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	<title>rezensionen:kommunikation:medien &#187; Demokratie</title>
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	<description>Rezensionen aus den Bereichen Kommunikation und Medien</description>
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		<title>Christoph Meißelbach: Web 2.0 &#8211; Demokratie 3.0?</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/2395</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/2395#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 10:11:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[Kommunikationswissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[ <em>Rezensiert von Christoph Bieber</em>

<a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395"><img class="alignleft size-full wp-image-3494" title="Meißelbach2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Meißelbach20091.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a>

Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel <em>Web 2.0 – Demokratie 3.0?</em> versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der "GKI" (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor, strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher  und soziologischer Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift "Politische Software – Es sind Updates verfügbar!" auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Christoph Bieber</em></p>
<p><em><a href="http://www.rkm-journal.de/archives/2395"><img class="alignleft size-full wp-image-3494" title="Meißelbach2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2010/02/Meißelbach20091.jpg" alt="" width="160" height="222" /></a></em></p>
<p>Der Ende 2009 erschienene Band mit dem zahlenspielerischen Titel <em>Web 2.0 – Demokratie 3.0?</em> versucht sich an einer schwierigen Aufgabe. Auf gerade mal 126 Seiten (zuzüglich eines 20-seitigen Literaturverzeichnisses) setzt sich der Autor mit demokratischen Potenzialen des Internets auseinander, stellt dabei die technologischen Grundlagen der &#8220;GKI&#8221; (der Globalen Kommunikations-Infrastruktur) vor (Kap. 3), strukturiert den Gegenstand entlang politik- wissenschaftlicher (7. Kap.) und soziologischer (8. Kap.) Großtheorien, evaluiert Theorie und Empirie der digitalen Demokratie und wagt unter der etwas bemüht klingenden Überschrift &#8220;Politische Software – Es sind Updates verfügbar!&#8221; auch noch einen Ausblick in die Zukunft der politschen Online-Nutzung.</p>
<p>Angesichts dieses Tableaus scheint ein <em>agenda overload</em> unvermeidlich, und tatsächlich dürften sich die informierteren Leser fragen, ob die ausführliche Darstellung von &#8220;Diensten und Anwendungen&#8221; oder &#8220;basale Merkmale netzbasierter Kommunikation&#8221; notwendig waren, beziehungsweise wann denn nun neue Ideen, Quellen oder Einschätzungen und Modellierungen folgen mögen. Die Gliederung deutet auf die umständlichen Gene einer Qualifikationsarbeit hin und daher sollte man gar nicht so sehr den Autor als vielmehr den (oder die) Betreuer dafür kritisieren, dass die technologisch und kommunikations- wissenschaftlichen Deskriptionen (Kap. 3 bis 5) den durchaus spannenden Versuchen einer (demokratie)theoretischen Modellierung den Platz wegnehmen.</p>
<p>Dabei ist der Autor sehr wohl in der Lage, angesichts dieser Herkulesaufgabe in einem in den vergangenen Jahren zwar randständig, aber eben doch auch produktiv bearbeiteten Arbeitsbereich den Überblick zu behalten. Er pendelt zwischen der sich ständig selbst überholenden technologischen Empirie und dem ungleich haltbareren Katalog demokratie- und gesellschaftstheoretischer Entwürfe, insbesondere die zahlreichen Schaubilder sorgen für Klärung, da sie an verschiedenen Stellen synoptische Funktionen übernehmen.</p>
