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Clemens Sedmak: Mensch bleiben in der Politik

Rezensiert von Martha Kuhnhenn

Einzelrezension
Sie sollen authentisch sein, aber keine Fehler machen. Sie sollen sichere Entscheidungen treffen, aber möglichst schnell. Sie sollen politische Kompetenz zeigen, aber Mensch bleiben. Die mitunter widersprüchlichen Herausforderungen, denen sich Politiker stellen müssen, bilden den Ausgangspunkt des Buches von Clemens Sedmak (2016). Der Präsident des Internationalen Forschungszentrums für soziale und ethische Fragen in Salzburg will neben den Ansprüchen des politischen Betriebs auch Möglichkeiten aufzeigen, wie man diesen begegnen kann. Dazu präsentiert und reflektiert er Aussagen aus 15 Interviews mit Politikern, die für diese Publikation geführt wurden, und verknüpft sie in seiner essayistischen Analyse mit Klassikern der antiken Rhetorik, Standardwerken der Politikwissenschaft, Philosophie und Sozialwissenschaft sowie aktuellen Quellen. Mehr

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Lorenz Matzat: Datenjournalismus. Methode einer digitalen Welt

Rezensiert von Holger Müller

Einzelrezension
Quo vadis? Wenn es um die Zukunft des Journalismus im digitalen Wandel geht, fallen in akademischen Beiträgen und Redaktionen häufig ähnliche Schlagworte: Crossmedia, Communities und Datenjournalismus. Jede dieser Herangehensweisen stellt für sich genommen eine Methode dar, das Internet als Plattform zu nutzen, um kurzfristig Aufmerksamkeit und langfristig Erlöse zu generieren. Vor den Erlösen steht allerdings zunächst der Aufwand, wie Lorenz Matzat exemplarisch in seinem Buch Datenjournalismus. Methode einer digitalen Welt zeigen möchte. Es ist bei UVK in der Reihe Praktischer Journalismus erschienen. Mehr

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Henriette Herwig, Andrea von Hülsen-Esch (Hrsg.):
Alte im Film und auf der Bühne

Rezensiert von Knut Hickethier

Einzelrezension
Der vorliegende Sammelband beschäftigt sich mit „neuen Altersbildern und Altersrollen“ im Film sowie – am Rande – auch auf der Bühne. Er erscheint in der Reihe Alter(n)kulturen, die von den beiden Herausgeberinnen Henriette Herwig und Andrea von Hülsen-Esch und anderen Hochschullehrern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf publiziert wird. Das Buch verfolgt den Ansatz, wie mit solchen Kategorien im Film umgegangen wird: Dabei reicht das Spektrum der analysierten Themen von Demenz (Honig im Kopf) über Altersliebe (Wolke 9) bis zu generationsübergreifenden Erfahrungsräumen (Lost in Translation, Wir sind die Neuen) . Mehr

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Brooke Gladstone, Josh Neufeld:
Der Beeinflussungsapparat

Rezensiert von Silke Fürst

Einzelrezension
Fake News, Lügenpresse und die Macht der Mainstream-Medien – die derzeitige öffentliche Debatte scheint kaum noch ohne diese Schlagworte auszukommen. Zuerst provokativ durch rechtspopulistische Bewegungen in Europa und den USA lanciert, gehören sie inzwischen zum fast alltäglichen Vokabular verschiedenster Akteure. Wer hier Orientierung sucht, findet auf dem Buchmarkt eine wachsende Anzahl an Publikationen. Auch wenn sein Titel dies kaum erwarten lässt, hebt sich das kürzlich erschienene Buch Der Beeinflussungsapparat. Wie Massenmedien funktionieren, wie sie unsere Gesellschaft manipulieren und wie wir dazu beitragen (Correctiv) wesentlich von der Masse ab: In Form eines Comics will es breite und skeptische Leserkreise ansprechen und diesen zeigen, dass es „keine Verschwörung“ gibt. Um das Thema aufzubereiten, behandelt das Manifest allerdings kaum die gegenwärtige Medienlandschaft, sondern unternimmt einen Streifzug durch die amerikanische Presse- und Mediengeschichte. Mehr

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Lisa Mai, Judith Wilhelm: Ich weiß, wann Du online warst, Schatz

Rezensiert von Thomas Christian Bächle

Einzelrezension
Weil insbesondere pessimistische Deutungen mobiler Kommunikation große Bekanntheit erreichen, stellt jede ausgewogene Betrachtung mobiler und digitaler Medien in sozialen Kontexten willkommene Forschungsperspektiven bereit. So untersucht die Publikation Ich weiß, wann Du online warst, Schatz (2015) die Bedeutung der WhatsApp-Statusanzeigen für die Paarkommunikation in Nah- und Fernbeziehungen. Die Autorinnen Lisa Mai und Judith Wilhelm konzentrieren sich dadurch auf kommunikative Praktiken, die durch Instant Messaging-Dienste ermöglicht werden und neben einer ständigen Erreichbarkeit über das Merkmal zusätzlicher Kontextinformationen verfügen: Dazu zählen Angaben, ob der Kommunikationspartner „gerade online“ ist, eine Nachricht bereits zugestellt oder schon gelesen wurde. Vor allem in Paarbeziehungen, die sich durch eine hohe kommunikative Verfügbarkeit und Intensität auszeichnen, haben solche Informationen eine hohe Relevanz. Ob das auch für die vorliegende Studie zutrifft, hat Thomas Christian Bächle für das rkm-Journal untersucht. Mehr

