweieinhalb Jahren verschwunden sind. Betreiber des Blogs ist der Ex-Journalist Paul Gillian, der sich – wie viele andere Millionen Amerikaner – darum sorgt, wie sich das Siechtum der Zeitungen langfristig auf das Journalistenhandwerk und somit auf die amerikanische Gesellschaftsordnung auswirkt.</p>
<p>Die wachsende Unsicherheit ob des zerstörerischen Potenzials der Struktur- und Medienkrise in den USA und der möglichen Rückkoppelungseffekte auf die europäischen Zeitungsmärkte, deren untrügerische Vorboten hier schon seit einiger Zeit zu spüren sind, lässt inzwischen auch deutsche Journalisten, Verlagsmanager und Medienexperten aufmerken. Anlass genug für den in der Schweiz lehrenden Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl, jetzt ein Buch zu veröffentlichen, das bei keinem Zeitungsliebhaber unter dem Kopfkissen fehlen darf – an dieser Stelle allerdings, das sei vorweggenommen, für Alpträume sorgen kann. Denn der Beipackzettel, den Ruß-Mohl hier implizit mitliefert, hat sich gewaschen: Obwohl er den amerikanischen Zeitungsmarkt unter die Lupe nimmt, hat er nach eigener Aussage das Buch geschrieben, &#8220;um besser einschätzen zu können, was auf uns in Deutschland, in der Schweiz, in Europa zukommt – und wie wir trotz alledem vielleicht den Qualitätsjournalismus retten können.&#8221;</p>
<p>So ist der beinahe romantisch anmutende Buchtitel &#8220;Kreative Zerstörung&#8221; dem Ökonomen Joseph Schumpeter entlehnt, der Ruß-Mohls jahrelange Forschungen im Grenzbereich zwischen Journalistik und Ökonomie inspiriert hat. Schumpeter habe, sagt Ruß-Mohl, &#8220;wohl als Erster begriffen, dass die Umwälzungen des Kapitalismus sowohl destruktiv als auch schöpferisch sind&#8221;, sprich: Zerstörung ist notwendig, damit eine Neuordnung überhaupt stattfinden kann. Um dieser (R)evolution im Journalismus nachzuspüren, ist der Professor an der Università della Svizzera italiana eigens von Lugano mitten in das Silicon Valley gereist, um sich höchstselbst von der Ausgeburt jener Zerstörung zu überzeugen, die im Schumpeter&#8217;schen Sinne zugleich Funke schöpferischer Wiedergeburt sein soll. Die unheilvollen Umbrüche während eines mehrwöchigen Forschungsaufenthalts an der renommierten Stanford University im Sommer 2008 und zuvor an der University of Oregon sozusagen am lebenden Objekt zu untersuchen (der Autor besuchte auf seinen Reisen neben einer Reihe von Zeitungsexperten auch die Redaktionen namhafter Prestige-Blätter, darunter &#8220;<a href="http://www.latimes.com/" target="_blank">Los Angeles Times</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.paloaltoonline.com/" target="_blank">Palo Alto Weekly</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.washingtonpost.com/" target="_blank">Washington Post</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.sfgate.com/" target="_blank">San Francisco Chronicle</a>&#8220;) und der Gedanke, wie es weiter gehen könnte, hätten ihn regelrecht &#8220;fasziniert&#8221;.</p>
<p>Vielleicht ist es genau diese Faszination, die das Buch in all seinen Facetten, Argumentationsketten und Katastrophenschauplätzen so lesenswert macht: eine Art Medienwissenschafts-Thriller für starke Nerven und mit ungewissem Ausgang. Auch wenn Ruß-Mohl natürlich nicht <em>das</em> heiß ersehnte Business-Modell für die Verlagsbranche liefern kann, ist das Buch mehr als eine aufmerksame Zustandsbeschreibung: Wer die aufschlussreichen Case-Studies und Analysen darin sorgsam durcharbeitet oder sagen wir passender: den Cliffhangern zum Ende der jeweiligen Kapitel entgegenfiebert, dessen Neugierde wird auf das, was da im Auge des Taifuns womöglich noch entstehen wird, nicht enttäuscht. Ruß-Mohl streut allenthalben Worst- und Best-Practice-Modelle ein, 37 Abbildungen und zahlreiche Erklärkästen illustrieren wichtige ökonomische Trends und journalistische Fallbeispiele. Vor allem aber lebt das Werk von den Statements der für das Buch befragten Experten, unter anderem Tom Rosenstiel (<a href="http://www.journalism.org/" target="_blank">Project for Excellence in Journalism</a>), Geneva Overholser und Phil Seib (<a href="http://annenberg.usc.edu/" target="_blank">Annenberg School for Communication, University of Southern California</a>), Jonathan Landman (&#8220;<a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a>&#8220;) und Michael Getler (<a href="http://www.pbs.org/" target="_blank">PBS</a>, ehem. &#8220;<a href="http://www.washingtonpost.com/" target="_blank">Washington Post</a>&#8220;).</p>
