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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Mediengeschichte</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereichen Kommunikation und Medien</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 21:39:14 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
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		<title>Werner Telesko: Das 19. Jahrhundert. Eine Epoche und ihre Medien</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/7630</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/7630#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 08:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Clemens Zimmermann</em>

<em><img class="alignnone size-full wp-image-7670" title="Telesko_Das 19 Jahrhundert" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/12/Telesko_Das-19-Jahrhundert.jpg" alt="" width="160" height="229" /></em>Werner Teleskos <em>Das 19. Jahrhundert. Eine Epoche und ihre Medien</em> ist als Einführung und Epochenüberblick zu verstehen. Es enthält zahlreiche und gut ausgewählte Hinweise auf die einschlägige Forschungsliteratur und hat weniger methodisch-reflexiven als vielmehr darstellenden Charakter. Die insgesamt 46 Abbildungen sind adäquat ausgesucht und bilden mit den jeweiligen Textabschnitten einen sinnvollen Zusammenhang. Dem Haupttitel gemäß wird in der Einleitung der Epochencharakter des 'langen' 19. Jahrhunderts (bis 1917) begründet. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/7630">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Clemens Zimmermann</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-7670" title="Telesko_Das 19 Jahrhundert" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/12/Telesko_Das-19-Jahrhundert.jpg" alt="" width="160" height="229" /></em>Werner Teleskos <em>Das 19. Jahrhundert. Eine Epoche und ihre Medien</em> ist als Einführung und Epochenüberblick zu verstehen. Es enthält zahlreiche und gut ausgewählte Hinweise auf die einschlägige Forschungsliteratur und hat weniger methodisch-reflexiven als vielmehr darstellenden Charakter. Die insgesamt 46 Abbildungen sind adäquat ausgesucht und bilden mit den jeweiligen Textabschnitten einen sinnvollen Zusammenhang. Dem Haupttitel gemäß wird in der Einleitung der Epochencharakter des &#8216;langen&#8217; 19. Jahrhunderts (bis 1917) begründet.</p>
<p>Im ersten Großkapitel &#8220;Politische und soziale Grundlagen&#8221; werden klassische Themen einer in Richtung politischer Kulturforschung tendierenden Epochendarstellung abgehandelt, nämlich Nationalismus, monarchische Staatsformen und ihre Legitimationsfiguren, &#8220;christliche Kirchen zwischen liberaler Theologie, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ultramontanismus" target="_blank">Ultramontanismus</a> und Privatoffenbarung&#8221; und das &#8220;Bürgertum als neue Kraft&#8221;, wobei es weniger um einen sozialgeschichtlichen Ansatz geht als um den Kult des als bürgerliche Grundideologie verstandenen Historismus.</p>
<p>Das zweite Großkapitel verspricht einen kommunikations- und mediengeschichtlichen Ansatz, geht aber ebenso inhaltlich vor. Es wendet sich den Darstellungsformen historistischer Kunst, dem Denkmalkult als &#8216;Monumentalisierung&#8217; geschichtlicher Erinnerung, neuen Räumen der Kunstproduktion (zum Beispiel Akademien und Ateliers) sowie der &#8220;Ästhetisierung&#8221; zu, die sich, so die These, als kulturelles Strukturmerkmal des Jahrhunderts darstelle.</p>
<p>Im dritten großen Kapitel &#8220;Wissenskulturen&#8221; werden Wissensformen und –orte (z.B. Museen, Weltausstellungen) sowie Erscheinungs- formen der &#8220;Massenpresse&#8221; behandelt. Schließlich im kürzeren vierten Kapitel geht es um Wahrnehmung von Landschaft und generelle Veränderungen menschlicher Wahrnehmung unter dem Begriff der &#8220;Sehsucht&#8221;. Das ist insgesamt ein ambitioniertes Programm, das der Autor kenntnis- und aspektreich abhandelt und bei dem man viel Bekanntes, aber auch manches Neue erfährt. Der Verfasser hat sich über die bildende Kunst in der napoleonischen Ära habilitiert und ist ein Kunsthistoriker, der die kulturgeschicht- liche Erweiterung seines Faches vorantreibt. So ist das Buch als eine Kulturgeschichte zu verstehen, die, ohne den Blick für Details zu verlieren, sich vor allem für Strukturelemente interessiert und hierbei Wahrnehmungsweisen, kulturelle Strategien und Inhalte sowie künstlerische Produktion und Kunstdiskurs in Zusammenhang bringt. Man wird sowohl dem Thesenreichtum an manchen Stellen als auch der synthetischen Leistung insgesamt die Anerkennung nicht versagen, zumal auch innovative Themen wie die Visualität oder die systematisierte und politisierte Sammlungskultur angesprochen werden.</p>
<p>Dass sich dennoch ein gewisses Unbehagen einstellt, liegt an drei Umständen. Erstens: Wie schon angedeutet, ist die Darstellung allzu sehr auf Mitteleuropa zentriert. Alterität, Transfers zwischen Ländern und Kulturen kommen so gut wie nicht vor. Die Frage nach konkurrierenden ästhetischen Ordnungen und Kulturkonflikten wird bezeichnenderweise ebenso ausgespart. In diesem Buch ist die Welt noch in Ordnung, alles ist Errungenschaft.</p>
<p>Zweitens: Ob es hier tatsächlich gelungen ist, das 19. Jahrhundert als Epoche zu begründen, muss bezweifelt werden. Sicherlich, man kann Zäsur setzende politische Umbrüche als Kriterien akzeptieren. Man kann von den Kennzeichen der ausgeprägten Dynamiken, Ambivalenzen und Revolutionen sprechen oder ein besonderes Verhältnis von Individuum und Masse oder gar die Historienmalerei als Charakteristiken des Saeculums angeben. All das ist indes allzu standortverhaftet. Warum werden nicht Kolonialismus und Mondialisierung angesprochen? Warum nicht Technik, Naturbeherrschung und Entfaltung der Produktivkräfte? Wo bleiben Fundamentalpolitisierung, Bürokratisierung und Kriegskatastrophen? Letztlich wird das als Charakteristikum des Jahrhunderts angeführt, was auch im Hauptteil des Buches zentral behandelt wird: eine Kultur- und Wahrnehmungsgeschichte des mitteleuropäischen Bürgertums. Denn die Schräglage des gesamten Buchprojekts in Richtung Bürgerlichkeit und bürgerlicher Kultur ist unübersehbar, alternative Kulturbegriffe werden nur randständig behandelt.</p>
<p>Drittens: Der Untertitel verweist auf Mediengeschichte. Wenn man von einer <em>Epoche und ihren Medien</em> spricht, wird eine klar mediengeschichtliche Ausrichtung des Bandes angekündigt. Diese Erwartung wird aber mitnichten erfüllt. Selbst wenn man beim zugrunde gelegten Medienbegriff sehr großzügig ist, und Ausstellungen als Medien auffasst (vorrangig werden sie aber zutreffend als &#8220;Räume&#8221; bezeichnet), ist es evident, dass Mediengeschichte nur in Ansätzen stattfindet. Freilich wird auf die mediale Popularisierung elitärer Formate hingewiesen. Doch es wird, etwas irreführend, die Innovation der &#8220;Massenpresse&#8221; angeführt, ohne die Zeitungslandschaft zu würdigen. Auflagen von etwa 1.500 Exemplaren je – weitgehend bilderlosem – Zeitungstitel sind freilich wenig spektakuläre Phänomene, die wohl nicht ins Gesamtbild passten. Zwar wird auf die neuen Medien Panorama, illustriertes Familienblatt und ganz kurz noch auf Fotografie und Film verwiesen, doch fallen diese Passagen qualitativ kaum ins Gewicht.</p>
<p>Der Autor verlässt sich bei diesen Aspekten allzu sehr auf die Sekundärliteratur, die eigenen Gesichtspunkte sind mager, Basisprozesse wie Medialisierung und Internationalisierung des Mediensystems werden gar nicht behandelt. Medien werden, für einen kunstwissenschaftlichen Ansatz freilich verständlich, als Sehapparate angesprochen. Der Autor setzt die neuen Kommunikationstechnologien jedoch nicht in Zusammenhang mit dem Auseinandertreten von Örtlichkeit und Ferne. So wird man auch vergeblich auf eine Historisierung medienwissenschaftlicher Ansätze warten. Allerdings als kulturgeschichtliches Panorama ist das Buch lesenswert und ergiebig.</p>
<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.boehlau-verlag.com/newbuchliste.aspx?id=4" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch </a></li>
<li><a href="http://kunstgeschichte.univie.ac.at/institut/mitarbeiterinnen/ifk-telesko0/" target="_blank">Webpräsenz von Werner Telesko an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften</a></li>
<li><a href=" http://www.kmg.uni-saarland.de/~zimmermann/" target="_blank">Webpräsenz von Clemens Zimmermann an der Universität des Saarlandes</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Frank Bösch: Mediengeschichte</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/7145</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/7145#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 08:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Buchdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Philomen Schönhagen</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-7148" title="Bösch" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Bösch.jpg" alt="" width="160" height="248" />Dem Historiker Frank Bösch ist mit dem vorliegenden Band ein kompakter und gut lesbarer Überblick über die Medien- geschichte von der Erfindung des Buchdrucks in Asien bis zum Fernsehen der Nachkriegszeit gelungen. Dabei stützt er sich kenntnisreich auf Literatur nicht nur aus den Geschichts- wissenschaften, sondern bezieht ebenso kommunikations- und medien- wissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Das Buch ist gut geschrieben, Marginalien und ein Stichwortverzeichnis erleichtern zudem die Orientierung. Offenbar wurde dem Band auch ein sorgfältiges Lektorat zuteil – es finden sich fast keine Tippfehler und sprachlichen Mängel, was ja mittlerweile (leider) eine bemerkenswerte Seltenheit ist. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/7145">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Philomen Schönhagen</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7148" title="Bösch" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Bösch.jpg" alt="" width="160" height="248" />Dem Historiker Frank Bösch ist mit dem vorliegenden Band ein kompakter und gut lesbarer Überblick über die Medien- geschichte von der Erfindung des Buchdrucks in Asien bis zum Fernsehen der Nachkriegszeit gelungen. Dabei stützt er sich kenntnisreich auf Literatur nicht nur aus den Geschichts- wissenschaften, sondern bezieht ebenso kommunikations- und medien- wissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Das Buch ist gut geschrieben, Marginalien und ein Stichwortverzeichnis erleichtern zudem die Orientierung. Offenbar wurde dem Band auch ein sorgfältiges Lektorat zuteil – es finden sich fast keine Tippfehler und sprachlichen Mängel, was ja mittlerweile (leider) eine bemerkenswerte Seltenheit ist.</p>
<p>Der Band gibt zunächst einen aktuellen und fächerübergreifenden Überblick über die medienhistorische Forschung (Kapitel 1), bevor in den fünf folgenden Kapiteln die Entwicklung der Massenmedien mit Schwerpunkt auf Deutschland und Europa dargelegt wird. Dabei werden speziell Presse, Film, Radio und Fernsehen in den Blick genommen (vgl. 23 zum zugrunde liegenden Medienbegriff). Kapitel 2 widmet sich dem &#8220;Durchbruch des typographischen Drucks&#8221; mit seinen sozialen und kulturellen Folgen, wobei der Autor nicht mit Gutenberg, sondern mit den früheren asiatischen Erfindungen beginnt. Dies erweist sich u. a. deswegen als bedeutsam, weil er so den Blick für die Tatsache öffnet, dass der Buchdruck (allein) nicht die zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Massenmedien hatte, die ihm sonst meist zugesprochen wird. Auch in den folgenden Kapiteln hinterfragt der Autor immer wieder kritisch vermeintliche Kausalzusammenhänge und technische Aprioris.</p>
