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Christoph Meißelbach: Web 2.0 – Demokratie 3.0?

Einzelrezension | 17. August 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Christoph Meißelbach: Web 2.0 - Demokratie 3.0? Demokratische Potentiale des Internets. Reihe: medien SKRIPTEN, Band 55. Baden-Baden [Nomos] 2009, 148 Seiten, 20,- Euro.

Rezensiert von Christoph Bieber

Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel Web 2.0 – Demokratie 3.0? versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der “GKI” (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor, strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher und soziologischer Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift “Politische Software – Es sind Updates verfügbar!” auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung. [Mehr]

Johann Gustav Droysen – Ein Historiker als Klassiker der Kommunikations- und Medienwissenschaften

Klassiker | 9. Juli 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Johann Gustav Droysen: Historik. Teilband 2.1: Texte im Umkreis der Historik. Unter Berücksichtigung der Vorarbeiten von Peter Leyh nach den Erstdrucken und Handschriften herausgegeben von Horst Walter Blanke. Stuttgart-Bad Cannstatt [Frommann-Holzboog] 2007.

Johann Gustav Droysen: Historik. Teilband 2.2: Texte im Umkreis der Historik. Unter Berücksichtigung der Vorarbeiten von Peter Leyh nach den Erstdrucken und Handschriften herausgegeben von Horst Walter Blanke. Stuttgart-Bad Cannstatt [Frommann-Holzboog] 2007.

Johann Gustav Droysen: Historik. Supplement. Droysen-Bibliographie. Herausgegeben von Horst Walter Blanke. Stuttgart-Bad Cannstatt [Frommann-Holzboog] 2008.

Früher erschienen: Johann Gustav Droysen: Historik. Band 1: Rekonstruktion der ersten vollständigen Fassung der Vorlesungen (1857), Grundriß der Historik in der ersten handschriftlichen (1857/1858) und in der letzten gedruckten Fassung (1882). Historisch-kritische Ausgabe von Peter Leyh. Stuttgart-Bad Cannstatt [Frommann-Holzboog] 1977.

Wiedergelesen von Horst Pöttker

Wer es sich leisten kann und eine gut ausgestattete geschichtswissen- schaftliche Bibliothek sein Eigen nennen möchte, erwirbt drei 2007 und 2008 erschienene Teilergebnisse eines in jeder Beziehung außergewöhnlichen Editionsprojekts. Es ist dem wichtigsten Werk eines nicht weniger außergewöhn-lichen Gelehrten des 19. Jahrhunderts gewidmet, welcher auch für die Kommunikations- und Medienwissen-schaften als Klassiker gelten kann. Den gilt es freilich noch zu entdecken. Johann Gustav Droysen (1808–1884), Geschichtsprofessor an den Universitäten Kiel, Jena und Berlin, hat seine Historik-Vorlesung zwischen dem Sommersemester 1857 und dem Wintersemester 1882/83 insgesamt 17 Mal gehalten, wobei er das von ihm selbst nur in Form eines Grundrisses publizierte Manuskript immer wieder überarbeitet hat. [Mehr]

Annely Rothkegel: Technikkommunikation

Einzelrezension | 6. Juli 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Annely Rothkegel: Technikkommunikation. Konstanz [UVK] 2010, 288 Seiten, 19,90 Euro.

Rezensiert von Eva-Maria Jakobs

Der UTB-Band ist laut Klappentext als Einführung in das Themenfeld Technikkommunikation konzipiert. Er richtet sich an Zielgruppen mit stark differierenden Vorkenntnissen – Studierende der Sprach- und Ingenieurwissenschaft, der Journalistik und Fachjournalisten. Ziel ist die Einführung in linguistische Grundlagen des professionellen Sprechens und Schreibens über Technik und Technikgebrauch. Im Vordergrund stehen jedoch schriftbasierte Kommunikate, der mündliche Bereich wird nur gestreift. Das Gleiche gilt für Icons und andere Darstellungsmittel (z.B. Animation). Die Sicht auf den Gegenstand basiert auf Grundannahmen der linguistischen Handlungstheorie und der Handlungslogik, ergänzt durch Ansätze der Textlinguistik. Vor allem Kapitel zwei und drei zeigen Bezüge zu den computerlinguistischen Wurzeln der Autorin. [Mehr]

Christian Wirrwitz: Kernbedeutung und Verstehen

Einzelrezension | 22. Juni 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Christian Wirrwitz: Kernbedeutung und Verstehen. Reihe: Mind, Knowledge, Communication. Paderborn [Mentis-Verlag] 2009, 256 Seiten, 32,&ndash Euro.