<p>Einen wichtigen Schlüssel für die Auseinandersetzung mit den Implikationen kompetitiver, pluralistischer und partizipatorischer Demokratietheorien liefert Meißelbach mit Hilfe der vier &#8220;Informationsfluss-Muster&#8221; Allokution, Konsultation, Registration und Konversation (45ff.). Dabei greift er auf zahlreiche Vorarbeiter zurück, die bereits vor fünf bis zehn Jahren festgestellt haben, dass die Neukonfiguration gesellschaftlicher Kommunikations- ströme auch die Verfassung demokratischer Systeme beeinflussen könnte. Insofern geht die Betrachtung zwar über &#8220;bislang verfügbare ad hoc-Argumentationen hinaus&#8221; (Klappentext), doch fügt sie der Debatte nur bedingt neue Impulse hinzu.</p>
<p>Dabei ließe sich die Diskussion um theoretische und empirische Implikationen der Digitalisierung durchaus anreichern, auch ohne eigenes empirisches Material zu erheben. So hätte es genügt, der eher theorie- und potenzialorientierten &#8220;europäischen&#8221; Linie den eher praxisorientierten US-amerikanischen Spiegel vorzuhalten – etwa so, wie es Howard Rheingold während seines in der deutschsprachigen Fachdebatte leider nicht angekommenen &#8220;Stanforder Disputs&#8221; mit Jürgen Habermas versucht hatte. So resultiert schließlich eine zwar anerkennenswerte Zusammenschau diverser demokratietheoretischer Zugriffe auf das Feld der digitalen Demokratie, deren Praxisferne sich jedoch schon im Schlusskapitel offenbart.</p>
<p>Der ausblickende Abschnitt zur &#8220;Politischen Software&#8221; und besonders das darin skizzierte &#8220;Bürgerportal&#8221; als (verwaltungsgebundenes) Rückgrat erscheint leider wenig realistisch – hier macht sich bemerkbar, dass aufgrund der Fokussierung auf die Kopplung des &#8220;GKI&#8221; mit den sozialwissenschaftlichen Groß-Theorien eine aktuelle Bestandsaufnahme mit der empirischen Dimension der digitalen Demokratie nicht hat stattfinden können. Denn längst sind die von Meißelbach modellierten Flussmuster in zahlreichen Prozessen, Strukturen und mit der Entstehung des neuen Politikfeldes &#8220;Digitale Bürgerrechte&#8221; auch auf der Inhaltsebene manifest geworden – ein solcher &#8216;reality check&#8217; wäre ein natürlicher Anschluss für die hier vorgelegte Basisarbeit, der von den Zwängen des Formats erheblicher Gestaltungsraum genommen wurde.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=11965" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://tu-dresden.de/Members/christoph.meisselbach" target="_blank">Webpräsenz von Christoph Meißelbach an der TU Dresden</a></li>
<li><a href="http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb03/institute/institut-fur-politikwissenschaft/Personen/bieber" target="_blank">Webpräsenz von Christoph Bieber an der Universität Gießen</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Johanna Dorer; Brigitte Geiger; Regina Köpl (Hrsg.): Medien – Politik – Geschlecht</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/487</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/487#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 17:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezeption]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Ulla Wischermann</em>

<img class="size-full wp-image-970 alignleft" title="doreretal2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/doreretal2008.jpg" alt="doreretal2008" width="160" height="226" />Ausgangspunkt dieses von österreichischen Kommunikations- wissenschaftlerinnen herausgegebenen Sammelbandes ist die Feststellung, dass die klassische politische Kommunikationsforschung im deutschsprachigen Raum, insbesondere die einschlägigen Handbücher, einem geschlechtsblinden Diskurs folgen. Nach wie vor sei generalisierend die Rede "von Politikern, von Journalisten, von Spindoktoren und nicht zuletzt von Bürgern und Rezipienten" und die Thematik werde allgemein verortet im Spektrum von Öffentlichkeits- und Demokratietheorien, in denen die Kategorie Geschlecht nur unzulänglich berücksichtigt sei. Dieses Forschungsdesiderat zu kritisieren und die Strukturkategorie Geschlecht in die Analyse politischer Kommunikation zu integrieren, ist das Ziel der hier versammelten Beiträge. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/487">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Ulla Wischermann</em></p>