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Reinhold Neven Du Mont: Mit Büchern und Autoren. Mein Leben als Verleger

Rezensiert von Oliver Ruf

Einzelrezension
Reinhold Neven Du Mont leitete von 1969 bis 2001 die Geschicke des Verlags Kiepenheuer & Witsch in Köln. In seinen Erinnerungen erzählt er die Verlagsgeschichte, soweit er sie selbst begleiten und lenken durfte. Seine Schilderungen gruppieren sich, wie der Titel verspricht, um die wichtigsten Bücher und deren Verfasser. Oliver Ruf hat sich für das rkm-Journal der Berufsbiographie eines der großen deutschen Verleger angenommen, der, wie Ruf es formuliert, einen Grandseigneur des Literaturbetriebs der vergangenen vier Jahrzehnte darstellt. Ein Gentleman, der gleichzeitig unbeirrt seinen Weg als Vermittler vor allem gegenwärtiger Literatur gegangen ist und dabei aus einem traditionsreichen Verlagshaus einen Buchmarktmotor mit immensem Einfluss gemacht hat. Mehr

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Lutz Hachmeister, Till Wäscher: Wer beherrscht die Medien?

Rezensiert von Lars Rinsdorf

Einzelrezension
Treffen sich Google, Apple, Facebook und Microsoft in einem Buch … Was wie ein schlechter Witz klingt, ist die statistische Realität in Lutz Hachmeisters und Till Wäschers neuem Kompendium Wer beherrscht die Medien? (2017). Dieser Frage gehen die beiden Kommunikationsforscher nach, indem sie die 50 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt porträtieren und dabei deren innere Strukturen aufschlüsseln. Lars Rinsdorf hat sich für das rkm-Journal dem aktuellen Ranking gewidmet und stellt fest: Die Digitalisierung lässt die Grenzen zwischen Telekommunikation, IT, Medien und Entertainment zerfließen, bringt rasante Erfolgsstorys ebenso hervor wie sie langjährige Wirtschaftsfelsen bröckeln lässt. Mehr

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Frank J. Robertz, Robert Kahr (Hrsg.): Die mediale Inszenierung von Amok und Terrorismus

Rezensiert von Guido Keel

Einzelrezension
Amokläufe an Schulen, Terrorismus, Selbstmorde – diesen Phänomenen ist nicht nur gemeinsam, dass bei allen tödliche Gewalt im Zentrum steht, sondern auch, dass Medien eine Schlüsselrolle spielen. Aus gesellschaftlicher, insbesondere aber aus journalistischer Sicht interessiert deshalb die Frage, wie ein verantwortungsvoller Umgang der Massenmedien mit diesen Ereignissen aussieht. Die beiden Herausgeber des Sammelbandes Die mediale Inszenierung von Amok und Terrorismus (2016) warten mit punktgenauen Berufshintergründen auf: Frank J. Robertz leitet das Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie in Berlin, während Kommunikationswissenschaftler Robert Kahr an der Deutschen Hochschule der Polizei Einsatzmanagement bei Schwerkriminalität lehrt. Sie haben Aufsätze internationaler Autoren zusammengetragen, um Erkenntnisse für eine mediale Berichterstattung über solche Gewaltakte zu finden, die das Leiden besonders bei den direkt Betroffenen minimieren kann. Mehr

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Dominik Rudolph: YouTube und Fernsehen: Konkurrenz oder Ergänzung?

Rezensiert von Christian Strippel

Einzelrezension
Dass das Internet das Fernsehen als Leitmedium der Gesellschaft ablösen wird, scheint für viele bereits beschlossene Sache zu sein. Beliebt sind in diesem Zusammenhang vor allem kriminalistische Befunde wie „Das Fernsehen ist tot“ oder „Internet killed TV“. Als mögliche ‚Mörder’ oder ‚Komplizen’ werden vor allem Streaming- und Video-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video oder YouTube verdächtigt. Letzerer widmete sich Dominik Rudolph in seiner Dissertation, die im Nomos Verlag erschienen ist, um die zentrale Frage zu beantworten: Stehen Videoportale und das klassische Fernsehen in Konkurrenz zueinander oder ergänzen sich beide? Mehr

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Kayo Adachi-Rabe, Andreas Becker (Hrsg.): Körperinszenierungen im japanischen Film

Rezensiert von Astrid Matron

Einzelrezension
Wer japanische Filme kennt, wird bemerkt haben, dass sich diese durch eine besondere Körperlichkeit auszeichnen: Mal verbinden sich menschliche Körper mit Maschinen oder Waffen, um als Cyborg von gesellschaftlichen Utopien und Dystopien zu künden; mal zeugen Monsterfiguren von den Gespenstern moderner Kriegstechnologie; mal wird der Körper als Spielort für wandelbare soziale und geschlechtliche Positionen dargestellt. Kayo Adachi-Rabe und Andreas Becker haben diesen vielfältigen Herangehensweisen 2013 eine Tagung an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main gewidmet. Im nun dazu erschienenen Sammelband untersuchen die Autorinnen und Autoren in zwölf Beiträgen mit unterschiedlichen kinematographischen Schwerpunkten und theoretischen Ansätzen den Variantenreichtum japanischer Filmkörper. Mehr

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