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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Journalismus</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereichen Kommunikation und Medien</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 21:39:14 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Michael Harnischmacher: Journalistenausbildung im Umbruch</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/7724</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/7724#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 08:29:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Komparatistik]]></category>
		<category><![CDATA[Neo-Institutionalismus]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Beatrice Dernbach</em>

<em><img class="alignnone size-full wp-image-7728" title="Journalistenausbildung im Umbruch" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/12/Journalistenausbildung-im-Umbruch.jpg" alt="" width="160" height="228" /></em>Das Buch von Michael Harnischmacher – als Dissertation verfasst und für die Veröffentlichung offensichtlich nicht überarbeitet, zum Beispiel im Sinne von gestrafft – ist kein großer wissenschaftlicher Wurf. Und es birgt auch nichts wirklich Überraschendes. Aber – und hier unterscheidet sich die Meinung der Rezensentin von anderen – die Auseinandersetzung mit der Journalistenausbildung in Deutschland im Vergleich zu den USA sollte jeder, der mit diesem Gebiet zu tun hat, zur Kenntnis nehmen – Ausbilder in Hochschulen und Medienorganisationen, Journalisten aller Art und solche, die 'was mit Medien machen' wollen.  <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/7724">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Beatrice Dernbach</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-7728" title="Journalistenausbildung im Umbruch" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/12/Journalistenausbildung-im-Umbruch.jpg" alt="" width="160" height="228" /></em>Das Buch von Michael Harnischmacher – als Dissertation verfasst und für die Veröffentlichung offensichtlich nicht überarbeitet, zum Beispiel im Sinne von gestrafft – ist kein großer wissenschaftlicher Wurf. Und es birgt auch nichts wirklich Überraschendes. Aber – und hier unterscheidet sich die Meinung der Rezensentin von anderen – die Auseinandersetzung mit der Journalistenausbildung in Deutschland im Vergleich zu den USA sollte jeder, der mit diesem Gebiet zu tun hat, zur Kenntnis nehmen – Ausbilder in Hochschulen und Medienorganisationen, Journalisten aller Art und solche, die &#8216;was mit Medien machen&#8217; wollen.</p>
<p>Denn Harnischmacher trägt akribisch, wohlgeordnet und theoretisch fundiert den &#8216;State of the Art&#8217; der Journalistenausbildung zusammen (erster Buchteil) und untermauert dies mit Ergebnissen einer eigenen, aufwändigen empirischen Studie (zweiter Teil). So kompakt jedenfalls liegt dies bis dato nicht vor, und es wurde Zeit, dass sich dieser sicher nicht immer prickelnden Arbeit einmal jemand angenommen hat. Bisher konnte man (auch) als Journalistik-Wissenschaftlerin den Eindruck haben, dass sich mit dem Thema Journalistenausbildung niemand so richtig beschäftigen will – sicher auch, weil im Wissenschaftssystem für eine solch pragmatische Forschungsfrage die Aussicht auf einen Lorbeerkranz nicht groß ist, und weil für die Praktiker (in Deutschland) die Frage ohnehin seit Jahrzehnten beantwortet ist: Wenn Ausbildung, dann am besten in Kombination eines Fachstudiums mit anschließendem Volontariat.</p>
<p>Michael Harnischmacher identifiziert als die beiden wesentlichen Bereiche mit großem Einfluss auf die Journalistenausbildung den Medien- und den Hochschulsektor. Basierend auf dem Ansatz des Neo-Institutionalismus analysiert er die regulativen (Regeln, Gesetze, Verträge), die normativen (Normen und Werte) und kognitiven (Glaubens- und Bedeutungssysteme) bzw. technische, rechtlich-politische, ökonomische und kulturelle Grundbedingungen in den beiden ausgewählten Ländern. Deutschland stellt er bewusst den USA gegenüber, da viele Tendenzen in der Medien- und der Hochschulentwicklung sehr ähnlich sind, weil teilweise adaptiert (Stichwort &#8216;Bologna-Prozess&#8217;). Dieser theoretische Ansatz bietet ihm die Möglichkeit, institutionelle Entwicklung auch im Sinne von Wandel (De- und Re-Institutionalisierung) zu erfassen und zu beschreiben. Dies setzt er auf den ersten 160 Seiten des Buches um, nicht leicht und unterhaltend zu lesen, nicht ohne Redundanzen, aber immer informativ.</p>
<p>Harnischmacher arbeitet heraus, dass es wichtige Gemeinsamkeiten gibt – zum Beispiel das demokratische Prinzip der Meinungs- äußerungsfreiheit –, dass aber auch wesentliche Unterschiede existieren, wie beispielsweise das unterschiedliche Verständnis von (Aus-) Bildung des Individuums in und für die Gesellschaft sowie die Bewertung und der Status der hochschulgebundenen Journalistenausbildung.</p>
<p>Dem Autor gelingt es, den ersten mit dem zweiten Buchteil über zentrale Forschungsfragen zu verknüpfen, die er wiederum in Fragebögen für Chefredakteure (Mediensektor) und Studiengangs- leiter von Journalistik-Studiengängen in Deutschland und den USA operationalisiert. Seine Methode begründet und rechtfertigt er (beispielsweise, weshalb er gerade diese Statusgruppen ausgewählt und Studieninteressierte nicht einbezogen hat).</p>
<p>Zentrale Erkenntnis ist: In beiden System wandeln sich Medien und Hochschulen, wovon die Journalistenausbildung nicht unbeeinflusst bleibt. Der größere Einfluss des technischen Wandels wird in den USA stärker impliziert und integriert als in Deutschland, das wiederum im Hinblick auf die &#8220;praktische Legitimation&#8221; der hochschulgebundenen Journalistenausbildung den USA weit hinterher hinkt: &#8220;Während in den USA die journalismusbezogenen Studienangebote der dominierende und angesehene Ausbildungs- weg in den professionellen Journalismus sind, stellt das Journalistikstudium in Deutschland nur einen unter vielen möglichen Wegen in den Beruf dar.&#8221; (270-271).</p>
<p>Frustrierend ist, dass die befragten deutschen Chefredakteure das Hochschulstudium weder wirklich anerkennen und schätzen, noch dass sie es überhaupt kennen: Genannt werden gerade einmal wenige, an einer Hand abzählbare Einrichtungen. Ermutigend ist, dass die befragten Studiengangsleiterinnen und -leiter die Medienentwicklungen intensiv beobachten, auswerten und offen sind für Re-Institutionalisierungen ihrer Studienangebote. Harnischmachers Wunsch, dass die Hochschulen den Mut finden, &#8220;den Umbrüchen im Journalismus in der Ausbildung zu begegnen&#8221; (280) allerdings greift zu kurz: Dies kann nämlich nur gelingen, wenn endlich die Journalistenausbildung als Ganzes betrachtet und die Hochschulen und Medienunternehmen integrierte Ausbildungen gemeinsam entwickeln. Die Konkurrenz zwischen den beiden Sektoren, die sich derzeit wie ein Entweder-Oder gegenüberstehen, kann den Anforderungen des Berufs künftig immer weniger gerecht werden.</p>
<p>Dem Buch ist außerdem zu wünschen, dass es in der Fachgesellschaft rezipiert wird und Anschlusskommunikation findet.</p>
<p><em>Links: </em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk-konstanz.de/buch.asp?ISBN=9783867642668&amp;WKorbUID=84392584&amp;TITZIF=2449&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch </a></li>
<li><a href="http://www.uni-trier.de/index.php?id=39233" target="_blank">Webpräsenz von Michael Harnischmacher an der Universität Trier</a></li>
<li><a href="http://www.hs-bremen.de/internet/de/hsb/struktur/mitarbeiter/dernbach/" target="_blank">Webpräsenz von Beatrice Dernbach an der Hochschule Bremen</a></li>
</ul>
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<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Das Buch von Michael Harnischmacher – als Dissertation verfasst und für die Veröffentlichung offensichtlich nicht überarbeitet, zum Beispiel im Sinne von gestrafft – ist kein großer wissenschaftlicher Wurf. Und es birgt auch nichts wirklich Überraschendes. Aber – und hier unterscheidet sich die Meinung der Rezensentin von anderen – die Auseinandersetzung mit der </span></em><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal; font-style: normal;">Journalistenausbildung in Deutschland im Vergleich zu den USA</span></em><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;"> sollte jeder, der mit diesem Gebiet zu tun hat, zur Kenntnis nehmen – Ausbilder in Hochschulen und Medienorganisationen, Journalisten aller Art und solche, die „was mit Medien machen“ wollen. Denn Harnischmacher trägt akribisch, <span style="color: black;">wohlgeordnet </span>und theoretisch fundiert den </span></em><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal; font-style: normal;">State of the Art </span></em><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">der Journalistenausbildung zusammen (erster Buchteil) und untermauert dies mit Ergebnissen einer eigenen, aufwändigen empirischen Studie (zweiter Teil). So kompakt jedenfalls liegt dies bis dato nicht vor, und es wurde Zeit, dass sich dieser sicher nicht immer prickelnden Arbeit einmal jemand angenommen hat. Bisher konnte man (auch) als Journalistik-Wissenschaftlerin den Eindruck haben, dass sich mit dem Thema Journalistenausbildung niemand so richtig beschäftigen will – sicher auch, weil im Wissenschaftssystem für eine solch pragmatische Forschungsfrage die Aussicht auf einen Lorbeerkranz nicht groß ist, und weil für die Praktiker (in Deutschland) die Frage ohnehin seit Jahrzehnten beantwortet ist: Wenn Ausbildung, dann am besten in Kombination eines Fachstudiums mit anschließendem Volontariat.</span></em></p>
<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Michael Harnischmacher identifiziert als die beiden wesentlichen Bereiche mit großem Einfluss auf die Journalistenausbildung den Medien- und den Hochschulsektor. Basierend auf dem Ansatz des Neo-Institutionalismus analysiert er die regulativen (Regeln, Gesetze, Verträge), die normativen (Normen und Werte) und kognitiven (Glaubens- und Bedeutungssysteme) bzw. technische, rechtlich-politische, ökonomische und kulturelle Grundbedingungen in den beiden ausgewählten Ländern. Deutschland stellt er bewusst den USA gegenüber, da viele Tendenzen in der Medien- und der Hochschulentwicklung sehr ähnlich sind, weil teilweise adaptiert (Stichwort ‚Bologna-Prozess‘). Dieser theoretische Ansatz bietet ihm die Möglichkeit, institutionelle Entwicklung auch im Sinne von Wandel (De- und Re-Institutionalisierung) zu erfassen und zu beschreiben. Dies setzt er auf den ersten 160 Seiten des Buches um, nicht leicht und unterhaltend zu lesen, nicht ohne Redundanzen, aber immer informativ. </span></em></p>
