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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Medienpolitik</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
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		<title>Birgit Stark; Melanie Magin (Hrsg.): Die österreichische Medienlandschaft im Umbruch</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 09:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Matthias Künzler</em>

<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/starkmagin20091.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2034" title="stark&#38;magin2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/starkmagin20091.jpg" alt="" width="160" height="235" /></a>Gratiszeitungen, Internet oder die Entstehung von "Newsrooms" sind internationale Trends, die für alle europäischen Mediensysteme eine Herausforderung darstellen. Nur zu oft mangelt es jedoch an Länderstudien, die solche Entwicklungen und ihre Folgen für ein bestimmtes Mediensystem empirisch analysieren. Aus diesem Grunde ist es begrüßenswert, dass sich der dritte Band der neuen Reihe von "Relation" der Veränderung der österreichischen Medienlandschaft widmet. Die beiden Herausgeberinnen Birgit Stark und Melanie Magin – beide an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien tätig – wollen damit einerseits die Forschungslücke einer "aktuelle[n] und übergreifende[n] Zusammenschau von Forschungsergebnissen für Österreich" schließen und andererseits "das Spannungsverhältnis zwischen historisch gewachsenen Strukturen des Landes und globalen Veränderungen der Medienlandschaft […] beschreiben". Um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen: Dieses wichtige und zugleich ambitionierte Unterfangen ist gelungen! <a href="ttp://www.rkm-journal.de/archives/1058">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Matthias Künzler</em></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/starkmagin20091.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2034" title="stark&amp;magin2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/starkmagin20091.jpg" alt="" width="160" height="235" /></a>Gratiszeitungen, Internet oder die Entstehung von &#8220;Newsrooms&#8221; sind internationale Trends, die für alle europäischen Mediensysteme eine Herausforderung darstellen. Nur zu oft mangelt es jedoch an Länderstudien, die solche Entwicklungen und ihre Folgen für ein bestimmtes Mediensystem empirisch analysieren. Aus diesem Grunde ist es begrüßenswert, dass sich der dritte Band der neuen Reihe von &#8220;Relation&#8221; der Veränderung der österreichischen Medienlandschaft widmet. Die beiden Herausgeberinnen Birgit Stark und Melanie Magin – beide an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien tätig – wollen damit einerseits die Forschungslücke einer &#8220;aktuelle[n] und übergreifende[n] Zusammenschau von Forschungsergebnissen für Österreich&#8221; (7) schließen und andererseits &#8220;das Spannungsverhältnis zwischen historisch gewachsenen Strukturen des Landes und globalen Veränderungen der Medienlandschaft […] beschreiben&#8221; (8). Um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen: Dieses wichtige und zugleich ambitionierte Unterfangen ist gelungen!</p>
<p style="text-align: justify;">Der Band ist in die fünf thematischen Bereiche Presse, Rundfunk, Internet, Journalismus und Medienpolitik gegliedert. Zu diesen thematischen Schwerpunkten haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen europäischen Ländern verschiedene Aspekte im Rahmen empirischer Einzelstudien untersucht. Die für einen länderspezifischen Band bemerkenswerte internationale Zusammensetzung der Autorinnen und Autoren spiegelt sich auch darin wider, dass von zwölf Beiträgen zwei in englischer Sprache publiziert wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei allen Beiträgen handelt es sich um Studien, die niemals Gefahr laufen, sich an zu kleinteiligen Details abzuarbeiten. Dies ist möglich, da alle Beiträge entweder eine Langzeitperspektive und/oder einen impliziten oder expliziten ländervergleichenden Ansatz pflegen. Beispielsweise vergleichen Lindards Udris und Jens Lucht die Loslösung der Presse von politischen und sozialen Trägergruppen in den drei deutschsprachigen Ländern und können so aufzeigen, dass in Österreich Reste des politischen Parallelismus stärker als in den anderen Ländern erhalten blieben.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die Untersuchung des Berufsfelds Journalismus durch Roman Hummel und Susanne Kassel, die Analyse der Internetnutzung verschiedener sozialer Gruppen im Zeitverlauf durch Birgit Stark und Uta Russmann sowie die Untersuchung der Entwicklung von Gratiszeitungen in Österreich durch Piet Bakker und Josef Seethaler stellen ihre Daten in den Kontext zur Entwicklung anderer Länder.</p>
