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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Journalismus</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Sep 2010 08:03:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Jeff Kaye; Stephen Quinn: Funding Journalism in the Digital Age</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3691</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/3691#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 08:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Digital Age]]></category>
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		<category><![CDATA[Finanzierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitungsmarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Lars Rinsdorf</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3691"><img class="alignleft size-full wp-image-3695" title="Kaye&#38;Quinn2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/KayeQuinn2010.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Jeff Kaye und Stephen Quinn gehen in ihrem Buch einer Frage nach, mit der sich die gesamte Nachrichtenbranche intensiv beschäftigt: Wie lässt sich Journalismus in Zukunft finanzieren? Eine einfache Antwort darauf liefert auch dieser Band nicht, aber immerhin zwei wichtige Erkenntnisse: Jedes erfolgreiche Geschäftsmodell muss passgenau auf das journalistische Angebot zugeschnitten sein, das es finanzieren soll. Und kaum ein Angebot wird sich – wie bisher – auf eine Erlösquelle verlassen können. Wer sich auf die Suche nach dem Erfolgsrezept für seine eigene Redaktion macht, findet in dem Band zahlreiche Zutaten. Denn Kaye und Quinn stellen unterschiedlichste Finanzierungquellen vor – von Spenden über die Mikrofinanzierung bis zur Integration von E-Commerce-Elementen in journalistische Angebote. Zusätzlich setzen sie sich mit Innovationen bei klassischen Geschäftsmodellen wie der Anzeigenfinanzierung auseinander. Dabei geizen sie nicht mit Beispielen und Fallstudien, die meist aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammen. Der in Teilen anekdotische Stil mit vielen Zitaten von Experten und Praktikern macht diese Übersicht zudem gut lesbar. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3691">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Lars Rinsdorf</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3691"><img class="alignleft size-full wp-image-3695" title="Kaye&amp;Quinn2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/KayeQuinn2010.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Jeff Kaye und Stephen Quinn gehen in ihrem Buch einer Frage nach, mit der sich die gesamte Nachrichtenbranche intensiv beschäftigt: Wie lässt sich Journalismus in Zukunft finanzieren? Eine einfache Antwort darauf liefert auch dieser Band nicht, aber immerhin zwei wichtige Erkenntnisse: Jedes erfolgreiche Geschäftsmodell muss passgenau auf das journalistische Angebot zugeschnitten sein, das es finanzieren soll. Und kaum ein Angebot wird sich – wie bisher – auf eine Erlösquelle verlassen können. Wer sich auf die Suche nach dem Erfolgsrezept für seine eigene Redaktion macht, findet in dem Band zahlreiche Zutaten. Denn Kaye und Quinn stellen unterschiedlichste Finanzierungquellen vor – von Spenden über die Mikrofinanzierung bis zur Integration von E-Commerce-Elementen in journalistische Angebote. Zusätzlich setzen sie sich mit Innovationen bei klassischen Geschäfts- modellen wie der Anzeigenfinanzierung auseinander. Dabei geizen sie nicht mit Beispielen und Fallstudien, die meist aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammen. Der in Teilen anekdotische Stil mit vielen Zitaten von Experten und Praktikern macht diese Übersicht zudem gut lesbar.</p>
<p>Dieser Kernbereich wird abgerundet durch einen historischen Rückblick auf traditionelle Finanzierungsquellen für journalistische Angebote und deren Bedrohung durch veränderte Rahmenbedingungen. Desweiteren stellen die Autoren mikroökonomische Überlegungen zur Preisfindung und Marktsegmentierung an. Hinzu kommen schließlich Kapitel  zu Kooperationsmöglichkeiten, Innovationsmanagement,  Nutzerintegration und den Vorzügen von Familienunternehmen und Medien in öffentlicher Trägerschaft.</p>
<p>Gerade dem letztgenannten Kapitel sieht man eindeutig die anglo-amerikanische Perspektive an, aus der die Autoren über neue Geschäftsmodelle für Journalismus schreiben. Denn während zum Beispiel die Marktkapitalisierung amerikanischer Zeitungskonzerne in der Tat die krisenhafte Entwicklung befördert, kommt man für die mittelständisch geprägte Zeitungslandschaft in Deutschland sicher zu anderen Ergebnissen. Auch die Diskussion über öffentlich-rechtliche Medien, die die Autoren am Beispiel der <a href="http://www.bbc.co.uk/" target="_blank">BBC</a> führen, hat einen zuversichtlichen Akzent, der sich in der deutschen Debatte so auch nicht unbedingt wiederfindet. Das wirkt einerseits durchaus erfrischend, andererseits aber auch ein wenig zu optimistisch.</p>
<p>Der Fokus der Autoren liegt zudem eindeutig auf der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche. Dies ist einerseits sinnvoll, weil hier – gerade im Lokalen und Regionalen – ein Großteil der publizistischen Leistung erbracht wird und die US-amerikanische Zeitungsbranche unter besonders hohem ökonomischen Druck steht. Andererseits scheint diese Perspektive dem &#8216;Digital Age&#8217; nicht mehr ganz angemessen, in dem die konvergente, kanalübergreifende Aufbereitung von Themen Bedeutung gewinnt. Dieser Aspekt wird von den Autoren zwar angeschnitten, aber nicht vertieft.</p>
<p>Hier macht sich eine Schwäche des Buches bemerkbar: Kaye und Quinn zeichnen in einem beachtlichen Detailreichtum Branchentrends nach und lassen dabei viele Beispiele aus ihrer eigenen Lehr- und Beratungstägigkeit einfließen. Allerdings werden diese vielen Fakten nicht gebündelt, strukturiert und gedeutet. So fällt es schwer, von den Fallstudien zu abstrahieren und die zentralen Entwicklungslinien im Wandel der ökonomischen Grundlagen redaktioneller Arbeit jenseits kurzfristiger Marktausschläge zu erkennen. Augenfällig wird dies etwa in dem Kapitel zu E-Readern und elektronischem Papier, das auf das i-Pad nicht mehr eingeht. Das kann man auch nicht verlangen, schließlich muss das Buch ja irgendwann einmal gedruckt werden. Aber es finden sich eben auch wenig allgemeine Überlegungen, die einem helfen könnten, den medialen Hype um das jüngste Apple-Produkt einzuordnen.</p>
<p>So empfiehlt sich das Buch vor allem als Inspirationsquelle für Gründer, Redakteure und Medienmanager sowie als ertragreicher Steinbruch an Fallbeispielen für die Wissenschaft. Die Autoren überlassen es aber der Journalistik und der Medienökonomie, daraus eine Skulptur zu schaffen, die über den schönen Marmor hinausweist.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://peterlang-verlage.com/Index.cfm?vLang=D&amp;vSiteID=14&amp;vSiteName=BookDetail.cfm&amp;VID=310685&amp;" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.deakin.edu.au/arts-ed/scca/staff-directory2.php?username=stephenq" target="_blank">Webpräsenz von Stephen Quinn an der Deakin University in Australien</a></li>
<li><a href="http://www.hdm-stuttgart.de/hochschule/kontakt/person_view_detail?mitarbid=6360795" target="_blank">Webpräsenz von Lars Rinsdorf an der Hochschule der Medien Stuttgart</a></li>
</ul>


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		<item>
		<title>Susanne Fengler; Bettina Vestring: Politikjournalismus</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3654</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/3654#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 07:26:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Mediendemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Politikjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politikjournalisten]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Mathias Rentsch</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3654"><img class="alignleft size-full wp-image-3811" title="BoD_B4-FenglerVestring_15403-9-12" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/fenglervestring-20092.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Es ist kein leichtes Vorhaben, in einem Lehrbuch die Sichtweisen von Praktikern und Wissenschaftlern auf einen bestimmten Gegenstand stimmig zusammenzuführen und damit gegenüber den vielen Praktiker- ratschlägen auf der einen und der Fülle wissenschaftlicher Betrachtungen auf der anderen Seite einen Mehrwert zu schaffen. Susanne Fengler und Bettina Vestring haben dies nun für den Politikjournalismus versucht – und es ist ihnen im Großen und Ganzen auch geglückt. Die beiden Autorinnen wissen, wovon sie schreiben, denn sie kennen das Berufsfeld der Politikjournalisten genau: Die Kommunikations- wissenschaftlerin Susanne Fengler hat viele Jahre in der politischen Kommunikation und als reie Journalistin gearbeitet. Bettina Vestring ist Redakteurin bei der <a href="http://www.bz-berlin.de/" target="_blank">Berliner Zeitung</a> und dort als Volontärsausbilderin für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3654">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Mathias Rentsch</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3654"><img class="alignleft size-full wp-image-3811" title="BoD_B4-FenglerVestring_15403-9-12" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/08/fenglervestring-20092.jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Es ist kein leichtes Vorhaben, in einem Lehrbuch die Sichtweisen von Praktikern und Wissenschaftlern auf einen bestimmten Gegenstand stimmig zusammenzuführen und damit gegenüber den vielen Praktiker- ratschlägen auf der einen und der Fülle wissenschaftlicher Betrachtungen auf der anderen Seite einen Mehrwert zu schaffen. Susanne Fengler und Bettina Vestring haben dies nun für den Politikjournalismus versucht – und es ist ihnen im Großen und Ganzen auch geglückt. Die beiden Autorinnen wissen, wovon sie schreiben, denn sie kennen das Berufsfeld der Politikjournalisten genau: Die Kommunikations- wissenschaftlerin Susanne Fengler hat viele Jahre in der politischen Kommunikation und als reie Journalistin gearbeitet. Bettina Vestring ist Redakteurin bei der <a href="http://www.bz-berlin.de/" target="_blank">Berliner Zeitung</a> und dort als Volontärsausbilderin für den journalistischen Nachwuchs verantwortlich.</p>
<p>Die Sichtweisen von Praxis und Forschung werden miteinander verknüpft, indem in den einzelnen Kapiteln zunächst die praktische, dann die kommunikationswissenschaftliche Seite zu Wort kommt. Es geht um das Verhältnis zwischen Journalisten und Politikern, um die Medien des Politikjournalismus, seine Themen und Quellen, um die Recherche und Darstellungsformen, aber auch um die Beziehung zwischen Politikjournalisten und ihrem Publikum und die Frage der journalistischen Verantwortung. So erfährt der Leser auf der einen Seite zum Beispiel etwas darüber, wie Politikjournalisten ein Kontaktnetzwerk aus Politikern aufbauen und pflegen können, oder darüber, was es heißt, wenn Gespräche &#8216;unter drei&#8217; geführt werden. Auf der anderen Seite liest er von der Diskussion um die normativen Aufgaben des Politikjournalismus in einer demokratischen Gesellschaft, von der &#8220;Mediendemokratie&#8221; und der &#8220;Medialisierung der Politik&#8221;.</p>
