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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; politische Kommunikation</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereichen Kommunikation und Medien</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 21:39:14 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Robert Grünewald; Ralf Güldenzopf; Melanie Piepenschneider (Hrsg.): Politische Kommunikation</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/5390</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/5390#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jul 2011 09:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Ulrich Heisterkamp</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5390"><img class="alignleft size-full wp-image-5420" title="Grünewald" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/05/Grünewald.jpg" alt="" width="160" height="228" /></a>Die Publikation der <a href="http://www.kas.de/" target="_blank">Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)</a> widmet sich der politischen Kommunikation, die als Teilgebiet politischer Bildungsarbeit im digitalen Zeitalter des Web 2.0 stetig an Relevanz gewinnt. Die Affinität der parteinahen politischen Stiftung zu ihrer Mutterpartei CDU spiegelt sich in einzelnen Beiträgen des Bandes wider, der unter anderem eine Bilanz der rasanten Entwicklung des Internetauftritts der CDU/CSU-Bundestagsfraktion seit den Anfängen 1995 enthält. Jedoch wahren die Verfasser stets die wissenschaftliche Objektivität, so dass die Lektüre unabhängig von parteipolitischen Präferenzen aufschlussreich ist. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5390">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Ulrich Heisterkamp</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5390"><img class="alignleft size-full wp-image-5420" title="Grünewald" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/05/Grünewald.jpg" alt="" width="160" height="228" /></a>Die Publikation der <a href="http://www.kas.de/" target="_blank">Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS)</a> widmet sich der politischen Kommunikation, die als Teilgebiet politischer Bildungsarbeit im digitalen Zeitalter des Web 2.0 stetig an Relevanz gewinnt. Die Affinität der parteinahen politischen Stiftung zu ihrer Mutterpartei CDU spiegelt sich in einzelnen Beiträgen des Bandes wider, der unter anderem eine Bilanz der rasanten Entwicklung des Internetauftritts der CDU/CSU-Bundestagsfraktion seit den Anfängen 1995 enthält. Jedoch wahren die Verfasser stets die wissenschaftliche Objektivität, so dass die Lektüre unabhängig von parteipolitischen Präferenzen aufschlussreich ist.</p>
<p>Die interaktiven Gestaltungsmöglichkeiten durch die neuen Medien eröffnen der politischen Kommunikation attraktive Potentiale zur Wähleransprache, Mobilisierung von Unterstützung und Informationsverbreitung – nicht zuletzt die bahnbrechende Wahlkampagne Barack Obamas hat dies spektakulär verdeutlicht. Für die Akteure der politischen Bildung erhöht sich mit der &#8220;technologischen Tempoverschärfung&#8221; jedoch auch der Druck, Fachwissen permanent zu aktualisieren und in den Seminaren die neuesten Entwicklungen zu reflektieren. Auf diese Situation rekurriert die KAS mit der Neuerscheinung, die als Ergänzung ihres Seminarprogramms konzipiert ist. Denn die Stiftung macht einen erheblichen Professionalisierungsbedarf aus: Die Spielregeln der Mediendemokratie zu vermitteln (Medienkompetenz) reiche allein nicht aus, um den Transfer von der Theorie in die politische Praxis meistern zu können. Vielmehr seien überdies Schulungsangebote zu Aspekten wie Public Relations, Gestaltung politischer Websites, Wahlkampf im Internet, Redenschreiben und Interviewtrainings nötig, um die kommunikativen Voraussetzungen für politisches Engagement auf der Höhe der Zeit zu schaffen (Kommunikationskompetenz).</p>
<p>Der Sammelband deckt in 25 Einzelbeiträgen ein breites Themenspektrum ab, wobei die Balance zwischen theoretischer Reflexion und empirischer Analyse ausgewogen ist. Im interdisziplinären Autorenteam befinden sich Politik-, Medien- und Kommunikationswissenschaftler, aber auch Juristen, Journalisten und politische Praktiker, deren unterschiedliche Perspektiven sich harmonisch ergänzen.</p>
<p>Die durchwegs gut verständlich geschriebenen Aufsätze werden zu vier Kapiteln zusammengefasst, wobei die Abschnitte zu politischem Marketing, Talkshows und TV-Duellen sowie Politik und Wahlkampf im Internet eindrucksvoll die veränderte Medienrealität und deren Dynamik dokumentieren. Sämtliche Texte bieten kritische Denkanstöße zur Diskussion des spannungsvollen Wechselverhältnisses von Politik und Medien. Stärker historisch bzw. rechtlich akzentuiert sind die Beiträge zum Kapitel &#8220;Sprache, Macht und Manipulation der Bilder&#8221;. So erörtert Petra Dorsch-Jungsberger am Beispiel des medienversierten Papstes Johannes Paul II. die Bedeutung von Bildern für die personenzentrierte mediale Darstellung, ein weiterer Aufsatz beschäftigt sich mit dem Problem verfälschender Bildberichterstattung.</p>
<p>Andreas Dörner formuliert die These, dass Politikvermittlung in der modernen Gesellschaft nicht mehr ohne Elemente des Politainment auskomme. Der vieldiskutierte Auftritt von Kanzler Schröder bei <a href="http://www.wetten-dass.com/" target="_blank">Wetten, dass&#8230;?</a> 1999 steht symbolisch für das Kalkül von Politikern, auch Unterhaltungsshows als Forum der Selbstinszenierung und Sympathiewerbung zu nutzen. Und die Präsenz in den Personality-Talk-Formaten von Kerner, Beckmann und Co., die vor allem an der Privatperson hinter dem politischen Amtsträger interessiert sind, ist längst parteiübergreifend etabliert. Doch birgt diese Strategie auch Risiken, etwa wenn ein inszenierter Imagewechsel unglaubwürdig und obendrein schlecht getimt ist (Scharping im Pool 2001) oder bei der Jagd nach Wählerstimmen die Grenzen zur unseriösen Anbiederung überschritten werden (Westerwelles Spaßwahlkampf 2002). Dörner warnt denn auch: &#8220;Anpassung bis zum Identitätsverlust zahlt sich nicht aus.&#8221; (32)</p>
<p>Innovative Strategien des politischen Marketings wie die von Hagen Schölzel vorgestellte Guerillakommunikation – ein Furore machendes Beispiel war 2009 die Herausgabe einer gefälschten Ausgabe der <a href="http://www.zeit.de/index" target="_blank">ZEIT</a> durch das globalisierungskritische Netzwerk <a href="http://www.attac-netzwerk.de/?L=2" target="_blank">Attac</a>, in der ein fiktives Wunschszenario camoufliert wurde – weisen auf einen Paradigmenwechsel in der politischen Kommunikation hin: In Zeiten multimedialer Reiz- und Informationsüberflutung gilt es, die Aufmerksamkeit der Wähler durch originelle Ideen zu provozieren. Die Internetforen des Social Networking sind für solche Aktionen prädestiniert, da sie den Dialog jenseits klassischer Medienkanäle wie Zeitung und Fernsehen erleichtern. Ann-Kristin Drenkpohl illustriert die gesteigerten Involvierungsmöglichkeiten durch die &#8220;Online-Flüsterpropaganda&#8221; des Viralen Marketings am Beispiel des auf <a href="http://www.youtube.com/" target="_blank">YouTube</a> geposteten &#8220;Yes we can&#8221;-Clips prominenter Obama-Unterstützer, der vor der Wahl 2008 millionenfach angeklickt und, per E-Mail an Freunde und Bekannte weitergereicht, einen regelrechten Hype um die Person des Präsidentschaftskandidaten entfachte.</p>
<p>Die Herausgeber stellen den vier Themenkomplexen zwei einleitende Aufsätze voran, die präzise die pädagogischen Herausforderungen bei der Vermittlung politischer Kommunikation in der politischen Bildungspraxis herausschälen. Wünschenswert wäre darüber hinaus ein Schlussresümee mit einer Synthese der Erkenntnisse aus den Einzelbeiträgen gewesen, um Verbindungslinien aufzuzeigen und systematische Anknüpfungspunkte für Forschung und politische Bildungsarbeit zu identifizieren. Doch auch ohne dieses Element ist der Band ein hilfreiches Kompendium, das aufgrund der souveränen, kompakten Darstellung der wichtigsten Facetten moderner politischer Kommunikation schon bald zu einem Standardwerk avancieren dürfte.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-10885-2" target="_blank">Verlagsinformation zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.kas.de/wf/de/42.32/" target="_blank">Abteilung Politische Kommunikation der Konrad-Adenauer-Stiftung</a></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Hans Mathias Kepplinger: Nonverbale Medienkommunikation</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/4066</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/4066#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 May 2011 09:30:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellungseffekte]]></category>