<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Harnischmacher arbeitet heraus, dass es wichtige Gemeinsamkeiten gibt – zum Beispiel das demokratische Prinzip der Meinungsäußerungsfreiheit –, dass aber auch wesentliche Unterschiede existieren, wie beispielsweise das unterschiedliche Verständnis von (Aus-) Bildung des Individuums in und für die Gesellschaft sowie die Bewertung und der Status der hochschulgebundenen Journalistenausbildung.</span></em></p>
<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Dem Autor gelingt es, den ersten mit dem zweiten Buchteil über zentrale Forschungsfragen zu verknüpfen, die er wiederum in Fragebögen für Chefredakteure (Mediensektor) und Studiengangsleiter von Journalistik-Studiengängen in Deutschland und den USA operationalisiert. Seine Methode begründet und rechtfertigt er (beispielsweise, weshalb er gerade diese Statusgruppen ausgewählt und Studieninteressierte nicht einbezogen hat). </span></em></p>
<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Zentrale Erkenntnis ist: In beiden System wandeln sich Medien und Hochschulen, wovon die Journalistenausbildung nicht unbeeinflusst bleibt. Der größere Einfluss des technischen Wandels wird in den USA stärker impliziert und integriert als in Deutschland, das wiederum im Hinblick auf die „praktische Legitimation“ der hochschulgebundenen Journalistenausbildung den USA weit hinterher hinkt: „Während in den USA die journalismusbezogenen Studienangebote der dominierende und angesehene Ausbildungsweg in den professionellen Journalismus sind, stellt das Journalistikstudium in Deutschland nur einen unter vielen möglichen Wegen in den Beruf dar.“ (270-271)</span></em></p>
<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Frustrierend ist, dass die befragten deutschen Chefredakteure das Hochschulstudium weder wirklich anerkennen und schätzen, noch dass sie es überhaupt kennen: Genannt werden gerade einmal wenige, an einer Hand abzählbare Einrichtungen. Ermutigend ist, dass die befragten <a name="__DdeLink__82_1580543568">Studiengangsleiteri</a>nnen und -leiter die Medienentwicklungen intensiv beobachten, auswerten und offen sind für Re-Institutionalisierungen ihrer Studienangebote. Harnischmachers Wunsch, dass die Hochschulen den Mut finden, „den Umbrüchen im Journalismus in der Ausbildung zu begegnen“ (280) allerdings greift zu kurz: Dies kann nämlich nur gelingen, wenn endlich die Journalistenausbildung als Ganzes betrachtet und die Hochschulen und Medienunternehmen integrierte Ausbildungen gemeinsam entwickeln. Die Konkurrenz zwischen den beiden Sektoren, die sich derzeit wie ein Entweder-Oder gegenüberstehen, kann den Anforderungen des Berufs künftig immer weniger gerecht werden.</span></em></p>
<p class="NormalWeb" style="margin-top: 0cm; margin-right: 0cm; margin-bottom: 5.65pt; margin-left: 0cm; line-height: 117%;"><em><span style="font-family: &quot;Times New Roman&quot;,&quot;serif&quot;; mso-bidi-font-family: Mangal;">Dem Buch ist außerdem zu wünschen, dass es in der Fachgesellschaft rezipiert wird und Anschlusskommunikation findet. </span></em></p>
</div>
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		<title>Stephan Weichert; Leif Kramp: Die Vorkämpfer</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 08:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandsberichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Auslandskorrespondenten]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Krisenjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Irmgard Wetzstein</em>

<em><img class="alignnone size-full wp-image-7253" title="Weichert, Kramp 2011" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/11/Weichert-Kramp-2011.jpg" alt="" width="160" height="240" /></em>Krisen- und Auslandsjournalismus werden in der Kommunikationswissenschaft vorwiegend inhaltsanalytisch hinterfragt, wobei hoch eskalierte Konflikte wie der Irak-Krieg 2003 oder der Libanon-Krieg 2006 im Zentrum des Interesses stehen. Die Notwendigkeit einer – möglichst zeitnahen – Reflexion konflikt- und krisenjournalistischer Medieninhalte ist in der Kommunikationsforschung unbestritten. Ebenso wesentlich ist es, AuslandsreporterInnen über ihr Selbstbild und ihre Praxis bzw. das Berufsfeld generell zu befragen, um eine konkrete Vorstellung über deren Tätigkeit und Tätigkeitsumfeld zu erhalten – ein bereits in der empirischen Planung sehr ambitioniertes Ziel, da KorrespondentInnen für zeitintensive Interviews oftmals nicht greifbar sind. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/7468">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Irmgard Wetzstein</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-7253" title="Weichert, Kramp 2011" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/11/Weichert-Kramp-2011.jpg" alt="" width="160" height="240" /></em>Krisen- und Auslandsjournalismus werden in der Kommunikationswissenschaft vorwiegend inhaltsanalytisch hinterfragt, wobei hoch eskalierte Konflikte wie der Irak-Krieg 2003 oder der Libanon-Krieg 2006 im Zentrum des Interesses stehen. Die Notwendigkeit einer – möglichst zeitnahen – Reflexion konflikt- und krisenjournalistischer Medieninhalte ist in der Kommunikationsforschung unbestritten. Ebenso wesentlich ist es, AuslandsreporterInnen über ihr Selbstbild und ihre Praxis bzw. das Berufsfeld generell zu befragen, um eine konkrete Vorstellung über deren Tätigkeit und Tätigkeitsumfeld zu erhalten – ein bereits in der empirischen Planung sehr ambitioniertes Ziel, da KorrespondentInnen für zeitintensive Interviews oftmals nicht greifbar sind.</p>
<p>Stephan Weichert und Leif Kramp ist es jedoch gelungen, 17 namhafte – bis auf eine Ausnahme für deutsche Medien tätige bzw. tätig gewesene – JournalistInnen eben über deren Selbstbild und Praxis zu befragen, darunter Antonia Rados (RTL), Carolin Emcke (u. a. Die Zeit), Gerhard Kromschröder (ehem. Stern) und Souad Mekhennet (New York Times), um nur einige zu nennen. Im Rahmen leitfadengestützter Intensiv-Interviews geben die Befragten Auskunft über ihre (biografischen) Zugänge zum Berufsfeld, Trends und Entwicklungslinien in der Krisenkommunikation und -berichterstattung, die Arbeit im Krisengebiet und Recherche-Netzwerke sowie Qualitätssicherung und Verbesserungsbedarf.</p>
<p>Die Ergebnisse der qualitativen Studie sind großteils wenig überraschend, KennerInnen einschlägiger Literatur dürften diese recht bekannt vorkommen. So ist es beispielsweise nicht neu, dass Auslandsjournalismus kostenintensiv, für viele Medienunternehmen kaum noch leistbar ist, kurz: ökonomischen Zwängen unterliegt; dass Social Networks, Blogs und mobile Kommunikation die Krisenberichterstattung beschleunigen; dass in Krisenregionen verortete Stringer und Fixer eine wesentliche, wenn auch nicht unproblematische Rolle spielen und dass sich das System Krisenjournalismus in der Regel mit Informationsknappheit bei gleichzeitigem Veröffentlichungsdruck konfrontiert sieht, was Wahrheitsfindung und tiefgreifende Reflexion erschwert. Die Stärke der Lektüre liegt vielmehr in der Veranschaulichung dieser bekannten Umstände krisenjournalistischer Arbeit durch die befragten ReporterInnen: Wie sich beispielsweise die letztgenannte Problematik in der konkreten Praxis äußert, wird etwa von Antonia Rados so beschrieben (97): &#8220;Und in einer gewissen Perversion geht das soweit, dass sogar Leute, die praktisch keinen Stoff zum Berichten haben, die also im Hotel sitzen und gar nichts zu erzählen haben, dann auch noch Unterhaltung daraus machen. Mit Unterhaltung meine ich im Falle von Kriegsreportagen vor allem das Über-sich-selbst-Reden: Sein eigenes &#8216;Erleiden&#8217;, seine eigenen Probleme als Reporter.&#8221;</p>
<p>Interessant ist es auch zu erfahren, dass sich die befragten ReporterInnen als &#8216;Krisen-Hopper&#8217; verstehen, dass Frauen das männerdominierte Berufsfeld Krisenjournalismus vorwiegend als Karrieresprungbrett nutzen, dass Motivationen für den Beruf von Reisedrang über die Vertiefung von Wissen über eine bestimmte Region bis hin zum Wunsch einer authentischen Wahrnehmung der Welt mit eigenen Augen reichen und wie (verbesserungswürdig) die ReporterInnen die Kommunikation mit den Heimatredaktionen einschätzen.</p>
<p>Die Analyse der Leitfadeninterviews findet über weite Strecken auf deskriptiver Ebene statt:  Die Aussagen der JournalistInnen wurden den oben genannten Themenkomplexen zugeordnet, werden im Analyseteil des Buches exemplarisch herangezogen und kommentiert. Im vierten und letzten Kapitel begeben sich die Autoren schließlich doch noch auf eine interpretative bzw. evaluative Ebene, indem sie aufgrund der von den JournalistInnen angesprochenen Missständen und Herausforderungen Lösungsoptionen und Handlungsempfehlungen zur strukturellen (Codes of Conduct, Richtlinienkataloge, Verhaltenskodizes) und handwerklichen Verbesserung (Vor- und Nachbereitung, Ausbildung und Trainings) von Krisenjournalismus ableiten. Ob und inwieweit der abschließend vorgestellte vielfältige und ehrgeizige Kompetenz- und Infrastrukturkatalog für einen besseren Krisenjournalismus vor dem Hintergrund ökonomischer Zwänge und knapper Zeitressourcen umgesetzt werden kann, ist fraglich.</p>
<p>Am Beginn des Buches wird der Forschungsstand zu Krisenjournalismus bzw. -berichterstattung auf knapp 70 Seiten aufgearbeitet, was zwar kein tiefes Eintauchen in das zweifelsfrei komplexe Themenfeld und relevante theoretische Konstrukte erlaubt, sich aber eignet, um einen ersten Ein- bzw. Überblick zu erhalten. In aller Kürze werden vielschichtige Aspekte des Krisenjournalismus – von Bedingungen der Krisenberichterstattung über das Berufsbild bis hin zum systemischen Umfeld (Informationsmanagement, Propagandatechniken, embedded journalism), der Beziehung von Medien und Terrorismus, journalistischen Qualitätsdefiziten im Lichte von Friedensjournalismus und konfliktsensitiver Berichterstattung sowie der Rolle neuer Medien inklusive Web 2.0 und WikiLeaks – angerissen.</p>
<p>Alles in allem ist das Buch gut strukturiert sowie nachvollziehbar und verständlich geschrieben, bietet einen guten, knappen und aktuellen Überblick über Krisenjournalismus und dessen Entwicklungen und gibt konkrete Einblicke in die Arbeit von KrisenjournalistInnen. Auch wird auf thematisch wesentliche Literatur verwiesen. Aus diesen Gründen sollte das Buch etwa auf Literaturlisten einschlägiger Hochschulkurse nicht fehlen.</p>