<p>In die einzelnen Kapitel steigen die Autorinnen stets mit griffigen Anekdoten aus dem Alltag von Politikjournalisten ein. Lernziele und knackige Zusammenfassungen unterstreichen den Lehrbuchcharakter, jedes Kapitel schließt mit Literatur- empfehlungen. Wenngleich didaktisch sinnvoll, wirken die knappen Zusammenfassungen bei den kürzeren Kapiteln hier und da ein wenig überbemüht. Die Literaturhinweise sind insbesondere in den Buchteilen zur kommunikationswissenschaflichen Forschung sorgfältig ausgewählt. Darunter lassen sich viele Veröffentlichungen finden, die im Fach zum Standard zählen und dem Leser bei Bedarf tiefere Erkenntnis eröffnen. Indem es einschlägige Theorien, Diskurse und Befunde aufgreift, gibt das Buch einen guten Einblick in die Breite der Forschung zum Politikjournalismus. Gerade den kommunikationswissenschaftlich unbefleckten Leser dürfte es zum weiteren Nachdenken über zentrale Fragen des Fachs anregen – Fragen, die Praktiker und Wissenschaftler in Zeiten des Medienwandels gleichermaßen umtreiben: Welche Auswirkungen hat der immer größere Wettbewerbsdruck im Journalismus auf die Qualität der Politikberichterstattung? Tragen Politikjournalisten zur Politikverdrossenheit der Bürger bei? Welche Bedeutung haben Polit-Blogger und ist &#8220;Bürgerjournalismus&#8221; eine Gefahr für den traditionellen Journalismus und die Qualität der öffentlichen Kommunikation?</p>
<p>Dass sich die referierte Forschung dabei überwiegend auf den deutschen Sprachraum beschränkt, kann aus wissenschaftlicher Sicht nicht befriedigen, ist aber verschmerzbar. Denn es handelt sich zuallererst um eine Einführung für Praktiker, Studenten jüngeren Semesters und interessierte Laien – und für dieses Publikum wird das Buch ein Gewinn sein. Erhellend ist es gerade für angehende Politikjournalisten, weil es den Autorinnen gelungen ist, die Relevanz der Kommunikationswissenschaft und ihrer Befunde für die journalistische Praxis in einer verständlichen und plastischen Sprache herauszuarbeiten – und zwar nicht vom &#8216;Elfenbeinturm&#8217; herunter, sondern aus der Praxis heraus. Von einem solchen Wissenstransfer kann es gar nicht genug geben.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-15403-9/Politikjournalismus.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.susanne-fengler.de/" target="_blank">Private Homepage von Susanne Fengler</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/ikw/inst/lehrk/mrentschvita" target="_blank">Webpräsenz von Mathias Rentsch an der TU Dresden</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Eva Züchner: Der verschwundene Journalist</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/3636</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/3636#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 11:19:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[20. Jahrhundert]]></category>
		<category><![CDATA[Biografie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsjournalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Mediengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Horst Pöttker</em>

<em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3638"><img class="alignleft size-full wp-image-3638" title="Züchner2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/Züchner2010.jpg" alt="" width="160" height="255" /></a>Wie es im NS-Regime war, ist nach der für den Wiederaufbau nützlichen Verdrängung der Verbrechen in den 1950er Jahren mittlerweile gut erforscht und einigermaßen bekannt. Die peinliche Frage, wie es überhaupt möglich war, dass die Kulturnation der Deutschen den Barbaren Hitler, Goebbels und Himmler ins eigene Verderben gefolgt ist, gerät erst heute, ein Menschenleben danach, mehr und mehr in den öffentlichen Diskurs. Philipp Jenninger musste noch 1988 als Bundestagspräsident zurücktreten, weil er es gewagt hatte, bei einer hochoffiziellen Gedenkveranstaltung zur Reichskristallnacht 1938 den Motiven für das Schweigen der großen Mehrheit zum Judenpogrom nachzuspüren. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3636">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Horst Pöttker</em></p>
<p><em> </em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/3638"><img class="alignleft size-full wp-image-3638" title="Züchner2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/07/Züchner2010.jpg" alt="" width="160" height="255" /></a>Wie es im NS-Regime war, ist nach der für den Wiederaufbau nützlichen Verdrängung der Verbrechen in den 1950er Jahren mittlerweile gut erforscht und einigermaßen bekannt. Die peinliche Frage, wie es überhaupt möglich war, dass die Kulturnation der Deutschen den Barbaren Hitler, Goebbels und Himmler ins eigene Verderben gefolgt ist, gerät erst heute, ein Menschenleben danach, mehr und mehr in den öffentlichen Diskurs. Philipp Jenninger musste noch 1988 als Bundestagspräsident zurücktreten, weil er es gewagt hatte, bei einer hochoffiziellen Gedenkveranstaltung zur Reichskristallnacht 1938 den Motiven für das Schweigen der großen Mehrheit zum Judenpogrom nachzuspüren.</p>
<p>Eva Züchners Buch ist ein Beispiel für den gewandelten Diskurs zum Nationalsozialismus, denn sie bemüht sich, am Beispiel ihres Vaters Gerhart Weise, eines empfindsamen Intellektuellen, der sein journalistisches Können bereitwillig in den Dienst der Goebbels&#8217;schen Propaganda gestellt und dem NS-Regime sogar einen befreundeten Kollegen ans Messer geliefert hat, den &#8220;subjektiven Sinn&#8221; (Max Weber) dieser Handlungsweise zu verstehen. Dass das Bemühen scheitert und der 1913 geborene Vater immer rätselhafter und fremder wird, je mehr Fakten die 1942 geborene Autorin über ihn herausbekommt, mag auch an der Unmöglichkeit liegen, mit ihm zu sprechen. Er wurde im September 1945 von der sowjetischen Geheimpolizei GPU aus seinem Wohnhaus in Klein-Machnow bei Berlin verschleppt und ist nie wieder aufgetaucht.</p>
<p>Die Autorin, von Beruf Kunsthistorikerin, hat einen Verlag gefunden, der nicht nur von Druckkostenzuschüssen lebt, sondern sich intensiv darum kümmert, seine Bücher unter die Leute zu bringen. Das Rezensionsexemplar kam unaufgefordert mit einem langen Anschreiben aus der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an den Rezensenten, dessen Interesse an der Thematik man offenbar wahrgenommen hatte. Vermutlich steckt System dahinter und man macht sich die Mühe, Listen interessierter Multiplikatoren zu führen. Von professioneller, auf Nachhaltigkeit und sachliche Präzision setzender Öffentlichkeitsarbeit für das Buch zeugt auch die Umschlaggestaltung. Auch wenn sie etwas übertrieben ist, hebt die Behauptung des Klappentextes, es handele sich um &#8220;eine bisher unbekannte Innenansicht der Mediengeschichte des Nationalsozialismus&#8221; durchaus das Besondere an Eva Züchners familiärer Biografie hervor. Und auch das auf dem Rückumschlag zitierte Lob von Norbert Frei trifft zu: &#8220;Diese Geschichte ist außerordentlich genug, um einen besonderen Akzent zu setzen. Zumal die Autorin eine eigene Sprache gefunden hat.&#8221;</p>
<p>Außergewöhnlich an diesem Buch sind tatsächlich Herangehensweise und Stil der Autorin, nicht der Gegenstand. Denn Vaterlosigkeit ist für die Kohorte der im Zweiten Weltkrieg Geborenen ja Normalität, auch in den glücklichen Fällen, in denen Väter Krieg und Nachkriegszeit physisch überlebt haben. Manche kamen erst spät aus der Gefangenschaft zurück, viele waren in der arbeitsintensiven Aufbauphase für ihre Kinder kaum präsent und zumal bei Fragen nach der Zeit vor dem 8. Mai 1945 extrem verschlossen. Die Suche nach den unbekannten, sich entziehenden Vätern ist für diese Jahrgänge, zu denen auch der Rezensent gehört, eine durchgängige Erfahrung von kultureller Tragweite. Die Vergeblichkeit dieser Suche mündete bei vielen in – zunächst mehr oder weniger unbewusste – Auflehnung. Schließlich handelt es sich um die 68er Kohorte.</p>
<p>Wo Väter nicht überlebt hatten und deshalb schwerer mit Vorwürfen zu konfrontieren waren, konnte wohl auch Verklärung die Folge sein, wobei Auflehnung und Verklärung zwei Seiten derselben Medaille sein mögen. Eva Züchner jedenfalls hat ihren Vater zunächst als sensiblen und kultivierten Journalisten mit literarischen Ambitionen verklärt. Dass Gerhart Weise sein Leben nicht als Soldat, sondern als Opfer eines politischen Verbrechens der sowjetischen Besatzungsmacht verloren hat, mag diese Verklärung erleichtert haben. Erst in einem Alter, in dem jugendliche Auflehnung nicht mehr infrage kommt, hat sich die Tochter bewusst und präzise auf die Suche nach dem Vater gemacht. Sie endet in Ratlosigkeit, denn in ihrem Verlauf verblasst (&#8220;verschwindet&#8221;) der sensible und kultivierte Journalist, an den die Tochter lange geglaubt hat, ohne dass ein anderes Bild deutlich wird. Am Ende wissen Autorin und Leser nicht einmal, ob es sich bei dem von Goebbels belobigten Propagandisten Gerhart Weise um einen überzeugten Nationalsozialisten (Typus &#8220;Totale Konformität&#8221;) oder um einen der vielen Opportunisten (Typus &#8220;Pragmatische Konformität&#8221;) gehandelt hat.</p>
<p>Auch wenn die kommunikationshistorische Forschung, was Fakten zu den Medien im Nationalsozialismus betrifft, einen beachtlichen Stand erreicht hat, lässt sich von dieser intensiv recherchierten Selbstverständigung einer akademischen Außenseiterin über ihren Vater sogar in dieser Hinsicht noch einiges lernen. Besonders über die sozialen Netzwerke literarisch ambitionierter NS-&#8221;Journalisten&#8221;, die sich bei der Reichspresseschule, bei den Propaganda-Kompanien und bei der von Goebbels&#8217; Propagandaministerium dirigierten Spielfilmproduktion bildeten, erfährt man Details, die man in dieser Dichte woanders oft vergeblich sucht – einschließlich mancher Informationen über die Dauerhaftigkeit dieser Netzwerke nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes, die einen immer noch erstaunen lassen. Über Gerhart Weises Freund Hans H. Henne, den er 1935 beim zweiten Lehrgang der Reichspresseschule unter Hans Schwarz van Berk kennengelernt hatte, liest man auf Seite 254f.:</p>
<p><small>&#8220;Im August 1954 veröffentlicht <em>Die Wildente</em> in ihrer siebten Folge einen Nachruf auf den &#8216;Kameraden&#8217; Henne, der &#8216;sich durch hervorragende Darstellungen des Kampfgeschehens einen geachteten Namen als Journalist gemacht&#8217; habe (&#8230;). Das Mitteilungsblatt der ehemaligen Angehörigen der Propaganda-Kompanien erscheint in unregelmäßiger Folge von 1952 bis 1966 in Hamburg und wird von Ex-Kriegsberichter Günther Heysing herausgegeben. <em>Die Wildente</em>, durch Spenden und Anzeigen der Ehemaligen finanziert, ist denn auch ein nostalgischer Veteranentreff im DIN-A5-Format, deren Name signalisieren soll, dass dieses revanchistische Blatt nicht gewillt ist, sich die bundesrepublikanischen &#8216;Zeitungsenten&#8217; über den Nationalsozialismus zu eigen zu machen. (&#8230;) Ab 1952 verbreitet er in seinem Blatt die dann über Jahrzehnte hartnäckig verteidigte Legende, dass die Wehrmacht und deren Propagandatruppen mit den Kriegsverbrechen &#8216;der Nazis&#8217; nichts zu tun gehabt hätten. (&#8230;) In der <em>Wildente</em>, die hauptsächlich launige bis wehmütige Reminiszenzen und Anekdoten der Ehemaligen über die gute alte Zeit abdruckt, finde ich die Namen einiger PK-Angehöriger wieder, die Kollegen und Freunde meines Vaters gewesen sind.“</small></p>