<p style="text-align: justify;">Gewinnbringend ist der ländervergleichende Blickwinkel auch in den Beiträgen von Francisca Weder und Matthias Karmasin zur Umsetzung von Corporate Social Responsibility-Maßnahmen bei österreichischen und ausländischen Medienkonzernen oder bei der Studie über Newsroom-Konvergenz von Tageszeitungen im internationalen Vergleich durch Andy Kaltenbrunner, Klaus Meier, José A. Garcia Avilés, Daniela Kraus und Miguel Carvajal. Dieser Beitrag macht deutlich, dass es den &#8220;Newsroom&#8221; nicht gibt. Vielmehr existieren unterschiedliche Konzepte und Zielsetzungen, wie Redaktionsstrukturen auf Entwicklungen der Medienkonvergenz angepasst werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Ebenfalls gebührend Berücksichtigung findet im Sammelband die medienökonomische Perspektive. Angela Fritz und Johanna Grüblbauer suchen auf Basis eines medienökonomischen Modells nach Erfolgsfaktoren für Geschäftsmodelle lokaler Wochenzeitungen, während Paul Murschetz der Frage nachgeht, inwiefern Presseförderung Marktversagen verhindern kann. Gerade für den nichtösterreichischen Leser ist die Untersuchung der Tageszeitung &#8220;Neues Österreich&#8221; durch die Herausgeberinnen des Sammelbands interessant, da es sich hier um ein Beispiel eines Markteintritts handelt, wie er im Tageszeitungsbereich nur selten vorkommt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Ergebnisse der Inhaltsanalysen zeigen allerdings, dass die hochgesteckten Ziele der Neugründung kaum erreicht wurden. Eher als Erfolg ist dafür die Einführung von Handy-TV zu sehen, die laut den Ergebnissen von Julia Wippersberg darauf zurückzuführen ist, dass Mobilfunkunternehmen selber Programmpakete schnüren und Inhalte anbieten können. Dies stellt ein medienpolitisch geförderter Anreiz zur aktiven Entwicklung und Verbreitung dieser Technologie dar. In Anbetracht der anfangs eher zögerlichen Einführung von Privatrundfunk in Österreich – ein Aspekt der von Patrick Segallas untersucht wird – ist diese Entwicklung im Bereich des mobilen Fernsehens durchaus bemerkenswert.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Neben dem Schließen der Forschungslücke zum österreichischen Mediensystem liegt die besondere Stärke des Sammelbands im komparativen Blickwinkel und der Langzeitperspektive der meisten Artikel. Dadurch ist gewährleistet, dass sich die Ergebnisse vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen diskutieren lassen. Zu kritisieren ist einzig die Gliederung: So ist nicht völlig einsichtig, weshalb beispielsweise der Artikel von Thomas Steinmaurer beim Themenbereich &#8220;Rundfunk&#8221; und nicht bei &#8220;Medienpolitik&#8221; angesiedelt ist, obwohl er vorzüglich die Entwicklung der EU-Wettbewerbspolitik und deren Auswirkungen auf den gebührenfinanzierten öffentlichen Rundfunk fallbasiert untersucht. Auch die Analyse der medienpolitischen Maßnahmen zur Förderung der Digitalisierung der Fernsehübertragung und die Entwicklung dieser Distributionstechnologie im Vergleich zu anderen Übertragungswegen im Aufsatz von Christian Ortner, Ingrid Paus-Hasebrink und Alois Pluschkowitz hätte im Kapitel Medienpolitik abgehandelt werden können.</p>
<p style="text-align: justify;">Zudem herrscht ein gewisses Ungleichgewicht in der Anzahl Studien zu den einzelnen Themenbereichen: Lediglich ein Artikel widmet sich explizit dem Internet, während es bei Presse und Rundfunk je vier sind. Hier zeigt sich möglicherweise die Kehrseite des Peer-Review-Verfahrens, welche es vermutlich nur beschränkt erlaubt hat, Beiträge zu bestimmten Themen gezielt einzufordern.</p>
<p style="text-align: justify;">Summa Summarum dürfte der vorliegende Sammelband für die nächsten Jahre zum Standardwerk jedes Forschers avancieren, der sich mit der österreichischen Medienlandschaft auseinandersetzt. Jene Forscherinnen und Forscher, die sich komparativ mit der Veränderung von Medienlandschaften oder mit anderen Mediensystemen beschäftigen, werden den Band wegen seines komparativen Blickwinkels ebenfalls mit Gewinn lesen.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Links</em></p>
