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Georg Milzner: Digitale Hysterie

Rezensiert von Martin Gehr

georgmilzner_digitalehysterie_rkmjournalEssay
Peter Lustig, einstiger Moderator der ZDF-Kindersendung Löwenzahn, sagte: „Lasst euch nicht von irgendeiner elektronischen oder digitalen Software das Gehirn zermatschen. Lieber vorher abschalten.“ Psychologe Georg Milzner scheint da anderer Meinung zu sein: In seinem Buch Digitale Hysterie legt er dar, warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen, so der Untertitel. Dabei geht er auf gesellschaftlich immer wieder diskutierte Themen wie Gewalt, Facebook und ADHS ein und beschreibt, warum es zu einfach sei, für all diese Probleme die Allgegenwart des Computers und vor allem von Computerspielen verantwortlich zu machen. Dafür zieht er Beispiele aus seiner psychotherapeutischen Praxis heran und zerlegt zudem so manche gängige Theorie. Ob das funktioniert, lesen Sie hier. Mehr

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Jennifer Schatz: Erste Schritte im Internet

Rezensiert von Hans Toman

Erste Schritte im InternetEssay
Die Publikation gliedert sich übersichtlich und ist sehr durchdacht. Jennifer Schatz führt auf Grundlage der Darstellung einer gesellschaftlich-orientierten Problematik sowie einer konkreten schul-orientierten Fragestellung (vgl. 11) in die Thematik ein und nennt ergänzend methodische Aspekte der Arbeit. Zum Verständnis und als Grundlage des Buches grenzt die Autorin zu Beginn sachlich richtig und im Detail die Termini ‘Medien‘, ‘Medienkompetenz‘ und ‘Medienbildung‘ voneinander ab. Sie fokussiert hierbei die Relevanz von Medien im Alltag von Grundschulkindern als Problemaufriss und stellt die mediale Lebenswelt dieser Kinder vor. Hierbei thematisiert sie folgerichtig das Internet als den prägenden Bestandteil der heutigen Medienwelt (vgl. 21). Aussagen und die Umsetzung innerhalb der Schule ergänzen die bisherigen Erläuterungen. Als Beispiele thematisiert sie sachbezogene Beispiele aus Baden-Württemberg. Mit Hilfe von konkreten Fragen leitet die Autorin von einem Kapitel zum anderen verständlich über. Auf diese Weise erläutert Schatz auch die kognitiven und technischen Voraussetzungen für die Durchführung Ihrer Analyse. Mehr

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Guido Bröckling: Das handlungsfähige Subjekt zwischen TV-Diskurs und Netz-Dialog

Rezensiert von Sonja Yeh

Bröckling_Das handlungsfähige SubjektEssay
Die Dissertation von Guido Bröckling bietet einen Theorierahmen, um über unsere aktuelle Mediengesellschaft kritisch zu reflektieren und dabei die Rolle der Medien für unsere Identitäts- und Wirklichkeitskonstruktion sowie das Potenzial unserer eigenen Handlungsfähigkeit in und mit Medien zu überdenken. Bröckling orientiert sich dabei vornehmlich an Vilém Flussers kommunikationstheoretischen Überlegungen und führt diese mit Ansätzen aus der Medienkompetenzforschung, Medienpädagogik, Mediennutzungs- und Rezeptionsforschung sowie (medien-)philosophischen Denkanstößen zusammen. Abschließend wird ein Vorschlag zur Medienbildung als Weiterführung von Flussers Kommunikologie vorgelegt. Mehr

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Ullrich Dittler, Michael Hoyer (Hrsg.): Aufwachsen in sozialen Netzwerken

Rezensiert von Guido Bröckling

Aufwachsen in sozialen NetzwerkenEssay
Im vorliegenden Sammelband vereinen Ullrich Dittler und Michael Hoyer Beiträge des 4. Medienkongresses Villingen-Schwenningen (2012) zu Chancen und Gefahren von Netzgemeinschaften aus medienpsychologischer und -pädagogischer Perspektive. In der Einleitung fassen die Herausgeber kurz die Schwerpunkte der Beiträge zusammen, verpassen es aber, einen theoretischen Rahmen zu setzen, der die 17 sehr heterogenen Beiträge zusammenführen und ihnen einen roten Faden geben könnte. Um die differenzierten Perspektiven auf die Entwicklung vonSocial Network Services (SNS) dennoch einzuordnen, definieren sie zumindest fünf übergeordnete Themenschwerpunkte. Mehr

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Sonja Ganguin, Dorothee Meister (Hrsg.): Digital native oder digital naiv?