<p>Es folgen dann unter anderen die Namen von Verleger Ernst Rowohlt, von Karl-Georg von Stackelberg, dem Gründer der Emnid-Institute, von Wolf Schirrmacher, bis in die 1970er Jahre Autor von <a href="http://www.zeit.de/index" target="_blank">Die Zeit</a>, <a href="http://www.fnp.de/fnp/index.htm" target="_blank">Frankfurter Neue Presse</a> oder <a href="http://www.tagesspiegel.de/" target="_blank">Der Tagesspiegel</a>, und schließlich wieder von Hans Schwarz van Berk, Gründer einer erfolgreichen Werbeagentur und Erfinder des unverwüstlichen Knoblauch-Bauern &#8220;Ilja Rogoff&#8221;, der bis heute durch die deutsche Presse geistert.</p>
<p>Immer noch erstaunen, trotz aller Forschung, die das längst herausgefunden hat, machen auch Züchners Schlaglichter auf die fast selbstmörderische Beharrlichkeit, mit der die Verantwortlichen des NS-Regimes noch mitten im militärischen Untergang nicht nur die aufwändige Vernichtung von Juden, sondern auch die aufwändige Produktion von Propagandamaterial betrieben haben. Gerhart Weise hat als Co-Autor am letzten, bis heute verschwundenen nationalsozialistischen Durchhaltefilm &#8220;Das Leben geht weiter&#8221; mitgewirkt. Züchner beschreibt in beeindruckender Anschaulichkeit die Handlung des an die Zivilbevölkerung unter dem Bombenkrieg adressierten, von Wolfgang Liebeneiner gedrehten Streifens, der noch einmal das Modell der solidarischen Volksgemeinschaft vorführte. Der Seite 207 kann man entnehmen, dass der Regisseur die Dreharbeiten mit Uk-gestellten Schauspielern und Statisten erst am 16. April 1945 abbrechen musste. Und auf Seite 210 erfährt man über die Produktion eines anderen Durchhaltefilms, bei dem sich der Propagandaminister bekanntlich eines historischen Stoffs bediente:</p>
<p><small>&#8220;Die Dreharbeiten für &#8216;Kolberg&#8217; haben, unter der Regie von Veit Harlan, von Oktober 1943 bis Anfang 1944 gedauert. (&#8230;) Für dieses Mammutunternehmen der vorletzten Stunde, das mit knapp acht Millionen Reichsmark das Budget für mindestens drei Spielfilme verschlungen hat, sollen über hundertfünfundachtzigtausend Statisten und zusätzlich, gegen den Protest des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Dönitz, viertausend Marinesoldaten rekrutiert worden sein.&#8221;</small></p>
<p>An einigen Stellen könnte der Text sorgfältiger sein. Die 1926 gegründete Dortmunder Einrichtung heißt Institut für Zeitungs<em>forschung</em> und nicht Zeitungs&#8221;kunde&#8221; (242), und auf Seite 178 dauern die alliierten Luftangriffe auf Hamburg Ende Juli/Anfang August 1943 zehn Tage an, dagegen währen sie auf Seite 199 nur fünf Tage. Solche Nachlässigkeiten sollen allerdings auch in wissenschaftlichen Hochschulschriften vorkommen.</p>
<p>Man könnte es bei Hans Erich Nossack nachlesen, der die Bombardierung Hamburgs bereits im Herbst 1943, noch unter dem deprimierenden Eindruck des Ereignisses, auf höchst authentische Weise geschildert hat. Der Text ist verständlicherweise erst nach 1945 – genau: 1948 im Hamburger <a href="http://www.fischerverlage.de/page/krueger" target="_blank">Wolfgang Krüger-Verlag</a> unter dem Titel <em>Der Untergang</em> – erschienen und kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden. W. G. Sebald hat in <em>Luftkrieg und Literatur</em> (1999) die Scham der Deutschen, die natürlich – Stichwort: &#8220;Coventry&#8221; – wussten, dass sie mit dem Terror gegen die wehrlose Zivilbevölkerung begonnen hatten, für das jahrzehntelange Schweigen über ihre fürchterliche Bestrafung verantwortlich gemacht.</p>
<p>Hauptsächlich lohnt die Lektüre von Eva Züchners Buch, weil die Autorin mit ihm etwas realisiert, das die einerseits auf herausragende Schlüsselpersonen, andererseits auf sozio-kulturelle Strukturen fokussierte akademische Forschung zur Kommunikationsgeschichte des Dritten Reichs bisher vernachlässigt hat und das auch die sich gegen die Verdrängung auflehnende Jugend 1968ff. nicht leisten konnte. Mit einer gründlich auf private und öffentliche Originalquellen gestützten Fallstudie geht sie den Denk- und Empfindungsweisen eines normalen, möglicherweise exemplarischen Individuums nach, das sich bei seiner Berufskarriere im Bereich der öffentlichen Kommunikation zutiefst mit dem Nationalsozialismus eingelassen hat. Die Suche bleibt letztlich ohne Ergebnis, aber das ändert nichts an der Leistung, gegen äußere und innere Widerstände intellektuelle Anstrengungen auf eine Frage zu richten, die alle Menschen und besonders wir Deutsche uns stellen müssen, wenn Ähnliches nicht wieder geschehen soll: Was haben wir, jede(r) einzelne von uns, mit dem Nationalsozialismus zu tun? Was steckt auch in uns, das die NS-Verbrechen möglich gemacht hat, deren Einzigartigkeit ja nicht für alle Zeiten gewiss ist?</p>
<p>Solchen peinlichen Fragen hat sich Eva Züchner bewusst gestellt. Auf Seite 229 schildert sie ihre Reaktion auf den Fund unbezweifelbarer Belege dafür, dass ihr Vater seinen Freund Erich Ohser, der kurz darauf verhaftet wird und sich in der Zelle erhängt, wegen &#8220;defätistischer Äußerungen&#8221; denunziert hat. Möglicherweise, so fragt sich die Tochter, um die eigene Haut zu retten oder auch nur selbst nicht in Schwierigkeiten zu geraten?</p>
<p><small>&#8220;Der Fund dieser Aktennotiz hat nicht nur die allerletzten Überbleibsel meines ursprünglichen Vaterbildes zerstört, sondern mich gleichzeitig mit der Unmöglichkeit konfrontiert, die Beweggründe für die Unterlassungen und Handlungen eines Menschen, der den Bedingungen einer mörderischen Diktatur ausgesetzt ist, überhaupt zu beurteilen. Ein Abwehrmechanismus, der die tiefsitzende Furcht verdecken soll, dass auch ich in einer anderen Zeit fähig wäre, einen Freund zu verraten? &#8216;Ihr Menschenbrüder&#8217;, lässt Jonathan Littell in seinem Roman <em>Die Wohlgesinnten </em>den SS-Offizier Max Aue sagen, &#8216;lasst mich euch erzählen, wie es gewesen ist. Wir sind nicht deine Brüder, werdet ihr antworten, und wir wollen es gar nicht wissen.&#8217;&#8221;</small></p>
<p>Wollen auch wir es nicht wissen? Das wäre nur zu verständlich – und verhängnisvoll.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.berlinverlage.de/bucher/bucherDetails.asp?isbn=9783827008961" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/prof.-dr.-phil.-horst-pottker.html" target="_blank">Webpräsenz von Horst Pöttker an der Technischen Universität Dortmund</a></li>
</ul>


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		<title>Christina Holtz-Bacha; Gunter Reus; Lee B. Becker (Hrsg.): Wissenschaft mit Wirkung</title>
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		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2398#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 09:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Festschrift]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismusforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwirkungsforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Heinz Bonfadelli</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2398"><img class="alignleft size-full wp-image-3078" title="Holtz-Bacha-et-al.-2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Holtz-Bacha-et-al.-20091.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Die Festschrift zum 60. Geburtstag von Klaus Schönbach mit ihren 23 Beiträgen und 349 Seiten Umfang kommt schwergewichtig daher. Sie illustriert repräsentativ das außergewöhnlich umfangreiche Peer-Netzwerk des Autors, der insbesondere auch international etwa in Amsterdam, aber auch in den USA nachhaltig gewirkt hat, was sich in neun englischsprachigen Texten äußert. Wie andere Festschriften auch, sind die versammelten Beiträge relativ heterogen und von unterschiedlicher Tiefe und Qualität sowie nur lose geordnet nach den beiden inhaltlichen Schwerpunkten des Schaffens von Klaus Schönbach, nämlich der Medienwirkungsforschung einerseits und der Journalismusforschung andererseits. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2398">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/472' rel='bookmark' title='Permanent Link: Sabine Trepte; Uwe Hasebrink; Holger Schramm (Hrsg.): Strategische Kommunikation und Mediengestaltung'>Sabine Trepte; Uwe Hasebrink; Holger Schramm (Hrsg.): Strategische Kommunikation und Mediengestaltung</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Heinz Bonfadelli</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2398"><img class="alignleft size-full wp-image-3078" title="Holtz-Bacha-et-al.-2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Holtz-Bacha-et-al.-20091.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Die Festschrift zum 60. Geburtstag von Klaus Schönbach mit ihren 23 Beiträgen und 349 Seiten Umfang kommt schwergewichtig daher. Sie illustriert repräsentativ das außergewöhnlich umfangreiche Peer-Netzwerk des Autors, der insbesondere auch international etwa in Amsterdam, aber auch in den USA nachhaltig gewirkt hat, was sich in neun englischsprachigen Texten äußert. Wie andere Festschriften auch, sind die versammelten Beiträge relativ heterogen und von unterschiedlicher Tiefe und Qualität sowie nur lose geordnet nach den beiden inhaltlichen Schwerpunkten des Schaffens von Klaus Schönbach, nämlich der Medienwirkungsforschung einerseits und der Journalismusforschung andererseits.</p>
<p>Zum einen gibt es, formal betrachtet, empirische Beiträge über eigene Forschungsprojekte etwa im Bereich der politischen Kommunikation &#8211; den Bericht von Claes de Vreese &amp; Holli Semetko über die Medienberichterstattung zur Wahl des EU Parlaments 2004, jener von Winfried Schulz zu den Beziehungen zwischen politischer Mobilisierung und Informationsverhalten bei der Bundestagswahl 2005 oder der Beitrag von Edmund Lauf zur Messung von Meinungsmacht in medienrelevanten Märkten. Dazu zählen auch im Bereich der Medienunterhaltung die Studie von Silvia Knobloch-Westerwick und Jule Brück zur genderspezifischen Medienselektion von Jugendlichen in Deutschland, China und den USA oder die Studie von Lutz Goertz auf der Basis von Mediengesprächen zur Verhinderung der Fragmentierung des Publikums.</p>
<p>Zum anderen problematisieren eher theorieorientierte Beiträge wie jener von Edmund Lauf beispielsweise die gesellschaftlichen und kommunikationswissenschaftlichen Vorstellungen über Medienwirkungen oder bilanzieren vertieft den Beitrag von Klaus Schönbach zum dynamisch-transaktionalen Ansatz als Weiterentwicklung der Wirkungsforschung wie die Texte von Werner Früh einerseits und Marian Adolf et al. andererseits. Allerdings fehlen hier überzeugende Beispiele der empirischen Umsetzbarkeit dieser durchaus fruchtbaren meta-theoretischen Perspektive.</p>
<p>Schließlich befassen sich zehn Beiträge mit Fragen der Journalismusforschung, ein Forschungsbereich, zu dem Klaus Schönbach ebenfalls signifikante Beiträge geleistet hat. Den Einstieg macht ein räsonierender Text von Klaus Donsbach über Journalismus als Wissensprofession, welche eine neue Definition von journalistischer Kompetenz benötige. Eher praxisorientiert ist dagegen der Beitrag von Romy Fröhlich über aktuelle Probleme und Herausforderungen der hochschulgebundenen Journalistenausbildung, während Matthias Kepplinger eine empirische Studie zum Umgang der Medien mit Ungewissheit beisteuert. Wolfgang Langenbucher wiederum präsentiert in seinem Text ambivalente Befunde zum gängigen Vorwurf einer antiisraelischen Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien. Aus amerikanischer Sicht gibt Stephen Reese einen historischen Rückblick auf die Mediensoziologie von Herbert Gans, während David Weaver eine Bilanz der Journalismusforschung zu ziehen versucht, indem er auf &#8220;Past trends and new directions&#8221; fokussiert und sich wünscht, dass Befunde aus den Journalistenstudien stärker verbunden würden mit den konkreten Produkten des Journalismus.</p>