<ul>
<li><a href="http://hw.oeaw.ac.at/6614-6?frames=yes" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.oeaw.ac.at/cmc/de/stark.html" target="_blank">Webpräsenz von Birgit Stark an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften</a></li>
<li><a href="http://www.oeaw.ac.at/cmc/de/magin.html" target="_blank">Webpräsenz von Melanie Magin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften</a></li>
<li><a href="http://www.ipmz.uzh.ch/de/abteilungen/medienpolitik/team/matthias-kuenzler.html" target="_blank">Webpräsenz von Matthias Künzler an der Universität Zürich</a></li>
</ul>


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		<title>Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/620</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 22:44:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[<i>Rezensiert von Jan Lucas</i>

<img src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/steinbrecher20091.jpg" alt="steinbrecher2009" title="steinbrecher2009" width="160" height="243" class="alignleft size-full wp-image-1719" />Michael Steinbrecher ist vor allem durch seine Bildschirmpräsenz als Sportreporter bekannt. Mit dem vorliegenden Werk, welches auf seiner im Jahr 2008 abgeschlossenen Dissertation beruht, begegnet er uns als Wissenschaftler, der sich intensiv mit dem Verhältnis der (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsender zu den medialen Megaereignissen der olympischen Spiele befasst. Den Kern der Arbeit stellt eine empirische Analyse der Olympiaberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender über sechs olympische Spiele (drei Sommer- sowie drei Winterspiele) im Zeitraum von 1996 bis 2006 dar. Erstmals wird hier das olympische Sportprogramm von ARD und ZDF in unterschiedliche, objektivierbare Kategorien der Berichterstattung unterteilt und der jeweilige zeitliche Anteil dieser Elemente an der gesamten Olympiaberichterstattung sekundengenau gemessen. Hiermit stellt Steinbrecher eine empirische Grundlage für eine tiefergehende Diskussion und Analyse der sportjournalistischen Begleitung der olympischen Spiele durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bereit. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/620">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/831' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Meyen; Claudia Riesmeyer: Diktatur des Publikums'>Michael Meyen; Claudia Riesmeyer: Diktatur des Publikums</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/459' rel='bookmark' title='Permanent Link: Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft'>Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Jan Lucas</em></p>
<p><em><img class="alignleft size-full wp-image-1719" title="steinbrecher2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/steinbrecher20091.jpg" alt="steinbrecher2009" width="160" height="243" /></em>Michael Steinbrecher ist vor allem durch seine Bildschirmpräsenz als Sportreporter bekannt. Mit dem vorliegenden Werk, welches auf seiner im Jahr 2008 abgeschlossenen Dissertation beruht, begegnet er uns als Wissenschaftler, der sich intensiv mit dem Verhältnis der (öffentlich-rechtlichen) Fernsehsender zu den medialen Megaereignissen der olympischen Spiele befasst.</p>
<p>Den Kern der Arbeit stellt eine empirische Analyse der Olympiaberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender über sechs olympische Spiele (drei Sommer- sowie drei Winterspiele) im Zeitraum von 1996 bis 2006 dar. Erstmals wird hier das olympische Sportprogramm von <a href="http://www.ard.de/" target="_blank">ARD</a> und <a href="http://www.zdf.de/" target="_blank">ZDF</a> in unterschiedliche, objektivierbare Kategorien der Berichterstattung unterteilt und der jeweilige zeitliche Anteil dieser Elemente an der gesamten Olympiaberichterstattung sekundengenau gemessen. Hiermit stellt Steinbrecher eine empirische Grundlage für eine tiefergehende Diskussion und Analyse der sportjournalistischen Begleitung der olympischen Spiele durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten bereit.</p>