		<category><![CDATA[Filmmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Nonverbale Medienkommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Visuelle Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Zuschauermeinung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Nina Haferkamp</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4066 "><img class="alignleft size-full wp-image-4934" title="kepplinger2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/10/kepplinger2010.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>In seinem Buch <em>Nonverbale Medienkommunikation</em> stellt Hans Mathias Kepplinger empirische Befunde zusammen, die sich mit der Produktion und Wirkung visueller, d. h. nonverbaler, Gestaltungsmerkmale beschäftigen. Im Spezifischen fokussiert er so genannte "Darstellungseffekte". Darunter werden "alle Wirkungen von Fernsehfilmen und Pressefotos betrachtet, die auf der nonverbalen Selbstdarstellung der abgebildeten Personen sowie ihrer visuellen Darstellung durch Fotografen, Kameraleute, Beleuchter, Tontechniker, Cutter, Metteure und Journalisten beruhen". Dabei macht der Autor deutlich, dass jene Darstellungseffekte das Endprodukt eines mehrstufigen Wirkungsprozesses sind, der neben dem realen nonverbalen Verhalten einer Person (d. h. der gezeigten Gestik und Mimik) besonders auch das darstellte Verhalten inkludiert, welches durch Aufnahmen, Schnitt und Montage beeinflusst ist. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4066">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Nina Haferkamp</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4066 "><img class="alignleft size-full wp-image-4934" title="kepplinger2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/10/kepplinger2010.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>In seinem Buch <em>Nonverbale Medienkommunikation</em> stellt Hans Mathias Kepplinger empirische Befunde zusammen, die sich mit der Produktion und Wirkung visueller, d. h. nonverbaler, Gestaltungsmerkmale beschäftigen. Im Spezifischen fokussiert er so genannte &#8220;Darstellungseffekte&#8221;. Darunter werden &#8220;alle Wirkungen von Fernsehfilmen und Pressefotos betrachtet, die auf der nonverbalen Selbstdarstellung der abgebildeten Personen sowie ihrer visuellen Darstellung durch Fotografen, Kameraleute, Beleuchter, Tontechniker, Cutter, Metteure und Journalisten beruhen&#8221; (11). Dabei macht der Autor deutlich, dass jene Darstellungseffekte das Endprodukt eines mehrstufigen Wirkungsprozesses sind, der neben dem realen nonverbalen Verhalten einer Person (d. h. der gezeigten Gestik und Mimik) besonders auch das darstellte Verhalten inkludiert, welches durch Aufnahmen, Schnitt und Montage beeinflusst ist.</p>
<p>Entscheidend für die Untersuchung der Wirkeffekte ist dann als dritte Komponente das wahrgenommene Verhalten, &#8220;das durch Merkmale der Betrachter, ihrer Einstellungen zur gezeigten Person, ihrer Sensibilität für Darstellungstechniken und nonverbale Verhaltensweisen sowie durch das Image der Darstellung n den Augen der Betrachter, wie ihrer Auffälligkeit, wahrgenommener Tendenz und Akzeptanz, gebrochen ist&#8221; (11). In Bezug auf die Bedeutungszuweisung der Rezipienten verweist Kepplinger schließlich auf das attribuierte Verhalten und meint damit  all jene Verhaltensweisen, die einer Person durch das Gezeigte zugesprochen werden (z. B. Glaubwürdigkeit). Die im Folgenden skizzierten Befunde sollen vor diesem Hintergrund &#8220;das Verständnis und die Spezifikation des Wirkungsmodells&#8221; (12) untermauern.</p>
<p>Der Band ist dann wie folgt aufgebaut: Nach einer kurzen theoretischen Einführung werden nachfolgend zehn Studien präsentiert, die sich grob in drei Unterkategorien zusammenfassen lassen:  Die ersten vier Studien konzentrieren sich auf die Wahrnehmung von Politikern (z. B. in der Wahlkampfbericht- erstattung) und beleuchten dabei die Bedeutsamkeit visueller Informationen und im Spezifischen den Einfluss der Visualisierung und Darbietung von Zuschauermeinungen sowie die Bedeutung der genutzten Kameraperspektive. Neben formalen Gestaltungsangeboten wie der Kameraeinstellung wird in einer weiteren Studie auch auf das gezeigte nonverbale Verhalten (Gestik, Mimik) der Politiker selbst und dessen Einfluss auf die Eindrucksbildung beim Zuschauer abgehoben.</p>
<p>Das zweite Set an Studien fokussiert statische Fotografien und geht hierbei folgenden Fragen nach: Ist es möglich, allein durch die Betrachtung eines Fotos, auf die Persönlichkeit einer Person zu schließen? Inwiefern können unterschiedliche redaktionelle Linien bei der Auswahl von Pressefotos einen Einfluss auf die Eindrucksbildung haben? Wie stabil sind Eindrücke, die über ein Foto zu einer Person gewonnen wurden, wenn im Laufe der Zeit inhaltlich andersartige Fotos zu dieser Person gezeigt werden? Und inwiefern greifen Attributionsprozesse bei der Eindrucksbildung, d.h. inwiefern generalisieren Betrachter von Fotos zu einer Person hinsichtlich der Einstellungsbildung?</p>
<p>Im letzten Kapitel präsentiert Kepplinger eine Studie zur Wirkung von Filmmusik auf die Wahrnehmung von Handlungen der Protagonisten, die sich inhaltlich insofern von den anderen Studien unterscheidet, als dass ausschließlich auf die musikalische Gestaltung fiktionaler Filme abgehoben wird.</p>
<p>Alle genannten Forschungsfragen und Themengebiete werden jeweils mit unterschiedlichen Studiendesigns beantwortet. Darüber hinaus werden –  mal mehr, mal weniger ausführlich –  kurze theoretische Grundlagen zu den Befunden dokumentiert, die bei der Einordnung der Ergebnisse behilflich sein sollen.  Begrüßenswert sind kurze Zusammenfassungen am Ende der Studien, die noch mal auf die zentralen Ergebnisse hindeuten. Die statistischen Daten werden dabei verständlich aufbereitet, sind durch Tabellen illustriert und somit auch für Leser verständlich, die sich nicht täglich mit der statistischen Auswertung von Daten beschäftigen.</p>
<p>Für welche Zielgruppe ist das Buch damit interessant? Sicherlich ist es gerade für Leser hilfreich, die in einem ähnlichen Forschungsfeld nach empirischen Belegen suchen oder sich durch gut durchdachte methodische Designs inspirieren lassen wollen. Als ein Werk, das den Gesamtkomplex der nonverbalen Medienkommunikation erfassen will, ist das Buch jedoch wohl nicht zu verstehen. Dafür sind die einzelnen Studien – obschon sie es an vielen Stellen (z. B. in Bezug auf die Studien zur Pressefotografie) anbieten – zu wenig aufeinander bezogen.  Auch das eingangs präsentierte Modell der Darstellungseffekte (13) wird nicht konsequent in Bezug auf die Studien diskutiert und fungiert somit auch nicht als theoretischer Rahmen der Untersuchungsanlagen. Insgesamt fällt die Darstellung der theoretischen Überlegungen recht kurz aus – bei einigen Studien wird sogar fast ganz darauf verzichtet, was stellenweise die Einordnung der Befunde erschwert.</p>
<p>Als Sammelwerk spricht es deshalb primär Wissenschaftler und Studierende an, die sich der Erforschung nonverbaler Angebotsweisen im Kontext der Politikberichterstattung verschrieben haben und die gelieferten Befunde selbstständig einordnen können. Bis auf die letztgenannte Studie zur Filmmusik, die inhaltlich aufgrund der spezifischen Thematik im Buch ein wenig isoliert wirkt, fokussieren schließlich alle Studien die politische, nonverbale Kommunikation, die schließlich auch den inhaltlichen Schwerpunkt des Buches ausmacht.</p>
<p><em>Links: </em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-17074-9/Nonverbale-Medienkommunikation.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.kepplinger.de/" target="_blank">Private Homepage von Hans Mathias Kepplinger</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/ikw/inst/lehrk/haferkampvita" target="_blank">Webpräsenz von Nina Haferkamp an der TU Dresden</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Jens Wolling; Markus Seifert; Martin Emmer (Hrsg.): Politik 2.0?</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/4062</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/4062#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 May 2011 09:15:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinekommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Akteure]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Web 1.0]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von André Donk</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4062"><img class="alignleft size-full wp-image-4967" title="wolling et al. 2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/10/wolling-et-al.-20103.jpg" alt="" width="160" height="225" /></a>Der von Jens Wolling, Markus Seifert und Martin Emmer herausgegebene Band <em>Politik 2.0? Die Wirkung computer- vermittelter Kommunikation auf den politischen Prozess</em> stellt die Beiträge zur gleichnamigen Tagung der DGPuK-Fachgruppe "Computervermittelte Kommunikation (CvK)" aus dem Jahr 2008 zusammen. Damit bildet der Band zu einem gewissen Teil den bis dato aktuellen Stand der Forschung zu diesem Thema ab, versammelt er doch eine Vielzahl ausgewiesener Experten. Allerdings muss man konstatieren, dass die nun zwei Jahre nach der Tagung stattfindende Buchpublikation dem dynamischen Gegenstand vielleicht nicht ganz gerecht wird. Dies zeigt sich vor allem mit Blick auf die seit 2008 stark gewachsene Bedeutung des Dienstes <a href="http://twitter.com/" target="_blank">Twitter</a> oder des Netzwerks <a href="http://www.facebook.com/" target="_blank">Facebook </a>insbesondere für den politischen Bereich – wie z. B. bei den US-Präsidentschaftswahlen oder den zahlreichen regimekritischen Protestbewegungen von Iran über Ägypten bis Libyen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4062">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von André Donk</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4062"><img class="alignleft size-full wp-image-4967" title="wolling et al. 2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/10/wolling-et-al.-20103.jpg" alt="" width="160" height="225" /></a>Der von Jens Wolling, Markus Seifert und Martin Emmer herausgegebene Band <em>Politik 2.0? Die Wirkung computer- vermittelter Kommunikation auf den politischen Prozess</em> stellt die Beiträge zur gleichnamigen Tagung der DGPuK-Fachgruppe &#8220;Computervermittelte Kommunikation (CvK)&#8221; aus dem Jahr 2008 zusammen. Damit bildet der Band zu einem gewissen Teil den bis dato aktuellen Stand der Forschung zu diesem Thema ab, versammelt er doch eine Vielzahl ausgewiesener Experten. Allerdings muss man konstatieren, dass die nun zwei Jahre nach der Tagung stattfindende Buchpublikation dem dynamischen Gegenstand vielleicht nicht ganz gerecht wird. Dies zeigt sich vor allem mit Blick auf die seit 2008 stark gewachsene Bedeutung des Dienstes <a href="http://twitter.com/" target="_blank">Twitter</a> oder des Netzwerks <a href="http://www.facebook.com/" target="_blank">Facebook </a>insbesondere für den politischen Bereich – wie z. B. bei den US-Präsidentschaftswahlen oder den zahlreichen regimekritischen Protestbewegungen von Iran über Ägypten bis Libyen.</p>