<p>Zusammenfassend betrachtet bietet der Band einen zwar disparaten, aber nichtsdestotrotz interessanten Einblick in die vielfältigen aktuellen theoretischen Debatten und empirischen Studien sowohl der Journalismus- als auch der Medienwirkungsforschung. Ob es sich allerdings um eine Wissenschaft mit Wirkung handelt, was der Titel der Festschrift verspricht, oder was diese Behauptung allenfalls bedeuten könnte, wird nicht explizit beantwortet, außer man versteht die imposante Festschrift selbst als Wirkung des äußerst produktiven und vielfältigen Schaffens von Klaus Schönbach.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-16797-8/Wissenschaft-mit-Wirkung.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.kowi.wiso.uni-erlangen.de/lehrstuhl/data/index.shtml/christina-holtz-bacha.shtml" target="_blank">Webpräsenz von Christina Holtz-Bacha an der Universität Erlangen-Nürnberg</a></li>
<li><a href="http://www.ijk.hmt-hannover.de/de/institut/personen/prof-dr-gunter-reus/" target="_blank">Webpräsenz von Gunter Reus an der Hochschule für Musik und Theater Hannover</a></li>
<li><a href="http://www.grady.uga.edu/resources.php?page=facultyandstaff_profiles.inc.php|fac_ID=33" target="_blank">Webpräsenz von Lee B. Becker an der University of Georgia</a></li>
<li><a href="http://www.ipmz.uzh.ch/de/abteilungen/medienrealitaet/team/heinz-bonfadelli.html" target="_blank">Webpräsenz von Heinz Bonfadelli an der Universität Zürich</a></li>
</ul>


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		<title>Wegweiser in den Journalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 09:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sammelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellungsformen]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistisches Texten]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibstil]]></category>
		<category><![CDATA[Themenfindung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Gabriele Bartelt-Kircher </em>

<a rel="attachment wp-att-2776" href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616/reihenbesprechunghausermann2008"><img class="alignleft size-full wp-image-2776" title="ReihenbesprechungHäusermann2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungHäusermann2008.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Die Reihe <em>Wegweiser Journalismus</em>, herausgegeben von Christoph Fasel, eröffnet Jürg Häusermann mit einem aktualisierten und didaktisch bearbeiteten Auszug  seines zum Klassiker der Journalistenausbildung gediehenen <em>Journalistisches Texten</em>. Titel des Bands 1 der Wegweiser-Reihe ist schlicht <em>Schreiben</em>. Das Buch hilft Anfängern mit zahlreichen Text-Beispielen. Sie sind erfreulich aktuell ausgewählt und für ein jüngeres interessiertes Publikum deshalb leichter verständlich. Da es auch um das Entwickeln eines eigenen Schreibstils geht, sind die Argumente für Verständlichkeit leichter zu akzeptieren. Ein allzu selbstverliebter Schreibfluss, den gerade Anfänger im Journalismus versuchen zu behaupten, wird hier immer wieder auf Verständlichkeit geprüft. Jürg Häusermanns Stärke ist es, mit seinen Tipps zum Portionieren, Verdichten und Beleben dem Autor zu helfen, seine Texte selbst auf Verständlichkeit zu prüfen. Testaufgaben überprüfen den Lernerfolg. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Gabriele Bartelt-Kircher </em></p>
<p><a rel="attachment wp-att-2776" href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616/reihenbesprechunghausermann2008"><img class="alignleft size-full wp-image-2776" title="ReihenbesprechungHäusermann2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungHäusermann2008.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Die Reihe <em>Wegweiser Journalismus</em>, herausgegeben von Christoph Fasel, eröffnet Jürg Häusermann mit einem aktualisierten und didaktisch bearbeiteten Auszug  seines zum Klassiker der Journalistenausbildung gediehenen <em>Journalistisches Texten</em>. Titel des Bands 1 der Wegweiser-Reihe ist schlicht <em>Schreiben</em>. Das Buch hilft Anfängern mit zahlreichen Text-Beispielen. Sie sind erfreulich aktuell ausgewählt und für ein jüngeres interessiertes Publikum deshalb leichter verständlich. Da es auch um das Entwickeln eines eigenen Schreibstils geht, sind die Argumente für Verständlichkeit leichter zu akzeptieren. Ein allzu selbstverliebter Schreibfluss, den gerade Anfänger im Journalismus versuchen zu behaupten, wird hier immer wieder auf Verständlichkeit geprüft. Jürg Häusermanns Stärke ist es, mit seinen Tipps zum Portionieren, Verdichten und Beleben dem Autor zu helfen, seine Texte selbst auf Verständlichkeit zu prüfen. Testaufgaben überprüfen den Lernerfolg.</p>
<p>Mit seinen Tipps zur Abgrenzung von eigener und fremder Rede zwingt Häusermann die Autoren zur Klärung der eigenen Rolle und ihrer Absicht. Schließlich erläutert er in einem letzten Kapitel zur &#8220;Körperlichkeit des Schreibens&#8221; die Möglichkeiten, kreativer zu formulieren. Sehr hilfreich ist die Literatur-Liste, in der die Titel und Verfasser mit einem Nützlichkeitshinweis versehen sind.</p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616"><img class="alignleft size-full wp-image-2781" title="ReihenbesprechungFasel2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungFasel2008.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Band 2 der Reihe trägt den Titel <em>Textsorten</em>. Christoph Fasel erläutert  die verschiedenen journalistischen &#8220;Bausteine&#8221; &#8211; von der Nachricht über das Feature und die Reportage, den Kommentar, die Glosse und die feuilletonistischen Rezension bis hin zum Nutzwert-Text.  Um die Nuancen für Anfänger deutlich herausarbeiten zu können, wählt er ein Ereignis, an dem er die unterschiedliche Darstellung, Wirkung und Rezeption deutlich machen kann. Ein alltäglicher Kriminalfall wird durchdekliniert: Die nüchterne Polizeimeldung wird zur Nachricht, zum Bericht, zum Feature, zur Reportage, zum Porträt, zum Kommentar, zum Interview, zur Glosse, zur Kritik oder Rezension, zum Essay, zur Betrachtung und schließlich zur Karikatur. Erläuterungen zur Magazinstory ergänzen das Spektrum der journalistischen Darstellungsformen.</p>
<p>Beispiel-Texte werden mit Tipps für Recherche angereichert, grafisch in Extra-Kästen gut aufbereitet. Auch die rechtlichen Aspekte des Zitats und des Interviews oder Porträts werden behandelt. Um die Geschichten zu fokussieren, bemüht er Wolf Schneider, Lehrmeister Fasels an der <a href="http://www.journalistenschule.de/" target="_blank">Henri-Nannen-Schule</a>, und stützt mit seinem Küchenzuruf. Zum Abschluss behandelt Fasel den Nutzwert in einem eigenen Kapitel, da diese Texte in Zukunft für die journalistische Arbeit immer bedeutsamer werden. Für Anfänger ist dieser Band eine gute Arbeitshilfe. Auch endet er mit einer erläuternden Literaturliste.</p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616"><img class="alignleft size-full wp-image-2786" title="ReihenbesprechungGoderbauer2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungGoderbauer2009.jpg" alt="" width="160" height="249" /></a>Band 3 schrieb Gabriele Goderbauer-Marchner mit dem Titel: <em>Journalist werden!</em> Das Ausrufezeichen stellt sich quer zur aktuellen Diskussion um den Niedergang des  Journalismus &#8211; aufregend zu lesen, gut gegliedert durch Merksätze, Grafiken aus der aktuellen Statistik und Auszüge aus wichtigen Vereinbarungen in Erklärungen der Journalisten-Gewerkschaften, Tarifverträgen und Veröffentlichungen des <a href="http://www.presserat.info/" target="_blank">Presserats</a>. Das Buch listet für den Einsteiger aktuelle Institutionen zur Journalistenausbildung in Verlagen, Hochschulen und Stiftungen auf. Goderbauer-Marchner war bis zum Ende des Jahres 2009 Geschäftsführerin des Mediencampus Bayern und kennt daher die meisten beschriebenen Angebote. Ihr Vorteil: Sie beurteilt kompetent, kurz und knapp und zumeist treffend.</p>
<p>Den Nachteil eines Buches zum journalistischen Beruf, der sich mit der aktuellen Medienentwicklung ständig  verändert, fängt die Autorin auf, indem sie ihre Angaben ergänzt um zahlreiche Links zu den Webseiten  der Bundesanstalt für Arbeit, der Berufsverbände und einschlägigen Institutionen wie dem Presserat und dem Öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie  lässt vor allem den privaten Sektor der Rundfunk- und Fernsehveranstalter nicht aus. Goderbauer-Marchner nennt nicht nur die Webadressen, sie  bewertet  vorsichtig aber korrekt in der Tendenz die diversen Angebote. Trotz des Ausrufezeichens beschönigt sie nicht die Schattenseiten des Berufs in der aktuellen Medienkrise &#8211; eine echte Orientierungshilfe für Berufseinsteiger.</p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616"><img class="alignleft size-full wp-image-2791" title="ReihenbesprechungScheiter2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungScheiter2009.jpg" alt="" width="160" height="249" /></a>Der Band 4 der Reihe <em>Wegweiser Journalismus</em> behandelt die zentrale Frage: <em>Themen finden</em>. Die freie Journalistin Barbara Scheiter zeigt an scheinbar banalen Alltagserfahrungen, wie sie in Themen umgesetzt werden können. Sie entwickelt dazu zehn Übungen, die vom Publikum durchgearbeitet werden können, um Sicherheit für ein Thema zu bekommen und es schließlich in einem Exposé der Redaktion mit Erfolg anbieten zu können.</p>
<p>Die Tipps zu nützlichen Newslettern, Websites und Beispielen sowie Checklisten für die Originalität der ausgewählten Themen helfen Anfängern im freien Journalismus, Aufträge zu finden und Sicherheit im Themenset zu gewinnen.</p>
<p>Der Band 5 ist eine erste Einführung in den visuellen Journalismus, der durch Internet und Privat-Fernsehen aktuell an Bedeutung zunimmt. Horst Werner ermuntert Interessierte am Fernsehen mit seiner autobiografisch unterlegten Handreichung zum &#8220;Fernsehen machen&#8221;. Er beginnt bei der Themenfindung für das &#8220;Bewegtbild&#8221; und ermuntert den Anfänger zum &#8220;Abgucken&#8221; und genauen Beobachten der Programme, denen er gerne zuliefern möchte.</p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616"><img class="alignleft size-full wp-image-2805" title="ReihenbesprechungWerner2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungWerner20091.jpg" alt="" width="160" height="249" /></a>Der Autor schildert seine eigene Methode, durch akribisch sorgfältige Arbeit und Dokumentation dessen, was aufgenommen wurde, von den Profis im Fernseh-Metier ernst genommen zu werden. Dazu erläutert er seine  eigenen Tabellen und Laufpläne. Als Reporter für ein Fernsehmagazin schenkt er der Recherche und dem Gegen-Check sowie den rechtlichen Fragen bis zur Autorisierung viel Aufmerksamkeit.</p>
<p>Der Anfänger erfährt so, wie komplex das Tätigkeitsfeld des Fernsehreporters ist und wie er sich dennoch auf die Herausforderung einlassen kann. Horst Werner bietet ihm dazu einen kleinen Einblick in das eigene gelegentliche Scheitern. So gilt der Lehrsatz: Scheitern ist keine Schande, schlimm ist nur, wenn man aus den Fehlern nicht lernt. Schließlich führt er auch in die Kunst des Textens zu Bildern ein. Er warnt vor zuviel Text und bietet dem Leser ein Gespür für die andere Art des journalistisches Vermittelns im Bewegtbild.</p>