<p><img class="size-full wp-image-970 alignleft" title="doreretal2008" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/doreretal2008.jpg" alt="doreretal2008" width="160" height="226" />Ausgangspunkt dieses von österreichischen Kommunikations- wissenschaftlerinnen herausgegebenen Sammelbandes ist die Feststellung, dass die klassische politische Kommunikationsforschung im deutschsprachigen Raum, insbesondere die einschlägigen Handbücher, einem geschlechtsblinden Diskurs folgen. Nach wie vor sei generalisierend die Rede &#8220;von Politikern, von Journalisten, von Spindoktoren und nicht zuletzt von Bürgern und Rezipienten&#8221; &#8211; und die Thematik werde allgemein verortet im Spektrum von Öffentlichkeits- und Demokratietheorien, in denen die Kategorie Geschlecht nur unzulänglich berücksichtigt werde (7). Dieses Forschungsdesiderat zu kritisieren und die Strukturkategorie Geschlecht in die Analyse politischer Kommunikation zu integrieren, ist das Ziel der hier versammelten Beiträge.</p>
<p>Der Band ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um &#8220;Grundlagen und feministische Zugänge&#8221;. Den Beginn macht hier die renommierte US-amerikanische Expertin für politische Philosophie Nancy Fraser, die bereits seit Jahren mit ihren differenzierten Kritiken und Reflexionen die Theorien zu Öffentlichkeit und Demokratie erweitert, nachhaltig beeinflusst und bereichert hat. Der hier aufgenommene Aufsatz konzentriert sich auf die Frage, wie angesichts transnationaler Phänomene Grundbausteine der Öffentlichkeitstheorie neu zu denken und welche demokratiepolitischen Prämissen dabei weiterhin grundlegend und unverzichtbar sind (18ff.). Gemäß der Erkenntnis, dass Öffentlichkeit als gesellschaftlicher Verständigungsprozess zu sehen ist, dessen Eckpunkte vom Privaten und vom Öffentlichen gebildet werden, setzt sich dann Regina Köpl versiert und kenntnisreich mit der Öffentlichkeitskritik aus feministischer Sicht auseinander und hinterfragt vor allem die übliche Dichotomisierung &#8216;privat/öffentlich&#8217;. Sie betont, dass Konzepte von Öffentlichkeit stets auch das Nicht-Öffentliche, das Private mitdenken müssen und dass Wandlungsprozesse in politischer Kommunikation auf den feministischen Diskurs zurückwirken müssen und vice versa (35ff.). Mit dem dritten Beitrag im Grundlagenteil wird ein schon fast klassisch gewordener und viel zitierter Aufsatz von Elisabeth Klaus aus dem Jahr 1996 wieder zugänglich gemacht. Unter dem vielsagenden Titel &#8220;Der Gegensatz von Information ist Desinformation, der Gegensatz von Unterhaltung ist Langeweile&#8221; wird hier eine weitere grundlegende Dichotomie, nämlich die von Information und Unterhaltung sowie ihre geschlechtsspezifische Zuordnung und Hierarchisierung, hinterfragt und kritisiert (51ff.).</p>
<p>Nachdem durch diese Beiträge Grundpfeiler für eine differenziertere Analyse von politischen Kommunikationsprozessen gesetzt sind, behandelt der zweite Teil des Buches &#8220;Akteure und Akteurinnen&#8221; politischer Kommunikation. Der Bogen wird hier weit gespannt. Er reicht von der Geschlechterdarstellung in den Nachrichten (Birgit Wolf) und die Darstellung von Politikerinnen in den deutschen (Christina Holtz-Bacha) sowie in den österreichischen Medien (Günther Pallaver/Günther Lengauer; Sieglinde Katharina Rosenberger) über eine Analyse von Diskursen über die Frauenbewegung in den Medien (Eva Flicker) bis hin zur Frage nach politischer Frauenorganisation im Cyberspace (Wendy Harcourt).</p>
