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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Medientheorie</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
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		<title>Stefan Rieger; Jens Schröter (Hrsg.): Das holographische Wissen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2483</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 11:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Bildgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hologramm]]></category>
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		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
		<category><![CDATA[optische Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Yvonne Schweizer
</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2483"><img class="alignleft size-full wp-image-3562" title="Rieger&#38;Schröter2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/RiegerSchröter2009.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Jonathan Crarys Buch <i>Techniques of the Observer</i> lieferte 1990 den programmatischen Auftakt: Der Methode Foucault'scher Diskursanalyse verpflichtet, entstand ein dichter Abriss über vereinzelte optische Apparate des 19. Jahrhunderts, gespickt mit wissenschaftshistorischen Exkursen zur Genese des modernen Subjekts. Seit Crarys Buch sind weitere optische Geschichten geschrieben worden. Die meisten gehen allerdings in Hinblick auf bestimmte Bilder exkludierend vor: Selten werden Bilder in den Blick genommen, die nicht der geometrischen Optik und deren Darstellungskonvention und Bildherstellung folgen. Bei diesen Bildern, die ein "erhebliches Irritationspotential für die Bildgeschichte bzw. -theorie" bieten, setzt der Sammelband <em>Das holographische Wissen</em> von Stefan Rieger und Jens Schröter an. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2483">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Yvonne Schweizer<br />
</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2483"><img class="alignleft size-full wp-image-3562" title="Rieger&amp;Schröter2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/RiegerSchröter2009.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Jonathan Crarys Buch <em>Techniques of the Observer</em> lieferte 1990 den programmatischen Auftakt: Der Methode Foucault&#8217;scher Diskursanalyse verpflichtet, entstand ein dichter Abriss über vereinzelte optische Apparate des 19. Jahrhunderts, gespickt mit wissenschaftshistorischen Exkursen zur Genese des modernen Subjekts. Seit Crarys Buch sind weitere optische Geschichten geschrieben worden. Die meisten gehen allerdings in Hinblick auf bestimmte Bilder exkludierend vor: Selten werden Bilder in den Blick genommen, die nicht der geometrischen Optik und deren Darstellungskonvention und Bildherstellung folgen. Bei diesen Bildern, die ein &#8220;erhebliches Irritationspotential für die Bildgeschichte bzw. -theorie&#8221; (9) bieten, setzt der Sammelband <em>Das holographische Wissen</em> von Stefan Rieger und Jens Schröter an.</p>
<p>Die beiden Herausgeber kompilieren insgesamt elf Aufsätze zu einer optischen Geschichte der Holographie. Dabei soll das Wissen um das holographische Medium abgebildet werden: Ziel sei es, dieses &#8220;hinsichtlich seiner Wissenschaftsgeschichte, seiner Theorie, seiner Funktionen und seiner Ästhetik zu betrachten&#8221; (11). Unerlässlich scheint dafür die Untersuchung des Bildverfahrens im Lichte einer &#8220;Epistemologie der Medien- und Bildwissenschaft&#8221; (11), denn: holographische Medien seien zwar durch Masseneinsatz auf Kreditkarten und Ausweisen omnipräsent, blieben aber von der Medien- und Bildwissenschaft bisher unbeachtet (hierzu: Jens Schröter).</p>
<p>Mit diesem Programm verfolgen die beiden Editoren ein ambitioniertes Projekt; die Erfüllung dessen gelingt ihnen auf äußerst vielschichtige und anregende Weise. Mit den elf Beiträgen treten heterogene, sich im Gesamtbild aber sinnvoll ergänzende Perspektiven in den Blick, die die vielseitige Annäherung an ein Bildphänomen beleuchten. Der Band kann nicht nur mit einem optimalen Lektorat, einem gelungen Layout und einer hochwertigen Ausstattung aufwarten (z. B. Farbtafeln, die allerdings implizit ein Problem des holographischen Verfahrens – das der Nicht-Reproduzierbarkeit durch Fotografie – vor Augen stellen). Das Buch bietet auch die deutsche Erstveröffentlichung des 1948 in <a href="http://www.nature.com/" target="_blank">Nature</a> erschienenen Aufsatzes von Dennis Gabor, dem Erfinder der Holographie. Eindeutige Benennung, wissenschaftliche Ausrichtung und Nutzen des neuen technischen Verfahrens – das verdeutlicht der Aufsatz – waren zu dieser frühen Zeit noch nicht endgültig festgelegt. So beginnt die Geschichte der Holographie mit der Suche nach einem geeigneten Anwendungsgebiet.</p>
<p>Dies beleuchten zu Beginn zwei wissenschaftshistorische Abrisse. Ana Ofak und Sean F. Johnston zeigen, wie für das holographische Medium zuerst ein Feld gefunden werden musste, in dem sich das technische Verfahren im Wissenschaftsbetrieb etablieren konnte. Ofak zeichnet dabei scharfsinnig die Positionierungsversuche Dennis Gabors nach. Des Weiteren führt sie den Begriff der &#8220;Mikromedien&#8221; (23) ein, verstanden als Sinnbilder für den wechselhaften und langwierigen Prozess der wissenschaftlichen Entwicklung der Holographie wie für die Struktur des Hologramms selbst. Sean F. Johnston rekonstruiert in seinem Beitrag die spannende wissenschaftliche Entstehungsgeschichte der Holographie. Er macht den Leser nicht nur  – wie der Titel seines Aufsatzes verrät – mit dem militärischen Kontext der Bildtechnik vertraut, sondern beleuchtet die Geschichte amerikanischer Protestkultur als einen Gegenpart, der das noch junge holographische Verfahren als Argumentationsbasis begreift. Die wechselhafte Geschichte des Mediums verdeutlicht Johnston so anhand des Zwecks für die jeweilige Nutzerschaft.</p>
<p>Jens Schröter bietet in seinem Aufsatz eine mit der Fachgeschichte der Medien- und Bildwissenschaft zusammenhängende Antwort auf die bisherige Exklusion bestimmter Medien. Die Holographie sei in erster Linie ein optisches Medium, kein visuelles, was sie insbesondere für die kultur- und ästhetikorientierte Medienwissenschaft zu einem randständigen Untersuchungsgegenstand mache (78). In ihrer massenmedialen Verwendung komme ihr vor allem die Funktion der reproduktionssicheren Abbildung zu. Schröters Beitrag liefert damit ein überzeugendes Plädoyer für eine &#8220;Geschichte der Medien im Hintergrund&#8221; (86). Auch Stefan Riegers Beitrag geht von der Holographie als einer Alternative zu bestehenden optischen Geschichten aus: In einem Abriss zur Metapherngeschichte, die den Entstehungsprozess der Holographie begleitet, stellt er dar, dass diese als ein Medium gedeutet wurde, das von anthropozentrischen Bestimmungen abstrahiere (103). Als Metapher für ein vollständig speicherndes Gedächtnis bemüht, steht das holographische Verfahren für eine Gegenposition zur zentralperspektivischen Positionierung des Subjekts.</p>
<p>Oliver Fahles Beitrag ordnet die bildtheoretischen Grundlagen der Holographie zwischen Schein und Sichtbarem. Er klassifiziert das holographische Bild als ein solches, das seinen Gegenstand nur als Lichtschein zeige (130). Das Licht sei im holographischen Verfahren gleichsam Bildträger, wie es den Bildgegenstand konstituiere (131). Abgesehen davon sei es geeignet, Prozesse des Sehens zu verdeutlichen: Prozesse, die den sichtbaren holographischen Gegenstand allererst hervorbringen. Diese um den Betrachter zentrierten Überlegungen greifen auch zwei Beiträge auf, die sich mit künstlerischen Versuchen auseinandersetzen. Gabriele Schmid deutet die Holographie als ein Medium, dem das Performative eigne (161). Schmid knüpft an einer Verschiebung des autonomen Werkbegriffs hin zu einem der kommunikativen Rezeption an, was sie anhand der Installation <em>In-Between</em> des kanadischen Künstlers Philippe Boissonnet verdeutlicht. Norman Bryson folgert anhand einer Installation mit dem Titel <em>Bibliomancy</em> die zeitliche Verortung der Holographie. Hologramme, so Bryson, bildeten wie Bücher den Horizont ihrer Rezeption ab und existierten daher nur in der Zeit ihrer Betrachtung (159).</p>
<p>Herausgeber und Autoren greifen aktuelle Diskurse der Bild- und Medienwissenschaft auf und führen diese in einer runden Wissensgeschichte um ein zu kurz gekommenes Medium zusammen. Der Band beweist: Sich um die Stiefkinder der Mediengeschichte zu kümmern, schafft interdisziplinäre Anschlussfähigkeit und reflektiert allzu eingefahrene Muster der Disziplinen.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Crary, J.: <em>Techniques of the Observer. On Vision and Modernity in the 19th Century</em>. Cambridge/Mass. u.a. [MIT Press] 1990.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.diaphanes.de/scripts/buch.php?ID=175" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.ruhr-uni-bochum.de/ifm/institut/mitarbeiterinnen/prof_rieger.html" target="_blank">Webpräsenz von Stefan Rieger an der Ruhr-Universität Bochum</a></li>
<li><a href="http://www.uni-siegen.de/fb3/personen/schroeter_jens/?lang=de" target="_blank">Webpräsenz von Jens Schröter an der Universität Siegen</a></li>
<li><a href="http://www.uni-tuebingen.de/uni/aki/html/mitarbeiter/schweizer.html" target="_blank">Webpräsenz von Yvonne Schweizer an der Eberhard Karls Universität Tübingen</a></li>
</ul>


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		<title>Oliver Fahle; Michael Hanke; Andreas Ziemann (Hrsg.): Technobilder und Kommunikologie</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3126</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 09:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Sonja Yeh</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3127"><img class="alignleft size-full wp-image-3127" title="Fahle et al.2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/06/Fahle-et-al.2009.jpg" alt="" width="160" height="259" /></a>Der von Oliver Fahle, Michael Hanke und Andreas Ziemann herausgegebene Sammelband <em>Technobilder und Kommunikologie. Die Medientheorie Vilém Flussers</em> ist aus der internationalen Flusser-Tagung, die unter dem Titel "Die Medien- und Bildtheorie Flussers" an der <a href="http://www.uni-weimar.de/cms/index.php?id=1" target="_blank">Bauhaus-Universität Weimar</a> 2007 stattfand, hervorgegangen. Hauptanliegen des Sammelbandes ist es, die heutige Relevanz und das theoretische Potenzial Flussers herauszustellen. Dies ist den Autoren hervorragend gelungen. Der Sammelband teilt sich in zwei zentrale Themenfelder: die Kommunikologie und die Technobilder. Diese Aufteilung wird von den Herausgebern zunächst inhaltlich-thematisch begründet, da diese zwei Konzepte als Flussers "medienwissenschaftlich anschlussfähigsten" gelten. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3126">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Sonja Yeh</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3127"><img class="alignleft size-full wp-image-3127" title="Fahle et al.2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/06/Fahle-et-al.2009.jpg" alt="" width="160" height="259" /></a>Der von Oliver Fahle, Michael Hanke und Andreas Ziemann herausgegebene Sammelband <em>Technobilder und Kommunikologie. Die Medientheorie Vilém Flussers</em> ist aus der internationalen Flusser-Tagung, die unter dem Titel &#8220;Die Medien- und Bildtheorie Flussers&#8221; an der <a href="http://www.uni-weimar.de/cms/index.php?id=1" target="_blank">Bauhaus-Universität Weimar</a> 2007 stattfand, hervorgegangen. Hauptanliegen des Sammelbandes ist es, die heutige Relevanz und das theoretische Potenzial Flussers herauszustellen. Dies ist den Autoren hervorragend gelungen. Der Sammelband teilt sich in zwei zentrale Themenfelder: die Kommunikologie und die Technobilder. Diese Aufteilung wird von den Herausgebern zunächst inhaltlich-thematisch begründet, da diese zwei Konzepte als Flussers &#8220;medienwissenschaftlich anschlussfähigsten&#8221; (8) gelten.</p>
