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Archiv für August 2009

Johanna Dorer; Brigitte Geiger; Regina Köpl (Hrsg.): Medien – Politik – Geschlecht

Einzelrezension | 29. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Johanna Dorer; Brigitte Geiger; Regina Köpl (Hrsg.): Medien - Politik - Geschlecht. Feministische Befunde zur politischen Kommunikationsforschung. Reihe: Medien - Kultur – Kommunikation. Wiesbaden [VS Verlag für Sozialwissenschaften] 2008, 285 Seiten, 29,90 Euro.

Rezensiert von Ulla Wischermann

doreretal2008Ausgangspunkt dieses von österreichischen Kommunikations- wissenschaftlerinnen herausgegebenen Sammelbandes ist die Feststellung, dass die klassische politische Kommunikationsforschung im deutschsprachigen Raum, insbesondere die einschlägigen Handbücher, einem geschlechtsblinden Diskurs folgen. Nach wie vor sei generalisierend die Rede “von Politikern, von Journalisten, von Spindoktoren und nicht zuletzt von Bürgern und Rezipienten” und die Thematik werde allgemein verortet im Spektrum von Öffentlichkeits- und Demokratietheorien, in denen die Kategorie Geschlecht nur unzulänglich berücksichtigt sei. Dieses Forschungsdesiderat zu kritisieren und die Strukturkategorie Geschlecht in die Analyse politischer Kommunikation zu integrieren, ist das Ziel der hier versammelten Beiträge. [Mehr]

Astrid Blome; Holger Böning (Hrsg.): Presse und Geschichte

Einzelrezension | 23. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Astrid Blome; Holger Böning (Hrsg.): Presse und Geschichte. Leistungen und Perspektiven der historischen Presseforschung. Reihe: Presse und Geschichte – Neue Beiträge, Band 36. Bremen [edition lumière] 2008, 467 Seiten, 44,80 Euro.

Rezensiert von Markus Behmer

blome&böning2008Presse und Geschichte – Neue Beiträge heißt eine von Mitarbeitern des Instituts für Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen herausgegebene Buchreihe, in der bislang in knapp einem Jahrzehnt bereits 43 Titel erschienen sind. Unter dem Titel Presse und Geschichte sind auch schon 1977 und 1987 zwei Bände in der Vorgängerreihe “Studien zur Publizistik” veröffentlicht worden. Beide vereinten “Beiträge zur historischen Kommunikationsforschung” und beide gehören immer noch zur Standardliteratur der Pressegeschichtsschreibung, setzten Maßstäbe insbesondere hinsichtlich der Beschreibung des Forschungsstandes zum frühen Druckwesen. Nun liegt wieder ein Reader zu Presse und Geschichte vor, wieder aus Bremen. [Mehr]

Marina Deiß: Gnade für Gnadenlose?

Einzelrezension | 14. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Marina Deiß: Gnade für Gnadenlose? 30 Jahre Deutscher Herbst und die "Begnadigungsdebatte" in den Medien. Reihe: Medienwissenschaften, Band 3. Marburg [Tectum Verlag] 2008, 132 Seiten, 24,90 Euro.

Rezensiert von Svea Bräunert

deiß20082007 jährten sich zum dreißigsten Mal die Ereignisse dessen, was als Deutscher Herbst in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen ist. Brigitte Mohnhaupt und Christian Klar waren als Angehörige der zweiten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF) maßgeblich an der Entführung und späteren Ermordung Hanns Martin Schleyers sowie an weiteren terroristischen Taten beteiligt. Seit Ende 1982 sitzen sie in Haft. Rund 24 Jahre später wird in Deutschland kontrovers über ihre Entlassung diskutiert – eine Debatte, die den Eindruck macht, als würden hier alte Grabenkämpfe der siebziger Jahre noch einmal ausgefochten und im Zuge von 9/11 neue Stellvertreterkriege aufgeführt. [Mehr]

Metasprache oder Metabilder? W. J. T. Mitchell zu den Medien der Bildtheorie

Sammelrezension | 7. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
W. J. T. Mitchell: Bildtheorie. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gustav Frank, aus dem Englischen übersetzt von Heinz Jatho. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2008, 497 Seiten, 32,80 Euro.

