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Deutscher Fachjournalisten-Verband (Hrsg.): Journalistische Genres

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Im deutschen Sprachgebrauch meint “journalistisches Genre“ die Textsorte und/oder Darstellungsweise, wie ein Thema in den Medien gestaltet und von ihnen übermittelt wird. Klassisch ist etwa die Nachricht mit ihrem ursprünglich festen Leadstil, daneben sind Bericht, Reportage oder Kommentar mit weniger fixierten Formen gängig. Beschrieben oder auch vorgegeben werden sie von sprachlich bzw. rhetorisch ausgerichteten Einführungen in den Journalismus, entweder als Deskription oder auch als normative Setzung: Wie man eine Nachricht schreibt, gehörte lange zum elementaren Curriculum von Journalistenschulen. Im Angelsächsischen – so Christin Fink in ihrer Einleitung des vorliegenden Readers – ist der Begriff hingegen ungleich weiter gefasst, indem er die “unterschiedlichen methodisch-konzeptionellen Herangehensweisen an die journalistische Arbeit“ (9) fast grundsätzlich bezeichnet, und damit etwas gänzlich Neues und gewiss Interessantes. Mehr

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Magali Trautmann: Show and Tell

Rezensiert von Karl N. Renner

Einzelrezension
Der Dokumentarfilm galt einmal, wie das der Dokumentarfilmer Peter Krieg 1986 spöttisch formulierte, als das “einzige Schlafmittel, das man durch die Augen einnehmen kann“ (25). Das hat sich deutlich verändert. Deutschland. Ein Sommermärchen, Die Reise der Pinguine, Bowling for Columbine sind nur die bekanntesten Beispiele jener Dokumentarfilme, die zunächst im Kino und dann im Fernsehen beachtliche Erfolge erzielten. Dieser Erfolg, so die These der filmwissenschaftlichen Dissertation von Magali Trautmann, geht insbesondere darauf zurück, dass sich diese Dokumentarfilme “als filmische Erzählung[en] mit all den Parametern präsentier[en], die auch dem fiktionalen Erzähltext zur Verfügung stehen“. Mehr

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Ingrid Haidegger (2017): Watch It!

Rezensiert von Julia Elena Goldmann

Einzelrezension
Ingrid Haidegger widmet sich in ihrer Monographie Watch It! einem Phänomen, mit dem jeder und jede wohl beinahe täglich zu tun hat: dem Filmplakat. Diese Omnipräsenz des Mediums im Alltag spiegelt sich jedoch nicht in seiner akademischen Diskussion wider. Wenn entsprechende Poster untersucht wurden, dann geschah dies bisher zumeist unter der Prämisse, dass das Plakat ein Kunstwerk ist. Vernachlässigt wurde dabei die Frage, wozu es eigentlich gedacht ist – nämlich als Marketinginstrument. Haidegger unternimmt nun einen wichtigen Schritt, um diese Forschungslücke zu schließen. Auf Basis eines beeindruckenden Korpus von 250 Filmplakaten aus den Jahren 2010-2015 arbeitet sie mithilfe eines semantisch-syntaktischen Analysemodells Indikatoren für die Postergestaltung der Genres Action, Komödie, Krimi, Historie, Horror, Musical bzw. Musikfilm, Liebesfilm, Science Fiction und Fantasy, Kriegsfilm und Western heraus. Mehr

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Ute Holfelder, Klaus Schönberger (Hrsg.): Bewegtbilder und Alltagskultur(en)

Rezensiert von Hans-Dieter Kübler

Einzelrezension
Seit dem Super-8-Film – eigentlich schon seit der Popularisierung der Fotokamera durch die Kodak-Box seit 1916 –, sodann mittels Video und heute mit Handyfoto und -video erforschen und vergegenwärtigen sich Amateure, aber auch Profis ihre Wirklichkeit auch technisch-visuell, so dass eine fortschreitende Visualisierung und Ästhetisierung von Lebenswelt und Gesellschaft zu diagnostizieren ist, wie die Herausgebenden, beide Kulturwissenschaftler/innen mit Tübinger Wurzeln, in ihrer Einleitung zu diesem Sammelband diagnostizieren. Zugleich erkennen sie darin eine ökonomische Perspektive: nämlich die Ausbreitung immaterieller, kreativer Arbeit, “mittels derer Individuen das postfordische Arbeitsparadigma bedienen“ und “unmittelbar in Prozesse der Wertschöpfung inkorporiert werden können“ (11). Über diese hier nur postulierten Zusammenhänge hätte man gern mehr erfahren, zumal auch die insgesamt 20 Beiträge dazu kaum etwas beisteuern. Mehr

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Felix Koltermann: Fotoreporter im Konflikt

