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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Handlungstheorie</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereich Kommunikation und Medien</description>
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		<title>Annely Rothkegel: Technikkommunikation</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 09:05:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Handlungslogik]]></category>
		<category><![CDATA[Handlungstheorie]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Textlinguistik]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Eva-Maria Jakobs</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2276"><img class="alignleft size-full wp-image-3194" title="rothkegel2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/rothkegel2010.jpg" alt="" width="160" height="229" /></a>Der UTB-Band ist laut Klappentext als Einführung in das Themenfeld Technikkommunikation konzipiert. Er richtet sich an Zielgruppen mit stark differierenden Vorkenntnissen – Studierende der Sprach- und Ingenieurwissenschaft, der Journalistik und Fachjournalisten. Ziel ist die Einführung in linguistische Grundlagen des professionellen Sprechens und Schreibens über Technik und Technikgebrauch. Im Vordergrund stehen jedoch schriftbasierte Kommunikate, der mündliche Bereich wird nur gestreift. Das Gleiche gilt für Icons und andere Darstellungsmittel (z.B. Animation). Die Sicht auf den Gegenstand basiert auf Grundannahmen der linguistischen Handlungstheorie und der Handlungslogik, ergänzt durch Ansätze der Textlinguistik. Vor allem Kapitel zwei und drei zeigen Bezüge zu den computerlinguistischen Wurzeln der Autorin. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2276">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Eva-Maria Jakobs</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2276"><img class="alignleft size-full wp-image-3194" title="rothkegel2010" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/rothkegel2010.jpg" alt="" width="160" height="229" /></a>Der UTB-Band ist laut Klappentext als Einführung in das Themenfeld Technikkommunikation konzipiert. Er richtet sich an Zielgruppen mit stark differierenden Vorkenntnissen – Studierende der Sprach- und Ingenieurwissenschaft, der Journalistik und Fachjournalisten. Ziel ist die Einführung in linguistische Grundlagen des professionellen Sprechens und Schreibens über Technik und Technikgebrauch. Im Vordergrund stehen jedoch schriftbasierte Kommunikate, der mündliche Bereich wird nur gestreift. Das Gleiche gilt für Icons und andere Darstellungsmittel (z.B. Animation). Die Sicht auf den Gegenstand basiert auf Grundannahmen der linguistischen Handlungstheorie und der Handlungslogik, ergänzt durch Ansätze der Textlinguistik. Vor allem Kapitel zwei und drei zeigen Bezüge zu den computerlinguistischen Wurzeln der Autorin.</p>
<p>In fünf Kapiteln wird ein weiter Betrachtungsbogen zu Kommunikation über Technik gespannt, der sich auf einen reichen Erfahrungsschatz der Autorin stützt. Nach einer kurzen Einführung werden in Kapitel zwei und drei semantische und pragmatische Aspekte des Kommunizierens über Technik (wie Begriff, Wortfeld, Ontologie, Proposition, Sprechakt, Sprachhandlungsmuster) behandelt. Kapitel vier und fünf sind prozessorientiert ausgewählten Aspekten der Textanalyse und -produktion gewidmet. Der Textbereich wird durch Ausführungen zu Hypertext und Mensch-Maschine-Interaktion ergänzt, die vergleichsweise knapp ausfallen.</p>
<p>Das Buch ist solide gemacht. Es vermittelt auf einem Basislevel wichtige Begriffe für das Themenfeld Technikkommunikation. Zu den Nachteilen des Bandes gehört, dass er der Komplexität des vielgestaltigen, medial ausdifferenzierten Bereichs nur in Ansätzen gerecht wird. Bezogen auf aktuelle und zukünftige Berufsfelder wäre ein einführendes oder abschließendes Kapitel wünschenswert gewesen, das die Vielfalt und die Attraktivität dieses schnell wachsenden Forschungs- und Tätigkeitsbereichs skizziert. Dazu gehören Themen wie kommunikative Usability elektronisch gestützter Kommunikations-, Interaktions- und Informationsmittel, das Zusammenspiel semiotischer Codes (etwa in Augmented-Reality-Anwendungen für den technischen Wartungsbereich), Mensch-Maschine-Kommunikation in der Robotik oder Mensch-Computer-Mensch-Kommunikation in AAL-Umgebungen (Stichwort: eHealth), Trends wie Medienkonvergenz und Multi-Channeling oder Fragen der journalistischen Darstellung von Technik.</p>