W. J. T. Mitchell: Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. Aus dem Englischen von Achim Eschbach, Anna-Victoria Eschbach und Mark Halawa. beck'sche Reihe, Band 1860. München [C.H. Beck] 2008, 263 Seiten, 16,95 Euro.

Rezensiert von Arno Schubbach

mitchell

Die Frage nach dem Bild hat seit der Proklamation des “pictorial” oder “iconic turn” durch W. J. T. Mitchell und Gottfried Boehm einiges Aufsehen erregt. Trotz der Prominenz von Mitchells Formulierung waren im Deutschen bislang nur einige wenige Aufsätze und keines der einflussreichen Bücher des in Chicago lehrenden Literatur- und Kunstwissenschaftlers verfügbar. Zwei Bände aus dem Jahre 2008 schaffen nun Abhilfe: die von Gustav Frank bei Suhrkamp herausgegebene Bildtheorie sowie der von C. H. Beck verlegte Band Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. [Mehr]

Felix Heimann: Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik

Einzelrezension | 5. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Felix Heimann: Der Pressekodex im Spannungsfeld zwischen Medienrecht und Medienethik. Reihe: Studien zum deutschen und europäischen Medienrecht, Band 37. Frankfurt am Main etc. [Peter Lang] 2009, 364 Seiten, 56,50 Euro.

Rezensiert von Stephan Dreyer

heimann2009Felix Heimann hat sich im Rahmen seiner Dissertation an der Fernuniversität in Hagen keinem geringeren Thema angenommen als der detaillierten Analyse der inhaltlichen Standards des derzeitigen Pressekodex – und der Untersuchung der Wirksamkeit ihrer Durchsetzung. Unter dem Eindruck dieser Untersuchung entwickelt er detailliert ein mögliches Reformmodell zur Stärkung einer presserechtlichen Selbstkontrolle nach dem Vorbild von Anwalts- oder Ärztekammern und liefert den Entwurf eines entsprechenden Pressestaatsvertrags gleich mit. Eine diffizile Aufgabe, die sich in über 350 Buchseiten niederschlägt. Was einem kurzen historischen und verfassungsrechtlichen Überblick folgt, ist eine selten ausführliche Analyse der einzelnen Vorgaben des Pressekodex sowie der Richtlinien für die redaktionelle Arbeit nach den Empfehlungen des Deutschen Presserates. [Mehr]

Vanessa Diemand; Uwe Hochmuth; Christina Lindner; Peter Weibel (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen

Einzelrezension | 2. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Vanessa Diemand; Uwe Hochmuth; Christina Lindner; Peter Weibel (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potenzialen II. Reihe: Telepolis. Hannover [Heise Zeitschriften Verlag] 2009, 203 Seiten, 18,– Euro.

Rezensiert von Christian Katzenbach

diemandetal2009Bücher zum so genannten Web 2.0 oder auch Social Web muss man derzeit nicht lange suchen, sie häufen sich auf Verlagslisten, Tischen und Bildschirmen. Dieser Sammelband, der auf einer vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) und der Hochschule für Gestaltung (HFG) in Karlsruhe organisierten Tagung im November 2007 basiert, fällt – oder sticht – aus dieser Masse an Literatur insofern heraus, als er das Thema nicht aus der Perspektive der üblichen kommunikations-wissenschaftlichen Verdächtigen heraus betrachtet (Journalismus, Öffentlichkeit, PR, Marketing), sondern aus einer breiteren, eher kulturwissenschaftlichen Blickrichtung. In der Gliederung des Bandes, die sich an der “Sozialität der Beteiligungsformen” orientieren will, werden die genannten kommunikationswissenschaftlichen Fragestellungen vor allem im Abschnitt “Die Anderen” verhandelt. Davor liegen Beiträge zur Beteiligung des Einzelnen (“Ich”) und zu Vergemeinschaftungsprozessen (“Wir”). [Mehr]