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Laura Heuer: Die Bilder der Killer-Spieler

Einzelrezension | 2. September 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Laura Heuer: Die Bilder der Killer-Spieler. Machinima: Computerspiele als kreatives Medium. Marburg [Tectum Verlag] 2009, 107 Seiten, 19,90 Euro.

Rezensiert von Rolf F. Nohr

Machinima gehören sicherlich zu den spannendsten Phänomenen, die die gaming culture in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Was aber ist Machinima? Friedrich Kirschner, ein pronocierter Aktivist der Szene, definiert wie folgt: “Shooting film (Cameras record the action going on) in a realtime 3d (the time needed for the computer to transform the abstract data into a 3-dimensional visible representation is so little that you do not notice it. […]) virtual environment (the actors aren’t human, but virtual Avatars or Objects, controlled by user input or scripting and act in a virtual world that is simulated using a computer game). Thus, machinima is a mix of three ways to produce moving images: machine * animation * cinema.”. [Mehr]

Hannelore Bublitz: Im Beichtstuhl der Medien

Einzelrezension | 30. Juli 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Hannelore Bublitz: Im Beichtstuhl der Medien. Die Produktion des Selbst im öffentlichen Bekenntnis. Reihe: Sozialtheorie. Bielefeld [Transcript Verlag] 2010, 240 Seiten, 25,80 Euro.

Rezensiert von Claudia Schirrmeister

Im Beichtstuhl der Medien lautet der Titel des von der Paderborner Soziologie-Professorin Hannelore Bublitz vorgelegten Bandes – um sogleich die Erwartungen des Lesers in die Irre zu führen, wäre da nicht der Untertitel Die Produktion des Selbst im öffentlichen Bekenntnis. Der Beichtstuhl steht gemeinhin für aufrichtige und inhaltlich ernste Selbstthematisierungen, eingebettet in einen institutionell vorgegebenen, jahrhundertealten Rahmen – ein sozialer und juristischer Schutzraum, formal vergleichbar mit der Praxis eines Psychologen oder der Kanzlei eines Anwalts. Auch wenn Hannelore Bublitz den Beichtstuhl als “mediale Apparatur” bezeichnet, stellt sich die Frage, ob der Besprechungstisch eine ebensolche darstellt – gilt ihr Augenmerk doch den elektronischen Medien, vor allem dem Fernsehen und, eher am Rande, dem Internet. Diese Medien hingegen scheinen einen Kontrast zur Situation in einem Beichtstuhl zu liefern, wie er krasser kaum ausfallen kann, widerspricht doch die geheimnisgeschützte religiöse Beichte der ostentativen Öffentlichkeit einer Fernsehsendung. [Mehr]

Nina Trentmann: Barack Obama gegen John McCain

Einzelrezension | 19. Mai 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Nina Trentmann: Barack Obama gegen John McCain. Neue Strategien im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008? Marburg [Tectum Verlag] 2009, 284 Seiten, 24,90 Euro.

Rezensiert von Yvonne Kuhn

Der Blick auf amerikanische Wahlkämpfe scheint für deutsche Politik- und Medienwissenschaftler von besonderem Reiz zu sein – wird doch immer wieder eine Adaption amerikanischer Strategien durch deutsche Parteien unterstellt. Eine Analyse der Strategien im Wahlkampf Barack Obama versus John McCain als “nie da gewesenes Ereignis” hat nun Nina Trentmann vorgelegt und verspricht, die “wichtigsten strategischen Neuerungen” vorzustellen. Ihre Ergebnisse stützen sich neben einer umfangreichen Beachtung des Forschungsstands auf eigens durchgeführten Interviews mit Wahlkampfmitarbeitern und -experten. Die Informations- und Materialfülle ist beachtlich, wenngleich die Beschäftigung mit der Kampagne Barack Obamas deutlich intensiver ausfällt als die mit seinem Konkurrenten John McCain. [Mehr]

Nicole Labitzke: Ordnungsfiktionen

Einzelrezension | 16. April 2010 | Redaktion | 1 Kommentar »
Nicole Labitzke: Ordnungsfiktionen. Das Tagesprogramm von RTL, Sat.1 und ProSieben. Konstanz [UVK] 2009, 334 Seiten, 34,– Euro.

