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Julia Niemann: Risiken und Nutzen der Kommunikation auf Social Networking Sites

Rezensiert von Philip Sinner

julia_niemann_socialnetworking_smallEinzelrezension
Julia Niemanns Studie befasst sich mit einem Thema, das die Kommunikationswissenschaft seit über zehn Jahren umtreibt und im Mittelpunkt insbesondere der Rezeptions- und Nutzungsforschung steht: Warum offenbaren sich Menschen auf Social Networking Sites, obwohl sie um die Risiken für die Privatsphäre wissen? Ihre Dissertation (2016), die mit dem Herbert von Halem Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde, liefert dazu neue Erkenntnisse, die auf einer Online-Befragung von rund 1000 Facebook-Usern basieren. Mehr

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Georg Milzner: Digitale Hysterie

Rezensiert von Martin Gehr

georgmilzner_digitalehysterie_rkmjournalEinzelrezension
Peter Lustig, einstiger Moderator der ZDF-Kindersendung Löwenzahn, sagte: „Lasst euch nicht von irgendeiner elektronischen oder digitalen Software das Gehirn zermatschen. Lieber vorher abschalten.“ Psychologe Georg Milzner scheint da anderer Meinung zu sein: In seinem Buch Digitale Hysterie legt er dar, warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen, so der Untertitel. Dabei geht er auf gesellschaftlich immer wieder diskutierte Themen wie Gewalt, Facebook und ADHS ein und beschreibt, warum es zu einfach sei, für all diese Probleme die Allgegenwart des Computers und vor allem von Computerspielen verantwortlich zu machen. Dafür zieht er Beispiele aus seiner psychotherapeutischen Praxis heran und zerlegt zudem so manche gängige Theorie. Ob das funktioniert, lesen Sie hier. Mehr

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Christian Papsdorf: Internet und Gesellschaft

Rezensiert von Guido Bröckling

Papsdorf_Internet und GesellschaftEinzelrezension
Internet und Gesellschaft, die überarbeitete Dissertation von Christian Papsdorf, ist der spannende Versuch, das wechselseitige Verhältnis zwischen Internet und Gesellschaft in einer (medien- und technik-) soziologischen Perspektive systematisch zu erfassen. Neben einer empirischen Annäherung bilden die theoretischen Kapitel zur ‘Konzeptualisierung des Internets’ und zur ‘Entwicklung des Internets als Mediatisierung gesellschaftlicher Kommunikation’ den Kern der Argumentation. Mehr

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“Die Weisheit der Vielen”? – Chancen und Gefahren der Internetgesellschaft

Rezensiert von Bernhard Irrgang

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“Um die Wende zum 21. Jahrhundert begann in der digitalen Revolution etwas falsch zu laufen. […] insgesamt hat die fragmentierte, unpersönliche Kommunikation die zwischenmenschliche Interaktion entwertet. […] Eine neue Generation ist herangewachsen, die geringere Erwartungen hinsichtlich dessen hegt, was ein Mensch sein oder werden kann”. So beginnt Jaron Lanier sein Buch Gadget oder “Schnickschnack”. Sein Fazit: “Statt Menschen als Quelle ihrer eigenen Kreativität zu behandeln, präsentierten die auf Zusammenstellung und Zusammenfassung ausgerichteten Sites anonymisierte Fragmente schöpferischer Leistungen, als wären sie vom Himmel gefallen oder aus dem Boden ausgegraben worden, ohne die wahren Quellen zu bezeichnen”. Der Autor plädiert dagegen für eine humanistische Computertechnologie. Viele der neuen Autoren glauben, dass der Unterschied zwischen Mensch und Computer verschwindet. Sie behaupten, mit dem Computer entstünde eine Lebensform, in der der Mensch sich besser versteht als vorher. Sie propagieren die Illusion einer neuen, möglichst hohen Metaebene, aber Information ist nichts anderes als entfremdete Erfahrung. Der kybernetische Totalitarismus wird zu einer Art Religion und führt zur Anbetung der digitalen Illusion.

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