<p><em>Links: </em></p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/232" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a><em></em></li>
<li><a href="http://www.macromedia-fachhochschule.de/hochschule/menschen/professoren/personendetails/vita/weichert.html" target="_blank">Webpräsenz von Stephan Weichert an der MHMK </a></li>
<li><a href="http://vocer.org/de/autoren/do/viewprofile/id/65/leif-kramp.html" target="_blank">Webpräsenz von Leif Kramp auf vocer.org</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Daniel Chmielewski: Lokale Leser. Lokale Nutzer</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6515</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6515#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 08:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lokalzeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinezeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Rezeptionsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Wiebke Möhring</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-6517" title="Chmielewski" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Chmielewski.jpg" alt="" width="160" height="240" />Sie werden immer weniger, die Menschen, die täglich eine Zeitung lesen. Die Abonnentenzahlen nehmen ab, die Verlage stehen unter Kostendruck, die Redaktionen müssen sich vermehrt Fragen stellen: Mit welchen Inhalten können wir Leser an uns binden, welches Medium soll die Inhalte transportieren? Seit Jahrzehnten gilt: Setzt auf das Lokale. Das ist es, was die Leser wollen, das ist es, was die Abonnementzeitung (abgesehen von überregionalen Titeln) ausmacht. Die Stärke und damit das (bisherige) Alleinstellungsmerkmal ist lokale Kompetenz, und das weiß der Leser zu schätzen. Das ist also nicht neu – und gilt trotzdem immer noch, wie auch diese Studie zeigt. Und es lässt sich von der Printausgabe auf die Online-Auftritte von Verlagen übertragen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6515">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Wiebke Möhring</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6517" title="Chmielewski" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Chmielewski.jpg" alt="" width="160" height="240" />Sie werden immer weniger, die Menschen, die täglich eine Zeitung lesen. Die Abonnentenzahlen nehmen ab, die Verlage stehen unter Kostendruck, die Redaktionen müssen sich vermehrt Fragen stellen: Mit welchen Inhalten können wir Leser an uns binden, welches Medium soll die Inhalte transportieren? Seit Jahrzehnten gilt: Setzt auf das Lokale. Das ist es, was die Leser wollen, das ist es, was die Abonnementzeitung (abgesehen von überregionalen Titeln) ausmacht. Die Stärke und damit das (bisherige) Alleinstellungsmerkmal ist lokale Kompetenz, und das weiß der Leser zu schätzen. Das ist also nicht neu – und gilt trotzdem immer noch, wie auch diese Studie zeigt. Und es lässt sich von der Printausgabe auf die Online-Auftritte von Verlagen übertragen.</p>
<p>Gerade weil das Lokale als Hoffnungsträger einer ganzen Branche gilt, ist es erstaunlich, dass Lokalkommunikation in der Kommunikationswissenschaft nicht mehr Beachtung findet. Umso erfreulicher, dass mit der ursprünglich als Dissertation vorgelegten Arbeit die Diskussion wieder angeregt werden kann.</p>
<p>Die Lektüre der Studie kann denjenigen empfohlen werden, die sich fragen, wie und ob sich die Publika von Print- und Online-Ausgaben in der Nutzung lokaler Inhalte unterscheiden. Denn Daniel Chmielewski nimmt mit seiner Arbeit das vernachlässigte Publikum des Lokalen in den Fokus. Er vergleicht zwei Rezipientengruppen von lokalen Informationen, den Leser der Printausgabe lokaler Zeitungen auf der einen und den Nutzer von redaktionellen lokalen Nachrichtensites auf der anderen Seite. Drei Kernfragen liegen zugrunde: Wie wichtig ist das Lokale für Zeitungsleser und Nutzer von Nachrichtensites, wie ausgeprägt ist die Ortsbindung und in welchem Zusammenhang stehen lokales Interesse und Ortsbindung?  Das Lokale wird verstanden als die alltägliche Lebenswelt im geografischen Nahbereich. Beide Konstrukte, sowohl das lokale Interesse als auch die Ortsbindung, gelten seit langem als zentrale Zuwendungsmotive, die vorliegende Fallstudie setzt sich zum Ziel, zum besseren Verständnis des Verhältnisses von beiden beizutragen.</p>
<p>Die theoretischen Kapitel der Arbeit sind pragmatisch knapp gehalten. Das muss kein Nachteil sein, im Gegenteil, setzt aber eine gewisse Kenntnis des Diskussionstandes beim Leser voraus – zumindest, wenn man die Ausführungen im wissenschaftlichen Kontext verorten will. Für die Bestimmung der Faktoren und Dimensionen von Ortsbindung bezieht er sich auf die Arbeiten von Reuber (1993), die Frage nach dem Raum an sich wird im Spannungsfeld der Glokalisierung beantwortet, hier hätten Rückbezüge auf raumsoziologische Arbeiten den Horizont bereichern können. Als zugrundeliegendes Rezeptionsmodell wählt er das dynamisch-transaktionale Modell von Schönbach und Früh und begründet diese Auswahl mit dem heuristischen Potenzial des Ansatzes – einem hier unkundigen Leser sind diese Ausführungen wohl etwas knapp.</p>
<p>Empirisch liegt der Untersuchung ein quantitativer Ansatz zugrunde, deskriptiv und hypothesenprüfend. Er untersucht die Leser der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhr_Nachrichten" target="_blank">Ruhr-Nachrichten</a> in drei Orten (Dortmund, Schwerte und Nordkirchen) und die Nutzer der dazugehörigen Nachrichtensite <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/" target="_blank">RuhrNachrichten.de</a>. Die Anlage der Arbeit ist nachvollziehbar dargestellt, die Ergebnisdarstellung hätte zugunsten analytischer Tiefe an einigen Stellen verdichtet werden können.</p>
<p>Chmielewski kann mit den Ergebnissen zeigen, dass das Lokale an erster Stelle steht, sowohl bei Lesern als auch bei Webnutzern – die sich erstaunlich einig sind in ihren Präferenzen. Lokales Interesse und Ortsbindung sind wichtige Nutzungsfaktoren und zudem weder eine Frage des Alters, des Geschlechts und der Ortsgröße; Ortsbindung steigert das lokale Interesse und erhöht das Themeninteresse. Interessant ist, dass gerade die Jüngeren der Stichprobe eine hohe Ortsbindung aufweisen, er nennt dies einen Jugendeffekt. Eingeschränkt wird die Tragweite seiner empirischen Ergebnisse durch den Fakt, dass Abonnementbesitz und regelmäßige Sitenutzung umgekehrt auch von lokalem Interesse und Ortsbindung abhängen, also bereits Ausdruck starken Interesses und Bindung sind.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/225?XTCsid=1a678ba90d4de4070e04c50b46cded1b" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.fakultaet3.fh-hannover.de/?id=13243" target="_blank">Webpräsenz von Wiebke Möhring an der FH Hannover</a></li>
</ul>
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		<title>Patrick Voßkamp: Sprechen, um zu schreiben</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/7050</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 08:30:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Gesprächsanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Heiner Apel</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-7051" title="voßkamp 2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/voßkamp-2010.jpg" alt="" width="160" height="227" /><em>Sprechen, um zu schreiben</em> klingt zunächst wie eine fehlerhafte Inversion, wie eine unkonventionelle Umkehrung des Vertrauten, denn für gewöhnlich funktionieren die genannten Tätigkeiten in anderer Richtung: zunächst wird etwas geschrieben (z. B. ein Beitrag für eine Radiosendung) und dies dann gesprochen, damit es auf Sendung gehen kann. Was heißt nun "Sprechen, um zu schreiben"? Das Feld des Journalismus wird tatsächlich berührt, aber eben nicht der Hörfunk oder das Fernsehen, sondern das klassische, alte Zeitungsgeschäft, genauer der Lokaljournalismus. Patrick Voßkamp, selbst in einer Redaktion als freier Mitarbeiter im Lokalen tätig sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen, untersucht, inwieweit mündliche kommunikative Fähigkeiten für den Lokaljournalismus notwendig sind, z. B. um gewünschte Informationen, die veröffentlicht werden sollen, zu erhalten – im Fokus steht hier also das Recherchegespräch. Warum gerade Lokaljournalismus? Lokaljournalismus wird oft unterschätzt in seiner Komplexität. Der Lokaljournalist agiert häufig als 'Generalist', der vielfältige Themen mit unterschiedlichsten Informanten recherchieren muss. Demzufolge besitzt das Gespräch im Alltag von Lokaljournalisten einen hohen Stellenwert, wurde aber bislang weniger intensiv erforscht. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/7050">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Heiner Apel</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-7051" title="voßkamp 2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/voßkamp-2010.jpg" alt="" width="160" height="227" /><em>Sprechen, um zu schreiben</em> klingt zunächst wie eine fehlerhafte Inversion, wie eine unkonventionelle Umkehrung des Vertrauten, denn für gewöhnlich funktionieren die genannten Tätigkeiten in anderer Richtung: zunächst wird etwas geschrieben (z. B. ein Beitrag für eine Radiosendung) und dies dann gesprochen, damit es auf Sendung gehen kann. Was heißt nun &#8220;Sprechen, um zu schreiben&#8221;? Das Feld des Journalismus wird tatsächlich berührt, aber eben nicht der Hörfunk oder das Fernsehen, sondern das klassische, alte Zeitungsgeschäft, genauer der Lokaljournalismus. Patrick Voßkamp, selbst in einer Redaktion als freier Mitarbeiter im Lokalen tätig sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen, untersucht, inwieweit mündliche kommunikative Fähigkeiten für den Lokaljournalismus notwendig sind, z. B. um gewünschte Informationen, die veröffentlicht werden sollen, zu erhalten – im Fokus steht hier also das Recherchegespräch. Warum gerade Lokaljournalismus? Lokaljournalismus wird oft unterschätzt in seiner Komplexität. Der Lokaljournalist agiert häufig als &#8216;Generalist&#8217;, der vielfältige Themen mit unterschiedlichsten Informanten recherchieren muss. Demzufolge besitzt das Gespräch im Alltag von Lokaljournalisten einen hohen Stellenwert, wurde aber bislang weniger intensiv erforscht.</p>