<p>Die Lektüre ist nicht immer einfach. Dies mag an dem Versuch liegen, eine beeindruckende Fülle linguistischen Wissens in knappster Form bezogen auf den Gegenstand zu vermitteln. Hier zeigt sich der Ertrag einer langen Periode der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Gegenstand. Bezogen auf sprachferne Zielgruppen wie die Ingenieurwissenschaften stellt sich allerdings die Frage, ob die Abhandlung von Phänomenen wie Synonymie und Meronymie in zwei, drei Sätzen für ein grundlegendes Verständnis reicht. Bezogen auf technikferne Zielgruppen wie Linguisten und Fachjournalisten stellt sich die gleiche Frage bei Phänomenen wie affizierten und effizierten Objekten oder technikbezogenen Taxonomien. Die Darstellung wechselt zwischen hoch abstrakt und sehr anschaulich, mitunter von Satz zu Satz. Die meisten Kapitel enthalten Beispiele und Musteranalysen. Das – wahrscheinlich drucktechnisch bedingte – partielle Auseinanderreißen von besprechendem Text und Beispiel oder Abbildung erschwert den Lese- und Verarbeitungsprozess. Für den Einsatz in der Lehre wären Aufgaben sowie weiterführende Literaturangaben zu den oben genannten Feldern wünschenswert gewesen.</p>
<p>Fazit: Der Band bietet viel Wissen auf wenig Raum, ist aber nicht immer leicht konsumierbar. Er ist eher ein Kompendium als eine Einführung, zweifellos aber ein Buch, das eine wichtige Lücke am Markt füllt.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.utb-shop.de/details.php?p_id=97897" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.tu-chemnitz.de/phil/ifgk/tk/CMS/tk_rothkegel.html" target="_blank">Webpräsenz von Annely Rothkegel an der Universität Chemnitz</a></li>
<li><a href="http://www.tl.rwth-aachen.de/team/leitung/index.html" target="_blank">Webpräsenz von Eva-Maria Jakobs an der RWTH Aachen</a></li>
</ul>


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		<title>Wolfgang Duchkowitsch; Fritz Hausjell; Horst Pöttker; Bernd Semrad (Hrsg.): Journalistische Persönlichkeit</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/800</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/800#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 22:11:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Fachgeschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Carsten Brosda</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/duchkowitschetal2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1978" title="duchkowitschetal2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/duchkowitschetal2009.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Festschriften sind bisweilen eine schwierige Sache. Im schlechten Fall gleichen sie dem Gemischtwarenangebot eines durchschnittlichen bundesdeutschen Kaufhauses, ohne eigenes Profil und damit auch ohne nötige Prägnanz. Ganz anders dagegen der Band <em>Journalistische Persönlichkeit. Fall und Aufstieg eines Phänomens</em>, den Wolfgang Duchkowitsch, Fritz Hausjell, Horst Pöttker und Bernd Semrad anlässlich der Emeritierung von Wolfgang R. Langenbucher vorgelegt haben. Genauso wie der Jubilar hat auch dieser Band ein Programm: die Rehabilitierung der Kategorie der Persönlichkeit in der Journalismusforschung, nicht zuletzt mit dem Ziel, auch historische und kulturelle Dimensionen journalistischer Kommunikation sichtbar zu machen. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/800">[Mehr]</a>


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Carsten Brosda</em></p>
<p><a href="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/duchkowitschetal2009.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1978" title="duchkowitschetal2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/01/duchkowitschetal2009.jpg" alt="" width="160" height="240" /></a>Festschriften sind bisweilen eine schwierige Sache. Im schlechten Fall gleichen sie dem Gemischtwarenangebot eines durchschnittlichen bundesdeutschen Kaufhauses, ohne eigenes Profil und damit auch ohne nötige Prägnanz. Ganz anders dagegen der Band <em>Journalistische Persönlichkeit. Fall und Aufstieg eines Phänomens</em>, den Wolfgang Duchkowitsch, Fritz Hausjell, Horst Pöttker und Bernd Semrad anlässlich der Emeritierung von Wolfgang R. Langenbucher vorgelegt haben. Genauso wie der Jubilar hat auch dieser Band ein Programm: die Rehabilitierung der Kategorie der Persönlichkeit in der Journalismusforschung, nicht zuletzt mit dem Ziel, auch historische und kulturelle Dimensionen journalistischer Kommunikation sichtbar zu machen.</p>
<p>Nach der empirischen und erst recht nach der systemtheoretischen Wende der Kommunikationswissenschaft ist die Erörterung von Persönlichkeitskonzepten jahrzehntelang als unwissenschaftlich diskreditiert worden – zu schwer schien der Ballast der Dovifat&#8217;schen Ideologie, zu komplex die berufliche Wirklichkeit, um sie lediglich durch das Prisma des Einzelnen zu brechen. Stattdessen dominiert die nüchterne Sprache funktionalistischer Systemanalyse. Bestes Beispiel ist die zweite Auflage des Diskussionsbandes <a href="http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-33341-0/Theorien-des-Journalismus.html" target="_blank"><em>Theorien des Journalismus</em></a>, die Martin Löffelholz vor wenigen Jahren vorgelegt hat. Die aktuelle Langenbucher-Festschrift liest sich nun wie eine streitbare Ergänzung dieser theoretischen Engführung. Mit Verve plädieren die Herausgeber dafür, den Einzelnen und seine Leistungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Ihr Ausgangspunkt ist &#8220;die Einsicht, dass alle sozio-kulturelle Realität, auch die des Journalismus, letztlich aus subjektiv sinnhaften Handlungsweisen besteht, die sich zum Beispiel durch Vorbilder beeinflussen lassen&#8221;, schreiben Horst Pöttker und Bernd Semrad in der Einleitung (11).</p>