<p>Kapitel 3 zur &#8220;Etablierung von Periodika&#8221; ist der Geschichte der Zeitungen und Zeitschriften gewidmet. Dabei gelingt es dem Verfasser, im Unterkapitel zu  &#8220;Deutungen, Wirkungen und Nutzungsweisen der Periodika&#8221; sozusagen en passant auf wenigen Seiten Habermas Ansatz der bürgerlichen Öffentlichkeit mitsamt Kritik verständlich auf den Punkt zu bringen (vgl. 83ff.). Kapitel 4 befasst sich unter dem Titel &#8220;Medien und der Weg zur Moderne&#8221; mit wechselseitigen Einflüssen zwischen Medien und Politik und der Rolle der Massenmedien in den Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts. Außerdem werden die Entwicklung der Illustrierten und der sogenannten Massenpresse sowie Zusammenhänge zwischen Massenmedien und Globalisierung dargelegt, wobei u. a. die Rolle von Telegrafie und Nachrichtenagenturen thematisiert wird. Leider kommt die Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit kaum zur Sprache (es wird nur die frühe Pressepolitik u. a. Bismarcks angesprochen, vgl. 125f.).</p>
<p>Kapitel 5 zu &#8220;Moderne, Weltkriege und Diktaturen&#8221; zeichnet die Entwicklung von Film und Radio nach, ebenso wie die Rolle der Massenmedien in den beiden Weltkriegen. Kapitel 6 schliesslich ist den &#8220;Medien im Zeitalter des Kalten Krieges&#8221; gewidmet, wobei sich ein eigenes Unterkapitel mit der Fernsehgeschichte befasst. Dabei wird auch die Medienwirkungsforschung kurz gestreift (vgl. 217f.), jedoch sehr kursorisch und wenig kritisch. Das Internet berücksichtigt der Autor bewusst &#8220;nur im Rahmen eines bilanzierenden Schlusswortes&#8221; (Kapitel 7), &#8220;da die Digitalisierung erst seit kurzem sozial- und kulturgeschichtliche Breitenwirkung erfährt und in ihrer gegenwärtigen Unabgeschlossenheit noch kaum die archivgestützte Forschung der Historiker berührt&#8221; (24f.).</p>
<p>Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht ist allenfalls kritisch anzumerken, dass die Bedeutung der elektronischen Medien in ihrer Gesamtheit für die gesellschaftliche Kommunikation selbst und ihre Strukturen nur ansatzweise deutlich wird. Dies liegt sicher vor allem daran, dass der Fokus des Autors – als Historiker – mehr auf (anderen) sozialen, kulturellen und politischen Folgen liegt.</p>
<p>Insgesamt ist der kompakte Band (im Taschenbuchformat) von Frank Bösch eine ausgesprochen gelungene Einführung in die Mediengeschichte Europas, deren Lektüre nicht nur Studierenden, sondern ganz allgemein an Mediengeschichte Interessierten sehr zu empfehlen ist. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Aspekten kann der Band freilich nicht bieten – dieser Anspruch wird aber auch nicht erhoben.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://studium.campus.de/reihen/historische-einfuehrungen/Mediengeschichte.97044.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/home/profil-fboesch.html" target="_blank">Webpräsenz von Frank Bösch an der Universität Gießen</a></li>
<li><a href="http://www.unifr.ch/mukw/mukw07/index.php?page=prof-dr-philomen-schonhagen" target="_blank">Webpräsenz von Philomen Schönhagen an der Universität Freiburg</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Jörg Requate (Hrsg.): Das 19. Jahrhundert als Mediengesellschaft</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/7038</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/7038#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 09:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Gunter Reus</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-7042" title="Requate 2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Requate-20092.jpg" alt="" width="160" height="236" />Der Titel ist sprachlich verunglückt – der Sammelband selbst aber durchaus ein Glücksfall für die Kommunikations- wie für die Medienwissenschaft. Für die Kommunikationswissenschaft, weil sie kulturelle Entwicklungslinien in ihrer Datenfixiertheit von sich aus nur selten nachzeichnen mag. In diesem Buch können Mediennutzungsforscher deshalb etwas lernen, zum Beispiel über die einst massenhaft verbreiteten Lichtbilder-Projektionen zur "sozialen Frage" (Ludwig Vogl-Bienek, Trier) oder das "Panorama als nationalen Erlebnisraum" nach 1870/71 (der Münsteraner Historiker Frank Becker). Für eher textanalytisch arbeitende Medienwissenschaftler wiederum ist dieses Buch ein Gewinn, weil es ihre Hermeneutik konsequent historisch (und damit empirisch) erdet. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/7038">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Gunter Reus</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7042" title="Requate 2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Requate-20092.jpg" alt="" width="160" height="236" />Der Titel ist sprachlich verunglückt – der Sammelband selbst aber durchaus ein Glücksfall für die Kommunikations- wie für die Medienwissenschaft. Für die Kommunikationswissenschaft, weil sie kulturelle Entwicklungslinien in ihrer Datenfixiertheit von sich aus nur selten nachzeichnen mag. In diesem Buch können Mediennutzungsforscher deshalb etwas lernen, zum Beispiel über die einst massenhaft verbreiteten Lichtbilder-Projektionen zur &#8220;sozialen Frage&#8221; (Ludwig Vogl-Bienek, Trier) oder das &#8220;Panorama als nationalen Erlebnisraum&#8221; nach 1870/71 (der Münsteraner Historiker Frank Becker). Für eher textanalytisch arbeitende Medienwissenschaftler wiederum ist dieses Buch ein Gewinn, weil es ihre Hermeneutik konsequent historisch (und damit empirisch) erdet.</p>
<p>Beide Richtungen des Faches können von der interkulturellen Ausrichtung des Bandes profitieren. Er dokumentiert Beiträge zu einer Tagung französischer und deutscher (Medien-)Historiker am Deutschen Historischen Institut in Paris. Das ist schon deshalb originell, weil beide Nationen &#8220;im Bereich der Mediengeschichtsschreibung nur relativ wenige Berührungspunkte haben&#8221; (12), wie Herausgeber Jörg Requate (Bielefeld) in seiner Einführung schreibt. Inhaltlich verfolgte die Tagung das Ziel, den Veränderungsprozess von Medien und Gesellschaft im 19. Jahrhundert, sprich ihre wechselseitige Durchdringung hin zur &#8220;Mediengesellschaft&#8221; nachzuzeichnen.</p>
<p>Dabei ist die Pespektive weniger vergleichend als parallelisierend. Wie so oft in Tagungsbänden laufen manche der deutsch- und französischsprachigen Beiträge dann auch nebeneinander her oder einfach nur mit. So wirkt das Kapitel zur &#8220;Presse als Medium gesellschaftlicher Selbstorganisation&#8221; eher bescheiden: Thorsten Gudewitz (Gießen) begreift die Schillerfeiern im Jubiläumsjahr 1859 als &#8220;mediale Konstituierung&#8221; eines &#8220;nationalen Festraums&#8221; und überhöht dabei die Rolle der Presse wohl doch etwas. Auch der Versuch von Alice Primi (Paris VIII), die Vorstöße einiger Frauen in den männerdominierten politischen Journalismus beiderseits des Rheins nachzuzeichnen, ist eher ein schwacher Beleg für die These der &#8220;Mediengesellschaft&#8221;.</p>
<p>Ausgesprochen erhellend dagegen die Beiträge von Anne-Claude Ambroise-Rendu, Philipp Müller und Frank Bösch. Ambroise-Rendu (Paris X) sieht das Vermischte (&#8220;faits divers&#8221;) in der Massenpresse des 19. Jahrhunderts in Frankreich als politisch-gesellschaftliches Regulativ, weil es ein Millionenpublikum zum Nachdenken über die &#8220;chose publique&#8221; zwang, zum Beispiel über Kindesmisshandlungen, Todesstrafe oder die Rolle der Frau. Parallel dazu zeigt Philipp Müller (London), wie die amüsierten Presseberichte über den Hauptmann von Köpenick in Deutschland ebenfalls zum Medium politischer Kritik wurden.</p>
<p>Der Gießener Professor für Fachjournalistik Frank Bösch schließlich rekonstruiert in seinem Aufsatz, wie sich gegen Ende des wilhelminischen Reiches Interessengruppen und Zeitungen bei der Konstruktion politischer Skandale gegenseitig instrumentalisierten: Meist wurden diese Skandale von Reichstagsabgeordneten lanciert, von der Parteipresse aufgegriffen und dann von der Massenpresse ausgeschlachtet. Solche Beispiele belegen in der Tat, dass sich die &#8220;Mediengesellschaft&#8221; schon vor dem 20. Jahrhundert auszubilden begann (warum die Aufsätze der deutschen Autoren Müller und Bösch in diesem Band auf Französisch erscheinen, bleibt freilich das Geheimnis des Herausgebers).</p>
<p>Ob man den Beginn der Mediengesellschaft nun wie Marie-Eve Thérenty (Montpellier III) mit eigenwilliger Akkuratesse auf das Jahr 1836 festlegen muss, das Jahr nämlich, in dem Emile de Girardin die Pariser Tageszeitung La Presse gründete, sei dahingestellt. Spannend aber ihr Hinweis darauf, wie Girardin die Zeitung zum Erzählmedium ausbaut, wie das Weltgeschehen in diesem Blatt journalistisch &#8220;fiktionalisiert&#8221; (24) wird, sei es durch die Zeitungsromane etwa eines Eugène Sue, sei es durch den Alltagsdiskurs der Nachrichten.</p>
<p>Auch Daniela Kneißl (DHI Paris) verweist in ihrem Beitrag über den republikanischen Père Gérard auf die Bedeutung der Fiktion im Journalismus (Einsatz fiktiver Korrespondenzen bei der Aufklärungsarbeit unter der bäuerlichen Bevölkerung) – eine Bedeutung, der sich die Kommunikationswisenschaft hierzulande immer noch nicht recht bewusst ist. Kneißls Beitrag erinnert darüber hinaus an die starke Rolle der Gesinnungspresse in Frankreich, ebenso wie Christian Delporte (Versailles-Saint-Quentin) in seinem Überblick über die &#8220;Société médiatique du XIXe siècle vue du XXe siècle&#8221;. Auch das dürfte manchem deutschen Leser neu sein, der den meinungsbetonten Journalismus bislang eher für eine Tradition östlich des Rheins gehalten hat.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.oldenbourg-verlag.de/wissenschaftsverlag/19-jahrhundert-mediengesellschaft/9783486591408" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/jrequate/ " target="_blank">Webpräsenz von Jörg Requate an der Universität Bielefeld</a></li>
<li><a href="http://www.ijk.hmtm-hannover.de/de/institut/personen/prof-dr-gunter-reus/" target="_blank">Webpräsenz von Gunter Reus an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Daniel Gethmann (Hrsg.): Klangmaschinen zwischen Experiment und Medientechnik</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6819</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6819#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 08:00:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medientechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/archives/6819</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Nicolas Romanacci</em>

<img title="Klangmaschinen" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/06/ts1419g-180x300.jpg" alt="" width="180" height="300" />Zu den Funktionen einer Rezension gehört es, eine Publikation einem weiteren Kreis von Leserinnen und Lesern zugänglich zu machen und dadurch gegebenenfalls den wissenschaftlichen Diskurs anzuregen. Ein Weg hin zu einer breiteren Rezeption eröffnet sich, indem einem Einordnungsversuch ein weiter gefasster thematischer Fokus zugrundegelegt wird, als ihn die Publikation womöglich sonst (auf den ersten Blick) nahezulegen scheint. In diesem Sinn soll im Folgenden dargelegt werden, warum mit <em>Klangmaschinen</em> ein wertvoller Beitrag vorliegt zur <em>(1) interdisziplinären Forschung auf dem Gebiet einer 'Theorie kreativen Handelns'</em> – weit hinausgehend über einen vermeintlich zugrundeliegenden engen Bereich des Fachgebietes Instrumentenbau (<em>Klangmaschinen</em>), aus Sicht der Musikwissenschaft. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6819">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><em>Rezensiert von Nicolas Romanacci</em></p>