<p>Ein Ziel des Buches formuliert der Autor daher so: &#8220;Für den Lokaljournalismus wäre indes viel gewonnen, wenn ein Bewusstsein für die Bedeutung mündlicher kommunikativer Fähigkeiten der professionell Schreibenden geschaffen wird, wenn geschaut wird, wie Lokalredakteure mit ihren Gesprächspartnern auf verbaler Ebene interagieren und ob sie dabei womöglich im Laufe ihrer beruflichen Sozialisation (unbewusst) bestimmte Verfahren erworben haben&#8221; (59). Dieses Ziel wird bearbeitet, indem der Autor die Recherchegespräche von Lokaljournalisten mit den Mitteln der Gesprächsanalyse untersucht und aus dieser Untersuchung Befunde extrahiert.</p>
<p>Wie geht der Autor vor? Zunächst gibt er einen Abriss über die Geschichte und die Stellung des Lokalen im redaktionellen Bereich einer Zeitung, um danach seinen methodischen Ansatz in der Betrachtung des Mündlichen vorzustellen: die Angewandte Gesprächsforschung. Dies geschieht, verbunden mit einem kurzen Abriss zur Geschichte der Gesprächsforschung, knapp, übersichtlich und gut lesbar. In einem weiteren Teil werden die konkreten Untersuchungsgegenstände (Redaktion, Redakteure und Recherchegespräche) vorgestellt, um sich dann der ausführlichen Analyse der Recherchegespräche der Journalisten zu widmen. Diese Analyse folgt einer Phaseneinteilung von Gesprächen und differenziert Eröffnungsphase, Beendigungsphase und Kernphase. Eine kurze Zusammenfassung rundet die Studie ab.</p>
<p>Patrick Voßkamp zeigt detailliert, mit welchen Verfahren Lokaljournalisten vorgehen, um ihre Gesprächspartner zu motivieren, relevante Informationen zu erläutern. Dies ist eine große Stärke (neben dem sehr anschaulichen und dennoch nicht oberflächlichen Schreibstil) des Buches: in jeder der drei Gesprächsphasen identifiziert der Autor Verfahren der kommunikativen Praxis der Verständnisherstellung und -sicherung. Zudem liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Analyse der Beziehungsgestaltung der Interaktanten, die gerade im Bereich des Lokalen eine hohe Relevanz besitzt. Diese Verfahren zu ermitteln und empirisch für die Gesprächssorte &#8216;Recherchegespräch&#8217; in verschiedenen Kontexten zu belegen, ist ein Verdienst des Buches, das damit eben nicht nur für die Fachwissenschaftler, sondern auch (und dies wurde als Anspruch formuliert) &#8220;außerhalb der Universität&#8221; (15) für Redakteure, Volontäre etc. interessant wird.</p>
<p>Die Analyse an sich geschieht terminologisch und fachlich präzise, sodass anhand der Transkripte die verbalen Handlungen der Redakteure zum einen transparent gemacht und zum anderen systematisiert werden. Darüber hinaus werden die Verhaltensweisen der Redakteure auch kritisch betrachtet und vom Autor einerseits positiv eingeschätzt (Wissenstransfer, positive Beziehungsgestaltung), andererseits aber auch negativ bewertet. Dies betrifft v. a. die teilweise fehlende kritische Distanz der Redakteure, die eine negative Berichterstattung verhindert, jedoch durch die speziellen Bedingungen des Lokaljournalismus erklärt werden kann.</p>
<p>Kleinere Mängel des Buches betreffen eher die formale Gestaltung: im Text vorkommende Unterkapitel der vierten Ebene werden im Inhaltsverzeichnis nicht aufgeführt, zudem wird auf einen Anhang verwiesen, der die Transkriptgestaltung erläutern soll – dieser fehlt allerdings im Buch.</p>
<p>Die Relevanz mündlicher Kommunikation sowie die Notwendigkeit der Schulung von Gesprächskompetenz auch in einem eigentlich dem Schreiben verpflichteten Beruf wie dem des Lokaljournalisten wird durch die leicht lesbare Studie sowie den empirischen Nachweis anhand der Transkripte untermauert. Aus diesem Grund sollte sich der Wunsch des Autors, &#8220;dass der Austausch zwischen Journalismus und Linguistik durch diese Arbeit, über den Bereich der Schriftlichkeit hinaus, […] intensiviert wird&#8221; (15), hoffentlich bewahrheiten.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvrr.de/index.php/produkt-details/product/sprechen-um-zu-schreiben.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.uni-due.de/germanistik/vosskamp/" target="_blank">Webpräsenz von Patrick Voßkamp an der Universität Duisburg-Essen</a></li>
<li><a href="http://www.isk.rwth-aachen.de/hapel.html" target="_blank">Webpräsenz von Heiner Apel an der RWTH Aachen</a></li>
</ul>
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		<title>Gabriele Reckinger; Volker Wolff (Hrsg.): Finanzjournalismus</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6924</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6924#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 09:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsberichterstattung]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Christoph Moss</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-6925" title="Reckinger et al" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/09/Reckinger-et-al.jpg" alt="" width="160" height="230" />Finanzjournalisten  spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Börsenturbulenzen,  Staatsverschuldung oder Unternehmenspleiten zu erklären. Leider führt  diese Disziplin aber ein Schattendasein in Deutschland: Es gibt zu  wenige professionell ausgebildete Redakteure, die in der Lage sind, komplizierte Marktzusammenhänge einem breiten Publikum verständlich und korrekt zu vermitteln. Ein Buch wie <em>Finanzjournalismus</em>, herausgegeben  von Gabriele Reckinger und Volker Wolff, muss also in hohem Maße  relevant sein. Die  beiden Herausgeber legen ein Werk vor, das eine wichtige Lücke auf dem  Markt der Ausbildungsliteratur füllt. So groß der objektive Bedarf an  guten Finanzjournalisten aber auch sein mag, so schwer tut sich die  Branche nach wie vor. Die traditionellen Medien ringen um ein  erfolgreiches Geschäftsmodell. Und die Lokalzeitungen verzichten  inzwischen häufig komplett auf Wirtschaftsredaktionen. Stattdessen hat sich das Rotationsmodell durchgesetzt. Dort, wo früher ein Spezialist über Aktien schrieb, kann heute ein Allrounder sitzen, der Bilanz-PK, Wetterbericht und den Tourbeginn einer Popgruppe gleichermaßen redigiert. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6924">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christoph Moss</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6925" title="Reckinger et al" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/09/Reckinger-et-al.jpg" alt="" width="160" height="230" />Finanzjournalisten  spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Börsenturbulenzen, Staatsverschuldung oder Unternehmenspleiten zu erklären. Leider führt diese Disziplin aber ein Schattendasein in Deutschland: Es gibt zu wenige professionell ausgebildete Redakteure, die in der Lage sind, komplizierte Marktzusammenhänge einem breiten Publikum verständlich und korrekt zu vermitteln. Ein Buch wie <em>Finanzjournalismus</em>, herausgegeben  von Gabriele Reckinger und Volker Wolff, muss also in hohem Maße  relevant sein. Die  beiden Herausgeber legen ein Werk vor, das eine wichtige Lücke auf dem  Markt der Ausbildungsliteratur füllt. So groß der objektive Bedarf an guten Finanzjournalisten aber auch sein mag, so schwer tut sich die  Branche nach wie vor. Die traditionellen Medien ringen um ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Und die Lokalzeitungen verzichten  inzwischen häufig komplett auf Wirtschaftsredaktionen. Stattdessen hat sich das Rotationsmodell durchgesetzt. Dort, wo früher ein Spezialist über Aktien schrieb, kann heute ein Allrounder sitzen, der Bilanz-PK, Wetterbericht und den Tourbeginn einer Popgruppe gleichermaßen redigiert.</p>
<p>Das Problem des Finanzjournalismus ist dabei zweigeteilt: Auf der einen Seite müssen die Akteure hochspezialisiertes Sach- und Fachwissen nachweisen, weil sie sich bei Finanzthemen nicht auf den für  Journalisten oft typischen Reflex des gesunden Sprachgefühls verlassen  können. Es ist ein dramatischer Unterschied, ob in der Bilanz die  Rücklagen oder die Rückstellungen gewachsen sind. Auf der anderen Seite  müssen Finanzjournalisten auch Meister der Vermittlung sein. Knochentrockene Themen wie Rückversicherung, Rechnungslegungsstandards oder Credit Default Swaps einem breiten Publikum darzustellen ist eine Herkulesaufgabe, weil jede Form der inhaltlichen Vereinfachung der Gefahr unterliegt, Fakten zu verfälschen.</p>
<p>Reckinger und Wolff wissen, was sie tun. Beide sind gelernte Finanzjournalisten, beide bringen viele Jahre Redaktionserfahrung mit. Sie wagen sich heran an den Spagat zwischen Kompetenz und Kommunikation. Und sie meistern ihn mit Bravour. Ihr 450-Seiten-Werk teilt sich in mehr als 70 Unterkapitel von A wie &#8220;Ad-hoc-Mitteilung&#8221; bis Z wie &#8220;Zertifikate&#8221;. Jeder Abschnitt  hat einen kompetenten Verfasser, der sich in der Regel als aktiver  Finanzjournalist einen Namen gemacht hat. Es sind exzellente Schreiber,  die seit Jahren im Redaktionsalltag ihre große Kenntnis in guten Journalismus übersetzen.</p>
<p>Dieser Hinweis ist wichtig, denn allzu oft steht der Finanzjournalismus am Pranger – zuletzt in der Finanzkrise  2008. &#8220;Warum hat uns niemand gewarnt?&#8221; Auf diesen gemeinsamen Nenner  lassen sich all die Vorwürfe bringen, die mehr oder weniger deutlich  akzentuiert in Richtung der Wirtschaftsmedien erhoben wurden. Aber kann der Finanzjournalismus diese Frühwarnfunktion überhaupt einnehmen? Können die Adressaten des Buchs von Reckinger und Wolff tatsächlich mehr wissen, als alle Konjunkturforscher, Chefvolkswirte und Forschungszentren dieser Welt zusammen? Ein bekannter Wirtschaftsjournalist schrieb  einmal, wenn er dies könnte, würde er den Beruf wechseln. Und damit wohl reich werden.</p>
<p>Das  Buch <em>Finanzjournalismus</em> hilft – möglicherweise sogar ungewollt – eine  Antwort auf die vielfache Kritik am Berufsstand zu finden, etwa im  Umgang mit Analysten: Um die Jahrtausendwende erschütterte eine Reihe von Analystenskandalen die New Yorker Wall Street. Die Konsequenz der auch damals schnell schießenden Kritikerzunft war  eindeutig: Analysten durften keine seriöse Quelle mehr für  Finanzjournalisten sein. Aber diese Schlussfolgerung hat niemandem  geholfen. Analysten waren und sind ein wichtiger Baustein bei der  Informationssuche. Sie gehören zur seriösen Recherche dazu. Auch ein  Polizeireporter in einer Großstadtredaktion spricht nicht nur mit der  Staatsanwaltschaft sondern nutzt alle Quellen, die ihm zur Verfügung  stehen. Aber er muss auch gelernt haben, wie er die Qualität dieser  Quellen einzuschätzen hat: Der Umgang mit möglichen Interessenkonflikten gehört ganz elementar dazu. Wie viele aktive Journalisten aber können  tatsächlich die Sprache der Analysten deuten? Die Zahl bleibt überschaubar. Reckinger und  Wolff nehmen sich genau dieser Thematik an. Der Beitrag von Andreas Henry zum Thema &#8220;Analysten&#8221; bringt es auf den Punkt: &#8220;Jegliche  Herabstufung, nicht allein die klar auf Sell gestellte, ist tatsächlich eine verkappte Verkaufsempfehlung und deshalb ein Warnsignal.&#8221; Aussagen wie  diese zeigen, dass dieses Buch es ernst meint mit dem Thema Ausbildung.</p>