<p>Von dieser Überzeugung hat sich auch Wolfgang R. Langenbucher Zeit seines akademischen Lebens leiten lassen. Ob in der Mediator-Konzeption seiner Habilitationsschrift, in seinem Einsatz für die Diplom-Journalistik, in seinen Kanonisierungsvorschlägen journalistischer Leistungen oder in zahlreichen Plädoyers für Qualitätsjournalismus – immer richtete er sich in aufklärerischer Absicht an den handelnden Journalisten. An dieser Perspektive, der Ulrich Saxer in seinem Beitrag ein &#8220;erhebliches Anregungs- und auch Irritationspotenzial&#8221; (23) attestiert, arbeiten sich die Autorinnen und Autoren des Bandes ab. Hannes Haas sieht in seinem für das Buch zentralen Beitrag in der theoretischen Wiederbelebung einer auch individuell sensiblen Forschungsperspektive zu Recht die Chance, der allgemein konstatierten Medien- und Journalismuskrise eine Perspektive entgegenzusetzen, die zumindest Potenziale journalistischer Kommunikation nach wie vor zu benennen vermag.</p>
<p>Die meisten Autorinnen und Autoren begreifen das Persönlichkeitskonzept als notwendigen Beitrag zu einer Diversifizierung der Journalismusforschung und nähern sich seinen Fragestellungen vor sehr unterschiedlichen theoretischen Hintergründen. Ulrich Saxer plädiert dafür, den Persönlichkeitsansatz gerade vor dem Hintergrund des Individualisierungs- und Differenzierungstrends moderner Gesellschaften zu rehabilitieren. Walter Hömberg sieht vor allem in der Suche nach Vorbildern sowie in den entsprechenden biographischen Anstrengungen die notwendigen Voraussetzungen seiner Renaissance. Und Horst Pöttker spürt den handlungstheoretischen Grundlagen im Werk Otto Groths nach und übersetzt diese produktiv in Anforderungen an die heutige Journalistik.</p>
<p>Nach diesen einführenden fachhistorischen und -systematischen Texten folgen Artikel, die sich dem Konzept der journalistischen Persönlichkeit aus einem je spezifischen aktuellen Theorieblickwinkel nähern. Es würde den Rahmen sprengen, intensiver auf sie einzugehen, deswegen müssen kursorische Hinweise genügen: Thomas A. Bauer knüpft direkt an persönlichkeitstheoretische Erwägungen an, die zwischen einer individuellen, einer sozialen und einer kulturellen Dimension differenzieren. Irene Neverla und Wiebke Schoon sowie Roman Hummel bemühen jeweils die Soziologie Pierre Bourdieus, um Macht- respektive Reputationsfragen im Journalismus zu diskutieren. Petra Herczeg spürt der Bedeutung der journalistischen Persönlichkeit induktiv auf dem Weg der auch von Langenbucher so geschätzten Kanonbildung nach.</p>
<p>Einen weiteren Schwerpunkt bilden Auseinandersetzungen mit dem spezifischen Potenzial kommunikationsbiographischer Ansätze. Bedenkenswert ist neben der umfassenden Einführung durch Markus Behmer und Susanne Kinnebrock das rasante Plädoyer Christian Schwarzeneggers, der daran erinnert, dass sich eine biographische Journalismusforschung nicht bloß in exemplarischen Höhen aufhalten dürfe, sondern sich auch mit der Mühsal alltäglicher journalistischer Ebenen zu befassen habe. Er greift damit eine Hauptkritik am Persönlichkeitskonzept offensiv auf und schreibt sie ins Pflichtenheft einer persönlichkeitsorientierten Journalismusforschung.</p>
<p>Empirische Hinweise wiederum geben einige andere Aufsätze: Wolfgang R. Langenbucher plädiert dafür, journalistische Autobiographien in der Forschung stärker zu berücksichtigen; Barbara Pfetsch entdeckt insbesondere in den Kommentarspalten konservativer Tageszeitungen die Werke selbstbewusster journalistischer Persönlichkeiten, und Gunter Reus stellt in einer Befragung von Chefredakteuren fest, dass niemand von der Persönlichkeitskategorie lassen will, sondern alle sehr konkrete auch persönliche Erwartungen an ihre Redakteure haben.</p>
<p>Auch in den Porträts großer Journalistinnen und Journalisten finden sich konkrete empirische Anwendungen des Analyseansatzes: Wolfgang Duchkowitsch schreibt über die Macher eines Wiener Meinungsmagazins aus dem frühen 18. Jahrhundert, Susanne Kinnebrock über Anita Augspurg, Frank Stern über Ludwig Börne, Verena Blaum über Martha Gellhorn und Edgar Lersch über Hans Bausch. Darüber hinaus nehmen sich aus je unterschiedlichem Blickwinkel Julia Wippersberg und Klaus Siebenhaar die heutigen prominenten Alpha-Journalisten vor. Sie liefern lesenswerte Auseinandersetzungen mit der Prominenzfixierung und den Narzissmen des aktuellen Politikjournalismus. Alle diese Analysen zeigen eindringlich, dass eine kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Journalismus gegenüber der Praxis und ihren Problemen nicht nur sensibler, sondern auch hilfreicher und konkreter zu sein vermag. Bernd Semrad porträtiert Wolfgang R. Langenbucher folgerichtig ebenfalls als journalistische Persönlichkeit und entwirft an diesem Exempel die Grundzüge einer intellektualisierten Kommunikatorrolle, die auch für Wissenschaftler exemplarisch sein kann, die in den aktuellen Diskurs einzusteigen gedenken.</p>