<p>Fürderhin ist die Publikation – nach amerikanischem Vorbild – ein Zwitter zwischen Wissenschaft und populärem Sachbuch, wie man sie im deutschsprachigen Raum glücklicherweise immer häufiger findet, auch wenn die beinharte Kommunikationswissenschaft solcherlei &#8220;Grenzwissenschaft&#8221; argwöhnisch betrachtet – teils aus mangelnder Leidenschaft für den Beruf, teils aus Standesdünkel. Dennoch ist die Methodik des Autors lupenrein, wenngleich er die fehlende &#8220;Angemessenheit bestimmter Forschungstechniken&#8221; innerhalb der Kommunikationsforschung gleich zu Anfang moniert (36) – und bitter konstatiert: &#8220;Dieses Manko lässt sich nicht beseitigen.&#8221; Gleichwohl betrachtet er genau dies als Herausforderung, &#8220;verschiedene methodische Ansätze in kreativer Weise zu verbinden und weiterzuentwickeln&#8221;. Und das versucht Ruß-Mohl, indem er interdisziplinäre Brücken zur Ökonomie baut, empirisch-analytische Herangehensweisen und journalistische Recherchetechniken mit einem Crowdsourcing unter Medienexperten kombiniert und alles in allem – wie er schreibt – der &#8220;Journalistik neue Ziele&#8221; setzen will: Diese solle sich &#8220;zur Speerspitze einer Bewegung machen, die den Status quo einer kommunikationsunfähigen und damit auch in ihrer Wirkungsmacht beeinträchtigten Disziplin überwindet, indem sie mit journalistischen Mitteln Erkenntnisstand, -prozesse und -probleme vermittelt&#8221; (36f.).</p>
<p>Es sind zweifellos zu viele, um sie an dieser Stelle alle wiederzugeben, aber zu den gravierenden Neuerungen der Internet-Revolution, die Ruß-Mohl zufolge den Niedergang der Zeitungen nachhaltig beeinflusst und letztlich deren Neuerfindung bedeutet, gehören vor allem das Web 2.0 und seine neuen Akteure, also Blogger, Mitglieder in Social Networks und Bürgerjournalisten. Sie verändern das bisherige Medienangebot von Grund auf: durch Nischenangebote, alternative Geschäftsmodelle und neue Nutzungs-Cluster, aber auch die Vermischung von PR-Interessen und journalistischen Inhalten. Seiner Argumentationslinie folgend plädiert Ruß-Mohl am Ende des Buches konsequent für Bezahlinhalte im Internet: einerseits um die hemmungslose Selbstbedienungs-Mentalität einzudämmen, andererseits um die massenhafte Meinungsfreude der Laien im Netz noch von jener der professionellen Medienarbeiter unterscheidbar zu halten – und den Fortbestand Letzterer zu sichern. Diese muss der Leser sich aber künftig nicht unbedingt in übermäßigen Dimensionierungen vorstellen. Der &#8220;dynamische Unternehmer&#8221; (256f.), ebenfalls ein Wort aus der Theorieapotheke Schumpeters, beschreibt vielmehr einen Typus Journalist, der nicht nur thematisch flexibel denkt und vielseitig ist, sondern auch bereit ist, seine ökonomische Existenz in die eigene Hand zu nehmen. Und wahrscheinlich ist ebendies die wichtigste Botschaft, die uns ein Buch über den drohenden Kollaps des amerikanischen Qualitätsjournalismus mit auf den Weg geben will: Unser Schicksal ist heute gar nicht mehr von traditionellen Großverlagen und Medienunternehmen abhängig, sondern vom Erfindergeist und dem Experimentierwillen einzelner Journalisten.</p>
<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867640770" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.com.usi.ch/en/personal-info.htm?id=331" target="_blank">Webpräsenz von Stephan Ruß-Mohl an der Università della Svizzera italiana in Lugano</a></li>
<li><a href="http://www.macromedia-fachhochschule.de/hochschule/menschen/professoren/personendetails/detail/weichert.html" target="_blank">Webpräsenz von Stephan Weichert an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg</a></li>
</ul>
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		<title>Stephan Weichert; Christian Zabel (Hrsg.): Die Alpha-Journalisten 2.0</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/463</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/463#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 22:15:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Maja Malik</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1699" title="weichert&#38;zabel2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/weichertzabel2009.jpg" alt="weichert&#38;zabel2009" width="160" height="252" />Hinter manch einer Zeitung steckt bekanntlich ein kluger Kopf. Aber welche Köpfe stecken hinter den prominenten publizistischen Seiten im Internet - hinter Bildblog, Perlentaucher, netzpolitik.org, Zeit Online, sueddeutsche.de und tagesschau.de? Wer sind die Menschen, die die Öffentlichkeit im Netz an zentralen Stellen mitgestalten? Wie verstehen sie ihre Rollen und ihre Verantwortung? Wie entwickeln sie ihre Ideen? Und welche Prognosen geben sie über die Medienlandschaft der Zukunft ab? Der Band Die Alpha-Journalisten 2.0 versammelt die Porträts von 20 ausgewählten Online-Akteuren, die als erfolgreiche Blogger, Web-Kolumnisten, kreative Kleinunternehmer und Online-Chefs die Entwicklung der Netzpublizistik formen und reflektieren. In kurzen, sorgfältig formulierten Texten wird das Leben und Schaffen der Protagonisten vorgestellt. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/463">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Maja Malik</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1699" title="weichert&amp;zabel2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/weichertzabel2009.jpg" alt="weichert&amp;zabel2009" width="160" height="252" />Hinter manch einer Zeitung steckt bekanntlich ein kluger Kopf. Aber welche Köpfe stecken hinter den prominenten publizistischen Seiten im Internet &#8211; hinter <a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank">Bildblog</a>, <a href="http://www.perlentaucher.de/" target="_blank">Perlentaucher</a>, <a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank">netzpolitik.org</a>, <a href="http://www.zeit.de/" target="_blank">Zeit Online</a>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/" target="_blank">sueddeutsche.de</a> und <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank">tagesschau.de</a>? Wer sind die Menschen, die die Öffentlichkeit im Netz an zentralen Stellen mitgestalten? Wie verstehen sie ihre Rollen und ihre Verantwortung? Wie entwickeln sie ihre Ideen? Und welche Prognosen geben sie über die Medienlandschaft der Zukunft ab? Der Band <em>Die Alpha-Journalisten 2.0 </em>versammelt die Porträts von 20 ausgewählten Online-Akteuren, die als erfolgreiche Blogger, Web-Kolumnisten, kreative Kleinunternehmer und Online-Chefs die Entwicklung der Netzpublizistik formen und reflektieren. In kurzen, sorgfältig formulierten Texten wird das Leben und Schaffen der Protagonisten vorgestellt.</p>
<p>Durch die Auswahl der <em>Alpha-Journalisten 2.0</em> erfasst der Band viele Facetten der Onlinepublizistik. Da stehen einzelne, meinungsstarke Blogger wie Don Alphonso (alias Rainer Mayer) und Robert Basic neben &#8220;institutionellen&#8221; Bloggern wie Thomas Knüwer (<a href="http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/" target="_blank">Handelsblatt</a>) und Matthias Matussek (<a href="http://www.spiegel.de/thema/matusseks_kulturtipp/" target="_blank">Spiegel</a>) oder den Initiatoren von Themenblogs wie Stefan Niggemeier (<a href="http://www.bildblog.de/" target="_blank">Bildblog</a>) und Markus Beckedahl (<a href="http://www.netzpolitik.org/" target="_blank">netzpolitik.org</a>). Die alten Vordenker Florian Rötzer und Peter Glaser werden in dem Buch vereint mit jüngeren Autoren wie Holm Friebe und Mario Sixtus sowie den Online-Chefs der großen journalistischen Flagschiffe <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank">Tagesschau</a> (Jörg Sadrozinski), <a href="http://www.sueddeutsche.de/" target="_blank">Süddeutsche Zeitung</a> (Hans-Jürgen Jakobs), <a href="http://www.stern.de/" target="_blank">Stern</a> (Frank Thomsen), <a href="http://www.focus.de/" target="_blank">Focus</a> (Jochen Wegner), <a href="http://www.zeit.de/" target="_blank">Zeit</a> (Wolfgang Blau), <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank">Tagesspiegel</a> (Mercedes Bunz) und <a href="http://www.derwesten.de/" target="_blank">WAZ</a> (Katharina Borchert).</p>
<p>Eine solche Auswahl ist immer schwierig und angreifbar &#8211; daher verkneift sich die Rezensentin den Hinweis darauf, wer für ihre Top 20 der Leitfiguren der Netzöffentlichkeit gewählt werden müsste. Fraglich aber ist, ob außer Marketinggesichtspunkten noch etwas dafür spricht, die porträtierten Akteure der Internetöffentlichkeit unter dem Label des Journalismus zu versammeln. Um an den Erfolg des ersten Bandes der Herausgeber Stephan Weichert und Christian Zabel <em>Die Alpha-Journalisten. Deutschlands Wortführer im Porträt </em>(2007) anzuknüpfen, ist es sicherlich sinnvoll, nun die <em>Alpha-Journalisten 2.0 </em>folgen zu lassen. Doch sachlich sind die Porträtierten sehr unterschiedlich dem Journalismus verbunden. Netz-Aktivisten sind nicht immer Journalisten (zum Beispiel Holm Friebe) und Online-Journalisten sind nicht immer Personen, die durch ihre Position, ihre Meinungsstärke oder ihre Analysen als Leitfiguren der Netzpublizistik gelten können (zum Beispiel der porträtierte Reporter von <a href="http://www.spiegel.de" target="_blank">Spiegel Online</a>, Matthias Gebauer). Eine Begründung und Systematisierung der ausgewählten Personen würde dem Leser helfen, die Zielsetzung des Bandes besser nachzuvollziehen.</p>
<p>Die Porträts sind einfühlsam, persönlich und anregend formuliert von meist noch relativ jungen Autoren, die selbst als Journalisten den Umbruch der Publizistik durch das Internet miterleben. Die Texte beschreiben die Lebensläufe der Protagonisten, aber sie kommentieren auch, ordnen ein, beschreiben Begegnungen und persönliche Eindrücke. Sie sind interessant und unterhaltsam und daher sehr lesenswert.</p>
<p>Die einführenden Essays der Herausgeber sowie der <a href="http://www.mediummagazin.de/" target="_blank">Medium-Magazin</a>-Chefin Annette Milz und des freien Journalisten Thomas Schuler sind ebenfalls nach allen Regeln des journalistischen Handwerks verfasst und angenehm zu lesen (auch wenn das &#8220;starke Geschlecht&#8221; als Synonym für &#8220;Männer&#8221;  [32] doch nun wirklich überholt ist). Stephan Weichert und Christian Zabel beschreiben mit vielen Beispielen, vor allem aus den USA, das Verhältnis von &#8220;altem&#8221; und &#8220;neuem&#8221; Journalismus &#8211; eine Frage, die auch in den Porträts immer wieder aufgegriffen wird. Doch der Beitrag von Thomas Schuler über die Frage &#8220;Wie das Internet den Qualitätsjournalismus verändert&#8221; wirkt im Anschluss daran leider an vielen Stellen redundant. Und der Text von Annette Milz, der das &#8220;Selbstbild und die Arbeitsweisen junger Journalisten&#8221; beschreiben will, wärmt Gespräche mit acht &#8220;besonders qualifizierten Nachwuchsjournalisten&#8221; (47) wieder auf, die das <a href="http://www.mediummagazin.de/" target="_blank">Medium Magazin</a> 2008 führte. Er steht bestimmt nicht für den Durchschnitt der jungen Journalistengeneration und passt auch nicht ohne weiteres in die Thematik des Buches.</p>