<p><img title="Klangmaschinen" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/06/ts1419g-180x300.jpg" alt="" width="180" height="300" />Zu den Funktionen einer Rezension gehört es, eine Publikation einem weiteren Kreis von Leserinnen und Lesern zugänglich zu machen und dadurch gegebenenfalls den wissenschaftlichen Diskurs anzuregen. Ein Weg hin zu einer breiteren Rezeption eröffnet sich, indem einem Einordnungsversuch ein weiter gefasster thematischer Fokus zugrundegelegt wird, als ihn die Publikation womöglich sonst (auf den ersten Blick) nahezulegen scheint. In diesem Sinn soll im Folgenden dargelegt werden, warum mit <em>Klangmaschinen</em> ein wertvoller Beitrag vorliegt zur <em>(1) interdisziplinären Forschung auf dem Gebiet einer &#8216;Theorie kreativen Handelns&#8217;</em> – weit hinausgehend über einen vermeintlich zugrundeliegenden engen Bereich des Fachgebietes Instrumentenbau (<em>Klangmaschinen</em>), aus Sicht der Musikwissenschaft. Detaillierter eingehen möchte ich dabei etwa auf den Aufsatz &#8220;Die Analyse von Medienkunst und Musik als Thema pragmatischer Medientheorie&#8221; von Elena Ungeheuer (197-210), welcher die Beantwortung seines mutmaßlich &#8220;fachintern musikwissenschaftlich(en)&#8221; Fragenkomplexes durch eine vergleichbar erweiternde Argumentation bindet an ein &#8220;Trudeln zwischen den Disziplinen&#8221; (197), u.a. von der Skizzenforschung (201) über die &#8220;Philosophie des Pragmatismus&#8221; (208), hin zur Soziologie (209).</p>
<p>Des weiteren (2) soll aufgezeigt werden, wie in Beiträgen, die hinsichtlich ihres Titels (etwa &#8220;Medien und Prothesen. Über den künstlichen Kehlkopf und den Vocoder&#8221; von Mara Mills) sehr spezielle Themen abzuhandeln scheinen, im Lauf der Untersuchungen <em>zentrale Aspekte, Begriffe und Personen der Mediengeschichte bzw. Medienkunstgeschichte</em> thematisch werden – im eben genannten Beitrag etwa das &#8220;Kernprinzip der Digitalisierung&#8221; (149).</p>
<p>Eine dritte Gruppe von Beiträgen (3) ließe sich mit Axel Volmar charakterisieren als einer Entwicklung folgend, &#8220;die generell für die Audiomedienkultur des 20. Jahrhunderts charakteristisch ist: Im Windschatten der medientechnischen Anstrengungen, eine möglichst störungsfreie akustische Kommunikation zu gewährleisten, bilden sich Experimentalkulturen heraus, deren Hauptziel [bzw. Ergebnis] in der Schaffung neuer ästhetischer Phänomene bestand&#8221; (174).</p>
<p>Im Anschluss sollen kurz die Beiträge benannt werden (4), die sich derartigen weiter gefassten Interpretationen entziehen bzw. selbst innerhalb eines relativ engen Themenbereiches verbleiben – ohne dass mit dieser Einordnung eine Wertung beabsichtigt wäre. Abschließend folgen in konstruktiv-kritischer Haltung einige Anregungen (5) und ein Fazit (6).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>1. Aus Perspektive einer &#8216;Theorie kreativen Handelns&#8217; – als dem dieser Rezension zugrundeliegenden Forschungsansatz – könnte man folgende These formulieren: Untersuchungen der <em>Zusammenhänge zwischen experimentellem Handeln und (medien-) technologischen Entwicklungen </em>sind notwendige Grundlage der Entwicklung einer &#8216;Theorie kreativen Handelns&#8217;, verstanden als Erweiterung einer Theorie des kommunikativen Handelns (siehe grundlegend etwa Habermas 1981 und Joas 1996). Wichtiger Bestandteil solcher Untersuchungen wäre die detaillierte Analyse von spezifischen, konkreten medienhistorischen Entwicklungen. Im Ausgang dieser These kommt man zu dem Ergebnis, dass die vorliegende Publikation <em>Klangmaschinen</em> entsprechende Detail-Analysen anbietet, ohne im Einzelfall den genannten handlungstheoretischen Fokus thematisch zu machen.</p>
<p>Zu Beginn möchte ich auf den Beitrag von Elena Ungeheuer &#8220;Die Analyse von Medienkunst und Musik als Thema pragmatischer Medientheorie&#8221; etwas detaillierter eingehen, da dessen &#8220;Fragenkomplex&#8221; (197) einem handlungstheoretischen Ansatz thematisch als &#8220;pragmatische Medientheorie&#8221; am direktesten nahe steht. Was versteht Elena Ungeheuer nun unter &#8220;pragmatischer Medientheorie&#8221;, um welche Fragen &#8216;kreist ihr Beitrag&#8217;?</p>
<p>&#8220;Der Fragenkomplex, um den dieser Beitrag kreist, mutet ebenso fachintern musikwissenschaftlich an, wie seine Beantwortung ein Trudeln zwischen den Disziplinen auslöst: Wie läßt sich heutige Medienkunst analysieren, wie über musikalische Live-Elektronik sprechen? Welche kunsttheoretischen Konzepte stabilisieren unsere Diskurse über Kunst, von welchen Modellen leiten wir diese ab? Welche Rolle, welchen Stellenwert, welche Funktion wird darin Technik in Bezug auf Kunst, Kunst in Bezug auf Technik zugesprochen?&#8221; (197).</p>
<p>Nach einer Erläuterung zweier Varianten des &#8220;Zwei-Welten-Modells&#8221; (<em>Aura</em> vs. <em>Verfremdung</em> und <em>Imitation</em> vs. <em>Innovation</em>) (197-198) als Auffassungen &#8220;technischer Musik&#8221; und deren Überwindung in einer &#8220;nicht-dualistischen Auffassung&#8221; (Verständnis jeder Kunst als Ausbildung einer eigenständigen Medienkonstellation) charakterisiert Elena Ungeheuer das ihrem Beitrag zugrundeliegende &#8220;Modell von Medienkunst und medial aufwändiger Musik&#8221;  als &#8220;intermedial&#8221; (199). Ungeheuers Pointe zur Einführung des Begriffs &#8220;Intermedialität&#8221; (in Bezug auf Schröter 1998) ist die Rolle, die sie der Musik hier zuschreibt: &#8220;Die Spezifika des intermedialen Modells lassen sich besonders stringent von Musik her erläutern, und zwar nicht nur von technogener Musik, sondern von Musik schlechthin&#8221; (199).</p>
<p>Für eine Analyse von Medienkunst weist Elena Ungeheuer im Folgenden u.a. auf die Bedeutung und Grenzen der Skizzenforschung hin (201) und bringt diese in Bezug zu einer &#8220;Dimension des Nicht-Wahrnehmbaren, das dennoch ästhetisch relevant ist&#8221; (201). In Überwindung einer Auffassung, die vorgibt, eine hierarchische und lineare Ordnung von werkbezogenen Dokumenten könne eine &#8220;Genese des Kunstwerks&#8221; (201) begründen, müsse man für eine adäquate Analyse &#8220;themengesteuerte Interaktionsräume&#8221; ausmachen, in welchen sich &#8220;strukturelle Gegebenheiten der Kunst in je anderer Gewichtung mit Werkentstehung, Aufführung, Rezeption […] je nach thematischer Ausrichtung&#8221; verbinden (205). In konsequenter Weiterführung müsse man auch &#8220;das Konzept der künstlerischen Intention aus den Fesseln einer daran gekoppelten Annahme, aus ihr resultiere ein &#8216;Werk aus einem Guß&#8217;&#8221;, befreien (205). Die alles kontrollierende künstlerische Intention verlagere sich so zu einer Praxis &#8220;des Zulassens und des Verbietens&#8221; möglicher und nicht zugelassener Beziehungen (206), das Abgeben von Entscheidungskompetenz an Zufallssysteme wäre eine Variante davon. <em>&#8220;</em>Diese Werkstatt kann als Interaktionsraum aufgefaßt werden, in den sich Prozesse kognitiver, technischer, manueller, darstellender, institutioneller und medialer Handlungen, Aktionen, Reaktionen einschreiben. Wichtig ist nun für den Analysierenden, seinerseits ein Untersuchungslabor zu begründen, in dem sich sein Blick auf die Werkstatt explizit abbildet<em>“ </em>(206). Eine Schaffenslogik &#8220;definierter Anfangsbedingungen&#8221; (206) wäre endlich &#8220;analysierend in Beziehung zu setzen mit der Struktur der […] realisierten (Tonband)werke&#8221; (207).</p>
<p>In einer solchen Herangehensweise pragmatischer (Musik-) Analyse, die auf das &#8220;erzeugende, verarbeitende, realisierende Umgehen mit Kunst schaut, und weil sie ein starkes Werkzeug in einem differenzierten Handlungs- und Interaktionskonzept braucht&#8221;, sieht Ungeheuer die Nähe zur Philosophie des Pragmatismus (208). Hier läge wiederum der Anknüpfungspunkt unserer Forschungshaltung einer &#8216;Theorie kreativen Handelns&#8217;.</p>
<p>Elena Ungeheuer stellt abschließend die Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von Medienkunst aus soziologischer, [zu] &#8216;einfacher&#8217; &#8220;Vogelperspektive&#8221;, in Bezug auf die Akteur-Netzwerk-Theorie, zur Debatte. Ungeheuer erscheinen dabei die soziologischen Analysen (der ANT) wenig qualifiziert, um die für eine Kunstanalyse relevanten Zusammenhänge auszuweisen, bzw. qualitativ differenzieren zu können (210). Eine derartige soziologische Analyse müsste damit rechnen, dass ein adäquater, neu auszuweisender Zusammenhang &#8220;quer zu allen bislang etablierten Bezugssystemen verlaufen&#8221; könnte (210).</p>
<p>Zusammenfassend ließen sich hiermit hervorheben: die womöglich überraschende <em>Rolle der Musik</em> als Bezugspunkt für eine (pragmatische) Analyse von Medienkunst; die Notwendigkeit einer Ausweitung der Analyse durch Bezugnahme auf soziologische Theorieansätze, bei gleichzeitiger Annahme einer Notwendigkeit der Differenzierung ebensolcher Ansätze.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>2. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, wie in Beiträgen, die hinsichtlich ihres Titels (etwa &#8220;Medien und Prothesen. Über den künstlichen Kehlkopf und den Vocoder&#8221;, von Mara Mills, 127-152) sehr spezielle Themen abzuhandeln scheinen, im Lauf der Untersuchungen <em>zentrale Aspekte, Begriffe und Personen der Mediengeschichte bzw. Medienkunstgeschichte</em> thematisch werden – im zuletzt genannten Beitrag etwa das &#8220;Kernprinzip der Digitalisierung&#8221; (149).</p>
<p>Wolfgang Hagen beschreibt mit seinem Beitrag &#8220;Busonis &#8216;Erfindung&#8217;. Thaddeus Cahills Telefon-Telharmonium von 1906&#8243; (53-72) nicht nur den medienhistorischen Vorläufer aller Synthesizer (53), sondern legt u.a. den Zusammenhang zu Busonis &#8216;Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst&#8217; von 1907 dar. Die Pointe dieses Zusammenhanges beruht dabei auf der Tatsache, dass &#8220;Busonis so folgenreiche musikalische Zukunftsvision […] auf einem phantasmagorischen Mißverstehen des Cahillschen Telharmoniums&#8221; fußt (71).</p>
<p>In den letzten drei Beiträgen des Bandes spielt der Komponist John Cage in wechselnder Gewichtung eine bedeutende und verbindende Rolle. In Douglas Kahns Beitrag &#8220;Alvin Lucier, Edmond Dewan und Music for Solo Performer&#8221; (211-230) taucht Cage – auch in einer Abbildung (227) – als Performer der <em>Music for Solo Performer</em> zusammen mit Alvin Lucier und Mladen Milicevic auf. Das Stück &#8220;für extrem verstärkte Gehirnwellen und Schlagzeug&#8221; (212) ist ein außergewöhnlicher Fall einer Mensch-Maschine-Interaktion, stand den Gedanken der Kybernetik nahe, und hat mit Cages <em>4’33’’</em> gemeinsam, &#8220;dass die Interpreten nur spielen, wenn sie nicht spielen&#8221; (224).</p>
<p>Julia Kursell entwirft in &#8220;Immanenzebene: Zur elektronischen Musik von David Tudor&#8221; (231-248) ein faszinierendes Portrait des Interpreten und Komponisten, der von vielen Komponisten als einziger Interpret mit der Fähigkeit angesehen wurde, eine Musik der &#8216;Indeterminacy&#8217; zu realisieren, ohne ein derartiges Werk &#8220;zu verhunzen&#8221; (240). Ute Holl stellt mit ihrem Beitrag &#8220;Ein taktil-skulpturales Sound-System. Variations V von John Cage und Merce Cunningham&#8221; (249-261) ein weniger bekanntes Werk von Cage vor und charakterisiert dieses überzeugend als seiner Zeit weit voraus. &#8220;Variations V verbindet mit Radio, Tonband, Film, Video und dem modernen Tanz alle damals wichtigen audio-visuellen Medien und ist im strengen Sinn interaktiv, genauer: hyperaktiv&#8221; (250).</p>