<p>Den Abschluss des Bandes bildet eine performativ-praktische Plausibilisierung der zuvor theoretisch und empirisch beschriebenen Potenziale: Die Beiträge der bisherigen Inhaber der Theodor-Herzl-Dozentur (Herbert Riehl-Heyse, Margit Sprecher, Peter Huemer, Klaus Harpprecht, Luc Jochimsen und Sibylle Haman) für eine Poetik des Journalismus zeigen, zu welch reflexiven Leistungen über ihren eigenen Berufsstand journalistische Persönlichkeiten in der Lage sein können.</p>
<p>Nicht nur aufgrund dieser fulminanten Texte ist man nach der Lektüre des insgesamt lesenswerten und sorgfältig editierten Bandes geneigt, gemeinsam mit den Herausgebern nach dem Fall des Konzepts seinen neuerlichen Aufstieg nicht nur zu erwarten, sondern auch zu erhoffen. Barbara Pfetsch hat Recht, wenn sie resümiert: &#8220;Die Wiederbelebung eines altmodischen Gedankens trägt also zu einer höchst akuten Selbstbeobachtung und Selbstaufklärung der Gegenwartsgesellschaft bei.&#8221; (263) Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Konzept der journalistischen Persönlichkeit nicht bloß restauriert, sondern theoretisch auf der Höhe der Zeit rekonstruiert wird. Die Richtung, in die eine innovative Journalistik weiter zu denken hätte, weist dieser Sammelband.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/163/XTCsid/da21c160f555ca559cc3e43350bb1659" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.univie.ac.at/publizistik/Duchkowitsch.htm" target="_blank">Webpräsenz von Wolfgang Duchkowitsch an der Universität Wien</a></li>
<li><a href="http://www.univie.ac.at/publizistik/Hausjell.htm" target="_blank">Webpräsenz von Fritz Hausjell an der Universität Wien</a></li>
<li><a href="http://www.journalistik-dortmund.de/prof.-dr.-phil.-horst-pottker.html" target="_blank">Webpräsenz von Horst Pöttker an der TU Dortmund</a></li>
<li><a href="http://www.univie.ac.at/publizistik/Semrad.htm" target="_blank">Webpräsenz von Bernd Semrad an der Universität Wien</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/526' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk'>Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Paul Felix Lazarsfeld – Leben und Werk</a></li>
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		<title>Silvia Seja: Handlungstheorien des Bildes</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/1835</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 11:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Nicolas Romanacci</em>

<img class="alignleft size-medium wp-image-1838" title="seja2" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/12/seja2-200x300.gif" alt="seja2" width="160" height="240" />Im Folgenden soll zuerst ein Überblick gegeben werden über die von Silvia Seja entwickelte Systematik unterschiedlicher Handlungstheorien des Bildes. Daran anschließend möchte ich – als möglichen Referenzpunkt für eine kritische Lektüre – einige grundlegende Aspekte hinsichtlich der von der Autorin vollzogenen Gegenüberstellung und Bewertung phänomenologischer und zeichen-philosophischer Ansätze thematisieren. Aus der Differenzierung vier bildtheoretischer Paradigmen – des Bildspieles, des Bildaktes, der Werkzeuge und der Probehandlungen mit interaktiven Bildern – gewinnt Silvia Seja die Einsicht, dass "zwei völlig divergierende Zugänge zum Verhältnis von Bild und Handlung existieren". <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/1835">[Mehr]</a> 


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1532' rel='bookmark' title='Permanent Link: Søren Kjørup: Semiotik'>Søren Kjørup: Semiotik</a></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Nicolas Romanacci</em></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1838" title="seja2" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/12/seja2-200x300.gif" alt="seja2" width="160" height="240" />Im Folgenden soll zuerst ein Überblick gegeben werden über die von Silvia Seja entwickelte Systematik unterschiedlicher Handlungstheorien des Bildes. Daran anschließend möchte ich – als möglichen Referenzpunkt für eine kritische Lektüre – einige grundlegende Aspekte hinsichtlich der von der Autorin vollzogenen Gegenüberstellung und Bewertung phänomenologischer und zeichen-philosophischer Ansätze thematisieren.</p>
<p>Aus der Differenzierung vier bildtheoretischer Paradigmen – des Bildspieles, des Bildaktes, der Werkzeuge und der Probehandlungen mit interaktiven Bildern – gewinnt Silvia Seja die Einsicht, dass &#8220;zwei völlig divergierende Zugänge zum Verhältnis von Bild und Handlung existieren&#8221; (11). Die beiden Zugänge werden unterschieden mit den Etiketten &#8220;pragmatisch&#8221; beziehungsweise &#8220;pragmatistisch&#8221;. Für einen &#8220;pragmatischen&#8221; Zugang wäre dabei etwa (mit Ausnahmen) charakteristisch: die Orientierung an der Sprachphilosophie und die Auffassung, dass zuallererst ein Bildhandeln dem Bild seinen Bildstatus verleiht. Entsprechende Konzeptionen wären einmal die des Bildspieles, wobei sich der Bildstatus aus der jeweiligen Rolle des Bildes im Bildspiel ergäbe. Die zweite &#8220;pragmatische&#8221; Position wäre jene des Bildaktes, wobei sich der Bildstatus aus dem Vollzug eines kognitiven Aktes ergäbe.</p>