<p>Die Kommunikologie behandelt im Kern den Kommunikationsbegriff und die Kommunikationsstrukturen als konstitutive Faktoren unserer Medienkultur, während das Themengebiet Technobilder den medientechnischen Wandel, die Veränderung von Codes und das Verhältnis von Text und Bild thematisiert. Diese Zweiteilung ist nicht nur themenspezifisch begründet, sondern erklärt sich den Herausgebern zufolge auch biografisch. Als zeitlebens Emigrierter publizierte Flusser nicht nur in zahlreichen Sprachen, sondern er passte sich stets auch neuen kulturellen Bedingungen an, die sich in verschiedenen Schaffensphasen – der frühen brasilianischen und der späteren europäischen Phase – wiederfinden. Diese Unbeständigkeit wird durch die Konzepte der Kommunikologie und der Technobilder relativiert, da diese beiden Bereiche &#8220;kulturübergreifend und global wirksam sind&#8221; (9).</p>
<p>Die Schwerpunktsetzung des Sammelbandes ist grundsätzlich sinnvoll und mit dem Anliegen, die Anschlussfähigkeit und Brauchbarkeit Flussers herauszustellen, gut umgesetzt. Leider gibt die Aufteilung in zwei Bereiche dem Leser zunächst nur eine sehr grobe Orientierung und lässt wenig erahnen, welches Spektrum sich inhaltlich hinter den Themenblöcken verbirgt.</p>
<p>Der erste Teil behandelt grundsätzlich Flussers kommunikationstheoretische Überlegungen. Den Anfang bestreiten die sich hervorragend ergänzenden Aufsätze von Joachim Michael und Michael Hanke, die ganz zutreffend herausstellen, dass Flusser zwar innerhalb der Medientheorie bedeutsam geworden sei, der Medienbegriff dabei aber gar nicht im Zentrum seiner Überlegungen stehe. Anstelle des Technisch-Materiellen würden vielmehr das Nicht-Technische, die Signifikation<em> </em>und die Symbolbildung in den Vordergrund rücken. Michael spricht von einer &#8220;Medientheorie ohne Medien&#8221;(23) und Hanke ergänzt, dass der Kommunikationsbegriff die durchgängige &#8220;theoretische Bezugsgröße&#8221; (56) sei und als zentrales &#8220;Bindeglied von Flussers umfassender Kulturtheorie&#8221; (56) gelten müsse. Sehr übersichtlich und systematisch zeigt er die Ambiguität des Medienbegriffs bei Flusser auf und identifiziert vier Verwendungsweisen: 1. Medien als Kommunikationsstrukturen, 2. Medien als Synonym für Codes, 3. Medien als Massenmedien und 4. Medien als Mediationen und Vermittelndes. Besonders gut eignet sich Hankes Aufsatz daher auch als knappe systematische Übersicht und Einleitung zu Flussers Grundbegriffen des Codes, der Kommunikation und der Medien.</p>
<p>Oliver Bidlo und Matthias Kroß stellen Flussers Konzepte in den Kontext der Philosophie und widmen sich zwei für Flusser zentralen Denkern: Martin Buber und Martin Heidegger. Bidlo versucht aufzuzeigen, dass Flussers Utopie der telematischen Gesellschaft auf Bubers Dialogphilosophie zurückgeht und er diese insofern weiterführt, als er Bubers sprachlich verstandenen Dialogbegriff um die technische Ebene erweitert. Am Ende dieser Überlegung steht ein Ausblick, der das Internet als weltweites Netzwerk dialogischer Beziehungen denkbar macht. Kroß behandelt Martin Heideggers Daseins-Analyse als fundamentale Bezugsgröße für Flussers Denken. In Flussers <em>Sein und Zeit</em>-Deutung sind insbesondere die Heideggerschen Termini Entwurf und Verfall als ein aktives und passives In-der-Welt-Sein zentral. Er deutet Heideggers Begriff des Entwurfs in den des Projekts um, welcher sich aktiv gegen die Seinsvergessenheit richtet. Diese grundlegende Aktivität des Entwerfens für das menschliche Dasein führe den Menschen zur Freiheit. Der Autor stellt fest, dass Flusser daraus ein ethisches Plädoyer für mehr dialogisches und kommunikatives Engagement ableitet, das sich gegen eine gegenwärtige &#8216;Massifizierung&#8217; durch diskursive Kommunikationsstrukturen entwickelt. Kroß’ Aufsatz ist sehr voraussetzungsreich und gerade für Laien der Heideggerschen Philosophie nicht leicht zugänglich.</p>
<p>Nils Röller konzentriert sich auf Flussers biografischen Hintergrund und identifiziert diesen als zentrale Quelle für sein nomadisches Denken. Flussers Bodenlosigkeit als ständiger Wechsel von Orten, Sprachen und Kulturen ist daher nicht nur für sein Leben, sondern auch für sein intellektuelles Schaffen programmatisch geworden. So zeigt Röller die Verbindung zwischen Flussers jüdischer Tradition der Nächstenliebe als eine grundsätzliche Orientierung am Anderen und seinem theoretischen Konzept von Dialog und Diskurs auf.</p>
<p>Marcel René Marburger widmet sich dem Verhältnis zwischen Dialog und Kreativität und überführt damit Flussers kommunikologische Überlegungen in den Bereich der Ästhetik und des Kunstschaffens. Damit gelingt ihm ein Brückenschlag zwischen Kommunikations- und Kunsttheorie. Marburger leistet dadurch einen Beitrag zu einer interdisziplinären Lektüre Flussers, indem er das Phänomen der Kreativität sowohl kommunikationswissenschaftlich als auch ästhetisch deutet.</p>
<p>Andreas Ziemann behandelt Flussers Phänomenologie der Gesten, um den Zusammenhang von Medien- und Subjektkultur zu diskutieren. Mit seiner Analyse geht Ziemann über ein weiteres <em>close reading</em> der Kommunikologie hinaus und liefert eine problemorientierte Lektüre, die Flussers Überlegungen zur Geste mit Fragen der Medienkultur und zum Subjekt im digitalen Zeitalter &#8211; dem &#8220;Computersubjekt&#8221; (134) &#8211; in Beziehung setzt. Ganz zutreffend fasst Ziemann zusammen, dass die von Flusser entworfene Subjektkultur im digitalen Zeitalter begrifflich, theoretisch und methodisch einen interessanten Ansatz liefert, um Phänomene wie Computerspiel-Conventions, soziale Netzwerke und virtuelle Welten zu beschreiben, empirisch jedoch bisher wenig produktiv gewesen ist.</p>
<p>Im zweiten Teil des Sammelbandes geht es um den Flusserschen Begriff des Technobildes. Die ersten beiden Aufsätze legen einen Schwerpunkt auf das Verhältnis von Text und Bild bei Flusser. Rainer Guldin leistet eine genealogische Rekonstruktion des Technobild-Begriffs und stellt dabei fest, dass Flusser eine Vielfalt von Bedeutungsvarianten hervorgebracht habe. Der Technobild-Begriff sei dabei unscharf und mehrdeutig geblieben, und auch das Verhältnis zwischen Text und Bild bei Flusser sei unzureichend ausdifferenziert worden. Guldin bleibt nicht bei einer bloßen Beschreibung und kritischen Analyse stehen, sondern er zeigt Anschlussstellen auf, um &#8220;den konzeptuellen Reichtum des Technobildkonzepts zu präzisieren und weiter zu entfalten&#8221; (159) und so Flussers Ansatz systematisch auszudifferenzieren und weiterzudenken.</p>
<p>Auch Oliver Fahle kritisiert, dass das Verhältnis zwischen Text und Bild, Begriff und Begrifflosem, Sagbarem und Sichtbarem unzureichend bestimmt ist. Indem er sich kritisch mit Flussers Unterscheidungen zwischen traditionellen und technischen Bildern, Text und Bild sowie elitären Technobildern und Massentechnobildern auseinandersetzt, zeigt Fahle, dass Flusser Diskussionsfelder eröffnete, die das Gefüge zwischen Apparat und Mediennutzer, Text und Bild, Sagbarem und Sichtbarem in den Blickpunkt rücken und insofern gegenwärtige bildtheoretische Debatten vorwegnahmen. Fragen zum epistemologischen und ästhetischen Status von Bildern konnten somit von der Bildtheorie auch in die Medienwissenschaft überführt werden und neue Impulse für die Disziplin liefern.</p>
<p>Arlindo Machado bespricht Flussers Reflexion über die schöpferischen, kreativen Möglichkeiten des Künstlers in einer technologisch geprägten Gesellschaft. Machado sieht Flussers Perspektive, in der der Künstler reiner Funktionär des technischen Apparats sei, als pessimistische Sichtweise auf das Verhältnis von Nutzer und Technik und zeigt anhand von Arbeiten Nam June Paiks, William Gibsons, Harold Cohens und anderen auf, dass künstlerische Gebrauchsweisen durchaus von der eigentlichen technologischen Zielsetzung des Apparats abweichen können. Machado weist somit auf die Anwendbarkeit Flussers im Bereich der gegenwärtigen Medienkunst hin und trägt mit seinem Aufsatz zu einer grundlegenden Reflexion über das Verhältnis von Kunst und Technologie bei.</p>
<p>Gernot Grube untersucht das erkenntnistheoretische Potenzial und das Funktionieren von Technobildern und analysiert exemplarisch den Bildherstellungsprozess wissenschaftlicher Bilder bei der Rastertunnelmikroskopie. Es geht ihm um die spezifischen Charakteristika von Bildern und ihre epistemischen Funktionen sowie um das grundlegende Verhältnis von Text und Bild. In seinem Aufsatz verbindet Grube eine deskriptive Darstellung der kommunikationstheoretischen Grundannahmen Flussers mit der Anwendung auf aktuelle technische Verfahren, um diese Erkenntnis abschließend in einen bildwissenschaftlichen Kontext einzuordnen.</p>
<p>Makoda Suehiro wendet den Begriff des Technocodes bei Flusser auf den Kontext der visuellen Kultur Japans an. Insbesondere untersucht sie dabei die <em>girly photographers</em>, die ihre Welt zeichenhaft mithilfe von Kompaktkameras und Schnappschüssen wiedergeben, sowie das Phänomen Manga. Zusammenfassend stellt sie fest, dass die Entwicklung der Technocodes in der japanischen Kultur aufgrund ihrer Kombination aus Bild- und Textelementen in der Schriftsprache eine andere visuelle Kultur hervorbringe, als Flusser sie für die abendländische Schriftkultur beschreibt. Suehiros Analyse ermöglicht eine interkulturelle Lesart Flussers und zeigt die Anwendbarkeit seiner Position für eine Kultur außerhalb des Okzidents auf.</p>
<p>Lorenz Engells grundlagentheoretische Abhandlung konzentriert sich auf die Besonderheit des technischen Bildpunkts bei Flusser, die er mit Gilles Deleuzes Vorstellung des Filmbildes vergleicht. Dies wird im Titel angekündigt, was allerdings irreführend ist, da im Zentrum der Analyse gar nicht die Gegenüberstellung der Theoretiker steht, sondern viel mehr Platz für eine historische Rekonstruktion des Bildpunkt-Begriffs eingeräumt wird, die vom französischen Impressionismus über die Fotografie bis hin zu den elektronischen Bildschirmmedien und McLuhans Vorstellung von heißen und kalten Medien reicht.</p>
<p>&#8220;Was bleibt also von Flusser?&#8221; So lautete die Leitfrage der Flusser-Tagung. Der Sammelband beantwortet diese Frage auf sehr differenzierte und heterogene Weise: Im Bereich der Kunst und Ästhetik werden Felder aufgezeigt, die mit Flussers theoretischen Konzepten sinnvoll gedeutet werden können. Weiterhin wird die Anschlussfähigkeit des Flusserschen Denkens überprüft, indem er mit anderen etablierten philosophischen Positionen konfrontiert (Buber, Heidegger, Deleuze) oder innerhalb anderer disziplinärer Diskurse verortet wird (Bildtheorie, Physik). Auch die Lesart in anderen kulturellen Kontexten (Japan) und grundlagentheoretische Reflexionen, z. B. zum Bildbegriff, werden nicht ausgespart. Geeignet scheint der Sammelband als pointierte, weiterführende und vertiefende Zusammenstellung von Aufsätzen, die Flusser mithilfe von Flusser über Flusser hinausdenken, von ihm wegführen und ihn auf neue Kontexte oder Gegenstände beziehen. Der Sammelband liefert eine Bandbreite an unterschiedlichen Perspektiven auf das Phänomen Flusser und leistet dabei eine kenntnisreiche interdisziplinäre, interkulturelle und aktuelle Re-Lektüre, die längst überfällig war.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.parerga.de/" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.uni-weimar.de/medien/bildmedien/personen/fahle/fahle.htm" target="_blank">Webpräsenz von Oliver Fahle an der Bauhaus-Universität Weimar</a></li>
