Blog-Archive

Uwe Pörksen: Politische Rede oder Wie wir entscheiden

Rezensiert von André Haller

Einzelrezension
Ein zentraler Kritikpunkt an heutigen Politikern ist der Vorwurf, dass ihre Redekunst verloren gegangen sei. Waren rhetorische Duelle in der bundesrepublikanischen Vergangenheit oftmals Höhepunkte des Parlamentarismus, so gleichen Bundestagsdebatten heute oft einem Schauspiel, das durch Worthülsen dominiert wird. Der Sprachwissenschaftler Uwe Pörksen richtet mit seinem Buch Politische Rede oder Wie wir entscheiden (2016) den Fokus auf die politische Entscheidungsrede – das älteste Kommunikationsinstrument der Politik, das der Überzeugung von Zuhörern dient. Ob der Autor damit auch seine Leser überzeugt, hat André Haller für das rkm-Journal geprüft. Mehr

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Hans-Dieter Gelfert: Was ist ein gutes Gedicht?

Im Interview mit Christa Romberg

Einzelrezension
Nach seinen Publikationen Was ist Kitsch? (2000) und Was ist gute Literatur? (2004) hat Literaturwissenschaftler Hans-Dieter Gelfert nun eine Einführung unter dem Titel Was ist ein gutes Gedicht? vorgelegt. Anhand berühmter Beispiele zwischen Goethe, Rilke, Hesse und Shakespeare erklärt der 80-Jährige, was die Qualität eines Gedichtes ausmacht und worin das Vergnügen an Versen liegt. Christa Romberg vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur an der TU Dortmund ist für das rkm-Journal die titelgebenden 33 Schritte des Buches gegangen und bezeichnet das Werk als eine Quintessenz seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Mehr

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Interview, Rezensionen

Michel op den Platz: „Männer sind… Und Frauen auch… Überleg dir das mal!“

Rezensiert von Martina Thiele

Einzelrezension
„Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“ Sagt dieser Satz alles über Loriots Sicht auf die Geschlechter? Ganz sicher nicht, so der Kulturwissenschaftler Michel op den Platz, und führt in seinem Essay überzeugende Argumente an wider die heteronormative Lesart von Geschlechterbildern im Werk des beliebten Humoristen. In dessen Sketchen gehe es zwar immer um misslingende Kommunikation. Dass sie misslingt, habe aber nicht unbedingt mit Zweigeschlechtlichkeit zu tun. Als ,Beweis‘ beruft sich op den Platz auf ein weiteres Zitat: „Männer sind … Und Frauen auch … Überleg dir das mal!“ Mehr

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Thomas Birkner, Maria Löblich, Alina Laura Tiews, Hans-Ulrich Wagner (Hrsg.): Neue Vielfalt

Rezensiert von Axel Schildt

Einzelrezension
Der Begriff der Pluralität ist traditionsreich und schwierig. Er kann sogar dem Begriff des Pluralismus abgrenzend gegenübergestellt werden wie in den Debatten des Zweiten Vatikanischen Konzils der Katholischen Kirche Anfang der 1960er Jahre. Dort ging es um die neue Vielfalt in der Ausgestaltung der prinzipiell vertretenen religiösen Heilsbotschaft, die nicht mit einer Anerkennung weltlicher Divergenzen in einem System pluralistischer Stimmen und deren demokratischer Aushandlung verwechselt werden dürfe. Auch wenn Analogien immer hinken, geht es im Sammelband Neue Vielfalt aus dem Herbert von Halem Verlag im Kern um das Verhältnis von Pluralität und Pluralismus. Die Publikation dokumentiert die Ergebnisse einer Tagung der Fachgruppe Kommunikationsgeschichte in der DGPuK, die 2015 in Hamburg stattfand. Mehr

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Ulrich Teusch: Lückenpresse

Rezensiert von Sebastian Köhler

Einzelrezension
In Zeiten von Datenüberfluss scheint es besonders schwierig, Aufmerksamkeit zu wecken. Hier sollen oft so genannte Buzzwords helfen, um wahrgenommen zu werden. Erst recht, wenn sie kreativ sind und dennoch einen Wiedererkennungswert haben. Lückenpresse hat der Frankfurter Westend Verlag daher eine kritische Publikation genannt, die Debatten um ,Lügenpresse‘ aufgreift und doch weit komplexere Probleme thematisiert: Es geht in dieser Streitschrift um nicht weniger als das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten. Und wir sollten keine Angst davor haben. Dem Politikwissenschaftler und Journalist Ulrich Teusch ist ein in vielerlei Hinsicht lesenswertes Buch gelungen. Er schafft eine konstruktive Kritik der journalistischen Vernunft unserer Jahrzehnte – bis heute und für morgen. Mehr

Getagged mit: , , , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Eva-Christina Edinger: Wissensraum, Labyrinth, symbolischer Ort