<p>Die große Leistung der Herausgeber besteht darin, dem ganzen Projekt eine Form zu geben und dennoch die individuellen Stärken der beteiligten  Journalisten zur Geltung kommen zu lassen. So ist dieses Buch vor allem  ein Kompendium des Finanzwissens, das notwendig ist, um im  Redaktionsalltag unfallfrei zu bestehen. Aber das Buch bietet mehr: Neben harten Sachthemen wie Chartanalyse und Private Equity spielen auch  grundlegende atmosphärische Themen eine Rolle. So gibt es ein eigenes Kapitel zur Ethik, in dem Aspekte wie Selbstkontrolle, Insiderinformationen, Trennung von Werbung und Text sowie das Verhältnis von Journalismus zu PR behandelt werden. Auch handwerkliche Disziplinen  wie Recherche und Darstellungsformen werden gesondert dargestellt. Magazinjournalismus, Internet, Feature, Grafik, Tabellen – selten hat ein Buch so viel kompetentes Handwerk aus dem Wirtschafts- und Finanzjournalismus vermittelt.</p>
<p>Dabei ist gerade die professionelle Vermittlung wichtig für erfolgreichen Finanzjournalismus. Thomas Öchsner (Verbraucherjournalismus) und Franz-Josef Tenhagen (Verbraucherkredit) gehören denn auch zu den  Autoren, die das Themengebiet bewusst erweitern. Besonders stark ist das  Buch dort, wo neben dem Finanzwissen auch jeweils die Perspektive der Journalisten eine zentrale Rolle spielt. So schreibt etwa Martin Hampel über den Devisenmarkt und gibt dabei ganz explizite Hinweise für  Journalisten. Dass dies nur in wenigen Kapiteln so ausdrücklich geschieht, ist das einzige Manko des Buchs. Aber gemessen an allem, was  bisher zum Thema &#8220;Finanzjournalismus&#8221; erschienen ist, liegt das Werk von Gabriele Reckinger und Volker Wolff ganz weit vorn.</p>
<p><em>Finanzjournalismus</em> ist ein exzellentes Buch für die praktische Journalistenausbildung. Es ist nicht besserwisserisch, es dramatisiert nicht und es problematisiert nicht. Es ist kein Buch, das den wissenschaftlichen Diskurs befeuert. Dieses Buch liefert Antworten auf viele offene Fragen der Praxis. Damit  leisten die Herausgeber Gabriele Reckinger und Volker Wolff gemeinsam mit den vielen Autoren einen Beitrag zur Lösung des eigentlichen Problems in vielen  Redaktionen: Dem Mangel an guter und vor allem flächendeckender Ausbildung in Finanz- und Wirtschaftsjournalismus.</p>
<p><em>Links: </em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867642538&amp;WKorbUID=756109&amp;TITZIF=2431&amp;be=jo" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.journalismus.uni-mainz.de/449.php" target="_blank">Webpräsenz von Volker Wolff an der Universität Mainz</a></li>
<li><a href="http://www.christoph-moss.de/" target="_blank">Private Homepage von Christoph Moss</a></li>
</ul>
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		<title>Anton Simons: Journalismus 2.0</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6495</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6495#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Oct 2011 09:00:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mediensystem]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Stefan Heijnk</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-6502" title="Simons" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Simons2.jpg" alt="" width="160" height="229" />Um eines gleich vorweg zu nehmen: Anton Simons legt für alle, die sich einen Überblick über die Auswirkungen des Mitmachweb auf journalistische Arbeitsprozesse verschaffen und die sich wandelnden Mediennutzungs- gewohnheiten der Menschen besser verstehen wollen, ein nützliches Buch vor. Simons hält weitestgehend, was er in der Einleitung verspricht: Er will mit seinem Buch zeigen, "welche Konsequenzen das soziale Netz für Journalismus und Journalisten, für die Redaktionsarbeit und für Medienunternehmen hat" und "informieren über veränderte Erwartungen, Nutzungsgewohnheiten und Selbstverständnis der Medienkonsumenten sowie über den damit einhergehenden Wandel der Anforderungen an die Journalisten". Dazu stellt er zunächst auf 100 Seiten ausführlich die Publikationswerkzeuge des Mitmachweb vor (von Blog über Wiki bis Social Music und Eventplattformen), skizziert dann den dramatischen Wandel, den diese Instrumente für journalistisches Publizieren induzieren (auf 50 Seiten) und prognostiziert schließlich, wie sich dieser Wandel auf den Journalismus auswirken kann, auf die Redaktionsorganisationen und letztlich auf die Journalistinnen und Journalisten (auf den verbleibenden gut 70 Seiten). <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6495">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Stefan Heijnk</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6502" title="Simons" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Simons2.jpg" alt="" width="160" height="229" />Um eines gleich vorweg zu nehmen: Anton Simons legt für alle, die sich einen Überblick über die Auswirkungen des Mitmachweb auf journalistische Arbeitsprozesse verschaffen und die sich wandelnden Mediennutzungs- gewohnheiten der Menschen besser verstehen wollen, ein nützliches Buch vor. Simons hält weitestgehend, was er in der Einleitung verspricht: Er will mit seinem Buch zeigen, &#8220;welche Konsequenzen das soziale Netz für Journalismus und Journalisten, für die Redaktionsarbeit und für Medienunternehmen hat&#8221; und &#8220;informieren über veränderte Erwartungen, Nutzungsgewohnheiten und Selbstverständnis der Medienkonsumenten sowie über den damit einhergehenden Wandel der Anforderungen an die Journalisten&#8221; (9). Dazu stellt er zunächst auf 100 Seiten ausführlich die Publikationswerkzeuge des Mitmachweb vor (von Blog über Wiki bis Social Music und Eventplattformen), skizziert dann den dramatischen Wandel, den diese Instrumente für journalistisches Publizieren induzieren (auf 50 Seiten) und prognostiziert schließlich, wie sich dieser Wandel auf den Journalismus auswirken kann, auf die Redaktionsorganisationen und letztlich auf die Journalistinnen und Journalisten (auf den verbleibenden gut 70 Seiten).</p>
<p>Inhaltlich liefert Simons eine substanzielle, plausible Analyse des sich wandelnden Verhältnisses zwischen Medienanbietern und Medienrezipienten. Er weist dazu perspektivisch auf zwei wesentliche Entwicklungstrends im Mediensystem hin: Einerseits emanzipieren sich die Medienrezipienten von der althergebrachten Deutungshoheit redaktioneller Medienbetriebe und begegnen ihnen nicht mehr als Konsumenten, sondern als Prosumenten (also als Konsumenten, die ihrerseits auch selbst als Produzenten aktiv sind). Und andererseits etablieren sich mit dem Internet ökonomische Rahmensetzungen, die die angestammten lukrativen Geschäftsmodelle ganzer Branchen in Frage stellen. Hier greift Simons prominent auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chris_Anderson_%28Journalist%29" target="_blank">Chris Anderson</a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chris_Anderson_%28Journalist%29" target="_blank">s</a> Modell des ökonomischen Longtail auf, also den Gedanken, dass das Web die Angebotsnischen als Hauptumsatzquelle erschließt.</p>
<p>Im Ergebnis sieht Simons ein engmaschigeres Mediensystem entstehen, in dem sich professioneller Journalismus und Publikum auf Augenhöhe begegnen. Eine Zukunft werden nur jene Anbieter haben, so Simons, die diesen fundamentalen Wandel in prosumentenorientiert angemessene Angebotsformen umsetzen und die Menschen als Mitwirkende in ihre Wertschöpfungsprozesse einbeziehen. Auch wenn diese Kernthese nicht mehr so ganz jung ist: Im Medienmarkt hat sie sich längst noch nicht in allen Redaktionen herumgesprochen. Für Journalistinnen und Journalisten eröffnen sich in gleichem Zuge völlig neue Vertriebswege und damit Einkommensquellen (Crowdfunding, Selbstpublizieren per E-Book, journalistische Start-Ups für hyperlokale Themen etc.). Partiell, so Simons, könnte sich journalistische Tätigkeit tendenziell häufiger von den traditionellen Verlagen als Arbeitgeber lösen und auf eigene Rechnung mit eigenem Direktpublikum lohnen. Hier rekurriert er auf Gedanken, wie sie beispielsweise <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jeff_Jarvis" target="_blank">Jeff Jarvis</a> schon vor einiger Zeit entwickelt hat.</p>
<p>Im Kern ist Simons Analyse sicherlich zuzustimmen: Medienanbieter werden ihr Publikum künftig nicht mehr in der überkommenen Top-Down-Richtung von oben herab mit Inhalt bedampfen, sondern Zielgruppen in Communities verwandeln und ernsthaft pflegen (müssen). Damit ändern sich zwar nicht die journalistischen Standards, wie Simons mehrfach zu Recht betont, aber es ändert sich das journalistische Rollenselbstbild. Gleichwohl bleibt manche seiner Aussagen diskussionswürdig. Nur ein Beispiel: Warum künftig die Zahl der festangestellten Journalisten zwingend schrumpfen soll, auch wenn die von ihm skizzierten Crossmediaredaktionen der Zukunft vielfältige neue Tätigkeitsprofile generieren, wird vom Autor beispielsweise nicht hinreichend ausgeleuchtet. Das schadet dem Buch dennoch in keiner Weise, denn diese Widersprüche bilden eher das ab, was auch in der Medienpraxis aktuell zu registrieren ist: eine nach wie vor breite Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Journalismus.</p>
<p>Unerwähnt soll auch nicht bleiben, dass das Buch auch einige, die Lektüre störende Mängel aufweist. Dazu gehört beispielsweise eine nicht immer wirklich schlüssige Dramaturgie, etwa wenn die Detailanalyse dem Entdeckungszusammenhang vorausgeht. So beschreibt Simons zu Beginn seines Buches sehr detailliert und kenntnisreich die Publikationswerkzeuge des Web 2.0, widmet sich aber erst im Anschluss der zentralen Frage (in Kapitel 3 &#8220;Die Medienrevolution&#8221;), warum eine Kenntnis dieser Instrumente – von Blogs über Social Tagging bis hin zu Wikis – für die Zukunft des Journalismus so entscheidend wichtig ist. Hier wird das Pferd von hinten aufgezäumt. In umgekehrter Reihenfolge wäre das sicher sinnstiftender arrangiert gewesen.</p>