<li><a href="http://www.fask.uni-mainz.de/ikk/109.php" target="_blank">Webpräsenz von Michael Hanke an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz</a></li>
<li><a href="http://www.uni-weimar.de/medien/soziologie/personen/ziemann.htm" target="_blank">Webpräsenz von Andreas Ziemann an der Bauhaus-Universität Weimar</a></li>
<li><a href="http://egora.uni-muenster.de/ifk/personen/sonjayeh.shtml" target="_blank">Webpräsenz von Sonja Yeh an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Christian Filk: Episteme der Medienwissenschaft</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2157</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2157#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 May 2010 08:59:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstreflexion]]></category>
		<category><![CDATA[Systemtheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinarität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftstheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Ralf Adelmann</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2157"><img class="alignleft size-full wp-image-2957" title="Filk2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/Filk2009.jpg" alt="" width="160" height="267" /></a>Über die Studierenden der Medienwissenschaften existiert das Vorurteil, dass ihre Studienwahl damit zu tun habe, zukünftig 'irgendetwas-mit-Medien' machen zu möchten. Die von Christian Filk durchgeführte Studie <em>Episteme der Medienwissenschaft</em> versucht für die Seite der Wissenschaft zu untersuchen, warum dieses 'irgendetwas-mit-Medien' in eine transdisziplinäre Ausrichtung der Medienforschung mündet: "Die Studie <em>Episteme der Medienwissenschaft</em> bemüht sich, sich den konzeptuellen Anforderungen und Herausforderungen einer solchen transgressiven Kooperation in der Medienforschung offensiv zu stellen". Unter "Medienforschung" versteht Filk sowohl kulturwissenschaftlich als auch sozialwissenschaftlich fundierte Medien- und Kommunikationswissenschaften. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2157">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Ralf Adelmann</em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2157"><img class="alignleft size-full wp-image-2957" title="Filk2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/Filk2009.jpg" alt="" width="160" height="267" /></a>Über die Studierenden der Medienwissenschaften existiert das Vorurteil, dass ihre Studienwahl damit zu tun habe, zukünftig &#8216;irgendetwas-mit-Medien&#8217; machen zu möchten. Die von Christian Filk durchgeführte Studie <em>Episteme der Medienwissenschaft</em> versucht für die Seite der Wissenschaft zu untersuchen, warum dieses &#8216;irgendetwas-mit-Medien&#8217; in eine transdisziplinäre Ausrichtung der Medienforschung mündet: &#8220;Die Studie <em>Episteme der Medienwissenschaft</em> bemüht sich, sich den konzeptuellen Anforderungen und Herausforderungen einer solchen transgressiven Kooperation in der Medienforschung offensiv zu stellen&#8221; (13). Unter &#8220;Medienforschung&#8221; versteht Filk sowohl kulturwissenschaftlich als auch sozialwissenschaftlich fundierte Medien- und Kommunikationswissenschaften.</span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;">Die Überlegungen von Filk gehen neben den einleitenden und abschließenden Kapiteln in zwei Richtungen, die aufeinander aufbauen. Zum einen wird auf der Grundlage von konstruktivistisch und systemtheoretisch inspirierter Wissenschaftstheorie (Kapitel 2) die &#8220;Wissenschaftsforschung der Medienwissenschaft&#8221; (Kapitel 3) beschrieben und historisch eingeordnet. Zum anderen werden entlang dieser methodischen Linien in zwei Fallstudien die Forschungskomplexe &#8220;Medienphilosophie&#8221; (Kapitel 4) und &#8220;Medieninformatik&#8221; (Kapitel 5) analysiert.</span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;">Die &#8220;kombinierte konstruktivistisch-systemische Konzeptualisierung&#8221; (26) bedingt die Materialauswahl: Hauptsächlich stützt sich die Studie auf Publikationen der Medien- und Kommunikationswissenschaft (31), aus denen deren &#8220;(Selbst-)Beobachtungs- und (Selbst-)Beschreibungs<em>logiken</em>&#8221; (27) extrahiert werden. Neben dieser Einschränkung des Materials auf Fachpublikationen begrenzt die Fokussierung auf die deutschsprachige Medienforschung weiter den Gegenstand der Untersuchung. Beide Einschränkungen werden im Buch offengelegt. Damit bleibt aber ebenfalls offen, ob durch diese Grenzziehungen nicht wesentliche Elemente der Transdisziplinarität der Medienforschung unbeachtet bleiben. Prozesse der Internationalisierung, der Institutionalisierung und des verbalen wissenschaftlichen Austauschs werden weitestgehend von Filks Studie absichtlich ignoriert (339f.). Aber allein durch den wissenschaftlichen Austausch mit dem angloamerikanischen und französischen Sprachraum werden epistemologische Prozesse in der Medienwissenschaft immer wieder angestoßen (z. B. durch die </span>Cultural Studies<span style="font-style: normal;"> oder durch die französischen Impulse von Autoren wie Baudrillard oder Virilio).</span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;">Unbestritten bleibt der Anspruch der Untersuchung, mit der Wissenschaftstheorie der Medienforschung eine wichtige Selbstvergewisserung des Faches voranzutreiben, die im Kontext der besonderen Rolle der Medien für die </span>Science Studies<span style="font-style: normal;"> sicher weiteres Gewicht erhält. In diesem Sinne sind bestimmte epistemologische Prozesse in anderen Fachrichtungen unmittelbar an Medien gebunden, so wie beispielsweise Fotografie und Film die Biologie und die Physik veränderten oder die Geschichtswissenschaften sich zu audiovisuellen Dokumenten verhalten müssen.</span></em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;">Die Studie von Filk bleibt aber eng an die Medienforschung als &#8216;Disziplin&#8217; gebunden und bearbeitet mit der Medienphilosophie und Medieninformatik ihre spannenden, aber wenig kontroversen transdisziplinären Ausrichtungen. Trotzdem gelingt es Filk aus den zahlreichen neueren Publikationen zu beiden Themenkomplexen ein differenziertes Bild ihrer Entstehung und Entwicklung zu skizzieren. In diesen Skizzen sowie in ihrem konsequent konstruktivistisch-systemtheoretischen Forschungsdesign liegen die Qualitäten von Filks Argumentation. Mehr als &#8220;einen Impuls zu einer engagierten (Selbst-)Reflexion sowohl in der Domäne der intradisziplinären als auch in der Domäne der transdisziplinären Medienforschung zu setzen&#8221; (339), möchte er durch seine Studie auch nicht erreichen. Am Ende hätte sich die Leserin und der Leser eine stärkere inhaltliche Straffung und Fußnotenbereinigung der als Dissertation angenommenen Arbeit gewünscht. Statt dessen fordert der Text ebenso auf der stilistischen und sprachlichen Ebene die ganze Aufmerksamkeit, in dem die Grundlagen des eigenen medienwissenschaftlichen &#8216;Alltagsgeschäftes&#8217; reflektiert werden können.</span></em></p>
<p><em>Links<span style="font-style: normal;">:</span></em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts712/ts712.php" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.fh-htwchur.ch/htw/home-navigation-teil1/wir-ueber-uns/mitarbeiterinnen/einzelansicht/?no_cache=1&amp;tx_htwaddress_pi1%5BshowUid%5D=621&amp;tx_htwaddress_pi1%5BbackPid%5D=1203&amp;tx_htwaddress_pi1%5Bpointer%5D=0" target="_blank">Webpräsenz von Christian Filk an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur</a></li>
<li><a href="http://homepages.uni-paderborn.de/radelman/Homepage%20Ralf%20Adelmann/Willkommen.html" target="_blank">Webpräsenz von Ralf Adelmann an der Universität Paderborn</a></li>
</ul>


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		<title>Sabine Wettig: Imagination im Erkenntnisprozess</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2861</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2861#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 10 May 2010 10:50:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Bildtheorie]]></category>
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		<category><![CDATA[Einbildungskraft]]></category>
		<category><![CDATA[Erkenntnis]]></category>
		<category><![CDATA[Imagination]]></category>
		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Jens Bonnemann</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2861"><img class="alignleft size-full wp-image-2861" title="Wettig2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/04/Wettig2009.jpg" alt="" width="160" height="267" /></a>Wettig will einerseits zeigen, dass die Imagination eine konstitutive Funktion im menschlichen Erkenntnisprozess einnimmt, andererseits untersucht sie den Einfluss der Bildmedien auf das individuelle Vermögen zur Hervorbringung von Bildern. Die letzte Aufgabe ist für Wettig "eine der größten Herausforderungen" der Mediengeschichte. Das erste Kapitel bietet einen philosophiegeschichtlichen Überblick über die maßgeblichen Theorien zur Einbildungskraft von Aristoteles bis in die Gegenwart und ergreift Partei für jene Ansätze, die die Notwendigkeit der Imagination für die Erkenntnis geltend machen. Dieses Kapitel ist viel ausführlicher, als es für seine Funktion in der Gesamtkonzeption von Wettigs Arbeit eigentlich nötig wäre. Die Beschränkung auf einige wenige Autoren hätte möglicherweise zu mehr Präzision geführt und ein höheres Maß an argumentativer Auseinandersetzung erlaubt. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2861">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Jens Bonnemann</em></p>
<p><em><span style="font-style: normal;"><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2861"><img class="alignleft size-full wp-image-2861" title="Wettig2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/04/Wettig2009.jpg" alt="" width="160" height="267" /></a>Wettig will einerseits zeigen, dass die Imagination eine konstitutive Funktion im menschlichen Erkenntnisprozess einnimmt, andererseits untersucht sie den Einfluss der Bildmedien auf das individuelle Vermögen zur Hervorbringung von Bildern. Die letzte Aufgabe ist für Wettig &#8220;eine der größten Herausforderungen&#8221; der Mediengeschichte (153). Das erste Kapitel bietet einen philosophiegeschichtlichen Überblick über die maßgeblichen Theorien zur Einbildungskraft von Aristoteles bis in die Gegenwart und ergreift Partei für jene Ansätze, die die Notwendigkeit der Imagination für die Erkenntnis geltend machen. Dieses Kapitel ist viel ausführlicher, als es für seine Funktion in der Gesamtkonzeption von Wettigs Arbeit eigentlich nötig wäre. Die Beschränkung auf einige wenige Autoren hätte möglicherweise zu mehr Präzision geführt und ein höheres Maß an argumentativer Auseinandersetzung erlaubt.</span></em></p>
<p>Im zweiten, gut recherchierten Kapitel, welches das Verhältnis von Imagination und Erkenntnis in eine historische Perspektive rückt, stützt sich Wettig auf Studien von Buddemeier u. a., die die neuzeitliche Rationalität als Produkt mediengeschichtlicher Entwicklungen analysieren (86). Mit der Ausbreitung der Schriftkultur im Gutenbergzeitalter komme es zu einer &#8220;logozentrischen Überformung des Gesichtssinnes&#8221; (155) sowie zu einer Ablösung des mimetisch-partizipierenden durch ein abstrakt-instrumentelles Weltverhältnis (81).</p>
