Stephan Ruß-Mohl: Kreative Zerstörung
Stephan Ruß-Mohl: Kreative Zerstörung. Niedergang und Neuerfindung des Zeitungsjournalismus in den USA. Konstanz [UVK] 2009, 284 Seiten, 29,90 Euro.
Rezensiert von Stephan Weichert
Der quälende Erosionsprozess der US-amerikanischen Zeitungsindustrie – und mit ihm die Aushöhlung des hergebrachten Qualitätsjournalismus – ist längst ein offenes Geheimnis: Kaum eine Woche vergeht, an dem keine Hiobsbotschaft von Verlagsinsolvenzen, Redaktions- zusammenlegungen oder Massen- entlassungen durch die angefressene Medienbranche wabert. Der Zustand der Presse ist in den USA, anders als in Europa, schon derart verhängnisvoll, dass dort Kampfbegriffe wie “Newspaper Endgame”, “The Vanishing Newspaper” und “The End of Journalism” zu geflügelten Worten wurden. Ein Blog mit dem zynisch klingenden Namen “Newspaper Death Watch” (“Totenwache Zeitung”) listete Anfang Dezember 2009 elf Tageszeitungen in amerikanischen Ballungsgebieten, die binnen zweieinhalb Jahren verschwunden sind. Betreiber des Blogs ist der Ex-Journalist Paul Gillian, der sich – wie viele andere Millionen Amerikaner – darum sorgt, wie sich das Siechtum der Zeitungen langfristig auf das Journalistenhandwerk und somit auf die amerikanische Gesellschaftsordnung auswirkt. [Mehr]
Dieter Rucht; Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten?
Dieter Rucht; Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten? Die G8-Proteste in Heiligendamm im Spiegel der Massenmedien. Frankfurt am Main, New York [Campus Verlag] 2008, 254 Seiten, 24,90 Euro.
Rezensiert von Sigrid Baringhorst & Andreas Hetzer
Der Sammelband von Dieter Rucht und Simon Teune steht in der Tradition der deutschen Protest- und Bewegungsforschung und beschäftigt sich mit der Analyse und Interpretation der Medienresonanz auf die G8-Protestereignisse in Heiligendamm 2007. Der G8-Gipfel kann aufgrund seiner breiten Gegenmobilisierung und der umfangreichen Berichterstattung als singuläres Protest- und Medienereignis für Deutschland bezeichnet werden. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Medienprodukte selbst, auf eine Medienwirkungsanalyse wird verzichtet. Die Herausgeber sind ausgewiesene Experten auf dem Gebiet und begründen ihr Forschungsinteresse an der Thematik des Bandes mit ihrer “langjährige[n] Befassung mit politischen Protestbewegungen, ihre[n] öffentlichen Darstellungs- und Vermittlungsformen und die von ihnen gewollt und ungewollt erzielten massenmedialen Resonanzen”. [Mehr]
Astrid Blome; Holger Böning (Hrsg.): Presse und Geschichte
Astrid Blome; Holger Böning (Hrsg.): Presse und Geschichte. Leistungen und Perspektiven der historischen Presseforschung. Reihe: Presse und Geschichte – Neue Beiträge, Band 36. Bremen [edition lumière] 2008, 467 Seiten, 44,80 Euro.
Rezensiert von Markus Behmer
Presse und Geschichte – Neue Beiträge heißt eine von Mitarbeitern des Instituts für Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen herausgegebene Buchreihe, in der bislang in knapp einem Jahrzehnt bereits 43 Titel erschienen sind. Unter dem Titel Presse und Geschichte sind auch schon 1977 und 1987 zwei Bände in der Vorgängerreihe “Studien zur Publizistik” veröffentlicht worden. Beide vereinten “Beiträge zur historischen Kommunikationsforschung” und beide gehören immer noch zur Standardliteratur der Pressegeschichtsschreibung, setzten Maßstäbe insbesondere hinsichtlich der Beschreibung des Forschungsstandes zum frühen Druckwesen. Nun liegt wieder ein Reader zu Presse und Geschichte vor, wieder aus Bremen. [Mehr]
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