<p>Besonders positiv ins Auge fallen hier die Beiträge von Margreth Lünenborg und Johanna Dorer. Lünenborg zeichnet den Prozess des Gendering im Politikressort nach und unterscheidet dabei die Ebene der journalistischen Akteurinnen und Akteure und die der Repräsentation, also der Darstellung von Politik in den Medien (155ff.). Auch wenn inzwischen ein relativ ausgeglichenes Verhältnis von Journalisten und Journalistinnen im Politikressort (außer in Führungspositionen) bestehe, heiße das nicht automatisch, dass sich ein &#8216;weiblicher Blick&#8217; in der Politikberichterstattung profiliere. Das sei übrigens auch nicht das Hauptaugenmerk neuerer Frauen- und Geschlechterforschung, die Wert darauf legt, verschiedene Achsen und Aspekte des journalistischen Handelns in ihrer Interaktion zu rekonstruieren und nicht Geschlecht als einzig determinierenden Faktor zu sehen. Das &#8220;doing gender while doing journalism&#8221; im Politikressort – so Lünenborg – muss als &#8220;prozessuale und kontextgebundene Redaktionsforschung&#8221; noch viel systematischer erforscht werden (168).</p>
<p>Dorer wendet sich der anderen Seite der Medienforschung zu &#8211; und zwar der Rezeptionsseite (172ff.). Auf Basis einer qualitativen Analyse (mit der Methode der Erinnerungsarbeit) zeigt sie die komplizierte Verschränkung von gesellschaftlichem Geschlechterdiskurs, medialer Geschlechterpositionierung und der Selbstpositionierung der Rezipientinnen und Rezipienten. Sie stellt heraus, dass Begriffe wie Information, Unterhaltung oder politische Berichterstattung bereits so stark geschlechtlich kodiert sind, dass &#8220;dieser Umstand auf die Selbstkonstruktion im Rezeptionsprozess Auswirkungen hat&#8221; (185).</p>
<p>Im dritten Teil des Buches geht es um unterschiedliche &#8220;Politikfelder&#8221;. Angesichts der Fülle möglicher Thematiken verwundert es nicht, dass die Beiträge in diesem Teil relativ heterogen sind und kein zusammengenommenes Ganzes bilden (können). Es geht um: die Herstellung von Öffentlichkeit für Gewalt an Frauen (Brigitte Geiger), Altersbilder in den Medien (Ingrid Voglmayr), eine Analyse von antirassistischen Kampagnen (Johanna Schaffer) und Überlegungen zu internationaler Entwicklungspolitik im Kontext neuer Informations- und Kommunikationstechnologien (Hanna Hacker). Die Politikwissenschaftlerinnen Sabine Lang und Birgit Sauer legen eine Studie vor, die deutlich macht, wie sehr im bundesdeutschen Wahlkampf 2002 Frauenpolitik auf Familienpolitik reduziert wurde (190ff.). Diese &#8220;Refamiliarisierung der geschlechterpolitischen Debatte&#8221;, in der Frauen fast nur als Mütter adressiert wurden und Väter unsichtbar blieben, kam einer De-Thematisierung von Frauenpolitik gleich (201). Sie wurde von allen beteiligten Akteuren, auch den Medien, mitgetragen &#8211; und dies über die Parteigrenzen hinweg. Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive beleuchten dann Elisabeth Klaus und Susanne Kassel im letzten Beitrag des Bandes, wie in der Kriegsberichterstattung Frauenrechte für die Legitimation von Krieg instrumentalisiert werden können (266ff.). Die Logik des Krieges, die Logik der Medienberichterstattung und die Logik der Geschlechterdichotomie – so die Autorinnen – führen in ihrem Zusammenspiel letztlich dazu, eine umfassende Behandlung der Ursachen der Frauenunterdrückung zu verhindern (266).</p>
<p>Generell kann gesagt werden, dass der Band wichtige Ergebnisse zur politischen Kommunikationsforschung präsentiert. Er bündelt Ansätze und Analysen aus der Frauen- und Geschlechterforschung, die das Feld bereichern (müssten) und ist zudem sehr gut als einführendes Lehrbuch geeignet. Dieser intendierte Überblickscharakter des Buches macht es auch erklärlich, dass fünf der 17 Beiträge bereits früher publiziert waren, aber doch großteils für diesen Sammelband aktualisiert oder bearbeitet wurden.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/site=w/book_id=10567/sid=0d376633d28a90551775e4365956b4b6" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://homepage.univie.ac.at/johanna.dorer/" target="_blank">Webpräsenz von Johanna Dorer am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien</a></li>
<li><a href="http://politikwissenschaft.univie.ac.at/institut/personen/wissenschaftliches-personal/koepl/" target="_blank">Webpräsenz von Regina Köpl am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien</a></li>