Rezensiert von Peter-Harald Kust

Nicole Labitzke befasst sich in ihrer Dissertation “mit den Mechanismen und Funktionsweisen des medialen Ordnungsprozesses, der als grundlegendes Muster in das Tagesprogramm von RTL, Sat.1 und ProSieben eingelassen ist”. Sie interessiert sich dafür, welche Ordnungsstrukturen mittels Sprache (diskursive Kompetenzen der TV-Akteure) und “raumzeitlicher Organisation des medial vermittelten Textes” (Studioaufbau) hergestellt werden. Ihre Ausgangsthese ist, dass sich mit der “Ablösung des klassischen Talkshow-Formates zwischen 2000 und 2005 […] das private Fernsehen […] sukzessive zu einer normalisierenden Ordnungsinstanz entwickelt [hat], die für alle Probleme der privaten/intimen Lebenswelt eine Lösung bereithält”. [Mehr]

Peter Brummund: Die Entwicklung des Funktionsrabatts im Presse-Grosso

Einzelrezension | 19. März 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Peter Brummund: Die Entwicklung des Funktionsrabatts im Presse-Grosso. Reihe: Schriften zur Medienwirtschaft und zum Medienmanagement, Band 22. Baden-Baden [Nomos] 2009, 133 Seiten, 24,– Euro.

Rezensiert von Bernd Klammer

Brummunds Fazit ist ebenso klar wie ernüchternd, zumindest aus Sicht kleiner und mittelständischer Verlage, die Auftraggeber der von ihm vorgelegten Studie sind: Das bestehende Vertriebssystem von Zeitungen und Zeitschriften über das Presse-Grosso wäre ohne die großen Verlage nicht zu finanzieren. Änderungen bei den Kriterien für die Festlegung des Funktionsrabatts sind entweder nicht praxistauglich oder gegen den Widerstand der anderen Handelspartner nicht durchzusetzen. Deshalb müssen die mittelständischen Verlage weiterhin wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen, um aus eigenem Interesse das Fortbestehen des letztlich allseits akzeptierten Vertriebssystems über den Absatzweg Groß- und Einzelhandel zu sichern. [Mehr]

Saskia Ziegelmaier: Visuelles Framing von Alter

Einzelrezension | 12. März 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Saskia Ziegelmaier: Visuelles Framing von Alter. Eine empirische Studie zur medialen Konstruktion von Alter. Reihe: Bonner Beiträge zur Medienwissenschaft, Band 8. Frankfurt am Main etc. [Peter Lang] 2009, 231 Seiten, 42,80 Euro.

Rezensiert von York Kautt

Die Arbeit von Saskia Ziegelmaier fokussiert die Inszenierungen des Alters und der Alten im Kontext eines bestimmten Bereichs der Massenmedien, nämlich der journalistischen Berichterstattung – mithin ein spezifisches Segment des weiten Themenhorizonts, den der Titel der Monographie aufspannt. Die Studie ist zweigeteilt: Während in einem ersten Abschnitt die benötigten Begriffe und Konzepte erläutert werden (Kap. 2-4), präsentiert die Autorin im zweiten Teil eine empirische Studie, die sich mit den Altersdarstellungen in aktuellen journalistischen Formaten und deren Rezeption beschäftigt (Kap. 5 und 6). Das in der Einleitung formulierte Ziel des theoretischen Abschnitts, nämlich “den Framing-Ansatz aus Perspektive der visuellen Kommunikationsforschung zu beleuchten” und dabei einen “Entwurf für ein ‘visuelles Framing-Konzept’” vorzustellen, “der das grundsätzliche Defizit der Bildbetrachtung im kommunikationswissenschaftlichen Framing-Ansatz aufgreift” (12) bleibt wie die entsprechenden Ausführungen hierzu etwas unklar. [Mehr]

Anja Johanning: Kompetenzentwicklung im Internet

Einzelrezension | 24. Februar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Anja Johanning: Kompetenzentwicklung im Internet. Fallstudie über eine Community of Practice. Reihe: Internet Research, Band 35. Baden-Baden [Nomos/Edition Reinhard Fischer] 2009, 289 Seiten, 29,– Euro.

Rezensiert von Matthias Berg

Mit Kompetenzentwicklung im Internet präsentiert Anja Johanning die Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes, in dem sie sich mit organisationsübergreifenden Online-Communities of Practice auseinandergesetzt hat. Diese werden definiert als “informelle, berufsbezogene Personengruppen, die ein gemeinsames Anliegen in Form von ähnlichen Problemstellungen oder einer gemeinsamen Leidenschaft für spezifische Themen aus dem Arbeitsalltag teilen” und sich darüber im Internet austauschen (83). Ziel der Studie ist die Klärung der übergeordneten Forschungsfrage nach der Rolle, die eben jene internetbasierten Praxisgemeinschaften bei der Entwicklung individueller Kompetenzen ihrer Mitglieder einnehmen. Dieser Zielsetzung geht Johanning mittels einer im Mehrmethodendesign angelegten Fallstudie zu sekretaria.de, einem Internetforum (überwiegend) für Sekretärinnen, nach. Dabei nimmt sie eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive ein, die sie um Ansätze aus den Bereichen der Tätigkeitspsychologie und (Berufs-)Pädagogik erweitert. [Mehr]