<p>Als an der Konzeption des Bildspieles orientierte Autoren nennt Seja Kendall Walton, Norman Bryson, Oliver Scholz und Manfred Muckenhaupt. Seja beginnt bei Ihrer Vorstellung der jeweiligen Konzeptionen mit dem aus ihrer Sicht am wenigsten überzeugenden Autor. Einer kurzen Vorstellung folgt jeweils eine Nennung der Schwachpunkte. Mit dem jeweils nachfolgenden Autor wird meist eine Verbesserung bezüglich der zuerst genannten Schwachpunkte thematisiert, um dann wiederum kritische Punkte hervorzuheben. So kritisiert die Autorin etwa Kendall Waltons Konzeption des &#8220;pictorial game&#8221;, da hier durch den erforderlichen Einsatz der Imagination eine Einschränkung vollzogen würde – im Widerspruch zu Wittgensteins Sprachspielbegriff, worauf Walton ursprünglich Bezug nimmt. Zusammenfassend billigt Seja dieser Konzeption nur einen Vorläuferstatus zu. Ebenso der im Anschluss daran aufgeführten Position Norman Brysons, die zwar Vorzüge gegenüber Waltons Konzeption aufweise, aus Sicht von Seja aber dennoch unbefriedigend bleibt. Ähnlich verfährt die Autorin hinsichtlich der Aufzählung von positiven und negativen Aspekten im Vergleich mit den Konzeptionen von Oliver Scholz und Manfred Muckenhaupt, um abschließend keine der behandelten Konzeptionen zum Bildspiel als überzeugend gelten zu lassen. Nach demselben Muster und mit ebenfalls negativer Gesamtbewertung behandelt die Autorin die an der Sprechakttheorie orientierten Bildtheorien. Genannt werden Autoren wie Sören Kjörup, David Novitz, Klaus Sachs-Hombach und Eva Schürmann.</p>
<p>Im zweiten Teil des Buches und somit in den Kapiteln 3 und 4 stellt Silvia Seja die von ihr als &#8220;pragmatistisch-phänomenologisch&#8221; bezeichneten Konzeptionen vor. Behandelt werden Paradigmen des Werkzeuges und der Probehandlungen mit interaktiven Bildern. Aus Sicht der Autorin wären diese Positionen den zuvor thematisierten &#8220;pragmatisch-sprachphilosophischen&#8221; vorzuziehen, da die erstgenannten den sichtbaren Eigenschaften der Bilder besser gerecht werden könnten.</p>
<p>Die von Silvia Seja vollzogene phänomenologische Positionierung mit der damit verbundenen grundlegenden Kritik an zeichenphilosophischen Ansätzen möchte ich weder generell noch im Detail bewerten. Vielmehr möchte ich als möglichen Bezugspunkt für eine kritische Lektüre im Folgenden einige Aspekte vorstellen, die dieses Problemfeld in der philosophischen und bildtheoretischen Literatur thematisieren. Die Autorin kritisiert an den &#8220;pragmatischen&#8221; Positionen zum einen deren grundlegende Orientierung an der Sprachphilosophie und zum anderen deren mangelnde Berücksichtigung der sichtbaren Eigenschaften der Bilder. Zu diesen Vorwürfen möchte ich zuerst exemplarisch einige Argumente von Klaus Sachs-Hombach nennen, den Seja auch als an der Sprachphilosophie orientierten Autoren vorstellt. Gerade Klaus Sachs-Hombach hat mehrfach darauf hingewiesen, dass erstens der Zeichenbegriff, auf den sich semiotische Bildtheorien beziehen sollten, als ein möglichst allgemeiner zu verstehen sei. Von der semiotischen Terminologie sei daher auf jeden Fall etwa die linguistische zu unterscheiden: &#8220;Ein gutes Beispiel ist die Sprechakttheorie, die zwar innerhalb der Linguistik als eine auf Sprache bezogene Theorie entwickelt wurde, die aber vom sprachlichen Kontext ganz abgelöst auf Bilder angewandt werden kann, ohne dass in irgendeiner Weise die Eigenständigkeit der Bilder angezweifelt würde.&#8221; (Sachs-Hombach 2006: 77f.) Des Weiteren definiert Sachs-Hombach Bilder generell als &#8220;wahrnehmungsnahe Zeichen&#8221; (vgl. ebd.: 73-99), wodurch von einer mangelnden Berücksichtigung der sichtbaren Eigenschaften gerade nicht gesprochen werden kann.</p>
<p>Auch ein Autor wie etwa Oliver Scholz zeigt alleine durch seine Bezugnahme auf Nelson Goodman, dass ihm in keiner Weise an einer Gleichsetzung von Sprache und Bild gelegen sein kann, da ja im Besonderen Goodman mit seiner allgemeinen Symboltheorie (vgl. Goodman 1968) ein anerkannt praktikables Mittel entwickelt hat, um sprachliche und visuelle Symbolsysteme äußerst präzise zu unterscheiden und zu analysieren. Als das &#8220;Programm des Pragmatismus auf den Punkt&#8221; bringend, zitiert Seja (12) Sybille Krämer: &#8220;Was &#8216;von Bedeutung&#8217; ist, liegt nicht hinter der Erscheinung, ist keine unsichtbare Tiefenstruktur, welche jenseits der Oberfläche des Wahrnehmbaren durch Verfahren der Interpretation zu erschließen wäre&#8221; (Krämer 2004: 20). Hier wäre also eine essentialistische Position als grundlegend vorausgesetzt, die den Mythos eines unschuldigen Auges und die Existenz intrinsischer, festgelegter Eigenschaften von Bildern aufrechtzuerhalten versucht oder – anders gesagt – die Möglichkeit einer nicht-interpretierten, sozusagen neutralen Wahrnehmung propagiert. Dazu exemplarisch ein Zitat von Günter Abel: &#8220;Das Auge spiegelt nicht einfach passiv etwas fertig Vorhandenes. Vielmehr organisiert es überaus aktiv sein Material. [...] Der Mythos des unschuldigen Auges lässt sich nicht aufrechterhalten, und ein rein passives Auge wäre ebenso blind wie ein fixiertes.&#8221; (Abel 2004: 192)</p>