Rezensiert von Tim Loppe

Die menschliche Kommunikation ist für die Philosophie seit jeher ein Faszinosum: Worin liegt die Bedeutung eines Ausdrucks? Was heißt es, eine Äußerung zu verstehen? Und unter welchen Bedingungen kommt dieses Verstehen zustande? Mit seiner Dissertation Kernbedeutung und Verstehen setzt Christian Wirrwitz die schier endlose Reihe an Auseinandersetzungen mit den Kernbegriffen der Sprachphilosophie fort. Dass seine Arbeit einige der stark verzweigten Diskussionen auf diesem Gebiet bereichern kann, hat mehrere Gründe: Erstens ist sie sehr gut durchdacht, zweitens klar strukturiert und drittens – dies ist ebenfalls keine geringe Leistung – verständlich geschrieben. [Mehr]

Marcel Danesi; Andrea Rocci: Global Linguistics

Einzelrezension | 14. Mai 2010 | Redaktion | 1 Kommentar »
Marcel Danesi; Andrea Rocci: Global Linguistics: An Introduction. Berlin, New York [Mouton de Gruyter] 2009, 270 Seiten, gebunden 99,95 Euro, Paperback 34,95 Euro.

Rezensiert von Anna Osterhus

“Global Village”, “Global Language”, “Global Koiné”,”Global Linguistics” – Der kürzlich bei Mouton de Gruyter in der Reihe “Approaches to Applied Semiotics” erschienene Band geizt nicht mit weitreichenden Begriffen. So beginnt auch der im Vorwort als Einführungslektüre vor allem für Studierende und den universitären Basisunterricht vorgestellte Band mit keinem geringeren Thema als der Entstehung und Entwicklung des homo sapiens. Kommunikation und Sprache werden beinahe überdeutlich als wesentliche Entwicklungsmerkmale des Menschen “as a species dependent on culture (and not just nature)” eingeführt und sogleich mit der für das Buch zentralen Vorstellung eines durch Massentechnologien ermöglichten Global Village – sprachlich geprägt durch die Global Koiné Englisch – verbunden. Die Etablierung des neuen Forschungsbereichs Global Linguistics als das erklärte Ziel der Autoren droht vor allem anfänglich zu einem Mammutprojekt anzuwachsen, dem ein knapp 270 Seiten umfassender Band nicht gerecht zu werden scheint. [Mehr]

Carina Jasmin Englert; Michael Roslon: Design (be)deutet die Welt

Einzelrezension | 12. Mai 2010 | Redaktion | 2 Kommentare »
Carina Jasmin Englert; Michael Roslon: Design (be)deutet die Welt. Ein Wegweiser durch die Kommunikationswissenschaft für DesignerInnen. Essen [Verlag hellblau] 2010, 143 Seiten, 14,90 Euro.

Rezensiert von Michael Erlhoff

An und für sich basiert dieses Buch auf einigen ganz klugen Gedanken: Es versteht sich als ‘Lehrbuch’, und das macht Sinn im Design, wo es noch nicht so viele solcher Bücher gibt. Gleichwohl wäre im Vorwort zumindest der Hinweis darauf wichtig gewesen, die grundsätzliche Dimension solcher Lehrbücher zu erläutern, dass es nämlich auch für Studierende keineswegs ausreicht, nur diese zu lesen. Sodann ist klug an diesem Buch, dass es die wichtigen theoretischen Diskurse der Kommunikationswissenschaft und deren Nutzen für das Design aufzeigen möchte, und dass hier ein breiter Begriff von Kommunikation zu Grunde gelegt ist, der eben auch Objekte und soziale Prozesse und dergleichen einbezieht. [Mehr]

Werner Faulstich (Hrsg.): Das Alltagsmedium Blatt

Einzelrezension | 3. Mai 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Werner Faulstich (Hrsg.): Das Alltagsmedium Blatt. München [Wilhelm Fink Verlag] 2008, 216 Seiten, 34,90 Euro.

Rezensiert von Rea Köppel

“Das Medium Blatt ist das mit Abstand am meisten vernachlässigte Kommunikations-medium unserer Zeit”, beginnt Werner Faulstich seine Einleitung zum Band Das Alltagsmedium Blatt. Da zwar in vielen Fachrichtungen Einzelstudien zu Blättern im Plural vorliegen, das Blatt im Allgemeinen und Besonderen aber bisher kaum untersucht wurde, leuchtet das von Faulstich angesprochene Forschungs- desiderat unmittelbar ein. Umso mehr machen der Buchtitel und der erste, einleitende Satz neugierig; sie wecken die Erwartung, zu erfahren, was genau hier unter den Begriffen ‘Blatt’, ‘Kommunikation’ und ‘Medium’ zu verstehen sei. [Mehr]

Marco Iacoboni: Woher wir wissen, was andere denken und fühlen

Einzelrezension | 15. März 2010 | Redaktion | 1 Kommentar »
Marco Iacoboni: Woher wir wissen, was andere denken und fühlen. Die neue Wissenschaft der Spiegelneuronen. Übersetzt von Susanne Kuhlmann-Krieg. München [Deutsche Verlags-Anstalt] 2009, 320 Seiten, 21,95 Euro.