Christian Papsdorf: Wie Surfen zu Arbeit wird

Einzelrezension | 21. Februar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Christian Papsdorf: Wie Surfen zu Arbeit wird. Crowdsourcing im Web 2.0. Mit einer Einleitung von Günter G. Voß. Frankfurt am Main, New York [Campus Verlag] 2009, 201 Seiten, 24,90 Euro.

Rezensiert von Christian Pentzold

Will man sich einen Überblick über die internetbasierten Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden machen, so trifft man auf eine Reihe von Ausdrücken wie etwa “mass collaboration”, “open innovation” oder “mass customization”, deren konzeptionelle Tragfähigkeit und empirische Relevanz zunächst fraglich ist. Eine diesbezügliche Klärung verspricht die 2009 veröffentlichte Diplomarbeit von Christian Papsdorf. Der Fokus des Buches liegt dabei auf dem Phänomen des Crowdsourcing. Die Arbeit gliedert sich im Groben in zwei Teile entsprechend der beiden verfolgten Fragestellungen. Der erste Teil hat zum Ziel, eine Definition von Crowdsourcing zu entwickeln (Kap. 2) und es dementsprechend theoretisch zu verorten (Kap. 3). Hierzu unternimmt der Autor zuerst eine qualitativ-explorative Untersuchung von exemplarischen Fällen, welche anschließend zu fünf Modi kategorisiert werden. [Mehr]

Cass R. Sunstein: Infotopia

Einzelrezension | 12. Februar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Cass R. Sunstein: Infotopia. Wie viele Köpfe Wissen produzieren. Aus dem Englischen von Robin Celikates und Eva Engels. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2009, 285 Seiten, 24,80 Euro.

Rezensiert von Rainer Kuhlen

Von den richtigen Leuten zitiert zu werden, ist eine Freude für Autoren. Dass James Boyle in seinem Buch The Public Domain das Kapitel 8 zur “verteilten Kreativität” mit dem Hinweis auf Yochai Benklers The Wealth of Networks beginnt, ist recht und und billig. Benklers Grundzüge einer “commons-based economy”, in der sich über “peer production” neuen Formen verteilter Kreativität entfalten können, ist in der Tat das Standardwerk zu diesem Thema. Aber gleich im nächsten Absatz heißt es: “Benkler’s work is hardly the only resource however. Other fine works covering some of the same themes include: Cass R. Sunstein, Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge (New York: Oxford University Press, 2006)”. Das hat Cass R. Sunstein bestimmt gefreut. Sein Buch liegt jetzt mit dem gleichen Titel und dem Untertitel “Wie viele Köpfe Wissen produzieren” im Suhrkamp-Verlag vor, aus dem Amerikanischen flüssig und ohne erkennbare Einbuße übersetzt von Robin Celikates und Eva Engels. [Mehr]

Michael Meyen; Claudia Riesmeyer: Diktatur des Publikums

Einzelrezension | 10. Februar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Michael Meyen; Claudia Riesmeyer: Diktatur des Publikums. Journalisten in Deutschland. Konstanz [UVK] 2009, 270 Seiten, 29,90 Euro.

Rezensiert von Johannes Raabe

Michael Meyen, in der Vergangenheit vor allem mit Studien zu den DDR-Medien, zur Mediennutzung und mit Veröffentlichungen zur Geschichte der Disziplin an die Fachöffentlichkeit getreten, hat sich in den letzten Jahren dem Feld der Journalismusforschung zugewandt und 2009 zwei Journalistenstudien vorgelegt: gemeinsam mit Nina Springer eine Untersuchung über freie Journalisten in Deutschland (siehe r:k:m-Rezension von Siegfried Weischenberg vom September 2009) und kurz darauf mit seiner Mitarbeiterin Claudia Riesmeyer die hier angezeigte Veröffentlichung einer Untersuchung über Journalisten in Deutschland. Ausgangspunkt der Studie ist eine knappe, pauschalkritische Auseinandersetzung mit klassischen Arbeiten der Journalismusforschung von Kepplinger, Köcher und Donsbach einerseits, Weischenberg und Mitarbeitern andererseits. Sie dient der Legitimation des eigenen Vorhabens und der Begründung für ein alternatives methodisches Vorgehen. [Mehr]

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