<p>Leider kann ich in diesem Rahmen nicht näher auf diese drei schönen Beiträge eingehen, allein diese Beiträge lohnen aus meiner Sicht das Studium dieses Bandes. Zur Geltung gebracht wird hinsichtlich Cage hier, dass Cages (medienkunsthistorische) Bedeutung im Besonderen in seinem Umgang mit damals aktuellen Technologien zu sehen ist. Diese Thematik erweitert das bekannte Bild von Cages Bedeutung innerhalb der Musik und für andere Künste um einen wichtigen Aspekt (siehe dazu etwa die Teilnahme von Cage an den &#8220;9 evenings&#8221; 1966 in New York, vgl. Morris 2006). Auf den Beitrag über Cage von Ute Holl werde ich im Fazit noch einmal etwas näher eingehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>3. Eine dritte Gruppe von Beiträgen ließe sich mit Axel Volmar charakterisieren als einer Entwicklung folgend, &#8220;die generell für die Audiomedienkultur des 20. Jahrhunderts charakteristisch ist: Im Windschatten der medientechnischen Anstrengungen, eine möglichst störungsfreie akustische Kommunikation zu gewährleisten, bilden sich Experimentalkulturen heraus, deren Hauptziel [bzw. Ergebnis] in der Schaffung neuer ästhetischer Phänomene bestand&#8221; (174).</p>
<p>Axel Volmars eigener Beitrag &#8220;Auditiver Raum aus der Dose. Raumakustik, Tonstudiobau und Hallgeräte im 20. Jahrhundert&#8221; (153-174) folgt der von ihm beschriebenen Entwicklung. Auch Myles W. Jacksons Beitrag &#8220;Standardisierung und Subversion der musikalischen Ästhetik. Musikalische und physikalische Instrumente in der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts&#8221; (19-32) ließe sich so einordnen. Jackson zeigt auf, wie &#8220;akustische Instrumente [Metronom und Stimmgabel] des 19. Jahrhunderts zur Standardisierung musikalischer Darbietung und zur Messung verschiedener Klangdimensionen wie Tonhöhe und Takt ein Jahrhundert später selbst als musikalische Instrumente Verwendung fanden&#8221; (19).</p>
<p>&#8220;Standardisierung und Subversion&#8221; ließe sich aus Sicht einer Untersuchung experimentellen Handelns in Bezug auf eine Theorie kreativen Handelns verstehen als exemplarisches Beispiel für die Transformation teleologischen, nutzenorientierten Handelns und zugehöriger Instrumente, durch experimentelles Handeln hin zur kreativen Gestaltung neuer Ausdrucksformen.<br />
4. Als Beiträge, die sich einem erweiterten Fokus weniger leicht zuordnen lassen, wären zu nennen: Peter Donhauser: &#8220;Österreichische Pioniere der &#8216;Elektrischen Musik&#8217; und Medienarchäologie&#8221; (73-96) und Josef Gründler: &#8220;Der DX7, ein Beispiel postindustriellen Instrumentenbaus&#8221; (197-184). Zwei außergewöhnliche Beiträge behandeln die Thematik &#8220;Visuelle Musik&#8221;: Andrei Smirnov: &#8220;Boris Yankovsky: Leben im Klangspektrum. Gezeichneter Klang […] und Klangsynthese in der Sowjetunion der 30er Jahre&#8221; (97-121), und Tim Boykett/Andrei Smirnov: &#8220;Notation und visuelle Musik&#8221; (121-126). Daniel Gethmann zeigt in &#8220;Chemische Harmonika. Über die Entstehung eines Instrumentes zwischen Phlogiston und Pyrophonie&#8221; (33-52) das &#8220;Werden eines Instrumentes zwischen Naturforschung und musikalischer Performance&#8221; (14), auf. Als unterhaltsame Auflockerung in Titel, Form und Inhalt stellen sich die Beiträge von Ute Holl /Elisabeth Schimana (&#8220;Höllenmaschine&#8221;, ein Gespräch zum Synthesizer &#8216;Max Brand&#8217;, 185-196) und Tamara Wilhelms &#8220;Klangverfärbungsversuchsanordnung&#8221; (Eine Art Werkstattbericht, 175-178 ) dar.<br />
5. In konstruktiv-kritischer Absicht möchte ich an dieser Stelle einige Anregungen anbringen, die sich in erster Linie auf Probleme beziehen, die sich aus der oft anzutreffenden Heterogenität der Beiträge in Tagungsbänden* ergeben. Im Zeitalter der Digitalisierung wäre es aus meiner Sicht ein geringer, aber sehr lohnender Mehraufwand, für derartige Reader ein Register zu erstellen und in diesem die Begriffe den jeweiligen Beiträgen zuzuordnen. So ergäben sich wertvolle Anhaltspunkte für inhaltliche Zusammenhänge zwischen den Beiträgen, die sonst nur mit einigem Aufwand ersichtlich werden.</p>
<p>So wäre in diesem Band etwa die wichtige Rolle von Alexander Graham Bell aufzuweisen, der in mehreren Beiträgen thematisch wird (siehe Hagen: 60, Mills: 127). Auch die Textpassagen etwa über Rudolf Arnheim (Volmar: 174), Norbert Wiener (Kahn: 218) oder Stan van der Beek (Holl: 257) in den jeweiligen Beiträgen könnten aus meiner Sicht über ein Personenregister transparenter eingebunden werden. Der Anschluss zu anderen Forschungsprojekten, die sich z.B. mit den genannten Autoren auseinandersetzen, würde unter Umständen so erst ermöglicht, da die Erwähnung dieser Autoren auf den ersten Blick wohl weder durch den Buch- noch durch die Artikeltitel absehbar ist. Aufschlußreich ist auch die Bedeutung des Begriffes &#8220;Indeterminacy&#8221; bzw. &#8220;Zufall&#8221; in den Beiträgen von Ungeheuer (206) und bei Kursell (239). Busonis Schrift &#8220;Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst&#8221; findet Erwähnung bei Hagen (66 ff.) und bei Kursell (234).</p>
<p>Aus meiner Sicht wäre es auch für die Autorinnen und Autoren zumutbar, und – was schwerer wöge – gewinnbringend, vor Herausgabe eines Konferenzreaders alle anderen Beiträge zu lesen und Zusammenhänge zwischen den Beiträgen wenigstens kurz aufzuweisen (ein derartiger Verweis wurde im vorliegenden Band von Tamara Wilhelm durch Bezugnahme (175) auf den Beitrag von Axel Volmar vorgenommen). Im Verhältnis zum möglichen Erkenntnisgewinn für Autoren und Leser wäre der Aufwand sicher vertretbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>6. Eine Art Fazit mit Absicht einer Einordnung des Bandes <em>Klangmaschinen</em> ist durch den Fokus dieser Rezension schon vorweggenommen worden. Es bliebe noch zu betonen, dass eine Rezension dem Reichtum und Charme jedes individuellen Beitrages leider nie gerecht werden kann. Abschließend und als weiterführenden Schlußgedanken möchte ich noch einmal auf den Beitrag von Ute Holl eingehen und John Cage zu Wort kommen lassen: &#8220;Does dance depend? Or is it independent? Questions that seem political. They arose in an aesthetic situation. What’s to be said? People and sound interpenetrate&#8221; (Cage 1963: 91). Was wäre hier als das <em>P</em><em>olitische</em> des Tanzes zu verstehen?: &#8220;Für Cage liegt das Politische nicht darin, die Genealogie der Aufbauten zurückzuverfolgen, sondern sehr genau wahrzunehmen, wann wir von medialen Räumen zu einem bestimmten Verhalten angehalten werden, und mit welchen Bewegungen wir diese vorgefertigten Bahnen verlassen, mit welchen wir die kontrollierten Schaltkreise und unsere Bewegungen darin erweitern können&#8221; (260). In diesem Sinne wäre die in einem positiven Sinn verstandene subversive Kraft experimentellen und kreativen Handelns thematisiert, und mit John Cage erhielte die Kunst (und somit eine kognitivistische Ästhetik) eine immanent politische Bedeutung, verstanden als &#8220;komplexer sozialer Prozeß der Erkenntnis&#8221; (261).</p>
<p>* Der Band geht auf die Tagung <em>Klangmaschinen zwischen Experiment und Medientechnik</em> zurück, die das IMA Institut für Medienarchäologie in Hainburg an der Donau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Architekturtheorie, Kunst- und Kulturwissenschaften der Technischen Universität Graz im Jahre 2009 im Kontext der Ausstellung &#8220;Zauberhafte Klangmaschinen&#8221; veranstaltet hat (17).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li>Cage, J.: <em>A Year from Monday. New Lectures and Writings by John Cage. </em>Middletown/Connecticut 1963</li>
<li>Habermas, J.: <em>Theorie des kommunikativen Handelns. </em>Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1981.</li>
<li>Joas, Hans: <em>Die Kreativität des Handelns. </em>Frankfurt am Main [Suhrkamp] 1996.</li>
<li>Morris, C. (Hrsg.): <em>9 Evenings Reconsidered: Art, Theatre, and Engineering</em><em>, 1966. </em>Cambridge, Massachusetts [MIT] 2006.</li>
<li>Romanacci, N.: &#8220;Wann ist Kreativität? Experiment, Exemplifikation, Erkenntnis. Ein Beitrag zu einer Typologie experimenteller Gestaltungsmethoden im Ausgang von Nelson Goodmans Symbol- und Erkenntnistheorie&#8221;<em>. </em>Vortrag auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik, 4.-7. Oktober 2011.<a href="http://www.educational-turn.org/4.html" target="_new"> Abstract zum Artikel</a></li>
<li>Schröter, J.: &#8220;Intermedialität. Facetten und Probleme eines aktuellen medienwissenschaftlichen Begriffs&#8221;<em>. </em>In: montage/av 7,2. S. 129-154, 1998.</li>
</ul>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1419/ts1419.php">Verlagsinformation zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1419/ts1419.php">Homepage vom Projekt &#8220;educational turn&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1419/ts1419.php">Webpräsenz von Daniel Gethmann an der TU Graz</a></li>
</ul>
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		<title>Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 08:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Wolfgang R. Langenbucher</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-6486" title="WILEY-VCH WEINHEIM, GERMANY" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Roloff.jpg" alt="" width="160" height="244" />Vor über vierzig Jahren tauchte der Name dieses Autors - damals noch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_Roloff" target="_blank">Eckart <em>Klaus</em> Roloff</a> – erstmals in der kommunikations- wissenschaftlichen Fachliteratur auf: mit einer umfänglichen Dissertation sowie als Koautor verschiedener wissenschaftlicher  Studien aus dem Umkreis des so früh verstorbenen, ersten Ordinarius Günter Kieslich (1924-1971) des damals neu gegründeten Salzburger Publizistikinstitutes. Danach führte ihn seine Karriere noch für ein paar Jahre zu der Studiengruppe "Wissenschaft und Journalismus" am <a title="Zentrum für interdisziplinäre Forschung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_f%C3%BCr_interdisziplin%C3%A4re_Forschung">Zentrum für interdisziplinäre Forschung</a> (ZiF) der Universität Bielefeld, dann für mehr als zehn Jahre in die Praxis  des Bundespressamtes (ganz in die Nähe von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_J._Sch%C3%BCtz" target="_blank">Walter J. Schütz</a>) und schließlich in den Journalismus – genauer von 1988 bis 2007 in die Leitung des <em>Ressorts Wissenschaft</em> beim (inzwischen als selbständiges Wochenblatt eingegangenen) <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/rheinischer-merkur-einstellung" target="_blank">Rheinischen Merkur</a>. Diese biographischen und fachhistorischen Vorbemerkungen sind geboten, um das hier anzuzeigende Buch einzuordnen: es ist das monographische Werk eines Wissenschaftsjournalisten,  der in einer für Aspekte der  Geschichte sensiblen Epoche Publizistikwissenschaft studiert hat und diesem Fach bis heute – ausgewiesen  durch eine zahlreiche Veröffentlichungen – eng verbunden blieb. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6483">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Wolfgang R. Langenbucher</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6486" title="WILEY-VCH WEINHEIM, GERMANY" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Roloff.jpg" alt="" width="160" height="244" />Vor über vierzig Jahren tauchte der Name dieses Autors &#8211; damals noch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eckart_Roloff" target="_blank">Eckart <em>Klaus</em> Roloff</a> – erstmals in der kommunikations- wissenschaftlichen Fachliteratur auf: mit einer umfänglichen Dissertation sowie als Koautor verschiedener wissenschaftlicher  Studien aus dem Umkreis des so früh verstorbenen, ersten Ordinarius Günter Kieslich (1924-1971) des damals neu gegründeten Salzburger Publizistikinstitutes. Danach führte ihn seine Karriere noch für ein paar Jahre zu der Studiengruppe &#8220;Wissenschaft und Journalismus&#8221; am <a title="Zentrum für interdisziplinäre Forschung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zentrum_f%C3%BCr_interdisziplin%C3%A4re_Forschung">Zentrum für interdisziplinäre Forschung</a> (ZiF) der Universität Bielefeld, dann für mehr als zehn Jahre in die Praxis  des Bundespressamtes (ganz in die Nähe von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_J._Sch%C3%BCtz" target="_blank">Walter J. Schütz</a>) und schließlich in den Journalismus – genauer von 1988 bis 2007 in die Leitung des <em>Ressorts Wissenschaft</em> beim (inzwischen als selbständiges Wochenblatt eingegangenen) <a href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-09/rheinischer-merkur-einstellung" target="_blank">Rheinischen Merkur</a>. Diese biographischen und fachhistorischen Vorbemerkungen sind geboten, um das hier anzuzeigende Buch einzuordnen: es ist das monographische Werk eines Wissenschaftsjournalisten,  der in einer für Aspekte der  Geschichte sensiblen Epoche Publizistikwissenschaft studiert hat und diesem Fach bis heute – ausgewiesen  durch eine zahlreiche Veröffentlichungen – eng verbunden blieb.</p>