<p>Auch die Aktualität des Buches ist für das Thema nicht wirklich überzeugend: Bis auf wenige Ausnahmen arbeitet Simons mit Quellen aus dem Jahr 2009. Für ein Buch, das als Erscheinungsjahr 2011 angibt, ist das erstaunlich. Eine flankierende Website hätte dem Buch deshalb gut getan. Zudem stören neben den doch sehr zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehlern vor allem die gelegentlichen Redundanzen; manche Satzpassagen tauchen an späterer Stelle nahezu wortgleich erneut auf. Gleichwohl ist das Buch ebenso wichtig wie lesenswert. Simons bezieht die Entwürfe und Modelle von Chris Anderson und Jeff Jarvis auf die deutsche Medienlandschaft und unterfüttert sie mit zahlreichen praktischen Beispielen. Sein Buch bietet insgesamt eine in weiten Strecken klare wie substanzielle Analyse der tiefgreifenden Auswirkungen des Web 2.0 auf den professionellen Journalismus.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641166&amp;WKorbUID=1396978&amp;TITZIF=2221&amp;be=jo" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.medienkontorheijnk.de/ueberuns.htm" target="_blank">Homepage von Stefan Heijnk</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Weisheit der Vielen&#8221;? &#8211; Chancen und Gefahren der Internetgesellschaft</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6604</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6604#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 16 Oct 2011 09:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sammelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internetkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Bernhard Irrgang</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Lanier-Kopie.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7001" title="Lanier " src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Lanier-Kopie.jpg" alt="" width="160" height="228" /></a>"Um die Wende zum 21. Jahrhundert begann in der digitalen Revolution etwas falsch zu laufen. […] insgesamt hat die fragmentierte, unpersönliche Kommunikation die zwischenmenschliche Interaktion entwertet. […] Eine neue Generation ist herangewachsen, die geringere Erwartungen hinsichtlich dessen hegt, was ein Mensch sein oder werden kann". So beginnt Jaron Lanier sein Buch <em>Gadget</em> oder "Schnickschnack". Sein Fazit: "Statt Menschen als Quelle ihrer eigenen Kreativität zu behandeln, präsentierten die auf Zusammenstellung und Zusammenfassung ausgerichteten Sites anonymisierte Fragmente schöpferischer Leistungen, als wären sie vom Himmel gefallen oder aus dem Boden ausgegraben worden, ohne die wahren Quellen zu bezeichnen". Der Autor plädiert dagegen für eine humanistische Computertechnologie. Viele der neuen Autoren glauben, dass der Unterschied zwischen Mensch und Computer verschwindet. Sie behaupten, mit dem Computer entstünde eine Lebensform, in der der Mensch sich besser versteht als vorher. Sie propagieren die Illusion einer neuen, möglichst hohen Metaebene, aber Information ist nichts anderes als entfremdete Erfahrung. Der kybernetische Totalitarismus wird zu einer Art Religion und führt zur Anbetung der digitalen Illusion.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Bernhard Irrgang</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Lanier-Kopie.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-7001" title="Lanier " src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/10/Lanier-Kopie.jpg" alt="" width="160" height="228" /></a>&#8220;Um die Wende zum 21. Jahrhundert begann in der digitalen Revolution etwas falsch zu laufen. […] insgesamt hat die fragmentierte, unpersönliche Kommunikation die zwischenmenschliche Interaktion entwertet. […] Eine neue Generation ist herangewachsen, die geringere Erwartungen hinsichtlich dessen hegt, was ein Mensch sein oder werden kann&#8221; (13). So beginnt Jaron Lanier sein Buch <em>Gadget</em> oder &#8220;Schnickschnack&#8221;. Sein Fazit: &#8220;Statt Menschen als Quelle ihrer eigenen Kreativität zu behandeln, präsentierten die auf Zusammenstellung und Zusammenfassung ausgerichteten Sites anonymisierte Fragmente schöpferischer Leistungen, als wären sie vom Himmel gefallen oder aus dem Boden ausgegraben worden, ohne die wahren Quellen zu bezeichnen&#8221; (29f.). Der Autor plädiert dagegen für eine humanistische Computertechnologie (31). Viele der neuen Autoren glauben, dass der Unterschied zwischen Mensch und Computer verschwindet. Sie behaupten, mit dem Computer entstünde eine Lebensform, in der der Mensch sich besser versteht als vorher. Sie propagieren die Illusion einer neuen, möglichst hohen Metaebene, aber Information ist nichts anderes als entfremdete Erfahrung (42-44). Der kybernetische Totalitarismus wird zu einer Art Religion und führt zur Anbetung der digitalen Illusion (50).</p>
<p>Die &#8220;Weisheit der Vielen&#8221; ist eine Ideologie, eigentlich manifestiert sich im Internet ein Mangel an Neugier. &#8220;Im Internet findet sich eine gewaltige Flut von Videos mit erniedrigen Angriffen auf wehrlose Opfer. Die sadistische Online Kultur besitzt ihr eigenes Vokabular und gehört inzwischen zum Mainstream&#8221; (87). Neuartige Formen wie Internet-Mobbing und Ausbreitung des modernen vernetzten Terrorismus beruhen auf einem Konzept müheloser, folgenloser, vorübergehender und eher beiläufigen Anonymität aufgrund eines zu Fehlverhalten einladenden Design des Internets (88f.). Leider zeigt sich in der Geschichte, dass die kollektivistische Sicht sich zu gewaltigen sozialen Katastrophen auswachsen kann (91). Die Online-Kultur ähnelt auf immer verstörenderer Weise einem Slum und wird letztendlich auf die Dominanz von Werbeanzeigen hinauslaufen. Die Open Culture übertreibt auf unsinnige Weise die Übel der Plattenindustrie und all derer, die glauben, das alte Urheberrechtsmodell habe auch gute Seiten. Vielen College-Studenten gilt Filesharing als Akt zivilen Ungehorsams. Mit dem Diebstahl digitalen Materials stünden sie so in einer Reihe mit Gandhi und Martin Luther King (120).</p>
<p>Die größten Gefahren der Open Culture drohen wahrscheinlich den Mittelschichten im Bereich des geistigen und kulturellen Schaffens. So verschlechtern sich derzeit die Aussichten für freiberufliche Studiomusiker und den Korrespondenten, die für Zeitungen arbeiten. Bisher lebten sie vom alten Presse-System, vom Internet haben sie nichts zu erwarten (127). Hinsichtlich der Internetökonomie glauben die neuen Firmen, dass das Netzwerk von ihnen kontrolliert werden kann und zwar in einem Bereich, auf den alle anderen angewiesen sind (129). Der Open Culture-Ansatz hat zwar aufpolierte Kopien hervorgebracht, war aber kaum in der Lage, bemerkenswerte Originale zu schaffen. Obwohl die Open-Source-Bewegung sich der Rhetorik einer aufmüpfigen Gegenkultur bedient, hat sie sich in der Praxis doch als konservative Kraft erwiesen (166). &#8220;Der logische Positivismus ist außer Mode gekommen, und nur wenige würden sich heutzutage darauf berufen, aber inoffiziell erlebt er durch den Computer eine gewisse Wiedergeburt&#8221; (201).</p>
<p>&#8220;Da die Menschen dank des technischen Fortschritts länger leben, verlangsamt sich der kulturelle Wandel&#8221; (234). Jaron Lanier gilt als Erfinder des Begriffs der virtuellen Realität. Er präsentiert seine Sicht der neuen Internetkultur, die eigentlich keine Kultur ist. Die neuen Formen technischer Information und Kommunikation erlauben es nicht, die eigene Personalität und Kreativität angemessen darzustellen. Die Gefahren des Kollektivismus breiten sich in ihm aus, eine neue Ökonomie des Internet konnte bislang nicht generiert werden, so dass viele Bereiche der bisher etablierten Kultur in Gefahr sind, ihre ökonomische Basis zu verlieren. Insgesamt zeichnet Lanier ein eher düsteres Bild des neuen Mediums, welches von vielen gerade der Jugendlichen als nicht angemessen empfunden wird. Dennoch &#8211; viele Anregungen sind bedenkenswert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6608" title="Weichert et al." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Weichert-et-al..jpg" alt="" width="160" height="253" />Thematisiert wird in <em>Digitale Mediapolis</em> der digitale Strukturwandel der Öffentlichkeit und die neue Rolle des Journalismus in Zeiten des Internets. Interessant für Journalisten könnte die Vereinigung von Text, Bild, Video und Audio zu einem einzigen neuen Medium sein (25f.) Schwerer jedoch wiegt das allmähliche Verschwinden der Presse, die über Jahrzehnte Garant für hochwertigen, hoch bezahlten Journalismus war (29). Aufgrund des neuen Mediums und der deutlich geringeren Kosten für Werbung im Internet sind den klassischen Zeitungen und Printmedien Werbeeinnahmen verloren gegangen, mit einem Pressesterben ungeahnten Ausmaßes als Konsequenz. Dieses Marktversagen muss die traditionelle Demokratie aber erst einmal verkraften (44). Die Auflösung der klassischen kulturschaffenden Professionen und deren Ersetzung durch einen so genannten Bürgerjournalismus zeigt das Ende der bezahlten Arbeit in der Kulturindustrie an. Das Internet führt so implizit zu einer Zerstörung der Basis für Intellektuelle, die sich in Zukunft eine bürgerliche Existenz (mit Familiengründung usw.) nicht mehr leisten kann. Das Ende des klassischen Bildungsideals ist vorprogrammiert.</p>
<p>Das Internet mit seiner sozialen Organisation der Nachrichtenübermittlung trägt ganz entscheidend dazu bei, dass bei der Generierung und Präsentation von Information die Unterschiede zwischen Profis und Laien verschwinden. Dies  gefährdet die Verlässlichkeit und richtige Interpretation von Daten, Information und Wissen. Die Wissensgesellschaft entzieht sich auf diese Art und Weise ihre eigene Grundlage (70). Der Journalismus als verlässliches Frühwarnsystem für gesellschaftliche und politische Krisen und der Kontrolle der Mächtigen wird verschwinden, Laien als Gelegenheits-Meinungsmacher können die kritische Funktion des herkömmlichen Journalismus nicht übernehmen (77-79). Der freischaffende Berichterstatter wird sich als Ein-Personen-Nachrichten-Organisation von Projekt zu Projekt hangeln (103).</p>