Rezensiert von Anke Wittich

Einzelrezension
Eva-Christina Edinger beschäftigt sich in ihrer Dissertation Wissensraum, Labyrinth, symbolischer Ort (UVK, 2015) mit Auswirkungen der Architektur auf die Nutzung von Universitätsbibliotheken. Auch in Zeiten der digitalen Verfügbarkeit wissenschaftlicher Informationen, der Bereitstellung von E-Books und E-Journals hat die Bibliothek als Raum zum Lernen und Arbeiten eine Bedeutung wiedererlangt, die zeitweise nicht vorstellbar war. Aus Sicht der Kultur- und Sozialwissenschaften untersucht Edinger Wissensaneignung in den Universitätsbibliotheken Konstanz und Oxford und verwendet dabei einen aufwändigen Methodenmix, der von teilnehmender Beobachtung über Architekturanalyse bis zu Interviews und Mental Maps reicht. Mehr

Getagged mit: ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Moritz Fink: Understanding The Simpsons

Rezensiert von Miriam Czichon

Einzelrezension
2017 ist das Jahr der gelben, fünfköpfigen Familie aus Springfield, USA. Vor 30 Jahren flimmerten die Simpsons zum ersten Mal über die amerikanischen Bildschirme, wenn auch noch nicht als eigenständige TV-Serie. Schon in den Anfangsjahren entwickelten sie sich zu einem popkulturellen Medienphänomen. Entsprechend steht die Zeichentrickserie seit jeher unter erhöhter wissenschaftlicher Beobachtung. Moritz Fink hat sich in seiner auf Englisch verfassten Dissertationsschrift Understanding The Simpsons. A media phenomenon at the edge of convergence culture nun einmal mehr diesem Kult angenommen und versucht, ihn zu verstehen. Mehr

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Klaus Maiwald, Anna-Maria Meyer, Claudia Maria Pecher (Hrsg.): „Klassiker“ des Kinder- und Jugendfilms

Rezensiert von Florian Krauß

Einzelrezension
Im Jahr 2015 befasste sich eine Ringvorlesung an der Universität Augsburg mit Klassikern des Kinder- und Jugendfilms. Sie fand am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur statt und brachte einen Sammelband hervor, der nun im Schneider Verlag Hohengehren erschienen ist. Die mit 160 Seiten recht kurze Auseinandersetzung beginnt mit zwei Begriffsdiskussionen und befasst sich dann – weitgehend chronologisch – mit Betrachtungen einzelner Filme. Sie reichen von der Scherenschnitt-Animation Die Abenteuer des Prinzen Achmed (1926) bis zur Adaption des Kinderkrimis Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014). Mehr

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen

Tobias Heinrich: Leben lesen. Zur Theorie der Biographie um 1800

Im Interview mit Jana Piper

Einzelrezension
Intime Einblicke in das Leben fremder Menschen in Form von Memoiren haben schon immer fasziniert. Memoiren helfen zudem dabei, die Zeit zu besiegen, indem sie Vergangenes festhalten und der Erinnerung einen Ort geben. Für die literarische Gattung der Biografie war das 18. Jahrhundert ein Markstein, da sie nicht mehr nur Könige und Päpste, sondern nun auch das bürgerliche Volk berücksichtigte. In seiner Studie Leben lesen hat sich der Germanist Tobias Heinrich mit der Theorie der Biographie um 1800 befasst. Die Literaturwissenschaftlerin Jana Piper hat sich für das rkm-Journal der Publikation aus dem Böhlau Verlag angenommen. Was sie über die Erinnerungskultur der Aufklärung erfahren hat und warum dies auch für das medial geprägte 21. Jahrhundert nützlich ist, berichtet sie im Interview. Mehr

Getagged mit: , ,
Veröffentlicht unter Einzelrezension, Interview, Rezensionen

Christa Dürscheid, Karina Frick: Schreiben digital

Rezensiert von Annika Frank

Einzelrezension
Schreiben digital. Wie das Internet unsere Alltagskommunikation verändert ist 2016 als dritter Band der Essay-Reihe Einsichten im Kröner Verlag erschienen. Das 156 Seiten leichte Taschenbuch der Sprachwissenschaftlerinnen Christa Dürscheid und Karina Frick gliedert sich in vier Kapitel: „Neue und alte Kommunikationsformen“, „Merkmale des digitalen Schreibens“, „Die Folgen der Internetkommunikation“ sowie „Neue Praktiken, neue Möglichkeiten“. Sowohl die Ausrichtung der Reihe als auch der Aufbau des Werkes sorgen für eine populärwissenschaftlich orientierte Aufarbeitung eines gesellschaftlich diskutierten Themas. Die Autorinnen, die an der Universität Zürich tätig sind, betonen im Vorwort, dass sie die Einflüsse digitaler Schreibprozesse auf das Deutsche nicht bewerten, sondern auf Basis aktueller linguistischer Forschung darstellen und relativieren können. Damit bilden sie einen Gegensatz zum medial besser zu verkaufenden Horrorszenario eines ‚Sprachverfalls‘. Mehr

Veröffentlicht unter Einzelrezension, Rezensionen
 1 2 3 4 5 6 7