Suchen

Aktuelle Rezensionen

In Vorbereitung

Register

Textsorten

Archiv

Folgen Sie uns auf …

Administration

Archiv für Mai 2009

David Gugerli: Suchmaschinen

Einzelrezension | 28. Mai 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
David Gugerli: Suchmaschinen. Die Welt als Datenbank. Edition Unseld, Band 19. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2009, 115 Seiten, 10,– Euro.

Rezensiert von Karsten Weber

gugerli20092Internetsuchmaschinen sind ein viel diskutiertes Thema. Insbesondere Google steht derzeit in der Kritik, weil das Unternehmen nicht mehr nur eine “klassische“ Suchmaschine anbietet, sondern mit seinen vielfältigen Angeboten wie Maps, Streetview, Books oder Scholar Daten verfügbar macht, die inzwischen nicht mehr nur Webseiten, sondern auch Bücher, Journale oder gar die Welt selbst zugreifbar werden lassen. David Gugerlis Grundaussage lautet nun, dass Suchmaschinen nichts Neues seien und beileibe nicht erst mit dem Aufkommen des Internets hervorgetreten wären. Als Beispiele ganz anders gestalteter Suchmaschinen präsentiert er Robert Lemkes Fernsehratespiel “Was bin ich?”, Eduard Zimmermanns Fahndungssendung “Aktenzeichen XY”, das durch Horst Herold radikal umgebaute und auf EDV-Nutzung getrimmte BKA sowie relationale Datenbanken und Abfragesprachen wie SQL. [Mehr]

Guido Schröder: Positive Medienökonomik

Einzelrezension | 24. Mai 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Guido Schröder: Positive Medienökonomik. Institutionenökonomischer Ansatz für eine rationale Medienpolitik. Reihe: Schriften zur Medienwirtschaft und zum Medienmanagement, Band 19. Baden-Baden [Nomos] 2008, 404 Seiten, 44,– Euro.

Rezensiert von Marie Luise Kiefer

schroder2008Der Autor will mit diesem Buch, dem seine Dissertation zugrunde liegt, das Defizit medienökonomischer Theoriebildung abbauen – und das unter Rückgriff ausschließlich auf das Instrumentarium der (neo)klassischen Ökonomik. Interdisziplinär geprägten Versuchen, eine Medienökonomik zu entwickeln, erteilt er eine Absage: Das Einfügen ökonomikfremder Modellelemente aus der Publizistikwissenschaft, der Soziologie oder Politologie bedeute weniger eine „Ergänzung des ökonomischen Ansatzes, sondern vor allem dessen Relativierung“, was die Gefahr berge, dass eine so entwickelte Medienökonomik an wissenschaftlichem Gehalt verlöre und für konkrete Probleme nur beliebige Erklärungen anzubieten hätte. [Mehr]

Ulrich Sarcinelli; Jens Tenscher (Hrsg.): Politikherstellung und Politikdarstellung

Einzelrezension | 19. Mai 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Ulrich Sarcinelli; Jens Tenscher (Hrsg.): Politikherstellung und Politikdarstellung. Beiträge zur politischen Kommunikation. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2008, 214 Seiten, 27,50 Euro.

Rezensiert von Peter Filzmaier

sarcinellitenscher2008Zugegeben: Der erste und oberflächliche Blick auf den Buchtitel löst keine wissenschaftlichen Spannungsgefühle aus. Als Beitrag zur politischen Kommunikation führen die Titelworte „Politikherstellung“ und „Politikdarstellung“ zur falschen (!) Erwartungshaltung, dem Leser würden letztlich altbekannte Theorien und/oder lediglich aktualisierte Befunde zur Empirie serviert. Noch dazu, wenn die Herausgeber Ulrich Sarcinelli und Jens Tenscher – gegenwärtig an der Universität Koblenz-Landau tätig – sowie fast alle Autorinnen und Autoren als führende Politik- und Kommunikationswissenschaftler zu diesem Themenbereich ohnehin eine lange Referenzliste von Publikationen vorzuweisen haben. [Mehr]

Andres Hutter: Watchblogs: Medienkritik 2.0?

Einzelrezension | 16. Mai 2009 | Redaktion | 1 Kommentar »
Andres Hutter: Watchblogs: Medienkritik 2.0? Eine inhaltsanalytische Untersuchung journalistischer Qualität in medienkritischen Weblogs. Reihe: Web 2.0. Boizenburg [Verlag Werner Hülsbusch] 2009, 150 Seiten, 27,90 Euro.