<p>Das Genre Interview gewinnt im Journalismus aktuell an Bedeutung &#8211; die Zunahme der Talkrunden im Fernsehen unterstreicht das. Interviews zu führen ist das eine, sie autorisiert zu bekommen, das andere. Autor Christian Thiele, Textchef beim <a href="http://www.playboy.de/" target="_blank">Playboy</a> und verantwortlich für die Interviews, schildert in Band 6 der Reihe die Komplexität dieser Recherche- und Darstellungsform sehr offen und ehrlich. Er zitiert Profis der Interview-Szene wie Alexander Gorkow von der Süddeutschen Zeitung und Anne Will, die in Talkrunden die Spannung in der Interviewten-Runde aufrecht erhalten und die Gruppendynamik mit bedenken muss.</p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1616"><img class="alignleft size-full wp-image-2810" title="ReihenbesprechungThiele2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/ReihenbesprechungThiele2009.jpg" alt="" width="160" height="249" /></a>Die Live-Situation zwingt den Interviewer zu bestmöglicher Vorbereitung, um Spannung und Tiefgang zu produzieren. Moritz von Uslar, der Erfinder der &#8220;100 Fragen an&#8230;&#8221;, erläutert die Dramaturgie eines längeren Interviews. Thiele beschreibt beste Beispiele wie das von Giovanni Di Lorenzos &#8220;Auf eine Zigarettenlänge mit Helmut Schmidt&#8221;. Er betont die Unterschiede von Print- und Live-Interview im Hörfunk oder Fernsehen. Aus seiner Praxis für den &#8220;Playboy&#8221; schildert er Knebelverträge für Interviewer durch die Agenten des Stars, gibt Tipps zur Autorisierung und Ratschläge zum richtigen Verhalten in Massen-Frage-Situationen in international besetzten Interview-Runden. Nützlich für den Anfänger sind seine Hinweise auf das äußere Erscheinungsbild des Interviewers und seine Diktion, damit die Chemie stimmt.</p>
<p>Checklisten zum Interview zeigen immer wieder, dass eine gründliche Vorbereitung auf den Gesprächspartner und die Fokussierung der Frage-Stellung absolut zwingend sind. Parameter wie die Live-Situation und die Zeit lassen keine andere Wahl, wenn das Interview gelingen soll. Für Anfänger und Fortgeschrittene bietet dieser Band eine Art &#8220;best of&#8221;, indem es vor allem erfolgreiche Interviewer zitiert. Die kommentierte Literaturliste führt weiter im Genre.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/suchlist.asp?Schr_Reihe_ID=117" target="_blank">Verlaginformationen zur Reihe &#8220;Wegweiser Journalismus&#8221;</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Norbert Schulz-Bruhdoel; Michael Bechtel: Medienarbeit 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 09:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Vanessa Giese</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/811"><img class="alignleft size-full wp-image-2749" title="schulz-bruhdoel&#38;bechtel2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/07/schulz-bruhdoelbechtel20091.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Mit <i>Medienarbeit 2.0</i> möchten Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel "Crossmedia-Lösungen" bieten und ein "Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen sein". Was die zwei Autoren jedoch auf redundanten 240 Seiten offerieren, sind Halbwissen und Konzeptlosigkeit.  Schon vor der Lektüre lässt der Untertitel des Werks aufhorchen: "Praxisbuch für PR und Journalismus" - diese Verquickung geht nicht zusammen, möchte man vermuten. Beim Lesen bewahrheitet sich die Annahme schnell: Die Zielgruppe des Buchs ist unklar. In weiten Strecken sind die Texte auf PR-Manager zugeschnitten, einzelne Abschnitte beschäftigen sich allerdings aus journalistischem Blickwinkel mit Fragestellungen zu aktuellen Medienentwicklungen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/811">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Vanessa Giese</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/811"><img class="alignleft size-full wp-image-2749" title="schulz-bruhdoel&amp;bechtel2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/07/schulz-bruhdoelbechtel20091.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Mit <em>Medienarbeit 2.0</em> möchten Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel &#8220;Crossmedia-Lösungen&#8221; bieten und ein &#8220;Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen sein&#8221;. Was die zwei Autoren jedoch auf redundanten 240 Seiten offerieren, sind Halbwissen und Konzeptlosigkeit.  Schon vor der Lektüre lässt der Untertitel des Werks aufhorchen: &#8220;Praxisbuch für PR und Journalismus&#8221; &#8211; diese Verquickung geht nicht zusammen, möchte man vermuten. Beim Lesen bewahrheitet sich die Annahme schnell: Die Zielgruppe des Buchs ist unklar. In weiten Strecken sind die Texte auf PR-Manager zugeschnitten, einzelne Abschnitte beschäftigen sich allerdings aus journalistischem Blickwinkel mit Fragestellungen zu aktuellen Medienentwicklungen.</p>
<p>Ebenso schwammig wie die Zielgruppe ist der Inhalt des Werks: Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel springen ohne roten Faden von Blogs und Twitter zu Wikis,  Second Life und sozialen Netzwerken. Eine verbindende These gibt es nicht, konkrete Handreichungen oder ausführliche Beispiele sind ebenfalls nicht vorhanden.  Stattdessen strotzt das Buch vor Wiederholungen und undifferenzierten Allgemeinplätzen. So heißt es zum Thema Blogs (87):  &#8220;Nach dem Big Bang am &#8216;neuen Markt&#8217; […] stellten auch Filmfreunde, Kaninchenzüchter und Fanclubs ihre Seiten ins Netz. Literaturbegeisterte, Naturliebhaber, Weltverbesserer und Spinner jedes denkbaren Typs suchten im Web nach Gleichgesinnten […]. Allenthalben sprießen Weblogs im Netz, unaufwendige Online-Tagebücher, in denen sich Menschen mitteilen und Antworten bekommen.&#8221;  Schon 20 Seiten zuvor &#8211; zwischendurch handelten Schulz-Bruhdoel/Bechtel eiligst Twitter, Zahlen zur Zeitungsauflage und die Zukunft des Radios ab &#8211; hatten die Autoren eine klare Meinung zu Medienblogs:  &#8220;Die weit überwiegende Zahl der ernst gemeinten Blogs existiert allein, um Artikel und Sendungen in den hergebrachten Medien mit eigenen Kommentaren, Schimpfkanonaden, pseudointellektuellem Geschwurbel oder offenkundigen Albernheiten zu kontern.&#8221; (67)</p>
<p>An Polemik mangelt es also nicht. Dafür aber an Quellenangaben. Als  Beispiel sei an dieser Stelle nur die zusammenhanglose Sozialkritik auf S. 35f. genannt: &#8220;Heute ist uns die Familie gleich ganz abhandengekommen. Wo es noch ein gemeinsames Abendessen gibt, geht danach jeder seine eigenen medialen Wege. Sogar in den Kleinkinderzimmern flimmert der eigene Fernsehapparat oder gleich der Computermonitor.&#8221; Zahlen zur Verbreitung zur Geräteabdeckung in deutschen Haushalten? Fehlanzeige. Zum Mediennutzungsverhalten verschiedener Altersgruppen? Ebenfalls.</p>
<p>Was also kann man Gutes zu diesem Buch sagen? Zugegebenermaßen wenig. Einzig vielleicht, dass es einen &#8211; ungeordneten &#8211; Überblick über aktuelle Möglichkeiten des Web 2.0 gibt. Wer jedoch entweder mehr theoretisches Wissen oder &#8211; auf der anderen Seite &#8211; mehr praktische Anleitung sucht, sollte sich andernorts bedienen.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/product.asp&amp;doc={B55039B6-FCD8-4AB3-8ECA-280B450895CD}&amp;rub={EAFD6FEC-DFC2-4772-99DE-6EBCADEC57FA}" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://web75.milhouse.kundenserver42.de/" target="_blank">Blog zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.punktumpr.de/" target="_blank">Berufliche Webpräsenz von Norbert Schulz-Bruhdoel</a></li>
<li><a href="http://www.michael-bechtel.de/" target="_blank">Berufliche Webpräsenz von Michael Bechtel</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/vanessa-giese-m.a.html" target="_blank">Webpräsenz von Vanessa Giese an der TU Dortmund</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/134' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland'>Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frank Fechner; Axel Wössner: Journalistenrecht</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2384</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2384#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 09:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Einführung]]></category>
		<category><![CDATA[Fallsammlung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Medienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Presserecht]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtswissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Udo Branahl</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2384"><img class="alignleft size-full wp-image-2385" title="Fechner&#38;Wössner2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/FechnerWössner2009.jpg" alt="" width="160" height="236" /></a>Unter dem Titel "Journalistenrecht" haben Frank Fechner und Axel Wössner einen Text vorgelegt, der "40 brisante Fragen aus dem journalistischen Alltag" beantworten soll. Die Fragen reichen von der Themenfindung über Recherche und Veröffentlichung bis zum Wiederaufgreifen eines Themas. Ihre Auswahl beruht auf einer Umfrage der Autoren unter "Print-, Rundfunk- und Online-Journalisten". Sie sind dementsprechend auf die Bedürfnisse von journalistischen Praktikern gut abgestimmt. Die Autoren beanspruchen, diese Fragen "praxistauglich, medienübergreifend und wissenschaftlich fundiert" zu erörtern. Nach der Lektüre soll der Journalist "für ein Gespräch mit einem Juristen gut gerüstet sein". <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2384">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Udo Branahl</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2384"><img class="alignleft size-full wp-image-2385" title="Fechner&amp;Wössner2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/FechnerWössner2009.jpg" alt="" width="160" height="236" /></a>Unter dem Titel &#8220;Journalistenrecht&#8221; haben Frank Fechner und Axel Wössner einen Text vorgelegt, der &#8220;40 brisante Fragen aus dem journalistischen Alltag&#8221; beantworten soll. Die Fragen reichen von der Themenfindung über Recherche und Veröffentlichung bis zum Wiederaufgreifen eines Themas. Ihre Auswahl beruht auf einer Umfrage der Autoren unter &#8220;Print-, Rundfunk- und Online-Journalisten&#8221; (Vorwort). Sie sind dementsprechend auf die Bedürfnisse von journalistischen Praktikern gut abgestimmt. Die Autoren beanspruchen, diese Fragen &#8220;praxistauglich, medienübergreifend und wissenschaftlich fundiert&#8221; zu erörtern. Nach der Lektüre soll der Journalist &#8220;für ein Gespräch mit einem Juristen gut gerüstet sein&#8221; (Vorwort).</p>
<p>Bei beiden Autoren handelt es sich um kompetente Kenner des Medienrechts. Frank Fechner lehrt unter anderem Medienrecht an der <a href="http://www.tu-ilmenau.de/uni/index.php" target="_blank">TU Ilmenau</a>; Axel Wössner arbeitet als Jurist und Redakteur beim <a href="http://www.mdr.de/" target="_blank">MDR</a> und ist Honorarprofessor für Medienrecht an der <a href="http://www.fh-erfurt.de/fhe/" target="_blank">Fachhochschule Erfurt</a>.</p>
<p>Ihre Darstellung soll als Ratgeber für juristisch nicht vorgebildete Journalisten dienen. Dementsprechend enthält sie zahlreiche Beispielsfälle, Prüfungsschemata, als &#8220;wichtig&#8221; gekennzeichnete Zusammenfassungen und Vertragsmuster.</p>
<p>In ihrem Bemühen um gute Lesbarkeit des Textes greifen die Autoren allerdings zuweilen zu griffigen Formulierungen, die die Gefahr von Missverständnissen in sich bergen. So wird aus dem Schutz der Privatsphäre &#8220;ein Anrecht darauf, unerkannt zu bleiben&#8221; (81, 83). Auf Seite 24 heißt es, der Besitzer oder Eigentümer eines Autos müsse &#8220;dulden, wenn sein Auto aufgenommen und publiziert wird&#8221;. Gemeint ist aber lediglich, dass sich aus der Aufnahme und Veröffentlichung keine Rechtsansprüche ableiten lassen.</p>