Rezensiert von Petra Grell

Essay
Generationsübergreifende Medienarbeit und der Dialog der Generationen über Medien sind aufstrebende Themen der Medienpädagogik. Der von Ganguin und Meister herausgegebene Sammelband knüpft an Beiträge an, die im Rahmen des GMK-Forums Kommunikationskultur präsentiert wurden. Anders als im Haupttitel formuliert, so gilt es zunächst zu markieren, widmen sich die Beiträge keineswegs ausschließlich digitalen Medien, und auch die “digital natives” stehen nicht im Mittelpunkt aller Beiträge. Geboten wird jedoch eine anregende Mischung unterschiedlicher Beiträge, die sich, wie die Herausgeberinnen formulieren, “um das Thema Generationen, Altersspezifik und die Nutzung von Medien ranken”. Mehr

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Andreas Hiller: Das Schulbuch zwischen Internet und Bildungspolitik

Rezensiert von Jennifer Sloane

Essay
Das Internet hat nicht nur einen medial-kulturellen Wandel ausgelöst, der sich auf Unterricht und Lernen auswirkt, sondern es beeinflusst auch das Schulbuch als Leitmedium und damit die staatlichen Einflussmöglichkeiten in der Schulbildung. Dies untersucht Andreas Hiller in seiner Dissertation aus dem Jahr 2011. Ausgehend vom Bildungsmonopol des Staates erörtert er dessen sich wandelnde Steuerungsmöglichkeiten, die er exemplarisch an den Bereichen ‘Bildungsinhalte’ und ‘Unterrichtsprozess’ darstellt. Den theoretischen Hintergrund bilden dabei die Konzepte des Sicherheitsdispositivs und der gouvernementalen Regierungsformen von Michel Foucault. Die wachsende, leicht zugängliche mediale Vielfalt, die sich wandelnde Wissenskultur sowie veränderte institutionelle Bedingungen führen zu einer Unterwanderung des Schulbuchs als Leitmedium und (staatlichen) Steuerungsinstrument. Das Internet eröffnet neue informelle und optionale Lernkontexte und Medienpraktiken. Auf ihnen liegt das Hauptinteresse der Arbeit. Im Gegensatz zu Schulbüchern als zentral vorgegebenen Wissensmedien entziehen sich dezentrale Medienpraktiken im Internet einer staatlichen Einflussnahme – werden aber von Jugendlichen in großem Maße genutzt. Mehr

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André Puffert: Fernsehen und soziale Interaktion

Rezensiert von Sandra Fleischer

Essay
André Puffert legt mit seiner Publikation Fernsehen und soziale Interaktion eine überarbeitete Fassung seiner im Jahr 2000 veröffentlichten Dissertation vor. Die Publikation ist in der Schriftenreihe Medienpädagogik und Mediendidaktik des Verlag Dr. Kovac erschienen. Die Dissertation von André Puffert ist auch dem medienpädagogisch orientierten Forschungsbereich zuzuordnen, denn der Autor betrachtet das Medienhandeln von Kindern und Jugendlichen, zum einen theoretisch und zum anderen aus methodischer Perspektive. Ziel der Dissertation ist es “[…] den handlungstheoretischen – und interaktionistischen Ansätzen der Medienforschung ein Modell zur Seite zu stellen, das Raum bietet, auch für quantitativ-zählendes Forschen, […]”. Die methodische Diskussion und Entwicklung eines eigenen Ansatzes ist interessant, obwohl die Feststellung Pufferts, dass in der Kinder- und Jugendmedienforschung kaum noch mit standardisierten Methoden und mit einem quantitativen Auswertungsvorgehen gearbeitet würde, nicht mehr aktuell ist. Die Kinder- und Jugendmedienforschung arbeitet quantitativ und qualitativ, verfolgt je nach Perspektive – kommunikationswissenschaftlich, medienpädagogisch – jedoch unterschiedliche Fragestellungen und nutzt eigene theoretische Ansätze und Begrifflichkeiten, die jedoch ein großes Potential zur gegenseitigen Befruchtung haben. Mehr