<p>Als Journalist entdeckte Roloff das Thema dieses Buches; ihm fiel auf, wie oft Kirchenleute in sein Ressort <em>Wissenschaft und Forschung</em> involviert waren. Als Kommunikationshistoriker erfreute ihn, auch einige für diesen Bereich einschlägige Figuren seiner Galerie einfügen zu können.  Einführend dokumentiert er aber zunächst, welch merkwürdige Varianten des schöpferischen Tuns die Geschichte des Neuen hat; des weiteren, wie heftig Wissenschaft und Kirche einerseits miteinander im Konflikt lagen,  aber andererseits viele Klöster &#8220;Keimzellen des Fortschritts&#8221; (21) waren und auch die Gründungsgeschichte der Universitäten eng mit Einflüssen der (katholischen) Kirche zusammenhängt.</p>
<p>In den für diese Rezension interessanten Passagen begegnet man als erstes einem Pionier der Waschmaschine, dem Regensburger <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Christian_Sch%C3%A4ffer" target="_blank">Jacob Christian Schäffer</a> (1718-1790), der sich mit genialen Ideen  in die Kulturgeschichte des Papieres eingeschrieben hat – und damit auch in die bisher längsten Kapitel der Mediengeschichte. In jahrelangen Forschungen gelang  ihm der Nachweis, dass sich Papier auch aus Naturfasern herstellen lässt, um so der &#8220;allgemeine(n) Papiernoth&#8221; (177) abzuhelfen. Ganz direkt zur Pressehistorie hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Br%C3%A4ss" target="_blank">Hermann Bräß</a> (1738-1797) in der gleichen Epoche mit seiner <em>Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer</em> beigetragen, den Roloff als den Erfinder des Leserbriefes porträtiert. Seine ergiebigste Quelle für dieses Kapitel ist die Eichstätter Journalistik-Dissertation von Andrea Mlitz (<a href="http://www.uvk.de/buch.asp?WKorbUID=78102911&amp;TITZIF=2124&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank"><em>Dialogorientierter Journalismus</em></a>, Konstanz 2008).</p>
<p>Näher in die Gegenwart führt die revolutionäre Erfindung der optischen Telegrafie durch den französischen Abbé <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Chappe" target="_blank">Claude Chappe</a> (1763-1805), der damit eine frühe Phase der modernen Kommunikationsgeschichte begründet. Berichte über die von ihm konstruierten mechanischen Signalanlagen &#8211; die Fackelpost der Antike aufgreifend &#8211; finden sich gelegentlich in journalistischen Kuriositätenkabinetten; die ausführliche Darstellung macht  deutlich, welch eine geniale, folgenreiche Idee hier realisiert wurde. Bis zur Erfindung der Morsezeichen verging noch ein halbes Jahrhundert. Frühe, praktische Träumer einer schnellen Überwindung von Raum und Zeit  waren das – es bleibt angesichts der unendlichen Mühen dieser Anfänge schwindelerregend, heute minütlich zu erfahren, was daraus inzwischen geworden ist. Eine Station auf dem Wege dieser Entwicklungen der Telekommunikation verdankt die Welt dem brasilianischen Geistlichen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roberto_Landell_de_Moura" target="_blank">Roberto Landell de Moura</a> (1861-1928), der um 1900 – zeitgleich mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guglielmo_Marconi" target="_blank">Guglielmo Marconi</a> (1874-1937) &#8211; damit beginnt, drahtlose telegrafische und telefonische  Experimente durchzuführen; einige Jahre verbrachte er dafür in den USA und betrieb ein Labor in Manhattan. Erschütternd zu lesen, wie schwer diesem Pionier (wie auch anderen) die erfinderische Arbeit gemacht wurde, ohne die wir uns ein Leben heute nicht mehr vorstellen können. Oft fielen ihre Namen und Taten dem Vergessen anheim, zumindest außerhalb der technischen Fachwelt. Es ist nicht das geringste Verdient des wissenschaftsgeschichtlich interessierten Journalisten Roloff, solche Namen und Sachverhalte mit seinen gründlichen Recherchen über die Zirkel oft sektiererischer Funkamateure heraus wieder ins Gedächtnis der Gebildeten zu holen.</p>
<p>Besonders hoch ist der für dieses Buch ohnehin charakteristische  Überraschungsgehalt im letzten Porträt: dieses gilt dem Kinofan <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/August_Musger" target="_blank">August Musger</a> (1868-1929), einem Kaplan  aus Graz, dem Erfinder der Zeitlupe: Mit seinen Patenten  schreibt er ganze Kapitel der Filmgeschichte, denn damit kann man die Bilder, die eben erst das Laufen gelernt haben, nun bremsen. Dass dieser erfolgreiche Erfinder schon 1904 einen Text des Titels &#8220;Der elektrische Fernseher&#8221; niederschrieb, kann nur visionär genannt werden.</p>
<p>Dieses Buch hat neunzehn Kapitel; es schließt mit plausiblen kirchenkritischen Überlegungen zum &#8220;Umgang der Kirchen mit Innovationen unserer Zeit&#8221; (311) (illustriert mit Kondomen &#8220;unerwünschte Technik: für den Vatikan trotz Aids ein Tabu&#8221;, 317). Der Thematik des Rezensionsorgans <em>r:k:m</em> geschuldet, wurde hier nur der kleinere Teil des Inhaltes vorgestellt. Für den ganzen Band aber gilt: der Autor hat sich geradezu leidenschaftlich in seine Thematik vertieft und vermittelt seinen Enthusiasmus auch an die Leser; zu jeder Figur betätigt er sich auch in einem Anhang gewissermaßen als Reiseführer und lädt zur Spurensuche ein (Sekundärliteratur, Geburts-und Sterbehaus, Denkmal, Stadtrundgänge, Brauchtum, Straßen, Institute, Theaterstücke, Museen usw.). Passagenweise verführte  seine Begeisterung für das Thema und seine geistlichen Repräsentanten Roloff zu einem fast hagiographischen Duktus, aber auch dann sind seine Darstellungen gesättigt mit wissenschaftsgeschichtlichen und biographischen Fakten und Zusammenhängen, von denen man sich wünscht, dass sie zum selbstverständlichen Bildungsgut werden.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.wiley-vch-macht-neugierig.de/buecher/05/buch/buch.php" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://homepage.univie.ac.at/wolfgang.langenbucher/" target="_blank">Homepage von Wolfgang R. Langenbucher</a></li>
</ul>
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		<title>Rainer Rother; Judith Prokasky (Hrsg.): Die Kamera als Waffe</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6041</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6041#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 08:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandsberichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsberichtserstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Ulrich Hägele</em>

<a href="../archives/5800"><img title="ROTHER_Kamera" src="../wp-content/uploads/2011/06/ROTHER_Kamera.png" alt="" width="158" height="243" /></a>Als der Vietnamkrieg 1973 seinem Ende entgegen ging, trugen auch die veröffentlichten Bilder zur Kriegsmüdigkeit der USA bei. Der Fotojournalist Ronald Haeberle etwa hatte 1968 die Kriegsverbrechen einer amerikanischen Einheit gegenüber den Bewohnern des Dorfes My Lai auf Farbfilm festgehalten. Die Weltöffentlichkeit war schockiert und in den USA kam es zu einer Wende in der öffentlichen Meinung, die schließlich mit zum Waffenstillstand führte. Die Freizügigkeit der Reporter in Vietnam ging auf die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg zurück: Die Johnson-Administration wollte den totalitären Mechanismen der Propaganda nunmehr eine demokratisch offene Berichterstattung entgegensetzen – in den Jahren danach reglementierten die Militärs unter dem Stichwort 'Embedded Journalists' rasch wieder die journalistische Arbeit. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6041">[Mehr]</a>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Ulrich Hägele</em></p>
<p><a href="../archives/5800"><img title="ROTHER_Kamera" src="../wp-content/uploads/2011/06/ROTHER_Kamera.png" alt="" width="158" height="243" /></a>Als der Vietnamkrieg 1973 seinem Ende entgegen ging, trugen auch die veröffentlichten Bilder zur Kriegsmüdigkeit der USA bei. Der Fotojournalist Ronald Haeberle etwa hatte 1968 die Kriegsverbrechen einer amerikanischen Einheit gegenüber den Bewohnern des Dorfes My Lai auf Farbfilm festgehalten. Die Weltöffentlichkeit war schockiert und in den USA kam es zu einer Wende in der öffentlichen Meinung, die schließlich mit zum Waffenstillstand führte. Die Freizügigkeit der Reporter in Vietnam ging auf die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg zurück: Die Johnson-Administration wollte den totalitären Mechanismen der Propaganda nunmehr eine demokratisch offene Berichterstattung entgegensetzen – in den Jahren danach reglementierten die Militärs unter dem Stichwort &#8216;Embedded Journalists&#8217; rasch wieder die journalistische Arbeit.</p>
<p>Rainer Rother und Judith Prokasky präsentieren in ihrem hervorragenden Sammelband <em>Die Kamera als Waffe. Propagandabilder des Zweiten Weltkrieges</em> eine umfassende Geschichte des öffentlichen Gebrauchs von Fotografie und Film. Thematisch setzen die Herausgeber die mediengeschichtlichen Publikationen von Martin Loiperdinger (1995) u. a. über Führerbilder sowie von Rudolf Herz (1996) über Hitler und dessen Leibfotografen Heinrich Hoffmann fort.</p>
<p>Die &#8216;Propagandakompanien&#8217; (PK) entstanden, so Daniel Uziel, bereits 1938 als ein fester Bestandteil der Wehrmacht, wobei das jeweilige Hauptquartier zwar die Befehlsgewalt ausübte, die Anweisungen aber direkt von Goebbels Propagandaministerium kamen. Während des Krieges stieg die Anzahl der PK-Leute innerhalb von Wehrmacht und SS auf rund 15.000 Personen. Sie belieferten sämtliche deutsche Tages- und Wochenzeitschriften mit Bildern und Texten und drehten zudem Filme für die Wochenschauen, dem wichtigsten visuellen Mittel der Nazis: &#8220;Ihre Aufgabe war Propaganda, sie stellte eindeutig eine &#8216;Zweckform&#8217; dar und ein ideologisch genutztes publizistisches Instrument&#8221;, schreibt Rainer Rother (41). Die Kameraleute der Propagandakompanien von Heer, Luftwaffe, Marine und SS an der Front hatten wenig Einfluss über die Verwendung ihrer Bilder. Sie schickten die belichteten Schwarzweißfilme nach Berlin, wo die Beamten im Ministerium sichteten und auswählten. Die zentrale Anlaufstelle hatte für die Propaganda den Vorteil, dass ihre Film- und Medienschaffenden auf sämtliche Filme Zugriff hatten. Die Produktion einer Wochenschau geschah in einem hohen Maße arbeitsteilig. Das Propagandaministerium gab die Direktive vor. Nach 1942 produzierten die Kameramänner und Fotografen zunehmend auf <em>Agfacolor</em>-Filmen. Der Band <em>Die Kamera als Waffe</em> widmet sich in zwei Beiträgen diesem bislang nur wenig untersuchten Aspekt – &#8220;Farbe sollte die Wirksamkeit der eigenen filmischen Propaganda erhöhen&#8221;, so Dirk Alt (96), wobei die Deutschen freilich mit der Entwicklung der Technicolor- und Kodachrome-Verfahren in den USA nicht Schritt halten konnten – Goebbels gab erst am Ende des Krieges grünes Licht für den &#8220;praktischen Gebrauch dieser Waffe&#8221; (101).</p>
