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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Internet</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Sep 2010 10:30:04 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Patrick Brauckmann (Hrsg.): Web-Monitoring</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2668</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 12:35:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Crawler]]></category>
		<category><![CDATA[Datenerhebung]]></category>
		<category><![CDATA[Inhaltsanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<category><![CDATA[Web-Monitoring]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Felix Sattelberger</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2668"><img class="alignleft size-full wp-image-3707" title="brauckmann" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/04/brauckmann.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Patrick Brauckmann, Promovent an der Universität Leipzig und Vertriebsleiter bei der bol Behörden Online Systemhaus GmbH, bietet mit seinem Herausgeber- band <em>Web-Monitoring. Gewinnung und Analyse von Daten über das Kommunikationsverhalten im Internet</em> einen praxisorientierten und umfassenden Einblick in die vielseitigen Facetten der Untersuchung von internetbasierten Kommunikations- prozessen. Zu Beginn des Bandes gelingt Thomas Pleil die theoretisch fundierte und dennoch anschauliche Hinführung zu dem komplexen Themenbereich des Web-Monitorings. Die Herausarbeitung der diffusen Verknüpfungen zwischen klassischen Massenmedien und internetbasierten Mikro-Öffentlichkeiten stellen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung des Kommunikationsverhaltens im Internet deutlich heraus. Nach dieser thematischen Einführung gliedert sich der Band in vier Teile, welche im Folgenden kurz charakterisiert werden. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2668">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Felix Sattelberger</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2668"><img class="alignleft size-full wp-image-3707" title="brauckmann" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/04/brauckmann.jpg" alt="" width="160" height="243" /></a>Patrick Brauckmann, Promovent an der Universität Leipzig und Vertriebsleiter bei der bol Behörden Online Systemhaus GmbH, bietet mit seinem Herausgeber- band <em>Web-Monitoring. Gewinnung und Analyse von Daten über das Kommunikationsverhalten im Internet</em> einen praxisorientierten und umfassenden Einblick in die vielseitigen Facetten der Untersuchung von internetbasierten Kommunikations- prozessen. Zu Beginn des Bandes gelingt Thomas Pleil (11ff.) die theoretisch fundierte und dennoch anschauliche Hinführung zu dem komplexen Themenbereich des Web-Monitorings. Die Herausarbeitung der diffusen Verknüpfungen zwischen klassischen Massenmedien und internetbasierten Mikro-Öffentlichkeiten stellen die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Beobachtung des Kommunikationsverhaltens im Internet deutlich heraus. Nach dieser thematischen Einführung gliedert sich der Band in vier Teile, welche im Folgenden kurz charakterisiert werden.</p>
<p>Das erste Kapitel stellt die Aufgaben des Web-Monitorings bezüglich diverser kommunikativer Fragestellungen in Politik und Wirtschaft heraus. Besonders lesenswert ist hierbei der Beitrag von Alexander Plum (21ff.) zu Ansätzen, Methoden und Technologien des Web-Monitorings. Anhand einer kurzen Charakterisierung der Kernprozesse des Web-Monitorings, Datenerhebung, Datenaufbereitung, Datenanalyse und Ergebnispräsentation, bietet der Beitrag einen Überblick zum aktuellen Entwicklungsstand von entsprechenden Anwendungen. Peter Gentsch und Anna-Maria Zahn (97ff.) bieten darüber hinaus einen sehr anschaulichen Überblick der Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten von Web-Monitoring in unterschiedlichen Unternehmensbereichen.</p>
<p>Den inhaltlichen Kern des Herausgeberbandes bilden das zweite und dritte Kapitel. Im zweiten Kapitel erfolgt ein methodischer Einblick in das Web-Monitoring, während im dritten Kapitel Ansätze zur Analyse des erhobenen Datenmaterials vorgestellt werden. Umfassend und plausibel sind die Kategorien, die Oliver Schiffers (267ff.) für die Auswertung von internetbasierten Kommunikationsprozessen vorschlägt. Neben der Reichweite, Tonalität und Verortung der Beiträge werden dabei auch das individuelle Netzwerkverhalten und Engagement der Nutzer als wichtige Metriken des Web-Monitorings erläutert.</p>
<p>Das vierte Kapitel verfolgt das Ziel, die zuvor vorgestellten Methoden und Analysestrategien anhand praktischer Anwendungen zu vertiefen. Aufgrund der starken Praxis- orientierung der vorangegangenen Beiträge erschließt sich hier dem Leser allerdings wenig Neues.</p>
<p>Alles in allem macht der Herausgeberband von Patrick Brauckmann deutlich, dass keine einzelne Web-Monitoring-Anwendung für alle Fragestellungen gleichermaßen geeignet ist. Trotz der Vielfalt an visuell aufbereiteten und automatisierten Anwendungen bildet eine methodisch saubere Inhaltsanalyse die Grundlage aussagekräftigen Web-Monitorings. In verschiedenen Beiträgen zeigen sich hier Unschärfen, wobei vor allem kritische Aspekte des Web-Monitorings wenig tangiert werden. Dies betrifft vor allem Bereiche wie die Aussagekraft der Daten, die Leistungsfähigkeit zu Grunde liegender Spider- und Crawlertechnologien sowie<br />
die Problematiken im Umgang mit automatisierten Inhaltsanalysen generell.</p>
<p>Kritisch anzumerken ist zudem das zum Teil mangelhafte Lektorat. Neben starken Schwankungen bei Umfang und Qualität der einzelnen Beiträge zeigen sich zahlreiche Rechtschreibfehler, welche dem Lesefluss und Qualitätseindruck des Buches schaden.</p>
<p>Der Herausgeberband ist vor allem für Leser empfehlenswert, die sich bisher wenig mit Web-Monitoring auseinandergesetzt haben und sich einen umfassenden Überblick über dessen zahlreiche Anwendungen verschaffen wollen.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867642156&amp;WKorbUID=9160650&amp;TITZIF=2364&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www2.uni-jena.de/oeko/mitarb_seufert3.html" target="_blank">Webpräsenz von Felix Sattelberger an der Universität Jena</a><em><br />
</em></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Christoph Meißelbach: Web 2.0 &#8211; Demokratie 3.0?</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2395</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2395#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 10:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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		<description><![CDATA[ <em>Rezensiert von Christoph Bieber</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395"><img class="alignleft size-full wp-image-3494" title="Meißelbach2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Meißelbach20091.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a>

Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel <em>Web 2.0 – Demokratie 3.0?</em> versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der "GKI" (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor, strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher  und soziologischer Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift "Politische Software – Es sind Updates verfügbar!" auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/646' rel='bookmark' title='Permanent Link: Cass R. Sunstein: Infotopia'>Cass R. Sunstein: Infotopia</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christoph Bieber</em></p>
<p><em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395"><img class="alignleft size-full wp-image-3494" title="Meißelbach2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Meißelbach20091.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a></em></p>
<p>Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel <em>Web 2.0 – Demokratie 3.0?</em> versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der &#8220;GKI&#8221; (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor (Kap. 3), strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher (7. Kap.) und soziologischer (8. Kap.) Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift &#8220;Politische Software – Es sind Updates verfügbar!&#8221; auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung.</p>
<p>Angesichts dieses Tableaus scheint ein <em>agenda overload</em> unvermeidlich, und tatsächlich dürften sich die informierteren Leser fragen, ob die ausführliche Darstellung von &#8220;Diensten und Anwendungen&#8221; oder &#8220;basale Merkmale netzbasierter Kommunikation&#8221; notwendig waren, beziehungsweise wann denn nun neue Ideen, Quellen oder Einschätzungen und Modellierungen folgen mögen. Die Gliederung deutet auf die umständlichen Gene einer Qualifikationsarbeit hin und daher sollte man gar nicht so sehr den Autor als vielmehr den (oder die) Betreuer dafür kritisieren, dass die technologisch und kommunikations- wissenschaftlichen Deskriptionen (Kap. 3 bis 5) den durchaus spannenden Versuchen einer (demokratie)theoretischen Modellierung den Platz wegnehmen.</p>
<p>Dabei ist der Autor sehr wohl in der Lage, angesichts dieser Herkulesaufgabe in einem in den vergangenen Jahren zwar randständig, aber eben doch auch produktiv bearbeiteten Arbeitsbereich den Überblick zu behalten. Er pendelt zwischen der sich ständig selbst überholenden technologischen Empirie und dem ungleich haltbareren Katalog demokratie- und gesellschaftstheoretischer Entwürfe, insbesondere die zahlreichen Schaubilder sorgen für Klärung, da sie an verschiedenen Stellen synoptische Funktionen übernehmen.</p>
<p>Einen wichtigen Schlüssel für die Auseinandersetzung mit den Implikationen kompetitiver, pluralistischer und partizipatorischer Demokratietheorien liefert Meißelbach mit Hilfe der vier &#8220;Informationsfluss-Muster&#8221; Allokution, Konsultation, Registration und Konversation (45ff.). Dabei greift er auf zahlreiche Vorarbeiter zurück, die bereits vor fünf bis zehn Jahren festgestellt haben, dass die Neukonfiguration gesellschaftlicher Kommunikations- ströme auch die Verfassung demokratischer Systeme beeinflussen könnte. Insofern geht die Betrachtung zwar über &#8220;bislang verfügbare ad hoc-Argumentationen hinaus&#8221; (Klappentext), doch fügt sie der Debatte nur bedingt neue Impulse hinzu.</p>
