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Die rechtliche Diskussion um die deutsche Rundfunkgebühr

Sammelrezension | 7. April 2011 | Redaktion | 1 Kommentar »
Annette W. Reuters: Die Rundfunkgebühr auf dem Prüfstand der Finanzverfassung. Europäische Hochschulschriften, Reihe II: Rechtswissenschaft, Band 4871. Frankfurt am Main [Peter Lang] 2009, 227 Seiten, 47,80 Euro.

Annette Smith: Das System der deutschen Rundfunkgebühr. Unzulässige Beihilfe oder berechtigte Unterstützung der Rundfunkfreiheit? Reihe: Schriften zum Medienrecht, Band 21. Hamburg [Verlag Dr. Kovac] 2010, 288 Seiten, 88 Euro.

Rezensiert von Herbert Bethge

Die Rechtsnatur und die normativen Begleiterscheinungen der Rundfunkgebühr beschäftigten bislang nicht nur die nationale Rechtswissenschaft in ungewöhnlichem Maße. Sie waren auch unverwüstlicher Bestandteil der juristischen Promotionskultur in Deutschland. Wieso die verbale Vergangenheitsform? Nun, zumindest die Medienkenner wissen, dass die Tage der Rundfunkgebühr als vorrangiges Finanzierungsmittel des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gezählt sind. Die Länder sind den Vorschlägen des ehemaligen Bundesverfassungs- richters Paul Kirchhof gefolgt. Der neue Rundfunkstaatsvertrag sieht ab 2012 als künftige Alimentationsform an Stelle der jetzigen gerätebezogenen Gebühr den haushalts- bzw. betriebsbezogenen Beitrag vor. Da stellt sich doch eine Reihe von Fragen. Hat sich nun juristische Kirchhofsruhe über die Rundfunkgebühr als ein nunmehr bloßes Auslaufsmodell gelegt? Genügt eine Anordnung der Landesgesetzgeber, um zwei Doktorarbeiten ‑ die eine aus Mainz, die andere aus Bochum ‑ zur Makulatur werden zu lassen? Natürlich nicht. [Mehr]

Medienmacht China

Sammelrezension | 3. April 2011 | Redaktion | Keine Kommentare »
Sandra Voglreiter: Kurze Leine, Langer Atem: Voraussetzungen der Berichterstattung deutscher Korrespondenten in der Einparteiendiktatur China. Reihe: Journalismus International, Band 3. Köln [Herbert von Halem Verlag] 2009, 128 Seiten, 17,- Euro.

Peixin Cao: Media Incidents. Power Negotiation on Mass Media in Time of China's Social Transition. Konstanz [UVK] 2010, 198 Seiten, 24 Euro.

Rezensiert von Nicolai Volland

Der rasante Aufstieg Chinas zur wirtschaftlichen und politischen Großmacht ist zweifelsohne eine der wichtigsten Mediengeschichten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Gleichzeitig ist China im Begriff, zur Medienmacht zu werden — als zentrale und kontinuierliche Präsenz in den internationalen Massenmedien einerseits, und andererseits als einflussreicher Player auf einem globalisierten Medienschauplatz. Zeitungsleser und Fernsehzuschauer werden nahezu täglich mit Meldungen und Berichten über die Volksrepublik konfrontiert, und aller Sparzwänge zum Trotz stocken deutsche Medienunternehmen ihre Chinakapazitäten auf. Die chinesische Regierung versucht indessen sich mittels enormer Investitionen in den Mediensektor mehr Gehör im Ausland zu verschaffen und so ihren internationalen Einfluss auszubauen. Beide Entwicklungen weisen jedoch auch auf das Paradox einer kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaftsmacht mit kommunistisch-autoritärer Führung hin: während Chinas staatlich gelenkte Medien bemüht sind, auf dem internationalen Medienmarkt Glaubwürdigkeit zu finden, versuchen ausländische Korrespondenten in China innerhalb der ihnen auferlegten Beschränkungen zu navigieren und dem Publikum in den Heimatländern den Aufstieg Chinas von der dritten in die erste Welt zu erklären. [Mehr]

Finanzwirtschaft im Spiegel der Medien

Sammelrezension | 25. Dezember 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Bertram Scheufele; Alexander Haas: Medien und Aktien. Theoretische und empirische Modellierung der Rolle der Berichterstattung für das Börsengeschehen. Wiesbaden [VS Verlag] 2008, 327 Seiten, 44,90 Euro.

Pia Krisch: Alltag, Geld und Medien. Die kommunikative Konstruktion monetärer Identität. Wiesbaden [VS Verlag] 2010, 367 Seiten, 39,95 Euro.

Rezensiert von Christoph Moss

Es ist ein typisches Phänomen von Wirtschaftskrisen, dass auch das Handeln von Journalisten und Medien diskutiert wird. Das war 2001 so, als die Internetblase platzte und alle Welt den Finanzjournalisten mangelnde Distanz zu Analysten und Investoren vorwarf. Und das war und ist aktuell so, da eine weltweite Finanzkrise immer wieder tiefe Verwerfungen verursacht. Wirtschaftsmedien spielen eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Märkten und Publikum. Aber können Journalisten auch Aktienkurse bewegen? Wie groß ist der tatsächliche Einfluss der Medien auf die Finanzmärkte? Und woher beziehen Anleger ihr Wissen über Geldanlage und ökonomische Zusammenhänge? Die Wissenschaft tut sich traditionell schwer damit, dies aufzuklären. Zwei Bücher versuchen nun, diese Fragen zu beantworten: Bertram Scheufele und Alexander Haas gehen in Medien und Aktien gezielt auf das Verhältnis von Berichterstattung und Börsenentwicklung ein. Pia Krisch untersucht in Alltag, Geld und Medien, ob und wie sich eine monetäre Identität kommunikativ konstruieren lässt. [Mehr]

Medienwissenschaftliche Fachzeitschriften in Deutschland

Sammelrezension | 25. Mai 2010 | Redaktion | Keine Kommentare »
Lorenz Engel; Bernhard Siegert (Hrsg.): Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung. Heft 0 (2009), Schwerpunkt: Angst. Hamburg [Felix Meiner Verlag], 208 Seiten, 28,– Euro.

Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hrsg.): Zeitschrift für Medienwissenschaft. Heft 1 (2009), Schwerpunkt: Motive. Berlin [Akademie Verlag], 144 Seiten, 29,80 Euro.

Rezensiert von Frank Kessler

Wenn die Gründung von Fachzeitschriften als Indiz dafür gewertet werden kann, dass ein Wissenschaftszweig sich etabliert hat, so ist die deutschsprachige Medienwissenschaft zum Ende des Jahres 2009 im Prozess ihrer Institutionalisierung einen wichtigen Schritt vorangekommen. Gleich zwei Periodika werden von 2010 an halbjährlich in renommierten Verlagen erscheinen und der kulturwissenschaftlich (im Unterschied zur kommunikations- und publizistik-wissenschaftlich) orientierten Medienforschung ein Forum bieten. Wie aber nun hält man es – um es in den Worten einer in Deutschland ebenso beliebten wie letztlich unproduktiven Gretchenfrage zu formulieren – mit dem “Medienbegriff” in diesen Publikationen? Oder anders gefragt: Welche Gegenstandsbereiche werden in den hier veröffentlichten Beiträgen behandelt? [Mehr]

Wegweiser in den Journalismus

Sammelrezension | 7. Mai 2010 | Redaktion | 1 Kommentar »
Jürg Häusermann: Schreiben. Reihe: Wegweiser Journalismus, Band 1. Konstanz [UVK] 2008, 139 Seiten, 14,90 Euro.

Christoph Fasel: Textsorten. Reihe: Wegweiser Journalismus, Band 2. Konstanz [UVK] 2008, 142 Seiten, 14,90 Euro.

Gabriele Goderbauer-Marchner: Journalist werden! Reihe: Wegweiser Journalismus, Band 3. Konstanz [UVK] 2009, 139 Seiten, 14,90 Euro.

Barbara Scheiter: Themen finden. Reihe: Wegweiser Journalismus, Band 4. Konstanz [UVK] 2009, 132 Seiten, 14,90 Euro.

Horst Werner: Fernsehen machen. Reihe: Wegweiser Journalismus, Band 5. Konstanz [UVK] 2009, 143 Seiten, 14,90 Euro.

Christian Thiele: Interviews führen. Reihe: Wegweiser Journalismus, Band 6. Konstanz [UVK] 2009, 142 Seiten, 14,90 Euro.

Rezensiert von Gabriele Bartelt-Kircher

Die Reihe Wegweiser Journalismus, herausgegeben von Christoph Fasel, eröffnet Jürg Häusermann mit einem aktualisierten und didaktisch bearbeiteten Auszug seines zum Klassiker der Journalistenausbildung gediehenen Journalistisches Texten. Titel des Bands 1 der Wegweiser-Reihe ist schlicht Schreiben. Das Buch hilft Anfängern mit zahlreichen Text-Beispielen. Sie sind erfreulich aktuell ausgewählt und für ein jüngeres interessiertes Publikum deshalb leichter verständlich. Da es auch um das Entwickeln eines eigenen Schreibstils geht, sind die Argumente für Verständlichkeit leichter zu akzeptieren. Ein allzu selbstverliebter Schreibfluss, den gerade Anfänger im Journalismus versuchen zu behaupten, wird hier immer wieder auf Verständlichkeit geprüft. Jürg Häusermanns Stärke ist es, mit seinen Tipps zum Portionieren, Verdichten und Beleben dem Autor zu helfen, seine Texte selbst auf Verständlichkeit zu prüfen. Testaufgaben überprüfen den Lernerfolg. [Mehr]

Metasprache oder Metabilder? W. J. T. Mitchell zu den Medien der Bildtheorie

Sammelrezension | 7. August 2009 | Redaktion | Keine Kommentare »
W. J. T. Mitchell: Bildtheorie. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gustav Frank, aus dem Englischen übersetzt von Heinz Jatho. Frankfurt am Main [Suhrkamp Verlag] 2008, 497 Seiten, 32,80 Euro.

W. J. T. Mitchell: Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. Aus dem Englischen von Achim Eschbach, Anna-Victoria Eschbach und Mark Halawa. beck'sche Reihe, Band 1860. München [C.H. Beck] 2008, 263 Seiten, 16,95 Euro.

Rezensiert von Arno Schubbach

mitchell

Die Frage nach dem Bild hat seit der Proklamation des “pictorial” oder “iconic turn” durch W. J. T. Mitchell und Gottfried Boehm einiges Aufsehen erregt. Trotz der Prominenz von Mitchells Formulierung waren im Deutschen bislang nur einige wenige Aufsätze und keines der einflussreichen Bücher des in Chicago lehrenden Literatur- und Kunstwissenschaftlers verfügbar. Zwei Bände aus dem Jahre 2008 schaffen nun Abhilfe: die von Gustav Frank bei Suhrkamp herausgegebene Bildtheorie sowie der von C. H. Beck verlegte Band Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. [Mehr]

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