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Frank Bösch; Patrick Schmidt (Hrsg.): Medialisierte Ereignisse

Einzelrezension | 20. Februar 2012 | Redaktion | Keine Kommentare »
Frank Bösch, Patrick Schmidt (Hrsg.): Medialisierte Ereignisse. Performanz, Inszenierung und Medien seit dem 18. Jahrhundert. Frankfurt a.M. [Campus] 2010, 282 Seiten, 32,90 Euro.

Rezensiert von Imme Baumüller

Der Begriff Medialisierung und dahinter stehende Konzepte spielen in der Medien- und Kommunikationswissenschaft eine stetig bedeutsamer werdende Rolle. Dies lässt sich neben der wachsenden Zahl unterschiedlicher Angebote der Begriffsdefinition und der Konzeptuali- sierung auch an der dem Konzept zugeschriebenen Erklärungsrelevanz erkennen. Zwar hat sich bisher keine konsentierte Definition durchgesetzt, trotzdem lässt sich feststellen, dass sich der Begriff Medialisierung auf die Erkenntnis bezieht, dass massenmediale Handlungslogiken einen zunehmenden Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft haben. [Mehr]

Frank Bösch: Mediengeschichte

Einzelrezension | 5. Januar 2012 | Redaktion | Keine Kommentare »
Frank Bösch: Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen. Reihe: Historische Einführungen, Band 10. Frankfurt/New York [Campus Verlag] 2011. 268 Seiten. 18,90 Euro.

Rezensiert von Philomen Schönhagen

Dem Historiker Frank Bösch ist mit dem vorliegenden Band ein kompakter und gut lesbarer Überblick über die Medien- geschichte von der Erfindung des Buchdrucks in Asien bis zum Fernsehen der Nachkriegszeit gelungen. Dabei stützt er sich kenntnisreich auf Literatur nicht nur aus den Geschichts- wissenschaften, sondern bezieht ebenso kommunikations- und medien- wissenschaftliche Erkenntnisse mit ein. Das Buch ist gut geschrieben, Marginalien und ein Stichwortverzeichnis erleichtern zudem die Orientierung. Offenbar wurde dem Band auch ein sorgfältiges Lektorat zuteil – es finden sich fast keine Tippfehler und sprachlichen Mängel, was ja mittlerweile (leider) eine bemerkenswerte Seltenheit ist. [Mehr]

Martin Andree: Medien machen Marken

Einzelrezension | 30. November 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Martin Andree: Medien machen Marken. Eine Medientheorie des Marketing und des Konsums. Frankfurt, New York [Campus Verlag] 2010, 249 Seiten, 24,90 Euro.

Rezensiert von Gabriele Siegert

Der Autor widmet sich mit der Kombination von Medien und Marken einem faszinierenden Thema, wiewohl sein Anspruch darüber hinaus geht und sich auf das Marketing ganz allgemein bezieht. Die Themen werden im Buch in drei großen Teilen vermittelt: Im ersten Teil konzentrieren sich die Aussagen auf Marken, im zweiten Teil auf andere Aspekte des Marketings und in einem dritten Teil versucht der Autor eine historische Einordnung des Gesamtthemas bzw. eine zukunftsfähige Weiterentwicklung. Das erste Thema spaltet der Autor in Einzelanalysen, wie z. B. die Codierung von Authentizität, auf und illustriert sie mit Beispielen, die seine guten Branchenkenntnisse belegen. Die zahlreichen Beispiele (der Autor schöpft aus einem erstaunlichen Fundus), die den Text durchziehen und an denen der Autor die wesentlichen Aussagen festmacht, sind anschaulich und mit vielen interessanten Details gespickt. Sie verweisen auf Generalisierungen, ohne dass dies immer direkt herausgearbeitet wird. Aber es bleiben gelungene Verdichtungen wie z. B: “Am Ende ist Authentizität stets nur eine durch Medien inszenierte Fiktion” oder “Brand Worlds als mediale Totalisierungsleistung”. Sie machen klar, welch wichtiges Thema das ist und wie viele Bedeutungsebenen beim Branding tangiert sind. [Mehr]

Rainer Rother; Judith Prokasky (Hrsg.): Die Kamera als Waffe

Einzelrezension | 29. August 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Rainer Rother; Judith Prokasky (Hrsg.): Die Kamera als Waffe. Propagandabilder des Zweiten Weltkriegs. München [edition text + kritik] 2010, 326 Seiten, 27 Euro.