<p>Der Anspruch des Bandes zeichnet sich im Titel ab: Es geht um die jüngsten, durch das sogenannte Mitmach-Netz (Web 2.0) ausgelösten Veränderungen auf allen Ebenen des politischen Prozesses (8-9), wobei die Analogie des modischen 2.0 nicht durchgehend trägt, denn Politik in Demokratien ist per se zum Mitmachen. In drei thematischen Sektionen nähern sich die Autoren des vorliegenden Bandes einer Vielzahl politischer Phänomene unter den Bedingungen des klassischen Internets sowie des Webs 2.0 an. In Sektion 1 <em>Netznutzung durch etablierte politische Akteure </em>(3 Beiträge) untersucht Schweitzer, inwiefern sich in der Onlinekommunikation von Parteien bei Landes-, Bundes- und Europawahlen Dimensionen des Negative Campaigning finden lassen. Sie kommt zu dem Befund – allerdings ohne Berücksichtigung der politischen Kommunikationskultur (senu Pfetsch) – dass sich Negative Campaigning mittlerweile auch in deutschen Onlinewahlkämpfen als ein dominierendes Merkmal darstelle und daher als Teil eines internationalen Musters (36) interpretiert werden müsse.</p>
<p>Die Untersuchung der Regierungskommunikation von 16 Schweizer Kantonen durch Baumgartner und Zogg kommt zu dem Ergebnis, dass Elemente der Dialogizität und Interaktion zwischen Regierung und Regierten unterrepräsentiert sind (56) – ein überraschender Befund vor dem Hintergrund erwartbarer Auswirkungen des direktdemokratischen politischen Systems. Wolling, Schmolinsky und Emmer knüpfen in ihren Beitrag daran an und analysieren, dass Politiker zwar von der Wichtigkeit einer eigenen Interseite überzeugt sind, aber diese eher zur Präsentation als zu Zwecken des Dialogs nutzen (80-81). Ob sich diese Einstellungen vor dem Hintergrund aktueller Bedeutsamkeit sozialer Netzwerkseiten bereits geändert haben, müssen neue Studien zeigen.</p>
<p>In der zweiten thematischen Sektion <em>Politische Netznutzung durch die Bürgerschaft</em>, die insgesamt aus fünf Beiträgen besteht, sind besonders die Ergebnisse dreier Arbeiten hervorzuheben. Emmer, Vowe und Wolling präsentieren die Daten einer der wenigen Langzeitstudien zur Nutzung politischer Onlinekommunikation und können in &#8220;langfristiger Perspektive überwiegende Zunahmen der politischen Kommunikation&#8221; (104) beobachten. Diese Befunde sollten in Kombination mit den Ergebnissen von Escher interpretiert werden, der untersucht hat, welche Bürger Kontakt zu Abgeordneten aufnehmen. Er kommt zu dem Ergebnis,  dass Kommunikation über Online-Kanäle zwar zu einem mehr an Partizipation vorher Nicht-Aktiver führt, diese sich aber aus der Gruppe der gut Gebildeten rekrutieren und damit bestehende Ungleichheiten in der realisierten Partizipation noch verschärft werden (145-146). Engesser schließlich zeigt in einem explorativen Experiment, dass gerade hohe technische Anforderungen an die Kommunikation auf Onlineplattformen Personen mit geringer Bildung tatsächlich von Partizipation abhalten können (164).</p>
<p>Die dritte Sektion (4 Beiträge) befasst sich dann – endlich, möchte man sagen – mit dem Phänomen der <em>politischen Kommunikation im Web 2.0</em>. Hier zeigt sich, die untersuchten Gegenstände und Befunde sind spannend, wenn auch die Datenbasis noch nicht so überzeugt wie in den anderen – mittlerweile über einen länger Zeitraum erforschten– Sektionen des Bandes. Dass Blogs als &#8220;Bindeglied zwischen Alltagsgesprächen und massenmedialen Diskursen&#8221; (Katenzenbach, 207) fungieren können, überrascht so wenig wie die Erkenntnis, dass journalistische Blogs sich eher den Maßstäben ihrer Redaktionen verpflichtet fühlen als unabhängige Blogger (vgl. Messner, 222). Roesers Ansatz, politische Auseinandersetzungen in den Artikel- und Meta-Diskussionen der Wikipedia zu untersuchen, erweist sich als belastbar und sollte weiter systematisch ausgebaut und empirisch angewendet werden.</p>
<p>Die insgesamt lesenswerte Leistungsschau der Fachgruppe CvK endet mit einem Befund, den wir von der Analyse des Web 1.0 als Medium der politischen Kommunikation bereits kennen: Die Nutzung des Web 2.0 durch mediale und politische Akteure bleibt hinter den eigentlichen Stärken zurück (Witte, Rautenberg, Auer).</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=12185" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.wolling.de/" target="_blank">Private Homepage von Jens Wolling</a></li>
<li><a href="http://www.markusseifert.de/Dipl.-Medienwiss._Markus_Seifert/Welcome.html" target="_blank">Private Homepage von Markus Seifert</a></li>
<li><a href="http://www.martin-emmer.net/" target="_blank">Private Homepage von Martin Emmer</a></li>
<li><a href="http://egora.uni-muenster.de/ifk/personen/andredonk.shtml" target="_blank">Webpräsenz von André Donk an der Universität Münster</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Andreas Hepp; Marco Höhn; Jeffrey Wimmer (Hrsg.): Medienkultur im Wandel</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/4895</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/4895#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 08:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Digital gaming]]></category>
		<category><![CDATA[Media Cultural Studies]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkultur]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Spielkulturen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/?p=4895</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Marian Adolf</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4895"><img class="alignleft size-full wp-image-4897" title="hepp et al." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/03/hepp-et-al..jpg" alt="" width="160" height="232" /></a>Mit dem Tagungsband Medienkultur im Wandel legen die Herausgeber und Veranstalter eine überaus umfängliche Dokumentation der DGPuK-Jahrestagung 2009 vor. Die 27 einzelnen Beiträge bieten eine breite inhaltliche Palette, und sind in sieben Abschnitte sortiert. Die dichte Einleitung der drei Herausgeber versucht, die fachliche Beschäftigung mit Kultur zu systematisieren, und in einzelne Theorielinien zu unterteilen. Zusammen mit einer kurzen Reflexion ihrer methodischen Besonderheiten steht dem Band somit ein Wegweiser durch die Medienkulturforschung voran. Für den ersten, theoretischen Teil des Bandes konnte man neben den in der Medienkulturforschung ausgewiesenen deutschsprachigen Vertretern Friedrich Krotz und Tanja Thomas zwei bekannte Namen aus der britischen Tradition gewinnen. Die international renommierten Kollegen Robin Mansell und David Morley eröffnen den Reigen, wobei Letzterer als heute vielleicht prominentester ehemaliger Student des Birminghamer Centre of Contemporary Cultural gelten darf. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4895">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Marian Adolf</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/4895"><img class="alignleft size-full wp-image-4897" title="hepp et al." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/03/hepp-et-al..jpg" alt="" width="160" height="232" /></a>Mit dem Tagungsband<em> Medienkultur im Wandel</em> legen die Herausgeber und Veranstalter eine überaus umfängliche Dokumentation der DGPuK-Jahrestagung 2009 vor. Die 27 einzelnen Beiträge bieten eine breite inhaltliche Palette, und sind in sieben Abschnitte sortiert. Die dichte Einleitung der drei Herausgeber versucht, die fachliche Beschäftigung mit Kultur zu systematisieren, und in einzelne Theorielinien zu unterteilen. Zusammen mit einer kurzen Reflexion ihrer methodischen Besonderheiten steht dem Band somit ein Wegweiser durch die Medienkulturforschung voran. Für den ersten, theoretischen Teil des Bandes konnte man neben den in der Medienkulturforschung ausgewiesenen deutschsprachigen Vertretern Friedrich Krotz und Tanja Thomas zwei bekannte Namen aus der britischen Tradition gewinnen. Die international renommierten Kollegen Robin Mansell und David Morley eröffnen den Reigen, wobei Letzterer als heute vielleicht prominentester ehemaliger Student des Birminghamer Centre of Contemporary Cultural Studies gelten darf.</p>
<p>Auch in Robin Mansells Beitrag wird deutlich, für was media cultural studies mit ihrem Blick auf Medienkultur stehen: für eine kontextualisierende Betrachtung der Medien- und Kommunikationspraxis in Abhängigkeit sozialer, politischer und ökonomischer Prozesse. Gegenstand Mansells Ausführungen ist der Widerstreit optimistischer und pessimistischer Einschätzungen des gesellschaftsverändernden Potenzials der Informations- und Kommunikationstechnologien, die den Anschein erwecken als lebten wir zugleich in der &#8220;besten und der schlechtesten aller Welten&#8221; (56). In der Tradition der Cultural Studies ist die wichtigste Kenngröße des Medienwandels dessen Niederschlag auf die Machtverhältnisse innerhalb der modernen Gesellschaft. Sowohl Mansells als auch Morleys Beitrag lassen sich als ein Aufruf zur &#8220;Debatte über die Moral unseres mediatisierten Zeitalters&#8221; (70) verstehen, und verorten die Medien- und Kommunikationsforschung fest im Rahmen eines gesellschafstheoretischen, interdisziplinären Diskurses.</p>