<p>Dabei ließe sich die Diskussion um theoretische und empirische Implikationen der Digitalisierung durchaus anreichern, auch ohne eigenes empirisches Material zu erheben. So hätte es genügt, der eher theorie- und potenzialorientierten &#8220;europäischen&#8221; Linie den eher praxisorientierten US-amerikanischen Spiegel vorzuhalten – etwa so, wie es Howard Rheingold während seines in der deutschsprachigen Fachdebatte leider nicht angekommenen &#8220;Stanforder Disputs&#8221; mit Jürgen Habermas versucht hatte. So resultiert schließlich eine zwar anerkennenswerte Zusammenschau diverser demokratietheoretischer Zugriffe auf das Feld der digitalen Demokratie, deren Praxisferne sich jedoch schon im Schlusskapitel offenbart.</p>
<p>Der ausblickende Abschnitt zur &#8220;Politischen Software&#8221; und besonders das darin skizzierte &#8220;Bürgerportal&#8221; als (verwaltungsgebundenes) Rückgrat erscheint leider wenig realistisch – hier macht sich bemerkbar, dass aufgrund der Fokussierung auf die Kopplung des &#8220;GKI&#8221; mit den sozialwissenschaftlichen Groß-Theorien eine aktuelle Bestandsaufnahme mit der empirischen Dimension der digitalen Demokratie nicht hat stattfinden können. Denn längst sind die von Meißelbach modellierten Flussmuster in zahlreichen Prozessen, Strukturen und mit der Entstehung des neuen Politikfeldes &#8220;Digitale Bürgerrechte&#8221; auch auf der Inhaltsebene manifest geworden – ein solcher &#8216;reality check&#8217; wäre ein natürlicher Anschluss für die hier vorgelegte Basisarbeit, der von den Zwängen des Formats erheblicher Gestaltungsraum genommen wurde.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=11965" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/Members/christoph.meisselbach" target="_blank">Webpräsenz von Christoph Meißelbach an der TU Dresden</a></li>
<li><a href="http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/institut-fur-politikwissenschaft/Personen/bieber" target="_blank">Webpräsenz von Christoph Bieber an der Universität Gießen</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nina Trentmann: Barack Obama gegen John McCain</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2314</link>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 11:54:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampfkommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Yvonne Kuhn</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2314"><img class="alignleft size-full wp-image-2975" title="Trentmann2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Trentmann20091.jpg" alt="" width="160" height="223" /></a>Der Blick auf amerikanische Wahlkämpfe scheint für deutsche Politik- und Medienwissenschaftler von besonderem Reiz zu sein – wird doch immer wieder eine Adaption amerikanischer Strategien durch deutsche Parteien unterstellt. Eine Analyse der Strategien im Wahlkampf Barack Obama versus John McCain als "nie da gewesenes Ereignis" hat nun Nina Trentmann vorgelegt und verspricht, die "wichtigsten strategischen Neuerungen" vorzustellen. Ihre Ergebnisse stützen sich neben einer umfangreichen Beachtung des Forschungsstands auf eigens durchgeführten Interviews mit Wahlkampfmitarbeitern und -experten. Die Informations- und Materialfülle ist beachtlich, wenngleich die Beschäftigung mit der Kampagne Barack Obamas deutlich intensiver ausfällt als die mit seinem Konkurrenten John McCain. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2314">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1075' rel='bookmark' title='Permanent Link: Markus Rhomberg: Politische Kommunikation'>Markus Rhomberg: Politische Kommunikation</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1932' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ralf Hering; Bernd Schuppener; Nina Schuppener: Kommunikation in der Krise'>Ralf Hering; Bernd Schuppener; Nina Schuppener: Kommunikation in der Krise</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Yvonne Kuhn</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2314"><img class="alignleft size-full wp-image-2975" title="Trentmann2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Trentmann20091.jpg" alt="" width="160" height="223" /></a>Der Blick auf amerikanische Wahlkämpfe scheint für deutsche Politik- und Medienwissenschaftler von besonderem Reiz zu sein – wird doch immer wieder eine Adaption amerikanischer Strategien durch deutsche Parteien unterstellt. Eine Analyse der Strategien im Wahlkampf Barack Obama versus John McCain als &#8220;nie da gewesenes Ereignis&#8221; (7) hat nun Nina Trentmann vorgelegt und verspricht, die &#8220;wichtigsten strategischen Neuerungen&#8221; (8) vorzustellen. Ihre Ergebnisse stützen sich neben einer umfangreichen Beachtung des Forschungsstands auf eigens durchgeführten Interviews mit Wahlkampfmitarbeitern und -experten. Die Informations- und Materialfülle ist beachtlich, wenngleich die Beschäftigung mit der Kampagne Barack Obamas deutlich intensiver ausfällt als die mit seinem Konkurrenten John McCain.</p>
<p>Obamas Sieg gründete sich vor allem auf der &#8220;Change&#8221;-Strategie und der intensiven Nutzung des Internets, das nicht nur als Werbemedium, sondern im hohem Maße als Mobilisierungs- und Fundraising-Instrument eingesetzt wurde. Einen Hauptteil der Magisterarbeit nimmt die detaillierte Darlegung des Internet-Einsatzes und der diesbezüglichen Unterschiede zwischen Obama und McCain ein. Trentmann belegt die enorme, sich erst in den letzten Jahren dynamisierende Entwicklung des Internets zum essenziellen Wahlkampfmedium: &#8220;Die Webseite ist nicht nur eine Informationsquelle – sie ist gleichzeitig das Informationsmittel der Kampagne, das Vehikel zum Mitmachen, ein Souvenirladen im World Wide Web und der Ort, wo Barack Obama einen Großteil seiner Spenden akquiriert.&#8221; (39)</p>
<p>Der Obama-Wahlkampf war in besonderer Weise von einer durch die Kampagnenleitung initiierten, sich dann jedoch verselbständigenden Unterstützung freiwilliger Wahlkampfhelfer gekennzeichnet. Entscheidend war jedoch nicht die Freiwilligen-Unterstützung selbst, sondern der &#8220;Versuch, die Kampagne als Grassroots-Bewegung zu porträtieren&#8221; (46), also das Grassroots-<em>Image</em>, vor allem für die Ansprache junger Wähler zwischen 18 und 24 (85f.). Die Kampagnen beider Kandidaten waren aber durchaus auch von herkömmlichen Wahlkampfinstrumenten wie die persönliche Wähleransprache an Haustür, via Post und Telefon geprägt.</p>
<p>Abgesehen von der erhöhten Internetpräsenz und -nutzung, die der technischen Entwicklung dieses Mediums, seiner Verbreitung und Eignung für den Einsatz wahlkampfrelevanter Methoden entspricht, ist, wie Trentmann überzeugend darlegt, nichts wirklich Neues im amerikanischen Wahlkampf zu entdecken. Insbesondere die Taktik der Demokraten, den Wechsel zu thematisieren und mit ihrem Kandidaten zu verbinden und dem Gegner politischen Stillstand zuzuschreiben, ist eine altbekannte und beliebte Wahlwerbung (18f.).</p>
<p>Trentmann stellt fest: Das Neue besteht lediglich in neuen Instrumenten und Technologien, es gibt keine grundsätzlich neuen Strategien. Damit bleibt der Erkenntnisgewinn begrenzt und die Relevanz der Untersuchung beeinträchtigt, denn Trentmann lässt unklar, wer denn eigentlich von einer Neuartigkeit des Wahlkampfes ausgeht. Die Politikwissenschaft zumindest nicht. Vielmehr schient es sich hier um ein Journalistenurteil zu handeln, das allerdings durchaus revisionsbedürftig ist.</p>
<p>Interessanter wäre es gewesen, zu zeigen, warum der Obama-Wahlkampf und sein Kandidat auch hierzulande ein ungewöhnlich hohes öffentliches Interesse erregte: Deutet es vielleicht trotz der unterschiedlichen politischen Kultur auf ein hier wie dort vorhandenes Sehnen nach charismatischen, scheinbar eindeutig einzuordnenden Politikerpersönlichkeiten hin?</p>
<p>Die Darstellung der Rahmenbedingungen und Wirkung von Wahlkämpfen sowie der Erreichbarkeit der Wähler nimmt die Autorin schulbuchmäßig vor, es fehlen jedoch eine theoretische Grundlegung der Bedeutung und Funktionen von Wahlkampf im politischen System sowie Aussagen über Politikvermittlung, die Rolle und das Verhalten der Medien. Der Arbeit mangelt es schließlich an einer kritischen Perspektive &#8211; auch im Fazit, in dem Trentmann lediglich auf die mögliche Übernahme amerikanischer Methoden für deutsche Parteien eingeht. Die Untersuchung ist außerdem streckenweise überfrachtet mit Zitaten, deren Einsatz nicht immer ersichtlich ist.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Jung, M.: &#8220;Vom Obama lernen heißt siegen lernen? Rahmenbedingungen für Wahlkämpfe in Deutschland&#8221;, in: Picot, A.; Freyberg, A. (Hrsg.): <em>Media Reloaded. Mediennutzung im globalen Zeitalter</em>, Heidelberg 2010, S. 95-102.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.tectum-verlag.de/9978_Nina_Trentmann_Barack_Obama_gegen_John_McCain_Neue_Strategien_im_amerikanischen_Pr&amp;%2365533;sidentschaftswahlkampf_2008_USA_Wahlkampf_Experteninterviews.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.hsu-hh.de/hartmann/index_0SZHbncSJsgnn95c.html" target="_blank">Webpräsenz von Yvonne Kuhn an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg </a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1075' rel='bookmark' title='Permanent Link: Markus Rhomberg: Politische Kommunikation'>Markus Rhomberg: Politische Kommunikation</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1932' rel='bookmark' title='Permanent Link: Ralf Hering; Bernd Schuppener; Nina Schuppener: Kommunikation in der Krise'>Ralf Hering; Bernd Schuppener; Nina Schuppener: Kommunikation in der Krise</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Norbert Schulz-Bruhdoel; Michael Bechtel: Medienarbeit 2.0</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/811</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/811#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 09:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Crossmedia]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Public Relations]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/?p=811</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Vanessa Giese</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/811"><img class="alignleft size-full wp-image-2749" title="schulz-bruhdoel&#38;bechtel2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/07/schulz-bruhdoelbechtel20091.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Mit <i>Medienarbeit 2.0</i> möchten Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel "Crossmedia-Lösungen" bieten und ein "Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen sein". Was die zwei Autoren jedoch auf redundanten 240 Seiten offerieren, sind Halbwissen und Konzeptlosigkeit.  