<p>Den empirischen Ergebnissen geht zunächst ein breiter Überblick über Geschichte, Strukturen und Entwicklungen der olympischen Spiele der Neuzeit voraus. In Kapitel 2 wird die olympische Idee nach ihrem Gründer Pierre de Coubertin beschrieben. Steinbrecher macht deutlich, dass diese als Legitimations- und Argumentationsgrundlage insbesondere für olympische Funktionäre nach wie vor relevant ist. Zugleich zeigt er auf, dass bestehende Konflikte und Spannungsfelder schon in der Gründungsphase der Spiele bestanden. Kapitel 3 beschreibt den Status quo der olympischen Spiele und stellt diese ihrer ursprünglichen Konzeption gegenüber. Wesentliche Kritik- und Diskussionsfelder werden hierbei herausgestellt. Kapitel 4 behandelt die (Legitimations-)Krisen der olympischen Spiele – angefangen mit den Spielen von Berlin 1936 bis hin zu den (zum Zeitpunkt der Niederschrift noch bevorstehenden) Spielen von Peking 2008. Kapitel 5 schließt den theoretischen Teil mit einer historischen Betrachtung des Verhältnisses zwischen Fernsehveranstaltern und Olympia ab und führt so auf die konkrete empirische Auseinandersetzung mit der olympischen TV-Berichterstattung hin.</p>
<p>Der theoretische Teil der Arbeit in den Kapiteln 2 bis 5 ermöglicht dem Leser einen Einblick in die kritische Diskussion der olympischen Spiele, ihre Ziele und Ideale sowie ihres öffentlichen Stellenwertes. Die Breite dieses Überblicks geht gelegentlich zulasten seiner Tiefe, was insofern legitim ist, als Steinbrecher nicht versucht, Antworten zu finden, sondern vielmehr dem Leser verschiedene Positionen und Kritikpunkte aufzeigen und somit eine Grundlage für eine weitere Diskussion des Themas bereitstellen möchte. Steinbrechers Ziel ist es, wie uns der Titel bereits verrät, ein &#8220;Netz olympischer Abhängigkeiten&#8221; zu beschreiben. Es gelingt ihm, die verschiedenen Abhängigkeiten zu identifizieren, ihre jeweilige Stärke und ihr besonderes Ausmaß werden jedoch nicht immer deutlich und stellen möglicherweise zukünftige Forschungsaufträge dar.</p>
<p>In Kapitel 6, dem empirischen Teil der Arbeit, werden zunächst 21 verschiedene Programmkategorien vorgestellt, in die sich das olympische Programmschema einteilen lässt, sowie deren Anteil an der Olympiaberichterstattung ermittelt. Steinbrecher liefert hier eine bisher nicht vorhandene Datenbasis, welche eine objektive Beurteilung subjektiv empfundener und geäußerter Entwicklungen der Olympiaberichterstattung erlaubt. Der deskriptive Wert der gesammelten Daten ist hoch, ihr explorativer Wert ist aufgrund der geringen Zahl von sechs untersuchten olympischen Spielen indes begrenzt.</p>
<p>In Kapitel 7 führt Steinbrecher den Leser in die Strukturen und Entscheidungsprozesse der (olympischen) Sportberichterstattung des ZDF ein. Steinbrecher stellt die olympische Programmphilosophie des ZDF basierend auf von ihm selbst durchgeführten Leitfaden- bzw. Tiefeninterviews mit den Programmverantwortlichen des ZDF dar. Hier liegt der Wert der Arbeit in dem besonderen Blickwinkel Steinbrechers als Insider und Sportjournalist. Im Fokus stehen die in den Kapiteln 2 bis 5 identifizierten Spannungsfelder der olympischen Idee. Auch hier wird weder seitens des Autors noch seitens der befragten Programmverantwortlichen eindeutig bzw. einheitlich Position bezogen. Vielmehr wird deutlich, dass auch die verantwortlichen Journalisten parallel zur gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit olympischen Problemfeldern durchaus kontrovers nach Antworten und Strategien suchen.</p>
<p>Während Steinbrecher die zentrale Stellung der olympischen Ideale und ihrer Charta im Netz der olympischen Abhängigkeiten ausführlich beschreibt, vermisst man – auch in den Aussagen der ZDF-Programmverantwortlichen – den direkten Bezug auf die Grundlage öffentlich-rechtlicher Programmgestaltung in Form des im Rundfunkstaatsvertrag festgelegten Programm- und Sozialisationsauftrags. In diesem Zusammenhang muss die Frage aufgeworfen werden, ob die enge Abgrenzung des Forschungsgegenstandes auf die reinen Sportübertragungen unter Ausschluss der zwischendurch ausgestrahlten Nachrichtensendungen sowie der nachgelagerten Informations- und Unterhaltungssendungen mit Olympiabezug operabel ist. Letztlich macht sich hier die sportjournalistische Perspektive Steinbrechers bemerkbar, die in diesem Kontext einer etwas distanzierteren medienpolitischen Sicht gegenübergestellt werden könnte.</p>