<p>Da ein jeder Versuch, den weiteren 24 Beiträgen in dieser Besprechung gerecht zu werden – angesichts der Fülle an Perspektiven, Theorien und Daten – grandios scheitern muss, sei der Band anhand seiner Abschnitte kurz zusammengefasst. Zunächst freut man sich über die Inklusion eines – wenn auch recht kurzen – historischen Abschnitts zum Medienkulturwandel (Adler, Böning &amp; Nagel, Neverla), bedarf doch gerade die Medienkulturforschung der Analyse der, und über die Zeit. Im dritten Teil des Bandes geht es hauptsächlich um Diskurskulturen. Dass Kultur auch in und für die Untersuchung von Politikprozessen eine zunehmend wichtigere Rolle spielt, lässt sich anhand der Beiträge von Biegon et al., Hjarvard, Wessler &amp; Röder, und Kleinen von Königslöw gut nachvollziehen. Analog verfährt der anschließende vierte Abschnitt im Zusammenhang von Kultur und Journalismus. Auch hier werden vornehmlich empirische Befunde zum Thema vorgestellt (Karmasin &amp; Kraus, Hanitzsch, Wyss &amp; Keel). Eine grundständige Rolle scheint das Medienkulturkonzept im expandierenden Bereich der Untersuchung von Medien und Migration zu spielen (Teil 5). Aus Bremen wird ein Projekt zur Rolle digitaler Medien für diasporische Medienkulturen vorgestellt (Hepp, Bozdag &amp; Suna); die Medienumgebungen junger russischer Diasporaangehöriger werden untersucht (Caroline Düvel); die Kopftuchdebatte als Fallbeispiel für die Konstruktion von Fremdheit in der Medienberichterstattung herangezogen (Drüeke, Kirchhoff &amp; Klaus); und Daten einer ersten repräsentativen Untersuchung zum medialen Alltag junger russischer und türkischer Migranten in NRW vermittelt (Heft, Trebbe &amp; Weiß).</p>
<p>Der sechste Abschnitt zu Netz- und Spielkulturen beginnt mit einer Studie zu den Medienrepertoires junger Menschen von Hasebrink, Paus-Hasebrink &amp; Schmidt; beleuchtet sodann die immer noch eher vernachlässigte Kultur des digital gaming in all ihrer heutigen Vielfalt (Wimmer); oder sucht nach der Rolle interaktiver Medien im Rahmen der politischen Kommunikation anhand des Wahlkampfs Obamas 2008 (Thimm). Baringhorst, Kneip &amp; Niesyto besprechen die mögliche Konvergenz von Bürger und Konsument vor dem Hintergrund der politischen Kommunikation i. w. S. Der abschließende Teil widmet sich medienkulturellem Rollenhandeln von professionellen Kommunikatoren wie auch im Rezeptionsalltag. Von Rimscha &amp; Siegert legen eine der raren Studien zum Selbstverständnis von Unterhaltungsproduzenten vor. Bernd Blöbaum zeichnet ein erstaunlich zufriedenes Bild der professionellen Kommunikatoren mit ihren Berufsbiografien. Claudia Riesmeyer betrachtet das journalistische Feld anhand einer Untersuchung der Auslandskorrespondenten deutscher Medien; und Christine Linke beschließt die Sammlung mit einer Studie zum medienkulturellen Alltag in Paarbeziehungen.</p>
<p>Die Beurteilung der Kohärenz dieses Bandes steht und fällt mit der zur Anwendung gebrachten Definition von Medienkultur(forschung). So ist zunächst festzustellen, dass der Kulturbegriff in einem eher weiten, der Medienbegriff wiederum in einem eher engen Verständnis verwendet wird. Dies scheint fast einer Umkehrung dieses Verhältnisses in anderen, angrenzenden Disziplinen (etwa der Medienwissenschaft oder der systemtheoretischen Gesellschaftstheorie) gleichzukommen, und lässt sich auf das hier vornehmlich anzutreffende, symbolisch-interaktionistische Kulturverständnis zurückführen. Zugleich scheint der circuit of culture (du Gay, et al. 1997) manchen Beiträgern als kulturtheoretische Basiskonzeption anscheinend so sehr in Fleisch und Blut übergegangen – Robert Merton würde von obi („obliteration by incorporation“, 1968: 35f.) sprechen – , dass er keiner expliziten Erwähnung mehr bedarf (Hepp, Höhn &amp; Wimmer und Morley verweisen immerhin noch darauf).</p>
<p>Vielleicht vermisst man gerade deshalb, nebst der synoptischen Einleitung der Herausgeber, weitere konzeptionelle Arbeit am Begriff der Medienkultur selbst. Zwar ist auch diesbezüglich einiges zu finden, etwa im Abschnitt zu Medien und Migration, wo die Abkehr von der bisherigen, integrationszentrierten Perspektive zur Erweiterung auch der konzeptionellen Grundlagen der Medienkulturforschung zu führen vermag. Ein zusammenfassender, programmatischer Text als Abschluss des Bandes, der sich explizit dem Medienkulturbegriff widmet, wäre auch den Bemühungen um eine bessere Vernetzung mit benachbarten Disziplinen zuträglich gewesen, wie sie etwa Krotz in seinem Beitrag anmahnt.</p>
<p>Auch aus der Sicht einer kritischen Kommunikationsforschung wäre eine deutlichere Konturierung des Kulturbegriffs wünschenswert. Ein Erbe der längst weithin diffundierten Media Studies der Birminghamer Tradition, die in diesem Band ja eine prominente Rolle spielen, ist die Herausstellung der Kategorie Macht im Kontext gesellschaftlicher Kommunikationsstrukturen und -flüsse. Wie etwa Tanja Thomas (88) formuliert, liegt das Ziel einer kritischen Medienkulturforschung dann darin, herauszufinden auf welche Weise &#8220;Symbolisches und Materielles aufeinander verweisen&#8221;, und wie sich dadurch die &#8220;gesellschaftlichen Verhältnisse in medienkulturellen Prozessen […]&#8221; niederschlägt. Eine wesentliche Rolle kommt dieser konstitutiven Stoßrichtung der media cultural studies aber nur in einem Teil der versammelten Beiträge zu.</p>
<p>Kurz: ein wenig mehr kritisch-kulturalistische Programmatik hätte, bei aller Freude über die Tauglichkeit von Medienkultur als DGPuK-Jahresthema, nicht geschadet. Denn Medienkultur bezeichnet nicht allein eine phänomenologische Schwerpunktsetzung, und einen methodologisch-perspektivischen Zugriff auf seinen Objekt-, besser: Subjektbereich. Sofern man wie der Rezensent auf derselben Tagung vorgeschlagen hat, Medienkulturforschung als triadischen Ansatz versteht, dann liegt seine Besonderheit in der Verknüpfung dieser beiden oben genannten Aspekte mit einer dritten Größe. Medienkultur als Forschungsansatz erkennt sodann die zu beobachtenden Phänomene (Stichwort: Kulturalisierung des Sozialen), den epistemologischen Zugriff (Kommunikation als Erschaffung der sozialen Welt) und die normative Ebene (Standortgebundenheit des Wissens, Kultur als politisches Geschehen) als untrennbar verwoben, und sensibilisiert sein wissenschaftliches Vorgehen entsprechend.<br />
<em></em></p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li>du Gay, Paul et al.: <em>Doing Cultural Studies. The story of the Sony Walkman</em>. Milton Keynes: Open University Press 1997</li>
<li>Merton, Robert K.: <em>Social Theory and Social Structure</em>. New York: Free Press 1968</li>
</ul>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867642125" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.andreas-hepp.name/" target="_blank">Private Homepage von Andreas Hepp</a></li>
<li><a href="http://www.imki.uni-bremen.de/mitglieder/wissenschaftliche-mitarbeiter-innen.html?tx_jshuniversity_pi2[showUid]=108&amp;cHash=c6e0552aa1" target="_blank">Webpräsenz von Marco Höhn an der Universität Bremen</a></li>
<li><a href="http://www.tu-ilmenau.de/en/vwdg/team/jeffrey-wimmer/" target="_blank">Webpräsenz von Jeffrey Wimmer an der TU Ilmenau</a></li>
<li><a href="http://www.zeppelin-university.de/deutsch/lehrstuehle/medienkultur/index.php" target="_blank">Webpräsenz von Marian Adolf an der Zeppelin Universität Friedrichshafen</a></li>
</ul>
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		<title>Patrick Donges: Medialisierung politischer Organisationen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/524</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/524#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 05:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Parteienforschung]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Third-Person-Effekt]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Olaf Jandura</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/524"><img class="alignleft size-full wp-image-3213" title="donges2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/donges2008.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Parallel zur steigenden Bedeutung der Massenmedien in der Gesellschaft steigt auch das Interesse von Kommunikations- und Politikwissenschaftlern  am Verhältnis von Medien und Politik in den letzten Jahren. Die Befundlage zum Thema ist nicht eindeutig. Vielmehr können die Studien auf einem Kontinuum verortet werden, dessen Endpunkte einerseits beim Instrumentalisierungs- und andererseits beim Dependenz- paradigma liegen. Dabei ist zu beobachten, dass Fragen der Kommunikation stärker in den Fokus der Politikwissenschaft geraten und Phänomene, die bislang nur Politologen interessiert haben, auch in den Blick von Kommunikationswissenschaftlern geraten sind. Patrick Donges untersucht, welche Auswirkungen die Medien und die mediale Kommunikation auf die Parteien haben und wie sich die Organisationsstrukturen der Parteien als Reaktion darauf verändern. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/524">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Olaf Jandura</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/524"><img class="alignleft size-full wp-image-3213" title="donges2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/donges2008.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Parallel zur steigenden Bedeutung der Massenmedien in der Gesellschaft steigt auch das Interesse von Kommunikations- und Politikwissenschaftlern  am Verhältnis von Medien und Politik in den letzten Jahren. Die Befundlage zum Thema ist nicht eindeutig. Vielmehr können die Studien auf einem Kontinuum verortet werden, dessen Endpunkte einerseits beim Instrumentalisierungs- und andererseits beim Dependenz- paradigma liegen. Dabei ist zu beobachten, dass Fragen der Kommunikation stärker in den Fokus der Politikwissenschaft geraten und Phänomene, die bislang nur Politologen interessiert haben, auch in den Blick von Kommunikationswissenschaftlern geraten sind. Patrick Donges untersucht, welche Auswirkungen die Medien und die mediale Kommunikation auf die Parteien haben und wie sich die Organisationsstrukturen der Parteien als Reaktion darauf verändern.</p>