<p>Nach Wettigs These üben nun die heutigen Bildmedien, welche die Wirklichkeit im Bild verdoppeln, eine therapeutische Wirkung auf die Imagination aus, die von den &#8220;zunehmenden Abstraktionsprozessen der Lebensverhältnisse&#8221; (177) verdrängt werde. Wie zuvor Kracauer, so sieht auch sie in den Bildmedien ein Heilmittel gegen die Auswüchse der Aufklärung – allerdings glaubt sie eher postmodern nicht mehr an eine Wiedererrettung der Realität, sondern setzt auf  die Neubelebung des individuellen Vermögens der Imagination.</p>
<p>Die heutigen technischen Bilder verhindern, wie Wettig erklärt, die Einordnung in einen sinnvollen Kontext und damit jene Distanzierung, die spezifisch für das moderne Subjekt ist. Infolge der dadurch größeren Konzentration auf die Gegenwart werde ich mir selbst als Schöpfer meiner Wirklichkeit bewusst (122) – offenbar soll dies paradoxerweise so sein, gerade weil jene Bilder sich meiner Kontrolle entziehen. Dabei spricht Wettig die Frage der Dosierung an, die aus den Bildmedien entweder Gifte oder Heilmittel macht (180). Ihre Erläuterungen bleiben allerdings eher vage und riskieren keine Konfrontation mit den Niederungen lebensweltlicher Situationen (vgl. Kapitel 3 bis 4). In der Dosis von wie viel Stunden rufen Videoclips eine somnambule Hingabe hervor, und wann bewirken sie eine Bewusstwerdung der Imagination?</p>
<p>Die neuen Medien motivieren also durch ihre Überforderung eine &#8220;<em>Aufklärung der Imagination&#8221;</em> (156). Diese vollziehe sich als ein leibliches &#8220;Spüren&#8221; und vertiefe sogar das Verständnis des menschlichen Daseins. Um ihre Überlegungen zu stützen, führt Wettig im fünften Kapitel eher assoziativ eine Reihe von Autoren unterschiedlicher Disziplinen an. Hier weiß man häufig nicht, was der eine Gedanke mit dem andern zu tun hat, da es ihr nicht gelingt, einen nachvollziehbaren argumentativen Zusammenhang herzustellen, in dem ihre These eine gewisse Überzeugungskraft entwickeln könnte.</p>
<p>Dass die Überforderung durch die Bildmedien eine Selbstaufklärung der Imagination mit sich bringt, leuchtet schon nicht unmittelbar ein. Schließlich wird jenem Spüren sogar noch die &#8220;Wiedergewinnung eines partizipierenden Bewusstseins&#8221; (179) und eines besseren, weil leiblich gegenwärtigeren menschlichen Lebens zugetraut. Um wirklich überzeugend zu sein, steht diese imposante Hauptthese allerdings insgesamt auf einer zu schmalen argumentativen Basis.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1080/ts1080.php" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.sabine-wettig.de/" target="_blank">persönliche Homepage von Sabine Wettig</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Reiner Matzker: Ästhetik der Medialität</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/733</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/733#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 22:30:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Ästhetik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Medientheorie]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeichen]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Markus Rautzenberg</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/matzker2008.jpg"><img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/matzker2008.jpg" alt="" title="matzker2008" width="160" height="242" class="alignleft size-full wp-image-2340" /></a>Die in der renommierten Reihe "Rowohlts Enzyklopädie" erschienene <em>Ästhetik der Medialität</em> des Bremer Kulturwissenschaftlers Reiner Matzker verspricht eine historische und systematische Beschreibung der "Vermittlung von künstlerischen Welten und ästhetischen Theorien" mithilfe des Begriffs des "Medialen" zu leisten. Der historische Zeitraum, der dabei durchmessen wird, reicht von der Aufklärung bis zum postmodernen Medienzeitalter und behandelt "Fernsehen und Kitsch" ebenso wie das Verhältnis von "Expressionismus und Phänomenologie" oder die vom Autor behauptete "Medialisierung des Subjekts" in der Romantik. Es entsteht der durchaus sympathische Eindruck, hier würde eine kulturtheoretische und ideengeschichtliche "Theory of Everything" geboten, die auf 238 Seiten in Aussicht stellt, im Rahmen der Künste gesellschaftliche Umwälzungen zu erforschen, um diese zugleich mit philosophischen und ästhetischen Theorien und schließlich der gesamten Sphäre des "Medialen" in Beziehung zu setzen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/733">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/2200' rel='bookmark' title='Permanent Link: Sybille Krämer: Medium, Bote, Übertragung'>Sybille Krämer: Medium, Bote, Übertragung</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1835' rel='bookmark' title='Permanent Link: Silvia Seja: Handlungstheorien des Bildes'>Silvia Seja: Handlungstheorien des Bildes</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Markus Rautzenberg</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/matzker2008.jpg"><img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/matzker2008.jpg" alt="" title="matzker2008" width="160" height="242" class="alignleft size-full wp-image-2340" /></a>Die in der renommierten Reihe &#8220;Rowohlts Enzyklopädie&#8221; erschienene <em>Ästhetik der Medialität</em> des Bremer Kulturwissenschaftlers Reiner Matzker verspricht, eine historische und systematische Beschreibung der &#8220;Vermittlung von künstlerischen Welten und ästhetischen Theorien&#8221; mithilfe des Begriffs des &#8220;Medialen&#8221; zu leisten. Der historische Zeitraum, der dabei durchmessen wird, reicht von der Aufklärung bis zum postmodernen Medienzeitalter und behandelt &#8220;Fernsehen und Kitsch&#8221; ebenso wie das Verhältnis von &#8220;Expressionismus und Phänomenologie&#8221; oder die vom Autor behauptete &#8220;Medialisierung des Subjekts&#8221; in der Romantik. Es entsteht der durchaus sympathische Eindruck, hier würde eine kulturtheoretische und ideengeschichtliche &#8220;Theory of Everything&#8221; geboten, die auf 238 Seiten in Aussicht stellt, im Rahmen der Künste gesellschaftliche Umwälzungen zu erforschen, um diese zugleich mit philosophischen und ästhetischen Theorien und schließlich der gesamten Sphäre des &#8220;Medialen&#8221; in Beziehung zu setzen.</p>
<p>Die dabei zu Wort kommenden Theoretiker und Künstler sind infolgedessen sehr zahlreich. Es ist für den Leser jedoch bei derartiger Detail- und Stofffülle wenig hilfreich, dass auf einen Fußnotenapparat gänzlich verzichtet wird und die Kürze der Bibliografie am Ende des Buches zum Umfang der behandelten Themenfelder in keinem Verhältnis steht. Viele gewichtige Ideen der Geistesgeschichte werden in einem Satz oder Absatz abgehakt und mit den entsprechenden Namen in Klammern versehen, was eine kritische Überprüfung der einzelnen Thesen für den philosophischen Laien sehr erschwert. Kann man dies aufgrund der eher essayistischen Anlage des Textes noch verzeihen, wiegt die ein wenig willkürlich wirkende Gliederung schon schwerer.</p>
<p>Es fehlt Matzkers Buch an einer erkennbaren Systematik, was letztlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass der zur Anwendung kommende Medienbegriff weitgehend diffus bleibt. Dies würde kein Problem darstellen, sofern denn diese begriffliche Unsicherheit mitreflektiert würde. &#8220;Medialität&#8221; sei &#8220;der im jeweiligen Medium und durch die jeweilige Darstellungsform vermittelte Inhalt&#8221;, während &#8220;Medien&#8221; als jene Techniken oder Entitäten zu gelten hätten, welche diese Inhalte (wie auch immer) ermöglichen. Beschrieben ist damit nun im Grunde nichts anderes als die Rückübersetzung des Saussurschen Zeichenbegriffs in die Terminologie der Medientheorie: &#8220;Medium&#8221; statt Signifikant und &#8220;Medialität&#8221; statt Signifikat.</p>
<p>Mit der sehr umfangreichen wissenschaftlichen Diskussion zum Thema &#8220;Medien&#8221; und &#8220;Medialität&#8221;, die insbesondere in Deutschland seit Mitte der 1980er Jahre  mit großer Vehemenz und äußerst divers geführt wird, ist eine solche Definition nur sehr schwer zu vereinbaren. Umso bedauerlicher ist, dass diese Diskussion in Matzkers Buch mit keinem Satz erwähnt wird. Der Preis, der im Zuge dessen zu entrichten ist, besteht darin, dass immer dann, wenn in Matzkers <em>Ästhetik der Medialität</em> von &#8220;Medien&#8221; gesprochen wird, eigentlich &#8220;Zeichen&#8221; gemeint sind, während einer der wenigen Punkte, auf den sich die auf&#8217;s fruchtbarste zerstrittene Medientheorie von Friedrich Kittler bis Sybille Krämer einigen kann, gerade darin besteht, dass Medien eben nicht umstandslos mit Zeichen gleichzusetzen sind.  Unter&#8217;m Strich bleibt so eine streckenweise zwar sehr inspirierende, begrifflich jedoch eher unscharfe Geschichte der Ästhetik, die über dem interessierten Laien ein Füllhorn an Ideen zum Thema Kunst und Ästhetik ausschüttet, ohne diese jedoch systematisch aufzubereiten.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.rowohlt.de/buch/Reiner_Matzker_Aesthetik_der_Medialitaet.28012010.2680104.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.kultur.uni-bremen.de/personen/privatdozenten-und-ausserplanmaessige-professoren.html?tx_jshuniversity_pi2[showUid]=96&amp;cHash=a4e5290270" target="_blank">Webpräsenz von Reiner Matzker an der Universität Bremen</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1835' rel='bookmark' title='Permanent Link: Silvia Seja: Handlungstheorien des Bildes'>Silvia Seja: Handlungstheorien des Bildes</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sybille Krämer: Medium, Bote, Übertragung</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2200</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2200#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 04:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Übertragung]]></category>
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		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[Vermittlung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Stephan Günzel</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Kraemer2_neu.jpg"><img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Kraemer2_neu.jpg" alt="" title="Kraemer2_neu" width="161" height="260" class="alignleft size-full wp-image-2263" /></a>Die an der Freien Universität Berlin lehrende Philosophieprofessorin Sybille Krämer legt mit ihrer <em>Kleinen Metaphysik der Medialität</em> von 2008 eine Bestimmung des "Medialen" vor. Im Unterschied zum Begriff des Mediums, der in erster Linie auf die Apparatur abhebt, fokussiert die Frage nach dem Medialen oder der Medialität des Mediums das Phänomen der Vermittlungsweisen und nicht deren technische Grundlagen oder Ursachen des Zustandekommens. Es geht damit um das (durchaus ältere) Thema der Kommunikation - und zwar im Sinne dessen, was Medien ermöglichen. Von hier aus erklärt sich auch, warum Krämer von "Metaphysik" spricht: Dies tut sie nicht etwa, weil sie Philosophin ist und das Übernatürliche deshalb bei ihr einen Vorrang gegenüber dem Natürlichen genießt, sondern weil das Mediale nach ihrer Ansicht <em>über</em> das physische Vorkommnis eines Mediums <em>hinausgeht</em> und daher eben "meta-physisch" ist. Ein anders gelagerter Entwurf wäre etwa Walter Seitters <em>Physik der Medien</em> von 2002, wo es ausdrücklich um "Materialien" und "Apparate" geht. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2200">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Stephan Günzel</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Kraemer2_neu.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2263" title="Kraemer2_neu" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Kraemer2_neu.jpg" alt="" width="161" height="260" /></a>Die an der <a href="http://www.fu-berlin.de/" target="_blank">Freien Universität Berlin </a>lehrende Philosophieprofessorin Sybille Krämer legt mit ihrer <em>Kleinen Metaphysik der Medialität</em> von 2008 eine Bestimmung des &#8220;Medialen&#8221; vor. Im Unterschied zum Begriff des Mediums, der in erster Linie auf die Apparatur abhebt, fokussiert die Frage nach dem Medialen oder der Medialität des Mediums das Phänomen der Vermittlungsweisen und nicht deren technische Grundlagen oder Ursachen des Zustandekommens. Es geht damit um das (durchaus ältere) Thema der Kommunikation &#8211; und zwar im Sinne dessen, was Medien ermöglichen. Von hier aus erklärt sich auch, warum Krämer von &#8220;Metaphysik&#8221; spricht: Dies tut sie nicht etwa, weil sie Philosophin ist und das Übernatürliche deshalb bei ihr einen Vorrang gegenüber dem Natürlichen genießt, sondern weil das Mediale nach ihrer Ansicht <em>über</em> das physische Vorkommnis eines Mediums <em>hinausgeht</em> und daher eben &#8220;meta-physisch&#8221; ist. Ein anders gelagerter Entwurf wäre etwa Walter Seitters <em>Physik der Medien</em> von 2002, wo es ausdrücklich um &#8220;Materialien&#8221; und &#8220;Apparate&#8221; geht.</p>