<p>Insgesamt geben <em>Die Alpha-Journalisten 2.0 </em>einen unterhaltsamen Einblick in die Entwicklung der Publizistik im Internet. Eine Auswertung der verschiedenen Tätigkeiten und Selbstbilder der Protagonisten und ihrer verschiedenen Ansichten über die Zukunft des Journalismus hätte weiteren Erkenntnisgewinn liefern können. Ohne diese Systematik ist der Band kein wissenschaftliches, aber ein lesenswertes Buch.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.alpha-journalisten.de/" target="_blank">Website zum Buch</a></li>
<li><a href="http://egora.uni-muenster.de/ifk/personen/majamalik.shtml" target="_blank">Webpräsenz von Maja Malik an der Universität Münster</a></li>
</ul>
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		<title>Wissenschaftliches Publizieren im Online-Zeitalter</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 15:01:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der Redaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Autorschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Luhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Publizistik]]></category>
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		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
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		<description><![CDATA[<img class="aligncenter size-full wp-image-1603" title="bücher" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/bücher.jpg" alt="bücher" width="450" height="273" />Das Internet übt auf unsere Gesellschaft einen Einfluss aus, der weit über das bequeme Bestellen eines Buches oder das schnelle Sichten der Nachrichtenlage hinausgeht. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Feld bestimmen Computer und Internet in einem immer stärkeren Maße, wie wir unseren Alltag organisieren, mit anderen kommunizieren und zusammenarbeiten. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1595">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-1603" title="bücher" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/bücher.jpg" alt="bücher" width="450" height="273" />Das Internet übt auf unsere Gesellschaft einen Einfluss aus, der weit über das bequeme Bestellen eines Buches oder das schnelle Sichten der Nachrichtenlage hinausgeht. Sowohl im privaten als auch im beruflichen Feld bestimmen Computer und Internet in einem immer stärkeren Maße, wie wir unseren Alltag organisieren, mit anderen kommunizieren und zusammenarbeiten.</p>
<p>Das wissenschaftliche Arbeiten und Publizieren ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. Nicht nur ist es für viele Wissenschaftler heutzutage selbstverständlich, bei ihren Recherche- und Schreibarbeiten auf einen Computer und das Internet zurückzugreifen; auch ist es inzwischen insbesondere in den Naturwissenschaften immer öfter üblich, neueste Forschungsergebnisse online zu publizieren.</p>
<p>Dieser Umstand bringt auf der einen Seite eine Vielzahl von Möglichkeiten mit sich, die noch vor einer Forschergeneration nahezu undenkbar gewesen sind – man denke etwa an die Chance zu neuartigen Formen des kollaborativen Schreibens und Publizierens. Auf der anderen Seite stellt das Internet sowohl die Verlagsbranche als auch die wissenschaftlichen Akteure vor Herausforderungen, deren Ausmaße Herbert von Halem am vergangenen Montag auf der Premierenfeier von &#8220;r:k:m&#8221; im <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/index.html" target="_blank">Essener Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI)</a> mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierte.</p>
<p><em>Dass</em> das Internet einen Bedeutungswandel des wissenschaftlichen Arbeitens und Publizierens impliziert – darüber bestand zwischen den Diskutanten einhelliger Konsens. <em>Wie </em>sich dieser konkret auswirkt, wurde hingegen ebenso unterschiedlich beurteilt wie die Frage, in welcher Weise der Eintritt der digitalen Medien in das Feld der Wissenschaft insgesamt zu bewerten ist.</p>
<p><a href="http://www.uni-due.de/kowi/Eschbach.shtml" target="_blank">Achim Eschbach </a>(Professor für Semiotik an der Universität Duisburg-Essen) hob hervor, dass der Wissensspeicher des Internets besonders in Bezug auf Recherchearbeiten enorme zeitökonomische Vorteile mit sich bringe. Zugleich wies er darauf hin, dass die Wissenschaft auch im Internetzeitalter etablierte Qualitätsansprüche bewahren müsse. So sei es nach wie vor notwendig, klassische Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens an die Studierenden zu vermitteln.</p>