Rezensiert von Nadia Zaboura

Eine der letzten ungestürmten Bastionen der conditio humana ist der Andere: Was in unseren Freunden oder Feinden – also außerhalb unserer eigenen Gedanken- und Gefühlswelt – passiert, kann nur angenommen und mal mehr, mal weniger treffsicher antizipiert werden. Trotzdem sind unsere Annahmen über das Innenleben des Gegenübers nicht rein spekulativ: Mit oft erstaunlicher Präzision erkennen wir intuitiv und unmittelbar, aus welchen Motiven heraus der Andere handelt und welche Aktion er als nächstes ausführen wird. Zur Deutung dieser Präzision wurden in den 1990er Jahren mit der Entdeckung besonderer Nervenzellen – der so genannten Spiegelneurone – erstmals auch biologische Mechanismen herangezogen. Seitdem bringen diese speziellen Nervenzellen eine neue Dynamik in die Diskussion um zwischenmenschliche Einfühlung, Perspektivübernahme und Handlungsantizipation. Und damit befeuern sie zeitgleich die Debatte, ob und wie mentale Phänomene auf biologische Gehirnvorgänge rückführbar oder sogar: reduzierbar sind. [Mehr]

Petra Grimm; Rafael Capurro (Hrsg.): Informations- und Kommunikationsutopien

Einzelrezension | 1. März 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Petra Grimm; Rafael Capurro (Hrsg.): Informations- und Kommunikationsutopien. Reihe: Medienethik, Band 7. Stuttgart [Franz Steiner Verlag] 2008, 161 Seiten, 23,– Euro.

Rezensiert von Barbara Thomaß

Utopien können eine träumerisch-eskapistische Tendenz haben – dann stellen sie entrückte Gegenentwürfe zu zeitgenössischen Lebenserfahrungen dar; oder eine vorwärtsstrebende – dann suchen sie nach Möglichkeiten, Unbilden des Gegenwärtigen durch Alternativen zu überwinden, die erst unter zu erwartenden oder zu erhoffenden zukünftigen Bedingungen zu verwirklichen sind. Ebenso verhält es sich mit Kommunikationsutopien, die an den jeweils gegenwärtigen kommunikativen Bedingungen und Erfahrungen anknüpfen und dann über sie hinaus reichen. Insofern sind Kommunikationsutopien zeitabhängig. Sie verweisen auf Defizite, die Menschen in ihrer aktuellen kommunikativen Vernetzung erfahren. So können Kommunikationsutopien ein Schlüssel zum Verständnis von empfundenen Mängeln aktueller Verständigungsprozesse sein. [Mehr]

Annette Siemes: Zahlen in Medienangeboten

Einzelrezension | 18. Februar 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Annette Siemes: Zahlen in Medienangeboten. Eine Studie zur Konstitution und Funktion medialer Zahlenwirklichkeiten. Reihe: Beiträge zur Kulturwissenschaft, Band 17. Oberhausen [ATHENA-Verlag] 2009, 356 Seiten, 29,50 Euro.

Rezensiert von Wiebke Loosen

Zahlen in Medienangeboten sind aus der journalistischen Berichterstattung nicht wegzudenken und spielen unter anderem eine zentrale Rolle bei der Darstellung von Umfrageergebnissen, Wirtschaftsdaten und Grafiken. Auf derart anwendungsorientierte Beispiele zielt die Arbeit von Annette Siemes, die 2008 an der TU Chemnitz als Dissertation angenommen wurde, allerdings nicht unmittelbar ab. Ihr geht es sehr viel grundlegender und in theoretischer und empirischer Hinsicht um die Funktion von Zahlen bei der Konstruktion von Wirklichkeit sowie um die Muster des Umgangs mit Zahlen in Kommunikationen, welche sie anhand von Medienangeboten analysiert. Bei diesem Vorhaben geht die Autorin in allen Teilen ihrer über 350 Seiten umfassenden Arbeit sehr genau, fast schon akribisch zu Werke. [Mehr]

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