Schon vor der Lektüre lässt der Untertitel des Werks aufhorchen: "Praxisbuch für PR und Journalismus" - diese Verquickung geht nicht zusammen, möchte man vermuten. Beim Lesen bewahrheitet sich die Annahme schnell: Die Zielgruppe des Buchs ist unklar. In weiten Strecken sind die Texte auf PR-Manager zugeschnitten, einzelne Abschnitte beschäftigen sich allerdings aus journalistischem Blickwinkel mit Fragestellungen zu aktuellen Medienentwicklungen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/811">[Mehr]</a>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/620' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen'>Michael Steinbrecher: Olympische Spiele und Fernsehen</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/134' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland'>Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Vanessa Giese</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/811"><img class="alignleft size-full wp-image-2749" title="schulz-bruhdoel&amp;bechtel2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/07/schulz-bruhdoelbechtel20091.jpg" alt="" width="160" height="250" /></a>Mit <em>Medienarbeit 2.0</em> möchten Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel &#8220;Crossmedia-Lösungen&#8221; bieten und ein &#8220;Praxisbuch für PR und Journalismus von morgen sein&#8221;. Was die zwei Autoren jedoch auf redundanten 240 Seiten offerieren, sind Halbwissen und Konzeptlosigkeit.  Schon vor der Lektüre lässt der Untertitel des Werks aufhorchen: &#8220;Praxisbuch für PR und Journalismus&#8221; &#8211; diese Verquickung geht nicht zusammen, möchte man vermuten. Beim Lesen bewahrheitet sich die Annahme schnell: Die Zielgruppe des Buchs ist unklar. In weiten Strecken sind die Texte auf PR-Manager zugeschnitten, einzelne Abschnitte beschäftigen sich allerdings aus journalistischem Blickwinkel mit Fragestellungen zu aktuellen Medienentwicklungen.</p>
<p>Ebenso schwammig wie die Zielgruppe ist der Inhalt des Werks: Norbert Schulz-Bruhdoel und Michael Bechtel springen ohne roten Faden von Blogs und Twitter zu Wikis,  Second Life und sozialen Netzwerken. Eine verbindende These gibt es nicht, konkrete Handreichungen oder ausführliche Beispiele sind ebenfalls nicht vorhanden.  Stattdessen strotzt das Buch vor Wiederholungen und undifferenzierten Allgemeinplätzen. So heißt es zum Thema Blogs (87):  &#8220;Nach dem Big Bang am &#8216;neuen Markt&#8217; […] stellten auch Filmfreunde, Kaninchenzüchter und Fanclubs ihre Seiten ins Netz. Literaturbegeisterte, Naturliebhaber, Weltverbesserer und Spinner jedes denkbaren Typs suchten im Web nach Gleichgesinnten […]. Allenthalben sprießen Weblogs im Netz, unaufwendige Online-Tagebücher, in denen sich Menschen mitteilen und Antworten bekommen.&#8221;  Schon 20 Seiten zuvor &#8211; zwischendurch handelten Schulz-Bruhdoel/Bechtel eiligst Twitter, Zahlen zur Zeitungsauflage und die Zukunft des Radios ab &#8211; hatten die Autoren eine klare Meinung zu Medienblogs:  &#8220;Die weit überwiegende Zahl der ernst gemeinten Blogs existiert allein, um Artikel und Sendungen in den hergebrachten Medien mit eigenen Kommentaren, Schimpfkanonaden, pseudointellektuellem Geschwurbel oder offenkundigen Albernheiten zu kontern.&#8221; (67)</p>
<p>An Polemik mangelt es also nicht. Dafür aber an Quellenangaben. Als  Beispiel sei an dieser Stelle nur die zusammenhanglose Sozialkritik auf S. 35f. genannt: &#8220;Heute ist uns die Familie gleich ganz abhandengekommen. Wo es noch ein gemeinsames Abendessen gibt, geht danach jeder seine eigenen medialen Wege. Sogar in den Kleinkinderzimmern flimmert der eigene Fernsehapparat oder gleich der Computermonitor.&#8221; Zahlen zur Verbreitung zur Geräteabdeckung in deutschen Haushalten? Fehlanzeige. Zum Mediennutzungsverhalten verschiedener Altersgruppen? Ebenfalls.</p>
<p>Was also kann man Gutes zu diesem Buch sagen? Zugegebenermaßen wenig. Einzig vielleicht, dass es einen &#8211; ungeordneten &#8211; Überblick über aktuelle Möglichkeiten des Web 2.0 gibt. Wer jedoch entweder mehr theoretisches Wissen oder &#8211; auf der anderen Seite &#8211; mehr praktische Anleitung sucht, sollte sich andernorts bedienen.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/product.asp&amp;doc={B55039B6-FCD8-4AB3-8ECA-280B450895CD}&amp;rub={EAFD6FEC-DFC2-4772-99DE-6EBCADEC57FA}" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://web75.milhouse.kundenserver42.de/" target="_blank">Blog zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.punktumpr.de/" target="_blank">Berufliche Webpräsenz von Norbert Schulz-Bruhdoel</a></li>
<li><a href="http://www.michael-bechtel.de/" target="_blank">Berufliche Webpräsenz von Michael Bechtel</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/vanessa-giese-m.a.html" target="_blank">Webpräsenz von Vanessa Giese an der TU Dortmund</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/134' rel='bookmark' title='Permanent Link: Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland'>Michael Meyen; Nina Springer: Freie Journalisten in Deutschland</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Anja Johanning: Kompetenzentwicklung im Internet</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1612</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/1612#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 09:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetforum]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Communities]]></category>
		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Matthias Berg</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1612/"><img class="alignleft size-full wp-image-2531" title="Johanning2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Johanning20091.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Mit <em>Kompetenzentwicklung im Internet</em> präsentiert Anja Johanning die Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes, in dem sie sich mit organisationsübergreifenden<em> Online-Communities of Practice</em> auseinandergesetzt hat. Diese werden definiert als "informelle, berufsbezogene Personengruppen, die ein gemeinsames Anliegen in Form von ähnlichen Problemstellungen oder einer gemeinsamen Leidenschaft für spezifische Themen aus dem Arbeitsalltag teilen" und sich darüber im Internet austauschen (83). Ziel der Studie ist die Klärung der übergeordneten Forschungsfrage nach der Rolle, die eben jene internetbasierten Praxisgemeinschaften bei der Entwicklung individueller Kompetenzen ihrer Mitglieder einnehmen. Dieser Zielsetzung geht Johanning mittels einer im Mehrmethodendesign angelegten Fallstudie zu <a href="http://www.sekretaria.de/" target="_blank"><em>sekretaria.de</em></a>, einem Internetforum (überwiegend) für Sekretärinnen, nach. Dabei nimmt sie eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive ein, die sie um Ansätze aus den Bereichen der Tätigkeitspsychologie und (Berufs-)Pädagogik erweitert. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1612">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Matthias Berg</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1612/"><img class="alignleft size-full wp-image-2531" title="Johanning2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Johanning20091.jpg" alt="" width="160" height="226" /></a>Mit <em>Kompetenzentwicklung im Internet</em> präsentiert Anja Johanning die Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes, in dem sie sich mit organisationsübergreifenden<em> Online-Communities of Practice</em> auseinandergesetzt hat. Diese werden definiert als &#8220;informelle, berufsbezogene Personengruppen, die ein gemeinsames Anliegen in Form von ähnlichen Problemstellungen oder einer gemeinsamen Leidenschaft für spezifische Themen aus dem Arbeitsalltag teilen&#8221; und sich darüber im Internet austauschen (83). Ziel der Studie ist die Klärung der übergeordneten Forschungsfrage nach der Rolle, die eben jene internetbasierten Praxisgemeinschaften bei der Entwicklung individueller Kompetenzen ihrer Mitglieder einnehmen. Dieser Zielsetzung geht Johanning mittels einer im Mehrmethodendesign angelegten Fallstudie zu <a href="http://www.sekretaria.de/" target="_blank"><em>sekretaria.de</em></a>, einem Internetforum (überwiegend) für Sekretärinnen, nach. Dabei nimmt sie eine kommunikationswissenschaftliche Perspektive ein, die sie um Ansätze aus den Bereichen der Tätigkeitspsychologie und (Berufs-)Pädagogik erweitert.</p>
<p>Nach einer einleitenden Hinführung zum Thema vertieft die Autorin im zweiten Teil der Arbeit die grundlegenden Konzepte <em>Kompetenz,</em> bzw. der Entwicklung selbiger in Lernprozessen, und <em>Community of Practice</em> sowie deren (kommunikative) Eigenschaften in ihrer Erscheinungsform als Online-Vergemeinschaftung. So sind unter Kompetenzen &#8220;Selbstorganisationsdispositionen&#8221; zu fassen (26), deren personale, methodisch-fachliche und sozial-kommunikative Ausprägungen bezogen auf individuelle Handlungskontexte betrachtet werden sollen (vgl. 44f.).</p>
<p>Den Kern der Publikation bildet die Darstellung der empirischen Arbeit. Ausgiebig legt Johanning dabei ihr Untersuchungsdesign und das methodische Vorgehen dar, angefangen bei einer strukturierten Erhebung von 59 organisationsübergreifenden Online-Communities of Practice (vgl. Kapitel 12), aus denen sich <em>sekretaria.de</em> auf nachvollziehbare Art und Weise als &#8220;idealtypisches&#8221; Fallbeispiel (164) herauskristallisiert – unter anderem wegen der Berufsgruppenspezifik und des dort aktiv stattfindenden Austauschs mittels asynchroner Forums-Kommunikation. Im nächsten Schritt erschließt Johanning den groben Rahmen der Angebotsstruktur von <em>sekretaria.de</em>, bevor sie sich einer Auswahl von Forums-Threads quantitativ inhaltsanalytisch widmet. Das zentrale Moment bilden aber 13 problemzentrierte und leitfadengestützte Telefoninterviews mit Nutzerinnen der Plattform, die vor allem Gründe für die Zuwendung sowie Aspekte längerfristiger Effekte auf die individuelle Kompetenzentwicklung der Befragten thematisieren.</p>
<p>Als Gründe für die Zuwendung zu <em>sekretaria.de</em> werden unter anderem die Suche nach Unterstützung bei nicht selbstständig lösbaren Problemen im Arbeitsalltag, aber auch private Anliegen herausgearbeitet (vgl. 212ff.), solange die Thematiken als nicht zu vertraulich empfunden werden (vgl. 216ff.). Abschließend stellt Johanning heraus, dass <em>sekretaria.de</em> als Online-Community of Practice von den Nutzerinnen vor allem für die Entwicklung von personalen (z. B. mit Unsicherheiten umgehen, berufliche Reflexion, Selbstbestätigung) und fachlich-methodischen (z. B. optimiertes Fachwissen, Situationsbeurteilung, Aktualität) Kompetenzen und wegen der  Möglichkeit individuellen Kompetenzmanagements geschätzt wird (vgl. 255ff.). Leider vergisst die Autorin über die sehr detaillierte, aber auch recht fragmentarisch anmutende Darstellung ihrer Ergebnisse, die in ein uses &amp; gratification-orientiertes Kommunikationsprozessmodell münden (vgl. 270), die Gewichtung selbiger. Eine reflektierende Abschlussdiskussion mit Rückbezug auf den sorgfältig konstruierten Theorieteil bleibt sie dem Leser schuldig.</p>