<p>Krämer steht daher auch nicht – wie viele der heutigen Medienwissenschaftler – in der Tradition der so genannten &#8220;Toronto School&#8221; um Marshall McLuhan, welche Kommunikation durch deren materielle Grundlagen determiniert sah. Vielmehr folgt sie einer Denkschule, die den Vermittlungsweisen eine Eigenständigkeit zuweist, welche es jedoch allererst noch zu umreißen gelte. Genau das leistet Krämers Band in einem ersten Schritt, in welchem sie Vordenker ausweist: Walter Benjamin (und seinen Hinweis auf das mediale Phänomen der Unmittelbarkeit des gesprochenen Wortes), Jean Luc Nancy (und die an Heidegger entwickelte Idee von Mediation als &#8220;Mitsein&#8221;), Michel Serres (und seine Analyse der Vermittlungsfigur des Engels sowie seiner Kehrseite, des Parasiten), Régis Debray (und sein Vorschlag, Kulturgeschichte im Sinne einer Mediologie als Transformation durch Übertragung zu rekonstruieren) sowie John Durham Peters (und sein Konzept, wonach die massenmediale Streuung den Nachrichten der Face-to-Face-Kommunikation vorausgeht). Gerade die Arbeiten des zuletzt genannten Autors – allen voran <em>Speaking into the Air</em> von 1999 – dürften von der deutschen Medientheorie noch zu entdecken sein.</p>
<p>Mit ihrem Durchgang gibt Krämer der Medialitätstheorie eine Grundlage, die sie auch sogleich vor dem Anschein in Schutz nimmt, lediglich einem hochschulpolitisch verordneten Etikett nachzugehen, mit dem eine kulturwissenschaftlich-philosophische von einer empirisch-soziologischen Medienwissenschaft unterschieden würde. Damit kommt dem Buch eine Schlüsselstellung in der gegenwärtigen Grundsatzdebatte um die Zukunft der Medienwissenschaften zu; zudem vergrößert Krämer zugleich den Bestand an Arbeiten zum Medienbegriff, welche die Seite der Wahrnehmung sowohl gegenüber dem Medieninhalt als auch gegenüber dem Medienträger stärken (zu nennen sind hier etwa Arbeiten von Boris Groys, Hans-Dieter Huber, Dieter Mersch, Matthias Vogel oder Lambert Wiesing).</p>
<p>Krämer spricht zu Anfang von zwei Vorentscheidungen, die den Lesern sozusagen die Entscheidung abnehmen, inwieweit die nachfolgenden Darstellungen für sie hilfreich sind: Sie ist es für den Fall, dass die Überzeugungen der Autorin im Hinblick auf das mediale Sein der Medien geteilt werden. Angesprochen sind in diesem Zusammenhang vor allem die Prämissen der <em>Heteronomie</em> zum einen und der <em>Nichtreziprozität </em>zum anderen: Mit der privativen Benennung der beiden Eigenschaften (&#8220;nicht&#8221; selbstbestimmt, &#8220;nicht&#8221; dialogisch) wendet sich Krämer gegen die Vorstellung, Kommunikation sei durch den Sender der Nachricht bestimmt und beziehe den Empfänger in den Kommunikationsprozess ein. Vielmehr ist Krämer der Ansicht, dass Kommunikation vornehmlich nur in eine Richtung (vom Sender zum Empfänger) weise, der Urheber der Nachricht aber zugleich keinen Einfluss mehr auf die einmal versandte Nachricht habe. In diesem Zuge rückt der Bote als etwas in den Blick, was Gilles Deleuze und Félix Guattari eine &#8220;Begriffsperson&#8221; genannt hätten: Boten kommen zwar historisch vor, <em>der Bote </em>ist aber eine Figur, die die Strukturmerkmale von Medienvorgängen verkörpert – allen voran das der Übertragung. Am Beispiel von Engel, Geld und Viren, aber auch Zeugenschaft, Übersetzung und Psychoanalyse wird deutlich gemacht, wie diese Figuren oder Schauplätze und Situationen eine strukturelle Entsprechung zum vorgeschlagenen Medienbegriff aufweisen und warum von Engeln, Geld oder Viren zurecht als Medien gesprochen werden kann; und zuletzt, warum das Nachdenken über &#8220;Spuren&#8221; medientheoretisch relevant ist, da das Medium sich letztlich in dem zeigt, was es als Boten in der Übertragung hinterlässt. Nicht der Sender und nicht der Empfänger, ja letztlich nicht einmal der Übermittler selbst rücken damit ins Zentrum, sondern die durch die medialen Vorgänge erzeugten und hinterlassenen Ordnungen.</p>
<p>Mit der Fokussierung des Boten trifft Krämer letztlich noch eine dritte Vorentscheidung, nämlich die, vom Medium als Speicher abzusehen. Eben diese Ansicht, derzufolge Medien materielle und historische Vorkommnisse seien, deren Tätigkeit vorrangig eine der Speicherung darstelle (insofern auch Übertragung nur die räumliche Verlagerung einer materiell gespeicherten Botschaft sei), sind die Grundlinien der – den Ansatz McLuhans radikalisierenden – Medientheorie von Friedrich Kittler, welche den nicht der Kommunikationswissenschaft zuzurechnenden Teil der Medientheorie in Deutschland heute zwar dominiert, aber entsprechend marginal für Krämers Darlegungen ist. Nicht unterschätzt werden kann daher die Aufgabe, die sich Krämer mit ihrer kleinen Metaphysik stellt. &#8220;Klein&#8221; an dieser <em>Metaphysik der Medialität</em> ist daher allenfalls der an sonstigen Metaphysiken gemessene Umfang von dennoch fast 400 Seiten.</p>
<p>Ein zunächst gewöhnungsbedürftiges, sodann aber hilfreiches Stilmittel ist die vorlesungsartige Ansprache der Leser durch die Autorin. Dies wird nicht zu suggestiven Zwecken eingesetzt, um Argumentation zu ersetzen, sondern um zu markieren, dass es sich um eine Position unter anderen handelt. Hier wird die Kleinheit der Metaphysik zu einem wichtigen Merkmal im Sinne der Ironikerin nach Rorty, welche im Aufstellen einer Metaphysik zugleich deren Relativität anerkennt.</p>
<p>Das vielleicht schönste und im Vergleich mit den anderen Ausführungen leider zu kurz ausgefallene Schlusskapitel ist die Anwendung der vorgeschlagenen medialen Perspektive auf Karten, aus der wohl im Fortgang eine ganze Theorie der Karten entwickelt werden könnte. Krämer deutet hier nur an, dass sich der bisherige Diskurs zwischen Karten als neutralen Abbildern der Natur und Karten als kulturellen Konstruktionen bewegt, es aber im Sinne des Medialitätsdenkens lohnenswerter scheint, nicht über die Wahrheit von Karten zu streiten, sondern vielmehr zu zeigen, in welcher Weise sie vermitteln und welche Form der Anschauung sie geben. Die Welt mit einem &#8220;apollinischen Auge&#8221; aus göttlicher Perspektive zu sehen, ist damit nicht nur <em>menschenmöglich</em>, sondern nur <em>Menschen möglich</em> – weil sie Medien haben.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Seitter, W.: <em>Physik der Medien. Materialien – Apparate – Präsentierungen</em>. Weimar [VDG Verlag] 2002.</li>
<li>Peters, J.D.: <em>Speaking into the Air. A History of the Idea of Communication</em>. Chicago, London [University of Chicago Press] 1999.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/medium_bote_uebertragung-sybille_kraemer_58492.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we01/arbeitsbereiche/ab_kraemer/index.html" target="_blank">Webpräsenz von Sybille Krämer an der FU Berlin</a></li>
<li><a href="http://userpage.fu-berlin.de/~sybkram/" target="_blank">persönliche Homepage von Sybille Krämer</a></li>
<li><a href="http://www.stephan-guenzel.de/" target="_blank">persönliche Homepage von Stephan Günzel</a></li>
</ul>
<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/cc54aecc5c76471191ffe3b471b6b970" width="1" height="1" alt=""><br />
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sven Grampp: Ins Universum technischer Reproduzierbarkeit</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/124</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/124#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 21:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Thomas Keiderling</em>

<img title="grampp2009" src="../wp-content/uploads/2009/05/grampp2009.jpg" alt="grampp2009" width="160" height="243" />Seit McLuhans Schlagwort vom "Untergang der Gutenberg-Galaxis" ist es in der Medientheorie en vogue geworden, der Erfindung des Buchdrucks einen besonderen Stellenwert in der Mediengeschichte zuzuschreiben. Der Autor des vorliegenden Buches hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutungszuschreibung des Buchdrucks in kanonischen Texten der Medientheorie zu untersuchen. Die mit 558 Seiten sehr umfangreiche Dissertation ist theoretisch-methodisch anspruchsvoll und – wie auch die zu untersuchenden Texte – keine leichte Lesekost. Sie thematisiert auf tiefgründige Weise eine zentrale Fragestellung der Disziplin. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/124">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Thomas Keiderling</em></p>
<p><img class="alignleft" title="grampp2009" src="../wp-content/uploads/2009/05/grampp2009.jpg" alt="grampp2009" width="160" height="243" />Seit McLuhans Schlagwort vom &#8220;Untergang der Gutenberg-Galaxis&#8221; (vgl. McLuhan 1962) ist es in der Medientheorie en vogue geworden, der Erfindung des Buchdrucks einen besonderen Stellenwert in der Mediengeschichte zuzuschreiben. Der Autor des vorliegenden Buches hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutungszuschreibung des Buchdrucks in kanonischen Texten der Medientheorie zu untersuchen. Die mit 558 Seiten sehr umfangreiche Dissertation ist theoretisch-methodisch anspruchsvoll und – wie auch die zu untersuchenden Texte – keine leichte Lesekost. Sie thematisiert auf tiefgründige Weise eine zentrale Fragestellung der Disziplin.</p>
<p><strong>Zum Aufbau der Arbeit</strong></p>
<p>Sven Grampp hat seine Dissertation dreigeteilt: Im ersten Kapitel werden die &#8220;Zielkoordinaten der Lesereisen&#8221; (13-101) umrissen. Grampp stellt darin die zentrale These auf, dass der Buchdruck einerseits als Gründungsfigur einer neuzeitlichen (Medien-)Gesellschaft, andererseits als Kontrastfigur für jüngere medientechnische Konstellationen stilisiert wird (vgl. 26). Der Autor zieht bei seiner Analyse &#8220;kanonische Texte&#8221; heran. Darunter versteht er Einführungen, Textsammlungen und Lexika zur Medientheorie, die im Zeitraum von 1999 bis 2004 im deutschsprachigen Raum erschienen sind beziehungsweise neu aufgelegt wurden (vgl. 94ff.).</p>
<p>Im zweiten und eigentlichen Hauptkapitel unternimmt Grampp &#8220;Lesereisen in die Gutenberg-Galaxis&#8221; (105-442). Darin werden die Buchdruck-Interpretationen einschlägiger Medientheoretiker wie Friedrich Kittler, Vilém Flusser, Niklas Luhmann, Siegfried J. Schmidt, Neil Postman, Elizabeth Eisenstein, Michael Giesecke, Hans Magnus Enzensberger, Marshall McLuhan u. a. vorgestellt. In Exkursen geht der Autor auch auf die &#8220;Kino-Debatte&#8221; zum Buchdruck und auf Medientheorien ein, die gänzlich ohne den Buchdruck auskommen.</p>