<p>Somit reiht sich das vorliegende Buch in die Studien ein, die einen doppelten Zugang zum Thema wählen: die kommunikations- wissenschaftliche Forschung zu Medialisierung wird mit der Parteienforschung verknüpft. Innovativ ist der Ansatz, nach Veränderungen innerhalb des Aufbaus und der Struktur von Organisationen zu suchen, und nicht auf der Ebene der Verlautbarungen einzelner Repräsentanten zu verharren.</p>
<p>Patrick Donges gelingt es klar, kompakt und gut strukturiert den Forschungsstand zum Medialisierungsbegriff nachzuzeichnen, die Organisationstheorie darzustellen, sowie kompetent einen Überblick über die für diese Arbeit interessierenden Teile der politikwissen- schaftlichen Parteienforschung zu geben. Als Fazit werden Parteien als offene und lose verkoppelte Handlungssysteme definiert, die auf Veränderungen der Umwelt reagieren müssen, was zur Kernthese führt, dass sich die Medialisierung in den Dimensionen Wahrnehmung, Strukturen und Kommunikationsleistungen beschreiben lassen muss. Für diese drei Perspektiven werden theoretisch Indikatoren abgeleitet und anschließend verdichtet.</p>
<p>Die Annahmen werden in einer empirischen Fallstudie getestet. Patrick Donges untersucht anhand von jeweils zwei großen Parteien in Deutschland (<a href="http://www.cdu.de/" target="_blank">CDU</a>; <a href="http://www.spd.de/start/portal/start.html?ref=http://www.google.de/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=ynz&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;q=spd&amp;aq=f&amp;aqi=g10&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=" target="_blank">SPD</a>), Großbritannien (<a href="http://www.conservatives.com/" target="_blank">Conservative Party</a>; <a href="http://www2.labour.org.uk/leadership-2010" target="_blank">Labour Party</a>), Österreich (<a href="http://www.oevp.at/index.aspx?pageid=37421" target="_blank">ÖVP</a>; <a href="http://www.spoe.at/gerechtigkeit/index.html" target="_blank">SPÖ</a>) und der Schweiz (<a href="http://www.fdp.ch/" target="_blank">FDP</a>; <a href="http://www.sp-ps.ch/" target="_blank">SPS</a>), wie stark sich die Organisation Partei an die Herausforderungen der  Mediengesellschaft angepasst hat. Hierfür wertet er einerseits umfangreiches Dokumentenmaterial aus (Jahresberichte, Rechenschaftsberichte). Andererseits geben die Leitfaden- interviews mit Parteirepräsentanten sowie Personen, die an der Schnittstelle der Kommunikation mit den Medien sitzen (Pressesprecher) einen Eindruck, wie stark der Third-Person-Effekt bezüglich der Wirkung der Massenmedien in den Parteien ausgeprägt ist. Interessant wäre es zu erfahren, ob der Befund, dass Veränderungen stattgefunden haben, die für eine Medialisierung sprechen, auch auf kleinere Parteien mit einem geringeren Grad an offenen, lose verkoppelten Handlungssystemen übertragen werden können.</p>
<p>In den Schlussfolgerungen entwickelt Patrick Donges Ideen für weiterführende Forschung, von denen die Konzeptionalisierung der Medialisierung als Medienwirkung in den letzten Jahren bereits ein großes Echo erfahren hat. Insgesamt liegt ein sehr lesenswertes Buch vor,  in dem systematisch der Forschungsstand aufbereitet wird und das auf eine klare Fragestellung klare Antworten gibt und somit auch außerhalb der Kommunikations- und Politikwissenschaft interessierte Leser finden wird.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-15867-9/Medialisierung-politischer-Organisationen.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.phil.uni-greifswald.de/sozial/ipk/mitarbeitende/lehrstuhl-fuer-kommunikationswissenschaft/prof-dr-patrick-donges.html" target="_blank">Webpräsenz von Patrick Donges an der Universität Greifwald</a></li>
<li><a href="http://www.ls1.ifkw.uni-muenchen.de/personen/wiss_ma/jandura_olaf/index.html" target="_blank">Webpräsenz von Olaf Jandura an der Ludwig-Maximilians-<em></em>Universität München</a></li>
</ul>
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		<title>Nina Trentmann: Barack Obama gegen John McCain</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2314</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 11:54:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Yvonne Kuhn</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2314"><img class="alignleft size-full wp-image-2975" title="Trentmann2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Trentmann20091.jpg" alt="" width="160" height="223" /></a>Der Blick auf amerikanische Wahlkämpfe scheint für deutsche Politik- und Medienwissenschaftler von besonderem Reiz zu sein – wird doch immer wieder eine Adaption amerikanischer Strategien durch deutsche Parteien unterstellt. Eine Analyse der Strategien im Wahlkampf Barack Obama versus John McCain als "nie da gewesenes Ereignis" hat nun Nina Trentmann vorgelegt und verspricht, die "wichtigsten strategischen Neuerungen" vorzustellen. Ihre Ergebnisse stützen sich neben einer umfangreichen Beachtung des Forschungsstands auf eigens durchgeführten Interviews mit Wahlkampfmitarbeitern und -experten. Die Informations- und Materialfülle ist beachtlich, wenngleich die Beschäftigung mit der Kampagne Barack Obamas deutlich intensiver ausfällt als die mit seinem Konkurrenten John McCain. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2314">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Yvonne Kuhn</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2314"><img class="alignleft size-full wp-image-2975" title="Trentmann2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Trentmann20091.jpg" alt="" width="160" height="223" /></a>Der Blick auf amerikanische Wahlkämpfe scheint für deutsche Politik- und Medienwissenschaftler von besonderem Reiz zu sein – wird doch immer wieder eine Adaption amerikanischer Strategien durch deutsche Parteien unterstellt. Eine Analyse der Strategien im Wahlkampf Barack Obama versus John McCain als &#8220;nie da gewesenes Ereignis&#8221; (7) hat nun Nina Trentmann vorgelegt und verspricht, die &#8220;wichtigsten strategischen Neuerungen&#8221; (8) vorzustellen. Ihre Ergebnisse stützen sich neben einer umfangreichen Beachtung des Forschungsstands auf eigens durchgeführten Interviews mit Wahlkampfmitarbeitern und -experten. Die Informations- und Materialfülle ist beachtlich, wenngleich die Beschäftigung mit der Kampagne Barack Obamas deutlich intensiver ausfällt als die mit seinem Konkurrenten John McCain.</p>
<p>Obamas Sieg gründete sich vor allem auf der &#8220;Change&#8221;-Strategie und der intensiven Nutzung des Internets, das nicht nur als Werbemedium, sondern im hohem Maße als Mobilisierungs- und Fundraising-Instrument eingesetzt wurde. Einen Hauptteil der Magisterarbeit nimmt die detaillierte Darlegung des Internet-Einsatzes und der diesbezüglichen Unterschiede zwischen Obama und McCain ein. Trentmann belegt die enorme, sich erst in den letzten Jahren dynamisierende Entwicklung des Internets zum essenziellen Wahlkampfmedium: &#8220;Die Webseite ist nicht nur eine Informationsquelle – sie ist gleichzeitig das Informationsmittel der Kampagne, das Vehikel zum Mitmachen, ein Souvenirladen im World Wide Web und der Ort, wo Barack Obama einen Großteil seiner Spenden akquiriert.&#8221; (39)</p>
<p>Der Obama-Wahlkampf war in besonderer Weise von einer durch die Kampagnenleitung initiierten, sich dann jedoch verselbständigenden Unterstützung freiwilliger Wahlkampfhelfer gekennzeichnet. Entscheidend war jedoch nicht die Freiwilligen-Unterstützung selbst, sondern der &#8220;Versuch, die Kampagne als Grassroots-Bewegung zu porträtieren&#8221; (46), also das Grassroots-<em>Image</em>, vor allem für die Ansprache junger Wähler zwischen 18 und 24 (85f.). Die Kampagnen beider Kandidaten waren aber durchaus auch von herkömmlichen Wahlkampfinstrumenten wie die persönliche Wähleransprache an Haustür, via Post und Telefon geprägt.</p>
<p>Abgesehen von der erhöhten Internetpräsenz und -nutzung, die der technischen Entwicklung dieses Mediums, seiner Verbreitung und Eignung für den Einsatz wahlkampfrelevanter Methoden entspricht, ist, wie Trentmann überzeugend darlegt, nichts wirklich Neues im amerikanischen Wahlkampf zu entdecken. Insbesondere die Taktik der Demokraten, den Wechsel zu thematisieren und mit ihrem Kandidaten zu verbinden und dem Gegner politischen Stillstand zuzuschreiben, ist eine altbekannte und beliebte Wahlwerbung (18f.).</p>