Rezensiert von Tobias Eberwein

hutter2009Der Medienjournalismus steckt in einer Dauerkrise. Auch unabhängig von der aktuellen Wirtschaftslage hat die journalistische Berichterstattung über Journalismus und Medien mit Problemen zu kämpfen, die eine Erfüllung ihrer Informations-, Orientierungs-, Kritik- und Kontrollfunktion scheinbar zu einem Ding der Unmöglichkeit machen. Besonders heikel sind dabei die Fallstricke, die sich aus der unumgehbaren Selbstbezüglichkeit medienjournalistischer Thematisierungsstrategien ergeben: Wird über Vorgänge im eigenen Medienbetrieb berichtet, besteht die Gefahr einer PR-gerechten Beschönigung; steht ein Konkurrent im Fokus der Berichterstattung, ist es besonders verlockend, positive Inhalte herunterzuspielen, Negatives hingegen aufzubauschen. Angesichts dieses Dilemmas verwundert es kaum, dass viele Tageszeitungen sich auf ihren Medienseiten (sofern es diese überhaupt gibt) auf unverfängliche Fernseh-Vorschauen zurückziehen. Unbefangene Medienkritik sieht anders aus. [Mehr]

Ann Spangenberg: Kommunikative Identität im Roman der Angelsächsischen Postmoderne

Einzelrezension | 15. Mai 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Ann Spangenberg: Kommunikative Identität im Roman der Angelsächsischen Postmoderne: John Fowles, Peter Ackroyd, A. S. Byatt. Reihe: Kieler Beiträge zur Anglistik und Amerikanistik, Band 24. Würzburg [Königshausen & Neumann] 2009, 325 Seiten, 48,– Euro.

Rezensiert von Simon Meier

spangenberg2009Wie geht die Angelsächsische Postmoderne mit poststrukturalistischen Thesen von der Auflösung des Bildes des kernhaften, autonomen Subjektes wie auch des genialen Künstlers um? Diese Frage steht im Zentrum der vorliegenden Studie. Drei exemplarische Romane, Fowles’ The French Lieutenant’s Woman, Ackroyds Chatterton und Byatts Possession, werden daraufhin untersucht, “welche Konsequenzen sie aus der Annahme ziehen, es gebe kein autonomes Subjekt, dessen individueller Kern jenseits sozialer Zusammenhänge verortet ist”. Zwei für gewöhnlich vertretene Deutungen, “dass es ohne autonomes Subjekt keine Handlungsmacht gibt, sondern eine totale Fremdbestimmung besteht, oder, dass die Auflösung eines statischen Selbst die Freiheit eines Spiels mit Identitätsfragmenten bedeute”, erweisen sich hier gleichermaßen als unzutreffend. Dem hält Ann Spangenberg ein Konzept kommunikativer Identität entgegen, das aus ihrer Sicht in allen drei Romanen aufscheint und beide Extreme vermittelt. [Mehr]

Marina Sverdel: Medienoligarchen

Einzelrezension | 10. Mai 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
Marina Sverdel: Medienoligarchen. Chancen und Grenzen für die Pressefreiheit in der Ukraine - eine Fallstudie. Reihe: Journalismus International, Band 2. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2008, 263 Seiten, 24,– Euro.

Rezensiert von Silvia Ettl-Huber

sverdel2008Das Buch “Medienoligarchen” basiert auf der Diplomarbeit einer ukrainischstämmigen Studentin an der Universität Dortmund. Von dieser Anlage her verspricht es die landeskompetente Einsichtnahme in den ukrainischen Medienmarkt – ein Umstand, der für die deutschsprachige Wissenschaft in jedem Fall von Interesse ist. Das Buch umfasst 164 Seiten Textteil, weitere 99 Seiten sind Anhang (vor allem transkribierte Interviews). Wer unter dem Titel “Medienoligarchen” eine Beschreibung der Eigentümer und deren Einflussnahme auf die ukrainischen Medien erwartet, wird enttäuscht sein. Der Begriff und das Thema “Medienoligarchen” findet im Buch keine Verarbeitung. Es wird vielmehr unterstellt, dass das ukrainische Mediensystem von Oligarchen dominiert wäre. Auskünfte über tatsächliche Besitzverhältnisse konnte die Autorin nicht bekommen. Dementsprechend tut der Titel nur seine werblichen Zwecke, was die Lesenden möglicherweise etwas frustriert zurück lässt. [Mehr]