<p>Insgesamt besteht der Hauptverdienst der vorliegenden Publikation einerseits in der Aufbereitung eines pädagogisch fundierten Kompetenzkonzeptes – das nicht einfach bei einer verkürzten Medienkompetenz-Diskussion stehen bleibt – und andererseits in dessen kommunikationswissenschaftlicher Operationalisierung im Rahmen einer soliden Empiriearbeit, auch wenn sich hierbei einige Unsauberkeiten ergeben. So stellt sich die Frage nach der Tragfähigkeit einer strikten Unterteilung von Nutzungssituationen in &#8220;Instrumentelle&#8221; und &#8220;Ritualisierte Zuwendung&#8221; (212f. und passim; vgl. hierzu Schweiger 2007: 108) oder des Bezugs auf die Zahl von über 20.000 Mitgliedern (i. e. registrierte User), für die die Community etwas pauschal &#8220;ein integraler Bestandteil des privaten und beruflichen Alltags&#8221; sei (192). Abschließend bilanziert Johanning aber korrekt den kommunikativen Wandel im Rahmen der Web 2.0-Diskussion, wobei sie mit ihrer Untersuchung durchaus zeigen kann, dass das Web auch vor O’Reilly schon &#8216;social&#8217; war (vgl. hierzu auch Schmidt 2009).</p>
<p><em>Literatur:</em></p>
<ul>
<li>Schmidt, J.: <em>Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0</em>. Konstanz [UVK] 2009.</li>
<li>Schweiger, W.: <em>Theorien der Mediennutzung. Eine Einführung.</em> Wiesbaden [VS] 2007.</li>
</ul>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/trefferListe.aspx?action=author&amp;author=10334" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://ifbm.fernuni-hagen.de/lehrgebiete/embifo/team/dr-anja-johanning" target="_blank">Webpräsenz von Anja Johanning an der Fernuniversität Hagen</a></li>
<li><a href="http://www.imki.uni-bremen.de/deutsch/mitglieder/alphabetische-liste.html?tx_jshuniversity_pi2[showUid]=493&amp;cHash=d3625213dc" target="_blank">Webpräsenz von Matthias Berg an der Universität Bremen</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Christian Papsdorf: Wie Surfen zu Arbeit wird</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1539</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/1539#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 09:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[Hermeneutik]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Open Source]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Christian Pentzold</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/papsdorf2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2248" title="Papsdorf-4.indd" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/papsdorf2009.jpg" alt="" width="160" height="244" /></a>Will man sich einen Überblick über die internetbasierten Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden machen, so trifft man auf eine Reihe von Ausdrücken wie etwa "mass collaboration", "open innovation" oder "mass customization", deren konzeptionelle Tragfähigkeit und empirische Relevanz zunächst fraglich ist. Eine diesbezügliche Klärung verspricht die 2009 veröffentlichte Diplomarbeit von Christian Papsdorf. Der Fokus des Buches liegt dabei auf dem Phänomen des Crowdsourcing. Die Arbeit gliedert sich im Groben in zwei Teile entsprechend der beiden verfolgten Fragestellungen. Der erste Teil hat zum Ziel, eine Definition von Crowdsourcing zu entwickeln (Kap. 2) und es dementsprechend theoretisch zu verorten (Kap. 3). Hierzu unternimmt der Autor zuerst eine qualitativ-explorative Untersuchung von exemplarischen Fällen, welche anschließend zu fünf Modi kategorisiert werden. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1539">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christian Pentzold</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/papsdorf2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2248" title="Papsdorf-4.indd" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/10/papsdorf2009.jpg" alt="" width="160" height="244" /></a>Will man sich einen Überblick über die internetbasierten Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden machen, so trifft man auf eine Reihe von Ausdrücken wie etwa &#8220;mass collaboration&#8221;, &#8220;open innovation&#8221; oder &#8220;mass customization&#8221;, deren konzeptionelle Tragfähigkeit und empirische Relevanz zunächst fraglich ist. Eine diesbezügliche Klärung verspricht die 2009 veröffentlichte Diplomarbeit von Christian Papsdorf. Der Fokus des Buches liegt dabei auf dem Phänomen des Crowdsourcing. Die Arbeit gliedert sich im Groben in zwei Teile entsprechend der beiden verfolgten Fragestellungen. Der erste Teil hat zum Ziel, eine Definition von Crowdsourcing zu entwickeln (Kap. 2) und es dementsprechend theoretisch zu verorten (Kap. 3). Hierzu unternimmt der Autor zuerst eine qualitativ-explorative Untersuchung von exemplarischen Fällen, welche anschließend zu fünf Modi kategorisiert werden.</p>
<p>Daraus leitet Papsdorf eine Definition des Phänomens ab. Er bestimmt es als &#8220;Strategie des Auslagerns einer üblicherweise entgeltlich erbrachten Leistung durch eine Organisation oder Privatperson mittels eines offenen Aufrufs an eine Masse von unbekannten Akteuren&#8221;, wobei die Organisationen bzw. Privatpersonen und/oder die User stets &#8220;frei verwertbare und direkte wirtschaftliche Vorteile&#8221; (69) erlangen sollen.</p>
<p>Vorteil einer solchen Definition ist zum einen, durch die Betonung der kommerziellen Verfasstheit der Externalisierung von Leistungen das Crowdsourcing von anderen Formen netzbasierter Kooperation abzugrenzen, welche nicht auf die Erringung eines ökonomischen Vorteils fokussieren. Zum anderen beschränkt die Definition das Phänomen nicht auf den Online-Bereich, sondern sieht auch andere Wege der Ansprache und Auslagerung. Darüber hinaus umgeht die Definition eine einseitige Verengung auf gewinnorientierte Interessen von Wirtschaftsunternehmen, welche durch Auslagerung von Tätigkeiten ihre Kosten reduzieren und Erträge steigern wollen. Dagegen vermeidet diese Begriffsbestimmung ein zu enges Verständnis des Phänomens als Ausbeutung, sondern hält die Möglichkeit offen, dass auch die freiwillig teilnehmenden User wirtschaftliche Interessen verfolgen.</p>
<p>Ebenfalls plausibel ist Papsdorfs Typologisierung verschiedener Ausprägungen des Crowdsourcing. So unterscheidet er den Modus des offenen Ideenwettbewerbs, ergebnisorientierte virtuelle Microjobs, userdesignbasierte Massenfertigung, userbetriebene Ideenplattformen und die indirekte Vernutzung von Usercontent.</p>
<p>Die Wahl einer an Oevermanns objektiven Hermeneutik angelegten Exploration und Kategorisierung ist vor dem Hintergrund des zunächst unklaren Phänomenbereichs überzeugend, doch hätte das methodische Vorgehen hierbei weiter ausgeführt werden können. So ist nicht klar, ob die fünf detailliert vorgestellten und den fünf Typen entsprechenden Fälle (Dell Idea Storm, InnoCentive, Spreadshirt, Crowdspirit, BILD Leserreporter) den Ausgangspunkt für die Interpretation bildeten, oder nur als besonders exponierte Beispiele zu Darstellungszwecken ausgewählt wurden. Auch hätte man gern mehr über die 40 Crowdsourcing-Beispiele erfahren, auf welchen die Analyse beruht. Hier belässt es die Arbeit bei dem Hinweis, dass auf Grundlage einer ausführlichen Webrecherche eine Vielzahl an Fällen identifiziert und über das Vorgehen der minimalen/maximalen Variation einbezogen wurden.</p>
<p>Im sich an die Definition anschließenden Teil verortet Papsdorf das Crowdsourcing zunächst gesellschaftstheoretisch hinsichtlich des Wandels von der Industrie- zur Informationsgesellschaft und der von Castells postulierten netzwerkartigen Produktionsprozesses. Besonders aufschlussreich sind überdies die von ihm vorgestellten komplementären Interpretationen des Crowdsourcing aus Sicht der Unternehmen und der User. Papsdorf kann hier zeigen, dass das Phänomen, konzentriert man sich auf die Initiatoren, als Spielart einer systemischen Rationalisierungsstrategie gedeutet werden kann. Hinsichtlich der User nutzt Papsdorf die These des &#8220;Arbeitenden Kunden&#8221;, wonach konsumtive Tätigkeiten zunehmend gebrauchswertschaffend sind. Plausibel kann Papsdorf hier aus der von ihm gelieferten Definition eine Erweiterung des Modells herleiten: Im Crowdsourcing sind Nutzer nicht nur arbeitende Kunden, welche durch ihre Produktionsleistung Kostenersparnisse für Unternehmen erbringen, sondern die Beziehung zwischen Unternehmen oder Organisationen und Usern wird zum Teil völlig vom konkreten Konsumakt entkoppelt. Gerade indem User nicht Kunden sein müssen, entfaltet Crowdsourcing sein Potential, die arbeitsinhaltliche Dimension zu expandieren.</p>
<p>Der zweite Teil der Arbeit hat das Ziel, die Motivation der arbeitenden User zu klären (Kap. 4). Anders als diese Frage überlicherweise angegangen wird, greift Papsdorf hier nicht auf eine Befragung zurück. Stattdessen nimmt er an, die Tätigkeit erfolge vor einem Horizont geteilter Werte und Normen. Die in der Selbstdarstellungen von Crowdsourcing-Projekten häufig angesprochenen Ideale Autonomie, Kreativität und Selbstverwirklichung interpretiert er im Sinne von Boltanski/Chiapellos neuen Geist des Kapitalismus als rhetorisches Instrument, um zum freiwilligen Engagement in einer häufig gewinnorientierten Unternehmung zu motivieren. Kann man dies noch anhand der von ihm gelieferten Beispiele nachvollziehen, so ist die von ihm weiterhin gemachte Verknüpfung mit einer spezifischen Kultur des Internets nicht einsichtig. Zwar geht er auf verschiedene Kontexte der Entstehung von Idealen wie Offenheit, Freiheit und Antikommerzialität ein, doch gerät er damit in Widerspruch zur von ihm vorlegten Definition des Crowdsourcings als stets auf ökonomischen Vorteil ausgerichtet. Die Arbeit löst das Problem, indem sie behauptet, die Initiatoren würden die Werte womöglich nicht selbst praktizieren, sondern mimikrieren, um User anzusprechen.</p>
<p>Auf diesem Weg aber wird die in der Definition geöffnete Perspektive hin zu Usern als ebenfalls gewinnorientiert Handelnde jedoch wiederum verkürzt auf die Dichotomie zwischen kapitalistischen Unternehmen und idealistischen Freiwilligen, denen der ökonomische Charakter umdefiniert oder verschleiert werden muss. Zwar verweist Papsdorf auf die Möglichkeit der Bezahlung von Userarbeit, doch scheint die Konstrastierung mit der Free/Open Source Szene als zu stark. Gerade die Komplexität der Produktion freier Software, welche nicht nur antikapitalistisch erfolgt, zeigt auf, dass netzbasiertes Zusammenwirken nicht auf einem homogenen Wertefundament basiert.</p>