<p>Demgegenüber erörterte <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/profil-cleggewie.html" target="_blank">Claus Leggewie</a> (Direktor des KWI), inwieweit die im Online-Zeitalter weit verbreitete Erwartung, permanent erreichbar zu sein, die von Achim Eschbach aufgeführten zeitökonomischen Vorteile in vielerlei Hinsicht aufwögen. Gleichwohl äußerte Leggewie den Wunsch, dass das Internet nunmehr auch die geisteswissenschaftlichen Disziplinen dazu animieren würde, in ähnlicher Weise von den interaktiven Möglichkeiten des World Wide Web Gebrauch zu machen, wie es in weiten Teilen der Naturwissenschaften der Fall sei. Die etwa in der Chemie etablierte Gepflogenheit, neuere wissenschaftliche Erkenntnisse in Form eines Autorenkollektivs vorzustellen, sei deshalb auch in den Geisteswissenschaften zu begrüßen, weil sich durch sie zum Ausdruck bringen ließe, was in den Naturwissenschaften durch die Akzeptanz der Co-Autorschaft schon längst einen Gemeinplatz darstelle: dass Wissenschaft stets das Resultat einer Kommunikation zwischen Forschern ist.</p>
<p><a href="http://www.bildfaehig.de/danielhornuff/" target="_blank">Daniel Hornuff </a>(Betreiber des Bildwissenschafts-Blogs <a href="http://www.bildfaehig.de/" target="_blank">www.bildfaehig.de</a>) machte darauf aufmerksam, dass die Vorteile, die das Internet mit sich bringe, in einen Nachteil umschlagen könnten, falls sich den Möglichkeiten der Online-Kommunikation zu unreflektiert hingegeben werde. Zwar sei durch das Internet die Chance gegeben, auf gesellschaftliche, politische oder wissenschaftliche Ereignisse schnell publizistisch zu reagieren. Allerdings berge dieser Vorteil immer auch die Gefahr, das Gebot der sorgfältigen Recherche von journalistischen und wissenschaftlichen Texten zu vernachlässigen.</p>
<p>Wolfram Burckhardt (Leiter des Berliner <a href="http://www.kv-kadmos.com/" target="_blank">Kadmos-Verlags</a>) zeigte sich davon überzeugt, dass das Online-Zeitalter keine Gefahr für das traditionelle Verlagswesen bedeuten müsse, sofern sich die Verlage wieder zunehmend auf diejenigen Kernkompetenzen besännen, die in jüngerer Zeit aufgrund von arbeitsökonomischen Erwägungen und zugunsten des schnellen Profits zu kurz gekommen seien. Nur wenn die Verlage ihren Autorinnen und Autoren, wie einst üblich, durch ein professionelles Lektorat und die Herstellung eines ansprechenden Satzes behilflich seien, lasse sich das physische Buch weiterhin als ein Publikationsmedium von besonderer Qualität begreifen. In diesem Zusammenhang wies Burckhardt darauf hin, dass einer seiner erfolgreichsten Titel, ein Interview-Band mit Niklas Luhmann, vor der Buchpublikation lange Zeit online frei zur Verfügung gestanden habe – dies allerdings in einer unlektorierten und unkommentierten Fassung, die sich für eine seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung nur bedingt geeignet habe.</p>
<p>Burckhardt wertete diesen Fall als Beleg dafür, dass der Aspekt der freien Verfügbarkeit nicht zwangsläufig eine Verdrängung der klassischen Buchpublikation nach sich ziehen müsse. In Übereinstimmung mit Daniel Hornuff merkte er zudem an, dass das Internet und das physische Buch zwei unterschiedlichen Rezeptionshaltungen entgegenkämen: Während sich das Internet dadurch auszeichne, einen schnellen Überblick über eine Vielzahl von Themen bereitstellen zu können, lade das Buch dazu ein, sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit einem konkreten Thema auseinanderzusetzen.</p>
<p><em>Foto: berwis/pixelio.de</em></p>
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		<title>Dörte Hein: Erinnerungskulturen online</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 22:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Erik Meyer</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1512" title="hein2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/hein2009.jpg" alt="hein2009" width="160" height="243" />Im deutschsprachigen Raum stellt "Erinnerungskultur" einen nach wie vor expandierenden Fokus der historiografisch-kulturwissenschaftlichen Forschung dar. Insbesondere im Zusammenhang mit der medialen Repräsentation von Vergangenheit werden fortlaufend Studien vorgelegt, und nach den audio-visuellen Massenmedien richtet sich das empirische Interesse nun auf Formate der Online-Kommunikation, wie sie sich im World Wide Web vollzieht. Im gedächtnistheoretischen Diskurs wurde die Digitalisierung bislang primär unter dem Gesichtspunkt ihrer Konsequenzen für Archivierung und <em>Speicherung </em>behandelt, die eine Krise des Gedächtnisses evozieren würden. Die Folgen für die <em>Verbreitung </em>erinnerungskulturell einschlägiger Inhalte wurden zunächst vor allem praxisbezogen etwa am Beispiel von als Lehrmittel konzipierten CD-ROMs reflektiert. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/126">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Erik Meyer</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1512" title="hein2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/hein2009.jpg" alt="hein2009" width="160" height="243" />Im deutschsprachigen Raum stellt &#8220;Erinnerungskultur&#8221; einen nach wie vor expandierenden Fokus der historiografisch-kulturwissenschaftlichen Forschung dar. Insbesondere im Zusammenhang mit der medialen Repräsentation von Vergangenheit werden fortlaufend Studien vorgelegt, und nach den audio-visuellen Massenmedien richtet sich das empirische Interesse nun auf Formate der Online-Kommunikation, wie sie sich im World Wide Web vollzieht. Im gedächtnistheoretischen Diskurs wurde die Digitalisierung bislang primär unter dem Gesichtspunkt ihrer Konsequenzen für Archivierung und <em>Speicherung </em>behandelt (vgl. z.B. Assmann 2001), die eine Krise des Gedächtnisses evozieren würden. Die Folgen für die <em>Verbreitung </em>erinnerungskulturell einschlägiger Inhalte wurden zunächst vor allem praxisbezogen etwa am Beispiel von als Lehrmittel konzipierten CD-ROMs reflektiert.</p>
<p>In dieser Perspektive sind inzwischen auch auf den Gegenstandsbereich &#8220;Nationalsozialismus und Holocaust&#8221; bezogene Websites behandelt worden, beispielsweise in einem als Marktanalyse konzipierten Überblick zu deutschsprachigen Online-Angeboten sowie CD/DVD-Produktionen (Wirtz 2005), und die erste Monografie zu &#8220;Erinnerungskulturen im Cyberspace&#8221; (Dornik 2004) versteht sich als &#8220;Bestandsaufnahme österreichischer Websites&#8221; zu diesem Thema. Wie dieser Untertitel bereits indiziert, steht hier mehr die Exploration als systematische Reflexion des Forschungsfeldes im Mittelpunkt. Eine zweite deutschsprachige Monografie (Grellert 2007) erschließt den Gegenstandsbereich ebenfalls typologisch, legt den empirischen Schwerpunkt dann aber auf ein sehr spezifisches Thema, nämlich die &#8220;Potentiale digitaler Technologien für das Erinnern zerstörter Architektur&#8221;, die am Beispiel der Synagogen in Deutschland experimentell eruiert werden.</p>
<p>Dörte Hein greift nun mit ihrer Studie, die empirisch die gleiche Materie adressiert, einige Defizite der bisherigen Beschäftigung mit dem Thema auf. In Auseinandersetzung mit den kulturkritischen Konnotationen des etablierten Gedächtnis-Diskurses orientiert sich Hein dabei an Erll (2005), ergänzt deren erinnerungskulturwissenschaftliche Perspektivierung von Gedächtnismedien aber um kommunikationswissenschaftliche Aspekte. Daraus resultiert die Einschätzung, dass &#8220;Erinnerungskulturen als <em>kommunikative Erinnerungsprozesse</em> adäquat zu beschreiben&#8221; (69, H.i.O.) sind. Deshalb bezieht Hein nicht nur einschlägige und von ihr inhaltsanalytisch untersuchte Angebote, sondern eben auch die betreffenden Akteure (also Produzenten und Rezipienten) in ihre Untersuchung ein. Operationalisiert wird dieses Vorgehen einerseits durch Experteninterviews mit als &#8220;Kommunikatoren&#8221; bezeichneten Verantwortlichen auf Seiten der Anbieter exemplarischer Websites und andererseits durch eine Online-Befragung bezüglich des Nutzungsverhaltens. Der konsequent durchgehaltene Ansatz, diese drei Analyseebenen zu differenzieren und sie mit gegenstandsadäquaten Methoden zu untersuchen, überzeugt, auch wenn im Detail sicher kritische Fragen aufgeworfen werden können.</p>
<p>Im Fokus dieser Vorgehensweise stehen zwölf Fälle, die typisierend die Schwerpunkte &#8220;Information&#8221;, &#8220;Service&#8221; und &#8220;Portal&#8221; repräsentieren. &#8220;Grob lassen sich die Angebote dem Entstehungskontext nach in<em> institutionell eingebundene</em> und <em>privat betriebene Websites</em> unterscheiden&#8221; (120, H.i.O.). Die heuristische Relevanz dieser Einteilung muss jedoch im Zuge der technisch-medialen Evolution hin zum Web 2.0 relativiert werden, insofern nutzergenerierte Inhalte gerade für kommerziell ausgerichtete Online-Angebote zunehmend an Bedeutung gewinnen und damit eine Hybridisierung zu konstatieren ist. Besonders interessant sind die Ergebnisse aber dort, wo die Erwartungen der Anbieter mit dem Handeln der Nutzer konfrontiert werden können. Ein Beispiel dafür ist die Überschätzung der Rolle der Massenmedien bei der Frage, wie Interessenten Zugang zu bestimmten Websites finden, denn &#8220;ein Drittel der User wurde über Links von anderen Sites auf die Angebote aufmerksam&#8221; (231). Hier hält die Studie anwendungsbezogene Implikationen für private oder zivilgesellschaftliche Akteure bereit, denen häufig die Ressourcen für eine systematische Reflexion der eigenen Praxis fehlen. Schließlich bündelt Hein ihre Ergebnisse prägnant in neun Thesen, die auch einige akademische Annahmen korrigieren. Dies betrifft sowohl die Debatte über Erinnerungskulturen und Gedächtnismedien (z.B. die von Levy/Sznaider 2001 formulierte Kosmopolitisierungs-These) als auch die fachwissenschaftliche Diskussion. Insofern ist ihrem Plädoyer für eine Forschungsperspektive, die medienanalytische und kommunikationsbezogene Betrachtungen integriert und meines Erachtens mit Zierold (2006) als &#8216;medienkulturwissenschaftlich&#8217; bezeichnet werden könnte, uneingeschränkt zuzustimmen.</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li> Assmann, A.: &#8220;Das Archiv und die neuen Medien des kulturellen Gedächtnisses&#8221;. In: Stanitzek, G.; Vosskamp, W. (Hrsg.): <em>Schnittstelle. Medien und kulturelle Kommunikation</em>. Köln [DuMont] 2001, S. 268-281.</li>