<p>Der Umstand, dass die Autoren weitgehend darauf verzichten, ihre Aussagen zum Medienrecht durch Quellenangaben zu belegen, hindert den Leser daran, diese zu überprüfen – und insbesondere Unklarheiten aufzuklären. Dieses Manko wird nicht dadurch ausgeglichen, dass die Autoren den Leser anregen, sich weiter mit dem Journalistenrecht zu befassen – zumal sie dann aus der inzwischen reichhaltigen Literatur zum Medienrecht ausschließlich auf die Texte Fechners hinweisen (169)!</p>
<p>Auch der Rat, bei Sachverhaltskonstellationen, &#8220;die sich nicht eindeutig auf der Grundlage der kompakten Antworten in diesem Buch beantworten lassen&#8221;, einen Juristen zu Rate zu ziehen (168), ist dort schwer zu befolgen, wo der Text missverständliche Angaben enthält, die von einem juristischen Laien als solche nicht ohne weiteres zu erkennen sind.</p>
<p>So teilen die Autoren dem Leser einerseits mit, ein Journalist dürfe allgemein zugängliche Räume betreten, dort fotografieren und Interviews machen, solange ihm dies (vom Hausrechtsinhaber) nicht ausdrücklich verboten wird (15). Später heißt es hingegen ohne weitere Begründung apodiktisch, Aufnahmen in Bahnhöfen und die Befragung von Fahrgästen in Zügen seien genehmigungspflichtig (25).</p>
<p>Einerseits lautet es: &#8220;Aufnahmen, die Logos, Firmenembleme oder Firmennamen zeigen, dürfen zwar fotografiert und gefilmt, ohne besonderen Anlass allerdings nicht veröffentlicht werden. Alles andere wäre Schleichwerbung&#8221; (26). Auf Seite 44 ist hingegen zu lesen: &#8220;Einfache Logos sind zwar wegen ihrer reduzierten Formgebung urheberrechtlich nicht geschützt, genießen aber nach markenrechtlichen Bestimmungen Schutz. Wenn solche Logos aus dem Internet lediglich zur Berichterstattung übernommen und veröffentlicht werden, ist dies rechtlich unbedenklich, solange nicht die Schwelle zur Schleichwerbung überschritten wird.&#8221; Medienrechtler verstehen vermutlich, wie das gemeint ist  – nicht aber Journalisten, die sich im Medienrecht nicht auskennen.</p>
<p>Weitere Ungenauigkeiten und missverständliche Formulierungen mindern zwar den Wert der Darstellung, machen den Text aber nicht unbrauchbar. Denn die Autoren sind durchgehend bestrebt, ihre Ratschläge konservativ auszurichten – also so, dass deren Beachtung verhindert, dass eine Veröffentlichung Rechtsansprüche der von der Berichterstattung Betroffenen auslöst.</p>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.mohr.de/rechtswissenschaft/fachgebiete/alle-buecher/buch/journalistenrecht.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.tu-ilmenau.de/fakww/Prof-Dr-iur-Frank.2294.0.html" target="_self">Webpräsenz von Frank Fechner an der TU Ilmenau</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/prof.-dr.-jur.-udo-branahl.html" target="_blank">Webpräsenz von Udo Branahl an der TU Dortmund</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Michael Meyen; Claudia Riesmeyer: Diktatur des Publikums</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/831</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/831#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 09:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsalltag]]></category>
		<category><![CDATA[Bourdieu]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Publikum]]></category>
		<category><![CDATA[qualitative Forschung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Johannes Raabe</em></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/meyenriesmeyer2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2161" title="meyen&#38;riesmeyer2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/meyenriesmeyer2009.jpg" alt="" width="160" height="258" /></a>Michael Meyen, in der Vergangenheit vor allem mit Studien zu den DDR-Medien, zur Mediennutzung und mit Veröffentlichungen zur Geschichte der Disziplin an die Fachöffentlichkeit getreten, hat sich in den letzten Jahren dem Feld der Journalismusforschung zugewandt und 2009 zwei Journalistenstudien vorgelegt: gemeinsam mit Nina Springer eine Untersuchung über freie Journalisten in Deutschland (<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/134#hide" target="_blank">siehe r:k:m-Rezension von Siegfried Weischenberg vom September 2009</a>) und kurz darauf mit seiner Mitarbeiterin Claudia Riesmeyer die hier angezeigte Veröffentlichung einer Untersuchung über Journalisten in Deutschland. Ausgangspunkt der Studie ist eine knappe, pauschalkritische Auseinandersetzung mit klassischen Arbeiten der Journalismusforschung von Kepplinger, Köcher und Donsbach einerseits, Weischenberg und Mitarbeitern andererseits. Sie dient der Legitimation des eigenen Vorhabens und der Begründung für ein alternatives methodisches Vorgehen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/831">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/642' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wolfgang Donsbach et al.: Entzauberung eines Berufs'>Wolfgang Donsbach et al.: Entzauberung eines Berufs</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/620' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen'>Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Johannes Raabe</em></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/831"><img class="alignleft size-full wp-image-2161" title="meyen&amp;riesmeyer2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/meyenriesmeyer2009.jpg" alt="" width="160" height="258" /></a>Michael Meyen, in der Vergangenheit vor allem mit Studien zu den DDR-Medien, zur Mediennutzung und mit Veröffentlichungen zur Geschichte der Disziplin an die Fachöffentlichkeit getreten, hat sich in den letzten Jahren dem Feld der Journalismusforschung zugewandt und 2009 zwei Journalistenstudien vorgelegt: gemeinsam mit Nina Springer eine Untersuchung über freie Journalisten in Deutschland (<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/134#hide" target="_blank">siehe r:k:m-Rezension von Siegfried Weischenberg vom September 2009</a>) und kurz darauf mit seiner Mitarbeiterin Claudia Riesmeyer die hier angezeigte Veröffentlichung einer Untersuchung über Journalisten in Deutschland. Ausgangspunkt der Studie ist eine knappe, pauschalkritische Auseinandersetzung mit klassischen Arbeiten der Journalismusforschung von Kepplinger, Köcher und Donsbach einerseits, Weischenberg und Mitarbeitern andererseits. Sie dient der Legitimation des eigenen Vorhabens und der Begründung für ein alternatives methodisches Vorgehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und in der Tat: Will man wie Meyen und Riesmeyer Genaueres über Herkunft, Ausbildung und Karriere von Journalisten erfahren, über Arbeitsbedingungen und Berufsalltag, das Klima unter Kollegen sowie &#8220;über das, was ihnen wichtig im Leben ist und was sie im Beruf erreichen wollen&#8221; (17), dann ist es sinnvoll auf quantitative Erhebungen zu verzichten und die erforderlichen Daten mittels ausführlicherer Interviews zutage zu fördern – zumal Meyen aufgrund früherer Arbeiten mit biographischen Leitfadengesprächen über reichlich Interview-Erfahrung verfügt. Mit einem solchen eher qualitativen Vorgehen korrespondiert das von den Autoren propagierte Auswahlverfahren nach dem Prinzip der theoretischen Sättigung (49ff.), das für die Journalismusforschung eine brauchbare Alternative zu Zufallsstichproben bildet, zumal wenn keine ausreichenden Kenntnisse über die Grundgesamtheit vorliegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch die Studie will mehr: Unter Rekurs auf die Theoriestücke <em>Feld,</em> <em>Kapital</em> und <em>Habitus </em>aus der Soziologie Pierre Bourdieus soll das journalistische Feld in Deutschland und die Logik des Feldes (bzw. seiner Unterfelder) untersucht werden. Das schließt Fragen nach den Machtpolen und Hierarchien im Feld und nach dessen Autonomie mit ein. Hinsichtlich der Journalisten dient das Konzept des Habitus als einem erfahrungsgenerierten und zugleich praxisgenerierenden Dispositionssystem der Akteure (<em>opus operatum</em> und <em>modus operandi</em>) der Bestimmung ihrer spezifischen Wahrnehmung des Feldes (und der eigenen Position darin) sowie ihres <em>praktischen Sinns</em> – was in den Interviews herausgearbeitet werden soll. Zudem habe der Rekurs auf Bourdieu den Vorteil, dass die eigene &#8220;Untersuchung […] in einer der großen, systematischen Gesellschaftstheorien verortet [wird]&#8221; (28).</p>
<p style="text-align: justify;">Von einer gesellschaftstheoretischen Fundierung der Arbeit kann freilich keine Rede sein; es bleibt beim zitierten Verweis. Feld-, Kapital- und Habitus-Konzept werden von den Autoren als Heuristik für das eigene Forschungsvorhaben genutzt, der Soziologie Bourdieus gerecht werden sie dabei nicht. Das gilt nicht nur für den Begriff der Dispositionen, der praktische Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata meint, hier aber als &#8220;Geschlecht&#8221;, &#8220;Alter&#8221;, &#8220;Körpergröße&#8221; und &#8220;Aussehen&#8221; [!] missverstanden (45) und in der Erhebung im Teil der geschlossenen Kategorien abgefragt wird (63).</p>
<p style="text-align: justify;">Auch warnt Bourdieu beim Habitus-Konzept vor einer Trennung von opus operatum und modus operandi, die hier zur Grundlage der Untersuchungsanlage wird (44f.). Und wenn man die professionelle Orientierung von Journalisten an Lesern, Hörern, Zuschauern (114ff.) und die Bedeutung von Informanten aus dem politischen Feld (144) für einen Ausweis mangelnder Autonomie des Feldes hält, hat das mit der Feld-Konzeption Bourdieus nichts zu tun – besteht doch die Autonomie des journalistischen Feldes darin, solche Informationen nach journalistisch-redaktionellen und nicht etwa nach politischen Kriterien auszuwählen und aufzubereiten. Auch erscheint es allzu pragmatisch, bei der Auswahl der Befragten Bourdieus Kriterium der Zugehörigkeit zum Feld (Interesse und Involviertsein hinsichtlich der Einsätze, um die es im jeweiligen Feld geht) gleichzusetzen mit der Bereitschaft, &#8220;sich zum Arbeitsalltag und zum Selbstverständnis von Journalisten befragen&#8221; zu lassen (52).</p>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich pragmatisch wirkt auch die Umsetzung des Auswahlverfahrens, wenn man liest, dass ein Sportressortleiter &#8220;nur deshalb interviewt wurde, weil eine Studentin das Protokoll für einen Seminarschein brauchte&#8221; (51), dass Journalisten während des Interviews merkten, dass sie für die Studie schon einmal befragt worden waren (48f.) und dass drei Jahre nach den ersten Befragungen zusätzlich Teilstudien zu investigativen Reportern, Israel-, China- und Parlamentskorrespondenten u.a. hinzukamen, weil Studierende noch Themen für Haus- oder Abschlussarbeiten brauchten, so dass &#8220;(meist studentische) Interviewer&#8221; bzw. &#8220;rund 60 Studierende&#8221; Daten zu der Studie erhoben haben (55, 61f.). Dabei erfolgte die Interviewer-Schulung mal in einem Vorbereitungsseminar zu der Studie, mal in Methodenübungen, mal im Examenskolloquium.</p>