<p>Trentmann stellt fest: Das Neue besteht lediglich in neuen Instrumenten und Technologien, es gibt keine grundsätzlich neuen Strategien. Damit bleibt der Erkenntnisgewinn begrenzt und die Relevanz der Untersuchung beeinträchtigt, denn Trentmann lässt unklar, wer denn eigentlich von einer Neuartigkeit des Wahlkampfes ausgeht. Die Politikwissenschaft zumindest nicht. Vielmehr schient es sich hier um ein Journalistenurteil zu handeln, das allerdings durchaus revisionsbedürftig ist.</p>
<p>Interessanter wäre es gewesen, zu zeigen, warum der Obama-Wahlkampf und sein Kandidat auch hierzulande ein ungewöhnlich hohes öffentliches Interesse erregte: Deutet es vielleicht trotz der unterschiedlichen politischen Kultur auf ein hier wie dort vorhandenes Sehnen nach charismatischen, scheinbar eindeutig einzuordnenden Politikerpersönlichkeiten hin?</p>
<p>Die Darstellung der Rahmenbedingungen und Wirkung von Wahlkämpfen sowie der Erreichbarkeit der Wähler nimmt die Autorin schulbuchmäßig vor, es fehlen jedoch eine theoretische Grundlegung der Bedeutung und Funktionen von Wahlkampf im politischen System sowie Aussagen über Politikvermittlung, die Rolle und das Verhalten der Medien. Der Arbeit mangelt es schließlich an einer kritischen Perspektive &#8211; auch im Fazit, in dem Trentmann lediglich auf die mögliche Übernahme amerikanischer Methoden für deutsche Parteien eingeht. Die Untersuchung ist außerdem streckenweise überfrachtet mit Zitaten, deren Einsatz nicht immer ersichtlich ist.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Jung, M.: &#8220;Vom Obama lernen heißt siegen lernen? Rahmenbedingungen für Wahlkämpfe in Deutschland&#8221;, in: Picot, A.; Freyberg, A. (Hrsg.): <em>Media Reloaded. Mediennutzung im globalen Zeitalter</em>, Heidelberg 2010, S. 95-102.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.tectum-verlag.de/9978_Nina_Trentmann_Barack_Obama_gegen_John_McCain_Neue_Strategien_im_amerikanischen_Pr&amp;%2365533;sidentschaftswahlkampf_2008_USA_Wahlkampf_Experteninterviews.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.hsu-hh.de/hartmann/index_0SZHbncSJsgnn95c.html" target="_blank">Webpräsenz von Yvonne Kuhn an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg </a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Jan Schmidt: Das neue Netz</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1424</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/1424#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 22:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Wolfgang Schweiger</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1957" title="schmidt2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg" alt="" width="160" height="239" /></a>Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik "UVK – Die Besten" steht im Bereich "Kommunikationswissenschaft" das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker "Massenmedien in Deutschland" auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem 'Longrunner' wie die "Massenmedien", dennoch ist an dem Vergleich etwas dran. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1424">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Wolfgang Schweiger</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1957" title="schmidt2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg" alt="" width="160" height="239" /></a>Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik &#8220;UVK – Die Besten&#8221; steht im Bereich &#8220;Kommunikationswissenschaft&#8221; das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker &#8220;<a href="http://uvk.de/buch.asp?ISBN=9783896694201&amp;WKorbUID=12984503&amp;TITZIF=1505&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Massenmedien in Deutschland</a>&#8221; auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem &#8216;Longrunner&#8217; wie die &#8220;Massenmedien&#8221;, dennoch ist an dem Vergleich etwas dran.</p>
<p>Denn Schmidt bringt – dem Journalisten und früheren DJV-Vorsitzenden Meyn ähnlich – eine wesentliche Voraussetzung für einen solchen Band mit: Er ist nicht nur Kommunikationswissenschaftler und gelernter Soziologe, sondern selbst aktiv im Social Web. Seit Jahren führt er den Blog &#8220;<a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">schmidtmitdete.de</a>&#8220;, wo er sich selbst ironisch als &#8220;hard bloggin&#8217; scientist&#8221; bezeichnet. Entsprechend beginnt das Fazit des Buches zunächst im Twitter-Stil (maximal 140 Zeichen pro Spiegelstrich). Und natürlich gibt es auch einen Blog zum Buch: <a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank">www.dasneuenetz.de</a>. Dort findet man neben persönlichen Bemerkungen und einer so genannten <a href="http://www.dasneuenetz.de/bibliographie" target="_blank">Urlographie</a> mit allen Links auch <a href="http://www.dasneuenetz.de/rezensionen" target="_blank">Rezensionen</a> und Leserreaktionen. Und wie es in der wissenschaftlichen Community so ist, halten sich die Leser weitgehend mit Reaktionen zurück. An dieser Kultur des &#8220;Lieber-Nicht-Diskurses&#8221; jenseits lebenslaufrelevanter Publikationen und jenseits der Biertische an langen Tagungsabenden ändert auch ein Blog als neuer Medienkanal nur wenig.</p>
<p>Damit bin ich beim Inhalt des Buches angelangt, denn genau dies ist eine der zentralen Aussagen: Nicht technische Eigenschaften allein entscheiden darüber, welche Praktiken sich im Umgang mit neuen Medien herausbilden, sondern auch soziale und wirtschaftliche Beziehungen und Verwendungsregeln (47ff.). Nun ist diese Erkenntnis nicht neu – seit vielen Jahren schütteln Sozialwissenschaftler den Kopf über den so genannten Technikdeterminismus, d.h. die naive Annahme mancher Technikentwickler und Ökonomen, neue Techniken würden automatisch neue Nutzerbedürfnisse erzeugen und eine erhöhte Nachfrage hervorrufen. Dennoch ist es immer wieder wichtig, auf die Verschränkungen zwischen technischen und soziokulturellen Rahmenbedingungen und individuellen Gewohnheiten hinzuweisen und diese anhand konkreter Medienbeispiele zu illustrieren. Dies tut das Buch auf vorbildliche Weise.</p>
<p>Ein weiteres Plus: Als halbwegs Internet-sattelfester Leser – als Einstieg in die Materie setzt der Band zu viel voraus – bekommt man einen lesbaren und kurzweiligen Überblick über Techniken, Angebote, Nutzungsroutinen, soziale Zusammenhänge und aktuelle Debatten im und über das Social Web. Apropos Social Web: Während im Untertitel des Bandes vom &#8220;Web 2.0&#8243; die Rede ist (eine Verlagsentscheidung?), entledigt sich Schmidt nach einem kurzen geschichtlichen Abriss recht früh (21) dieses Marketing-Terminus, der obendrein eine Revolution suggeriert – von Version 1.0 zu 2.0 –, die es so nicht gibt. Stattdessen spricht er nur noch vom Social Web.</p>
<p>So informativ, kurzweilig und kompetent das Buch insgesamt ist, aus wissenschaftlich-akademischer Sicht überzeugt es nur teilweise: Schmidt entwickelt in Kapitel drei einen durchaus überzeugenden theoretischen Rahmen zur allgemeinen &#8220;Analyse von Nutzungspraktiken&#8221;. Dieser besagt im Kern, dass sich längerfristige Nutzungspraktiken aus sich wiederholenden Episoden herausbilden, die sich wiederum vom spezifischen Code einer Medienanwendung, den technischen und sozialen Relationen und dauerhaften Verwendungsregeln dieses Mediums ergeben. Der Autor spricht in Anlehnung an Goffman und – diesem folgend – Höflich von einer Rahmung. Ähnliche Ansätze haben auch Hasebrink und der Rezensent vorgelegt. Das Modell wird in diesem Kapitel überzeugend erläutert und durchdekliniert und findet damit sicherlich Beachtung im Fach. Gut gefällt mir auch die Systematik des nachfolgenden Kapitels vier, wo sämtliche Social-Web-Praktiken auf drei zentrale Handlungskomponenten bzw. Funktionen zurückgeführt werden: Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement. Allerdings sollte man diese Liste um ein Unterhaltungsmanagement ergänzen – und ist damit wieder in der klassischen Motiveinteilung des Uses-and-Gratifications-Ansatzes.</p>
<p>Leider werden die beiden genannten Systematiken kaum miteinander verknüpft; man könnte zum Beispiel die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den drei Handlungskomponenten hinsichtlich der Entstehung von Nutzungspraktiken diskutieren. Vor allem aber – und das ist meine einzige gravierende Kritik an dem Band – greift Schmidt die Ideen des &#8216;Theorieteils&#8217; in den nachfolgenden Kapiteln nur noch sporadisch und ein wenig lustlos in den jeweiligen Fazits auf. Zur Gliederung – oder besser: Rahmung – der weiteren Darstellung dienen sie nicht. So wirken die drei letzten Kapitel, in denen es um Phänomene persönlicher Öffentlichkeiten und der Privatsphäre im Social Web geht (Kapitel fünf), um die &#8220;Erweiterung professionell hergestellter Öffentlichkeiten&#8221; (fokussiert auf Journalismus und politische Kommunikation; Kapitel sechs) und um den &#8220;Umgang mit Informationen und Wissen&#8221; (am Beispiel von Social Tagging und Wikipedia; Kapitel sieben), etwas beliebig zusammengestellt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch hier trägt Schmidt eine Fülle eigener und fremder empirischer Befunde zusammen, diskutiert sie kompetent und zeichnet so ein durchgehend plastisches Bild des jeweiligen Themengebiets.</p>
