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Clemens Sedmak: Mensch bleiben in der Politik

Rezensiert von Martha Kuhnhenn

Einzelrezension
Sie sollen authentisch sein, aber keine Fehler machen. Sie sollen sichere Entscheidungen treffen, aber möglichst schnell. Sie sollen politische Kompetenz zeigen, aber Mensch bleiben. Die mitunter widersprüchlichen Herausforderungen, denen sich Politiker stellen müssen, bilden den Ausgangspunkt des Buches von Clemens Sedmak (2016). Der Präsident des Internationalen Forschungszentrums für soziale und ethische Fragen in Salzburg will neben den Ansprüchen des politischen Betriebs auch Möglichkeiten aufzeigen, wie man diesen begegnen kann. Dazu präsentiert und reflektiert er Aussagen aus 15 Interviews mit Politikern, die für diese Publikation geführt wurden, und verknüpft sie in seiner essayistischen Analyse mit Klassikern der antiken Rhetorik, Standardwerken der Politikwissenschaft, Philosophie und Sozialwissenschaft sowie aktuellen Quellen. Mehr

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Sollten Journalisten ‘belangbar’ sein?

Ein Essay von Siegfried Weischenberg

Anmerkungen zum Zustand der Medien- und Journalismuskritik – aus Anlass der Generalabrechnung eines Politikwissenschaftlers

Die UnbelangbarenEinzelrezension
Die Kritik am Journalismus und seinen Protagonisten ist so alt wie der (moderne) Journalismus selbst. Da gab es schon vor mehr als 150 Jahren – in Gustav Freytags Lustspiel Die Journalisten (1853) – den Schmock als Prototyp des Schmierlappen, gefolgt von (mehr oder weniger) kulturkritischen Analysen zu den aufkommenden Massenmedien durch besorgte frühe Zeitungskundler; Max Weber gehörte einige Zeit später zu den Wenigen, die Pauschalurteile über die Zunft öffentlich als ungerecht bezeichneten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von Philosophen und anderen, die sich Gedanken machten über die junge Demokratie und ihre Zukunft, gefragt, ob die Bevölkerung richtig informiert werde, so dass sie vernünftige Wahlentscheidungen treffen könne. In den 1970er Jahren geriet dann der öffentlich-rechtliche Rundfunk ins Visier vor allem konservativer Kritiker, die glaubten, dass die Bundestagswahl 1976 durch einseitige Berichterstattung linksliberaler TV-Journalisten zu Ungunsten der CDU/CSU beeinflusst worden sei. Im Jahrzehnt darauf musste man eher befürchten, dass diese Medienakteure so sehr domestiziert worden waren, dass Kritik und Kontrolle der Politik kaum noch stattfand; gleichzeitig wurde das duale Rundfunksystem auf den Weg gebracht, wovon sich insbesondere konservative Politiker und katholische Geistliche mehr ‘Ausgewogenheit’ versprachen. Die SPD hatte sich diesen ‘neuen Medien’ zumindest nicht verweigert. Mehr

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Basiswissen für die Medienpraxis

Rezensiert von Markus Paul

Sport-BasiswissenEinzelrezension
Eine Umkleidekabine in den Katakomben eines Fußball-Stadions. Es ist Pause. Man sieht eine Toilette. Hier erleichtern sich zwei Spieler, dazwischen der Moderator eines Sportsenders. Dann kommt der Werbespruch: “Mittendrin statt nur dabei”. Der Spot ist zum geflügelten Wort geworden – und er beschreibt ein strukturelles Grunddilemma des gesamten Sportjournalismus: die richtige Balance von Distanz und Nähe. Und gerade der Sportjournalismus krankt daran, oftmals allzu nah zu sein. Denn wer mittendrin ist, behält selten den Überblick. Ein denkbar schlechter Standort für Journalisten. Mehr

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Patrick Rademacher: Politische Inhalte im Internet

Rezensiert von Ulrike Klinger

Einzelrezension
Patrick Rademacher hat eine ebenso aktuelle wie spannende und methodisch herausfordernde Frage gestellt: Welche Bedeutung kommt dem Internet in der Politikvermittlung zu und welche Rolle spielen dabei die Anbieter und Nutzer politischer Informationen? Er verfolgt das Ziel, nicht eine Detailbetrachtung, sondern ein Gesamtbild der verschiedenen beteiligten Akteure unter Einbezug unterschiedlicher Perspektiven abzuliefern. Da sich ein solcher Anspruch kaum realisieren lässt, wird wenig später verständlicherweise doch konkretisiert: zwei Schweizer Volksabstimmungen (Unternehmensteuerreform II und Einbürgerungsinitiative, beide 2008) werden für die empirische Untersuchung herangezogen. Mehr

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Susanne Fengler; Bettina Vestring: Politikjournalismus

Rezensiert von Mathias Rentsch

Einzelrezension
Es ist kein leichtes Vorhaben, in einem Lehrbuch die Sichtweisen von Praktikern und Wissenschaftlern auf einen bestimmten Gegenstand stimmig zusammenzuführen und damit gegenüber den vielen Praktiker- ratschlägen auf der einen und der Fülle wissenschaftlicher Betrachtungen auf der anderen Seite einen Mehrwert zu schaffen. Susanne Fengler und Bettina Vestring haben dies nun für den Politikjournalismus versucht – und es ist ihnen im Großen und Ganzen auch geglückt. Die beiden Autorinnen wissen, wovon sie schreiben, denn sie kennen das Berufsfeld der Politikjournalisten genau: Die Kommunikations- wissenschaftlerin Susanne Fengler hat viele Jahre in der politischen Kommunikation und als reie Journalistin gearbeitet. Bettina Vestring ist Redakteurin bei der Berliner Zeitung und dort als Volontärsausbilderin für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich. Mehr

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Dorothea Marx: Landtagsabgeordnete im Fokus der Medien

Rezensiert von Werner J. Patzelt

marx2009Einzelrezension
Mit Fug und Recht hat Dorothea Marx ihre Magisterarbeit veröffentlicht. Deren Kern ist eine Online-Befragung aller deutschen Landtagsabgeordneten entlang der Fragestellung, wie vertraut, wie verständnisvoll und wie unabhängig ihr Verhältnis zu Journalisten sei. Es geht auch in Ordnung, dass dieses Verhältnis nur aus der Warte der Abgeordneten, nicht aber spiegelbildlich auch aus jener der Journalisten untersucht wird. Letzteres ist Sache einer Dissertation oder eines eigenen Forschungsprojekts. 568 von 1841 deutschen Landtagsabgeordneten beteiligten sich an der hier publizierten Umfrage, also knapp ein Drittel, was tatsächlich als ein guter Schnitt gelten kann. Methodisch wird diese Umfrage im vorliegenden Band vorzüglich dokumentiert – und zwar bis hin zur Wiedergabe des Fragebogens samt Grundauszählung. Mehr

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