<p>Das vorliegende Buch ist sowohl für Praktiker als auch für Wissenschaftler lesenswert. Für Sportjournalisten bietet es eine Grundlage für die persönliche Auseinandersetzung mit der Frage, wie mit kritischen Aspekten olympischer Spiele umzugehen ist. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Buch vor allem ein Fundus von offenen Fragen und Kontroversen, die nach Lösungen und Antworten verlangen und so eine Reihe interessanter Forschungsfragen anstoßen bzw. fortführen können.</p>
<p><em><em>Links</em>:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641364&amp;WKorbUID=75966681&amp;TITZIF=2253&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=420&amp;Itemid=160" target="_blank">Webpräsenz von Michael Steinbrecher am Institut für Journalistik der TU Dortmund</a></li>
<li><a href="http://www.michael-steinbrecher.de/" target="_blank">persönliche Homepage von Michael Steinbrecher</a></li>
</ul>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/eb3665d1c9bf4cf99ef3171bc40c1c25" width="1" height="1" alt=""></p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Johannes Ludwig (Hrsg.): Sind ARD und ZDF noch zu retten?</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/482</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 18:51:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Manfred Mai</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-868" title="ludwig2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/ludwig2009.jpg" alt="ludwig2009" width="160" height="229" />Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist immer wieder ein dankbares Objekt für das Studium von Fehlentwicklungen. Schon in den Zeiten des Monopols von ARD und ZDF wurde nicht an Kritik gegenüber den öffentlich-rechtlichen Anstalten gespart. Seit dem Aufbau des privaten Rundfunks sind weitere Kritikpunkte hinzugekommen. Zu den nach wie vor bestehenden Problemen der politischen Unausgewogenheit, der Verfilzung und der Ämterpatronage kommen nun vermehrt Fragen nach seiner Effizienz und seiner Legitimation. Mit der Ausdifferenzierung der digitalen Medienlandschaft und dem Siegeszug des Internets kommen weitere Argumente hinzu, die das öffentlich-rechtliche System in Frage stellen. Wenn sich die nachwachsende Generation vom Fernsehen abwendet, muss man sich fragen, welchen Stellenwert öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Zukunft überhaupt noch hat. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/482">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/122' rel='bookmark' title='Permanent Link: Dieter Rucht; Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten?'>Dieter Rucht; Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten?</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Manfred Mai</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-868" title="ludwig2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/ludwig2009.jpg" alt="ludwig2009" width="160" height="229" />Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist immer wieder ein dankbares Objekt für das Studium von Fehlentwicklungen. Schon in den Zeiten des Monopols von <a href="http://www.ard.de/" target="_blank">ARD </a>und <a href="http://www.zdf.de/" target="_blank">ZDF</a> wurde nicht an Kritik gegenüber den öffentlich-rechtlichen Anstalten gespart. Seit dem Aufbau des privaten Rundfunks sind weitere Kritikpunkte hinzugekommen. Zu den nach wie vor bestehenden Problemen der politischen Unausgewogenheit, der Verfilzung und der Ämterpatronage kommen nun vermehrt Fragen nach seiner Effizienz und seiner Legitimation. Mit der Ausdifferenzierung der digitalen Medienlandschaft und dem Siegeszug des Internets kommen weitere Argumente hinzu, die das öffentlich-rechtliche System in Frage stellen. Wenn sich die nachwachsende Generation vom Fernsehen abwendet, muss man sich fragen, welchen Stellenwert öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Zukunft überhaupt noch hat.</p>
<p>Die Autoren des vorliegenden Bandes haben sich aus der Vielzahl der Kritikpunkte einige herausgesucht, um an ihnen die Legitimität des öffentlich-rechtlichen Rundfunks darzustellen. Es sind dies unter anderem Fragen nach der journalistischen Unabhängigkeit, der Transparenz, der Gebührenfinanzierung und der Fähigkeit zur Selbstreflexion. Immer wieder gelingt es den Autoren des Bandes mit Fallstudien zu zeigen, dass die Forderung nach Transparenz &#8211; etwa über die Sitzungen der Rundfunkgremien &#8211; nicht erfüllt wird. Spätestens seit der Finanzkrise wissen wir, dass Transparenz und Vertrauen in anderen &#8211; privatwirtschaftlichen &#8211; Bereichen viel systemrelevanter sind als im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.</p>