<p>Fazit: Schmidt ist einer der wenigen Soziologen bzw. Kommunikationswissenschaftler, die das Social Web nicht nur vollständig kennen, verstehen und mit Begeisterung nutzen, er analysiert es auch nüchtern und weitgehend objektiv. &#8220;Das neue Netz&#8221; ist gegenwärtig sicherlich die beste Publikation zum derzeitigen Modethema, auch wenn das Buch eher deskriptiv und erklärend geraten ist. Aus wissenschaftlicher Sicht steht zu hoffen, dass Schmidt sein Potenzial nutzt und bald einen in sich schlüssigeren theoretisch-empirischen Buchbeitrag vorlegt – zuzutrauen ist es ihm.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641463&amp;WKorbUID=267828&amp;TITZIF=2268&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank">Weblog zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/mitarbeiter/dr-jan-hinrik-schmidt" target="_blank">Webpräsenz von Jan Schmidt am Hans-Bredow-Institut</a></li>
<li><a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">Persönliches Weblog von Jan Schmidt</a></li>
<li><a href="http://www.tu-ilmenau.de/fakmn/Wolfgang-Schweiger.9966.0.html?&amp;L=0" target="_blank">Webpräsenz von Wolfgang Schweiger an der TU Ilmenau</a></li>
<li><a href="http://www.wolfgang-schweiger.de/" target="_blank">Persönliche Homepage von Wolfgang Schweiger</a></li>
</ul>
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		</item>
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		<title>Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/459</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/459#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 14:36:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Philomen Schönhagen</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1695" title="schulzetal2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/schulzetal2008.jpg" alt="schulzetal2008" width="161" height="230" />Der Band zur Jahrestagung der DGPuK 2008 in Lugano enthält unterschiedlichste Beiträge aus verschiedenen Forschungsgebieten des Fachs, wie bei solch breit angelegten Konferenzen nicht anders zu erwarten ist. Zudem war in diesem Fall die "Vielfalt" der Kommunikationswissenschaft ausdrücklich Programm. Allerdings muss man feststellen, dass der Tagungsband diese Vielfalt, jedenfalls mit Blick auf theoretische Perspektiven und Fachtraditionen, deutlich weniger widerspiegelt, als dies bei der Tagung der Fall war. Das Gros der Beiträge, ebenso wie der Autorinnen und Autoren, ist der zentralen sozialwissenschaftlichen Fachtradition zuzurechnen. Man erhält jedoch durchaus interessante Einblicke in die Vielfalt der kommunikationswissenschaftlichen Forschung. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/459">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Philomen Schönhagen</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1695" title="schulzetal2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/schulzetal2008.jpg" alt="schulzetal2008" width="161" height="230" />Der Band zur Jahrestagung der DGPuK 2008 in Lugano enthält unterschiedlichste Beiträge aus verschiedenen Forschungsgebieten des Fachs, wie bei solch breit angelegten Konferenzen nicht anders zu erwarten ist. Zudem war in diesem Fall die &#8220;Vielfalt&#8221; der Kommunikationswissenschaft ausdrücklich Programm. Allerdings muss man feststellen, dass der Tagungsband diese Vielfalt, jedenfalls mit Blick auf theoretische Perspektiven und Fachtraditionen, deutlich weniger widerspiegelt, als dies bei der Tagung der Fall war. Das Gros der Beiträge, ebenso wie der Autorinnen und Autoren, ist der zentralen sozialwissenschaftlichen Fachtradition zuzurechnen. Man erhält jedoch durchaus interessante Einblicke in die Vielfalt der kommunikationswissenschaftlichen Forschung. Fragen der &#8220;Identität&#8221; des Faches –  ebenso Programm der Tagung und Teil des Titels – sind explizit nur in den vier fachhistorischen Beiträgen des ersten Teils (<em>Fabian Schäfer</em>, <em>Erik Koenen</em>, <em>Maria Löblich/Senta Pfaff-Rüdiger</em>, <em>Stefanie Averbeck-Lietz</em>) sowie in der Bestandsaufnahme kultur- und praxistheoretischer Konzepte von <em>Johannes Raabe</em> Thema.</p>
<p>Die von den Herausgebern angestrebte Gliederung in drei Teile – einen ersten zum Fach und seiner Theorieentwicklung, einen zweiten mit Blick auf (theoretische) Ansätze und Teilgebiete des Fachs und einen dritten zu empirischen Studien – ist nur bedingt nachvollziehbar. So würde der Beitrag von <em>Patrick Donges</em>, der aus einer interdisziplinären Perspektive grundlegende Definitionsprobleme der Politischen Kommunikation diskutiert, besser in den zweiten Teil passen, ebenso wie der bereits erwähnte Aufsatz von Johannes Raabe (theoretische Ansätze). Im zweiten Teil wiederum sind zwei Beiträge enthalten, die Ergebnisse empirischer Studien präsentieren (<em>Olaf Jandura/Constanze Rossmann</em> sowie <em>Sabrina Bresciani/Martin J. Eppler</em>) und somit besser im dritten Teil zu verorten wären.</p>
<p>Da die Rezension eines derart vielfältigen Bandes mit insgesamt 17 Beiträgen (ausgewählt aus 63 Vorträgen, wie der Einleitung zu entnehmen ist) unmöglich ins Detail gehen kann, soll im Folgenden vor allem die oben begonnene Übersicht zu den einzelnen Aufsätzen vervollständigt werden.</p>
<p>Interessante Einblicke in die Ideen- bzw. Theoriegeschichte des Fachs aus einer transnationalen Perspektive bieten drei Beiträge (im ersten Teil): Die Diskussion des Begriffs bzw. Konzepts von öffentlicher Meinung in der japanischen Kommunikations- bzw. Zeitungswissenschaft der 1920er und -30er Jahre, die <em>Fabian Schäfer</em> ebenso beleuchtet wie deren Wechselwirkungen mit dem deutschen Fach bzw. einzelnen Vertretern desselben, ist für viele Leser sicher neu. <em>Erik Koenen</em> gibt einen Überblick über die Fachgeschichte in Skandinavien mit Schwerpunkt auf Finnland, wobei die wechselnden internationalen Einflüsse sowie die enge &#8220;Nordic Co-Operation&#8221; der skandinavischen Länder im Mittelpunkt stehen. <em>Stefanie Averbeck-Lietz</em> veranschaulicht kenntnisreich die unterschiedliche, aber komplementäre Rezeption des Konstruktivismus in der deutsch- und französischsprachigen Kommunikationswissenschaft. Sie führt diese vor allem auf die unterschiedlichen Fachtraditionen mit der in Frankreich stärker sprach- und handlungstheoretischen sowie wissenssoziologischen Orientierung und auf die je eigene Rezeption amerikanischer Literatur zurück. Der vierte fachhistorische Beitrag fokussiert dagegen nur auf Deutschland: Die Inhaltsanalyse der wissenschaftlichen Aufsätze in der &#8220;<a href="http://www.publizistik-digital.de" target="_blank">Publizistik</a>&#8221; der Jahre 1956 bis 1980, deren Ergebnisse <em>Maria Löblich</em> und <em>Senta Pfaff-Rüdiger</em> präsentieren, unterstreicht einmal mehr, dass sich eine verstärkt empirisch-sozialwissenschaftliche Perspektive eher langsam, in einem &#8220;evolutionären Prozess&#8221; durchgesetzt  hat (61).</p>
<p><em>Jörg Matthes</em> gibt einen Überblick über die Framing-Forschung und stellt Ergebnisse einer Meta-Analyse diesbezüglicher Studien vor, welche die Disparität des Ansatzes veranschaulichen. Daraus leitet er Anregungen für ein Forschungsprogramm mit einheitlichen Begrifflichkeiten ab. <em>Inga Huck</em>, <em>Oliver Quiring</em> und <em>Hans-Bernd Brosius </em>widmen sich, auf der Basis eines kurzen Forschungsüberblicks, der Weiterentwicklung des Agenda-Setting-Ansatzes. Sie schlagen ein Modell vor, das Wahrnehmungsphänomene wie insbesondere den Third-Person-Effekt einbezieht. <em>Benjamin Krämer</em>, <em>Thorsten Schroll</em> und <em>Gregor Daschmann</em> legen Möglichkeiten zur Verbesserung multivariater Datenanalysen mittels künstlicher neuronaler Netze dar, die in anderen Fächern bereits ein eingeführtes &#8220;statistisches Werkzeug&#8221; (179) seien. Dabei skizzieren sie kurz Beispiele aus verschiedenen Forschungsfeldern.</p>
<p>Die übrigen Beiträge (im zweiten und dritten Teil des Bandes) stellen Ergebnisse diverser empirischer Studien vor. Vier der Aufsätze weisen eine internationale Perspektive auf: <em>Joachim Trebbe</em> und <em>Jens Woelke</em> identifizieren in den Programmstrukturen der öffentlich-rechtlichen bzw. öffentlich-konzessionierten Fernsehsender Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zwei unterschiedliche Strategien (komplementäre Formatierung der Programme eines Veranstalters oder Profilierung &#8220;gegeneinander&#8221;, 209). <em>Kevin Grieves</em> zeigt anhand einer qualitativen Befragung grenzüberschreitend arbeitender Journalisten in der deutsch-französisch-luxemburgischen Region Saar-Lor-Lux, welche Schwierigkeiten die interkulturelle Zusammenarbeit in sich birgt und dass erfolgreiche Kooperation stark auf persönlichen Kontakten basiert. <em>Manuel Puppis</em> untersucht, ausgehend von der neoinstitutionalistischen Organisationstheorie, wie die Presseräte Deutschlands, der Schweiz, Großbritanniens und Irlands auf Anforderungen ihrer Umwelten reagieren (Anpassung von Strukturen und Prozessen). <em>Uwe Hasebrink</em> schließlich legt die Konzeption einer international vergleichenden Meta-Studie zur Onlinenutzung von Kindern und Jugendlichen in 21 Ländern dar.</p>