<p>Jedes Jahr investieren Menschen, um Wikipedia zur unglaublichen Wissensressource zu machen. Nachrichten und Information werden nicht mehr als Produkt einer Firma verstanden, sondern als eine gemeinsame Netzwerk-Ressource, die allen möglichen Menschen gehört, die zusammen daran arbeiten und von den Informationen profitieren (85). Auf der anderen Seite kann das Wikipedia-Prinzip nicht alle Probleme des Wissenstransfers bewältigen. Neue Modelle für einen professionellen Journalismus könnten spendenfinanzierte Zentren für neue Recherchemethoden darstellen wie auch andere Modelle, Nutzer für die Präsentation von Nachrichten bezahlen zu lassen (65). Das Internet scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt mehr Probleme zu schaffen als zu lösen. Im Übergangsfeld zur Erschaffung einer neuen und digitalen Form von Öffentlichkeit tut sich sowohl die traditionelle Ökonomie wie aber auch die ökonomische Basis der traditionellen Kulturschaffenden schwer, neue Horizonte zu eröffnen das hier vorliegende präsentiert einen beängstigende Analyse der Konsequenzen des Internets für die Erzeugung und Vermittlung unserer Nachrichten, die durch die Interviewform des rezensierten Buches zwar an persönlicher Authentizität gewinnt, aber durch diese Präsentation eine Reihe von Redundanzen und Wiederholungen aufweist, die an der Sache orientierte Leser nicht immer hilfreich anleiten.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/gadget-jaron_lanier_42206.html" target="_blank">Verlagsinformationen zu &#8220;Gadget&#8221;</a></li>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/212" target="_blank">Verlagsinformationen zu &#8220;Digitale Mediapolis&#8221;</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/philosophische_fakultaet/iph/tph/irrgang/irrg" target="_blank">Webpräsenz von Bernhard Irrgang an der TU Dresden</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Matthias Marschik; Rudolf Müllner (Hrsg.): &#8220;Sind&#8217;s froh, dass Sie zu Hause geblieben sind.&#8221;</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6351</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6351#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 09:45:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Rainer Rosenberg</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-6352" title="Marschik, Müllner" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/07/Marschik-Müllner.jpg" alt="" width="160" height="249" />"Sind's froh, dass  Sie zu Hause geblieben sind." Der Satz des österreichischen  Radio-Sportreporters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Meisel" target="_blank">Heribert Meisel</a> aus dem Jahr 1949 beim Länderspiel  Österreich gegen die Türkei wurde von den Herausgebern ausgewählt, um zu  demonstrieren, wofür die Mediatisierung des Sports unter anderem steht:  für die Wahlmöglichkeit bei Fernsehübertragungen dranzubleiben oder  abzuschalten, bei Zeitungsberichten weiterzublättern, im Internet  woanders hinzuklicken. Sport aus "zweiter Hand" genossen ist weniger  anstrengend, weniger gemeinschaftsbildend und hat mit den Wirklichkeiten  an den  Austragungsorten von sportlichen Wettkämpfen nur mittelbar zu  tun – mediatisiert eben. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6351">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Rainer Rosenberg</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6352" title="Marschik, Müllner" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/07/Marschik-Müllner.jpg" alt="" width="160" height="249" />&#8220;Sind&#8217;s froh, dass  Sie zu Hause geblieben sind.&#8221; Der Satz des österreichischen  Radio-Sportreporters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heribert_Meisel" target="_blank">Heribert Meisel</a> aus dem Jahr 1949 beim Länderspiel  Österreich gegen die Türkei wurde von den Herausgebern ausgewählt, um zu  demonstrieren, wofür die Mediatisierung des Sports unter anderem steht:  für die Wahlmöglichkeit bei Fernsehübertragungen dranzubleiben oder  abzuschalten, bei Zeitungsberichten weiterzublättern, im Internet  woanders hinzuklicken. Sport aus &#8220;zweiter Hand&#8221; genossen ist weniger  anstrengend, weniger gemeinschaftsbildend und hat mit den Wirklichkeiten  an den  Austragungsorten von sportlichen Wettkämpfen nur mittelbar zu  tun – mediatisiert eben.</p>
<p>Die Herausgeber, der Wiener  Kulturwissenschaftler und Historiker Matthias Marschik und der  Sportwissenschaftler und Historiker Rudolf Müllner, Leiter des  Arbeitsbereiches Sozial- und Zeitgeschichte des Sports am Zentrum für  Sportwissenschaft der Universität Wien, haben für den vorliegenden Band  SpezialistInnen für die unterschiedlichsten Bereiche des  österreichischen Sports um Beiträge gebeten: Das Thema &#8220;Mediensport&#8221;  wird theoretisch, historisch und am Beispiel handelnder Personen  dargestellt. Die Fragen wie Sportberichterstattung instrumentalisiert  wurde, was die ersten Rundfunkübertragungen bedeuteten und wie  Sportereignisse mit kommerziellen und politischen Interessen durchwirkt  sind, ziehen sich als roter Faden durch den Band.</p>
<p>In einem Land, das  sieben Jahre lang im vorigen Jahrhundert auch als &#8216;Sportnation&#8217; nicht  existierte, war dessen Ende und Neubeginn mit medial inszenierten Mythen  im Sport überlagert. Am Ende stand das Fußballspiel Ostmark gegen das &#8216;Altreich&#8217; im Jahr 1938. Die ehemals  österreichischen Fußballer gewannen vor allem durch die Leistung  Matthias Sindelars 2:0, und beim Neubeginn wurde Toni Sailers Hattrick  an olympischen Goldmedaillen im Jahr 1956 in Cortina d’Ampezzo ein  Symbol für österreichische Leistungsfähigkeit – erreicht einige Monate  nach dem Staatsvertrag, der Österreichs Freiheit und das Ende der  Besatzung durch die Siegermächte des zweiten Weltkriegs bedeutete.</p>
<p>Marschik  und Müllner zeigen, dass selbst die wohl berühmteste Szene in der  österreichischen Sportberichterstattung – das &#8220;I werd&#8217; narrisch&#8221; des  Radio-Reporters Edi Finger angesichts des Tors zum 3:2 gegen  Deutschland bei der Fußball-WM 1978 in Cordoba, Argentinien &#8211; als mediale  Inszenierung seine Wurzeln zirka ein Vierteljahrhundert früher hat:  Heribert Meisel berichtete 1954 vom Match Schweiz gegen Österreich in  Lausanne: &#8220;Wir sind dem Weinen nahe. Neben mir der Toningenieur, &#8230; der  Kollege Finger, wir alle, wir busseln uns ab, wir umarmen uns&#8221; (16). In  Cordoba, beim vorher noch abgebusselten Edi Finger, klang es dann so: &#8220;Meine Damen und Herren, wir falln uns um den Hals, der Kollege Rippel,  der Diplom-Ingenieur Posch, wir busseln uns ab, zwei zu drei für  Österreich, durch ein großartiges Tor unseres Krankl&#8221; (15).</p>
<p>Was  in den 1950er Jahren zur Wir-Findung der österreichischen Nation diente,  war 24 Jahre später ein Hinweis auf die Ausnahme, denn wenn Österreich  auch kontinuierlich ein Wirtschaftswunderland blieb, so blieben   internationale Spitzenleistungen österreichischer SportlerInnen außer  beim Skisport eher die Ausnahme, oder sie waren voller Tragik, wie im  Fall des ersten österreichischen Formel 1 Weltmeisters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jochen_Rindt" target="_blank">Jochen Rindt</a>, der  sich um seine mediale Darstellung selbst kümmerte und seinen tödlichen  Unfall in Monza hatte, knapp bevor die nächste Aufnahme für eine  Fernsehsendung hätte stattfinden sollen.</p>
<p>In dem vielfältigen Buch  mit den Texten unterschiedlicher Spezialisten sei auf die Kapitel über  das Brüderpaar Willy und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Meisl" target="_blank">Hugo Meisl</a> besonders hingewiesen: Erik Eggers  schreibt unter dem Titel <em>Revolutionär und Prophet</em> wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Meisl" target="_blank">Willy Meisl</a>, der  Sportjournalist aus Wien, in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vossische_Zeitung" target="_blank">Vossischen Zeitung</a> mitten im eben  begonnenen Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 die weltweiten  Leistungen jüdischer Sportler zusammenfasste. Sein Weggefährte Alex  Nathan nannte den mutigen Wiener Juden wegen der literarischen Qualität  seiner Texte &#8220;Vater des modernen Sportjournalismus&#8221; (vgl. 179).</p>
<p>Willy  Meisl war selbst Sportler, am erfolgreichsten als Fußballtormann, und  seine Reportagen von den Olympischen Spielen in Paris 1924 machten ihn  berühmt, sein Weg von Wien nach Berlin brachte neue Qualitäten in den  Sportjournalismus, und sogar die Emigration nach England machte seinen  Ruhm nur internationaler und er wurde als &#8220;World&#8217;s No.1 Soccer Critic&#8221;  gefeiert (vgl. 186). Sein älterer Bruder Hugo hingegen blieb in  Erinnerung als österreichischer Nationalkapitän und  Pionier des  modernen Fußballs, seine Tätigkeit als Sportjournalist bleibt im  Rückblick im Hintergrund, wie Andreas und Wolfgang Hafer deutlich machen  (vgl. 199).</p>
<p>Wie notwendig das von Marschik und Müller herausgegebene  Buch ist, lässt sich an einem Hugo Meisl betreffenden Beispiel zeigen:  in den letzten Monaten gab es in Wien eine ausführliche Diskussion, ob  die komplett erhaltene Wohnung des 1937 verstorbenen Hugo Meisl im  Wiener Karl Marx Hof zum Teil eines Museums werden sollte. Und obwohl  sich selbst der Bundespräsident dafür einsetzte, und die Wohnung perfekt  zu einem kleinen Museum über das &#8220;Rote Wien&#8221; im Karl Marx Hof gepasst  hätte, lehnten die Wohnungsverantwortlichen der Stadt Wien ab. So bleibt  neben der Mediatisierung des Sports, die das eigentliche Thema von  Marschik und Müller ist, auch die Geschichte der ProtagonistInnen, die erst  eine Mediatisierung ermöglicht hatten, Aufgabe des Buches.</p>
<p>&#8220;Sind&#8217;s  froh, dass Sie zu Hause geblieben sind.&#8221; – der Sportreporter Heribert  Meisel formulierte 1949 klar: &#8220;Sie brauchen mir nicht zuzuhören und  können abdrehen, wenn Sie wollen. Ich hingegen muss mir das Spiel  anschauen und auch noch darüber reden.&#8221; (250) Klare Worte über die  Qualität des Spieles bei einem mühsamen 1:0-Heimsieg Österreichs.</p>
<p>Heute  würden Reporter wohl mehrheitlich versuchen, die ZuseherInnen vor dem  Bildschirm zu halten, abdrehen kommt nicht in Frage, denn in der Pause  und nach dem Match kommt Werbung, und die brauchen Sender und Sponsoren.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.werkstatt-verlag.de/?q=node/310" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.univie.ac.at/Publizistik/LBMarschik.htm" target="_blank">Webpräsenz von Matthias Marschik an der Universität Wien</a></li>
<li><a href="http://institut-schmelz.univie.ac.at/abteilungen-arbeitsbereiche/geschichte-des-sports/team/rudolf-muellner/lebenslauf/" target="_blank">Webpräsenz von Rudolf Müllner an der Universität Wien</a></li>