<p>Nun mag es Gründe geben, warum ARD und ZDF nicht völlig transparent sind. Wie sollen sie zum Beispiel eine neue Strategie beraten, wenn diese Überlegungen vorher bekannt werden, zumal die privaten Wettbewerber gar nicht daran denken, sich in die Karten schauen zu lassen? Auch Fragen der Programmakquisition und ähnliches sind Geschäftsgeheimnisse. Dennoch gelangen immer wieder Details über solche Vorhaben in die Hände konkurrierender Medien. Selbst Inhalte von angeblichen Vier-Augen-Gesprächen finden ihren Weg in die Öffentlichkeit und man fragt sich, was denn wirklich noch geheim ist. Dennoch: Die Beiträge von Johannes Ludwig und Marvin Oppong zeigen, dass es mit der Kommunikationskultur von ARD und ZDF nicht zum Besten steht. Berechtigte Auskunftsbegehren wurden verweigert und so nähren die Anstalten den Verdacht, dass es etwas zu verbergen gibt.</p>
<p>Kein gutes Haar lässt der Herausgeber auch an der Arbeit der Rundfunkräte. Sie identifizierten sich zu stark mit &#8216;ihrer&#8217; Anstalt, statt sie zu kontrollieren. Was einst als Instrument des Binnenpluralismus institutionalisiert wurde, verkrustete immer mehr zu einem Kartell von Funktionären, die nur noch die Interessen ihrer jeweiligen Klientel im Blick haben, nicht aber das Gesamtinteresse der Zuschauer. Dies ist aber keine Besonderheit von Rundfunkräten, sondern ein Grundproblem repräsentativer Strukturen in einer pluralistischen Demokratie. Auch im Staat ist die Exekutive der Legislative immer überlegen. Dieses demokratietheoretische Problem kann man nicht den ARD-Anstalten anlasten.</p>
<p>In dem Sammelband finden sich kondensiert und aktualisiert fast alle Kritikpunkte gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wieder, die seit Jahrzehnten regelmäßig vorgebracht werden. Und wie Sisyphus versuchen auch die Autoren dieses Bandes immer wieder, mit weiteren Beiträgen &#8211; teilweise mit persönlich erlebten Beispielen und nicht ohne ein Quäntchen Selbstgerechtigkeit &#8211; das öffentlich-rechtliche System zu diskreditieren. Das haben schon ganz andere versucht: Bundeskanzler, die sich über das öffentlich-rechtliche Meinungsdiktat ärgerten, Kanzlerkandidaten, die sich wegen der &#8220;Schweigespirale&#8221; um ihre Wahlchancen betrogen fühlten, und Ministerpräsidenten, die die Unterschrift unter den Gebührenstaatsvertrag von Strukturreformen der ARD abhängig machten &#8211; von den von der EU vorgebrachten beihilferechtlichen Einwänden ganz zu schweigen.</p>
<p>Es ist daher anzunehmen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch die geballte Kritik dieses Bandes unbeschadet überstehen wird. Bislang ist die Strategie des steten Tropfens nicht aufgegangen. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass die Politik zumindest der Eigendynamik der Gebührenerhöhung Grenzen setzen will &#8211; notfalls gegen geltendes Verfassungsrecht, denn eigentlich darf die Politik den Vorschlag der Gebührenkommission (<a href="http://www.kef-online.de/" target="_blank">KEF</a>) nicht einfach ablehnen. Andererseits ist der Ärger vieler Politiker über die Sendungen des Privatfernsehens unübersehbar, obwohl es ihre eigenen Parteien waren, die in den 1980er Jahren die Privatisierung forderten.</p>
<p>An konkreten Vorschlägen zur Strukturreform hat es bisher nicht gerade gemangelt: vom Verfahren der Bestimmung der Rundfunkgebühren über die Fusion von ARD-Anstalten bis zur Auflösung des ZDF. Dagegen lesen sich die Vorschläge der Autoren des vorliegenden Sammelbandes geradezu kleinkariert, wenn sie etwa am Beispiel eines Auskunftsbegehrens, das ein Seminar einer Fachhochschule formuliert hat, zeigen wollen, wie ignorant die Antworten der ARD sein können. Die ARD wäre gut beraten gewesen, die Studierenden einzuladen und &#8211; etwa bei einem Bier, wie es Obama unlängst praktizierte &#8211; auf alle ihre Fragen einzugehen. So hätte dieser eigentlich überflüssige Beitrag vermieden und das Vertrauen einer relevanten Zielgruppe wiederhergestellt werden können. Allerdings scheinen sich die Studenten in ihrer Rolle als Beleidigte zu gefallen.</p>