Rezensiert von Ulrich Hägele

Als der Vietnamkrieg 1973 seinem Ende entgegen ging, trugen auch die veröffentlichten Bilder zur Kriegsmüdigkeit der USA bei. Der Fotojournalist Ronald Haeberle etwa hatte 1968 die Kriegsverbrechen einer amerikanischen Einheit gegenüber den Bewohnern des Dorfes My Lai auf Farbfilm festgehalten. Die Weltöffentlichkeit war schockiert und in den USA kam es zu einer Wende in der öffentlichen Meinung, die schließlich mit zum Waffenstillstand führte. Die Freizügigkeit der Reporter in Vietnam ging auf die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg zurück: Die Johnson-Administration wollte den totalitären Mechanismen der Propaganda nunmehr eine demokratisch offene Berichterstattung entgegensetzen – in den Jahren danach reglementierten die Militärs unter dem Stichwort ‘Embedded Journalists’ rasch wieder die journalistische Arbeit. [Mehr]

Ute Daniel, Inge Marszolek, Wolfram Pyta, Thomas Welskopp (Hrsg.): Politische Kultur und Medienwirklichkeiten in den 1920er Jahren

Einzelrezension | 21. Juni 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Ute Daniel, Inge Marszolek, Wolfram Pyta, Thomas Welskopp (Hrsg.): Politische Kultur und Medienwirklichkeiten in den 1920er Jahren. Schriftenreihe der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte. München [Oldenbourg Verlag] 2010, 339 Seiten, 39,80 Euro.

Rezensiert von Konrad Dussel

Die Bedeutung, die die Massenmedien in der Gegenwart besitzen, führt naheliegenderweise zu der Frage nach den diesbezüglichen Gegebenheiten in der Vergangenheit. Zwanglos lässt sich dies mit der in den letzten Jahren zunehmend in den Vordergrund tretenden Kulturgeschichte des Politischen verbinden und auf die Weimarer Republik anwenden. Zum so umrissenen Themenfeld lud die Heidelberger Ebert-Gedenkstätte im Herbst 2008 zu einer Tagung ein. Der nun erschienene Sammelband präsentiert nach der obligatorischen Einleitung der Herausgeber dazu elf Beiträge. [Mehr]

Medienmacht China

Sammelrezension | 3. April 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Sandra Voglreiter: Kurze Leine, Langer Atem: Voraussetzungen der Berichterstattung deutscher Korrespondenten in der Einparteiendiktatur China. Reihe: Journalismus International, Band 3. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2009, 128 Seiten, 17,- Euro.

Peixin Cao: Media Incidents. Power Negotiation on Mass Media in Time of China's Social Transition. Konstanz [UVK] 2010, 198 Seiten, 24 Euro.

Rezensiert von Nicolai Volland

Der rasante Aufstieg Chinas zur wirtschaftlichen und politischen Großmacht ist zweifelsohne eine der wichtigsten Mediengeschichten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Gleichzeitig ist China im Begriff, zur Medienmacht zu werden — als zentrale und kontinuierliche Präsenz in den internationalen Massenmedien einerseits, und andererseits als einflussreicher Player auf einem globalisierten Medienschauplatz. Zeitungsleser und Fernsehzuschauer werden nahezu täglich mit Meldungen und Berichten über die Volksrepublik konfrontiert, und aller Sparzwänge zum Trotz stocken deutsche Medienunternehmen ihre Chinakapazitäten auf. Die chinesische Regierung versucht indessen sich mittels enormer Investitionen in den Mediensektor mehr Gehör im Ausland zu verschaffen und so ihren internationalen Einfluss auszubauen. Beide Entwicklungen weisen jedoch auch auf das Paradox einer kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaftsmacht mit kommunistisch-autoritärer Führung hin: während Chinas staatlich gelenkte Medien bemüht sind, auf dem internationalen Medienmarkt Glaubwürdigkeit zu finden, versuchen ausländische Korrespondenten in China innerhalb der ihnen auferlegten Beschränkungen zu navigieren und dem Publikum in den Heimatländern den Aufstieg Chinas von der dritten in die erste Welt zu erklären. [Mehr]

Ellen Dietzsch: Europas Verfassung und die Medien

Einzelrezension | 29. März 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Ellen Dietzsch: Europas Verfassung und die Medien. Deutschland und Frankreich im Vergleich. Marburg [Tectum Verlag] 2009, 180 Seiten, 24,90 Euro.

Rezensiert von Hans-Jörg Trenz

Im deutschen Verlagswesen finden sich neuerdings auffallend viele Veröffentlichungen studentischer Qualifikationsarbeiten, die, wie im vorliegenden Fall, als wissenschaftliche Beiträge angepriesen werden, ohne auf die Eigenart dieser Publikationen hinzuweisen. Dabei muss Kalkulation unterstellt werden. Verleger rechnen mit der Vielzahl von Neuerscheinungen und nicht mit der Auflage. Für die Autoren bietet sich die Möglichkeit, gute Examensnoten mit einer Buchpublikation zu verbinden und vielleicht auch noch über Google und Amazon öffentlich sichtbar zu werden. Die Investition in Druckkostenzuschüsse mag sich dann auch für eine außeruniversitäre Karriereplanung schon einmal auszahlen. Lediglich die akademische Gemeinschaft kann von dieser Aufblähung des wissenschaftlichen Buchmarkts kaum profitieren und auch die Bibliotheken sind oftmals die Verlierer, wenn sie als potentielle Käufer ihre begrenzten Budgets für die Anschaffung dieser Werke zur Verfügung stellen. [Mehr]

Frank Bösch; Lucian Hölscher (Hrsg.): Kirchen – Medien – Öffentlichkeit

Einzelrezension | 10. Dezember 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Frank Bösch; Lucian Hölscher (Hrsg.): Kirchen - Medien - Öffentlichkeit. Transformationen kirchlicher Selbst- und Fremddeutungen seit 1945. Reihe: Geschichte der Religion in der Neuzeit, Band 2. Göttingen [Wallstein Verlag] 2009, 266 Seiten, 24,- Euro.