<p>Ingesamt gesehen ist die Arbeit trotz dieser offenen Fragen als wichtige und konstruktive Bestimmung des Feldes zu empfehlen. Ihr zentraler Wert liegt in der Systematisierung und soziologischen Einordnung des Phänomens Crowdsourcing.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.campus.de/wissenschaft/soziologie/Wie+Surfen+zu+Arbeit+wird.85984.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.papsdorf.net/" target="_blank">persönliche Homepage von Christian Papsdorf</a></li>
<li><a href="http://christianpentzold.de/?p=10045" target="_blank">persönliche Homepage von Christian Pentzold</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Cass R. Sunstein: Infotopia</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/646</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/646#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 10:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.rkm-journal.de/?p=646</guid>
		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Rainer Kuhlen</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/06/sunnstein2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2076" title="sunnstein2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/06/sunnstein2009.jpg" alt="" width="160" height="266" /></a>Von den richtigen Leuten zitiert zu werden, ist eine Freude für Autoren. Dass James Boyle in seinem Buch <em>The Public Domain</em> das Kapitel 8 zur "verteilten Kreativität" mit dem Hinweis auf Yochai Benklers <em>The Wealth of Networks</em> beginnt, ist recht und und billig. Benklers Grundzüge einer "commons-based economy", in der sich über "peer production" neuen Formen verteilter Kreativität entfalten können, ist in der Tat das Standardwerk zu diesem Thema. Aber gleich im nächsten Absatz heißt es: "Benkler's work is hardly the only resource however. Other fine works covering some of the same themes include: Cass R. Sunstein, <em>Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge</em> (New York: Oxford University Press, 2006)". Das hat Cass R. Sunstein bestimmt gefreut. Sein Buch liegt jetzt mit dem gleichen Titel und dem Untertitel "Wie viele Köpfe Wissen produzieren" im Suhrkamp-Verlag vor, aus dem Amerikanischen flüssig und ohne erkennbare Einbuße übersetzt von Robin Celikates und Eva Engels. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/646">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Rainer Kuhlen</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/06/sunnstein2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2076" title="sunnstein2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/06/sunnstein2009.jpg" alt="" width="160" height="266" /></a>Von den richtigen Leuten zitiert zu werden, ist eine Freude für Autoren. Dass James Boyle in seinem Buch <em>The Public Domain</em> (2008) das Kapitel 8 zur &#8220;verteilten Kreativität&#8221; mit dem Hinweis auf Yochai Benklers <em>The Wealth of Networks</em> (2006) beginnt, ist recht und und billig. Benklers Grundzüge einer &#8220;commons-based economy&#8221;, in der sich über &#8220;peer production&#8221; neuen Formen verteilter Kreativität entfalten können, ist in der Tat das Standardwerk zu diesem Thema. Aber gleich im nächsten Absatz (286) heißt es: &#8220;Benkler&#8217;s work is hardly the only resource however. Other fine works covering some of the same themes include: Cass R. Sunstein, <em>Infotopia: How Many Minds Produce Knowledge</em> (New York: Oxford University Press, 2006)&#8221;. Das hat Cass R. Sunstein bestimmt gefreut. Sein Buch liegt jetzt mit dem gleichen Titel und dem Untertitel &#8220;Wie viele Köpfe Wissen produzieren&#8221; im Suhrkamp-Verlag vor, aus dem Amerikanischen flüssig und ohne erkennbare Einbuße übersetzt von Robin Celikates und Eva Engels.</p>
<p>Dass Sunstein sich im Vorwort besonders für die Unterstützung von Lawrence Lessig bedankt, schließt den Kreis. Gleich Boyle, Benkler, Lessig (und vielen anderen), geht es Sunstein darum, die Potenziale von Deliberation (&#8220;eine altehrwürdige Form der Interaktion&#8221;) im Kontext des Internet neu zu überprüfen. Für &#8220;Deliberation&#8221; hat sich in den letzten Jahren auch der Ausdruck &#8220;Kollaboration&#8221; durchgesetzt – in Deutschland, sicher auch in Frankreich, hat man sich damit etwas schwerer getan, weil das Wort sofort die Assoziation zu den &#8220;Kollaborateuren&#8221; (den Vaterlandsverrätern im Vichy-Regime) weckte. Es geht aber darum, die These zu belegen, dass in kollaborativ arbeitenden, deliberativen Gruppen &#8220;ein Ergebnis mit einiger Wahrscheinlichkeit viel besser ist, wenn Informationen auf die richtige Weise von vielen verschiedenen Personen aggregiert werden&#8221; (10).</p>
<p>In der Kollaborationstheorie des E-Learning, worauf Sunstein aber nicht explizit eingeht, wird das &#8220;aggregiert&#8221; oft noch offensiver verstanden, und zwar in dem Sinne, dass das in deliberativen Gruppen erzeugte Wissen mehr ist als die Summe des Wissens der einzelnen Personen in diesen Gruppen. Wie auch immer, auch eine gute Aggregation wäre schon ein gutes Ergebnis. Die Übersetzer haben übrigens gezögert, &#8220;deliberating groups&#8221; direkt als &#8220;deliberative Gruppen&#8221; stehen zu lassen. Anders als das Substantiv sei das Adjektiv bislang nicht eingeführt. Allerdings deckt die vorgeschlagene Übersetzung &#8220;diskutierende Gruppen&#8221; den Mehrwert von deliberativen Prozessen nicht vollständig ab. Es geht ja nicht primär ums Diskutieren oder um Kommunikationsprozesse (Sunstein rekurriert hier etwas verkürzt auf Jürgen Habermas), sondern um den aggregierten oder sogar gesteigerten Wissenszuwachs durch informationelle Austauschprozesse.</p>
<p>Sunstein ist von der Richtigkeit der These überzeugt, die von ihm ursprünglich aus dem ökonomischen Bereich der Marktprognosen entwickelt und in <em>Infotopia</em> verallgemeinert wurde: Der Zugang zu verstreuten Informationen kann &#8220;letztlich zu vernünftigeren Entscheidungen sowohl auf Märkten als auch in der Politik&#8221; führen (10). Aber Sunstein weiß auch, dass deliberative Prozesse, wenn unzulänglich durchgeführt, zu suboptimalen, oft sogar fatalen Resultaten führen können. Nicht umsonst hat Sunstein mit dem Hinweis auf &#8220;die richtige Weise&#8221; der Deliberation gleich den Riegel vor zu optimistischen Erwartungen vorgeschoben.</p>
<p>Das Buch ist voll von diesen Beispielen des &#8220;überraschenden Versagens deliberativer Gruppen&#8221; (Kapitel 2 und 3) – theoretisch zum Beispiel fundiert in der Auseinandersetzung mit den empirischen Ergebnissen der von Irving Janos initiierten &#8220;groupthink-theory&#8221; (&#8220;Gruppendenken-Theorie&#8221;), durch die nachgewiesen werden konnte, dass unter sozialem Druck oft genug &#8220;gedankenlose Einhelligkeit und gefährliche Selbstzensur&#8221; gefördert wird (24). Das bekannteste negative Beispiel sind die der Schweinebucht-Initiative vorangehenden &#8220;Deliberationen&#8221; im Kennedy-Zirkel – positiv dann wohl die Deliberationen, ebenfalls im Kennedy-Zirkel, im Zusammenhang der anderen, noch dramatischeren Kuba-/Raketen-Krise. Sunstein verwendet als Gegenpol zu den produktiven deliberativen Gruppen die Bezeichnung &#8220;Informationskokons&#8221;, die er in vielen Unternehmen vorgefunden hat. Das sind für ihn ebenfalls kommunikative Welten, aber solche, in denen wir nur das an Information aufnehmen, was uns beruhigt und zusagt – also nur das, was an sich schon Vorhandenes lediglich fortspinnt.</p>
<p>Sunsteins Buch ist also keineswegs eine bedingungslose Verteidigung der Überlegenheit von deliberativen Prozessen. Zu oft wird die &#8220;richtige Weise&#8221; nicht gefunden. Als zentrale Quellen des Versagens deliberativer Prozesse macht Sunstein aus, dass zum einen viele Menschen nicht in der Lage oder nicht willens sind, ihre eigene Position, auch wenn sie sie an sich für richtig halten, gegenüber der Mehrheitsmeinung oder der Meinung einer Autoritätsperson geltend zu machen. Oft wird auch nichts gesagt, wenn das Sagen keinen eigenen Vorteil verspricht. Die andere Quelle ist die Furcht vor Sanktionen, wovon der Ausschluss aus der Gruppe noch die geringste ist. Entsprechend haben deliberative Gruppen nach Sunstein vier große Probleme: 1) Gruppen verstärken die Fehler ihrer Mitglieder. 2) Informationen, die die Mitglieder an sich haben, werden in der Gruppe nicht offengelegt und so nicht bekannt. 3) Kaskadeneffekte: Blinde weisen anderen Blinden den Weg. 4) Gruppen neigen zur Polarisierung und kommen so zu extremen Ergebnissen.</p>
<p>Je weiter man in Sunsteins Buch voranschreitet, umso klarer wird, dass für ihn das Vorbild für erfolgreiche deliberative Prozesse die Prognosemärkte in der Wirtschaft sind (also die Aggregation privater Informationen), die wesentlich erfolgreicher abschneiden als die auch schon erstaunlich treffsicheren Mittelwerte von Umfragen in gar nicht mal so großen Gruppen. Intuitiv sträuben sich dabei die Haare, wenn empirisch gut nachgewiesen wird, das zum Beispiel Gerichts- beziehungsweise Jury-Entscheidungen (man denke an den Fall Michael Jackson) fast immer identisch mit den entsprechenden Ergebnissen der Prognosemärkte sind – was natürlich auch Sunstein nicht daran zweifeln lässt, dass die juristische Beweisaufnahme dennoch weiter unverzichtbar ist.</p>
<p>Das Buch gewinnt dann aber seine Attraktivität (und Sunstein betritt dabei auch für ihn durchaus noch wenig exploriertes Gelände), wenn Sunstein sich in Kapitel 5 die &#8220;Arbeit vieler Köpfe&#8221; am Beispiel der Wikis, Open-Source-Software und Blogs vornimmt. Das fängt mit dem kollaborativen Filtern an, wie es etwa bei <a href="http://www.amazon.de" target="_blank">Amazon</a> mit Buchempfehlungen auf der Grundlage des Verhaltens vieler Käufer erfolgreich ist: Kaufe ich ein Buch &#8220;a&#8221;, das viele Leute neben einem Buch &#8220;b&#8221; ebenfalls gekauft haben, so ist es oft ein guter, tatsächlich ein fast schon immer unheimlich guter Tipp, auch mir das Buch &#8220;b&#8221; anzubieten.</p>
<p>Musterbeispiel für Netzdeliberationen ist hier natürlich die Online-Enzyklopädie <a href="http://www.wikipedia.de" target="_blank">Wikipedia</a>, deren Erfolg auch schon der Gründer Jimmy Wales mit Gedanken von Hayek zur Preistheorie beziehungsweise zu Preissystemen erklärt hatte. In Sunsteins Worten: &#8220;Wenn Informationen weit verstreut sind und wenn es keinen einzelnen &#8216;Planer&#8217; gibt, der Zugang zu dem hat, was gewusst wird, dann sprechen für die Arbeitsweise von Wikipedia generell die gleichen Gründe wie für das Preissystem&#8221; (190f.). Für den Ökonomen ist es dann gewiss eine große Versuchung, den Erfolg von Wikis auf den Unternehmensbereich zu übertragen. Hier werden positive und gescheiterte Ansätze angeführt. Es zeigt sich allerdings, wie auch bei Sunsteins folgendem Beispiel zur Open-Source-Software, dass eben das nicht Sunsteins genuine Welt ist, sodass er hier auch nicht mit gut begründeten Theorien (beispielsweise für Anreiz- und Belohnungssysteme) aufwarten kann, geschweigen denn mit repräsentativen Ergebnissen empirischer Studien zum Einsatz von Wikis oder Blogs in Unternehmen.</p>