<p>Obgleich die Nazis die PK-Abteilungen noch vor dem Krieg zusammenstellten, erstaunt, &#8220;wie wenig man auf den Krieg vorbereitet war, was die mediale Darstellung angeht&#8221; (116). Karl Prümm fand heraus, dass es eine vorausschauende Koordinierung der einzelnen Waffengattungen nicht gab. Dennoch setzten die Nazis musikalisch unterlegte Filme wie <em>Feldzug in Polen</em>, von Fritz Hippler aus PK-Material montiert, als &#8220;ein monumentales Tableau der perfekten Organisation und des effektiven militärischen Handelns&#8221; (124) ein. Hipplers perfides Propagandamachwerk <em>Der ewige Jude</em> zeigt, dass Mitglieder der PK-Staffeln durchaus bei der antisemitischen Propaganda beteiligt waren – auch die Pressefotografen. Klaus Hesse demonstriert dies eindrucksvoll an dem PK-Fotografen Artur Grimm, dessen antisemitische Bilder von wehrlosen jüdischen Greisen aus dem Warschauer Ghetto die deutsche illustrierte Presse für ihre Hetzartikel heranzog – Grimm selbst konnte seine Karriere wie so viele PK-Leute nach 1945 bei westdeutschen Kinoproduktionen fortsetzen.</p>
<p>Die deutsche Propaganda machte vor der Auslandsberichterstattung nicht halt. So erschien die Illustrierte <em>Signal</em> mehrsprachig in einem von der amerikanischen Zeitschrift <em>Life</em> abgekupferten Cover-Layout. Mit einer Gesamtauflage von bis zu 2,5 Millionen Exemplaren war sie ausschließlich für den europäischen Markt bestimmt.</p>
<p>Der Band <em>Die Kamera als Waffe</em> besticht durch seine Vielseitigkeit und dem bisweilen mikroskopartigen Blick auf die Visualisierung des Krieges. Sehr plausibel erscheint auch der abschließende, rezeptive Abschnitt über die Funktion von Film und Fotografie bei den Alliierten. Gleichfalls analysiert er schlaglichtartig die Verarbeitung der Kriegsbilder in Kino- und TV-Produktionen nach 1945  – besonders lesenswert ist hierzu der Text des Medienwissenschaftlers Klaus Kreimeier über das Erbe der Propagandakompanien bis hin zu den aktuellen Computerspielen. Seit Fazit (317): &#8220;Die biomechanischen Regelkreise der Vernichtung sind nach wie vor intakt.&#8221;</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<p>Loiperdinger, M.; Herz, R.; Pohlmann, K. (Hrsg.): <em>Führerbilder. Hitler, Mussolini, Roosevelt, Stalin in Fotografie und Film</em>. München 1995.</p>
<p>Herz, R.: <em>Hitler und Hoffmann. Fotografie als Medium des Führer-Mythos</em>. München 1996.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.boorberg.de/sixcms/detail.php?id=139245" target="_new">Verlagsinformation zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/philosophie-rhetorik-medien/institut-fuer-medienwissenschaft/personen/dr-u-haegele.html" target="_new">Webpräsenz von Ulrich Hägele an der Universität Tübingen</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Michael Haller; Lutz Mükke (Hrsg.): Wie die Medien zur Freiheit kamen</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/5920</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/5920#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Jul 2011 08:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismusforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Publizistikgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungsgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Christoph Links</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-5859" title="Haller/Mükke: Wie die Medien zur Freiheit kamen" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/06/9783869620343.jpg" alt="Haller/Mükke: Wie die Medien zur Freiheit kamen" width="160" height="240" />

Der langjährige Direktor des Instituts für praktische Journalismusforschung und 2010 emeritierte Lehrstuhlinhaber für Journalistik an der Universität Leipzig, Professor Michael Haller, legt zusammen mit seinem jüngeren Kollegen Dr. Lutz Mükke eine Art Bilanzband vor, in dem 18 Jahre Begleitforschung zu den radikalen Veränderungen in der ostdeutschen Medienlandschaft dokumentiert werden. Dazu wurden elf wissenschaftliche Aufsätze als sogenannte Fallstudien zusammengestellt, die auf Absolventenarbeiten der Journalistikstu­diengänge zurückgehen, eingerahmt von zwei Interviews. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5920">[mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christoph Links</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-5859" title="Haller/Mükke: Wie die Medien zur Freiheit kamen" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/06/9783869620343.jpg" alt="Haller/Mükke: Wie die Medien zur Freiheit kamen" width="160" height="240" /></p>
<p>Der langjährige Direktor des Instituts für praktische Journalismusforschung und 2010 emeritierte Lehrstuhlinhaber für Journalistik an der Universität Leipzig, Professor Michael Haller, legt zusammen mit seinem jüngeren Kollegen Dr. Lutz Mükke eine Art Bilanzband vor, in dem 18 Jahre Begleitforschung zu den radikalen Veränderungen in der ostdeutschen Medienlandschaft dokumentiert werden. Dazu wurden elf wissenschaftliche Aufsätze als sogenannte Fallstudien zusammengestellt, die auf Absolventenarbeiten der Journalistikstu­diengänge zurückgehen, eingerahmt von zwei Interviews.</p>
<p>Gegliedert ist das Ganze nach vier Schwerpunkten, in denen es 1. um den Systemwechsel, 2. den Wandel des journalistischen Rollenbildes, 3. das Bild Ostdeutschlands in den westdeutschen Medien und 4. um Anpassung und Widerstand im heutigen Journalismus geht. Dabei sollen bewusst auch &#8220;Fehlleistungen und Unzulänglichkeiten&#8221; (20) sichtbar gemacht werden &#8211; so die Herausgeber in ihrer Einleitung. Bewusst wählte man einen akteurs­orientierten Schwerpunkt (100), da es zu den Veränderungen der Rahmenbedingungen bereits genügend Arbeiten gibt.</p>
<p>Trotzdem ist es methodisch durchaus schlüssig, eingangs zunächst die Dimension der Transformationsprozesse noch einmal an Einzelfällen darzustellen. So berichtet der langjährige Chefredakteur der <a href="http://www.thueringer-allgemeine.de/" target="_blank">Thüringer Allgemeinen</a>, Sergej Lochthofen, von seinen &#8211; am Ende auch bitteren &#8211; Erfahrungen mit westdeutschen Zeitungsverlegern. Im Gegenzug schildern westdeutsche Chefredakteure ihre Erlebnisse beim Einsatz in ostdeutschen Regionalzeitungen. Ergänzt wird dieser Abschnitt durch den Blick auf die gemischte Redaktion der <a href="http://www.superillu.de/" target="_blank">SUPERillu</a>.</p>
<p>Beim Rollenwandel der Journalisten im zweiten Teil geht es dann um das veränderte Selbstverständnis vor allem der Lokalredakteure. Hier hätte es richtig spannend werden können, erinnert man sich doch an den Streik der Journalisten in Südthüringen, an die Klagen von Kollegen aus den Kreisredaktionen, dass wichtige Anzeigenkunden nicht angegriffen werden dürfen und das Gespött aus den Großredaktionen über den Schmusekurs so manchen Regionalblattes zu seinen lokalen Politikern. Doch der Fokus dieses Abschnittes liegt weniger auf der kritischen Ausleuchtung des heutigen Zustandes als auf der historischen Würdigung der neu gewonnenen Freiheiten und auf dem Übergang von politisch-missionarischen zu pragmatisch-publikumszentrierten Berufsvorstellungen. Der Austausch der einen, eher rigiden weisungsgebenden Instanz gegen eine andere, eher moderate, wird dabei nur am Rande thematisiert, wenn es um die Anpassung an gesetzte Normen geht (137). Lediglich im Beitrag von Frauke Abesiyan, in dem eine Befragung von Lokalredaktionsleitern ausgewertet wird, kommt die Sprache darauf, dass vielerorts nicht hart recherchiert wird und ein sehr kommoder Umgang mit Informanten vorherrscht (158). Als Gründe werden hier Zeitmangel und fehlende Eigeninitiative angeführt, wobei die Autorin auch alte Obrigkeitshörigkeit ausmacht. Dass vielerorts einfach von den Eigentümerverlagen die wirtschaftlichen und somit personellen Rahmenbedingungen für einen kontrollierenden Journalismus nicht gewährleistet werden, ist keiner weitergehenden Erörterung wert.</p>
<p>Dabei zeigt gerade die Fallstudie von Gerit Schulze aus dem dritten Teil des Buches, dass die kritischen Berichte über Missstände in Mecklenburg-Vorpommern eher vom <a href="http://www.spiegel.de/" target="_blank">Spiegel</a> angestoßen wurden als von den Medien vor Ort, auch wenn das Hamburger Nachrichtenmagazin die Realität in manchen Punkten verzerrt darstellt (192), genau wie der   <a href="http://www.zeit.de/" target="_blank">Zeit</a> Einseitigkeiten bei ihrer Berichterstattung über Ostdeutschland in einem weiteren Aufsatz (Claudia Lasslop: &#8220;Das Bild Ostdeutschlands in westdeutschen Leitmedien&#8221;) bescheinigt werden.</p>
<p>Im letzten Teil des Sammelbandes geht es in zwei Beiträgen (Daniela Kahls: &#8220;Der Fall Sebnitz&#8221; und Erik Nebel: &#8220;Panische Aufregung und professioneller Spürsinn&#8221;) um die Behandlung des Rechtsextremismus in Sachsen, speziell im Fall Sebnitz, als im November 2000 nahezu alle Medien auf die Falschberichterstattung der <a href="http://www.bild.de/" target="_blank">Bild</a>-Zeitung hereinfielen. Dass hier Vorurteilsberichterstattung an die Stelle von Recherche getreten ist (209), liegt auf der Hand, wie auch die gesamte Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus unter mangelnden &#8220;zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen&#8221; (246) zu leiden hat. Die daraus erforderlichen Schlussfolgerungen werden in diesem Abschnitt unter dem großen Titel &#8220;Anpassung und Widerstand&#8221; allerdings nicht gezogen.</p>
<p>Eine Art Bilanz bleibt dem abschließenden Interview mit Hans-Jörg Stiehler, Professor für Empirische Kommunikations- und Medienforschung an der Universität Leipzig, vorbehalten. Er erklärt, warum es den auf Eliten ausgerichteten überregionalen westdeutschen Blättern nicht gelungen ist, im Ostdeutschland der kleinen Leute Fuß zu fassen und konstatiert fehlende &#8220;Übersetzungs- und Verständigungsleistungen&#8221; (255) der Medien. Er benennt auch das Versagen der Politik bei der Neuordnung der ostdeutschen Medienlandschaft, die heute vor allem durch Monopolstrukturen geprägt ist, in denen die immer weniger werdenden Journalisten vor Ort kaum noch die Rolle einer vierten Gewalt erfüllen können.</p>
<p>Von wenigen Redundanzen abgesehen liefert der Sammelband einen facettenreichen Überblick zum Wandel der ostdeutschen Medienlandschaft <em>nach</em> dem Untergang der DDR. Für die Zeit <em>seit</em> dem Untergang der DDR, wie es im Untertitel heißt, hätte man sich mehr kritische Reflexionen zum heutigen Zustand gewünscht.</p>
<p><em>Links</em></p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/226" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik/haller.htm" target="_blank">Webpräsenz von Prof. Dr. Michael Haller an der Universität Leipzig</a></li>
<li><a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik2/index.php?id=293" target="_blank">Webpräsenz von Dr. Lutz Mükke an der Universität Leipzig</a></li>