Rezensiert von Evelyn Runge

Einzelrezension
In seiner Dissertation Fotoreporter im Konflikt: Der internationale Fotojournalismus in Israel/Palästina untersucht Felix Koltermann die Produktionsbedingungen von israelischen, palästinensischen und internationalen Fotojournalistinnen und Fotojournalisten: “Aufgrund der Konstitution des Nahen Ostens als Nachrichtenzentrum hat sich an diesem Standort ein eigenes auf den Konflikt bezogenes System fotojournalistischer Produktion entwickelt. Dort tätige Fotoreporter gehören als Kommunikatoren zu den wichtigsten journalistischen Akteuren der Region.“ (10, vgl. auch 159) Koltermann verbindet in seiner Studie zwei Perspektiven: Aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive interessiert er sich für “das Handeln des Fotoreporters als Kommunikator innerhalb journalistischer Institutionen“ (17). Diese erweitert er durch Fragestellungen der Friedens- und Konfliktwissenschaft und hier speziell nach dem “Handeln des Fotoreporters als soziale[m] Akteur innerhalb des Konflikts“ (ebd.). Mehr

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Carmen Mörsch, Angeli Sachs, Thomas Sieber (Hrsg.): Ausstellen und Vermitteln im Museum der Gegenwart

Rezensiert von Jana Hawig

Einzelrezension
“Wie verändert sich Museumsarbeit, wenn Ausstellen und Vermitteln als integriertes Konzept verstanden werden?“ (11) – diese Forschungsfrage ist prägend für den vorliegenden Sammelband, der in der Edition Museum des transcript-Verlags erschienen ist. Das Werk versammelt namhafte Theoretiker und Praktiker der internationalen Museumsszene, die wertvolle Impulse für die Überwindung strukturell gewachsener Barrieren zwischen Kuratieren und Vermitteln jenseits der Akademikerelite der Quellenwissenschaften geben. Die Praxisbeispiele führen vor Augen, wie vielfältig die Herangehensweisen an aktuelle Herausforderungen der Vermittlungsarbeit in Museen sind. Mehr

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Birgit Däwes, Alexandra Ganser, Nicole Poppenhagen (Hrsg.): Transgressive Television

Rezensiert von Nils Neusüß

Einzelrezension
Im Zuge des gestiegenen wissenschaftlichen Interesses am Themenbereich Serien und TV sind einige Arbeiten entstanden, die sich in erster Linie darum bemüht haben, das Medium als solches greifbar zu machen. Dabei haben sich die Monographien und Sammelbände aus den Kulturwissenschaften an den immer gleichen Themen und Werken abgearbeitet.
Transgressive Television – Politics and Crime in 21st-Century American TV Series, im Zuge einer Tagung entstanden und von Birgit Däwes, Alexandra Ganser und Nicole Poppenhagen herausgegeben, geht einen Schritt weiter … Mehr

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Alexander Christian: Piktogramme

Rezensiert von Thomas Knieper

Einzelrezension
Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um die Dissertation, die der Bottroper Alexander Christian an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Duisburg-Essen vorgelegt hat. Der Autor versteht dieses Buch als Fortschreibung seines 2009 im Shaker Verlag veröffentlichten Werkes Piktogramme: Kritischer Beitrag zu einer Begriffsbestimmung. Ein wenig hat man den Eindruck, dass eben diese Begriffsbestimmung daher hier zu einer zwar notwendigen, aber nicht sonderlich beliebten Pflichtübung gerät. Sie wird vom Autor im Wesentlichen in dem knapp vierseitigen Teilkapitel “Theoretische Grundlagen“ (40-44) der Einleitung versteckt und erfolgt primär durch ein halbseitiges Eigenzitat (42). Zugleich ist die Begriffsbestimmung wenig zielführend, da sie weder die Charaktereigenschaften und Wesensmerkmale von Piktogrammen vollständig auflistet noch sie eindeutig von verwandten Termini wie etwa Character, Emoticon, Icon, Ideogramm, Logo, Signal, Signet, Symbol, Zeichen etc. abgrenzt. Mehr

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Moritz Riesewieck: Digitale Drecksarbeit

Rezensiert von Evelyn Runge

Einzelrezension
Immer wieder machen Verbrechen Schlagzeilen, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden, wie Mord, Vergewaltigung, Folter – live oder im Nachhinein, als Fotografie oder Film. Wenig beachtet wird bisher die Frage, wie viele solcher Bilder die User nicht sehen – und warum. Die kurze Antwort: Weil es Menschen gibt, die für soziale Netzwerke gewalttätige Bilder händisch filtern. Die lange Antwort ist komplizierter … Mehr

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Änne Söll, Gerald Schröder (Hrsg.): Der Mann in der Krise?

Rezensiert von Liesa Herbst

Einzelrezension
Die titelgebende Frage Der Mann in der Krise? kann – so viel sei verraten – mit hoher Wahrscheinlichkeit bejaht werden, denn die Krise gilt als “ein periodisch wiederkehrender Zustand und konstitutives Element für Männlichkeit” (8). Dabei kann die Krise als eine Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel verstanden werden, welche eine Neu-Positionierung bzw. Neu-Definition des Mannes erforderlich mache. Vor allem aber eröffne die Krisenrhetorik die Möglichkeit, “kanonisch gewordene Narrative zu hinterfragen und diese zu erweitern” (8), wie die Kunsthistoriker Änne Söll und Gerald Schröder in der Einleitung zu ihrem 2015 herausgegeben Sammelband erklären. Mehr

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