<p>Zusammenfassend ergibt sich aus den aufgeführten Anmerkungen folgendes Bild: Silvia Seja bietet durch ihre klar, originell und sinnvoll strukturierte Arbeit eine sehr gut nachvollziehbare Argumentationslinie und einen notwendigen und begrüßenswerten Überblick über die von ihr gewählten Konzeptionen. Auch wenn man ihrer phänomenologischen Positionierung und der damit verbundenen äußerst diskussionswürdigen allgemeinen Charakterisierung zeichenphilosophischer Theorien hinsichtlich der genannten (und weiteren möglichen, innerhalb der Bildphilosophie als bekannt voraussetzbaren) Gegenargumente nicht folgen möchte, bleibt Sejas Buch ein äußerst gewinnbringender, wichtiger und sehr gut lesbarer Beitrag zur Bildphilosophie. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn dieses Buch seinen Lesern als Anregung dazu dient, eine differenziertere Beurteilung zeichenphilosophischer Positionen zu konzipieren, beziehungsweise dazu animiert, die Einsichten phänomenologischer Untersuchungen in zeichentheoretische Ansätze einzubinden, ohne die vermeintlich grundlegende Unvereinbarkeit beider philosophischer Positionen aufrechtzuerhalten.</p>
<p><em>Literatur</em>:</p>
<ul>
<li>Abel, G.: <em>Zeichen der Wirklichkeit. </em>Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2004.</li>
<li> Goodman, N.: <em>Languages of Art: An Approach to a Theory of Symbols. </em>Indianapolis [Hacket] 1968 (dt.: <em>Sprachen der Kunst. Entwurf einer Symboltheorie</em>. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 1997).</li>
<li>Krämer, S.: &#8220;Was haben &#8216;Performativität&#8217; und &#8216;Medialität&#8217; miteinander zu tun? Plädoyer für eine in der &#8216;Aisthetisierung&#8217; gründende Konzeption des Performativen&#8221;. In: Dies. (Hrsg.): <em>Performativität und Medialität</em>. München [Wilhelm Fink Verlag] 2004, S. 13-32.</li>
<li>Sachs-Hombach, K.: <em>Das Bild als kommunikatives Medium</em>. Köln [Herbert von Halem Verlag], zweite Auflage 2006.</li>
</ul>
<p><em>Links</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://halemverlag.lookingintomedia.com/shop/product_info.php/products_id/186/XTCsid/6c45ce0d70522d9b1db0bea4b1c63e3a" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.educational-turn.org/" target="_blank">persönliche Homepage von Nicolas Romanacci</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1532' rel='bookmark' title='Permanent Link: Søren Kjørup: Semiotik'>Søren Kjørup: Semiotik</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Peter Schumacher: Rezeption als Interaktion</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 08:21:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Handlungstheorie]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rezeption]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Martin Welker</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-1643" title="schumacher2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/schumacher20091.jpg" alt="schumacher2009" width="161" height="234" />Die Dissertation von Peter Schumacher wurde am Fachbereich II der Universität Trier 2008 angenommen und ist als Band 36 der Reihe "Internet Research" in der Edition Reinhard Fischer erschienen, die jetzt im Nomos Verlag verlegt wird. Der 300 Seiten starke Band ist in acht Kapitel unterteilt und abgesehen von einem Anhang, einem Literaturverzeichnis, einer Einleitung und einem Fazit findet sich der inhaltliche Kern des Buches in vier Kapiteln. Das Literaturverzeichnis umfasst 15 Seiten und der Anhang die Dokumentation der in der empirischen Studie genutzten Testleitfäden. Die Auswertung der empirischen Rezeptionsstudie nimmt etwa 150 Seiten ein. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/815">[Mehr]</a>


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			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Martin Welker</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1643" title="schumacher2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/11/schumacher20091.jpg" alt="schumacher2009" width="161" height="234" />Die Dissertation von Peter Schumacher wurde am Fachbereich II der Universität Trier 2008 angenommen und ist als Band 36 der Reihe &#8220;Internet Research&#8221; in der Edition Reinhard Fischer erschienen, die jetzt im Nomos Verlag verlegt wird. Der 300 Seiten starke Band ist in acht Kapitel unterteilt und abgesehen von einem Anhang, einem Literaturverzeichnis, einer Einleitung und einem Fazit findet sich der inhaltliche Kern des Buches in vier Kapiteln. Das Literaturverzeichnis umfasst 15 Seiten und der Anhang die Dokumentation der in der empirischen Studie genutzten Testleitfäden. Die Auswertung der empirischen Rezeptionsstudie nimmt etwa 150 Seiten ein.</p>