<p>Im dritten und letzten Teil, &#8220;Am Ende der Lesereisen&#8221; (445-521), wird ein längeres Fazit mit Blicken zurück und nach vorn gezogen. Der Text ist durch zahlreiche, teils umfangreiche erklärende Fußnoten angereichert. Zuweilen wird ein essayistischer Erzählstil angestrebt, wie Überschriften wie &#8220;Rundflug&#8221;, &#8220;Blindflug&#8221; oder &#8220;(Zwischen-)Landung&#8221; verraten.</p>
<p><strong>Zutreffende Funktionszuschreibungen des Buchdrucks</strong></p>
<p>In seinen &#8220;Lesereisen&#8221; stellt Sven Grampp die wichtigsten Auffassungen einschlägiger Medientheoretiker über den Buchdruck vor. So wird dem Buchdruck eine identitätsstiftende Funktion zugesprochen und eine &#8220;Brechung des Schriftmonopols durch technische Analogmedien&#8221; bescheinigt (Kittler). Er gilt als &#8220;Gründungsakt der Neuzeit&#8221; schlechthin (Kittler, Flusser), als Exempel für den Einfluss medientechnischer Entwicklungen auf Wahrnehmung, Erkenntnis und Kommunikation, als &#8220;starting point&#8221; einer Technisierung und Abstrahierung der Informationsverarbeitung, die ihren vorläufigen Abschluss in der Computertechnik findet (Kittler, Flusser, Luhmann, Postman und andere). Die frühe mechanische Technik des Letternsatzes wird denn auch immer wieder als Kontrast für neue mediale Entwicklungen gesehen. Diese und weitere Einschätzungen treffen zu beziehungsweise versuchen der Rolle des Buchdrucks in der Mediengeschichte gerecht zu werden. Dann aber kommt es zu weitergehenden beziehungsweise aus Sicht des Rezensenten zu weit gehenden Einschätzungen der einschlägigen Medientheoretiker, die im Folgenden unter &#8220;Fehlinterpretationen&#8221; kurz angerissen werden sollen.</p>
<p><strong>Fehlinterpretationen</strong></p>
<p>Wiederholt wird der Buchdruck als &#8220;Medium&#8221; oder sogar &#8220;Speichermedium&#8221; bezeichnet (Kittler). Für Kittler werden Medien durch die <em>Speicherung</em>, Übertragung und Verarbeitung von Daten gekennzeichnet (vgl. 111ff.). Hierzu ist zu sagen, dass der Buchdruck in diesem Sinne kein Medium darstellt, sondern eine Technologie, die zu speicherfähigen Printmedien<sup class='footnote'><a href='#fn-124-1' id='fnref-124-1'>1</a></sup> führt. Unmittelbar nach dem Druckvorgang werden die Druckvorlagen (Druckstöcke) komplett zerlegt und die beweglichen Lettern in die Satzkästen zurücksortiert. Der Buchdruck hat somit kein Gedächtnis, die Technik ist sogar speicherresistent.<sup class='footnote'><a href='#fn-124-2' id='fnref-124-2'>2</a></sup>  Diese Fehlinterpretation Kittlers hätte im Buch nicht nur seitenlang referiert, sondern widerlegt oder zumindest kritisch hinterfragt werden müssen.</p>
<p>Eine weitere Funktionszuschreibung Kittlers ist problematisch: So ist er der Meinung, dass der Buchdruck das Denken tiefgreifend verändert habe. Stimmt das? Rein technisch gesehen kommt es in der Tat mit dem Buchdruck zu einer Entfremdung des Autors und Lesers vom Text, weil nun formal gesehen eine analoge Technologie dazwischengeschaltet wurde, die das gedruckte Buch schafft. Ob sich alleine dadurch das Denken verändert, kann bezweifelt werden. Denn der Buchdruck ist für die Nutzer eine &#8220;black box&#8221;, eine Kenntnis derselben ist nicht notwendig, um das gedruckte Buch lesen zu können. Zudem sind, wie die Buchforschung bewiesen hat, frühe gedruckte Bücher wie Bibeln, Katechismen etc. Neuauflagen und auch in der grundlegenden Gestaltung Imitationen von Handschriften gewesen. Eine Schulung in der Mediennutzung war für die bisherigen Handschriftenleser nicht notwendig. Woran ließe sich dann der radikale Bruch des Denkens festmachen? Die medientheoretische Behauptung müsste durch konkrete Beweise unterfüttert werden, was aber nicht geschieht. Kittler sieht im Buchdruck sogar den &#8220;Beginn der Datenverarbeitung&#8221;, deren (vorläufiger) Endpunkt im autonom operierenden Computer liege (vgl. 128). Ganz im Gegensatz zu dieser Charakterisierung kann die einfache mechanische Apparatur des Buchdrucks eher als ein Anticomputer bezeichnet werden, denn sie speichert – wie bereits erwähnt – nicht und ermöglicht innerhalb ihres technischen Systems keinen erleichterten Zugriff auf Daten.</p>
<p>Generell ist zu bemängeln, dass kaum ein Medientheoretiker die durchgreifende Technisierung und Digitalisierung des Buchdrucks würdigt, denn Buchdruck ist nicht gleich Buchdruck. In den ersten 400 Jahren nach der Gutenberg&#8217;schen Erfindung blieben die ursprünglichen Geräte und Techniken in etwa gleich. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts setzte die Technisierung ein, an deren Ende die digitale Revolution des Buchdrucks steht. Seit mehreren Jahren werden so gut wie keine Bücher mehr nach dem Verfahren Gutenbergs hergestellt. Die komplette Textkreation und -verarbeitung der Bücher ist nun digital. Sie werden vom Autor am PC verfasst und elektronisch &#8220;gesetzt&#8221;. Im Verlag findet die elektronische Bearbeitung und Gestaltung statt und schließlich werden auch die Druckmaschinen digital angesteuert. In einem letzten Schritt kommt das Buch zu mehr als 90 Prozent des Produktionsausstoßes wieder als herkömmliches, gedrucktes Medium (Codex-Buch) auf den Markt – vorrangig deshalb, weil Käufer und Leser diese Form gegenüber der elektronischen bevorzugen. Es wird nicht immer deutlich, welche Phase des Buchdrucks die Medientheoretiker meinen. Auch bleibt zu bezweifeln, ob die Theoretiker die jüngsten revolutionären Veränderungen desselben ausreichend zur Kenntnis genommen haben. Wenn beispielsweise Vilém Flusser die Operationsweisen und Effekte des Buchdrucks in größtmöglicher Opposition zu denen des Computers sieht (vgl. 152), dann muss er seine Betrachtung auf den Buchdruck zeitlich einschränken.</p>
<p>Dies sind nur einige Beispiele für Fehlinterpretationen. Weitere sind in den Abhandlungen der Medientheoretiker wiederholt zu finden. Sie zeugen einerseits von einem enormen Willen zur theoretischen Abstraktion, andererseits von einer gewissen Unkenntnis historischer Entwicklungen und technischer Abläufe im Buchdruck. Bei vielen Einschätzungen, die den Buchdruck in Beziehung zum Computer setzen, drängt sich der Eindruck auf, dass die heutigen Medientheoretiker, ganz von der Euphorie des PCs erfasst, eine Jahrhunderte alte Mediengeschichte völlig neu – sozusagen &#8220;auf den Computer&#8221; – zugeschrieben haben. Es ist vorstellbar, dass diese modischen Uminterpretationen in den kommenden Jahrzehnten relativiert oder revidiert werden müssen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Die vorliegende Darstellung stellt eine ausgesprochen fleißige und in ihrem Detailreichtum zu lobende Literaturanalyse zur Rolle des Buchdrucks in der Medientheorie dar. Der Autor hat die aktuelle Medientheorie gründlich ausgewertet und bietet dem Leser eine gut strukturierte Gesamtschau. Grampp hält sich allerdings mit Urteilen weitgehend zurück – auch dann, wenn die Charakterisierungen oder Rollenzuschreibungen des Buchdrucks problematisch sind oder einfach nicht zutreffen. Dieser durchgängige Eindruck bei der Lektüre wird erst durch das Fazit etwas relativiert, in dem einige Kernaussagen der Medientheoretiker widerlegt oder zurückgewiesen werden.</p>
<p>Abschließend sei auf folgenden Sachverhalt verwiesen: Namhafte Medientheoretiker wenden sich explizit dem Buchdruck und nicht dem Medium Buch zu. Zuweilen wird der Buchdruck mit dem Medium Buch verwechselt. Das hat durchaus Methode, denn in der einschlägigen Kommunikations- und Medienwissenschaft kommt die Untersuchung des Mediums Buch entweder zu kurz oder sie wird ganz außer Acht gelassen. Hier hätte der Autor auch danach fragen können, ob der Buchdruck eine Stellvertreterfunktion für die unterlassene Buchforschung der Medienwissenschaft darstellt. Vielleicht ist das vorliegende Werk ein Anlass, um darüber intensiver in der Theoriediskussion zu reflektieren.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>McLuhan, M.: <em>The Gutenberg Galaxy. The Making of Typographic Man</em>. Toronto [University of Toronto Press] 1962.</li>
<li>Rautenberg, U. (Hrsg.): <em>Reclams Sachlexikon des Buches</em>, 2., verbesserte Auflage. Stuttgart [Philipp Reclam jun.] 2003.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641609&amp;WKorbUID=192778814&amp;TITZIF=2284&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.theater-medien.de/index.cfm?cat=2&amp;subcat=102&amp;module=3&amp;tree=YES&amp;personal_id=15" target="_blank">Webpräsenz von Sven Grampp am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Universität Erlangen</a></li>
<li><a href="http://www.kmw.uni-leipzig.de/bereiche/buchwissenschaft/weitere-mitarbeiter/dr-thomas-keiderling/" target="_blank">Webpräsenz von Thomas Keiderling am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig</a></li>
</ul>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-124-1'>Zu den gedruckten Erzeugnissen (Printmedien), darauf geht Grampp nur einmal am Rande ein, gehören nicht nur Bücher, sondern auch Zeitungen, Zeitschriften, Kunstdrucke, Musikaliendrucke, in früheren Jahrhunderten auch Einblattdrucke, Flugschriften oder Messrelationen (ein historisch untergegangenes Mittelding zwischen Buch und Zeitung). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-124-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-124-2'>Eine temporäre Ausnahme ist der sogenannte Stehsatz, bei dem die gesetzten Druckvorlagen einige Zeit für einen möglichen Neudruck aufgehoben werden. Dieser &#8220;Speichervorgang&#8221; bindet jedoch zu viele Arbeitsmittel und wurde in der Praxis möglichst vermieden (vgl. Rautenberg 2003). <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-124-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/733' rel='bookmark' title='Permanent Link: Reiner Matzker: Ästhetik der Medialität'>Reiner Matzker: Ästhetik der Medialität</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Bernard Stiegler: Die Logik der Sorge</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/559</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 16:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Matthias Karmasin</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-610" title="stiegler2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/06/stiegler2008.jpg" alt="stiegler2008" width="160" height="269" />Der Text ist ein – in französischer Tradition – provokant formulierter Essay. Susanne Baghestani, die die Kapitel eins bis sechs der französischen Originalsausgabe, die den vorliegenden Band bilden, übersetzt hat, hat gute Arbeit geleistet. Das Buch ist gut lesbar und spiegelt doch den speziellen Zugang des Autors wider. Allein sein deutscher Titel wird dem eigentlichen Anliegen Stieglers nicht ganz gerecht. (Schade, dass der Suhrkamp Verlag im Falle der jüngst erschienenen Zweitauflage keinen angemesseneren Untertitel gewählt hat.) Im Original heißt das Buch <em>Prendre Soin. De la jeunesse et des génerations. </em>Und genau darum geht es Stiegler auch: um das Verschwinden der Kindheit, um das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen, um den Generationenvertrag, der auch die Erziehung und die Fürsorge beinhaltet, um die Möglichkeiten der Übernahme von Verantwortung und um die Frage, inwieweit die Medialisierung und Technisierung der Lebenswelt all diese Verhältnisse verändert hat. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/559">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/465' rel='bookmark' title='Permanent Link: Tanja Thomas (Hrsg.): Medienkultur und soziales Handeln'>Tanja Thomas (Hrsg.): Medienkultur und soziales Handeln</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Matthias Karmasin</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-610" title="stiegler2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/06/stiegler2008.jpg" alt="stiegler2008" width="160" height="269" />Der Text ist ein – in französischer Tradition – provokant formulierter Essay. Susanne Baghestani, die die Kapitel eins bis sechs der französischen Originalsausgabe, die den vorliegenden Band bilden, übersetzt hat, hat gute Arbeit geleistet. Das Buch ist gut lesbar und spiegelt doch den speziellen Zugang des Autors wider. Allein sein deutscher Titel wird dem eigentlichen Anliegen Stieglers nicht ganz gerecht. (Schade, dass der Suhrkamp Verlag im Falle der jüngst erschienenen Zweitauflage keinen angemesseneren Untertitel gewählt hat.)</p>
