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Christian Wessely, Theresia Heimerl (Hrsg.): Weltentwürfe im Comic/Film

Rezensiert von Jörn Ahrens

Einzelrezension
Der von Christian Wessely und Theresia Heimerl herausgegebene Band über Weltentwürfe im Comic/Film versammelt Beiträge zu zwei Konferenzen plus einigen weiteren Texten. Das merkt man ihm an; zu disparat sind seine thematisch lose zusammengehaltenen Artikel. Das Dilemma ist schon im Vorwort formuliert; dort heißt es, der Band enthalte eine “Kompilation der aus Sicht der Herausgeber derzeit spannendsten Teilfragen”. Die Herausgeber versäumen aber anzugeben, auf welche Thematiken sich diese Fragen beziehen sollen. Mehr

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Christian Fuchs: Digitale Demagogie

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Lassen sich politische Phänomene wie Donald Trump und die von ihm und seiner Administration bewirkten Umwälzungen der amerikanischen Wirtschaft und Gesellschaft mit Kategorien und analytischen Versatzstücken aus der materialistischen Mottenkiste erklären? Der an der britischen University of Westminster lehrende Autor, der im Klappentext als “führender kritischer Theoretiker im Bereich Gesellschaft und Kommunikation“ ausgelobt wird und sich hierzulande mit etlichen Publikationen an der begonnenen Wiederbelebung einer kritischen Kommunikations- und Medienwissenschaft beteiligt, zeigt sich in diesem Band davon überzeugt und will auch seine Leser*innen davon überzeugen. Wer selbst seit den 1960er Jahren analytisch tätig war, ist darüber zumindest verwundert und fragt sich, ob es seither keine zeitgemäße Überarbeitungen und modernere theoretische Analyseprojekte gegeben hat. Die gibt es natürlich en masse, auch kritischer Art, doch Fuchs recht plakativ und selektiv gewähltes Analysevokabular reicht nur an wenige Arbeiten der Kritischen Theorie heran, um den von ihm postulierten “autoritären Kapitalismus“, der inzwischen fast weltweit herrsche, zu diagnostizieren. Mehr

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Simon Lindgren: Digital Media & Society

Rezensiert von Evelyn Runge

Einzelrezension
Um das Lob gleich vorweg zu nehmen: Simon Lindgrens Buch Digital Media & Society ist ein Muss für alle, die sich für die Transformation der Gesellschaft interessieren, sowohl in theoretisch-kritischer wie in empirisch-praktischer Hinsicht. In vier Hauptkapiteln und 17 Subkapiteln geht Lindgren vielfältigen Theorien, Themen, Forschungsmethoden und -darstellungen nach. Unter anderem befasst sich Lindgren mit “Digital Society“ und “Interaction and Identity“, Konzepten wie “Digital Citizenship“, “Digital Power and Exploitation“ und “Software, Algorithms and Data“. Abschließend zeigt der Autor auf, wie Forschungsdaten generiert werden können und vor welchen Herausforderungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stehen – sei es etwa im Ausbau einer Ethnografie des Internets, sei es in der permanenten Reflexion und Weiterentwicklung ethischer Prinzipien in der Forschung im und durch das Internet. Mehr

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Johannes Paßmann: Die soziale Logik des Likes

Rezensiert von Nurhak Polat 

Einzelrezension
Die soziale Logik des Likes ist eine ethnografische Analyse darüber, wie Twitter als eine digitale Vergemeinschaftung funktioniert. Ausgangspunkt ist für Paßmann sein eigenes Engagement im deutschsprachigen Twitter. Nahezu autoethnografisch beschreibt er die Logiken des Likes und die Praktiken innerhalb der “Netzgemeinde“, die 2008 in Deutschland, als Paßmann zu twittern beginnt, noch eine überschaubare Zahl an Nutzer*innen und Plattformeinheiten aufwies. Mehr

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Karl Nikolaus Renner, Tanjev Schultz, Jürgen Wilke (Hrsg.): Journalismus zwischen Autonomie und Nutzwert

Rezensiert von Sebastian Köhler

Einzelrezension
Die beiden Leitbegriffe “Autonomie“ und “Nutzwert“, welche den Sammelband umklammern sollen, haben seit einiger Zeit ganz sicher “eine besondere Aktualität“ erhalten (13). Den Herausgebern ist bewusst, dass es nicht mehr nur um die Zukunft des Journalismus in digitalisierten Verhältnissen geht, sondern spätestens seit dem Jahreswechsel 2015/2016 mehr und mehr grundsätzlich um dessen Legitimation in der Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund entstand der Band als Festschrift für den Publizisten Volker Wolff, der von 1995 bis 2014 am Journalistischen Seminar des Institutes für Publizistik der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz die Professur für Zeitungs- und Zeitschriftenjournalismus innehatte. Mehr