<p>Weiter präsentieren <em>Olaf Jandura</em> und <em>Constanze Rossmann</em> eine Inhaltsanalyse zum Thema Gesundheit in Boulevardmagazinen des deutschen Fernsehens. Untersucht wurden die Häufigkeit von Gesundheitsthemen (ca. 10% aller Beiträge), die Akteure (mehrheitlich Männer, außer beim Subthema Schönheitsoperationen), das Emotionalisierungspotenzial (&#8220;im Mittelfeld&#8221;, 159) sowie die Publikumsorientierung der Beiträge (hoch). Im einzigen englischsprachigen Beitrag identifizieren <em>Sabrina Bresciani</em> und <em>Martin J. Eppler</em> Grenzen der Visualisierung komplexer Informationen. Auf der Basis einer Literaturübersicht und der Ergebnisse aus Interviews sowie einer Gruppendiskussion mit Experten erarbeiten sie eine Klassifikation der (kognitiven, emotionalen und sozialen) Risiken bzw. Probleme graphischer Darstellungen, die Designer- und Nutzer-induziert sein können. Methodisch besonders interessant ist der Beitrag von <em>Markus Lehmkuhl</em>, der in einem kleinen Dorf des Landkreises Oldenburg die Einflüsse sozialer Netzwerke auf die Adoption neuer Telekommunikationstechniken erforscht und dabei gut zwei Drittel der Einwohner befragt hat. <em>Gerhard Vowe</em> und <em>Marco Dohle</em> schließlich prüfen mit der Mediatisierungsthese eine hoch aktuelle theoretische Perspektive. Dazu führten sie eine Längsschnittanalyse deutscher Parlamentsdebatten durch, wobei sie auf die Entwicklung der (Medien-)Referenzen der Redner fokussieren. Die Mediatisierungsthese können sie mit ihren Ergebnissen nur teilweise bestätigen.</p>
<p>Wie eingangs bereits vorweggenommen, bietet der Tagungsband somit vielfältige Einblicke in die Forschung des Faches – von der Fach- und Theoriegeschichte über Politische Kommunikation, verschiedene theoretische Ansätze und methodische Entwicklungen bis hin zu Visueller und Gesundheitskommunikation, Journalismus-, Fernseh-, Mediennutzungs- und Diffusionsforschung. Sollte man aufgrund des Titels einen Gesamtüberblick über das Fach Medien- und Kommunikationswissenschaft und/oder eine vertiefte Diskussion zur Identität desselben erwarten, würde man jedoch enttäuscht.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641470&amp;WKorbUID=7000006&amp;TITZIF=2266&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.usi.ch/personal-info?id=272" target="_blank">Webpräsenz von Peter J. Schulz an der Università della Svizzera italiana</a></li>
<li><a href="http://www.usi.ch/personal-info?id=1043" target="_blank">Webpräsenz von Uwe Hartung an der Università della Svizzera italiana</a></li>
<li><a href="http://www.usi.ch/personal-info?id=1140" target="_blank">Webpräsenz von Simone Keller an der Università della Svizzera italiana</a></li>
<li><a href="http://www.unifr.ch/mukw/mukw07/index.php?page=prof-dr-philomen-schonhagen" target="_blank">Webpräsenz von Philomen Schönhagen an der Universität Fribourg (CH)</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Markus Rhomberg: Politische Kommunikation</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1075</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/1075#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 16:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Moritz Ballensiefen</em>

<img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/Rhomberg2008.jpg" alt="Rhomberg2008" title="Rhomberg2008" width="160" height="230" />Ein Lehrbuch zu schreiben, ist immer eine besondere Herausforderung. Ein komplexer Themenausschnitt muss so aufbereitet werden, dass er eine studentische Zielgruppe anspricht und einen thematischen Einblick liefert. Die Herausforderung besteht darin, Informationen zu verdichten, Zusammenhänge zu erklären und einzuordnen. Kaum ein anderer Bereich in der Politikwissenschaft bringt momentan derart viele Lehrbücher hervor wie die politische Kommunikation. Kein Wunder, denn durch die Etablierung neuer Medienformate hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur die politische Informationsaufnahme grundlegend verändert, sondern auch das Instrumentenset der Politikvermittlung. Markus Rhomberg stand mit seinem Lehrbuch also vor der Aufgabe, einen äußerst aktiven und interdisziplinären Bereich der politischen Wissenschaft in einer Umbruchphase aufzuarbeiten. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1075">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Moritz Ballensiefen</em></p>
<p><img title="Rhomberg2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/Rhomberg2008.jpg" alt="Rhomberg2008" width="160" height="230" />Ein Lehrbuch zu schreiben, ist immer eine besondere Herausforderung. Ein komplexer Themenausschnitt muss so aufbereitet werden, dass er eine studentische Zielgruppe anspricht und einen thematischen Einblick liefert. Die Herausforderung besteht darin, Informationen zu verdichten, Zusammenhänge zu erklären und einzuordnen. Kaum ein anderer Bereich in der Politikwissenschaft bringt momentan derart viele Lehrbücher hervor wie die politische Kommunikation. Kein Wunder, denn durch die Etablierung neuer Medienformate hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur die politische Informationsaufnahme grundlegend verändert, sondern auch das Instrumentenset der Politikvermittlung. Markus Rhomberg stand mit seinem Lehrbuch also vor der Aufgabe, einen äußerst aktiven und interdisziplinären Bereich der politischen Wissenschaft in einer Umbruchphase aufzuarbeiten.</p>
<p>Der Autor stellt sich die ehrgeizige Aufgabe, als Zielgruppe sowohl BA- als auch MA-Studierende der Politikwissenschaft sowie der Publizistik-, der Medien- und der Kommunikationswissenschaften zu definieren. Um das komplexe Thema einzugrenzen und zu strukturieren, gliedert er das Buch nach einem Trichtermodell: Die ersten beiden Kapitel sollen einen Überblick der kommunikativen Grundstrukturen liefern sowie die Entstehung und gesellschaftliche Verflechtung des Mediensystems zusammenfassen. Die folgenden Kapitel spezifizieren die Vorbemerkungen in sechs Teilbereichen. Diese Einteilung ist nachvollziehbar und auch durchaus sinnvoll, allerdings ist fraglich, warum der zentrale Punkt der Legitimation erst im Abschlusskapitel eigenständig auftaucht und dann lediglich einen Umfang von acht Seiten beträgt. Insgesamt nehmen dadurch die einführenden Kapitel einen überproportional großen Stellenwert ein, was den Nutzen der Lektüre für Masterstudenten erheblich einschränkt.</p>
<p>Der Autor nähert sich der Thematik aus medien- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive, was der Ausarbeitung durchaus gut tut und in diesem stark interdisziplinären Forschungsbereich einen essenziellen Mehrwert liefert. Rhomberg setzt diesen Blickwinkel stringent durch und macht die Inhalte auch für fachfremde Bachelorstudenten einfach nachvollziehbar. Der Schreibstil des Autors ist der Zielgruppe angepasst und sehr gut lesbar. Das Einführungskapitel weicht jedoch vom sonstigen Stil ab und orientiert sich zu stark an den Standardwerken der politischen Kommunikation. Die angeführten Beispiele sind zwar als Einführung durchaus geeignet, aber teilweise wenig originell (15). Hervorzuheben sind die visuellen Elemente, mit denen der Autor den Inhalt didaktisch hervorragend aufbereitet. In Tafelbildmanier sind die Grafiken freihandgezeichnet und beschriftet, stellenweise wäre jedoch eine engere Verknüpfung zwischen Grafik und Text wünschenswert gewesen (30). Zitate und Zusammenfassungen sind zudem besonders im Format hervorgehoben und geben den Kapiteln eine weitere Struktur. Auch wenn einige Merksätze durchaus kürzer zu fassen gewesen wären, erfüllen diese Elemente ihre Funktion. Hinzu kommen Diskussionsfragen, die am Ende jedes Kapitels formuliert werden und dem Leser dabei helfen können, sich für spätere Prüfungen zu munitionieren.</p>
<p>Die Auswahl der vorgestellten Literatur ist ausgewogen und für den Leser zielführend. Auffällig ist die häufige Verwendung englischsprachiger Originalzitate. Für fachfremde Bachelorstudenten wird dadurch an einigen Stellen die Aufnahme der Informationen unnötig erschwert. An einigen Stellen geben die Lektüretipps lediglich mehrere Quellen eines einzelnen Autoren wieder (68, 76). Hier wäre es durchaus sinnvoll gewesen, auch weitere Texte aus der Diskussion der vorgestellten Ansätze hinzuzufügen. Insgesamt sind die Literaturhinweise aber aktuell und gut gewählt.</p>
<p>Durch das vom Autor gewählte Trichtermodell werden einige Facetten der politischen Kommunikation intensiver vorgestellt als andere. Der zentrale Punkt der aktuellen Diskussion darüber, welche Prozesse die politische Kommunikation im Hinblick auf die Partizipation der Bürger und ihr verändertes Informationsverhalten durchläuft, taucht dabei erst im zweiten Teil des Buches auf. Leider wird der Fokus nur teilweise auf die eigentliche Hochphase politischer Kommunikation – die Phase der Wahlkämpfe – gerichtet. Auch lässt der Autor folgende Frage, die sich dem Leser unweigerlich aufdrängt, weitestgehend unbeantwortet: Wie wirken sich neue Medienformate (<em>going online</em> statt <em>going public</em>) auf die politische (Wahl-)Kommunikation aus und welchen Stellenwert nehmen dabei Bilder in Medien und Kampagnen als Image- und Informationsträger ein?</p>
<p>Fazit: Rhombergs Lehrbuch ist eine kompakte, lesenswerte und gute Einführung in den komplexen Themenbereich der politischen Kommunikation. Besonders geeignet ist sie für fachfremde Bachelorstudenten, die – vor allem aus medienwissenschaftlicher Sicht – einen Einstieg ins Themenfeld suchen. Die didaktische Aufbereitung ist innovativ und gut nachvollziehbar. Für Masterstudenten der politischen Wissenschaft eignet sich diese Einführung jedoch nur bedingt, da eine ausführliche Anbindung an aktuelle Diskussionen und Entwicklungen stellenweise zu kurz kommt.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.utb.de/katalog_suchen_detailseite.jsp?buchid=1951" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.zeppelin-university.de/deutsch/lehrstuehle/medienwissenschaft/rhomberg_cv.php" target="_blank">biographische Informationen zu Markus Rhomberg</a></li>
<li><a href="http://www.nrwschool.de/xd/public/content/index.html?pid=192" target="_blank">Webpräsenz von Moritz Ballensiefen an der NRW School of Governance</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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