<p>Aber das tut dem gesamten Unternehmen kaum einen Abbruch. Zu oft gelingen ihm gute Beobachtungen mit treffenden Feststellungen. So etwa, wenn er für die Open-Source-Software die &#8220;Kultur der Gabe&#8221; (<em>gift economy</em>) gegenüber der &#8220;Kultur des Austauschs&#8221; oder gar der &#8220;Warengesellschaft&#8221; herausstellt. Man wünschte sich, Sunstein hätte dabei mehr zu Innovationen fördernden Regelungen im Urheberrecht ausgeführt, als er es auf knapp anderthalb Seiten in Kapitel 5 getan hat, die zudem mehr auf Creative-Commons-Lizenzen eingehen als auf einschränkende (starke) oder öffnende (schwache) Urheberrechtsregulierungen.</p>
<p>Verteilte Informationen können in Gruppen nur zusammenkommen und offengelegt und dann genutzt werden, wenn die Mitglieder nicht befürchten müssen, dass Offenlegung und öffentliche Zugänglichmachung von Informationen für sie keine urheber- bzw. strafrechtlichen Sanktionen nach sich ziehen werden. Das und viele andere den Erfolg der Deliberation einschränkende Argumente halten Sunstein aber nicht davon ab, als Resümee &#8220;eine optimistische Sichtweise&#8221; einzunehmen:<br />
<small>&#8220;Wie niemals zuvor verfügt die Menschheit heute über vielversprechende Methoden, weitverstreute Quellen des Wissens und der Kreativität in einem Strom zusammenzuführen, dessen Produktivität erstaunlich ist. Der Wert dieser Methoden hängt letztlich natürlich davon ab, wie wir sie verwenden. Wenn wir aber wetten wollen, ist es sicher sinnvoll, eine Wette auf den Optimismus abzuschließen.&#8221;</small><br />
Auf längere Sicht wird Sunstein hoffentlich recht behalten. Gegenwärtig hängt aber der Erfolg in vielen Situationen kollaborativer deliberativer Prozesse nicht in erster Linie davon ab, &#8220;wie&#8221; wir Methoden und Informationen verwenden, sondern &#8220;ob&#8221; uns die benötigten Informationen überhaupt zu fairen Bedingungen zugänglich, geschweige denn frei zugänglich sind. Das ist das andere Paradox, auf das Sunstein kaum eingeht: In der Tat ist heute wie noch nie in der Menschheitsgeschichte so viel an Information im Prinzip frei zugänglich, aber auch noch nie waren die Verknappungsformen (sei es über das Recht, die Preispolitik oder die Schutztechnik) so umfassend wie heute. Aber das mag ein Übergangsproblem sein. Setzen wir auf Sunstein!</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Boyle, J.: <em>The Public Domain. Enclosing the Commons of Mind.</em> New Haven, London [Yale University Press] 2008.</li>
<li>Benkler, Y.: <em>The Wealth of Networks. How Social Production Transforms Markets and Freedom.</em> New Haven, London [Yale University Press] 2006.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/infotopia-cass_r_sunstein_58521.html" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.law.harvard.edu/faculty/directory/index.html?id=552" target="_blank">Webpräsenz von Cass R. Sunstein an der <em>Harvard Law School</em></a></li>
<li><a href="http://www.kuhlen.name/" target="_blank">Webpräsenz von Rainer Kuhlen an der Universität Konstanz</a></li>
</ul>


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		<item>
		<title>Axel Kuhn: Vernetzte Medien</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/813</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/813#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 22:34:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Computerspiele]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Gerit Götzenbrucker</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1917" title="kuhn2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/kuhn2009.jpg" alt="kuhn2009" width="160" height="245" />Das 367 Seiten umfassende Werk wurde als Dissertation an der Universität Erlangen-Nürnberg angenommen, wobei der Autor dem Fachbereich Buchwissenschaft am Institut für Theater- und Medienwissenschaft angehört. Der Fokus liegt auf einer – stark kulturwissenschaftlich geprägten – Definition von Räumlichkeit und Raumwahrnehmung in digitalen, vernetzten Medienwelten und deren Einfluss auf Rezeptionssituationen. „Die grundlegende These ist, dass die Erweiterung der Rezeption durch die funktionalen Prinzipien vernetzter Medien und der damit verbundenen Erzeugung einer virtuellen Wirklichkeit starken Einfluss auf deren Nutzung nimmt, kognitive und emotionale Prozesse während der Nutzung intensiviert und spezifische langfristige Wirkungen begünstigt.“ Dafür wurde im empirischen Teil der Arbeit eine strukturierte Inhaltsanalyse der „funktional medialen Räume“ des Massively Multiplayer Online Role Playing Game <em>World of Warcraft</em> sowie eine quantitative Online-Befragung (n=277) von Spielern durchgeführt. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/813">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Gerit Götzenbrucker</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1917" title="kuhn2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/kuhn2009.jpg" alt="kuhn2009" width="160" height="245" />Das 367 Seiten umfassende Werk wurde als Dissertation an der Universität Erlangen-Nürnberg angenommen, wobei der Autor dem Fachbereich Buchwissenschaft am Institut für Theater- und Medienwissenschaft angehört. Der Fokus liegt auf einer – stark kulturwissenschaftlich geprägten – Definition von Räumlichkeit und Raumwahrnehmung in digitalen, vernetzten Medienwelten und deren Einfluss auf Rezeptionssituationen. &#8220;Die grundlegende These ist, dass die Erweiterung der Rezeption durch die funktionalen Prinzipien vernetzter Medien und der damit verbundenen Erzeugung einer virtuellen Wirklichkeit starken Einfluss auf deren Nutzung nimmt, kognitive und emotionale Prozesse während der Nutzung intensiviert und spezifische langfristige Wirkungen begünstigt.&#8221; (22) Dafür wurde im empirischen Teil der Arbeit eine strukturierte Inhaltsanalyse der &#8220;funktional medialen Räume&#8221; des Massively Multiplayer Online Role Playing Game <em>World of Warcraft</em> sowie eine quantitative Online-Befragung (n=277) von Spielern durchgeführt.</p>
<p>Bevor es jedoch zu einer Beschreibung der empirischen Studien und der Forschungsergebnisse kommt (erst auf Seite 213), bereitet der Autor sein Forschungsfeld theoretisch sehr ausführlich und penibel auf, was sich insbesondere an einer Vielzahl von Definitionen und Begriffsklärungen am Anfang des Werkes zeigt: Die Bestimmung der funktionalen Potenziale vernetzter Medien (anhand der Dimensionen Multimedialität, Interaktivität und Virtualität) mündet in einem Schaubild zur Verortung virtueller Welten in Abgrenzung zu anderen Varianten der computervermittelten Kommunikation (98). Interessanterweise wird der titelgebende Netzwerkbegriff jedoch nicht definiert, was irreführend für die Leser ist.</p>
<p>Des weiteren arbeitet der Autor daran, virtuelle Welten als Verbindung komplexer Sozialräume und Wirkungsräume zu positionieren, was insgesamt mehr als die Hälfte des vorliegendes Werkes einnimmt und sich als eine ausführliche Dokumentation unterschiedlicher Blickwinkel auf Räumlichkeit (bisweilen mit etwas zu vielen und zu langen Originalzitaten) und einer jeweils anschließenden Konklusion bezüglich deren Bedeutung für die Nutzung unterschiedlicher Medientypen darstellt. In Kapitel 4 bis 6 werden dann die eigentlich wichtigen Grundlagen für die Bestimmung der Rezeption vernetzter Medien behandelt – Wahrnehmungsraum (ästhetische Multimedialität und technische Interaktion) und Sozialraum (Interpersonale Interaktion, Identität, vernetzte mediale Gemeinschaften) – und in eine schematische Darstellung (212) gegossen. Bis es soweit kommt, braucht der Leser allerdings viel Durchhaltevermögen, da die direkte Verbindung der einzelnen an Theorien angelehnten Passagen relativ unverbunden nebeneinander stehen.  Das soll jedoch nicht die Tatsache herabsetzten, dass der Autor sich sehr intensiv mit den relevanten Theorien und Studien zur Beschreibung virtueller Räume, Kommunikation und Gemeinschaften auseinandergesetzt hat, was schon durch das ausführliche Literaturverzeichnis belegt ist.</p>
<p>Die unterschiedlichen, aus dem Schema ersichtlichen Aspekte und Beschaffenheiten, die virtuelle Welten ausmachen, bilden sowohl die Grundlage für die qualitative, strukturierte Inhaltsanalyse des Online-Rollenspiels <em>World of Warcraft</em>, als auch den Ankerpunkt für die Fragedimensionen der Online-Befragung.</p>
<p>In der strukturierten Inhaltsanalyse, die einerseits auf vorausgehenden Beobachtungen im Spiel als auch auf die Analyse von vorliegenden Informationen über das Spiel aufbaut, werden im Zeitraum von Februar 2005 bis Anfang 2008 insbesondere die Struktur des Wahrnehmungsraumes (der audiovisuellen, narrativen sowie interaktiven Struktur) und des Sozialraumes (interpersonale Kommunikation, Gemeinschaftsstrukturen, intermediale Elemente) mit dem Ergebnis untersucht, dass es sich bei <em>WoW</em> um eine vielschichtige virtuelle Wirklichkeit handelt. Allerdings wurde(n) keine weitere(n) virtuelle(n) Welt(en) inhaltsanalytisch untersucht, um hier einen Vergleich zu ziehen und beispielsweise die Grade der Abweichung hinsichtlich der Komplexität der einzelnen virtuellen Welten feststellen zu können. Das Resümee der Inhaltsanalyse fällt mit eineinhalb Textseiten etwas zu knapp aus, das können auch die Bildtexte zu bunten Screenshots aus dem Spiel nicht ausreichend kompensieren (256-270). Hier soll ein visueller Eindruck vermittelt werden, wie sich Landschaften und Regionen, Jahreszeiten, Karten, tektonische Unterscheide gestalten, wie sich Charaktere ausgestalten lassen und wie die unterschiedlichen Kommunikationsmodi visuell in das Spiel eingebunden sind.</p>
<p>Die Online-Befragung von 277 deutschen <em>WoW</em>-Spielern, die in den <em>WoW</em>-Foren mittels Link erreicht wurden, bietet interessante Einblicke u.a. in die emotionalen Befindlichkeiten der Spieler; beispielsweise, dass die Frustration durch technische Ausfälle (68%) um ein vielfaches höher bewertet wird als die Frustration durch den Tod einer Spielfigur (8%) (301ff.). Oder Ergebnisse zu sozialen Komponenten der Gildenmitgliedschaft, die belegen, dass es vorrangig um spielerische Möglichkeiten geht und erst nachrangig um das Kennenlernen neuer Leute oder das Zusammensein mit Freunden in der Community. Leider werden diese Ergebnisse nicht anhand des aktuellen, internationalen Forschungsstandes diskutiert und herausgearbeitet, was deren besondere Qualität darstellt. Die Zusammenfassungen der empirischen Teile referenzieren insgesamt ausschließlich auf die vom Autor gewonnenen Ergebnisse. Nach Ansicht der Rezensentin hätte hier noch Arbeit in ein ausführliches Resümee und einen Forschungsausblick investiert werden müssen, der alle Komponenten der Konstruktion von Qualität in vernetzen (Spiel-)Welten nochmals im Hinblick auf die gewonnenen Erkenntnisse bewertet und internationalen Forschungsergebnissen gegenüberstellt.</p>