<li> Dornik, W.: <em>Erinnerungskulturen im Cyberspace. Eine Bestandsaufnahme österreichischer Websites zu Nationalsozialismus und Holocaust</em>. Berlin [trafo] 2004.</li>
<li> Erll, A.: <em>Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung</em>. Stuttgart, Weimar [J. B. Metzler] 2005.</li>
<li> Grellert, M.: <em>Immaterielle Zeugnisse. Synagogen in Deutschland. Potenziale digitaler Technologie für das Erinnern zerstörter Architektur</em>. Bielefeld [Transcript] 2007.</li>
<li> Levy, D.; Sznaider, N.: <em>Erinnerung im globalen Zeitalter: Der Holocaust</em>. Frankfurt am Main [Suhrkamp] 2001.</li>
<li> Wirtz, S.: <em>Marktanalyse: Deutschsprachige Online- und CD/DVD-Produktionen zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust</em>. Frankfurt am Main 2005. Online unter <a href="http://www.fritz-bauer-institut.de/forschung/web-cd-dvd_bericht.pdf" target="_blank">http://www.fritz-bauer-institut.de/forschung/web-cd-dvd_bericht.pdf</a></li>
<li> Zierold, M.: <em>Gesellschaftliche Erinnerung. Eine medienkulturwissenschaftliche Perspektive</em>. Berlin, New York [Walter de Gruyter] 2006.</li>
</ul>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641623&amp;WKorbUID=69464&amp;TITZIF=2290&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.polsoz.fu-berlin.de/kommwiss/institut/kommunikationspolitik/mitarbeiterinnen/dhein/index.html" target="_blank">Webpräsenz von Dörte Hein an der FU Berlin</a></li>
<li><a href="http://www.memorama.de/" target="_blank">Weblog von Erik Meyer</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		<title>Vanessa Diemand; Uwe Hochmuth; Christina Lindner; Peter Weibel (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 16:05:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Christian Katzenbach</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1545" title="diemandetal2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/diemandetal20091.jpg" alt="diemandetal2009" width="160" height="231" />Bücher zum so genannten Web 2.0 oder auch Social Web muss man derzeit nicht lange suchen, sie häufen sich auf Verlagslisten, Tischen und Bildschirmen. Dieser Sammelband, der auf einer vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und der Hochschule für Gestaltung (HFG) in Karlsruhe organisierten Tagung im November 2007 basiert, fällt – oder sticht – aus dieser Masse an Literatur insofern heraus, als er das Thema nicht aus der Perspektive der üblichen kommunikationswissenschaftlichen Verdächtigen heraus betrachtet (Journalismus, Öffentlichkeit, PR, Marketing), sondern aus einer breiteren, eher kulturwissenschaftlichen Blickrichtung. In der Gliederung des Bandes, die sich an der "Sozialität der Beteiligungsformen" orientieren will, werden die genannten kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen vor allem im Abschnitt "Die Anderen" verhandelt. Davor liegen Beiträge zur Beteiligung des Einzelnen ("Ich") und zu Vergemeinschaftungsprozessen ("Wir"). <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/489">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christian Katzenbach</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1545" title="diemandetal2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/diemandetal20091.jpg" alt="diemandetal2009" width="160" height="231" />Bücher zum so genannten Web 2.0 oder auch Social Web muss man derzeit nicht lange suchen, sie häufen sich auf Verlagslisten, Tischen und Bildschirmen. Dieser Sammelband, der auf einer vom <a href="http://www.zkm.de/" target="_blank">Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM)</a> und der <a href="http://www.hfg-karlsruhe.de/" target="_blank">Hochschule für Gestaltung (HFG)</a> in Karlsruhe organisierten Tagung im November 2007 basiert, fällt – oder sticht – aus dieser Masse an Literatur insofern heraus, als er das Thema nicht aus der Perspektive der üblichen kommunikationswissenschaftlichen Verdächtigen betrachtet (Journalismus, Öffentlichkeit, PR, Marketing), sondern aus einer breiteren, eher kulturwissenschaftlichen Blickrichtung. In der Gliederung des Bandes, die sich an der &#8220;Sozialität der Beteiligungsformen&#8221; orientieren will, werden die genannten kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen vor allem im Abschnitt &#8220;Die Anderen&#8221; verhandelt. Davor liegen Beiträge zur Beteiligung des Einzelnen (&#8220;Ich&#8221;) und zu Vergemeinschaftungsprozessen (&#8220;Wir&#8221;). In jedem dieser Abschnitte wechseln sich, auch dies eine Besonderheit des Bandes, Wissenschaftler, prominente Web-2.0-Nutzer und netzaffine Journalisten ab. Das Format der Beiträge changiert dabei zwischen wissenschaftlichem Artikel, Essay und Erfahrungsbericht.</p>