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Petra Bauer; Hannah Hoffmann; Kerstin Mayrberger (Hrsg.): Fokus Medienpädagogik

Rezensiert von Tanja Jadin

Essay
Der Titel Fokus Medienpädagogik. Aktuelle Forschungs- und Handlungsfelder könnte nicht treffender für dieses Buch sein. Der Sammelband, welcher Stefan Aufenanger gewidmet ist, beinhaltet eine Vielzahl an Beiträgen von Autoren aus dem umfassenden Bereich der Medienpädagogik. Das Buch gliedert sich in vier große Bereiche: “Medienkompetenz”, “Mediensozialisation”, “Lehren und Lernen mit neuen Medien” und “Projekte der AG Medienpädagogik”. Diese vier Kategorien spiegeln nicht nur wichtige Arbeitsbereiche von Stefan Aufenanger wider, sondern können als Abbild genereller Forschungs- und Handlungsfelder der Medienpädagogik betrachtet werden. Medienkompetenz als ein wichtiger Forschungsbereich von Stefan Aufenanger wird im ersten Teil des Buches näher beleuchtet. Medienkompetenz ist vor allem im Zeitalter von Web 2.0 bzw. dem Social Web zu einem neuen Modewort avanciert. Umso begrüßenswerter ist es, wenn sich international ankerkannte Autoren, vor allem im ersten Teil des Buches in einer differenzierten Weise mit Medienkompetenz auseinandersetzen. So befasst sich Spanhel mit der Frage der medialen Bildungsräume und deren Bedeutsamkeit für informelles Lernen. Ausgehend von den Anforderungen, die eine Wissensgesellschaft an Heranwachsende mit sich bringt, beleuchtet Spanhel das Lernen mit Medien. Dieses findet selbstgesteuert, spielerisch und selbst organisiert in informellen Kontexten statt. Mehr

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Beate Schneider, Helmut Scherer, Nicole Gonser und Annekaryn Tiele: Medienpädagogische Kompetenz in Kinderschuhen

Rezensiert von Petra Bauer

Essay
In der Veröffentlichung werden die Ergebnisse einer empirischen Studie zur Medienkompetenz von Erzieherinnen und Erziehern in Kindergärten präsentiert. Die Untersuchung wurde im Rahmen eines zweisemestrigen Seminars mit Studierenden im WS 08/09 und SoSe 09 am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik und Theater in Hannover konzipiert und durchgeführt. Beauftragt wurde das Institut hierzu von der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Die Studie gibt einen detaillierten Einblick in den Stellenwert der Medienerziehung in niedersächsischen Kindertagesstätten. Sie wurde in drei Teilbereichen durchgeführt. In einer ersten Teilstudie wurde die medienpädagogische Kompetenz in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern z. B. durch die Sichtung curricularer Vorgaben und Lehrangebote erhoben. Zusätzlich wurden Leitfadeninterviews mit Ausbilderinnen durchgeführt. Mehr

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Ben Bachmair (Hrsg.): Medienbildung in neuen Kulturräumen

Rezensiert von Christian Zange

Essay
Das Sammelwerk Medienbildung in neuen Kulturräumen vereint 23 wissenschaft- liche Texte aus der britischen und deutschen Diskussion zu Medien- kompetenz, Medienbildung und Lernen mit neuen Medien. Durch die Texte ziehen sich eine Reihe von Kernthesen: (a) Medien haben sich zur vierten Sozialisationsinstanz entwickelt und müssen schon alleine deshalb im Rahmen pädagogischer Interventionen berücksichtigt werden; (b) die vielzitierte Medienkompetenz (vgl. Baacke 1996) ist nur ein Teilbereich medienpädagogischer Arbeit. Medienbildung geht einen Schritt weiter, in dem es nicht allein darum geht, kompetent mit Medien umzugehen. Medien werden vielmehr zentraler Bestandteil der Bildung selbst. Eine Frage an die Medienpädagogik lautet deshalb: Wie können Medien möglichst optimal im Rahmen der Bildung eingesetzt werden; (c) Durch den Einsatz neuer Medien bilden sich neue Kommunikations- räume und damit neue Kultur- und Lernräume heraus. Durch die Allgegenwärtigkeit der neuen Medien eröffnet sich in diesen Räumen vielfach die Chance, informelles und formelles Lernen zu verbinden. Mehr

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