<p>Insgesamt könnte das Werk gekürzt werden, beispielsweise um die im empirischen Teil nicht unbedingt notwendigen Diagramme und Tabellen der quantitativen Auswertung.</p>
<p>Summa summarum ein durchaus interessantes Werk, das sich aber ob seines Umfangs und seiner etwas schwerfälligen Strukturierung dem Leser nicht sofort klar erschließt, und dem ein starkes, diskursives Resümee fehlt.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867642019&amp;WKorbUID=27523077&amp;TITZIF=2343&amp;be=wi&amp;uBe=ko" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.buchwiss.uni-erlangen.de/institut/mitarbeiter/dr.-axel-kuhn.shtml" target="_blank">Webpräsenz von Axel Kuhn an der Universität Erlangen-Nürnberg</a></li>
<li> <a href="http://www.univie.ac.at/publizistik/Goetzenbrucker.htm" target="_blank">Webpräsenz von Gerit Götzenbrucker an der Universität Wien</a></li>
</ul>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jan Schmidt: Das neue Netz</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1424</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/1424#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 22:38:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Wolfgang Schweiger</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1957" title="schmidt2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg" alt="" width="160" height="239" /></a>Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik "UVK – Die Besten" steht im Bereich "Kommunikationswissenschaft" das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker "Massenmedien in Deutschland" auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem 'Longrunner' wie die "Massenmedien", dennoch ist an dem Vergleich etwas dran. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1424">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Wolfgang Schweiger</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1957" title="schmidt2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/schmidt2009.jpg" alt="" width="160" height="239" /></a>Soeben blättert der Rezensent die aktuelle UVK-Verlagszeitschrift durch – und was sieht er? Unter der Rubrik &#8220;UVK – Die Besten&#8221; steht im Bereich &#8220;Kommunikationswissenschaft&#8221; das zu besprechende Buch auf Platz 3. Zwar erfährt man nichts über das Zustandekommen dieses Rankings. Dass Hermann Meyns Klassiker &#8220;<a href="http://uvk.de/buch.asp?ISBN=9783896694201&amp;WKorbUID=12984503&amp;TITZIF=1505&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Massenmedien in Deutschland</a>&#8221; auf Platz 1 steht, legt die Messlatte aber fraglos hoch. Vermutlich wird ein Band über ein neues Phänomen wie das Social Web, das sich wie alle Online-Entwicklungen mit immenser Dynamik entwickelt, nicht zu einem &#8216;Longrunner&#8217; wie die &#8220;Massenmedien&#8221;, dennoch ist an dem Vergleich etwas dran.</p>
<p>Denn Schmidt bringt – dem Journalisten und früheren DJV-Vorsitzenden Meyn ähnlich – eine wesentliche Voraussetzung für einen solchen Band mit: Er ist nicht nur Kommunikationswissenschaftler und gelernter Soziologe, sondern selbst aktiv im Social Web. Seit Jahren führt er den Blog &#8220;<a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">schmidtmitdete.de</a>&#8220;, wo er sich selbst ironisch als &#8220;hard bloggin&#8217; scientist&#8221; bezeichnet. Entsprechend beginnt das Fazit des Buches zunächst im Twitter-Stil (maximal 140 Zeichen pro Spiegelstrich). Und natürlich gibt es auch einen Blog zum Buch: <a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank">www.dasneuenetz.de</a>. Dort findet man neben persönlichen Bemerkungen und einer so genannten <a href="http://www.dasneuenetz.de/bibliographie" target="_blank">Urlographie</a> mit allen Links auch <a href="http://www.dasneuenetz.de/rezensionen" target="_blank">Rezensionen</a> und Leserreaktionen. Und wie es in der wissenschaftlichen Community so ist, halten sich die Leser weitgehend mit Reaktionen zurück. An dieser Kultur des &#8220;Lieber-Nicht-Diskurses&#8221; jenseits lebenslaufrelevanter Publikationen und jenseits der Biertische an langen Tagungsabenden ändert auch ein Blog als neuer Medienkanal nur wenig.</p>
<p>Damit bin ich beim Inhalt des Buches angelangt, denn genau dies ist eine der zentralen Aussagen: Nicht technische Eigenschaften allein entscheiden darüber, welche Praktiken sich im Umgang mit neuen Medien herausbilden, sondern auch soziale und wirtschaftliche Beziehungen und Verwendungsregeln (47ff.). Nun ist diese Erkenntnis nicht neu – seit vielen Jahren schütteln Sozialwissenschaftler den Kopf über den so genannten Technikdeterminismus, d.h. die naive Annahme mancher Technikentwickler und Ökonomen, neue Techniken würden automatisch neue Nutzerbedürfnisse erzeugen und eine erhöhte Nachfrage hervorrufen. Dennoch ist es immer wieder wichtig, auf die Verschränkungen zwischen technischen und soziokulturellen Rahmenbedingungen und individuellen Gewohnheiten hinzuweisen und diese anhand konkreter Medienbeispiele zu illustrieren. Dies tut das Buch auf vorbildliche Weise.</p>
<p>Ein weiteres Plus: Als halbwegs Internet-sattelfester Leser – als Einstieg in die Materie setzt der Band zu viel voraus – bekommt man einen lesbaren und kurzweiligen Überblick über Techniken, Angebote, Nutzungsroutinen, soziale Zusammenhänge und aktuelle Debatten im und über das Social Web. Apropos Social Web: Während im Untertitel des Bandes vom &#8220;Web 2.0&#8243; die Rede ist (eine Verlagsentscheidung?), entledigt sich Schmidt nach einem kurzen geschichtlichen Abriss recht früh (21) dieses Marketing-Terminus, der obendrein eine Revolution suggeriert – von Version 1.0 zu 2.0 –, die es so nicht gibt. Stattdessen spricht er nur noch vom Social Web.</p>
<p>So informativ, kurzweilig und kompetent das Buch insgesamt ist, aus wissenschaftlich-akademischer Sicht überzeugt es nur teilweise: Schmidt entwickelt in Kapitel drei einen durchaus überzeugenden theoretischen Rahmen zur allgemeinen &#8220;Analyse von Nutzungspraktiken&#8221;. Dieser besagt im Kern, dass sich längerfristige Nutzungspraktiken aus sich wiederholenden Episoden herausbilden, die sich wiederum vom spezifischen Code einer Medienanwendung, den technischen und sozialen Relationen und dauerhaften Verwendungsregeln dieses Mediums ergeben. Der Autor spricht in Anlehnung an Goffman und – diesem folgend – Höflich von einer Rahmung. Ähnliche Ansätze haben auch Hasebrink und der Rezensent vorgelegt. Das Modell wird in diesem Kapitel überzeugend erläutert und durchdekliniert und findet damit sicherlich Beachtung im Fach. Gut gefällt mir auch die Systematik des nachfolgenden Kapitels vier, wo sämtliche Social-Web-Praktiken auf drei zentrale Handlungskomponenten bzw. Funktionen zurückgeführt werden: Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement. Allerdings sollte man diese Liste um ein Unterhaltungsmanagement ergänzen – und ist damit wieder in der klassischen Motiveinteilung des Uses-and-Gratifications-Ansatzes.</p>
<p>Leider werden die beiden genannten Systematiken kaum miteinander verknüpft; man könnte zum Beispiel die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den drei Handlungskomponenten hinsichtlich der Entstehung von Nutzungspraktiken diskutieren. Vor allem aber – und das ist meine einzige gravierende Kritik an dem Band – greift Schmidt die Ideen des &#8216;Theorieteils&#8217; in den nachfolgenden Kapiteln nur noch sporadisch und ein wenig lustlos in den jeweiligen Fazits auf. Zur Gliederung – oder besser: Rahmung – der weiteren Darstellung dienen sie nicht. So wirken die drei letzten Kapitel, in denen es um Phänomene persönlicher Öffentlichkeiten und der Privatsphäre im Social Web geht (Kapitel fünf), um die &#8220;Erweiterung professionell hergestellter Öffentlichkeiten&#8221; (fokussiert auf Journalismus und politische Kommunikation; Kapitel sechs) und um den &#8220;Umgang mit Informationen und Wissen&#8221; (am Beispiel von Social Tagging und Wikipedia; Kapitel sieben), etwas beliebig zusammengestellt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Auch hier trägt Schmidt eine Fülle eigener und fremder empirischer Befunde zusammen, diskutiert sie kompetent und zeichnet so ein durchgehend plastisches Bild des jeweiligen Themengebiets.</p>
<p>Fazit: Schmidt ist einer der wenigen Soziologen bzw. Kommunikationswissenschaftler, die das Social Web nicht nur vollständig kennen, verstehen und mit Begeisterung nutzen, er analysiert es auch nüchtern und weitgehend objektiv. &#8220;Das neue Netz&#8221; ist gegenwärtig sicherlich die beste Publikation zum derzeitigen Modethema, auch wenn das Buch eher deskriptiv und erklärend geraten ist. Aus wissenschaftlicher Sicht steht zu hoffen, dass Schmidt sein Potenzial nutzt und bald einen in sich schlüssigeren theoretisch-empirischen Buchbeitrag vorlegt – zuzutrauen ist es ihm.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867641463&amp;WKorbUID=267828&amp;TITZIF=2268&amp;be=&amp;uBe=" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.dasneuenetz.de/" target="_blank">Weblog zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/mitarbeiter/dr-jan-hinrik-schmidt" target="_blank">Webpräsenz von Jan Schmidt am Hans-Bredow-Institut</a></li>
<li><a href="http://www.schmidtmitdete.de/" target="_blank">Persönliches Weblog von Jan Schmidt</a></li>
<li><a href="http://www.tu-ilmenau.de/fakmn/Wolfgang-Schweiger.9966.0.html?&amp;L=0" target="_blank">Webpräsenz von Wolfgang Schweiger an der TU Ilmenau</a></li>