<p>Die Motivation der Arbeit bestand darin, die Rezeption von Inhalten zu untersuchen, deren Form multimedial, hypertext-basiert und formal interaktiv gestaltet ist. Laut Untertitel des Buches sollen &#8220;multimodale Darstellungsformen im Online-Journalismus&#8221; untersucht werden. Das ist eine verdienstvolle Aufgabe, werden doch Online-Inhalte zunehmend in einer Form angeboten, die in nicht-onlinebasierten Medien bislang nicht zu verwirklichen war. Multimedia, Hypertext und Interaktivität seien bisher uneingelöste Versprechen des Online-Journalismus gewesen (9). Da diese nun aber immer häufiger umgesetzt würden, sei es an der Zeit zu untersuchen, welche Faktoren deren Rezeption bestimmen.</p>
<p>Der Autor nutzt als Sammelbezeichnung für journalistische Online-Inhalte wie Slideshows, interaktive Karten, Animationen und auch Bewegtbildinhalte (unter anderem Videokurznachrichten) den Ausdruck &#8220;IMD&#8221;, was für &#8220;interaktive, multimodale Darstellungsformen&#8221; steht. Dunkel bleibt zunächst der Absatz, der die theoretische Fundierung der Arbeit zusammenfasst (11): Der Studie liege ein funktionales, handlungstheoretisches Verständnis von journalistischer Kommunikation zugrunde, so der Autor, und &#8220;wie diese Kommunikation verläuft, entscheidet sich im Umgang des Rezipienten mit dem Medienangebot&#8221;. Journalistische Kommunikation ist hier also nicht mehr ein zweiseitiger, auf Verstehen ausgerichteter Prozess, sondern wird als einseitig auf den Nutzer bezogene Rezeption aufgefasst. &#8220;Die Funktion eines journalistischen Beitrags ergibt sich ebenfalls […] in diesem Prozess&#8221;, schreibt Schumacher. Das macht stutzig. Pointiert gesprochen wird hier dem Nutzer die entscheidende Rolle für das Gelingen von Kommunikation zugewiesen und mittels dieses Rezeptionskonzepts wird der journalistische und gesellschaftliche Funktionszusammenhang komplett ausgeblendet. So ist dann auch der folgende Satz nicht mehr verwunderlich: &#8220;Die Prinzipien der Multimodalität und Hypertextualität sind auch außerhalb der Domäne Online-Journalismus zunehmend in der Medienkommunikation umgesetzt, sei es […] in der Öffentlichkeitsarbeit oder dem E-Learning&#8221; (12). Somit ist hier offenbar völlig egal, in welchem funktionalen und gesellschaftlichen Entstehungszusammenhang Inhalte rezipiert werden, alles ist quasi &#8220;Content&#8221;. Das aber ist eine Auffassung, die beim journalistik-interessierten Leser mehr als ein Stirnrunzeln verursacht. Außerdem bleibt zunächst unklar, <em>welche</em> handlungstheoretische Perspektive eigentlich eingenommen wird (zum Potenzial handlungstheoretischer Erklärungen für die Journalismusforschung vgl. Reinemann 2007; Schimank 2007). Es dauert bis Kapitel 4 (68ff.), bis der Leser versteht, dass die &#8220;handlungsorientierte Textlinguistik&#8221; (ebd.) und &#8220;kognitionstheoretische Ansätze&#8221; (ebd.) fruchtbar gemacht werden sollen.</p>
<p>Zur Auffassung &#8220;Alles ist Content&#8221; passend, orientiert sich der Abschnitt, in dem die &#8220;IMD&#8221; in Bezug auf journalistische Darstellungsformen diskutiert werden, überhaupt nicht an den akzeptierten Taxonomien für Darstellungsformen (&#8220;Schulen&#8221;), sondern listet lediglich einige Bezeichnungen für grafik- und bildbasierte Inhalte auf. In welchen journalistischen Bezügen diese neuen Formen möglicherweise genutzt werden, beispielsweise für eine Webreportage, für eine Doku, für einen Nachrichtenblock, eine Berichtsform oder für ein Feature, wird ausgeblendet. Stattdessen wird von einem &#8220;neuartige[n] Journalismus&#8221; (19) fabuliert, der sich aufgrund von &#8220;Konvergenzprozessen&#8221; gebildet hätte. Was aber neu an einem Journalismus sein soll, der Text, Bild und Grafik neu kombiniert, bleibt dunkel. Leider werden dann noch weitere Begriffsfässer aufgemacht: &#8220;Darstellungsweisen&#8221;, &#8220;Codierung&#8221;, &#8220;thematisches Cluster&#8221;, &#8220;Modi&#8221; und &#8220;Erscheinungsformen&#8221; führen hier eine muntere – aber leider unklare – taxonomische Koexistenz. Es zeigt sich, dass das Akronym &#8220;IMD&#8221; a) kaum an die gebräuchlichen journalistischen Darstellungsformen angebunden wird und dass b) aus journalistischer Sicht nicht zu erkennen ist, welchen Sinn es machen könnte, eine solche Bezeichnung überhaupt zu verwenden. Immerhin wird in Kapitel 3 eine Einordnung der Begriffe &#8220;Multimodalität&#8221;, &#8220;Hypertextualität&#8221; und &#8220;Interaktivität&#8221; angeboten. Bei der anschließenden Diskussion vermeintlicher journalistischer Grundfunktionen (&#8220;Veranschaulichen, Erklären, Erzählen&#8221;) vermisst der geneigte Leser dann zwei ganz entscheidende weitere Funktionen des Journalismus: das Informieren und das Unterhalten.</p>