<p>Dennoch zeigen viele Beiträge des Bandes, dass die traditionellen Kritikpunkte an ARD und ZDF aktualisiert werden müssen &#8211; wie zum Beispiel die überproportionale Gebührensteigerung, der Umgang mit Skandalen im eigenen Haus und die Fragen der Rundfunkaufsicht. Sehr aufschlussreich ist etwa der Beitrag von Jörg-Uwe Nieland über das Beschwerdemanagement beim <a href="http://www.wdr.de/themen/homepages/homepage.jhtml" target="_blank">WDR</a>. Hier wird nicht nur deutlich, wie schwer sich öffentlich-rechtliche Anstalten mit Kritik an ihren Sendungen tun, sondern auch, wie unsouverän der Zuschauer ist. So wird nebenbei auch der medienkompetente Zuschauer als eine Fiktion der Medienwissenschaft dekonstruiert.</p>
<p>Es ist müßig, Organisationen an ihren selbstgestellten Ansprüchen zu messen. Wer Wasser predigt, darf sich nicht beim Wein erwischen lassen. Wer zum Beispiel wie die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten für Transparenz sorgen soll und sie von anderen einfordert, muss sich auch besonderen Anforderungen der Transparenz bezüglich des eigenen Verhaltens stellen. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass der vorliegende Sammelband der Diskussion über die Legitimität und die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Systems weitere interessante und empirisch fundierte Argumente hinzufügt. Es bleibt zu hoffen, dass diese Argumente von den Akteuren aufgegriffen werden, die wirklich etwas verändern können. Die Beiträge sind fast durchweg lesenswert und geben bemerkenswerte Einblicke in das Innenleben von ARD und ZDF, die man in anderen medienwissenschaftlichen Beiträgen kaum findet.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=11223" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.johannesludwig.de/" target="_blank">Persönliche Homepage von Johannes Ludwig</a></li>
<li><a href="http://www.uni-due.de/politik/mai.php" target="_blank">Webpräsenz von Manfred Mai an der Universität Duisburg-Essen</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/122' rel='bookmark' title='Permanent Link: Dieter Rucht; Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten?'>Dieter Rucht; Simon Teune (Hrsg.): Nur Clowns und Chaoten?</a></li>
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		<title>Guido Schröder: Positive Medienökonomik</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 17:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<i>Rezensiert von Marie Luise Kiefer</i>

<img class="alignleft size-full wp-image-152" title="schroder2008" src="http://rkm.lookingintomedia.com/wp-content/uploads/2009/05/schroder2008.jpg" alt="schroder2008" width="160" />Der Autor will mit diesem Buch, dem seine Dissertation zugrunde liegt, das Defizit medienökonomischer Theoriebildung abbauen – und das unter Rückgriff ausschließlich auf das Instrumentarium der (neo)klassischen Ökonomik. Interdisziplinär geprägten Versuchen, eine Medienökonomik zu entwickeln, erteilt er eine Absage: Das Einfügen ökonomikfremder Modellelemente aus der Publizistikwissenschaft, der Soziologie oder Politologie bedeute weniger eine „Ergänzung des ökonomischen Ansatzes, sondern vor allem dessen Relativierung“, was die Gefahr berge, dass eine so entwickelte Medienökonomik an wissenschaftlichem Gehalt verlöre und für konkrete Probleme nur beliebige Erklärungen anzubieten hätte. <a href="http://rkm.lookingintomedia.com/archives/96">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Marie Luise Kiefer</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-152" style="float: left;" title="schroder2008" src="http://rkm.lookingintomedia.com/wp-content/uploads/2009/05/schroder2008.jpg" alt="schroder2008" width="160" />Der Autor will mit diesem Buch, dem seine Dissertation zugrunde liegt, das Defizit medienökonomischer Theoriebildung abbauen – und das unter Rückgriff ausschließlich auf das Instrumentarium der (neo)klassischen Ökonomik. Interdisziplinär geprägten Versuchen, eine Medienökonomik zu entwickeln, erteilt er eine Absage: Das Einfügen ökonomikfremder Modellelemente aus der Publizistikwissenschaft, der Soziologie oder Politologie bedeute weniger eine „Ergänzung des ökonomischen Ansatzes, sondern vor allem dessen Relativierung“ (373), was die Gefahr berge, dass eine so entwickelte Medienökonomik an wissenschaftlichem Gehalt verlöre und für konkrete Probleme nur beliebige Erklärungen anzubieten hätte.</p>