<li><a href="http://www.wolfgang-schweiger.de/" target="_blank">Persönliche Homepage von Wolfgang Schweiger</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/815' rel='bookmark' title='Permanent Link: Peter Schumacher: Rezeption als Interaktion'>Peter Schumacher: Rezeption als Interaktion</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stephan Ruß-Mohl: Kreative Zerstörung</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 22:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Stephan Weichert</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1770" title="ruß-mohl2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/ruß-mohl2009.jpg" alt="ruß-mohl2009" width="160" height="258" />Der quälende Erosionsprozess der US-amerikanischen Zeitungsindustrie – und mit ihm die Aushöhlung des hergebrachten Qualitätsjournalismus – ist längst ein offenes Geheimnis: Kaum eine Woche vergeht, an dem keine Hiobsbotschaft von Verlagsinsolvenzen, Redaktions- zusammenlegungen oder Massen- entlassungen durch die angefressene Medienbranche wabert. Der Zustand der Presse ist in den USA, anders als in Europa, schon derart verhängnisvoll, dass dort Kampfbegriffe wie "Newspaper Endgame", "The Vanishing Newspaper" und "The End of Journalism" zu geflügelten Worten wurden. Ein Blog mit dem zynisch klingenden Namen "Newspaper Death Watch" ("Totenwache Zeitung") listete Anfang Dezember 2009 elf Tageszeitungen in amerikanischen Ballungsgebieten, die binnen zweieinhalb Jahren verschwunden sind. Betreiber des Blogs ist der Ex-Journalist Paul Gillian, der sich – wie viele andere Millionen Amerikaner – darum sorgt, wie sich das Siechtum der Zeitungen langfristig auf das Journalistenhandwerk und somit auf die amerikanische Gesellschaftsordnung auswirkt. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1416">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Stephan Weichert</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1770" title="ruß-mohl2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/09/ruß-mohl2009.jpg" alt="ruß-mohl2009" width="160" height="258" />Der quälende Erosionsprozess der US-amerikanischen Zeitungsindustrie – und mit ihm die Aushöhlung des hergebrachten Qualitätsjournalismus – ist längst ein offenes Geheimnis: Kaum eine Woche vergeht, an dem keine Hiobsbotschaft von Verlagsinsolvenzen, Redaktions- zusammenlegungen oder Massen- entlassungen durch die angefressene Medienbranche wabert. Der Zustand der Presse ist in den USA, anders als in Europa, schon derart verhängnisvoll, dass dort Kampfbegriffe wie &#8220;Newspaper Endgame&#8221;, &#8220;The Vanishing Newspaper&#8221; und &#8220;The End of Journalism&#8221; zu geflügelten Worten wurden. Ein Blog mit dem zynisch klingenden Namen &#8220;<a href="http://www.newspaperdeathwatch.com/" target="_blank">Newspaper Death Watch</a>&#8221; (&#8220;Totenwache Zeitung&#8221;) listete Anfang Dezember 2009 elf Tageszeitungen in amerikanischen Ballungsgebieten, die binnen zweieinhalb Jahren verschwunden sind. Betreiber des Blogs ist der Ex-Journalist Paul Gillian, der sich – wie viele andere Millionen Amerikaner – darum sorgt, wie sich das Siechtum der Zeitungen langfristig auf das Journalistenhandwerk und somit auf die amerikanische Gesellschaftsordnung auswirkt.</p>
<p>Die wachsende Unsicherheit ob des zerstörerischen Potenzials der Struktur- und Medienkrise in den USA und der möglichen Rückkoppelungseffekte auf die europäischen Zeitungsmärkte, deren untrügerische Vorboten hier schon seit einiger Zeit zu spüren sind, lässt inzwischen auch deutsche Journalisten, Verlagsmanager und Medienexperten aufmerken. Anlass genug für den in der Schweiz lehrenden Kommunikationswissenschaftler Stephan Ruß-Mohl, jetzt ein Buch zu veröffentlichen, das bei keinem Zeitungsliebhaber unter dem Kopfkissen fehlen darf – an dieser Stelle allerdings, das sei vorweggenommen, für Alpträume sorgen kann. Denn der Beipackzettel, den Ruß-Mohl hier implizit mitliefert, hat sich gewaschen: Obwohl er den amerikanischen Zeitungsmarkt unter die Lupe nimmt, hat er nach eigener Aussage das Buch geschrieben, &#8220;um besser einschätzen zu können, was auf uns in Deutschland, in der Schweiz, in Europa zukommt – und wie wir trotz alledem vielleicht den Qualitätsjournalismus retten können.&#8221;</p>
<p>So ist der beinahe romantisch anmutende Buchtitel &#8220;Kreative Zerstörung&#8221; dem Ökonomen Joseph Schumpeter entlehnt, der Ruß-Mohls jahrelange Forschungen im Grenzbereich zwischen Journalistik und Ökonomie inspiriert hat. Schumpeter habe, sagt Ruß-Mohl, &#8220;wohl als Erster begriffen, dass die Umwälzungen des Kapitalismus sowohl destruktiv als auch schöpferisch sind&#8221;, sprich: Zerstörung ist notwendig, damit eine Neuordnung überhaupt stattfinden kann. Um dieser (R)evolution im Journalismus nachzuspüren, ist der Professor an der Università della Svizzera italiana eigens von Lugano mitten in das Silicon Valley gereist, um sich höchstselbst von der Ausgeburt jener Zerstörung zu überzeugen, die im Schumpeter&#8217;schen Sinne zugleich Funke schöpferischer Wiedergeburt sein soll. Die unheilvollen Umbrüche während eines mehrwöchigen Forschungsaufenthalts an der renommierten Stanford University im Sommer 2008 und zuvor an der University of Oregon sozusagen am lebenden Objekt zu untersuchen (der Autor besuchte auf seinen Reisen neben einer Reihe von Zeitungsexperten auch die Redaktionen namhafter Prestige-Blätter, darunter &#8220;<a href="http://www.latimes.com/" target="_blank">Los Angeles Times</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.paloaltoonline.com/" target="_blank">Palo Alto Weekly</a>&#8220;, &#8220;<a href="http://www.washingtonpost.com/" target="_blank">Washington Post</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.sfgate.com/" target="_blank">San Francisco Chronicle</a>&#8220;) und der Gedanke, wie es weiter gehen könnte, hätten ihn regelrecht &#8220;fasziniert&#8221;.</p>
<p>Vielleicht ist es genau diese Faszination, die das Buch in all seinen Facetten, Argumentationsketten und Katastrophenschauplätzen so lesenswert macht: eine Art Medienwissenschafts-Thriller für starke Nerven und mit ungewissem Ausgang. Auch wenn Ruß-Mohl natürlich nicht <em>das</em> heiß ersehnte Business-Modell für die Verlagsbranche liefern kann, ist das Buch mehr als eine aufmerksame Zustandsbeschreibung: Wer die aufschlussreichen Case-Studies und Analysen darin sorgsam durcharbeitet oder sagen wir passender: den Cliffhangern zum Ende der jeweiligen Kapitel entgegenfiebert, dessen Neugierde wird auf das, was da im Auge des Taifuns womöglich noch entstehen wird, nicht enttäuscht. Ruß-Mohl streut allenthalben Worst- und Best-Practice-Modelle ein, 37 Abbildungen und zahlreiche Erklärkästen illustrieren wichtige ökonomische Trends und journalistische Fallbeispiele. Vor allem aber lebt das Werk von den Statements der für das Buch befragten Experten, unter anderem Tom Rosenstiel (<a href="http://www.journalism.org/" target="_blank">Project for Excellence in Journalism</a>), Geneva Overholser und Phil Seib (<a href="http://annenberg.usc.edu/" target="_blank">Annenberg School for Communication, University of Southern California</a>), Jonathan Landman (&#8220;<a href="http://www.nytimes.com/" target="_blank">New York Times</a>&#8220;) und Michael Getler (<a href="http://www.pbs.org/" target="_blank">PBS</a>, ehem. &#8220;<a href="http://www.washingtonpost.com/" target="_blank">Washington Post</a>&#8220;).</p>
<p>Fürderhin ist die Publikation – nach amerikanischem Vorbild – ein Zwitter zwischen Wissenschaft und populärem Sachbuch, wie man sie im deutschsprachigen Raum glücklicherweise immer häufiger findet, auch wenn die beinharte Kommunikationswissenschaft solcherlei &#8220;Grenzwissenschaft&#8221; argwöhnisch betrachtet – teils aus mangelnder Leidenschaft für den Beruf, teils aus Standesdünkel. Dennoch ist die Methodik des Autors lupenrein, wenngleich er die fehlende &#8220;Angemessenheit bestimmter Forschungstechniken&#8221; innerhalb der Kommunikationsforschung gleich zu Anfang moniert (36) – und bitter konstatiert: &#8220;Dieses Manko lässt sich nicht beseitigen.&#8221; Gleichwohl betrachtet er genau dies als Herausforderung, &#8220;verschiedene methodische Ansätze in kreativer Weise zu verbinden und weiterzuentwickeln&#8221;. Und das versucht Ruß-Mohl, indem er interdisziplinäre Brücken zur Ökonomie baut, empirisch-analytische Herangehensweisen und journalistische Recherchetechniken mit einem Crowdsourcing unter Medienexperten kombiniert und alles in allem – wie er schreibt – der &#8220;Journalistik neue Ziele&#8221; setzen will: Diese solle sich &#8220;zur Speerspitze einer Bewegung machen, die den Status quo einer kommunikationsunfähigen und damit auch in ihrer Wirkungsmacht beeinträchtigten Disziplin überwindet, indem sie mit journalistischen Mitteln Erkenntnisstand, -prozesse und -probleme vermittelt&#8221; (36f.).</p>
<p>Es sind zweifellos zu viele, um sie an dieser Stelle alle wiederzugeben, aber zu den gravierenden Neuerungen der Internet-Revolution, die Ruß-Mohl zufolge den Niedergang der Zeitungen nachhaltig beeinflusst und letztlich deren Neuerfindung bedeutet, gehören vor allem das Web 2.0 und seine neuen Akteure, also Blogger, Mitglieder in Social Networks und Bürgerjournalisten. Sie verändern das bisherige Medienangebot von Grund auf: durch Nischenangebote, alternative Geschäftsmodelle und neue Nutzungs-Cluster, aber auch die Vermischung von PR-Interessen und journalistischen Inhalten. Seiner Argumentationslinie folgend plädiert Ruß-Mohl am Ende des Buches konsequent für Bezahlinhalte im Internet: einerseits um die hemmungslose Selbstbedienungs-Mentalität einzudämmen, andererseits um die massenhafte Meinungsfreude der Laien im Netz noch von jener der professionellen Medienarbeiter unterscheidbar zu halten – und den Fortbestand Letzterer zu sichern. Diese muss der Leser sich aber künftig nicht unbedingt in übermäßigen Dimensionierungen vorstellen. Der &#8220;dynamische Unternehmer&#8221; (256f.), ebenfalls ein Wort aus der Theorieapotheke Schumpeters, beschreibt vielmehr einen Typus Journalist, der nicht nur thematisch flexibel denkt und vielseitig ist, sondern auch bereit ist, seine ökonomische Existenz in die eigene Hand zu nehmen. Und wahrscheinlich ist ebendies die wichtigste Botschaft, die uns ein Buch über den drohenden Kollaps des amerikanischen Qualitätsjournalismus mit auf den Weg geben will: Unser Schicksal ist heute gar nicht mehr von traditionellen Großverlagen und Medienunternehmen abhängig, sondern vom Erfindergeist und dem Experimentierwillen einzelner Journalisten.</p>
<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.uvk.de/buch.asp?ISBN=9783867640770" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.com.usi.ch/en/personal-info.htm?id=331" target="_blank">Webpräsenz von Stephan Ruß-Mohl an der Università della Svizzera italiana in Lugano</a></li>
<li><a href="http://www.macromedia-fachhochschule.de/hochschule/menschen/professoren/personendetails/detail/weichert.html" target="_blank">Webpräsenz von Stephan Weichert an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Hamburg</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1424' rel='bookmark' title='Permanent Link: Jan Schmidt: Das neue Netz'>Jan Schmidt: Das neue Netz</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/459' rel='bookmark' title='Permanent Link: Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft'>Peter J. Schulz; Uwe Hartung; Simone Keller (Hrsg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaft</a></li>
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