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Thomas Birkner: Medialisierung und Mediatisierung

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Dass Medien (in jedweder Technik und Form) an Zahl und Bedeutung zunehmen, sich weiterhin ausdifferenzieren und damit die modernen (Industrie-)Gesellschaften ständig und nachhaltig verändern, gilt längst als eine Binse und wird in der einschlägigen Forschung durch etliche Ansätze und Paradigmen – kulminierend in ‘Medienwandel‘, (veränderte) ‘Mediensozialisation‘, ‘Mediengesellschaft’ etc., inzwischen auch als Digitalisierung – beobachtet und thematisiert. Mehr

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Matt Carlson: Journalistic Authority

Rezensiert von Katherine M. Engelke

Einzelrezension
Warum sollten Journalisten überhaupt Gehör finden? Die Antwort auf diese Frage liegt Matt Carlson zufolge in der journalistischen Autorität begründet. Da die bisherige Literatur sich durch eine nur oberflächliche Auseinandersetzung mit diesem Thema auszeichnet (vgl. 3), wendet sich Carlson in seinem Buch Journalistic Authority einer weiteren Frage zu: Wodurch erlangt der Journalismus seine Autorität? Mehr

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Tarleton Gillespie: Custodians of the Internet

Rezensiert von Stephan Mündges

Einzelrezension
Das freie Netz, das jeder und jedem die Möglichkeit gibt sich frei und ohne Furcht vor Repression zu äußern, dieses Netz ist schon lange ein Mythos. In den vergangenen rund 20 Jahren haben sich digitale Strukturen entwickelt, die prägen wie und was das Netz heute ist. Plattformen betrieben von den großen Tech-Riesen aus dem Silicon Valley stellen die Infrastruktur bereit, über die Nutzer in aller Welt miteinander kommunizieren. Sie erfüllen unterschiedliche Funktionen: Facebook, LinkedIn, YouTube, Instagram, Twitter, TripAdvisor oder Yelp – alle haben einen anderen Fokus. So vielfältig Plattformen also sein können, es eint sie, dass sie Kommunikation ermöglichen und strukturieren. Sie kuratieren und empfehlen Inhalte und vor allem: sie moderieren. Das heißt sie entscheiden darüber, was auf den Plattformen gepostet werden darf, was gelöscht wird und welche Nutzer gesperrt werden. Mehr

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Andreas Hepp, Sebastian Kubitschko, Inge Marszolek (Hrsg.): Die mediatisierte Stadt

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Mögliche Zusammenhänge zwischen Urbanisierung und audiovisuellen Medienentwicklungen im 20. Jahrhundert; Stadt, Heimat, Region und ihre Reproduktionen in lokal-regionalen Medien wie der Presse, dem Hörfunk und Fernsehen; Deutungen des Hanseatischen in den Hamburger Zeitungen seit den 1920er bis zu den 1960er Jahren; Jugendzentrums- und Alternativzeitungen in westdeutschen Klein- und Mittelstädten der 1970er Jahre; Gruppenbildungen (“Vergemeinschaftungen“), Treffpunkte und Freizeittätigkeiten als Formen des Zusammenlebens von Jugendlichen, exemplarisch dargestellt in Bremen und Leipzig; Aneignung und Rekonstruktion von sozial benachteiligten Quartieren durch so genannte Raumpioniere am Beispiel von Berlin-Moabit; Beobachtungen des (öffentlichen) Gebrauchs des Mobiltelefons; CB-Funk, Walkie-Talkie und die ersten Mobiltelefone als Medien der so genannten “Smart Cities“ der 1960er Jahre; Bürger- und Protestbewegungen, aber auch E-Government und Verwaltungsmodernisierung in nun digitalen “Smart Cities“; soziale Netzwerke und Medien als Vehikel und Foren von Semiöffentlichkeiten, politischer Mobilisierung und Bürgerbeteiligung; schließlich: Repair Cafés als Räume für Konsumprotest, Nachhaltigkeit und Aktivitätszentren für Gleichgesinnte – das sind stichwortartig die Themen und Forschungsbefunde der elf Beiträge in dem vorliegenden Reader. Mehr

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Jörg Helbig, Angela Fabris, Arno Rußegger (Hrsg.): Horror Kultfilme

Rezensiert von Niels Penke

Einzelrezension
Kultfilme werden vom Publikum gemacht. Kultfilme, so das Herausgeber-Trio in der Einleitung, “graben sich in das kulturelle Gedächtnis ein“ und stellen eine Grundlage für “metafiktionale Diskursangebote“ dar. Dennoch geht es im vorliegenden Band weniger um die Praktiken des Publikums als darum, dem “Hang des Horrorgenres zu Selbstreflexion und Metafiktion“ nachzugehen. Diesem Ansatz zeigt sich die Mehrheit der insgesamt neun Aufsätze verpflichtet. Mehr

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