<p style="text-align: justify;">Meyen und Riesmeyer sprechen von 501 &#8220;Tiefeninterviews&#8221; – ein anspruchsvolles qualitatives Erhebungsverfahren, mit dem sich latente, auch der Alltagsreflexion der Befragten unzugängliche  <em>Tiefenstrukturen</em> ermitteln lassen und das für die Rekonstruktion des praktischen Sinns journalistischer Akteure und der impliziten Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata ihrer Habitus geeignet wäre. Nur handelt es sich hier nicht um Tiefeninterviews, sondern um teilstrukturierte Leitfadengespräche, und die Durchführung in der genannten Zahl wäre nicht nur vom Aufwand her praktisch kaum zu bewältigen, sondern widerspräche auch der Logik der qualitativen Forschungsmethode. Wichtiger als hohe Fallzahlen wären allemal eine theoriegeleitete und methodisch kontrollierte Aufbereitung und Interpretation der Daten gewesen, über die man als Leser zudem gern mehr erfahren hätte.</p>
<p style="text-align: justify;">Stattdessen erhält man eine flüssig geschriebene und durchaus mit Gewinn zu lesende Deskription der Antworten zu Berufs- und Karriereerfahrungen, zu Arbeitsalltag und Selbstverständnis von Journalisten in verschiedenen Ressorts und unterschiedlichen Teilfeldern des Journalismus; durchsetzt mit oft aufschlussreichen, mitunter witzigen Zitaten aus den Interviews. Dass solche qualitativen Studien fast unvermeidlich in entsprechende Typenbildungen münden, ist nicht weiter schlimm; dass diese Typenbildung aufgrund einer falsch gedeuteten Publikumsorientierung (siehe weiter unten) wenig überzeugt, dagegen schade.</p>
<p style="text-align: justify;">Zentrales Ergebnis der Untersuchung: Weder &#8220;angepasste Außenseiter&#8221; (Kepplinger), politisch eher linke &#8220;Missionare&#8221;  (Köcher) oder &#8220;konservative Stimmungsmacher&#8221; (Hachmeister) noch &#8220;Alpha-Journalisten&#8221; (Weichert/Zabel), &#8220;Wichtigtuer&#8221; (Bruns) oder bloße &#8220;Souffleure&#8221; (Weischenberg) seien kennzeichnend für den Journalismus in Deutschland, sondern – infolge eines durch Ökonomisierung und Digitalisierung hervorgerufenen &#8220;Professionalisierungsschubs&#8221; – &#8220;Informationsprofis, die ihr Handwerk beherrschen und die Bedürfnisse des Publikums zum zentralen Maßstab ihrer Arbeit gemacht haben&#8221; (253f.).</p>
<p style="text-align: justify;">Wer eine solche Diagnose akzeptiert, muss der Argumentation von der &#8220;Diktatur des Publikums&#8221; noch lange nicht folgen. Im Gegenteil. Dieses Schlagwort, das die gesamte Abhandlung durchzieht, ist nicht einfach arg überspitzt, sondern oft falsch und mitunter ärgerlich: Man muss wahrlich kein eingefleischter Systemtheoretiker sein, um den Unterschied zwischen der (Autonomie stärkenden) Differenz von Selbst- und Fremdbeobachtung einerseits und Fremdeinflüssen andererseits zu kennen – oder zumindest die problemlösende Funktion der Publikumsbeobachtung für den Journalismus. Haben nicht Ralf Hohlfelds Forschungsarbeiten bereits vor Jahren Journalisten eine weitgehende Akzeptanz der Publikumsforschung und prinzipielle Aufgeschlossenheit und Interesse gegenüber ihren Publika bescheinigt? Mit Fremdbestimmung oder gar Diktat hat das erstmal nichts zu tun. Subsumiert wird unter dem Schlagwort dann aber sogar die rein ökonomisch motivierte Quotenfixierung: Ökonomie-Diktat = Publikums-Diktatur? Was haben Leser für ein Interesse an Auflagen, was Hörer und Zuschauer an Quoten?</p>
<p style="text-align: justify;">Noch bedenklicher wird diese Gleichsetzung, wenn sie mit den Worten kommentiert wird, dies sei nur dann &#8220;ein Problem […], wenn man sich über die Kaufentscheidungen und Qualitätsurteile des Publikums erhaben fühlt und […] besser zu wissen glaubt, welche Medienangebote und welchen Journalismus&#8221; unsere Gesellschaft brauche (14). Solche Formulierungen erinnern an ungebrochen affirmative Medienbewertungen aus der Blütezeit des Uses-and-Gratifications-Approach in den 1970er Jahren in den USA. Verwundert reibt sich der Leser die Augen. Hat man die Autoren komplett missverstanden? War es gar nicht so gemeint? Bis man zum Schlusssatz der Abhandlung kommt. Dort heißt es: Man stelle sich doch &#8220;einfach das Gegenstück zu einer ‚Diktatur des Publikums‘ vor: einen Journalismus, der auf Schnelligkeit, permanente Kontrolle und die Weisheit der Vielen pfeift und an den Bedürfnissen der Nutzer vorbeischreibt und -sendet&#8221; (256). Pardon, aber eine solche Logik ist, wie wenn man Glotz und Langenbucher unterstellen würde, sie hätten vor vierzig Jahren &#8220;Der missachtete Leser&#8221; als ein Plädoyer zur Schwächung der Autonomie des Journalismus geschrieben.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine Nebenbemerkung zum Schluss: Es gibt gute Gründe (zumal in wissenschaftlichen Publikationen) mit der Verwendung des Begriffs der <em>Diktatur</em> vorsichtig umzugehen – nicht zuletzt angesichts der historischen Erfahrungen Deutschlands im vergangenen Jahrhundert.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641708&amp;WKorbUID=6679571&amp;TITZIF=2299&amp;be=jo" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://home.ifkw.lmu.de/~mmeyen/personen/meyen.html" target="_blank">Webpräsenz von Michael Meyen an der Universität München</a></li>
<li><a href="http://www.ifkw.lmu.de/personen/mitarbeiter/riesmeyer_claudia/" target="_blank">Webpräsenz von Claudia Riesmeyer an der Universität München</a></li>
<li><a href="http://www.uni-bamberg.de/kowi/personen_einrichtungen/johannes_raabe/" target="_blank">Webpräsenz von Johannes Raabe an der Universität Bamberg</a></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">


<p>Related posts:<ol><li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/134' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland'>Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/642' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wolfgang Donsbach et al.: Entzauberung eines Berufs'>Wolfgang Donsbach et al.: Entzauberung eines Berufs</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/620' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen'>Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Benjamin Fretwurst: Nachrichten im Interesse der Zuschauer</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/550</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/550#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 09:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachrichtenwert]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichtenwerttheorie]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Roland Göbbel</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/fretwurst20097.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2002" title="fretwurst2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/fretwurst20097.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Benjamin Fretwurst verfolgt mit seiner Dissertationsstudie das ehrgeizige Vorhaben, die in der Kommunikationswissenschaft etablierte Nachrichtenwerttheorie konzeptionell und empirisch neu zu bestimmen. Konkret geht er dabei der Frage nach, ob Fernsehnachrichten als Ergebnis des journalistischen Selektionsprozesses den Interessen und Relevanzzuschreibungen ihrer Zuschauer entsprechen. In der Einleitung bedient sich Fretwurst zunächst eines unkonventionellen dramaturgischen Kniffes: einer Ergebnisvorschau, die die Tendenz der Resultate bereits vorwegnimmt. Dies erweist sich für die weitere Lektüre als vorteilhaft, da die "schwimmenden Konfidenzintervalle" als Modus der Ergebnisdarstellung eingeführt und die grundlegenden Ziele der Studie greifbar gemacht werden. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/550">[Mehr]</a> 


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Roland Göbbel</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2002" title="fretwurst2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/fretwurst20097.jpg" alt="" width="160" height="240" />Benjamin Fretwurst verfolgt mit seiner Dissertationsstudie das ehrgeizige Vorhaben, die in der Kommunikationswissenschaft etablierte Nachrichtenwerttheorie konzeptionell und empirisch neu zu bestimmen. Konkret geht er dabei der Frage nach, ob Fernsehnachrichten als Ergebnis des journalistischen Selektionsprozesses den Interessen und Relevanzzuschreibungen ihrer Zuschauer entsprechen (3). In der Einleitung bedient sich Fretwurst zunächst eines unkonventionellen dramaturgischen Kniffes: einer Ergebnisvorschau, die die Tendenz der Resultate bereits vorwegnimmt. Dies erweist sich für die weitere Lektüre als vorteilhaft, da die &#8220;schwimmenden Konfidenzintervalle&#8221; als Modus der Ergebnisdarstellung eingeführt und die grundlegenden Ziele der Studie greifbar gemacht werden.</p>
<p>Nach den für eine &#8220;Neubestimmung&#8221; notwendigen Begriffsfestlegungen behandelt der Autor umfassend die Entstehung und Entwicklung der Nachrichtenwerttheorie. Ausgehend von der ersten konkreten Formulierung des Konzepts durch Lippmann (1922) zeichnet er die Grundsteinlegung durch Östgaard (1965) und Galtung/Ruge (1965) nach. Die Weiterentwicklung der bis dahin nur auf Kommunikatorebene und für Auslandsberichterstattung angewandten Theorie wird anschließend anhand der Integration der Rezeptionsebene (Sande 1971) und der Inlandsberichterstattung (Schulz 1976) veranschaulicht.</p>
<p>Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Ende der 1980er Jahre erfolgten &#8220;Richtungswechsel&#8221; (45) durch die Theorie der instrumentellen Aktualisierung und das &#8220;Finalmodell&#8221; von Staab (1990) widmet sich Fretwurst dem Erklärungsziel Rezeption, das insbesondere in den einschlägigen Studien von Donsbach (1991), Eilders (1997) und Ruhrmann et al. (2003) in den Blick genommen wird. Zum Abschluss des Kapitels rekurriert er auf die international vergleichende Studie von Shoemaker/Cohen (2006) und kritisiert dabei die empirisch schwer zugängliche Herleitung evolutionär bedingter Nachrichtenfaktoren.</p>
<p>Das zweite Theoriekapitel führt die bisher behandelten Theoriestränge überzeugend zusammen. Nach einem Rückgriff auf kognitionspsychologische Konzepte zu Wahrnehmung, Verarbeitung und Erinnerung legt Fretwurst die Grundbausteine der Nachrichtenwerttheorie folgendermaßen fest: Im Sinne des Kausalmodells stellt der Nachrichtenwert eines Ereignisses oder Themas die Ursache dar, während sowohl die Auswahl der Ereignisse oder Themen durch Journalisten als auch die Wahrnehmung der Rezipienten als Wirkung angesehen werden. Somit behandelt die Studie den Vergleich der Wirkungsweise von Nachrichtenfaktoren auf Journalisten gegenüber der auf Rezipienten.</p>
<p>Ein besonderes Verdienst der Arbeit liegt in der hierarchischen Systematisierung der bisher vorliegenden Nachrichtenfaktorenkataloge (113). Fretwurst teilt hierfür die Nachrichtenfaktoren in drei Gruppen ein: &#8220;Ereignisfaktoren&#8221;, &#8220;Darstellungsfaktoren&#8221; und allgemeine &#8220;Indikatoren&#8221; für Relevanz. Dabei unterscheidet er Relevanz auf gesellschaftlicher und individueller Ebene und ordnet die einzelnen Nachrichtenfaktoren den jeweiligen Gruppen und Ebenen zu. Weiterhin leitet er aus den Vorgängerstudien die plausible Annahme ab, dass Nachrichtenfaktoren nicht unabhängig voneinander, sondern gebündelt auftreten. Die Ergebnisse seiner theoretischen Überlegungen fasst der Autor schließlich in einer &#8220;Nachrichtenwertfunktion&#8221; (144) zusammen, in die neben den einzelnen Nachrichtenfaktoren und ihren ereignisspezifischen Intensitäten auch ein generell zuordenbares Gewicht für jeden Faktor sowie der gesonderte Neuigkeitswert einer Nachricht eingehen.</p>
<p>Der Überprüfung der Wirkungsweise von Nachrichtenfaktoren gemäß der Nachrichtenwertfunktion geht Fretwurst im empirischen Teil seiner Studie nach. Hierfür verknüpft er eine Inhaltsanalyse von 677 Fernsehnachrichtenbeiträgen aus einem zehntägigen Zeitraum Ende 2005 mit einer speziellen Form der Online-Befragung zur Erinnerung und Einschätzung dieser Nachrichten bei 1584 Rezipienten.</p>