<li><a href="http://www.cgc.uni-frankfurt.de/cgc-m-wischermann.shtml" target="_blank">Webpräsenz von Ulla Wischermann am Cornelia Goethe Centrum</a></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Kathrin Kissau; Uwe Hunger: Politische Sphären von Migranten im Internet</title>
		<link>http://www.rkm-journal.de/archives/499</link>
		<comments>http://www.rkm-journal.de/archives/499#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 11:23:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einzelrezension]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Rezensiert von Anne Weibert</em>

<img class="alignleft size-full wp-image-760" title="kissau&#38;hunger2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/kissauhunger2009.jpg" alt="kissau&#38;hunger2009" width="160" height="226" />Welche Möglichkeiten eröffnet das Internet für politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe von Migranten in Deutschland und in den jeweiligen Herkunftsländern? Was charakterisiert politische Angebote, die von Migranten im Internet genutzt werden; welche Ausprägungen hat politisches Engagement online? Antworten auf diese Fragen ermitteln die Autoren in ihrem Buch über <em>Politische Sphären von Migranten im Internet</em> am Beispiel postsowjetischer, türkischer und kurdischer Migranten in Deutschland – Ergebnis des Forschungsprojekts "Politisches Potential des Internet. Die virtuelle Diaspora der Migranten aus Russland und der Türkei in Deutschland" 2007/2008 am Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster. <a href="http://www.rkm-journal.de/archives/499">[Mehr]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rezensiert von Anne Weibert</em></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-760" title="kissau&amp;hunger2009" src="http://www.rkm-journal.de/wp-content/uploads/2009/05/kissauhunger2009.jpg" alt="kissau&amp;hunger2009" width="160" height="226" />Welche Möglichkeiten eröffnet das Internet für politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe von Migranten in Deutschland und in den jeweiligen Herkunftsländern? Was charakterisiert politische Angebote, die von Migranten im Internet genutzt werden; welche Ausprägungen hat politisches Engagement online? Antworten auf diese Fragen ermitteln die Autoren in ihrem Buch über <em>Politische Sphären von Migranten im Internet</em> am Beispiel postsowjetischer, türkischer und kurdischer Migranten in Deutschland – Ergebnis des Forschungsprojekts <a href="http://ppi.uni-muenster.de/" target="_blank">&#8220;Politisches Potential des Internet. Die virtuelle Diaspora der Migranten aus Russland und der Türkei in Deutschland&#8221;</a> 2007/2008 am <a href="http://egora.uni-muenster.de/pol/" target="_blank">Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster</a>.</p>
<p>Die Autoren strukturieren ihre Analyse analog zur von Chris Anderson entwickelten ökonomischen Long-Tail-Theorie. Drei Ebenen sind wesentlich: 1) die Demokratisierung der Produktionsmittel: Kissau und Hunger beziehen dies auf die Herstellung politischer Öffentlichkeiten, unabhängig von großen Mainstream-Medien; 2) die Demokratisierung des Vertriebs: es ist internetbedingt deutlich einfacher geworden, ein (größeres) Publikum zu erreichen; 3) verbesserte Vermittlung von Angebot und Nachfrage: Internettechnologie mit Suchmaschinen und Linklisten, so das Argument von Kissau und Hunger, seien geeignet, den Grad der politischen Partizipation zu erhöhen, da sie es dem Einzelnen erleichterten, seine individuell passende Nische zu finden.</p>
<p>Um sich dem Untersuchungsgegenstand möglichst präzise anzunähern, wurden qualitative und quantitative Methoden in drei Teilstudien für die drei Migrantengruppen jeweils kombiniert: a) die Vielfalt der Webseiten-Angebote von und für Migranten wurden über Suchmaschinen-Anfragen in einer quantitativen Webseiten-Analyse erfasst; b) aus den so ermittelten politischen Angeboten wurden pro Teilstudie zehn als besonders relevant eingestufte Webangebote einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen; c) die Anbieter und Nutzer der qualitativ analysierten Webseiten wurden zu Hintergründen und Motivation befragt. So entsteht aus den Ergebnissen ein Bild, dass der flüchtigen, stets im Wandel begriffenen Natur des Untersuchungsgegenstandes Rechnung trägt.</p>