<p>Der Autor entwickelt dann sein theoretisches Programm. Basisannahmen sind: Konsumentensouveränität, Nicht-Paternalistik, also keine Meritorik-Annahmen, Rationalität. Die mit Hilfe der mikroökonomischen Theorie zu prüfenden Aspekte von Medien sind Qualität, Finanzierung und Wirkung. Die Analyse wird auf das Fernsehen und hier auf Fernsehinhalte beschränkt. Theoretischer Ausgangspunkt zur Prüfung der drei gewählten Aspekte ist die Theorie des Marktversagens, die in der medienökonomischen und medienpolitischen Diskussion über Qualität, Finanzierung und Wirkung von Fernsehprogrammen ja eine prominente Rolle spielt.</p>
<p>Die Frage, ob der Markt hinsichtlich dieser Aspekte medialer Güter versagt, mit welchen (ökonomischen) Argumenten dies behauptet werden kann, ob die Argumente stichhaltig sind oder ob sich im Rahmen des vom Autor angewandten ökonomischen Forschungsprogramms, vor allem unter Berücksichtigung institutioneller Faktoren und institutionenökonomischer Ansätze, andere Erklärungsmöglichkeiten für beobachtbare Ineffizienzen anbieten oder aufdrängen, wird auf rund 400 Seiten durchgespielt. Referenzpunkt der Analysen sind dabei nicht die wohlfahrtsökonomischen Optimalitätsannahmen, denn gemessen an diesen „idealisierten Standards“ wäre das Problem des Marktversagens ubiquitär (377). Das Interesse des Autors gilt vielmehr der (institutionellen) Rahmenordnung von Medienmärkten, inwieweit diese deren Funktionsfähigkeit ermöglicht. Der zentrale Befund seiner theoretischen Arbeit lautet denn auch, dass gesellschaftliche Ineffizienzen des Fernsehens mit Blick auf die gewählten Topoi Qualität, Finanzierung und Wirkung nicht einem Markt- oder Wettbewerbs-, sondern einem Versagen der Institutionen geschuldet sind, Institutionenversagen also der zentrale Erklärungsfaktor sei (383). Die Verschiebung des theoretischen Interesses auf die Rahmenordnung von Medienmärkten soll, so ein Ziel des Autors, neue Möglichkeiten wissenschaftlicher Politikberatung eröffnen.</p>
<p>Auch wenn man als Leser dem Autor keineswegs in allen Punkten, wie etwa der Zurückweisung von Interdisziplinarität oder dem Ausschluss von „Meritorik“ aus dem ökonomischen Forschungsprogramm, folgt, wird man seine Arbeit mit Interesse lesen. Die konsequente Anwendung nur des neoklassischen Theoriearsenals in der Erweiterung um institutionenökonomische Ansätze auf die drei Problemfelder bietet manchmal eine neue oder auch nur bedenkenswerte Sicht, die Forschungsbedarf signalisiert. Ein Beispiel ist die institutionenökonomisch fundierte Analyse der Finanzierung des Fernsehens, die sich vom Pay-TV-Modell als ultimativer ökonomischer Lösung aller Markt- und Finanzierungsprobleme verabschiedet und auf die Effekte indirekter Finanzierungsregimes konzentriert, hier im Vergleich der Werbe- und – leider – Steuer- statt Gebührenfinanzierung. Unterschiede zwischen Steuer- und Gebührenfinanzierung sieht der Autor zwar, sie detailliert auszuarbeiten, auch und gerade im Vergleich zur Werbefinanzierung, verbleibt jedoch als Aufgabe.</p>
<p>Man wird dem Autor sicher auch nicht in allen Annahmen und Schlussfolgerungen folgen. Das gilt vor allem für das Kapitel zur Medienwirkung, die als Externalität nur der Rezeption und daraus folgender „Anspruchskonkurrenz“ (351) zum Beispiel bezüglich des sozialen Klimas mit Blick auf Tolerierungsgrenzen von Gewalt rekonstruiert wird, das gilt auch für die damit zusammenhängende Frage der Qualität, wenn man Qualität nicht nur als Nutzen aus Sicht rationaler Rezipienten begreift. Aber das Anliegen des Autors, den Blick auf institutionelle Rahmenbedingungen im Bereich der Medien zu lenken, um dort verstärkt nach politischen Gestaltungsmöglichkeiten zu suchen, ist ein weiter zu erprobender Ansatz.</p>
<p>Die Analyse signalisiert ein wachsendes Interesse auch von Ökonomen an Medien als Objekt ihrer theoretischen Arbeit. Obwohl auf einer Promotion in Volkswirtschaftslehre basierend, baut das Buch keine Rezeptionshürden durch übermäßige Formalisierung auf. Dass der Autor seine Analyse auf Fernsehen beschränkt, ist hier kein Nachteil, hätte aber vielleicht im Titel signalisiert werden müssen. Für den medienökonomisch Interessierten wird vieles in dem Buch nicht neu sein, dennoch lohnt die Lektüre, ungeachtet oder gerade wegen der angedeuteten Einwände.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=9764" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.guido-schroeder.de/" target="_blank">Private Homepage von Guido Schröder</a></li>
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