<p>Im Original heißt das Buch <em>Prendre Soin. De la jeunesse et des génerations. </em>Und genau darum geht es Stiegler auch: um das Verschwinden der Kindheit, um das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen, um den Generationenvertrag, der auch die Erziehung und die Fürsorge beinhaltet, um die Möglichkeiten der Übernahme von Verantwortung und um die Frage, inwieweit die Medialisierung und Technisierung der Lebenswelt all diese Verhältnisse verändert hat.</p>
<p>Die Grundthese, die Stiegler anhand von Beispielen aus der französischen Alltags- und Medienkultur variiert, lautet: Auch Erwachsene sind durch die kapitalistisch organisierten Medien infantilisiert; sie sind unfähig, Verantwortung (für sich, die Umwelt, ihre Kinder) zu übernehmen, und deswegen auch unmündig und nicht dazu in der Lage, für die Mündigkeit ihrer eigenen Kinder Sorge zu tragen. &#8220;Das bedeutet zugleich, daß die von den audiovisuellen Kulturindustrien kontrollierte Psychomacht den Prozeß der Vermittlung und Erziehung zerstört, der sich auf die <em>philia</em>, auf den vertrauensvollen Umgang mit der Nachkommenschaft, gründet.&#8221; (29)</p>
<p>Die Folgen sind – so Stiegler – beträchtlich: Die Unterschiede zwischen den Generationen verschwimmen, Erziehung und Fürsorge werden verunmöglicht, die Telekratie ersetzt die Demokratie und das Marketing wird zum dominanten Instrument der Sozialkontrolle. &#8220;Ziel der Programmindustrien als den bewaffneten Hilfskräften der Telekratie ist es, die Kontrolle über die Verhaltensprogramme zu übernehmen, die das Zusammenleben der sozialen Gruppen regeln, und ihnen das Erziehungsanrecht zu entreißen, um sie den unmittelbaren Bedürfnissen des Marktes besser anpassen zu können.&#8221; (92) Da gilt es Acht zu geben und sich Sorgen zu machen und eine &#8220;Schlacht für die Intelligenz&#8221; zu schlagen. Zumindest der Autor tut dies auf 163 Seiten.</p>
<p>Schade nur, dass das Buch mit Absichtserklärungen zur weiteren Forschung endet, ohne konkrete Alternativen zu dieser Phänomenologie der Medienkultur im Generationenkonflikt zu diskutieren. Auch wenn er seine Thesen lediglich kasuistisch illustriert und seine theoretische Fundierung eher eklektizistisch, denn fundiert wirkt, ist der Zugang Stieglers originell und gut nachvollziehbar. Das Wesen seiner Polemik ist es, Sachverhalte zuzuspitzen, auf Probleme aufmerksam zu machen und diese aufzuklären. Somit scheint das Anliegen der Aufklärung doch nicht ganz verloren.</p>
<p>Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive ließe sich sicher einwenden, dass die Datenbasis für Stieglers Argumente dürftig und die methodologischen wie methodischen Voraussetzungen für seine Schlussfolgerungen nicht gegeben seien. Und dennoch: Gerade aus medienpädagogischer Perspektive, aber auch aus Sicht der Mediennutzungs- und Rezeptionsforschung, kann der kritische Zugang, den Stiegler aufzeigt, durchaus von Gewinn sein, sofern er in die Forschungsprogramme des Mainstreams integriert werden kann. Einige Argumente bedürften freilich der empirischen Prüfung, doch stellt gerade diese Möglichkeiten bereit, neue Perspektiven zu erschließen. Auch hier ginge es nicht um ein Entweder-Oder, sondern um ein Sowohl-als-Auch. Als Anregung dafür empfiehlt sich die Lektüre des Buches in jedem Falle. Aber auch jenseits heuristischer Vorteile ist die Beschäftigung mit diesem anregend und herausfordernd. Und mehr kann man von einem wissenschaftlichen Essay eigentlich kaum erwarten.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/die_logik_der_sorge-bernard_stiegler_26006.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.arsindustrialis.org/les-pages-de-bernard-stiegler" target="_blank">Webpräsenz von Bernard Stiegler an der <em>association internationale pour une politique industrielle des technologies de l&#8217;esprit</em> </a></li>
<li><a href="https://campus.uni-klu.ac.at/org/visitenkarte?personalnr=3071" target="_blank">Webpräsenz von Matthias Karmasin an der Universität Klagenfurt</a></li>
</ul>


<p>Related posts:<ol><li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/2942' rel='bookmark' title='Permanent Link: Martina Heßler; Dieter Mersch (Hrsg.): Logik des Bildlichen'>Martina Heßler; Dieter Mersch (Hrsg.): Logik des Bildlichen</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/465' rel='bookmark' title='Permanent Link: Tanja Thomas (Hrsg.): Medienkultur und soziales Handeln'>Tanja Thomas (Hrsg.): Medienkultur und soziales Handeln</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>York Kautt: Image</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/178</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 11:53:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Genealogie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte der Werbung]]></category>
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		<description><![CDATA[<i>Rezensiert von Hannes Krämer</i>

<img src="http://rkm.lookingintomedia.com/wp-content/uploads/2009/05/kautt20081.jpg" alt="UMS826kumediKautt.indd" title="UMS826kumediKautt.indd" width="160" />York Kautt widmet sich in seiner im Transcript-Verlag erschienenen Dissertation einem zentralen Bezugspunkt moderner Mediengesellschaft – dem Image. Sowohl Politikern, Schauspielern, Wissenschaftlern als auch Konsum-produkten, Firmen, ja sogar finanzökonomischen Anlagemöglichkeiten wird heutzutage ein Image zugesprochen. Kautt nimmt diese begriffliche Prominenz zum Anlass, nach der spezifischen soziokulturellen Konstellation zu fragen, die das Aufkommen des Image-Phänomens begünstigt. Da die im Untertitel angekündigte "Genealogie" aus system- und medientheoretischer Perspektive geschieht, wird diese Ausgangslage entsprechend übersetzt als die "Frage nach einer historischen Konstellation […], in der die Annahme und Akzeptanz bestimmter Mitteilungen zum Problem wird". <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/178">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Hannes Krämer</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-187" style="float: left;" title="UMS826kumediKautt.indd" src="http://rkm.lookingintomedia.com/wp-content/uploads/2009/05/kautt20081.jpg" alt="UMS826kumediKautt.indd" width="160" />York Kautt widmet sich in seiner im Transcript-Verlag erschienenen Dissertation einem zentralen Bezugspunkt moderner Mediengesellschaft – dem Image. Sowohl Politikern, Schauspielern, Wissenschaftlern als auch Konsum-produkten, Firmen, ja sogar finanzökonomischen Anlagemöglichkeiten wird heutzutage ein Image zugesprochen. Kautt nimmt diese begriffliche Prominenz zum Anlass, nach der spezifischen soziokulturellen Konstellation zu fragen, die das Aufkommen des Image-Phänomens begünstigt. Da die im Untertitel angekündigte &#8220;Genealogie&#8221; aus system- und medientheoretischer Perspektive geschieht, wird diese Ausgangslage entsprechend übersetzt als die &#8220;Frage nach einer historischen Konstellation […], in der die Annahme und Akzeptanz bestimmter Mitteilungen zum Problem wird&#8221; (26).</p>
<p>Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in drei Teile. Zu Beginn werden einschlägige sozialwissenschaftliche Image-Konzepte (Kleining, Markt- und Konsumforschung, Goffman, Boorstin) dargestellt. Demnach wird Image zusammenfassend als eine &#8220;Typisierung des Sinnhaften zu Mustern&#8221; (24) beschrieben. Diese Typisierungen fungieren dabei als &#8220;kollektive Vorstellungsbilder&#8221; (ebd.) mit handlungsleitendem Charakter. Um auf die Entstehungsbedingungen der spezifischen Form der Image-Typisierung zu schließen, folgt Kautt der Systemtheorie Luhmann’scher Prägung. Insbesondere dessen Überlegungen zu den Massenmedien als Funktionssystem bilden den theoretischen Rahmen.</p>
<p>Der zweite Abschnitt ist der im eigentlichen Sinne <em>genealogische </em>– ganz entgegen den im Untertitel des Buches geweckten Erwartungen. Hier werden am Beispiel der zeitgenössischen Diskurse der Photographiegeschichte des 19. Jahrhunderts die Probleme rekonstruiert, die mit dem Aufkommen technischer Bildmedien einhergehen. Kautt nennt zum einen das &#8220;Oberflächen/Tiefen-Problem&#8221;: Damit bezieht er sich auf das Spannungsverhältnis zwischen Abbildungstreue und der damit einhergehenden Bedeutungssteigerung der Oberfläche einerseits und der mangelnden Erfassung der &#8216;Identität&#8217; des Photographierten andererseits (Tiefe). Zum anderen entstehe damit hinsichtlich der Verbreitungsmöglichkeit unter den anonymisierten Kommunikationsbedingungen der Massenmedien das Problem der Anschlusswahrscheinlichkeit von Kommunikation. Als Lösung dieser Problemkomplexe bilde sich &#8220;Image-Kommunikation als eine themenorientierte Spezialsprache&#8221; (317) heraus, die eine &#8220;Sondersemantik&#8221; (79) im Umgang mit visuellen Objekten etabliere, welche erstens das Verhältnis zwischen Oberfläche und Tiefe reflektiere und zweitens durch die Regelgeleitetheit der Image-Bild<em>sprache </em>die Annahmewahrscheinlichkeit steigere. Image werde so zu einem &#8220;Erscheinungsbild&#8221;, welches &#8220;aus einer spezifischen Verkettung, Sortierung und Hierarchisierung bildlicher Erscheinungsformen&#8221; (80) resultiere.</p>
<p>Obwohl Image-Kommunikation zwar alle Gesellschaftsbereiche durchsetze, attestiert Kautt dem System der Massenmedien eine herausgehobene Rolle beim Umgang mit technischen Bildmedien. So diskutiert dann auch der dritte Teil empirisch die historische Entwicklung der Image-Kommunikation anhand der Werbung als das maßgebliche Programm der Massenmedien, in dem Images virulent werden. Als Datengrundlage dienen Printwerbungen von 1900 bis 2001. Diese materiale Analyse bildet das Herzstück der Arbeit und ist zugleich deren umfassendster Teil. Dort wird deutlich, wie &#8220;die Werbung bis zum Ende der 1950er Jahre auf die Kommunikation von Bildern umstellt und dabei ein komplexes Instrumentarium der spezifischen Beschreibung und Qualifizierung sozialer Objekte gewinnt&#8221; (161). So seien zu Beginn der modernen Werbung um 1900 die Darstellungsformen noch stark von einem Rahmen geprägt, der auf die Kommunikation unter Anwesenden abhebe: Annoncen werden etwa als fiktionale Gespräche zwischen Kunden und Verkäufer dargestellt oder klassische Werbeformen einfach bildlich kopiert. Mit ähnlichem Ergebnis zeichnet Kautt die Entwicklung und Funktion von z.B. Typographie, Rahmen, Ornament und Zeichnung, Photographie oder der Beziehung von Text und Bild nach.</p>
