Wolfgang Zehrt: Die Pressemitteilung

Einzelrezension
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Rezensiert von Ralf Spiller

Die PressemitteilungEinzelrezension
Auch wenn Facebook, Twitter und weitere Social Media Kanäle für Kommunikationsmanager immer wichtiger werden, ist die klassische Pressemitteilung noch lange nicht ‘tot’. Sie ist vielmehr häufig die Grundlage für kürzere Meldungen in den sozialen Netzwerken. Zudem gewinnen Pressemitteilungen an Bedeutung, wenn eine tendenziell abnehmende Zahl von Journalisten immer weniger Zeit für die Recherche hat. Umso wichtiger sind daher klar aufgebaute Pressemitteilungen, die zügig auf den Punkt kommen und verständlich ein Thema nahebringen.

Wie man genau dies anstellt, beschreibt Wolfang Zehrt in seinem Buch Die Pressemitteilung (2014), das er nach der Erstauflage im Jahr 2007 komplett überarbeitet hat. In 13 Kapiteln wird auf die Feinheiten des Kommunikationsinstrumentes eingegangen. Dabei hat der Autor die naheliegenden Themen wie Aufbau einer Pressemitteilung, Sprache und Stil, Medien und Zielgruppen abgehandelt. Drei externe Autoren steuerten zudem ein Kapitel bei: Dieter Georg Herbst ‘Bilder in der Pressearbeit’, Peer Brockhöfer ‘Die Verbreitung der Pressemitteilung’ und Holger Weimann ‘Die rechtliche Prüfung des Inhalts’.

Zehrt schreibt anschaulich und bringt viele Beispiele. Diese scheinen aber zum Teil nicht aus Originalmedien (Zeitungen, Pressemitteilungen) zu stammen, sonst hätte der Autor wohl die Fundstellen angegeben. Quellenangaben fehlen jedoch ganz überwiegend.

Hervorzuheben ist, dass sich der Autor in einem längeren Kapitel Online-PR und Social Media widmet. Auch in den übrigen Teilen des Buchs wird deutlich, dass der Autor die Online- und Social Media Klaviatur beherrscht, denn immer wieder geht er auf die geänderte Kommunikationslandschaft ein und erklärt, wie mit einer Basis-Pressemeldungen auch noch andere, neue Kanäle bespielt werden können. Bedauerlich hingegen ist, dass das Quellenverzeichnis unvollständig bleibt. So fehlen zum Beispiel die auf Seite 145 aufgeführten Werke von Grittmann (2003) und Schierl (2003) im Literaturverzeichnis.

Alternativen zu dem Buch von Zehrt sind die Werke von Bischl (2011) und Falkenberg (2013). Beide beschäftigen sich ebenfalls ausschließlich mit Pressemitteilungen. Das Buch von Bischl ist mit 148 Seiten recht kurz und enthält keine Übungen, immerhin jedoch eine Reihe von Checklisten. Falkenbergs Buch ist mittlerweile in der siebten Aufläge erhältlich und dürfte somit als der Klassiker unter den drei Büchern gelten. Es enthält viele Fußnoten mit weiterführenden Literaturhinweisen sowie einen großen Übungsteil mit Lösungsvorschlägen. Es geht jedoch kaum auf Social Media und Onlinekommunikation ein.

Fazit: Wer das Handwerk ‘Pressemitteilungen schreiben’ erlernen oder optimieren möchte, ist mit dem Werk von Zehrt gut bedient. Es ist auf der Höhe der Zeit, eingängig geschrieben und behandelt auch einige speziellere Aspekte von Pressemitteilungen wie Pressebilder und rechtliche Aspekte. Vor allen Dingen verschließt es nicht die Augen vor einer geänderten Kommunikationswelt, in der Social Media, Blogs und Onlineforen immer wichtiger werden. Wer stärker an einem Übungsbuch interessiert ist, sollte auf das Werk von Falkenberg zurückgreifen.

Literatur:

  • Karin Bischl: Die professionelle Pressemitteilung. Ein Leitfaden für Unternehmen, Institutionen, Verbände und Vereine. Wiesbaden [VS-Verlag] 2011.
  • Viola Falkenberg: Pressemitteilungen schreiben, 7. Aufl. Frankfurt [FAZ-Verlag] 2014.

Links:

Über das BuchWolfgang Zehrt: Die Pressemitteilung, 2. überab. Aufl. Reihe: PR Praxis, Band 5. Konstanz [UVK] 2014, 224 Seiten, 19,99 Euro.Empfohlene ZitierweiseWolfgang Zehrt: Die Pressemitteilung. von Spiller, Ralf in rezensionen:kommunikation:medien, 22. Januar 2015, abrufbar unter http://www.rkm-journal.de/archives/17290
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Rezensent/in
Ralf Spiller ist Professor für PR und Kommunikationsmanagement an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Köln.