<li><a href="http://www.christoph-links.de/" target="_blank">Persönliche Homepage von Dr. Christoph Links</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Ute Daniel, Inge Marszolek, Wolfram Pyta, Thomas Welskopp (Hrsg.): Politische Kultur und Medienwirklichkeiten in den 1920er Jahren</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/5314</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/5314#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Jun 2011 09:30:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Massenmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weimarer Republik]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Konrad Dussel</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5314"><img class="alignleft size-full wp-image-5328" title="Daniel et al" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/04/Daniel-et-al2.jpg" alt="" width="160" height="254" /></a>Die Bedeutung, die die Massenmedien in der Gegenwart besitzen, führt naheliegenderweise zu der Frage nach den diesbezüglichen Gegebenheiten in der Vergangenheit. Zwanglos lässt sich dies mit der in den letzten Jahren zunehmend in den Vordergrund tretenden Kulturgeschichte des Politischen verbinden und auf die Weimarer Republik anwenden. Zum so umrissenen Themenfeld lud die <a href="http://www.ebert-gedenkstaette.de/" target="_blank">Heidelberger Ebert-Gedenkstätte</a> im Herbst 2008 zu einer Tagung ein. Der nun erschienene Sammelband präsentiert nach der obligatorischen Einleitung der Herausgeber dazu elf Beiträge. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5314">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Konrad Dussel</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5314"><img class="alignleft size-full wp-image-5328" title="Daniel et al" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/04/Daniel-et-al2.jpg" alt="" width="160" height="254" /></a>Die Bedeutung, die die Massenmedien in der Gegenwart besitzen, führt naheliegenderweise zu der Frage nach den diesbezüglichen Gegebenheiten in der Vergangenheit. Zwanglos lässt sich dies mit der in den letzten Jahren zunehmend in den Vordergrund tretenden Kulturgeschichte des Politischen verbinden und auf die Weimarer Republik anwenden. Zum so umrissenen Themenfeld lud die <a href="http://www.ebert-gedenkstaette.de/" target="_blank">Heidelberger Ebert-Gedenkstätte</a> im Herbst 2008 zu einer Tagung ein. Der nun erschienene Sammelband präsentiert nach der obligatorischen Einleitung der Herausgeber dazu elf Beiträge.</p>
<p>Der Band steht unter einem gewissen Spannungsverhältnis. Als zentrale Frage wurde von den vier Herausgebern nicht nur die &#8220;nach der Prägung der politischen Kultur nach dem Ersten Weltkrieg durch die intensivierten Wechselwirkungen zwischen politischer und medialer Sphäre&#8221; (11) formuliert, sondern damit ein noch viel weiter gehender Anspruch verknüpft: &#8220;Die leitende Fragestellung ist die nach den Prägungen der politischen Kultur durch die Art und Weise der symbolischen, literarischen oder massenmedialen Vermittlung von Bedeutungszusammenhängen.&#8221; (13) Was so gewichtig einherkommt, muss sich jedoch einen gewissen Vorbehalt gefallen lassen, den Dirk van Laak gleich im ersten Beitrag (&#8220;Symbolische Politik in Praxis und Kritik&#8221;) an den Anfang stellt: &#8220;Erreicht man mit der Ausweitung auf Mediatisierungs- und Vermittlungsprozesse des Politischen tatsächlich eine neue Dimension des Verständnisses vom Schicksal und Scheitern der ersten deutschen Demokratie?&#8221; (26) Studiert man die danach folgenden zehn Aufsätze, fällt eine klare Antwort schwer – zu unterschiedlich sind die Themen, Ansätze und Ansprüche.</p>
<p>Den wahrscheinlich größten Anspruch erhebt Wolfram Pyta. Unter dem auf Hitler und Hindenburg anspielenden Titel &#8220;Die Privilegierung des Frontkämpfers gegenüber dem Feldmarschall&#8221; geht es ihm – so der Untertitel – um nichts weniger als die &#8220;Politikmächtigkeit literarischer Imagination des Ersten Weltkriegs in Deutschland&#8221;. Erreicht man mit Pytas komplexen Erörterungen aber tatsächlich eine &#8220;neue Dimension des Verständnisses&#8221; des Wahlsiegs des Amtsinhabers gegen seinen Herausforderer bei der Reichspräsidentenwahl im Frühjahr 1932? Zu Recht weist der ausgewiesene Hindenburg-Kenner darauf hin, dass der Hindenburg-Mythos am Verblassen war und Hitler durchaus mit neuartigen symbolischen Qualitäten aufwarten konnte. Aber letztlich muss er doch auch einräumen, dass bei politischem Katholizismus und Sozialdemokratie &#8220;die Verarbeitung des Weltkrieges keine konstitutive Rolle für das politische Selbstverständnis&#8221; einnahm (170). Als eigentliche Zielgruppe bleiben in Pytas Modell damit die den Marxismus ablehnenden Protestanten. Sicherlich wären von ihnen etliche seiner Argumentation gefolgt. Aber für die meisten waren womöglich ganz andere Überlegungen ausschlaggebend, zum Beispiel die, ob in einer Krisenzeit wirklich ein mittlerweile 81-Jähriger auf sieben Jahre ins höchste und wirklich wichtigste Amt der Republik gewählt werden sollte. Vielleicht wurde Hitler vor diesem Hintergrund als der Leistungsfähigere (oder nur als das kleinere Übel?) betrachtet. Überlegungen dieser Art sind hoch problematisch und ziemlich spekulativ, zumal sie bei Pyta durch eine Reihe nicht unbedingt überzeugender Zusatzannahmen abgestützt werden müssen (vor allem über die &#8220;Vorzugsstellung der Literatur gegenüber dem Film&#8221;, 154).</p>
<p>Eine Art methodologischer Gegenposition bezieht Thomas Welskopp, indem er &#8220;Das Phantom der öffentlichen Meinung&#8221; näher zu fassen sucht – allerdings nicht am Beispiel Deutschlands. Er behandelt die &#8220;Massenmedien und die Verschiebung des Parteiensytems in den USA der 1920er Jahre&#8221;. Auch Welskopp geht es im Kern um die Erklärung von Wahlerfolgen – von denen der Republikaner 1920 bis zu denen der Demokraten 1932. Und ähnlich wie Pyta rückt er ein zentrales Thema in den Vordergrund, in diesem Falle die Auseinandersetzungen über das Alkoholverbot. Anders als Pyta steht Welskopp dazu jedoch eine  Menge zeitgenössisches empirisches und zum Teil auch quantifizierendendes Material zur Verfügung, das er in eine stringente, gleichwohl ihre Ziele nicht überdehnende Interpretation einzufügen vermag. Seine Pointe entging jedoch sogar zum Teil den Herausgebern. Es waren eben nicht nur &#8220;die traditionellen Massenmedien&#8221; (d. h. Zeitungen), die sich in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre auf der öffentlichen Bühne zurückmeldeten (so in der Einleitung, 15) – es waren neue Varianten, die &#8220;die ältere parteigebundene Presse weitgehend verdrängt&#8221; hatten (145).</p>
<p>Es ist zu einfach, die übrigen acht Beiträge nur ganz pauschal diesen beiden Schwerpunkten zuzuordnen, gleichwohl mag es der Kürze halber geschehen: Welskopps eher empirischem Ansatz (mit entsprechend beschränktem Anspruch) folgen auch die Beiträge von Martin Geyer zum <a href="http://www.simplicissimus.info/item/10847" target="_blank">Barmat-Kutisker-Skandal</a>; von Riccardo Bavaj zum <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Willi_M%C3%BCnzenberg&amp;oldid=87220882" target="_blank">Münzenberg-Konzern</a>, von Oliver Janz zu Gefallenenkulten in Italien und Deutschland und von Dirk Schumann zur Darstellung politischer Gewalt in der deutschen Tagespresse der frühen Republik. Pytas viel abstrakterem Vorgehen verwandt sind die von Michael Wildt zu den breit in den Parteiprogrammen zu konstatierenden Führererwartungen, von Ulrich Fröschle zum speziellen Aspekt der &#8220;literarischen Verhandlung von Führung&#8221; und von Heidi Hein-Kircher über den <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=J%C3%B3zef_Pi%C5%82sudski&amp;oldid=88108930" target="_blank">Pilsudski-Kult</a> in Polen. Der Philosoph Thomas Meyer beschränkt sich leider nicht nur auf eine eigentlich überfällige Analyse von &#8220;Grenzen und Möglichkeiten des Symbol-Begriffs&#8221;, sondern hängt auch noch ein paar Bemerkungen über das Echo der Verfassungsfeiern in der jüdischen Tagespresse an.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.oldenbourg-verlag.de/wissenschaftsverlag/politische-kultur-und-medienwirklichkeiten-den-1920er-jahren/9783486592412" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.historisches-seminar-braunschweig.de/index.php?id=590" target="_blank">Webpräsenz von Ute Daniel an der TU Braunschweig</a></li>
<li><a href="http://www.kultur.uni-bremen.de/personen/personaldaten-kuwi/marszolek/inge-marszolek.html" target="_blank">Webpräsenz von Inge Marszolek an der Universität Bremen</a></li>
<li><a href="http://www.uni-stuttgart.de/hing/forschung/ludwigsburg/mitarbeiter/pyta/index.html" target="_blank">Webpräsenz von Wolfram Pyta an der Universität Stuttgart</a></li>
<li><a href="http://wwwhomes.uni-bielefeld.de/twelskopp/" target="_blank">Webpräsenz Thomas Welskopp an der Universität Bielefeld</a></li>
<li><a href="http://www.geschichte.uni-mannheim.de/arbeitsbereiche/neuere_und_neueste_geschichte_i/team/privatdozenten_lehrbeauftragte_und_emeriti/apl_prof_dr_konrad_dussel/" target="_blank">Webpräsenz von Konrad Dussel an der Universität Mannheim</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Klaus Arnold; Markus Behmer; Bernd Semrad (Hrsg.): Kommunikationsgeschichte</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2758</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2758#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 08:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Quellenanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Riepl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/?p=2758</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Frank Bösch</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2758"><img class="alignleft size-full wp-image-4021" title="arnoldetal." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/10/arnoldetal..jpg" alt="" width="160" height="230" /></a>Das öffentliche Interesse an Geschichte ist im letzten Jahrzehnt immens gewachsen. Historische Ausstellungen, Filme und Fernsehsendungen erreichen regelmäßig ein Millionenpublikum und die Zahl der Geschichtsstudenten steigt weiter an. Ebenso haben medien- historische Forschungsverbünde und Publikationen zugenommen. Dagegen scheint jedoch bei den Studierenden und Lehrenden der Kommunikations- wissenschaft das historische Interesse eher zu schwinden: Medienhistorisch ausgerichtete Lehrstühle sind rar geworden und entsprechende Lehrveranstaltungen gelten oft als praxisferner Ballast oder als theorieferner Positivismus. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2758">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Frank Bösch</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2758"><img class="alignleft size-full wp-image-4021" title="arnoldetal." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/10/arnoldetal..jpg" alt="" width="160" height="230" /></a>Das öffentliche Interesse an Geschichte ist im letzten Jahrzehnt immens gewachsen. Historische Ausstellungen, Filme und Fernsehsendungen erreichen regelmäßig ein Millionenpublikum und die Zahl der Geschichtsstudenten steigt weiter an. Ebenso haben medien- historische Forschungsverbünde und Publikationen zugenommen. Dagegen scheint jedoch bei den Studierenden und Lehrenden der Kommunikations- wissenschaft das historische Interesse eher zu schwinden: Medienhistorisch ausgerichtete Lehrstühle sind rar geworden und entsprechende Lehrveranstaltungen gelten oft als praxisferner Ballast oder als theorieferner Positivismus.</p>