<p>Die anschließenden statistischen Datenanalysen erfolgen auf höchstem Niveau und sind umfassend dokumentiert. Sukzessive baut der Autor sein Erklärungsmodell aus: Zur Erklärung journalistischer Selektion und Beachtung erfolgen zunächst Zusammenhangsanalysen zwischen den Nachrichtenfaktoren auf der einen und Selektion, Platzierung und Beitragsdauer auf der anderen Seite. Anschließend werden sechs &#8220;Nachrichtenfaktorenbündel&#8221; (198) ermittelt, wodurch die Annahme der fehlenden Unabhängigkeit einzelner Nachrichtenfaktoren untermauert wird.</p>
<p>Danach integriert Fretwurst die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Befragung in einem komplexen Strukturgleichungsmodell. Unter allen latenten Konstrukten besitzt hierbei das Faktorenbündel &#8220;Kontroverse&#8221; für die journalistische Beachtung die meiste Erklärungskraft, während die journalistische Beachtung ihrerseits die Rezipientenbeachtung beeinflusst. Bei der abschließenden Einordnung der Ergebnisse greift der Autor wiederum auf schwimmende Konfidenzintervalle zurück, um seine Befunde zu einzelnen Nachrichtenfaktoren mit denen bisheriger Studien vergleichbar zu machen – was ihm auf nachvollziehbare Weise gelingt.</p>
<p>Benjamin Fretwurst hat eine innovative Studie zur Nachrichtenwerttheorie vorgelegt, die ihr ambitioniertes Ziel nicht verfehlt. Seine Arbeit zeichnet sich durch eine umfassende Recherche und hohe methodologische Reflexionsfähigkeit aus: So werden die theoretischen Überlegungen seiner Vorgänger nicht nur gekonnt miteinander verbunden, sondern auch vor dem Hintergrund methodischer Fortschritte und verbesserungswürdiger Operationalisierungen fundiert diskutiert.</p>
<p>Auch wenn zwischendurch ein zusammenfassender Überblick über alle untersuchten Hypothesen fehlt und sich die Arbeit auf Grund der unheimlichen Fülle an Ergebnissen und ihres statistischen Voraussetzungsreichtums bisweilen in Details verliert, überwiegt ein überzeugender Gesamteindruck. Dieser ist dem hohen Niveau der theoretischen Ausführungen sowie der umfänglichen Dokumentation aller Analyseschritte und Ergebnisse geschuldet.<br />
Damit richtet sich die Arbeit an zwei Zielgruppen: Während sich interessierte ‚Neulinge‘ im Theorieteil einen fundierten Überblick über die Nachrichtenwerttheorie verschaffen können, birgt vor allem der Empirieteil für arrivierte Nachrichtenforscher mit entsprechenden statistischen Vorkenntnissen viel Inspiration.</p>
<p><em>Links</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641241" target="_blank"> Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://sites.google.com/site/bfretwurst/" target="_blank">persönliche Homepage von Benjamin Fretwurst</a></li>
<li><a href="http://www.ifkw.uni-jena.de/grundlagen-und-medienwirkung/roland-goebbel-ma-lebenslauf" target="_blank"> </a><a href="http://www.ifkw.uni-jena.de/grundlagen-und-medienwirkung/roland-goebbel-ma-lebenslauf">Webpräsenz von Roland Göbbel an der Universität Jena</a></li>
</ul>


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		<title>Christoph Bertling: Sportainment</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/644</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/644#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 09:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Entertainment]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienevents]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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		<category><![CDATA[Sportkommunikation]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Michael Schaffrath</em></p>
<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2060" title="bertling2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Christoph Bertling widmet sich einem Thema, das in der sportpublizistischen Literatur bisher nur rudimentär berücksichtigt wurde, womit der Arbeit ein gewisses Maß an Originalität zu attestieren ist. Die Relevanz der Fragestellung ist sicher gegeben, die zu ihrer Beantwortung gewählten theoretischen wie empirischen Herangehensweisen sind aber mit einigen Defiziten behaftet. Auffallend ist zunächst das eklatante Missverhältnis zwischen dem theoretischen Teil mit 219 Seiten und dem empirischen Part mit "nur" 43 Seiten. Zu Beginn wird der zentrale Begriff der "nichtfiktiven Unterhaltung" facettenreich und quellenmäßig gut verortet aufgearbeitet, um auf dieser Basis neue Begriffsbestimmungen zu entwickeln. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/644">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><em>Rezensiert von Michael Schaffrath</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2060" title="bertling2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/08/bertling20091.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Christoph Bertling widmet sich einem Thema, das in der sportpublizistischen Literatur bisher nur rudimentär berücksichtigt wurde, womit der Arbeit ein gewisses Maß an Originalität zu attestieren ist. Die Relevanz der Fragestellung ist sicher gegeben, die zu ihrer Beantwortung gewählten theoretischen wie empirischen Herangehensweisen sind aber mit einigen Defiziten behaftet. Auffallend ist zunächst das eklatante Missverhältnis zwischen dem theoretischen Teil mit 219 Seiten und dem empirischen Part mit &#8220;nur&#8221; 43 Seiten. Zu Beginn wird der zentrale Begriff der &#8220;nichtfiktiven Unterhaltung&#8221; facettenreich und quellenmäßig gut verortet aufgearbeitet, um auf dieser Basis neue Begriffsbestimmungen zu entwickeln.</p>
<p>Das im Kapitel &#8220;Hochleistungssport als Objekt nichtfiktiver Unterhaltungsproduktion in den Massenmedien&#8221; vorgestellte &#8220;Veränderungsmodell des Hochleistungssports&#8221; (76) ist wenig überzeugend. Zum einen fehlt der wichtige Bereich &#8220;Recht&#8221;, der seit Jahren – man denke z.B. an das Bosman-Urteil oder an kartellrechtliche Bestimmungen bezüglich der Vermarktung von Sportevents – einen erheblichen Einfluss auf den Spitzensport besitzt. Zum anderen erschließt sich bei der Vielzahl hier markierter Pfeile nicht, warum es z.B. keine Verbindungslinien zwischen den Systemen &#8220;Wirtschaft&#8221; und &#8220;Sport&#8221; oder zwischen &#8220;Wirtschaft&#8221; und &#8220;Medien&#8221; gibt. Die Ausführungen zur &#8220;Ökonomisierung&#8221; fokussieren zwar detailliert diverse staatliche Fördermittel zur Unterstützung des Spitzensports, unterbelichten aber den relevanteren Bereich privatwirtschaftlicher Finanzierungsvarianten.</p>
<p>Die &#8220;Ausrichtung des Deutschen Hochleistungssports als Unterhaltungsangebot für die Massenmedien&#8221; sowie seine &#8220;Darstellung in den Massenmedien&#8221; stellen eine systematische Aufarbeitung unterhaltungsorientierter Input- und Verwertungsstrategien dar. Im Kontext der &#8220;medialen Aufbereitung des Sports als Unterhaltungsangebot&#8221; wird über das Referieren vorliegender Befragungen die gestiegene Akzeptanz der Unterhaltungsfunktion bei Sportjournalisten nachgewiesen, woraus abgeleitet wird, &#8220;dass Sport im Sportressort in starkem Maßen im Modus der Unterhaltung dargestellt&#8221; werde (202, 205). Der Autor übersieht dabei, dass in der Kommunikationswissenschaft äußerst umstritten ist, welchen Einfluss Rollenselbstzuschreibungen auf die tatsächliche Medienberichterstattung besitzen. Innovativ erscheint das Analysemodell zur Produktion nichtfiktiver Unterhaltungsangebote in den Massenmedien. Dabei werden die Produktionsbereiche &#8220;Reported-Entertainment&#8221; und &#8220;Konzept-Enterainment&#8221; identifiziert, die sich zwar in ihren Produktionsmustern unterscheiden, aber über Push- und Pull-Mechanismen sinnvoll in Verbindung gebracht werden. Warum dieses Modell jedoch durch viele sportferne Beispiele exemplifiziert wird (beispielsweise Dschungelcamp oder Prominenten-Kochen), erschließt sich kaum.</p>
<p>Im zweigeteilten Empirieteil werden diese beiden Produktionsbereiche mit einer Zeitschriften- und einer TV-Analyse untersucht. In einer Längsschnittbetrachtung werden von den beiden Magazinen Bunte und Revue 678 Artikel ausgewertet. Die folgende Querschnittuntersuchung berücksichtigt noch zwei weitere Zeitschriften (Max und GQ), was die Analyse von zusätzlich 275 Artikeln nötig machte.</p>
<p>Ein wesentliches Problem der Zeitschriftenanalyse besteht darin, dass die zentrale Untersuchungseinheit &#8220;Artikel&#8221; nicht klar definiert wird und damit offen bleibt, ob z.B. ein vierseitiges Porträt genauso in diese Kategorie fällt wie eine 5-zeilige Kurzmeldung. Zudem fehlen operationale Definitionen der Begriffe &#8220;Leistungsbezug&#8221;, &#8220;private Bezüge&#8221;oder &#8220;positiver Tenor&#8221;. Ein Abdruck des Codebuches wäre notwendig gewesen.</p>
<p>Dies gilt auch für die TV-Analyse, bei der nicht das tatsächlich ausgestrahlte Programm untersucht wurde, sondern Sendeformate mit Sportbezug über Programmhefte, was als wenig geeignetes Instrumentarium für dieses Sujet angesehen wird. Bei acht TV-Sendern wurden 1.616 Formate mit Sportbezug erfasst. Die Wahl uneinheitlicher Untersuchungszeiträume (Zeitschriftenanalyse von 1983 bis 2003 vs. TV-Analyse 1984 bis 2006), unterschiedlicher Messabstände (Zeitschriftenanalyse im Intervall von 10 Jahren, TV-Analyse alle fünf Jahre) und verschiedener Untersuchungskriterien (Zeitschriftenanalyse von Artikeln aus sportfernen Ressorts vs. TV-Analyse von Sendungen mit Sportbezug) hätte erklärt werden müssen.</p>
<p>Da zudem nicht eindeutig nachvollziehbar ist, wie konkret was gemessen wurde, sind die gewonnenen Ergebnisse mit Zurückhaltung zu interpretieren. Dies gilt auch für einige im abschließenden Fazit formulierte Behauptungen: Dass potenzielle Einnahmequellen &#8220;in Millionenhöhe&#8221; ignoriert würden, dass durch die Kürzung &#8220;starker staatlicher Subventionen&#8221; die &#8220;Implosion des Sportssystems&#8221; drohe oder dass Athleten &#8220;ohne eine strategische kommunikative Ausrichtung eine lange erfolgreiche Karriere nicht mehr möglich&#8221; sei (267-270), wirken überdramatisierend. Ein auf 57 Seiten aufgeblähtes Literaturverzeichnis enthält eine Reihe Publikationen, bei denen der Bezug zum Thema kaum herstellbar ist. Ein stringenteres Lektorat hätte eine Vielzahl an unnötigen Redundanzen deutlich reduzieren können.</p>
<p>Der Nutzwert des Buches für die Wissenschaft ist aufgrund der vielen offenen Fragen im Empirieteil eingeschränkt. Der Nutzwert der Studie für die sportjournalistische Praxis dürfte gering sein, weil sich Journalisten mit verklausulierter Wissenschaftssprache wie zum Beispiel &#8220;Polysemie&#8221; (27), &#8220;molar&#8221; (30), &#8220;extradiegetischer Sound&#8221; (48), &#8220;Negentropie&#8221; (62), &#8220;laterale Integration&#8221; (72) oder &#8220;Hyperinklusion&#8221; (92) schwer tun.</p>
<p>Das Buch von Christoph Bertling fällt hinter die Qualität der sonst in der Reihe Sportkommunikation vom Herbert Halem Verlag veröffentlichten Publikationen um Einiges zurück.</p>
<p><em>Links</em></p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/189?XTCsid=c473b8a403ddeb5c7686dd45e054f86b">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.sp.tum.de/cms/files/spomekom/Mitarbeiter_Schaffrath.pdf" target="_blank">Webpräsenz von Michael Schaffrath an der Universität München</a><em><br />
</em></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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