<li><a href="http://oe1.orf.at/artikel/208689" target="_blank">Webpräsenz von Rainer Rosenberg beim ORF</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Sonja Kretzschmar; Wiebke Möhring; Lutz Timmermann: Lokaljournalismus</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/5524</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/5524#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 08:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Anne Weibert</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5524"><img title="Kretzschmar et al." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/05/Kretzschmar-et-al..jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Schon der Titel verspricht Umfassendes: <em>Lokaljournalismus</em> heißt der Band von Sonja Kretzschmar, Wiebke Möhring und Lutz Timmermann aus der Reihe "Kompaktwissen Journalismus". Nicht nur sollen Einsteiger und Profis hiermit gleichermaßen über Stand und Entwicklung des Lokaljournalismus informiert werden, auch werden Perspektiven aus Praxis und Wissenschaft kombiniert. Das schon im Autorenteam: Dr. Sonja Kretzschmar ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikations- wissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Dr. Wiebke Möhring arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Hochschule für Musik und Theater Hannover, Lutz Timmermann ist Journalist und war unter anderem stellvertretender Chefredakteur der <a href="http://www.nw-news.de/" target="_blank">Neuen Westfälischen</a> Bielefeld. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5524">[mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Anne Weibert</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/5524"><img title="Kretzschmar et al." src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/05/Kretzschmar-et-al..jpg" alt="" width="160" height="227" /></a>Schon der Titel verspricht Umfassendes: <em>Lokaljournalismus</em> heißt der Band von Sonja Kretzschmar, Wiebke Möhring und Lutz Timmermann aus der Reihe &#8220;Kompaktwissen Journalismus&#8221;. Nicht nur sollen Einsteiger und Profis hiermit gleichermaßen über Stand und Entwicklung des Lokaljournalismus informiert werden, auch werden Perspektiven aus Praxis und Wissenschaft kombiniert. Das schon im Autorenteam: Dr. Sonja Kretzschmar ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kommunikations- wissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Dr. Wiebke Möhring arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Hochschule für Musik und Theater Hannover, Lutz Timmermann ist Journalist und war unter anderem stellvertretender Chefredakteur der <a href="http://www.nw-news.de/" target="_blank">Neuen Westfälischen</a> Bielefeld.</p>
<p>Diese Kombination von praktischer und wissenschaftlicher Perspektive scheint geeignetes Mittel zu sein für einen Beitrag zur Diskussion um die Neuausrichtung eines Lokaljournalismus im Umbruch. Das Buch ist gegliedert im Baukastenprinzip – in der immer gleichen Struktur findet man in den Kapiteln zunächst die &#8220;Sichtweisen der Praxis&#8221;, gefolgt von &#8220;Perspektiven der Forschung&#8221;: so geht es um Nachrichtenauswahl, Stilformen im Lokalen, Quellen und Recherchearbeit, ebenso wie um den Blick auf veränderte Rahmenbedingungen etwa durch sinkende Leserzahlen, Konkurrenz durch andere und neue lokale Medien, zunehmend crossmediales Arbeiten in den Redaktionen, veränderte Ausbildungswege in den (Lokal-)Journalismus.</p>
<p>Der episodenhafte Blick in die Lokalredaktion und ihre Arbeit leitet das jeweilige Thema ein und wirft Fragen auf, die im Folgenden beantwortet werden. Ganz grundsätzlich geht es beispielsweise los mit der Frage &#8220;Wie führe ich mich ein in den Redaktionsalltag?&#8221;, als Praktikant, als freier Mitarbeiter. Im Kapitel  &#8220;Stilformen&#8221; werden jene nicht nur kurz vorgestellt, sondern auch diskutiert, welche Form für welches Thema die angemessene ist. Das Kapitel &#8220;Quellen und Recherche&#8221; erläutert die Wege der Informationsbeschaffung und die zielführende Organisation einer Recherche. Die abschließenden knappen Exkurse in die Wissenschaft runden das jeweilige Thema ab, indem zum Beispiel Themen wie Zielgruppenforschung, Darstellungsformen im Überblick und Crossmedialität in den Fokus gerückt werden.</p>
<p>In dieser Komprimiertheit gelingt es den Autoren übersichtlich, viele Aspekte anzureißen und hinzuweisen auf Themen, die sich zu vertiefen lohnen. Zusätzlichen Service bieten für jedes Kapitel formulierte &#8220;Lernziele&#8221; und &#8220;Zusammenfassungen&#8221;, sowie die Verweise auf weiterführende Literatur.</p>
<p>Damit ist der vorgestellte Band <em>Lokaljournalismus</em> vor allem eine empfehlenswerte Lektüre für Einsteiger in den Beruf und für alle, die sich zum ersten Mal mit dem Lokaljournalismus auseinandersetzen. Die eingangs von den Autoren ebenfalls adressierten &#8220;gestandenen Praktiker mit Lust am Nach- und Querdenken&#8221; werden von dem Band genau zu jenem animiert: Ihnen wird zwar wenig Unbekanntes serviert, die geschilderten Situationen und Episoden bieten aber allesamt einen Knackpunkt zum Nachdenken und Reflektieren – etwas, das in der oft stressigen Redaktionsarbeit wohl bisweilen auf der Strecke bleibt.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-15249-3/Lokaljournalismus.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.sonja-kretzschmar.de/" target="_blank">Private Homepage von Sonja Kretzschmar</a></li>
<li><a href="http://www.fakultaet3.fh-hannover.de/?id=13243" target="_blank">Webpräsenz von Wiebke Möhring an der FH Hannover</a></li>
<li><a href="http://www.integration-und-medien.de/team/weibert.php" target="_blank">Webpräsenz von Anne Weibert im Portal &#8220;Integration und Medien&#8221;</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Nea Matzen: Onlinejournalismus</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/6508</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/6508#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 08:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Handbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Webvideo]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/?p=6508</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Stefan Heijnk</em>

<img class="alignnone size-full wp-image-6509" title="Matzen" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Matzen.jpg" alt="" width="160" height="248" />Nea Matzens Buch mit dem Titel <em>Onlinejournalismus</em> hat in der  gedruckten Form etwa die Größe des Postkartenformats A6. Es ist also  eher ein Büchlein. Wer es zum ersten Mal in die Hand nimmt, wird deshalb  vielleicht im ersten Augenblick den Gedanken haben: Naja, so klein und  dünn (156 Seiten), da kann ja eigentlich nicht viel drin stehen. Doch  der Eindruck täuscht gewaltig:  Matzens Minihandbuch, im März 2010  erschienen in der Reihe "Wegweiser Journalismus" bei UVK, ist ein  kompaktes und ebenso praktisches Kompendium für die  onlinejournalistische Tätigkeit. Mit ihrem pragmatischen "So geht's"-  und "Darauf sollten Sie achten"-Ansatz, mit ihren "Merke"- und "Definition"-Kästen, mit Tipps und Tricks und mit zahlreichen Links zu  einschlägigen Beispielen legt sie einen gelungenen, unbedingt nützlichen  Ratgebertitel auf den Tisch. Noch dazu ist das Ganze flott geschrieben  und es gibt eine begleitende Website, auf der die im Buch abgedruckten  Links zum komfortablen Anklicken bereitstehen. Abtippen unnötig, so  gehört sich das. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/6508">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Stefan Heijnk</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6509" title="Matzen" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2011/08/Matzen.jpg" alt="" width="160" height="248" />Nea Matzens Buch mit dem Titel <em>Onlinejournalismus</em> hat in der  gedruckten Form etwa die Größe des Postkartenformats A6. Es ist also  eher ein Büchlein. Wer es zum ersten Mal in die Hand nimmt, wird deshalb  vielleicht im ersten Augenblick den Gedanken haben: Naja, so klein und  dünn (156 Seiten), da kann ja eigentlich nicht viel drin stehen. Doch  der Eindruck täuscht gewaltig:  Matzens Minihandbuch, im März 2010  erschienen in der Reihe &#8220;Wegweiser Journalismus&#8221; bei UVK, ist ein  kompaktes und ebenso praktisches Kompendium für die  onlinejournalistische Tätigkeit. Mit ihrem pragmatischen &#8220;So geht&#8217;s&#8221;-  und &#8220;Darauf sollten Sie achten&#8221;-Ansatz, mit ihren &#8220;Merke&#8221;- und &#8220;Definition&#8221;-Kästen, mit Tipps und Tricks und mit zahlreichen Links zu  einschlägigen Beispielen legt sie einen gelungenen, unbedingt nützlichen  Ratgebertitel auf den Tisch. Noch dazu ist das Ganze flott geschrieben  und es gibt eine begleitende Website, auf der die im Buch abgedruckten  Links zum komfortablen Anklicken bereitstehen. Abtippen unnötig, so  gehört sich das.</p>
<p>Wie in jedem anderen Buch auch, gibt es im Detail an  einigen Stellen sicher durchaus Anlass zur Kritik oder zum Widerspruch.  Das betrifft hier im Besonderen die Optik: Durch die vielen Kästen,  Beispielboxen und Miniscreenshots wirkt das Schriftbild zuweilen etwas  unübersichtlich. Und die Schrift in manchen Screenshots liegt gefühlt  bei Punkt 2 oder Punkt 3, dürfte für viele Leser also schlicht  unleserlich sein.</p>
<p>Zum anderen gibt es auch inhaltliche Aspekte, die  nicht vollends überzeugen: Womit zum Beispiel wird begründet, wenn die  alte Weblegende wiederholt und empfohlen wird, einen weiterführenden  Link nie mit &#8220;Klicken Sie hier&#8221; zu beschriften? Oder: Ist eine Animation  von der Website der <a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a> wirklich ein gutes Beispiel für  multimediales Erzählen, wenn darin eine &#8220;Pause&#8221;-Taste fehlt und die  <a href="http://www.nytimes.com/2007/06/01/sports/playmagazine/20070602_SPRINTER_GRAPHIC.html?_r=1" target="_blank">automatisch ablaufende Animation</a> vom Nutzer nicht angehalten werden  kann? Da sind punktuell Zweifel angebracht, auch wenn das wirklich nur Kritik  an Kleinigkeiten ist. Denn auf der anderen Seite gibt es, ebenfalls im  Detail, sehr viel Gewinnbringendes zu entdecken &#8211; vom Hinweis auf einen  Online-Teleginitätstest für angehende Webvideo-Moderatoren (von Videocue)  bis hin zum Online-Vergleich von Teaserlängen namhafter Websites. Mit  einem Satz: Wer onlinejournalistisch tätig ist, für den bietet Nea  Matzens kompaktes Minihandbuch eine Fülle von nützlichen Tipps, Tricks  und Anregungen. Definitiv eine Kaufempfehlung.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867642262" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.neamatzen.de/" target="_blank">Private Homepage von Nea Matzen</a></li>
<li><a href="http://www.medienkontorheijnk.de/ueberuns.htm" target="_blank">Homepage von Stefan Heijnk</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
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