<p>Konkreter wird die Arbeit ab Kapitel 5: Untersucht wurden insgesamt fünf Inhaltspakete aus dem Angebot von &#8220;<a href="http://www.zdf.de/" target="_blank">ZDF-Online</a>&#8221; und aus dem Online-Angebot der &#8220;<a href="http://www.washingtonpost.com/" target="_blank">Washington Post</a>&#8220;. Es handelt sich dabei um eher featurehafte, dokumentationsähnliche Geschichten (118), die überwiegend auf der Rekombination von bereits vorhandenen Inhalten beruhen. Problematisch ist es, dass das englischsprachige Angebot der &#8220;Washington Post&#8221; von deutschen Probanden getestet wurde, obwohl dieses für sie schwieriger zu verstehen war als deutsche Angebote. Der eingesetzte Methodenmix enthielt die Methode des Lauten Denkens, die Blickaufzeichnung und die Befragung. 21 Probanden standen zur Verfügung, was das Etikett &#8220;qualitativ-explorativ&#8221; (275) rechtfertigt.</p>
<p>Aus den Transkripten und den Erkenntnissen der Blickaufzeichnungen wurden neun Rezeptionsprinzipien extrahiert: Segmentierung, gelernte Nutzungsmuster, explorierende Nutzung, Funktionalitätserwartung (in technischer Hinsicht), kontrollierte Rezeption, lineare Nutzung, konkurrierende Modi, komplementäre Modi und Modalitätsdifferenz (150). Aufgrund der gefundenen Rezeptionsprinzipien leitet der Autor Konsequenzen für die Gestaltung multimedialer/multimodaler Inhalte ab. Denn: &#8220;Die Interaktion mit multimodalen Angeboten hängt in hohem Maße von gestalterischen Merkmalen ab&#8221; (259). Die technische Rezeption bestimme dann das Verstehen der Inhalte. Das sollten Online-Redakteure beachten: Wer multimodale Inhalte produziere, müsse über die Rezeptionsprinzipien Bescheid wissen. Präsentation aber sei eine journalistische Aufgabe (277).</p>
<p>Das ist sicher richtig in dem Sinne, dass Mediengestalter oder Techniker eine journalistische Geschichte kaputt machen können, indem sie diese so verpacken, dass der Rezeptionsprozess gestört wird. Übrigens gilt das nicht nur für Online, sondern beispielsweise auch für Printangebote. Online lässt sich aber offenbar mehr falsch machen. &#8220;Weniger ist bei der Verpackung mehr&#8221;, dieses Fazit liest der Rezensent deshalb aus der vorliegenden Studie heraus. Hier bringt die Arbeit wichtige und kleinteilige Einsichten. Insgesamt aber geht der Autor nach dem Geschmack des Rezensenten zu wenig auf journalismusspezifische Funktionalitäten ein, auch im Hinblick auf den Untertitel der Arbeit. Journalistische Inhalte sollten eben nicht mit Lernsoftware oder multimodalen PR-Angeboten in einen Topf geworfen werden, weil sie funktionstheoretisch anders zu verorten sind, was sich auch auf die Rezeptionssituation auswirkt. Sowieso liegt im Online-Journalismus das innovativste Potenzial in den Grundfunktionen journalistischen Arbeitens wie dem Recherchieren (und nicht in der Gestaltung). Das zeigt aktuell unter anderem die Diskussion um das so genannte Crowdsourcing.</p>
<p>P.S.: Die Ergebnisse von Schumacher erinnern auch an solche zur Online-Forschung, welche unter anderem die Usability von Elementen in der Online-Befragung in den Blick nehmen. Farbe, Form und hypertextuelle Elemente sollten eher reduziert und in jedem Fall funktionsbezogen eingesetzt werden. Spielereien lohnen sich nicht.</p>
<p><em>Literatur: </em></p>
<ul>
<li>Schimank, U.: &#8220;Handeln in Konstellationen: Die reflexive Konstitution von handelndem Zusammenwirken und sozialen Strukturen&#8221;. In: Altmeppen, K.-D.; Hanitzsch, T.; Schlüter, C. (Hrsg.): <em>Journalismustheorie: Next Generation. Soziologische Grundlegung und theoretische Innovation</em>. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2007, S. 121-138.</li>
<li>Reinemann, C.: &#8220;Subjektiv rationale Akteure: Das Potenzial handlungstheoretischer Erklärungen für die Journalismusforschung&#8221;. In: Altmeppen, K.-D.; Hanitzsch, T.; Schlüter, C. (Hrsg.): <em>Journalismustheorie: Next Generation. Soziologische Grundlegung und theoretische Innovation</em>. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2007, S. 47-70.</li>
</ul>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?isbn=9783832945367" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://www.peter-schumacher.net/blog/" target="_blank">Weblog von Peter Schumacher</a></li>
<li><a href="http://www.martin-welker.de/" target="_blank">Weblog von Martin Welker</a></li>
</ul>


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<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/1424' rel='bookmark' title='Permanent Link: Jan Schmidt: Das neue Netz'>Jan Schmidt: Das neue Netz</a></li>
<li><a href='http://www.rkm-journal.de/archives/800' rel='bookmark' title='Permanent Link: Wolfgang Duchkowitsch; Fritz Hausjell; Horst Pöttker; Bernd Semrad (Hrsg.): Journalistische Persönlichkeit'>Wolfgang Duchkowitsch; Fritz Hausjell; Horst Pöttker; Bernd Semrad (Hrsg.): Journalistische Persönlichkeit</a></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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