Rezensiert von Daria Pezzoli-Olgiati

Dieses Buch fokussiert ein Thema, das sowohl aus historischer als auch zeitgenössischer Perspektive bedeutsam ist. Es geht um die Präsenz von religiösen Institutionen in der Öffentlichkeit im Spiegel der Medien. Die Wechselwirkung zwischen Kirchen, Medien und Öffentlichkeit wird in diachroner Perspektive anhand von acht soliden Beiträgen und einer vertieften Einführung untersucht. Die Artikel, die vor allem – aber nicht nur – die Situation in Deutschland seit der Nachkriegszeit untersuchen, sind in drei Teile aufgeteilt. Im Teil I, Mediale Interaktionen zwischen Kirche und Welt, wird das Verhältnis zwischen Kirchen und Medien im Lichte der radikalen Transformationen beleuchtet, die die späten Fünfzigerjahre charakterisieren. Die ausgewählten Studien befassen sich mit dem Verhältnis zwischen journalistischer Berichterstattung und Kirchen in Deutschland (N. Hannig) und mit den berühmten evangelikalen crusades des Billy Grahams in den USA etwa zur gleichen Zeit (U. A. Balbier). [Mehr]

Gernot Wersig: Einführung in die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Einzelrezension | 23. September 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Gernot Wersig: Einführung in die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Erweitert und aktualisiert von Jan Krone und Tobias Müller-Prothmann. Baden-Baden [Nomos] 2009, 181 Seiten, 19,– Euro.

Rezensiert von Roland Burkart

Bei diesem Werk handelt es sich im Kern um eine posthum veröffentlichte Skriptensammlung des Autors, die unter seinen Studenten der gleichnamigen Vorlesung zu den ‘Rennern’ zählte, wie seine Witwe Dr. Petra Schuck-Wersig im Vorwort berichtet. Zwei langjährige Mitarbeiter, Dr. Jan Krone und Dr. Tobias Müller-Prothmann, haben die zum Teil fragmentarischen Texte aufbereitet und in Buchform herausgebracht. Gernot Wersig verstarb im Juli 2006 im Alter von erst 63 Jahren. Er bemühte sich seit seiner einschlägigen Dissertation im Fach Publizistik (Information, Kommunikation, Dokumentation, publiziert 1971) um die Etablierung einer Informationswissenschaft im deutschsprachigen Raum. Er war als Professor am Arbeitsbereich Informations- wissenschaft des Instituts für Publizistik- und Kommunikations- wissenschaft der FU Berlin tätig, zwischenzeitlich auch als geschäftsführender Direktor. Dieser Bereich wurde allerdings in den 1990er Jahren an der FU Berlin eingestellt und Wersig fungierte bis zu seinem Tod wiederum als Professor für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. [Mehr]

Michael Grisko (Hrsg.): Texte zur Theorie und Geschichte des Fernsehens

Einzelrezension | 8. März 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Michael Grisko (Hrsg.): Texte zur Theorie und Geschichte des Fernsehens. Reihe: Universal Bibliothek, Band 18674. Stuttgart [Philipp Reclam jun.] 2009, 343 Seiten, 9,80 Euro.

Rezensiert von Herbert Schwaab

Angesichts der gerade zu beobachtenden Veränderungen des Fernsehens durch das Internet und der Neukonfiguration seines Publikums ist die von Michael Grisko angebotene Sammlung von Texten, die sich mit der Theorie und Geschichte des Fernsehens beschäftigen, besonders hilfreich. Der Band konzentriert sich vorwiegend auf die Wiedergabe einer in Deutschland geführten ästhetischen und gesellschaftlichen Diskussion des Fernsehens. Aus diesem Grund erklärt sich die Abwesenheit wichtiger fernsehwissenschaftlicher Beiträge, die aus dem Umfeld der Cultural Studies stammen. Diese Konzentration lässt zwar befürchten, dass die in diesem Band dokumentierte Kritik von Theodor W. Adorno oder Günther Anders am Fernsehen keine Kontrastierung findet. Aber in der Lektüre zeigt sich, dass diese Konzentration auch die Möglichkeit bietet, der Genese bestimmter fernsehwissenschaftlicher und -kritischer Positionen beizuwohnen. Vor allem die Texte aus den Jahren, in denen sich das Medium zu formieren beginnt, liefern interessante Erkenntnisse über das ‘Wesen’ des Fernsehens. [Mehr]

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