<p><em>Nach </em>(leider nicht <em>aufgrund</em>!) dieser Analyse qualifiziert der Autor in einem theoretischen Zwischenresümee Werbung als Subsystem des Funktionssystems &#8220;Massenmedien&#8221;, dessen basales Prinzip &#8220;in der Differenzierung von Images&#8221; bestehe (168f.). Werbung stelle mit &#8220;Images im Sinne &#8216;guter&#8217; Erscheinungsbilder&#8221; (169) eine Zweitcodierung bereit, über die das Funktionssystem der Massenmedien Information/Nichtinformation unterscheiden könne. Mit anderen Worten: Image wird bei Kautt als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium verstanden, welches die Regelgeleitetheit der Kommunikation über einen spezifischen Code (gutes Image/schlechtes Image) und eine spezifische Programmierung ermögliche. Für eine Medienanalyse spannend sind hierbei vor allem die Programmierungen, die festlegen, wann ein Image als gut/schlecht gelte. Die Programme leisten als &#8220;Kriterienkomplexe&#8221; (174), so Kautt, &#8220;die Anpassung an die in der jeweiligen Zeit vorherrschenden Vorstellungen (Geschmack, Mode, Werte, Normen usw.)&#8221; (175). Der Analyse solcher Programme ist das letzte Drittel des Buches gewidmet. Dort zeigt der Autor, wie sich über die vergangenen hundert Jahre stabile Kriterienkomplexe ausgebildet hätten (Status, Weiblichkeit/Männlichkeit, Natürlichkeit etc.), die in verschiedener Art und Weise inszeniert worden seien.</p>
<p>In diesen kleinteiligen Analysen liegt die Kraft der Studie. Insgesamt gut nachvollziehbar verknüpft Kautt den Wandel bildlicher Werbe-Ästhetik mit Studien zur (Alltags-)Kultur. Das ist meist interessant und wird durch beispielhafte Abbildungen anschaulich; sehr empfehlenswert: die Beispiele für Weiblichkeit und Männlichkeit. Weitestgehend unbegründet bleibt jedoch die Herleitung dieser Programmressourcen aus dem Material sowie die damit einhergehende Frage, ob bei solch groben Codierungen (Glaser/Strauss) nicht notwendig eine Stabilität von Programmressourcen unterstellt werden kann. Dem ist eine Perspektive entgegenzuhalten, die mehr auf die Brüche und (widerstreitenden) Veränderungen verweist und die unterstellte Konsistenz der Imagekonstruktionen in Frage stellt. So können auch werbefeldinterne Entwicklungen berücksichtigt werden, wie etwa die nachhaltigen Veränderungen im Zuge der CounterCulture der 1960er/1970er Jahre (man denke nur an die Aufsehen erregende Kampagne für VW), bei denen eine neue Ästhetik und Selbstverständlichkeit in die Werbung Einzug hält, die im klaren Gegensatz zur Werbeästhetik der 1950er Jahre steht (vgl. Frank 1997; Odih 2007). So etwas fehlt in Kautts Untersuchung beinahe völlig.</p>
<p>Trotz dieser Einschränkungen ist Kautt eine beeindruckende Studie gelungen, die einen originellen und anspruchsvollen Einblick in die Entstehung und &#8216;Wirkung&#8217; von Images bietet. Obwohl der systemtheoretische Bezug den Lesefluss teilweise erschwert, ist es gerade derselbe, welcher Fragen der Entwicklung technischer Bildmedien in einen komplexen Theorierahmen einbindet und so zu verschiedenen Perspektiven Anschlussmöglichkeiten offen hält, von denen Kautt einige in den Schlussbemerkungen aufzeigt. Erst recht das reiche empirische Material bietet einen spannenden und auch amüsanten Einblick. Als Fazit gilt also: All jenen, die sich für die (deutsche) Geschichte der Werbung innerhalb des Systems der Massenmedien interessieren und systemtheoretische Überlegungen nicht scheuen, sei York Kautts Arbeit deutlich empfohlen.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li> Frank, T.: <em>The Conquest of Cool</em>. <em>Business Culture, Counterculture and the Rise of Hip Consumerism</em>. Chicago, London [The University of Chicago Press] 1997.</li>
</ul>
<ul>
<li> Odih, P.: <em>Advertising in Modern &amp; Postmodern Times</em>. Los Angeles etc. [Sage] 2007.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts826/ts826.php" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/ifs/perso/kaut" target="_blank">Webpräsenz von York Kautt an der Universität Gießen</a></li>
<li><a href="http://www.exc16.de/cms/kraemer.html" target="_blank">Webpräsenz von Hannes Krämer an der Universität Konstanz</a></li>
</ul>


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		<title>David Gugerli: Suchmaschinen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/430</link>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 15:08:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<category><![CDATA[Suchmaschinen]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Karsten Weber</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-529" style="float: left;" title="gugerli20092" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/gugerli20092.jpg" alt="gugerli20092" width="160"/>Internetsuchmaschinen sind ein viel diskutiertes Thema. Insbesondere Google steht derzeit in der Kritik, weil das Unternehmen nicht mehr nur eine "klassische“ Suchmaschine anbietet, sondern mit seinen vielfältigen Angeboten wie <em>Maps</em>, <em>Streetview</em>, <em>Books </em>oder <em>Scholar </em>Daten verfügbar macht, die inzwischen nicht mehr nur Webseiten, sondern auch Bücher, Journale oder gar die Welt selbst zugreifbar werden lassen. David Gugerlis Grundaussage lautet nun, dass Suchmaschinen nichts Neues seien und beileibe nicht erst mit dem Aufkommen des Internets hervorgetreten wären. Als Beispiele ganz anders gestalteter Suchmaschinen präsentiert er Robert Lemkes Fernsehratespiel "Was bin ich?", Eduard Zimmermanns Fahndungssendung "Aktenzeichen XY", das durch Horst Herold radikal umgebaute und auf EDV-Nutzung getrimmte BKA sowie relationale Datenbanken und Abfragesprachen wie SQL. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/430">[Mehr]</a>


Related posts:<ol><li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/459' rel='bookmark' title='Permanent Link: Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft'>Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Karsten Weber</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-529" style="float: left;" title="gugerli20092" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/gugerli20092.jpg" alt="gugerli20092" width="160" />Internetsuchmaschinen sind ein viel diskutiertes Thema. Insbesondere <a href="http://www.google.de/" target="_blank"><em>Google </em></a>steht derzeit in der Kritik, weil das Unternehmen nicht mehr nur eine &#8220;klassische&#8221; Suchmaschine anbietet, sondern mit seinen vielfältigen Angeboten wie <a href="http://maps.google.de/" target="_blank"><em>Maps</em></a>, <a href="http://maps.google.com/help/maps/streetview/" target="_blank"><em>Streetview</em></a>, <a href="http://books.google.de/" target="_blank"><em>Books </em></a>oder <a href="http://scholar.google.de/" target="_blank"><em>Scholar </em></a>Daten verfügbar macht, die inzwischen nicht mehr nur Webseiten, sondern auch Bücher, Journale oder gar die Welt selbst zugreifbar werden lassen.</p>
<p>David Gugerlis Grundaussage lautet nun, dass Suchmaschinen nichts Neues seien und beileibe nicht erst mit dem Aufkommen des Internets hervorgetreten wären. Als Beispiele ganz anders gestalteter Suchmaschinen präsentiert er Robert Lemkes Fernsehratespiel &#8220;Was bin ich?&#8221;, Eduard Zimmermanns Fahndungssendung &#8220;Aktenzeichen XY&#8221;, das durch Horst Herold radikal umgebaute und auf EDV-Nutzung getrimmte BKA sowie relationale Datenbanken und Abfragesprachen wie SQL.</p>
<p>Liest man das schmale Buch durch, erscheint die Idee, in so unterschiedlichen Phänomenen das Verbindende in der Funktion einer Suchmaschine zu sehen, zunächst nicht nur originell, sondern geradezu treffend. Lemkes Rateteam sucht die Berufe der Gäste und den Namen des Prominenten, Zimmermann die Täter ungeklärter Verbrechen, Horst Herold und das BKA suchen Terroristen, eine relationale Suchmaschine sucht … – ja, was sucht eigentlich eine Datenbank?</p>
<p>Schon bei der Schilderung des von Horst Herold geprägten BKA und endgültig beim Beispiel der relationalen Datenbanken sowie dem der Abfragesprachen wie SQL kommen erste Zweifel auf. Sicherlich: Lemke, Zimmermann und das BKA suchten etwas, doch diese punktuelle Funktionsgleichheit wird durch offenkundige Unterschiede vollständig aufgehoben: Die gesellschaftliche Funktion einer Fernsehsendung ist eine andere als die einer Strafverfolgungsbehörde; die Mittel sind völlig unterschiedlich, ebenso die zugrunde liegenden Herrschaftsstrukturen – um nur einige, dafür aber wesentliche Unterschiede zu benennen.</p>
<p>Unplausibel aber ist, Fernsehsendungen, eine Behörde und die bestimmte Lösung eines technischen Problems miteinander zu vergleichen. Zwar betont Gugerli, dass der Entwicklung relationaler Datenbanken die Vision einer von Laien nutzbaren Datenspeicherungs-, -verwaltungs- und -abfragetechnik zugrunde lag und daher nicht die Technik, sondern vielmehr soziale Motive im Vordergrund gestanden hätten. Doch ändert dies nichts an der Tatsache, dass eine Datenbank allein noch keine Suchmaschine ist. Sie ist <em>nur </em>eine wichtige technische Grundlage von Suchmaschinen. Datenbanken suchen nicht in einer Weise, wie es sich bei Lemkes Rateteam, Zimmermanns Fahndungssendung oder Herolds BKA beobachten lässt – Datenbanken werden zum Suchen benutzt.</p>
<p>Doch ist dies nicht der wichtigste Einwand gegen Gugerlis nur auf den ersten Blick überzeugende These. Der Autor blendet die völlig unterschiedlichen Reichweiten seiner Beispiele in sozialer, politischer, ökonomischer oder auch rechtlicher Hinsicht aus: Eine bestimmte Suchmaschinentechnologie wie zum Beispiel die der relationalen Datenbanken hat nämlich zunächst einmal gar keine solche Reichweite, sondern erlangt eine solche alleine innerhalb einer konkreten Anwendung. Schließlich kommt es auf die Anwendung selbst an, nicht auf die ihr zugrunde liegende Technologie. So hoch die Einschaltquoten von &#8220;Was bin ich?&#8221; und &#8220;Aktenzeichen XY&#8221; auch (gewesen) sein mögen – verglichen mit ihrer Reichweite müssen diese Sendungen eben doch völlig anders eingeschätzt werden als zum Beispiel die Rasterfahndung des BKA. Das Gemeinsame dieser Einzelfälle wird durch ihre Differenz komplett aufgehoben.</p>
<p>Eine letzte Anmerkung: Insbesondere Googles Angebote sind in ihrer Bedeutung auch deshalb mit Gugerlis Beispielen unvergleichbar, weil erstere nicht festgestellt sind. So kann man inzwischen viele Anwendungen finden, die etwa auf <a href="http://maps.google.de/" target="_blank"><em>Google Maps</em></a> aufsetzen – eines von der unappetitlichen Sorte ist <em>rottenneighbor.com</em>. Die (nicht nur) ökonomische Revolution, die mit Googles Diensten einhergeht, ist deren Globalität und Flexibilität als Basis völlig neuer Angebote. Hier könnten, mutatis mutandis, allenfalls Zusammenschlüsse von Datenbanken des BKA und anderer Behörden mithalten, Fernsehsendungen jedoch mit Sicherheit nicht.</p>
<p>David Gugerli spricht in seiner Danksagung von einer &#8220;provisorischen Darstellung&#8221; – dem wäre die fehlende Berücksichtigung der Literatur zu Internetsuchmaschinen hinzuzufügen, die viel zur hier geäußerten Kritik beiträgt. So aber muss der Wert seines Buches insofern in dessen Auslassungen gesucht werden, als diese zahlreiche Fragen provozieren. Ansonsten verstellt es eher das Verständnis von Suchmaschinen, als es zu befördern.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/suchmaschinen_-david_gugerli_26019.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.tg.ethz.ch/forschung/mitarbeiter/DavidGugerli.htm" target="_blank">Webpräsenz von David Gugerli bei der ETH Zürich</a></li>
<li><a title="persönliche Homepage von Karsten Weber" href="http://www.kultur-nachrichten.de/weber/index.html" target="_blank">persönliche Homepage von Karsten Weber</a></li>
</ul>


<p>Related posts:<ol><li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/459' rel='bookmark' title='Permanent Link: Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft'>Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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