<p>Ihre Annahme der Diversifizierung und Erweiterung der politischen Informations- und Interaktionsangebote durch das Internet finden die Autoren in ihrer Analyse bestätigt. Die Diskussion dieses Ergebnisses orientiert sich konsequent und übersichtlich an den drei zuvor herausgearbeiteten Charakteristika des &#8220;Long Tail&#8221;.</p>
<p>Für die Differenzierung des politischen Angebots durch das Internet arbeiten Kissau und Hunger eine Dynamik heraus, die sich zwar einerseits durchaus an nationalen medialen Öffentlichkeiten orientiert und hier insbesondere aus der Nichtbeachtung migrantenspezifischer Themen und Interessen Motivation erfährt, die sich andererseits aber auch länderübergreifend entwickelt und die damit auch der migrationsgeprägten Interessenlage ihrer Teilnehmer Rechnung trägt.</p>
<p>Vielfältige Faktoren sind prägend für die Erreichung eines Publikums im Internet: Abgrenzungserfahrungen durch die Aufnahmegesellschaft, das Bedürfnis nach Selbstabgrenzung und Identitätsfindung sowie die Möglichkeit zum Kontakt mit dem Herkunftsland.</p>
<p>Für das dritte Element, den Grad der politischen Partizipation, betonen die Autoren der Studie deutlich unterschiedliche Ausprägungen für die drei Migrantengruppen. Wo bei postsowjetischen und kurdischen Migranten das Bedürfnis nach politischer Information dominiert, wird in der türkischen Migrantengruppe häufiger auch diskutiert und partizipiert. Für die postsowjetische Migrantengruppe, so Kissau und Hunger, verweisen die Ergebnisse der Befragung auf deutliche Analogien zum politischen Offline-Verhalten: Hier gibt es auch offline kaum Politikinteresse und -engagement, was die Autoren plausibel aus von Erfahrungen in der Sowjetunion geprägtem Misstrauen dieser Migranten gegenüber politischen Institutionen und dem Staat motivieren. Bei türkischen und kurdischen Online-Angeboten ist Politik als Thema deutlich stärker vertreten. Als für die Zukunft im Blick zu behaltende Frage verweisen Kissau und Hunger nachvollziehbar auf die Entwicklung der Beziehung von eher starr und bürokratisch organisierten politischen Vereinigungen offline und den politischen Interessengruppen, die sich im Internet ohne von vornherein fest gefügte Rollenverteilung zusammenfinden und stetig wandeln können. Die Autoren der Studie halten als weiteres Ergebnis fest: Zugehörigkeit zu einer Onlinegemeinschaft steigert den Grad der politischen Aktivität und Partizipation.</p>
<p>Als wesentliches Plus in der Diskussion der Analyseergebnisse insgesamt erscheint die wiederholte Bezugnahme auf Offline-Strukturen und Rollenverhalten: Internet ist keine Parallelwelt, vielmehr interagieren Online- und Offline-Sphären ständig miteinander und beeinflussen sich gegenseitig – etwa wenn kurdische Nutzer angeben, ihre gesellschaftliche Situation außerhalb des Internets habe ihr Online-Engagement motiviert.</p>
<p>Bleibt abschließend die Frage, ob dem online ausdifferenzierten politischen Angebot die Fragmentierung der Gesellschaft folgt? Zumindest die drei Teilstudien unter postsowjetischen, türkischen und kurdischen Nutzern indizieren etwas anderes: Hier arbeiten die Autoren der Studie vielfältige Kontakte und Querverbindungen zu anderen Online- und Offline-Öffentlichkeiten heraus – eine Netzstruktur, die eher für gesellschaftliche Einbindung und Integration spricht.</p>
<p><em>Links:</em></p>
<ul>
<li><a href="http://www.nomos-shop.de/productview.aspx?product=11188" target="_blank">Verlagsinformationen zum Buch</a></li>
<li><a href="http://kathrinkissau.wordpress.com/" target="_blank">Weblog von Kathrin Kissau</a></li>
</ul>
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