<p>Den Einstieg liefern zwei themenübergreifende Essays: Peter Weibel vollzieht in seinem Beitrag noch einmal die Habermas&#8217;sche Argumentation des Strukturwandels von Öffentlichkeit nach und artikuliert die inzwischen reichlich gelesene – und mitunter widerlegte – Hoffnung, dass die &#8220;Nutzer, ehemals Sklaven, Arbeiter oder Proletarier genannt, […] über das Internet auch an der [vierten] Gewalt teilhaben&#8221; (12). Dem in Weibels Beitrag immer wieder durchschimmernden und nie widersprochenen Technikdeterminismus (&#8220;Das Internet ist die größte Bewegung seit der Aufklärung&#8221;, 19) versucht Peter Glaser in seinem Essay durch einen weiten erzählerischen Bogen zu begegnen, der durch die Bewässerungssysteme und den Pyramidenbau der Ägypter, Platos Ablehnung der Schriftlichkeit und die Tokyoter U-Bahn führt – und der Betrachtung der aktuellen Entwicklung den &#8220;naiven Siegesglauben der Einmaligkeit&#8221; (24) nehmen will. Glasers Essay setzt so in seinen fast lyrischen Windungen einige wertvolle skeptische Kontrapunkte zu Weibels Einstieg; nicht in Form einer strukturierten Analyse, sondern als Ansammlung erfreulich treffender Sätze über eine &#8220;Zeit, in der Suchmaschinen immer noch einem aufgedrehten Feuerwehrschlauch gleichen, an dem man seinen Wissensdurst zu stillen versucht&#8221; (23) und das Leben &#8220;sich in ein Gewölk von Zwischendurchs&#8221; verwandelt (31).</p>
<p>Der Abschnitt &#8220;Ich&#8221; beginnt mit einem Beitrag von Vanessa Diemand zur Identitätsarbeit, der Weblogs in Bezug zu Tagebüchern und Autobiographien setzt. Dabei nutzt Diemand Alois Hahns Konzept der &#8216;Biographiegeneratoren&#8217; und arbeitet so gelungen die Ambivalenzen der Selbstthematisierung zwischen &#8220;reflexivem autobiographischen Schreiben und öffentlichem Austausch&#8221; (56) heraus. Diese Fragen werden durch den Erfahrungsbericht &#8220;Aus dem Leben einer Kunstfigur&#8221; von Rainer Meyer illustriert, in dem er auf die Grenzgänge und -setzungen im Umgang mit (fiktiven) Netzidentitäten am Beispiel seines Weblog-Egos Don Alphonso hinweist (hier funktioniert das Konzept der wechselnden Perspektiven und Formate). Mit einem Überblick über den Stand der empirischen Forschung zum neuen Netz, verbunden mit einem Plädoyer für kontinuierliche ethnographische, ereignis- und prozessbezogene Erhebungsformen, schließen Wiebke Gröschler und Michael Mangold das erste &#8220;Themenforum&#8221; ab.</p>
<p>Im Zentrum des Abschnitts &#8220;Wir&#8221; zu Formen und Problemen der Vergemeinschaftung im neuen Netz steht ein weitgreifender Beitrag von Volker Grassmuck, der das &#8220;Neue des Internets&#8221; gerade nicht in den Erscheinungsformen des vermeintlichen Web 2.0 sieht, sondern grundsätzlicher im Computer als Universalmaschine, der Open-Source-Bewegung und dem World Wide Web als mediale Artikulationsplattform (105). Der Artikel ist besonders wertvoll, da er auf die Bedeutung von Regulierungs- und Eigentumsfragen – einen bislang vernachlässigten Aspekt in der Debatte um das neue Netz – hinweist: &#8220;Für ein Wir, das sich nachhaltig in freier Zusammenarbeit konstituiert, ist die Frage des Eigentums an Produktionsmitteln und den gemeinschaftlich erzeugten Produkten entscheidend.&#8221; (107) Die übrigen Artikel dieses Abschnitts befassen sich mit den sozialen Sehnsüchten der Nutzer von Online-Rollenspielen, sich wandelnden Formen der Informationsproduktion und dem Zustand der deutschen Blogosphäre.</p>
<p>Uwe Hochmuth skizziert in seinem Artikel, der den Themenkomplex der &#8220;Anderen&#8221; (Wechselwirkungen der Beteiligungsformen mit Journalismus und Ökonomie) einleitet, eine kleine Kulturgeschichte und Politische Ökonomie des Internets. Im Einklang mit Grassmuck betont er darin die Wichtigkeit, das Netz als Basis-Infrastruktur mit den Merkmalen eines öffentlichen Gutes zu verstehen und zu erhalten. Ein kleiner Essay von Christoph Neuberger zum Wandel von Öffentlichkeit und Journalismus fasst die zentralen Gedanken seiner zahlreichen Publikationen der letzten Jahre gelungen zusammen.</p>
<p>Der Sammelband liefert einen leicht verdaulichen, gut geschriebenen Überblick zu Kommunikationsformen und ihren Rahmenbedingungen im neuen Netz. Erfreulich dabei sind die recht vielseitigen Perspektiven: Soziale Kommunikation im Internet ist eben nicht nur eine veränderte Form von Journalismus, PR oder Cross-Media-Verwertung, sondern auch und gerade individuelle und kollektive Identitätsarbeit. So korrigiert der Sammelband etwas die &#8220;Sehschwäche&#8221; (Neuberger) der Kommunikationswissenschaft, die zuweilen nur das sieht, &#8220;was sie in der Vergangenheit für wichtig gehalten halt, und [dabei] das Neue [ausblendet]&#8221; (188). Das Format der abwechselnden Essays und Erfahrungsberichte lockert den Band auf, lässt den wissenschaftlichen Leser dann aber doch an vielen Stellen allein mit dem Wunsch nach mehr Analyse und Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.dpunkt.de/buecher/3007.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://katzenbach.info/" target="_blank">Weblog von Christian Katzenbach</a></li>
</ul>
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