<p>Der vorliegende Band weiß um diese Probleme und möchte entsprechend Perspektiven und Hilfestellungen für künftige Arbeiten in der Kommunikationsgeschichte aufzeigen. Er richtet sich einerseits sehr praxisnah an Studierende, zeigt andererseits aber in einigen Artikeln weiterführende Forschungsperspektiven auf. Die 18 Beiträge stammen dabei überwiegend von Kommunikationswissenschaftlern, vereinzelt aber auch von Historikern und Soziologen. Viele der Texte lassen sich als Plädoyers verstehen, einen bestimmten Zugang zur Kommunikationsgeschichte zu wählen. Nach dem einleitenden Appell Horst Pöttkers, sich gegenwartsbezogen mit Geschichte zu beschäftigen, fordert etwa Rainer Gries kulturgeschichtliche, transnationale und generationelle Zugänge, Wolfgang R. Langenbucher den Blick auf Akteure, Susanne Kinnebrock die Berücksichtigung von Genderfragen, Christoph Classen die Diskursanalyse, um Normen und Wahrnehmungen zu analysieren, und Jürgen Wilke plädiert für das Aufgreifen quantitativer Methoden, um generalisierbare Evidenz zu erreichen.</p>
<p>Eine zweite Gruppe von Texten reflektiert interessante Einzelaspekte der Kommunikationsgeschichte. Rudolf Stöber diskutiert etwa mit dem Medieneinfluss auf die soziale Zeit ein wichtiges Forschungsfeld. Dies ließe sich mit dem generationengeschichtlichen Zugang von Gries verbinden. Besonders gelungen erscheint mir zudem der Beitrag von Wolfram Peiser zum vielzitierten &#8220;Riepl’schen Gesetz&#8221;, der differenziert dessen Rezeption, Geltung und auch die Folgen für die aktuelle Medienwahrnehmung in der Zunft diskutiert (161).</p>
<p>Eine dritte Gruppe von Beiträgen richtet sich besonders an Studierende. Edgar Lersch und Rudolf Stöber führen in die Grundlagen der Quellenanalyse ein, wobei gerade der Hinweis, dass auch die Fachtexte der eigenen Disziplin zu Quellen werden können, zu unterstreichen ist. Sehr hilfreich ist ihre tabellarische Auflistung, wo man unveröffentlichte und publizierte Quellen zu unterschiedlichen Massenmedien finden kann. Gleiches bietet der ebenfalls praxisnahe Beitrag von Michael Meyen, der historische Quellen zur Mediennutzung aufzeigt und an Beispielen deren Nutzen diskutiert. Im Internetzeitalter wären sicher Internetadressen hilfreich gewesen, etwa zu Links mit elektronischen Volltexten von Zeitungen oder Nachlassdatenbanken wie der <a href="http://www.nachlassdatenbank.de/" target="_blank">ZDN</a>, die auch bundesweit Nachlässe von Journalisten aufführt.</p>
<p>Wo liegen neben den aufgezeigten Stärken die Grenzen des Bandes? Obgleich er wohlüberlegt viele wichtige Bereiche abdeckt, ist er sicherlich kein umfassendes und systematisches Hand- und Lehrbuch, so dass sich natürlich weitere Zugänge ergänzen ließen. So sind alle Beiträge stark auf Deutschland bezogen und Methoden für eine vergleichende Kommunikationsgeschichte werden nur am Rande erwähnt. Auch die ökonomische Perspektive spielt eine recht geringe Rolle, obgleich Medien auch historisch als gewinnorientierte Waren auf Märkten zu betrachten sind. Zugleich erhärtet der Band die Annahme, dass die Kommunikationsgeschichte bislang wenige eigene theoretische Ankerpunkte hat, sondern eher generelle Ansätze des Faches an älteren Medien prüft. Während etwa zur Filmgeschichte recht ausgefeilte theoretische Schriften der Film- und Medienwissenschaften vorliegen, bleiben Theorien zur Zeitungsgeschichte weiterhin rar. Vielleicht mag dies auch erklären, warum so häufig auf Wolfgang Riepls althistorische Arbeit von 1913 verwiesen wird, um den Medienwandel zu diskutieren.</p>
<p>Auffällig ist schließlich eine gewisse fachliche Verengung. Obgleich der Band über Geschichte reflektiert, wird die aktuelle Forschung von Historikern kaum aufgegriffen. Ebenso ignoriert werden die zahlreichen programmatischen Artikel zur Mediengeschichte von Seiten der Geschichtswissenschaft, die in den letzten 10 Jahren entstanden. Ausgespart werden zudem fast konsequent die Ansätze der Medienwissenschaften, bis auf einzelne Kurzerwähnungen von Werner Faulstichs Büchern. Selbst ein Werk wie das <em>Handbuch der Mediengeschichte</em> von Helmut Schanze findet nirgendwo auch nur eine Erwähnung. Etwas mehr Mut zur interdisziplinären medienhistorischen Lektüre wäre sicher hilfreich. Trotz dieser Einwände bietet der Band aber insgesamt besonders für die Lehre zahlreiche hilfreiche Artikel, die auch neue Forschungen anregen dürften.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.lit-verlag.de/isbn/3-8258-1309-3" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.ku-eichstaett.de/slf/jour/mitarbeiter/lehrstuhl2/arnold/" target="_blank">Webpräsenz von Klaus Arnold an der Katholischen Universität Eichstätt</a></li>
<li><a href="http://www.uni-bamberg.de/kowi/personen_einrichtungen/markus_behmer/" target="_blank">Webpräsenz von Markus Behmer an der Universität Bamberg</a></li>
<li><a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/home/profil-fboesch.html" target="_blank">Webpräsenz von Frank Bösch an der Universität Gießen</a></li>
</ul>
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		<title>Matthias Buck; Florian Hartling; Sebastian Pfau (Hrsg.): Randgänge der Mediengeschichte</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 08:00:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Petra Löffler</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2541"><img class="alignleft size-full wp-image-3848" title="tb_B2-BuckHartlingPfau_16779-4-16" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/bucketal.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Mediengeschichte ist zweifellos ein weites Feld. Dieser zur Plattitüde verkommene Fontane-Satz ist hier nur aus einem Grund angebracht: Um in dieses weite Forschungsfeld einige Schneisen zu schlagen. Diese Vorgehensweise verfolgen Matthias Buck, Florian Hartling und Sebastian Pfau in ihrem Sammelband <em>Randgänge der Medienwissenschaft</em>. Seine Beiträge nehmen ihren Gegenstand von seinen Rändern her in Augenschein. So kündigen es zumindest Titel und Einleitung an. Aktuelle Forschungspositionen sollen ebenso dargestellt wie Neuland betreten, Theoreme geprüft sowie neue Gebiete erschlossen werden. Dabei sollen die hier versammelten Aufsätze möglichst viele Aspekte der Mediengeschichtsschreibung facettenreich hervortreten lassen. Von der Methodenreflexion über Bild- bzw. Technikgeschichte, Medienanalyse, Emotionsforschung und Medienästhetik bis zum Verhältnis von Medien und Öffentlichkeit reicht das weit gefasste Spektrum. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2541">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Petra Löffler</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2541"><img class="alignleft size-full wp-image-3848" title="tb_B2-BuckHartlingPfau_16779-4-16" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/03/bucketal.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Mediengeschichte ist zweifellos ein weites Feld. Dieser zur Plattitüde verkommene Fontane-Satz ist hier nur aus einem Grund angebracht: Um in dieses weite Forschungsfeld einige Schneisen zu schlagen. Diese Vorgehensweise verfolgen Matthias Buck, Florian Hartling und Sebastian Pfau in ihrem Sammelband <em>Randgänge der Medienwissenschaft</em>. Seine Beiträge nehmen ihren Gegenstand von seinen Rändern her in Augenschein. So kündigen es zumindest Titel und Einleitung an. Aktuelle Forschungs- positionen sollen ebenso dargestellt wie Neuland betreten, Theoreme geprüft sowie neue Gebiete erschlossen werden. Dabei sollen die hier versammelten Aufsätze möglichst viele Aspekte der Mediengeschichtsschreibung facettenreich hervortreten lassen. Von der Methodenreflexion über Bild- bzw. Technikgeschichte, Medienanalyse, Emotionsforschung und Medienästhetik bis zum Verhältnis von Medien und Öffentlichkeit reicht das weit gefasste Spektrum.</p>
<p>Der Sammelband stellt programmatisch &#8220;Überlegungen zur Konzeption von Kommunikationsgeschichte&#8221; von Rainer Leschke an den Anfang, die strukturelle Grenzen und Defizite bestimmter Kommunikationsbegriffe (z. B. Habermas, Luhmann, McLuhan) sowie ihrer jeweiligen Urszenen diskutiert. Leschke kommt zu dem Schluss, dass Kommunikationsbegriffe für die Geschichte der Kommunikation, insbesondere der massenmedialen, wenig beizutragen haben (36) und plädiert daher für eine &#8220;integrale Medien- und Kommunikationsgeschichte&#8221; (38), die im Anschluss an geschichtsphilosophische Überlegungen Walter Benjamins spezifische historische Konstellationen von Medien, Medienverbünde sowie Brüche und Parallelen in ihrer Geschichte gleichermaßen in den Blick nimmt. Da es sich bei diesen Konstellationen in der Regel um &#8220;Zusammenhänge mittlerer Größe&#8221; handele, seien flexible Modelle wie etwa Foucaults Archäologie oder Bolters Remediation-Konzept erforderlich, &#8220;die über den erforderlichen Grand an Unschärfe und Offenheit verfügen&#8221; (41). Aus den historisch spezifischen Konstellationen von Medien ließe sich dann auch ein Begriff von Kommunikation gewinnen. Bleibt nur die Frage, ob ein solcher aus mediengeschichtlicher Sicht dann überhaupt noch notwendig ist.</p>
<p>Das Vorhaben, Medien historisch spezifisch zu konstellieren, geht unter anderem auf die Studien von Siegfried Zielinski, William Urrichio sowie das Weimarer Forschungsprojekt &#8220;Mediale Historiographien&#8221; zurück. Es einzulösen, ist jedoch nur in wenigen Fällen geglückt: Die meisten Beiträgen des Bandes decken weder innovative Konstellationen von Medien auf noch schlagen sie Schneisen in ein vermeintliches Dickicht, aus denen doch erst Randgänge entstehen können, sondern bewegen sich, wenn überhaupt, auf bereits ausgetretenen mediengeschichtlichen Pfaden. Etliche Beiträge fallen zudem hinter die von Leschke geforderte integrative Herangehensweise zurück. So stehen denn auch nicht historisch spezifische und heterogene Medienkonstellationen im Vordergrund, sondern einmal mehr Studien zu einzelnen &#8216;Erfindern&#8217; (Talbot, Edison), einzelnen Genres (Kriegsfilm, Melodrama) oder Medien (Fernsehen, Computer), die alles andere als randständig genannt werden können und auch kaum neue mediengeschichtlich relevante Erkenntnisse hervorbringen.</p>
<p>Beiträge, die wie die von Kathrin Fahlenbrach oder Anne Bartsch Epochen übergreifende Fragestellungen untersuchen, leiden unter ihrer Kürze, so dass ihre Argumentation wenig über Verallgemeinerungen bzw. sattsam bekannte Beispiele hinausgreifen kann. Andere Beiträge hätten besser in einen kommunikationswissenschaftlichen Sammelband gepasst oder behandeln nicht wirklich mediengeschichtlich relevante Fragestellungen. Thomas Wilkes und Golo Föllmers Studien zur Mediengeschichte akustischer Räume ist hingegen die Verbindung zwischen innovativer Fallstudie und mediengeschichtlicher Rahmung geglückt. Auch Claudia Dittmar hat ein spannendes Stück deutsch-deutscher Fernsehgeschichte rekonstruiert.</p>
<p>Insgesamt entsteht jedoch der Eindruck, als sollten methodisch und thematisch sehr disparate Texte unter einen Hut gezwängt werden, der geräumig genug erscheint, aber noch nicht einmal jene schwache Determinanz erzeugt, die mediengeschichtliche Zusammenhänge angeblich kennzeichnet. Statt Randständiges ins Licht zu rücken und mediengeschichtlich zu positionieren, erweckt der Sammelband zum Schaden der Mediengeschichte den Eindruck von Beliebigkeit.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-16779-4/Randgaenge-der-Mediengeschichte.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.medienkomm.uni-halle.de/kontakt/mitarbeiter/buck/" target="_blank">Webpräsenz von Matthias Buck an der Universität Halle-Wittenberg</a></li>
<li><a href="http://www.hartling.org/" target="_blank">Private Homepage von Florian Hartling</a></li>
<li><a href="http://www.medienkomm.uni-halle.de/kontakt/mitarbeiter/pfau/" target="_blank">Webpräsenz von Sebastian Pfau an der Universität Halle-Wittenberg</a></li>
</ul>
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